Wie viele Sichtweisen von Strategie lassen sich nach wem unterscheiden ?
Mitzberg (Fünf Ps der Strategie), Manager müssen in der Lage sein zwischen den Sichtweisen zu wechseln
Strategie als Plan (plan): Das klassische Strategieverständnis eines rationalen Maßnahmenplans ist nach Auffassung von Mintzberg selten und nur unter Vorliegen einer Reihe von Bedingungen (bspw. stabile, planbare Umweltentwicklungen) sinnvoll.
Strategie als List (ploy): Im Sinne einer „Kriegslist“ nehmen Strategien oft den Charakter von spontanen, taktischen Maßnahmen an, mit denen Konkurrenten überrascht werden.
Strategie als Muster (pattern): Eine Strategie entwickelt sich unbeabsichtigt aus dem Handeln und den Entscheidungen des Unternehmens heraus. Sie entstehen eher zufällig und sind erst ex post erkennbar, und zwar dann, wenn sich ein konsistentes Muster in den Entscheidungen der Unternehmen abzeichnet.
Strategie als Positionierung (position): Strategien beschränken sich häufig auf eine Positionierung des Unternehmens zu seiner Umwelt. Eine wettbewerbsfähige Position kann sowohl geplant angestrebt als auch eher zufällig – z. B. durch Konkurrentenfehler – erreicht werden.
Strategie als Denkhaltung (perspective): Eine Strategie kann lediglich als eine Denkhaltung in den Köpfen des Managements verankert sein. Diese Strategie wird weder schriftlich festgehalten noch explizit kommuniziert, sondern stellt ein gemeinsam geteiltes Einstel-lungsmuster des Managements dar, das das strategische Verhalten des Unternehmens maßgeblich beeinflusst.
Strategie als List oder Manöver ?
stammt aus dem Militärbereich
antikes Griechenland
„Strategos“ der Heerführer, der die Kunst der Kriegsführung beherrschen musste
Es kommt dabei zu einer Übertragung von Militärstrategien auf den Management-bereich. Gälweiler sieht allerdings mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zwischen Kriegs- & Unternehmens-strategien
Das Verständnis von Strategie als Muster wendet sich von der dominierenden Sichtweise des rationalen Planens einer Strategie ab. Mintzberg unterscheidet in diesem Zusammenhang mehrere Arten von Strategien:
Beabsichtigte Strategien (Intended Strategies) sind geplante Strategien, unabhängig davon, ob sie tatsächlich umgesetzt werden oder nicht. Realisierte Strategien (Realized Strategies) sind stimmige Grundmuster in Entscheidungen und Handlungen eines Unternehmens, unabhängig davon, ob sie geplant worden sind oder zufällig entstanden sind. Unrealisierte Strategien (Unrealized Strategies) sind geplante Strategien, die nicht umgesetzt wurden, da sich z. B. die Märkte anders entwickelt haben als ursprünglich angenommen. Planmäßige, bewusste Strategien (Deliberate Strategies) sind geplante Strategien, die auch umgesetzt werden, was nach Mintzberg (1987) eher die Ausnahme als die Regel ist. Unbeabsichtigte Strategien (Emergent Strategies) führen zu realisierten Strategien, die aber nicht von Anfang an beabsichtigt waren. Sie ergeben sich dadurch, dass erste Entscheidungen, z. B. konstitutive Entscheidungen, im Unternehmenslebenszyklus die Handlungsspielräume zukünftiger Entscheidungen eingrenzen bzw. kanalisieren. Somit sind emergente Strategien ein Muster in einem Strom von Entscheidungen, das nur in der Rückschau erkannt werden kann. Die Zuordnung einer Strategie kann sich im Zeitablauf ändern: So kann eine beabsichtigte Strategie während der Umsetzung verändert werden und damit eine emergente Strategie werden oder eine emergente Strategie kann vom Management nachträglich zu einer beabsichtigten („offiziellen“) Strategie erklärt werden. Die Strategie als Denkhaltung ist naturgemäß schwer zu erforschen, da sie nur in den Köpfen des Top Managements als Einstellungen existiert
welches sind die dominierenden Sichtweisen der Strategie ?
Plan und Positionierung
Beiden ist gemein, dass Strategie als Bündel von geplanten Maßnahmen und Ressourcen-einsätzen zur Erreichung der langfristigen Unternehmensziele dient
Was macht eine Strategie ?
Kaskade von Unternehmenszweck, Vision, Mission & Unternehmenszielen wird durch Strategie weiter konkretisiert.
Strategie soll Stimmigkeit, einen Fit, zwischen den Stärken (Strengths) und Schwächen (Weaknesses) des Unternehmens und den Chancen (Opportunities) und Risiken-> indem das Unternehmen so positioniert wird, dass die Chancen der Umwelt und die Stärken des Unternehmens genutzt und die Risiken der Umwelt und die Schwächen des Unternehmens vermieden werden
SWOT
Das Akronym SWOT steht für: Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats
Swot Analyse?
Chancen, Risiken …
Die Ergebnisse der Unternehmens-analyse, die der ressourcenorientierten Perspektive entspricht, und der Umweltanalyse, die die marktorientierte Sichtweise darstellt, werden in einer Matrix aufgelistet, gegenüberstellt und Normstrategien als grundsätzliche Strategieoptionen abgeleitet
einfaches Instrument, gründliche und systematische Analyse allerdings nicht ersetzen kann
Strategieplanungsprozess?
externe Analyse: Analyse & Prognose von Umwelt
interne Analyse: Analyse und Prognose vom Unternehmen
extern & intern = Situationsanalyse
Business Strategy: Entwicklung von Strategien auf der Geschäftsfeldebene
Corporate Strategy: Entwicklung von Strategien auf der Unternehmensebene, wenn Unternehmen auf mehreren Geschäftsfeldern aktiv ist.
Wenn Unternhemen nur in einem Geschäftsfeld tätig ist -> , fallen Unternehmens- & Geschäftsfeld-strategie zusammen
Implementierung einer Strategie erfolgt durch ?
organisatorische und personelle Maßnahmen
Welche beiden Analysen stehen am Anfang der Strategiebestimmung und wie werden sie durchgeführt?
Zwei zentrale Analysen:
Analyse der Unternehmensumwelt (extern)
Analyse des Unternehmens selbst (intern)
Durchführung:
Gleichzeitig oder nacheinander möglic
Abhängig von personeller Kapazität
Interdependenzen beachten
Alle 3 Zeitdimensionen berücksichtigen: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
Externe Analyse
Bei der externen Analyse werden in der globalen und der Aufgabenumwelt des Unternehmens Chancen und Risiken gesucht.
Umfeld wird dabei unterschieden in eine globale (allgemeiner/ genereller) Umwelt (Makroumwelt) und in Aufgabenumwelt (Wettbewerbsumwelt/Mikroumwelt)
Globale Umwelt muss vom Unternehmen als Rahmenbedingung, auf die es im Allgemeinen keinen Einfluss hat, angesehen werden
Aufgabenumwelt tritt das Unternehmen als Akteur auf einem Markt/in einer Branche auf bzw. gegen Konkurrenten an und kann Lieferanten-, Konkurrenten- & Abnehmerseite beeinflussen.
Globale Umwelt ?
Die globale Umwelt besteht aus dem makroökonomischen, technologischen, politisch-rechtlichen und soziokulturellen Sektor sowie der natürlichen Umwelt.
fünf Sektoren
makroökonomische
technologische
politisch-rechtliche
soziokulturelle
natürliche (ökologische) Umwelt (später berücksichtigt)
Bekannt auch als PESTEL Analyse (Anfangsbuchstaben englisch: political, economic, social-cultural, technological, ecological/environmental und legal Environment)
Globale Umwelt: Makroökonomische Umwelt ?
beinhaltet die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung eines Landes oder der gesamten Welt. Dabei geht es z. B. um die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes eines Landes, Konjunkturprognosen, Wechselkursentwicklung, Zölle, Lohnniveaus oder Arbeitslosenquoten
Globale Umwelt: technologische Umwelt?
durch Produkt- & Verfahrensinnovationen, die mit zunehmender Veränderungs-geschwindigkeit einhergehen, immer bedeutsamer geworden. Gegenwärtig stellen insbesondere die Digitalisierung, die künstliche Intelligenz und die E-Mobilität Chancen und Bedrohungen für viele Unternehmen dar.
Globale Umwelt: politisch-rechtliche Umwelt?
enthält zum einen politische Einflüsse (z. B. Regierungsform, Wahlen oder die Einstellung zum Freihandel) und zum anderen rechtliche Aspekte (z. B. internationales und nationales Recht, Abkommen oder Rechtsprechung durch Gerichte).
Globale Umwelt: soziokulturelle Umwelt ?
umfasst demografische Merkmale (Bevölkerungs- & Erwerbstätigen-entwicklung, Werte und Einstellungen in den jeweiligen Gesellschaften, Religion etc.).
Globale Umwelt: Natürliche Umwelt?
zum einen als Lieferant von Rohstoffen und als Standort von Interesse.
