2 Grundmodelle
Verzichtsmodell: Ressourcenschonung durch Konsumverzicht (nahe am Brundtland-Gedanken). Vorlesungsskript Nachhaltigkeit
Fortschrittsmodell: aktuelles Produktions-/Konsumniveau grundsätzlich möglich, aber nur wenn:
regenerative Energien bevorzugt werden,
nicht-erneuerbare Ressourcen nur so genutzt werden, wie Ersatz (funktionsgleich regenerierbar) entsteht,
Aufnahmekapazität der Umweltmedien für Emissionen nicht überschritten wird. Vorlesungsskript Nachhaltigkeit
Nachhaltige Führung heißt: Nicht nur effizient & effektiv sein (Business-Logik), sondern auch Suffizienz & Konsistenz mitdenken (System-/Ethik-Logik) – weil Unternehmen immer im Ressourcen- und Systemkontext handeln.
Bedeutung der Natur für mensch
VRBK
Versorgungsleistungen (z. B. Holz, Wasser, Nahrung)
Regulierungsleistungen (z. B. Klima, Bestäubung, Erosionsschutz)
Basisleistungen (z. B. Photosynthese, Bodenbildung, Nährstoffkreisläufe)
Kulturelle Leistungen (Erholung, Ästhetik, Inspiration)
eide Konzepte haben sich historisch getrennt entwickelt, sind aber seit ca. den 1970ern/1980ern stark zusammengewachsen.
Nachhaltigkeit ist das übergeordnete Zielbild (global), CSR ist die unternehmerische Verantwortungs- und Handlungslogik, die dieses Zielbild im Unternehmen konkretisiert.
Brundtland-Definition
Bedürfnisse heute erfüllen, ohne künftige Generationen zu gefährden.
Nachhaltigkeit als Wandlungsprozess: Ressourcen, Investitionen, Technik und Institutionen müssen harmonieren.
Stark anthropozentrisch: Mensch im Zentrum; ökologisch/sozial/ökonomisch als Verbesserungslogik für menschliche Lebensbedingungen.
LCA: Für was dient es was sind die Phasen
Es ist eine Methode, mit der man die Umweltwirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung über den gesamten Lebenszyklus bewertet – typischerweise von Rohstoffgewinnung → Produktion → Nutzung → Entsorgung/Recycling („Wiege bis Bahre“).
Zieldefinition: Ziel + Systemgrenze festlegen
Sachbilanz: Inputs/Outputs erfassen (Material, Energie, Emissionen)
Wirkungsabschätzung: Umweltwirkungen in Kategorien/Indikatoren zuordnen
Auswertung: Ergebnisse interpretieren & mit Zieldefinition abgleichen
3 Säulen modell der Nachhaltigkeit was birngt die s wie stehen diese 3 Zusammen?
Soziales – Ökonomie – Ökologie: Nachhaltigkeit entsteht aus dem Zusammenspiel (keine Säule „allein“).
Soziale Dimension
Indikatoren: Einkommensverteilung, Bildung, Kultur, Gesundheit, Sicherheit, Partizipation.
Ökonomische Dimension
Ziele/Indikatoren: solide Haushalte, Preisstabilität, ausgewogene Wirtschaftsstruktur, faire Arbeitsverteilung, angemessener Konsum, regionaler Selbstversorgungsgrad.
Managementregeln: Bedürfnisse effizient innerhalb des Umweltraums, Preise als Knappheitssignal, Externalitäten → staatliche Korrektur; Rahmenbedingungen für Innovation; Human-/Sozialkapital stärken.
Ökologische Dimension: Regeln
1 )Die Nutzung einer Ressource darf nicht dauerhaft die Rate ihrer Erneuerung überschreiten.
2)Die Freisetzung von Emissionen darf nicht dauerhaft die Aufnahmefähigkeit der Umwelt
überschreiten.
3)Risiken für Mensch und Umwelt müssen vermieden werden.
4)Das Zeitmaß der menschlichen Interventionen muss in einem angemessenen Verhältnis zu
der Zeit stehen, welche die Umwelt zu ihrer Selbststabilisierung benötigt.
