Wie funktionieren Wahlumfragen? Wie können wir die Unsicherheit von Wahlumfragen abschätzen?
· Repräsentative Stichprobe aus der deutschen Wahlbevölkerung vs. Selbstselektierte Samples
· Statistische Korrektur
· Politische Stimmung und Projektion
· Herausforderungen:
o Sinkende Rücklaufquoten
o Sinkende Zahl von Festnetzanschlüssen
o Hohe Briefwahlquote
o Große Dynamik auf den letzten Metern und allgemeine Volatilität
Welche drei Ansätze zur Erklärung des Wahlverhaltens werden unterschieden und was kennzeichnet die einzelnen Ansätze?
· Soziologischer Ansatz: Wahlverhalten wird durch soziale Zugehörigkeit bestimmt
· Sozialpsychologischer Ansatz: Wahlverhalten durch langfristige psychologische Bindung geprägt
· Rationalistischer Ansatz: Wähler handeln nutzenorientiert und rational
Nennen Sie drei Faktoren, die auf die Wahlentscheidung wirken und skizzieren Sie kurz den entsprechenden Kausalmechanismus!
· Parteiidentifikation: Die Parteiidentifikation fungiert als Wahrnehmungsfilter (Perceptual Screen). Politische Informationen, Ereignisse oder das Handeln von Spitzenpolitikern werden durch die „Brille“ der eigenen Partei bewertet. Positive Nachrichten über die eigene Partei werden verstärkt wahrgenommen, negative Informationen eher ausgeblendet oder uminterpretiert. Diese stabile Identität führt dazu, dass die Wahlentscheidung weitgehend unabhängig von kurzfristigen Ereignissen konstant bleibt.
· Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Gruppen (identity politics): Ein Individuum identifiziert sich primär über seine Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe (Ethnizität, Religion, sexuelle Identität). Die Wahlentscheidung ist hier ein Akt der Identitätsbestätigung. Die gewählte Partei wird als Stellvertreter der eigenen Gruppe wahrgenommen, der deren Status und Rechte schützt.
· Ideologie und Themen
o Proximity voting: Wähler verorten sich und Partei auf einem ideologischen Kontinuum und wählen Partei mit
o Kompetenzen
o Salienz
· Bewertung von (Spitzen-)Politikern: Wähler nutzen Persönlichkeit der Kandidaten als Heuristik statt des Wahlprogramms.
· Ökonomisches Wählen: Amtsinhaber werden für die aktuelle wirtschaftliche Lage belohnt oder bestraft
· Situative Faktoren: Ereignisse verändern die Wichtigkeit von Themen / Bewertung von Personen
Welche Faktoren begünstigen die Wahl der AfD?
· Repräsentationslücke in der Migrations- und Integrationspolitik
· Populismus & Nativismus
Welches Konzept steckt hinter dem Begriff „Repräsentationslücke“?
Bestimmte Einstellungen, Interessen oder Bevölkerungsgruppen finden keinen (oder keinen ausreichenden) Ausdruck im Parteiensystem bzw. im Parlament.
Wie hat sich die Wahlbeteiligung in Deutschland entwickelt und welche Ursachen gibt es für Wahlenthaltung?
· S-Kurve: Wahlteilnahme hat abgenommen bis 2010 und nimmt seitdem wieder etwas zu und liegt aktuell bei ~67%
· Ursachen: Fehlende Interessenvertretung, Kein überzeugender Kanzlerkandidat, Zeitlich nicht geschafft, Kein Interesse an Politik, Glaube das Stimme keinen Unterschied macht, Konnte sich nicht entscheiden
Was bedeutet Volatilität und intra- und inter-block-Volatilität?
• Volatilität: Maß dafür, wie stark sich die Stimmenanteile der Parteien zwischen zwei Wahlen verändern.
• Intra-Block-Volatilität: Wählerwechsel innerhalb eines politischen Lagers (Blocks).
• Inter-Block-Volatilität: Wählerwechsel zwischen verschiedenen politischen Lagern.
Was ist ein „average marginal effect“?
Ein Average Marginal Effect (AME) ist ein Maß aus der Regressionsanalyse, das angibt, wie sich die abhängige Variable im Durchschnitt verändert, wenn sich eine unabhängige Variable geringfügig (meist um eine Einheit) verändert – alle anderen Variablen konstant gehalten
Zuletzt geändertvor 4 Tagen