Zum anderen hat in den vergangenen Jahrzehnten das Bewusstsein für Ressourcenvergeudung und Umweltverschmutzung zugenommen. Gegenwärtig wird das Thema Klimawandel heftig diskutiert, indem z. B. der Einsatz fossiler Brennstoffe in Kraftwerken und in Verbrennungsmotoren kritisiert wird. Daraus ergeben sich allerdings auch Chancen für neue Formen der Energiegewinnung bzw. der Mobilität, die rechtzeitig erkannt und genutzt werden müssen.
Coronavirus zeigte, wie eine Pandemie die Weltwirtschaft beeinträchtigen kann, da z. B. die Nachfrage wegbricht und Lieferketten unterbrochen werden
Globale Umwelt: Die Analyse der Sektoren kann in Anlehnung an das US-amerikanische Unternehmen General Electric Company in vier Schritten erfolgen
Ermittlung und Prognose der relevanten Kräfte in den Sektoren
Untersuchung der Querverbindungen zwischen den Einflusskräften
Bildung alternativer Szenarien, z. B. best case und worst case oder evolutionäre und revolutionäre Entwicklung
Ableitung von Prämissen bezüglich der Kräfte für den weiteren Prozess der strategischen Planung.
Die Umweltsektoren können anhand von Checklisten, die die für das Unternehmen relevanten Kriterien enthalten, überprüft werden, wie die folgende Abbildung zeigt:
Checklisten Nachteile?
Bedeutung der Faktoren für das Unternehmen nicht genauer differenziert wird
Wie Nachteil der Checkliste ausgleichen ?
Abhilfe versprechen Checklisten in Verbindung mit einem Punktbewertungsmodell (Scoring-Modell), worin für jedes Land anhand von gewichteten Kriterien aus den einzelnen Sektoren eine Bewertung z. B. mit einer Notenskala von 1 (sehr gut) - 5 (mangelhaft) erfolgt. Unterhalb bzw. oberhalb eines definierten Grenzwertes werden die ermittelten Punkte (= Note · Gewichtungsfaktor) je Kriterium als Chance oder Risiko interpretiert. Allerdings ist so ein schematisches Vorgehen mit vielerlei Unsicherheiten behaftet. Ferner sind bei international tätigen Unternehmen für jedes Land solche Analysen durchzuführen
Analyse der Stakeholder-Beziehungen
Die Berücksichtigung der Stakeholder-interessen ist für ein Unternehmen essenziell. Mit dem Stakeholder Mapping können Stakeholder nach ihrer Macht und Aufmerksamkeit für Probleme eingeteilt werden.
Teil externer Anaylse auf Unternehmensebene
Wie die Koalitionstheorie gezeigt hat, sind Unternehmen auf die Beiträge von verschiedenen Bezugsgruppen angewiesen, sodass deren Interessen, Ansprüche oder Erwartungen im Rahmen der externen Analyse zu untersuchen sind. Da angesichts begrenzter Ressourcen nicht alle Stakeholder-Interessen gleichzeitig erfüllt werden können, ist eine Priorisierung der Stakeholder und ihrer Interessen notwendig.
Notwendig -> Relevanz und Bedeutung der Stakeholder, deren Struktur sich permanent verändert, zu untersuchen. Dabei rücken diejenigen Stakeholder in den Fokus, deren Beiträge jeweils zum Engpass für das Unternehmen werden, d. h. am wichtigsten sind.
Ein Instrument, welches Stakeholder nach deren Macht und Aufmerksamkeit für bestimmte Probleme klassifiziert, ist das Stakeholder Mapping. Wenn man bedenkt, dass die Stakeholder für verschiedene Sektoren der globalen Umwelt stehen, ähneln sich beide Analysen. Die Stakeholder stellen gleichsam eine Personifizierung der globalen Umwelt dar
Globale Umwelt vs Aufgabenumwelt ?
Globale Umwelt-> von Unternehmen im Allgemeinen nicht beeinflusst werden kann
Aufgabenumwelt das engere ökonomische Umfeld des Unternehmens, mit dem es interagiert.
Aufgabenumwelt ?
In der Aufgabenumwelt tritt das Unternehmen aktiv auf und beeinflusst Lieferanten, Kunden, Konkurrenten und Geschäftspartner
Aufgabenumwelt: Geschäftsfeld ?
(Teil-)Markt, den das Unternehmen bedient
Zeichnet sich durch strategische Selbstständigkeit und eigenständige Geschäftsfeld- bzw. Wettbewerbsstrategie aus
Abgrenzung darf nicht zu eng und nicht zu weit erfolgen, da entweder Aspekte vernachlässigt werden bzw. zu heterogene Geschäftsfelder entstehen.
Geschäftsfelder sollen in sich strategisch homogen sein und sich von anderen Geschäftsfeldern unterscheiden
Geschäftsfeldanalyse und -prognose: Hungenberg unterscheidet drei Perspektiven der Geschäftsfeldabgrenzung
Marktaufgabe (Kunden, Produkte, Konkurrenten)
eingesetzte Ressourcen, z. B. gleiche oder ähnliche Technologien oder Arbeitsprozesse
bediente Regionen, um regionale Unterschiede trotz ähnlicher Produkte oder Ressourcen besser zu berücksichtigen
Perspektiven der Geschäftsfeldabgrenzung
Als Perspektiven der Geschäftsfeldabgrenzung werden nach Hungenberg (2014) die Marktaufgabe, Ressourcen und Regionen eingesetzt
Wie erfolgt die Geschäftsfeldabgrenzung in der Praxis und welche Auswirkungen hat dies?
Praktische Durchführung:
Aus Praktikabilitätserwägungen nur aus einer (dominanten) Perspektive
Meist aus Sicht der Marktaufgabe
Auswirkungen:
Legt das Selbstbild der Unternehmensmitglieder fest
Bestimmt die Richtung der Informationswahrnehmung der Mitarbeiter
Eine Definition des Geschäftsfeldes nach der Marktaufgabe kann anhand der dreidimensionalen Geschäftsfeldabgrenzung nach Abell (1980)erfolgen, deren Vorgehensweise in folgender Abbildung beispielhaft wiedergegeben ist:
Ausgehend von einem konkreten Kundenproblem (z. B. Reisen) werden bestimmte Produktfunktionen aus Anwender- bzw. Kundensicht (z. B. Beförderung, Beherbergung, Verpflegung, Unterhaltung) definiert. Dann werden Kundengruppen (z. B. Singles, Paare, Familien, Gruppen, Geschäftsreisende) eingegrenzt. Schließlich werden alle alternativen Technologien, die auch Wettbewerber sein können, zur Lösung des Kundenproblems (z. B. Zweirad, Pkw, Bus, Bahn, Flugzeug, Schiff) aufgelistet. Ein Unternehmen könnte dann z. B. folgende Geschäftsfeldabgrenzung vornehmen: Rundreisen für Gruppen per Bus mit Verpflegung und Unterbringung in Schlafkabinen
Für das damit abgegrenzte Geschäftsfeld bzw. den damit abgegrenzten Markt sind folgende Informationen zu erheben (sofern der Markt schon existiert) bzw. zu prognostizieren:
Marktpotenzial als gesamte geschätzte Absatzmenge auf einem bestimmten Markt, die der maximal möglichen Marktnachfrage entspricht
Marktvolumen als gesamte, tatsächlich realisierte Absatzmenge auf einem bestimmten Markt eines Jahres
durchschnittliches Marktwachstum pro Jahr der jüngsten Zeit und voraussichtliches Marktwachstum des Planungszeitraums, was als Veränderung des Marktvolumens im Zeitablauf ermittelt wird
durchschnittliche Entwicklung des eigenen Marktanteils, der als Quotient von eigener Absatzmenge und Absatzmenge des Marktes eines Jahres oder von eigenem Umsatz und Umsatz auf dem Markt eines Jahres bestimmt wird
Marktanteile des bzw. der wichtigsten Konkurrenten
vergangene und zukünftige Preisentwicklung
Ausgestaltung des erwarteten Marketing-Mix (Preis-, Produkt-, Vertriebs- und Kommunikationspolitik)
Zwischen dem Marktwachstum (Δ MV) sowie der Veränderung des Marktanteils (Δ MA) und der Unternehmensgröße (in Absatzmenge oder Umsatz gemessen) (Δ UG) besteht dabei folgender strategisch relevanter Zusammenhang, der als „Grundformel der Unternehmensstrategie“ bezeichnet wird:
∆ MV · ∆ MA = ∆ UG
Beträgt das Marktwachstum beispielsweise 10 % pro Jahr (Δ MV = 1,1) und das Unternehmen will seinen Marktanteil halten (Δ MA = 1,0), muss es genauso wie der Markt mit 10 % wachsen (1,1 · 1,0 = 1,1). Will das Unternehmen hingegen seinen Marktanteil um 20 % (Δ MA = 1,2) erhöhen, so ergibt sich gemäß der obigen Formel für das Unternehmenswachstum (Δ UG):
1, 1 · 1, 2 = 1, 32
Die Formel zeigt an, dass das betrachtete Unternehmen um 32 % wachsen muss, um mit dem Marktwachstum mithalten zu können und um die Erhöhung des eigenen Marktanteils zu realisieren.