Erneuerungsrate nicht überschreiten
Emissionen nicht über Aufnahmekapazität
Risiken vermeiden
Zeitmaß menschlicher Eingriffe muss zur Regenerationszeit passen
4E Konzept
✓ Entstofflichung (Materie)
Bedürfnisbefriedigung nicht durch Sachleistungen, sondern durch immaterielle
Leistungen
✓ Energieeffizienzsteigerung (Energie)
Senkung des Energieverbrauchs durch verbesserte energetische Wirkungs-
grade
✓ Entflechtung (Raum)
Dezentrale Stoffkreisläufe regionalen Zuschnitts zur Absenkung transportbedingter
Umweltschäden
✓ Entschleunigung (Zeit)
Verlangsamung von Nutzungsmustern; Verlängerung der Produktlebensdauer
7 Hnadelsprinzipien
Intergenerationelle + intragenerationelle Gerechtigkeit, Ganzheitlichkeit/Integration, Glokalität, Partizipation/Stakeholder, präventive Langfristorientierung, Nachhaltigkeit als normatives Leitbild.
Ökologische Strategien
Suffizienz: weniger/anders konsumieren („produce & consume less“)
Effizienz: gleichen Nutzen mit weniger Ressourcen/Emissionen („more with less“)
Konsistenz: naturverträgliche Kreisläufe („within limitations of nature“)
Ökologische Grundprinzipien
Verantwortung (Unternehmen),
Kooperation (Akteure),
Kreislaufprinzip (Cradle to Cradle), F
unktionsorientierung (Lösungsanbieter statt Güterproduzent)
FüNa-Diamant
Möchte klar meachen welche Denklogiken zusammengebracht werden müssen, wenn Führung „nachhaltig“ sein soll.
Links steht eher das Rationale: klassische Führung/Management mit Fokus auf Mensch & Unternehmen; Grundlage ist oft Macht, Rollen, Zuschreibungen („wer entscheidet, wer trägt Verantwortung“).
Rechts steht eher das Ethische: Nachhaltigkeit mit Fokus auf Kontext & Systeme; Grundlage sind Ressourcen und deren Grenzen (Umwelt, Klima, soziale Ressourcen)
Effektivität = die richtigen Dinge tun (Ziele richtig wählen) Vorlesungsskript Nachhaltigkeit…
Effizienz = Dinge richtig tun (mit möglichst wenig Aufwand/Verlust) Vorlesungsskript Nachhaltigkeit…
Suffizienz = weniger/anders konsumieren (Bedarf senken, „genug“) Vorlesungsskript Nachhaltigkeit…
Konsistenz = im Einklang mit Natur/kreislauffähig handeln (Systeme so bauen, dass sie zu ökologischen Grenzen passen)
Zentrale Ausprägungen unternehmerischer Nachhaltigkeit
Compliance-orientiert (Mindestanforderungen)
Erfolgsfaktor (Öko/Soziales ↔ ökonomische Chancen)
Aus Überzeugung (kurzfristige Kosten, langfristig oft Risikoreduktion)
Altruistisch (auch langfristig zulasten wirtschaftlichen Erfolgs; eher Non-Profit)
MAP Mulit Akteurs Partnerschaften
Kooperation von Akteuren aus mind. 3 Bereichen (Staat/Wirtschaft/Zivilgesellschaft/Wissenschaft), gleichberechtigt, organisiert & langfristig, für Gemeinwohlbeitrag.
Wichtige Kompetenzen: vorausschauend denken, transkulturell kooperieren, interdisziplinär, Partizipation, Planung/Umsetzung, Empathie/Solidarität, Motivation, Reflexion von Leitbildern.