Wächst ein Unternehmen langsamer als der Markt, z. B. nur um 2 % pro Jahr, so verringert sich sein Marktanteil um
7 % (1,1 Δ MA = 1,02 Δ MA = 1,02 / 1,1 = 0,93).
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Betrachtung der Marktanteile mit einem Nullsummenspiel einhergeht: Marktanteilsgewinne des einen Unternehmens gehen mit Marktanteilsverlusten anderer Unternehmen einher.
Diese Informationen sind für die Planung der Kapazitäten und der damit zusammenhängenden Investitionen in Betriebsmittel und Mitarbeiter im Zusammenhang mit der Strategiefindung bedeutsam. Im Anschluss an die Geschäftsfeldanalyse und -prognose wird der Wettbewerb in der Branche, zu der das Unternehmen gehört, analysiert und prognostiziert.
Fünf-Kräfte-Modell von Porter
Porter nennt 5 Kräfte, die die Wettbewerbssituation in einer Branche prägen: Verhandlungsstärke der Abnehmer, Verhandlungsstärke der Lieferanten, Bedrohung durch neue Konkurrenten, Bedrohung durch Ersatzprodukte und –dienste und Rivalität unter den bestehenden Unternehmen
Standardmodell zur Analyse der Wettbewerbsumwet eines Unternehmens ?
Fünf Kräfte Modell von Porter
Fünf Wettbewerbskräfte, deren gegenwärtiger Zustand zu erfassen sowie die Entwicklung zu prognostizieren sind, wirken wie folgt:
Verhandlungsstärke der Lieferanten: Je knapper die benötigten Ressourcen und je weniger Lieferanten und Substitutionsmöglichkeiten existieren, desto größer ist die Verhandlungsstärke der Lieferanten und sie können höhere Preise durchsetzen
Verhandlungsstärke der Abnehmer: Je weniger Abnehmer, je höher das Abnehmervolumen, je geringer ihre Abhängigkeit vom liefernden Unternehmen, je besser ihr Informationsstand und je austauschbarer das Produkt ist, umso höher ist die Verhandlungsstärke der Abnehmer und sie können niedrigere Preise durchsetzen
Bedrohung durch neue Konkurrenten: Durch neue Anbieter in einer Branche werden u. a. die Produktionskapazitäten erhöht, die Preise gedrückt und damit möglicherweise die Rentabilität der etablierten Unternehmen geschmälert. Die Bedrohung ist umso höher, je einfacher der Markteintritt ist. Durch Markteintrittsbarrieren, z. B. in Form von hohen Investitionen, Patenten oder staatlicher Reglementierung, kann der Zugang erschwert werden
Bedrohung durch Ersatzprodukte und -dienste: Ersatzprodukte und -dienste können die Branchenstruktur ändern, wenn sie ein günstigeres Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen als die etablierten Produkte, wenn die Umstellungskosten für die Abnehmer gering sind und die Abnehmer zum Wechsel bereit sind
Rivalität unter den bestehenden Unternehmen einer Branche: Die Rivalität innerhalb einer Branche wird u. a. durch ein geringes Branchenwachstum infolge von Sättigungstendenzen, hohe Fixkosten und hohe Marktaustrittsbarrieren für Unternehmen gefördert, sodass die Gefahr eines „ruinösen Wettbewerbs“ mit aggressiven Taktiken entsteht.
Was bestimmt die Wettbewerbsintensität ?
Die stärkste Kraft
je stärker Wettbewerbsintensität, desto weniger attraktiv ist eine Branche unter Rentabilitätsaspekten
Durch die Empfehlung generischer Wettbewerbsstrategien will Porter erreichen, dass sich die Wettbewerbssituation und damit der langfristige Erfolg eines Unternehmens verbessern
Was sind strategische Gruppen nach Porter und welchen Nutzen haben sie für die Branchenanalyse?
Definition-> Gruppen von Unternehmen innerhalb einer Branche mit gleichem/ähnlichem strategischen Verhalten
Unterscheiden sich von anderen strategischen Gruppen
Extreme: Alle Unternehmen = 1 Gruppe ODER jedes Unternehmen = eigene Gruppe
Zusammenhang mit 5 Wettbewerbskräften:
Wettbewerbskräfte wirken unterschiedlich auf verschiedene strategische Gruppen
Markteintrittsbarrieren erschweren auch Wechsel zwischen Gruppen derselben Branche
Nutzen für Unternehmen:
Differenziertere Analyse der Wettbewerbsintensität (über 5-Kräfte-Modell hinaus)
Unternehmen kann in rentabelste Gruppe wechseln
Vorhersage des strategischen Verhaltens von Konkurrenten möglich
Beispiel Strategische Gruppen nach Porter:
Mercedes-Benz, BMW, Audi
Strategisches Verhalten: Hohe Preise, Premium-Qualität, Prestige
Volkswagen, Ford, Opel
Strategisches Verhalten: Mittlere Preise, solide Qualität, hohe Stückzahlen
Dacia, Skoda (früher)
Strategisches Verhalten: Niedrige Preise, Grundausstattung
Luxusgruppe:
Sehr hoch → Neue Luxusmarke braucht jahrzehntelange Markenbildung
Tesla musste erst beweisen, dass sie "Premium" können
Massenmarkt:
Mittel → Braucht große Produktionskapazitäten
Budget-Gruppe:
Niedriger → Chinesische Hersteller können leichter einsteigen
Wechsel: Skoda wechselte von Budget- zu Massenmarkt-Gruppe
Vorhersage: BMW wird wahrscheinlich nie Billigautos bauen
Strategie: Tesla erkannte: Luxus-Elektroautos sind weniger umkämpft als Budget-Elektros
Porter's Punkt: Die Wettbewerbsintensität ist in jeder Gruppe anders stark!
Konkurrentenanalyse und -prognose
Mithilfe der Konkurrentenanalyse und -prognose sollen Stärken und Schwächen der Konkurrenzunternehmen und deren strategische Stoßrichtung erfasst werden.
systematisch konkrete Infos über zukünftige Ziele, aktuellen Strategien, Annahmen über sich selbst und Branche und Fähigkeiten – also Stärken und Schwächen – existierender und potenzieller Konkurrenzunternehmen gewonnen um z.B. deren Stoßrichtung zu bestimmen
Wie wählt man Konkurrenten für die Analyse aus und welche Aspekte werden untersucht?
Auswahl der Konkurrenten:
Nicht alle Unternehmen der Branche analysierbar
2-3 wesentliche Konkurrenten auswählen
Auswahlkriterium: Gefährlichkeit für das eigene Unternehmen (NICHT Größe!)
Analysemethode:
Checklisten oder Fragenkataloge
Analysierte Aspekte:
Produktprogramm/Sortiment
Märkte & Marktanteile
Finanzielle Kennzahlen
Strategie
Organisationsstruktur
Qualifikation von Management & MA
Was ist wenn für die Konkurrentenanalyse und für die Unternehmensanalyse im Rahmen der internen Analyse die gleichen Kriterien benutzt werden?
Profildarstellung der Ergebnisse durchführen
Interne Analyse
Durch die interne Analyse sollen Stärken und Schwächen des Unternehmens im Vergleich zu Konkurrenzunternehmen identifiziert werden
Analyse der internen Situatuin
Infos zu Stärken und Schwächen gesammelt
hieraus Wettbewerbsvorteile- und Nachteile zu entwickeln
Stärken & Schwächen sind ?
relationale Begriffe/ relative Größen
-> immer ein Vergleichsmaßstab angegeben werden muss
können u.a. vorgegebenen eigenen Unternehmensziele (Soll), das oder die Konkurrenzunternehmen einer Branche oder ein fiktives „best in class“-Unternehmen der gleichen oder einer anderen Branche sein
Wann liegt eine Stärke bzw Schwäche vor ?
wenn das Unternehmen etwas unter Qualitäts-, Zeit und Kostenaspekten besser bzw. schlechter als die Konkurrenz
Durch den Resource-based View hat die interne Analyse eine Aufwertung erfahren, da sie im Rahmen des Market-based View eher untergeordneter Natur war. Bei der internen Analyse können prinzipiell die gleichen Methoden und Instrumente eingesetzt werden wie bei der Analyse der Konkurrenzunternehmen im Rahmen der externen Analyse, aber die Informationsbasis ist bei der Analyse des eigenen Unternehmens besser. Bei der Analyse werden bestimmte Annahmen (Prämissen) gesetzt, da angesichts begrenzter Informationsverarbeitungskapazitäten kein vollständiges und objektives Bild des Unternehmens gewonnen werden kann. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Stärken-Schwächen-Analyse nicht nur vergangenheits-, sondern auch gegenwarts- und zukunftsbezogen erfolgen muss, sodass auch immer Prognosen notwendig sind.
Einfach:
Früher (Market-based View):
"Schau nur auf den Markt und die Konkurrenz!"
Interne Analyse war unwichtig
Heute (Resource-based View):
"Schau auch auf deine eigenen Stärken!"
Interne Analyse ist jetzt sehr wichtig
Checklisten, Fragenkataloge, etc.
ABER: Du kennst dein eigenes Unternehmen viel besser!
Beispiel:
Bei Konkurrenten: Du rätst: "Die haben wohl 50 MA?"
Bei dir selbst: Du weißt: "Wir haben genau 47 MA, davon 3 Azubis"
Zu viel Information = Überforderung
Lösung: Du machst Annahmen und konzentrierst dich auf das Wichtigste
Vergangenheit: Was war?
Gegenwart: Was ist?
Zukunft: Was wird? (Prognosen!)
Beispiel Café: "Unser Kaffee war gut, ist gut, aber wird er auch morgen noch gut genug sein?"
Merksatz: Kenne dich selbst - gestern, heute UND morgen!
Schreyögg/Koch unterscheiden drei Ebenen der internen Analyse
Ressourcen im engeren Sinne
Wertschöpfungsprozesse
übergreifende Fähigkeiten & Kompetenzen
Ressourcen
Grundsätzlich können Ressourcen in finanzielle, physische, Human-, organisatorische und technologische Ressourcen differenziert werden
harte Ressourcen = Anlagen, Werkstoffe ..
weichen (intangiblen) Ressourcen = Qualifikationen, Fertigkeiten, Know-how oder Markenimage
Ganz allgemein können Ressourcen in finanzielle, physische, Human-, organisatorische und technologische Ressourcen unterschieden werden, die mit verschiedenen Instrumenten, z. B. Checklisten, zu analysieren sind
Wertkettenanalyse
Die Wertkettenanalyse dient dazu, die in einer logischen Abfolge angeordneten Unternehmensaktivitäten auf Kostenvorteile oder Leistungsvorteile zu untersuchen
für strategische Einsicht
Zusammenspiel der Ressourcen im Wertschöpfungsprozess (kann auch in Geschäftssystemanalyse)
Bei der Wertkette werden primäre (Herstellung & Vertrieb von Produkten) und sekundäre Aktivitäten (Versorgung & Steuerung der primären Aktivitäten) unterschieden und in eine logische Reihenfolge gebracht. Typische Wertkette eines Industriebetriebes ist in folgender Abbildung wiedergegeben:
Alle Aktivitäten wirken sich auf die Gewinnspanne aus
Gewinnspanne ist die Differenz zwischen dem durch Wertkette geschaffenen Wert, der Zahlungsbereitschaft der Abnehmer für die Produkte entspricht, und Kosten der Aktivitäten. Ein Wettbewerbsvorteil entsteht nach Porter dadurch, dass Unternehmen einzelne oder alle Aktivitäten billiger (Kostenvorteile) oder besser (Leistungsvorteile) als die Konkurrenz durchführt
Was gilt noch zu betrahcten innerhalb einer Wertkette ? Und wofür?
Verknüpfungen zwischen Aktivitäten innerhalb einer Wertkette und zwischen vor-, gleich- und nachgelagerten Wertketten von Lieferanten, Partnern und Abnehmern zu analysieren,
um Wettbewerbsvorteile durch Optimierungen und Koordination zu erlangen
Gibt es verschiedene Wertkettenstrukturen ?
für verschiedene Branchen = typische Wertkettenstrukturen mit denen sich Unternehmen im Sinne von Benchmarking vergleichen kann
Aber auch (radikale) Neugestaltung der Wertkette oder der Verbindungen zu anderen Wertketten kann Gegenstand einer strategischen Überlegung sein, um Wettbewerbs-vorteile zu erlangen
Was sind Kernkompetenzen im Resource-based View und welche Vor- und Nachteile haben sie?
Kernkompetenzen sind übergreifende Fähigkeiten und Steuerungs-/Koordinationskompetenzen des Managements.
Vorteile:
Ermöglichen es Unternehmen, sich auch bei sich ständig ändernden Märkten im Wettbewerb zu behaupten
Basis für die Entwicklung immer neuer Produkte auf Grundlage einzigartiger Stärken
Fördern den Unternehmenserfolg
Nachteile:
Können zu "Betriebsblindheit" führen
Entwickeln sich zu "core rigidities" (Kernstarrheiten)
Verhindern Produkt- und Prozessinnovationen jenseits der vorhandenen Kernkompetenzen
Was ist die Aufgabe des Managements in Bezug auf organizational capabilities und was führt zu dynamic capabilities?
Antwort: Managementaufgabe: Es ist Aufgabe des Managements zu erkennen, wann eine Dynamisierung und Flexibilisierung der organizational capabilities notwendig ist.
Was führt zu dynamic capabilities: Diese Dynamisierung und Flexibilisierung der organizational capabilities führt zu dynamic capabilities.
Core Rigidities
Aus erfolgsförderlichen Kernkompetenzen können erfolgsgefährdende „core rigidities“ werden, wenn die Kernkompetenzen nicht mehr zeitgemäß sind
Die Bewertung der Unternehmensressourcen und -fähigkeiten muss, wie deren Analyse selbst, wieder anhand des Vergleichs zur Konkurrenz erfolgen. Was mache ich dann ?
VRIO Konzept z.B.
indem Wertschaffung, Einmaligkeit, eingeschränkte Imitierbarkeit und die Fähigkeit der Organisation zur Verwertung der Ressourcen und Fähigkeiten untersucht werden
Stärken-Schwächen-Profil
In einem Stärken-Schwächen-Profil werden die Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens denen von Konkurrenz- oder fiktiven Unternehmen gegenübergestellt, um erste Strategieideen zu erhalten.
Ergebnis der Unternehemnsanalyse im Vergleich mit anderen oder fiktiven „best in class“-Konkurrenten, der als Benchmark oder Soll-Zustand dienen kann, dargestellt werden
Vergleich der Profile liefert erste Hinweise für die Strategiefindung.
Profildarstellung von Stärken und Schwächen
Im strategischen Management wurden Strategien anfangs als Ergebnis von was angesehen ?
Ergebnis von Kreativität und unternehmerischer Inspiration/ Institution
Dann wurden gleichsam naturgesetzliche Normstrategien gesucht, die als universelle Erfolgsstrategien empirisch hergeleitet wurden. Da sie aber nur in dem historischen Kontext gültig sind, ist ihre spätere Anwendbarkeit zweifelhaft. Mittlerweile wird von Strategieoptionen gesprochen, die Wahlalternativen eröffnen und von jedem Unternehmen vor dem Hintergrund seiner speziellen Situation überprüft werden müssen
Entwicklung Strategieverständnisse ?
Phase 1: Kreativität und Intuition Anfangs wurden Strategien als künstlerisches Produkt gesehen - sie entstanden durch die kreative Inspiration und unternehmerische Intuition von Managern. Es gab keine systematischen Methoden oder Regeln.
Phase 2: Normstrategien ("Naturgesetze") Dann suchte man nach universellen Erfolgsstrategien - quasi "naturgesetzlichen" Strategien, die empirisch aus erfolgreichen Unternehmen abgeleitet und als allgemeingültige Regeln formuliert wurden. Diese sollten für alle Unternehmen funktionieren.
Das Problem: Diese Normstrategien waren nur in ihrem historischen Kontext gültig. Was in der Vergangenheit funktioniert hatte, musste in der Zukunft nicht mehr erfolgreich sein.
Phase 3: Strategieoptionen (heute) Heute spricht man von Strategieoptionen - das sind verschiedene Wahlalternativen, aus denen Unternehmen auswählen können. Jedes Unternehmen muss diese Optionen individuell prüfen und an seine spezielle Situation anpassen.
Der Wandel zeigt: Vom "One-size-fits-all"-Denken hin zum situativen, unternehmensspezifischen Strategieansatz!
Strategien nach dem organisatorischen Geltungsbereich
Die Strategiealternativen nach dem organisatorischen Geltungsbereich sind Unternehmens-, Geschäftsfeld- und Funktionsbereichsstrategien
Strategien auf der Unternehmensebene (Unternehmensstrategie), der Geschäftsfeldebene (Geschäftsfeld-, Geschäftsbereichs- o. Wettbewerbsstrategie) und der Funktionsbereichsebene (Funktionsbereichsstrategien= eher operativ) unterschieden
Unternehmensstrategie nach der Entwicklungsrichtung
Die Optionen der Unternehmensstrategie hinsichtlich der Entwicklungsrichtung sind Wachstums-, Stabilisierungs- oder Schrumpfungsstrategie
Wahl zwischen Wachstums-, Stabilisierungs- o. Schrumpfungsstrategie
Wachstums- und Schrumpfungsfall werden unter dem Begriff der Entwicklung zusammengefasst
Wachstumsstrategie
Durch eine Wachstumsstrategie wird ein Unternehmen quantitativ größer und/oder qualitativ besser.
Größe des Unternehmens (gemessen an Produktions- oder Absatzmenge(n), Umsatz, Bilanzsumme oder Beschäftigtenzahl) zunehmen oder dessen Leistungsfähigkeit als qualitatives Kriterium gesteigert werden
Stabilisierungsstrategie
Durch eine Stabilisierungsstrategie wird die Unternehmensgröße mittels Halte-/Normal-, Konsolidierungs- oder Profit-/ Melkstrategie nicht verändert.