Vorlesungsskript Nachhaltigkeit
LCA Life Cycle Assessment und was sind die Phasen
Methodik zur Quantifizierung aller von einem Produkt(-system) ausgehenden Umwelt-
auswirkungen über dessen gesamten Lebenszyklus (DIN EN ISO 14040,
LCA = Quantifizierung von Umweltauswirkungen eines Produktsystems über den gesamten Lebenszyklus („Wiege bis Bahre“), nach DIN EN ISO 14040/14044; ohne ökonomische/soziale Aspekte. Vorlesungsskript Nachhaltigkeit
Einsatz: Produktentwicklung, strategische Planung, Politik, Marketing
Was ist Greenwasching
Push-Faktoren: Image/Reputation, Wettbewerbsvorteile, Marketing/Verkauf, Umgehung regulatorischer Anforderungen, Investoren/Stakholder beeinflussen. Vorlesungsskript Nachhaltigkeit
Checkliste: vage Aussagen, fehlende Belege, „grüne Bilder“, selektive Berichte, kurze Nachhaltigkeitshistorie, Kritik von Dritten, Lieferkettentransparenz etc. Vorlesungsskript Nachhaltigkeit
Anforderungen an transparente Berichte: Strategie & Steuerung, Herausforderungen/Kerngeschäft, Zielkonflikte offenlegen, messbare terminierte Ziele, Stakeholderdialog, externe Prüfung, Orientierung an anerkannten Leitlinien (z. B. GRI).
Inhaltliche Anforderungen an eine transparente Nachhaltigkeitsberichterstattung
Darstellung der grundlegenden Nachhaltigkeitsstrategie sowie der Steuerungsmechanismen
✓ Benennung der zentralen Herausforderungen für das Unternehmen und Eingehen auf die
wesentlichen Themen des Kerngeschäfts
✓ Aufzeigen von Zielkonflikten und Darstellung des entsprechenden Umfangs mit diesen
Konflikten
✓ Darstellung eines ambitionierten Nachhaltigkeitsprogramms mit quantifizierbaren und
terminierten Zielen
✓ Eingehen auf den Dialog des Unternehmens mit seinen Stakeholdern und dessen
Ergebnisse
✓ Externe Prüfung des Berichts zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit der Kommunikation
✓ Orientierung an international anerkannten Leitlinien zur Berichterstattung nicht finanzieller
Informationen (z.B. GRI oder Global Reporting Initiative) erhöht Transparenz
GRI und DNK
DNK als etablierter deutscher Standard für nicht-finanzielle Kennzahlen: einfach/vergleichbar, berichtspflichterfüllend, KMU-tauglich, auch für Zivilgesellschaft nutzbar.Vorteile gggü GI
Vorteile gggü GI
Vorteile:
- einfache und vergleichbare Berichterstattung
- Erfüllung der Berichtspflicht und internationale Anschlussfähigkeit
- Eignung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
- Anwendung auch in zivilgesellschaftlichen Organisationen
- anerkanntes Steuerungsinstrument für nachhaltiges Wirtschaften
Unternehmen als zentrale ,Player‘ für eine nachhaltigere Welt
Definition: planvoller, zeitlich limitierter Prozess der Diffusion/Übertragung von Technologie zur wirtschaftlichen Nutzung (oft über Rechtsakte wie Lizenzverträge). Vorlesungsskript Nachhaltigkeit
Inhalte: freie Technologien (Patente, Know-how) vs. gütergebunden (Maschinen/Fabrik); Hardware- vs. Softwaretransfer (Capacity Building). Vorlesungsskript Nachhaltigkeit
Erfolgsstrategien: Stakeholder einbinden, Kooperation/Wissensaustausch, Austausch-Infrastruktur, Anreize, Industriepartnerschaften, staatliche Unterstützung nutzen.
Mögliche Beiträge:
− Infrastrukturaufbau in den Bereichen Energie, Verkehr und Wasser (Technologietransfer)
− Schaffung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen vor Ort
− Zahlen von Steuern vor Ort
Chancen:
− Eroberung neuer Märkte
− Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 und zu den eigenen Nachhaltigkeitsaktivitäten
− Verringerung der weltweiten Migration
− Verringerung des Bevölkerungswachstums durch Entstehung von Wohlstand
Social Business
Initiator: Muhammad Yunus; Zweck: soziale/ökologische Probleme lösen, nicht Gewinnmaximierung.
Investoren verzichten auf Gewinne; Gewinne bleiben meist zur Skalierung im Unternehmen. Vorlesungsskript Nachhaltigkeit
Ideale: Solidarität/Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz/Mitentscheidung, Menschenwürde. Vorlesungsskript Nachhaltigkeit
Beispiele: Grameen Danone (angereicherter Joghurt gegen Mangelernährung), BASF Grameen (Moskitonetze), Grameen Intel (Software für Landwirtschaft/Gesundheit).
Zuletzt geändertvor 9 Tagen