Unternehmensgröße erhalten bleiben, um Status quo zu erhalten (Halte- oder Normalstrategie) um z. B. nach Phase starken Wachstums Effizienz aller Unternehmensaktivitäten zu erhöhen (Konsolidierungs-strategie) oder um kurzfristig Geschäftsergebnis zu maximieren
Schrumpfungsstrategie
Durch eine Schrumpfungsstrategie verkleinert sich ein Unternehmen (Downsizing). Dies kann durch eine Investitions-, eine Haltens-, eine Repositionierungs- und eine Austrittsstrategie erfolgen
kontrollierte Verkleinerung des Unternehmens (Downsizing) stattfinden, z. B. als Reaktion auf einen langfristigen Nachfragerückgang
Eignet sich:
Investitionsstrategie, um durch höhere Investitionen die vorteilhafte Marktführerschaftsposition zu erreichen oder um Konkurrenten aufzukaufen und Kapazitäten stillzulegen
Ebenfalls: Haltens der Investitionshöhe angebracht sein, wenn ein passives Verhalten des Unternehmens angebracht ist.
Durch Repositionierungsstrategie findet ein selektiver Rückzug in eine lukrative Nische statt
Austrittsstrategien -> erfolgt langsamer (Melken oder Senkung von Marktaustrittsbarrieren) oder schneller Rückzug (Verkauf oder Stilllegung) aus dem Markt
Welche Strategie verfolgen die meisten Unternehmen ?
Wachstumsstrategien
Produkt-Markt-Kombinationen von Harry Igor Ansoff
Zu den Produkt-Markt-Kombinationen von Ansoff gehören: Marktdurchdringung, Marktentwicklung, Produktentwicklung und Diversifikation
bekannteste absatzbezogenene Wachstumsstrategieoption
Darstellung: Matrix, Achsen Produkt und Markt -> die jeweils in bestehend und neu unterteilt werden
Was versteht man unter der Strategie der Marktdurchdringung und welche Methoden werden dabei angewendet?
Die Marktdurchdringung ist eine Wachstumsstrategie, die von einer bestehenden Produkt-Markt-Kombination ausgeht.
Ziel: Erhöhung der Absatzmengen bzw. des Marktanteils
Methoden:
Höhere Kaufhäufigkeit der Stammkunden
Gewinnung neuer Abnehmer (auch durch Abwerbung)
Cross-Selling
Angestrebter Vorteil: Größenvorteile (Economies of Scale)
Abgrenzung: Im Gegensatz zu anderen Strategieoptionen, die Verbundvorteile (Economies of Scope) durch neue Produkte und/oder Märkte anstreben.
Was ist Marktentwicklung und welche drei Wege gibt es, neue Märkte zu erschließen? (Produkt Markt Kombi)
Definition: Strategie zur Erschließung neuer Märkte für bestehende Produkte bei Sättigungstendenzen im alten Markt.
3 Wege der Markterschließung:
Neue geografische Märkte - z.B. Auslandsmärkte
Neue Zusatzmärkte - durch Funktionserweiterung bestehender Produkte
Neue Marktsegmente - durch Gewinnung neuer Kundengruppen
Auslöser: Sättigungstendenzen im bisherigen Markt
Was ist Produktentwicklung und wie kann sie umgesetzt werden? (Produkt-Markt- Kombination)
Definition: Entwicklung neuer Produkte für bestehende Märkte
Zwei Umsetzungswege:
„Make" - eigene Marktforschungs- und Entwicklungsanstrengungen
„Buy" - Zukauf von Lizenzen oder Patenten
Ziel:
Produktsubstitution (Ersetzung alter durch neue Produkte)
Zwei Arten neuer Produkte:
Absolute Marktneuheiten - völlig neue Produkte am Markt
Betriebsneuheiten - nur für das Unternehmen neue Produkte
Diversifikationsrichtung
Horizontale, vertikale und diagonale Diversifikation sind das Ergebnis unterschiedlicher Diversifikationsrichtungen
wenn Unternhmen neue Produkte auf neuen Märkten anbietet
Unterschied zwischen -> horizontale, vertikale & diagonale Diversifikationen
horizontal: kommen neue Produkte und Märkte der gleichen Produktionsstufe hinzu, wenn z. B. ein Pkw-Hersteller einen Lkw- oder einen Bus-Hersteller erwirbt
vertikal: werden Produkte nach- und/oder vorgelagerter Produktionsstufen aufgenommen, sodass eine Vorwärts- bzw. eine Rückwärtsintegration von Produktionsstufen erfolgt. Im ersten Fall werden Abnehmer und im zweiten Fall Lieferanten einbezogen, wenn z. B. ein Pkw-Hersteller einen Autohändler bzw. einen Getriebehersteller erwirbt.
diagonale (lateralen o. konglomeraten: besteht zwischen alten und neuen Produkt-Markt-Kombi keine sachlichen Zusammenhänge, wenn z. B. eine Brauerei ein Kosmetikunternehmen kauft.
Diversifikationsstrategien sind im Zeitablauf unterschiedlich bewertet worden: In den 1970er-Jahren wurde auf die Vorteile der Risikoausgleichsfunktion hingewiesen, später wurde die geringe Rentabilität solcher Unternehmen kritisiert und einerseits Konzentration auf das Kerngeschäft gefordert; andererseits scheint sich die Risikoausgleichsfunktion in Wirtschaftskrisen bewährt zu haben
Wie lässt sich die Produkt-Markt Kombi weiter verfeinern ?
Produktachse als zusätzliche Ausprägung „Verbesserungen gegenwärtiger Produkte“ hinzugefügt werden oder indem eine 3. Achse „bestehende + neue Prozesse“ hinzugefügt wird
Produkt-Markt-Kombinationen in umgekehrter Reihenfolge auch als Rückzugsstrategien im Schrumpfungsfall betrachtet werden (Rückbesinnung auf das Kerngeschäft)
Portfolioplanung
Durch die Portfolioplanung werden Geschäftsfelder eines Unternehmens ausgewählt und priorisiert
notwendig wennn ein Unternehmen als Folge der Wachstumsstrategien in mehereren Geschäftsfeldern operiert
Auswahl und Prio der Geschäftsfelder
Prio : v.a. über Entscheidungen -> Ausbau, (Investieren), Halten, Ernten und Abstoßen (Desinvestieren) von Geschäftsfeldern durch die Unternehmenszentrale statt
Portfolio
Ein Portfolio ist die grafische Darstellung der Geschäftsfelder eines Unternehmens in einer zweidimensionalen Matrix
Geschäftsfelder eines Unternehmens anhand zweier als unabhängig angenommenen Dimensionen (Achsen) in einer Matrix positioniert
vertikale Achse-> Chancen & Risiken der nicht oder nur wenig beeinflussbaren Faktoren der Unternehmensumwelt (externe oder Umweltdimension)
horizontale Achse -> Faktoren, die als Stärken & Schwächen vom Unternehmen beeinflusst werden können (interne o. Unternehmensdimension)
Einzelnen Geschäftsfelder des Unternehmens werden in der Matrix entsprechend den Ausprägungen der beiden Dimensionen für jedes Geschäftsfeld positioniert.
Ferner wird Bedeutung der Geschäftsfelder durch unterschiedlich große Kreise symbolisiert. Kreisgröße gibt z. B. den Umsatz oder den Deckungsbeitrag der einzelnen Geschäftsfelder wieder (In Microsoft Excel nennt sich dieser Diagrammtyp Blasendiagramm)
Grundaufbau eines Portfolios:
Seit dem Ende der 1960er-Jahre ist eine Vielzahl von mittlerweile klassischen Portfoliokonzepten, die sich alle auf den Absatzmarkt beziehen, v.a. von Unternehmensberatungs-gesellschaften entwickelt worden. Je nachdem, ob Achsen aus jeweils einem oder mehreren Faktoren bestehen und die Skalen 2-, 3-, 4- oder 5geteilt werden, ergeben sich verschiedene Portfoliomatrizen. So besteht das Marktwachstum-Marktanteil-Portfolio der Unternehmensberatung Boston Consulting Group aus 2 · 2 = 4 Feldern, das Marktattraktivität-Geschäftsfeldstärke-Portfolio der Unternehmensberatung McKinsey aus 3 · 3 = 9 Feldern und das Produktlebenszyklus-Wettbewerbsposition-Portfolio der Unternehmensberatung Arthur D. Little aus 5 · 4 = 20 Feldern. Die sich für jedes Feld ergebenden Strategieempfehlungen in Form von Normstrategien sind „universale Erfolgsstrategien“, die sich an einem Idealportfolio orientieren. Im Allgemeinen lauten die Strategieempfehlungen Investieren, Desinvestieren und Prüfung im Einzelfall (selektiv entscheiden, ob zu investieren oder zu desinvestieren ist).
Marktwachstum-Marktanteil-Portfolio
Klassische Portfoliokonzepte
Die klassischen Portfoliokonzepte stammen von großen Unternehmensberatungsgesellschaften und sind auf den Absatzmarkt bezogen
Branchen-/Produktlebenszyklus (Vertikale Achse)
Beim Branchen-/Produktlebenszyklus wird ein sförmiger Kurvenverlauf des Marktvolumens mit zunächst steigenden und dann abnehmenden Wachstumsraten unterstellt
vertikale Achse
idealtypisch s-förmig
Phasen Entstehung, Wachstum, Reife & ggf. Schrumpfung
junge Branche bzw. junges Produkt hat zunächst zunehmendes Marktwachstum. Reife Märkte haben geringe Wachstumsrate
Horizontale Achse ?
Relative Marktanteil, der dem eigenen Marktanteil dividiert durch den Marktanteil des stärksten Konkurrenten entspricht
Unternehmen mit hohen Marktanteil hat nach dem Konzept der Kostenerfahrungskurve den Vorteil, dass es aufgrund der erworbenen Erfahrung (= über die Zeit kumulierte Produktionsmenge) mit geringeren (inflationsbereinigten) Stückkosten produzieren kann. Eine Verdoppelung der Produktionsmenge soll demnach zu einer Senkung der Stückkosten um 20 bis 30 % führen. Je schneller ein Unternehmen seine Produktionsmenge bzw. seinen Marktanteil erhöht, desto eher kann es mit geringeren Stückkosten produzieren und auch bei einem niedrigen Preis einen positiven (Stück-)Gewinn erzielen, während Unternehmen mit geringeren Marktanteilen einen geringeren oder gar keinen Gewinn erzielen können
Kostenerfahrungskurve
Beim Konzept der Kostenerfahrungskurve wird angenommen, dass mit im Zeitablauf zunehmender Produktionsmenge die (inflationsbereinigten) Stückkosten sinken.
Positionierung eines Unternehmens im Portfolio ?
Um eine anschauliche Positionierung der Geschäftsfelder eines Unternehmens im Portfolio vorzunehmen, werden die beiden Dimensionen in die beiden Ausprägungen hoch und niedrig unterschieden. Die Trennlinie ist zum einen ein relativer Marktanteil von 1 oder 1,5. Das bedeutet, dass das Unternehmen denselben bzw. den eineinhalbfachen Marktanteil seines größten Konkurrenten aufweist. Zum anderen entspricht eine Marktwachstumsrate von z. B. 10 % dem vom Unternehmen als Ziel vorgegebenen oder dem allgemeinen wirtschaftlichen Wachstum oder dem (gewichteten) durchschnittlichen Wachstum aller Märkte des Unternehmens
Positionierung der Geschäfsfelder im Portfolio. Durch diese Segmentierung entsteht eine Matrix mit 4 Feldern, deren Bezeichnungen die strategische Situation der darin positionierten Geschäftsfelder charakterisieren:
Question Marks (Fragezeichen) haben einen vergleichsweise niedrigen relativen Marktanteil und agieren auf Märkten mit einem hohen Wachstum. Konkurrenten können bereits einen höheren Marktanteil aufweisen, sodass die Zukunft dieser Geschäftsfelder unsicher ist.
Stars (Sterne) weisen ein hohes Marktwachstum und einen hohen relativen Marktanteil auf. Da ein Geschäftsfeld in diesem Feld einen höheren Markanteil als der größte Konkurrent aufweist, befindet sich das Geschäftsfeld in einer vorteilhaften Position
Cash Cows (Milchkühe) weisen einen hohen relativen Marktanteil bei nur noch langsamem oder stagnierendem Marktwachstum auf, der für reife Märkte typisch ist. Sie erwirtschaften hohe Gewinne bzw. Finanzmittelüberschüsse (Netto-Cashflows), die für Investitionen in andere Geschäftsfelder (Stars und Questions Marks) genutzt werden können
Poor Dogs (arme Hunde) sind durch einen geringen Marktanteil und ein geringes Marktwachstum gekennzeichnet. Sie sind wenig erfolgreich und es ist über ein Abstoßen (Desinvestition) des Geschäftsfeldes nachzudenken.
Zeiten der Geschäftsfelder im Portfolio ?
Positionierung der Geschäftsfelder im Portfolio kann für die:
Gegenwart (Ist- Portfolio)
Zukunft (Soll- Portfolio)
hierdurch wird strategische Stoßrichtung angegeben
Schließlich lassen sich Normstrategien aus den Implikationen des Portfolios ableiten, wie folgende Abbildung zeigt:
Ziel der Portfolioplanung ?
Das Ziel der Portfolioplanung ist ein unter Risiko und Finanzmittelaspekten ausgeglichenes Portfolio
ausgewogenes Portfolio
Mischung aus: risikoreichen (Question Marks, Stars) und risikoarmen Geschäftsfeldern (Cash Cows) sowie von finanzmittelgenerierenden (Cash Cows) und -verbrauchenden Geschäftsfeldern (Question Marks, Stars) darstellt
Vorteile dieser und klassischer Portfoliokonzepte
systematische Herleitung
leicht nachvollziehbare Darstellung der strategischen Situation des Unternehmens
leichte Kommunikation durch Visualisierung der Analyseergebnisse in Matrixform
Herleitung erster Anhaltspunkte für strategische Ausrichtung anhand der Normstrategien
Nachteile dieser und klassischer Portfoliokonzepte:
schematische Vorgehensweise („mechanische“ Übung)
geringe Nachvollziehbarkeit der oft subj. Datengrundlage
Nichtberücksichtigung der speziellen Situation des Unternehmens bei Ableitung von Normstrategien
Ferner werden die theoretischen Grundlagen in Form der Kostenerfahrungskurve und des Branchenlebenszyklus als heutzutage nicht mehr zeitgemäß angesehen
unternehmensinterne Finanzmittelausgleich im Wettbewerb mit Geldanlagemöglichkeiten auf den Kapitalmärkten
Unabhängigkeit der Geschäftsfelder („Unternehmen im Unternehmen“) infragegestellt, da dadurch mögliche Synergieeffekte zwischen Geschäftsfeldern in Beschaffung, Produktion und Absatz vernachlässigt werden
„tierfeindlichen“ Bezeichnungen Cash Cows und Poor Dogs hingewiesen, die aufgrund ihrer negativen Bedeutung und den Implikationen („Melken von Milchkühen“ & „Abstoßen von Armen Hunden“) das Management dieser Geschäftsfelder demotivieren können
Insgesamt betrachtet, wird den klassischen Portfoliokonzepten ein leichter Bedeutungsschwund attestiert
Weiterentwicklungen der Portfolioplanung
Neuere Konzepte der Portfolioplanung sind die wert- und die kompetenzorientierte Portfolioplanung sowie der Parenting Advantage
wertorientierte Portfolioplanung (Weiterentwicklungen der Portfolioplanung)
Unterstützt das Management bei der wertsteigernden Verteilung der finanziellen Ressourcen des Unternehmens, sodass der Wert des Gesamtkapitals des Unternehmens höher ist als die Summe der isolierten Wertbeiträge der einzelnen Geschäftsfelder
Kompetenzorientierte Portfolioplanung (Weiterentwicklungen der Portfolioplanung)
dient der Erfassung von Kompetenzen in den Geschäftsfeldern des Unternehmens und deren Verteilung auf andere Geschäftsfelder des Unternehmens, indem z. B. Kompetenzen in Geschäfsfeldern weiterentwickelt werden bzw. auf andere Geschäfsfelder transferiert werden
Parenting Advantage (Weiterentwicklungen der Portfolioplanung)
Elternvorteil
wird davon ausgegangen, dass der Verbleib eines Geschäftsfelds in einem Unternehmen nur dann Sinn ergibt, wenn keine andere Verwendung, z. B. ein Verkauf an Konkurrenten, Lieferanten, Kunden, Finanzinvestoren oder das Management des Geschäftsfeldes, gemäß dem Ziel der Wertsteigerung vorteilhafter ist. Das heißt umgekehrt, dass die Unternehmenszentrale einen höheren Wertbeitrag als alternative Eigentümer für jedes einzelne Geschäftsfeld generieren muss und somit zum „best owner“ des Geschäftsfeldes wird
Portfolioveränderungen
Veränderungen des Portfolios können durch interne Entwicklung aus eigener Kraft, durch externe Entwicklung durch Zukauf oder Verkauf sowie durch Kooperation zwischen Unternehmen als Mischform stattfinden
Grundsätzlich können Portfolioveränderungen vom Ist-Portfolio in Richtung des Soll-Portfolios durch interne und/oder externe Entwicklung sowie Kooperationen erfolgen:
Interne Entwicklung bedeutet im Wachstumsfall, dass ein neues Geschäftsfeld aus „eigener Kraft“ aufgebaut wird (organisches Wachstum), bzw. im Schrumpfungsfall, dass ein vorhandenes Geschäftsfeld stillgelegt wird (Liquidation)
Externe Entwicklung bedeutet im Wachstumsfall, dass ein neues Geschäftsfeld durch Kauf erworben wird (Akquisition). Im Schrumpfungsfall wird ein Geschäftsfeld veräußert (Verkauf)
Kooperationen stellen eine Mischung von interner und externer Entwicklung dar. Mindestens 2 Unternehmen vereinbaren bzw. beenden eine Zusammenarbeit in bestimmten Aktivitätsfeldern eines Geschäftsfelds
Portfolioerweiterung Entwicklung Dauer ?
interne Entwicklung länger
externe Entwicklung kürzer (Zeitrisiko)
Interne Entwicklung Portfolioerweiterung
kann stückweise vorangehen (Flexibilitätsvorteil)
vorhandene Kompetenzen in neues GEschäftsfeld eingebracht werden (Kompetenzvorteil)
während ein Zukauf zu einem sprunghaften Wachstum des Unternehmens führt, welches die Management- und Lernfähigkeit des Unternehmens übersteigen kann
Ferner kann der Kompetenztransfer bei Zukäufen durch inhomogene Arbeitsprozesse, personelle Widerstände und unvereinbare Unternehmenskulturen (in beiden Richtungen) behindert werden.
Durch interne Entwicklung werden in einer Branche zusätzliche Kapazitäten geschaffen, die v. a. in reifen Märkten die Wettbewerbsintensität erhöhen können, was zu einem Marktrisiko führen kann, da Konkurrenten Abwehrmaßnamen ergreifen. Bei einem Zukauf bleiben die Kapazitäten gleich, da ein Wettbewerber aufgekauft wird. Schließlich ist das Erfolgsrisiko der internen Entwicklung sehr hoch und führt beim Scheitern zu hohen Sunk Costs (versunkene Kosten), während beim Zukauf ein Wiederverkauf (mit Preisabschlägen) möglich ist. Hungenberg und Wulf sehen daher insgesamt betrachtet in der Akquisition von Geschäftsfeldern die „wahrscheinlich häufigste Form“ von Portfolioveränderungen
Als Formen der Kooperation können vier Grundtypen unterschieden werden:
Vertragslose Zusammenarbeit ist eine lose und wenig stabile Form der Zusammenarbeit zwischen mehreren Unternehmen, da sie nicht vertraglich geregelt ist
Vertragliche Zusammenarbeit kann über Kooperations- bzw. Lizenzverträge erfolgen, wodurch die Kooperation an Stabilität gewinnt
Ein-/wechselseitige Kapitalbeteiligungen der Kooperations-partner verstärken Institutionalisierung der Kooperation und sichern den Beteiligten stärkere Einflussmöglichkeiten
Bei Joint Ventures wird für die Kooperation ein eigenes Unternehmen gegründet (Gemeinschaftsunternehmen), sodass die Institutionalisierung der Kooperation hierbei am höchsten ist.
Kooperationsformen zwischen Markt und Hierarchie
Strategische Allianzen
Wenn Unternehmen der gleichen Produktionsstufe miteinander kooperieren, wird von strategischen Allianzen gesprochen
strategische Allianzen zwischen Unternehmen auf der gleichen Produktionsstufe, also Wettbewerber der gleichen Branche
Zusammenarbeit kann die gemeinsame Entwicklung von Produkten, die gemeinsame Produktion oder den gemeinsamen Absatz in einem Markt betreffen
Was versuchen die Kooperation der Unternhemen zu erreichen ?
Vorteile interner und externer Entwicklung gleichzeitig zu erreichen.
Nachteilig -> Einfluss der beteiligten Unternehmen geringer ist als bei der internen Entwicklung oder der Akquisition
Geschäftsfelder
Als Geschäftsfelder bezeichnet man strategische Planungs-einheiten, die organisatorisch als Unternehmensbereiche, Divisionen/Sparten oder strategische Geschäftseinheiten/-bereiche abgebildet werden
rein gedankliche strategische Planungseinheiten eines Unternehmens, für die Geschäfts(feld)strategien (Business Strategies) (auch Wettbewerbsstrategien genannt) formuliert werden
Unternehmen kann aus einem oder mehreren Geschäftsfeldern bestehen, wobei im zweiten Fall auch unterschiedliche Geschäftsfeldstrategien für jedes Geschäftsfeld bestimmt werden können.
Die organisatorische Verankerung von strategischen Geschäftsfeldern führt dann zur Bildung von Unternehmensbereichen, Divisionen/Sparten oder strategischen Geschäftseinheiten/-bereichen, die aus einem oder mehreren Geschäftsfeldern bestehen können
Was steht auf der Geschäftsfeldebene im Mittelpunkt ?
Denken in Wettbewerbsvorteilen, wobei immer Kundenpers-pektive einzunehmen ist, da der Kunde darüber entscheidet, ob er ein Produkt kauft oder nicht
Kundenperspektive einzunehmen ist, da der Kunde darüber entscheidet, ob er ein Produkt kauft oder nicht:
Wird ein Wert für die Kunden geschaffen, da diese einen Preis-Leistung-Vorteil wahrnehmen und als wichtig erachten
Besteht ein nicht einholbarer Unterschied zur Konkurrenz
Kunden weisen eine Zahlungsbereitschaft auf, sodass der Preis höher als die Kosten der angebotenen Leistung ist.
Generische Wettbewerbsstrategien von Porter
Die generischen Wettbewerbsstrategien von Porter sind die Differenzierungs- oder die Kosten-/ Preisführerschaftsstrategie auf dem Gesamtmarkt oder jeweils in einer Marktnische (Fokusstrategie)
Wettbewerbsvorteile entstehen im Allgemeinen dann, wenn Kunden Preisunterschiede (niedrigerer Preis bei gleicher Leistung) oder Leistungsunterschiede (höhere Leistung bei gleichem Preis) wahrnehmen.
Diese Unterschiede stehen in den generischen Wettbewerbsstrategien von Porter (1980) im Mittelpunkt, der zwischen der Strategie der Differenzierung und der Strategie der Kosten-/Preisführerschaft auf dem Gesamtmarkt oder in einer Nische (Fokusstrategie) unterscheidet.
Es gibt drei Grundfragen auf der Geschäftsfeldebene, die die Art und Weise betreffen, wie das Unternehmen in einem Geschäftsfeld Wettbewerbsvorteile erreichen will:
Wahl des Wettbewerbsvorteils (Kosten-/Preisführerschaft, Differenzierung)
Bestimmung des Ortes des Wettbewerbs (Gesamtmarkt, Teilmarkt)
Festlegung der Regeln des Wettbewerbs („altes Spiel“ (Regelnehmer), „neues Spiel“ (Regelbrecher)
Die drei Grundfragen mit je zwei Ausprägungen ergeben insgesamt 2 3 = 8 Strategiekombinationen, die als „strategischer Würfel“oder „strategisches Spielbrett“ dargestellt werden:
Strategischer Würfel
Der strategische Würfel enthält insgesamt acht Strategiekombinationen.
Acht Strategien des strategischen Würfels: Erste Grundfrage und erste Option
Bei der ersten Grundfrage soll entschieden werden, ob das Unternehmen schwerpunktmäßig seine Kostenvorteile oder seine bessere Leistung im Wettbewerb einsetzen will.
Die erste Option der Kosten-/Preisführerschaftsstrategie basiert auf dem Konzept der Kostenerfahrungskurve, das aussagt, dass bei gegebener Produktionstechnologie mit über die Zeit kumulierter Produktionsmenge eines bestimmten Produktes (= Erfahrung) die (inflationsbereinigten) Stückkosten sinken (können). Das impliziert, dass das Unternehmen mit der höchsten Produktionsmenge (= dem höchsten Marktanteil) zu den niedrigsten Stückkosten produziert und auch bei einem relativ niedrigen Preis für das Produkt noch einen höheren Gewinn als die Konkurrenz erwirtschaftet. Die Preisführerschaft muss daher, um erfolgreich zu sein, mit einer Kostenführerschaft verbunden sein.
Um Kostenvorteile zu erreichen, muss ein Unternehmen strukturelle Kostenunterschiede in Form von Skalen-/ Größen-, Verbund- und Erfahrungseffekten konsequent nutzen sowie ein aktives Kostenmanagement zur Beeinflussung der Kostenhöhe und der -struktur (fixe und variable Kosten und Einzel- und Gemeinkosten) betreiben
Kosten-/Preisführerschaftsstrategie
Die Kosten-/Preisführerschaftsstrategie basiert auf Kostenvorteilen des Unternehmens, die zu einem Wettbewerb mit niedrigen Preisen führen
Im Allgemeinen wird bei der Kosten-/Preisführerschafts-strategie ein Produkt mit durchschnittlicher Qualität zu einem günstigeren Preis als bei der Konkurrenz angeboten. Ein typisches Beispiel für die Anwendung dieser Strategieoption sind Discounter wie Aldi und Lidl. Diese Option wird auch Marktführerschaftsstrategie genannt
Differenzierungsstrategie
Die Differenzierungsstrategie basiert auf der Einzigartigkeit des Produktes, für die Kunden bereit sind, höhere Preise zu zahlen
zweite Option -> zielt auf Einzigartigkeit des Produktes (Sachgut oder Dienstleistung) ab, wodurch Abnehmer bzw. Kunden weniger stark auf Preisveränderungen reagieren. Sie nehmen relativ höhere Preise wegen der Einzigartigkeit des Produktes hin oder sehen darin sogar einen Exklusivitätsfaktor, der mit Geltungsnutzen verbunden ist. Beispiel: Apple mit seinen Produkten. Als generelle Ansatzpunkte für diese Option werden die Senkung von Nutzungskosten (bei hohen Anschaffungskosten) und die Steigerung des Nutzungswertes (durch Zusatznutzen) für die Kunden genannt.
Konkret nennen Hungenberg und Wulf als praxisbezogene Quellen der Differenzierung eines Produktes die Produktqualität (Funktion, Haltbarkeit, Zuverlässigkeit & Ästhetik), Zeit (Geschwindigkeit der Produktentwicklung und der Auftragsabwicklung sowie Zeitpunkt der Markteinführung von Innovationen (Timing)), die Marke (Reduktion von Qualitätsunsicherheiten durch Quali-tätsversprechen und Steigerung des Selbstimages des Kunden durch emotionales Erleben) und die besonderen Kundenbeziehungen (Kundenbindung durch langfristige und enge vertrauensvolle Kundenbeziehung; geringere Marketingkosten sowie Cross- und Up-Selling-Potenzial bei loyalen Kunden)
Kosten Differenzierungsstrategien und was resultiert daraus ?
höher
ist mit der Kosten-/ Preisführerschaftsstrategie, die aufgrund eher durchschnittlichen Produktqualität wenig Differenzierungsmöglichkeiten bietet, prinzipiell unvereinbar
Nach Porter sitzt daher ein Unternehmen, welches keinen eindeutigen Schwerpunkt wählt,…
… zwischen den Stühlen (stuck in the middle) -> dadurch weniger erfolgreich
Zwischen den Stühlen
Nach Porter ist die gleichzeitige Verfolgung von Differenzierungs- und Kosten-/ Preisführerschaftsstrategie nicht erfolgsförderlich. Das geschieht, wenn sich das Unternehmen nicht für einen Schwerpunkt entscheidet
Hybridstrategie
Werden Differenzierungs- und Kosten- /Preisführerschafts-strategie miteinander kombiniert, wobei sie nacheinander oder auch gleichzeitig zur Anwendung kommen können, spricht man von einer Hybridstrategie.
Kombi von Differenzierungs- & Kosten-/Preisführer-schaftsstrategie kann zum einen simultan erfolgen, indem bei einer multilokalen Strategie je nach Marktregion der eine oder der andere Schwerpunkt gewählt wird oder indem bei der reinen simultanen Hybridstrategie durch Mass Customization kundenindividuelle Lösungen mit Differenzierungspotenzial bei gleichzeitig standardisierten, automatisierten Produktionsprozessen preisgünstig angeboten werden. Zum anderen kann im Zeitablauf ein Wechsel von Differenzierungs- zur Kosten-/Preisführer-schaftsstrategie (oder umgekehrt) in Form der Outpacing-Strategie erfolgen, die eine sequenzielle Hybridstrategie darstellt
In der folgenden Abbildung sind die generischen Strategien nach Porter sowie die hybriden Strategien in Form der Outpacing-Strategie wiedergegeben. Das Gegenteil zur Outpacing-Strategie ist durch die Kombination von durchschnittlichem Nutzen und relativ hohen Kosten/Preisen charakterisiert, was nur in einer Monopolsituation dauerhaft durchsetzbar ist und deshalb Monopolstrategie genannt wird. Dieser Zustand ist durch das Fehlen von Wettbewerb gekennzeichnet und deshalb aus wirtschaftspolitischer Sicht unerwünscht.
Überblick über Wettbewerbsstrategien
Monopolstrategie
Die Monopolstrategie ist durch ein Produkt mit durchschnittlichem Nutzen zu einem relativ hohen Preis charakterisiert. Eine solche Kombination kann nur in einer Monopolsituation bestehen
Breite der Marktabdeckung
Die Breite der Marktabdeckung betrifft die Frage, ob das Unternehmen den Gesamtmarkt oder nur einen Teilmarkt bedienen will
Zweite Grundfrage ?
Wahl der Breite der Marktabedeckung
ob Gesamtmarkt oder nur ein Teilmarkt mit Differenzierungs- und/oder Kosten-/ Preisführer-schaftsstrategie bearbeitet werden soll
So kann es für ein Unternehmen u. U. rentabler sein, statt Gesamtmarktes nur eine Marktnische zu bedienen (Fokus- o. Nischenstrategie). Erfolgreiche mittelständische Unternehmen mit solch einer Nischenstrategie, die oft inhabergeführt und Weltmarktführer sind, werden nach Hermann Simon „Hidden Champions“ genannt, da sie der Öffentlichkeit, anders als Großkonzerne, wenig bekannt sind. Dieser Teilmarkt kann durch das Produkt (Spezial-produkte), geografisch (Regionen, Länder) o. kunden-orientiert (besondere Kundensegmente) spezifiziert werden. Unternehmen des Gesamtmarktes verzichten u. U. auf die Bedienung von Nischen, da damit zusätzliche Investitionen in Fertigungstechnologie, Vertriebssystem, Instandhaltungsorganisation etc. notwendig sein könnten. Allerdings kann eine Nische schneller erodieren als der Gesamtmarkt, der höhere potenzielle Umsätze verspricht. Ferner ist zu beachten, dass nicht jedes kleine Unternehmen eine Nischenstrategie verfolgen muss, sondern auch den Gesamtmarkt erfolgreich bedienen kann
Dritte Grundfrage?
Wie der Wettbewerbsvorteil erreicht werden soll. Dies betrifft v.a. Gestaltung der Wertschöpfungskette -> als Geschäftssystem bezeichnet wird
Wird sich am bestehenden Geschäftssystem der Konkurrenten orientiert, wird ein „altes Spiel“ gespielt und es wird sich an die bestehenden (informellen) Wettbewerbsregeln gehalten (rule taker), was einer konservativen Strategie entspricht. Um sich von der Konkurrenz besser abzuheben, kann das Geschäftssystem neuartig gestaltet werden, sodass das Unternehmen ein „neues Spiel“ spielt und sich als „rule breaker“ betätigt. Beispiele dafür sind bzw. waren der Discounter Aldi, der Online-Händler Amazon und das Möbelkaufhaus IKEA
Gestaltung der Wertschöpfungskette
Der Wettbewerbsvorteil kann über eine Orientierung an bestehenden Geschäftssystemen in der Branche (altes Spiel) oder eine Neugestaltung des Geschäftssystems (neues Spiel) erfolgen.
Bewertung der Strategiealternativen
Die Strategiebewertung sollte bewusst erst nach der Strategieentwicklung stattfinden. Eine Vorauswahl findet anhand eher qualitativer Kriterien statt. Die finale Auswahl orientiert sich an den monetären Unternehmenszielen, wie dem Shareholder Value.
Um den kreativen Prozess der Strategieentwicklung nicht zu behindern, sollte eine Bewertung der Strategiealternativen davon bewusst getrennt werden. Zur Bewertung der Strategiealternativen auf der Geschäftsfeldebene können verschiedene Instrumente eingesetzt werden. Mithilfe v.a. nichtmonetärer Instrumente wie Checklisten, Profildar-stellungen und Nutzwertanalysen kann eine Vorauswahl von Strategiealternativen aufgrund ihrer Plausibilität, Konsistenz /Stimmigkeit (Fit), ethischen Vertretbarkeit, Realisierbarkeit etc. erfolgen, indem aus den möglichen Strategiealternativen die zulässigen und die aussichtsreichen Alternativen heraus-gefiltert werden. Durch monetäre Verfahren, die sich früher an einperiodigen Erfolgsgrößen, z. B. Return on Investment, und heute an mehrperiodigen Erfolgsgrößen, z. B. Shareholder Value, orientieren, wird dann die optimale Strategiealternative, die als eine langfristige Investition betrachtet wird, bestimmt. Ausgehend von der Shareholder-Value-Maximierung als oberste Zielsetzung kann für jedes Geschäftsfeld in Abhäng-igkeit von der Strategiealternative ein Geschäftsfeldwert bestimmt werden, den es ebenfalls zu maximieren gilt. Dazu wird bei der Discounted-Cashflow-Methode der Gegenwarts-wert der betrieblichen Cashflows eines Geschäftsfeldes unter Benutzung eines Kapitalkostensatzes ermittelt. Diejenige Strategiealternative mit dem höchsten Geschäftsfeldwert wird ausgewählt und für vollzugsverbindlich erklärt. Ergänzt werden kann die Bewertung und Auswahl durch eine zusätzliche Risiko- und Chancenabschätzung, z. B. durch eine Sensitivitätsanalyse, die die Auswirkungen auf das Ergebnis untersucht, wenn wichtige Annahmen geändert werden.
Welche Maßnahmen sind notwendig, damit sich eine beschlossene Strategie realisiert?
Da sich Strategien nicht von selbst umsetzen, sind 3 wesentliche Maßnahmen erforderlich:
Organisatorische & personelle Maßnahmen - Strukturen und Personalressourcen anpassen
Herunterbrechen der strategischen Ziele - Strategische Ziele bis auf die operative Ebene der einzelnen Funktionsbereiche übersetzen
Kontrolle der Zielerreichung - Überwachung und Messung, ob die strategischen Ziele erreicht werden
Diese Maßnahmen stellen sicher, dass die Strategie vom abstrakten Plan zur konkreten Umsetzung wird.
Konzept zum konkretisieren von strategischen Zielen ?
Balanced Scorecard (Kaplan & Norton)
geht von der Vision und Strategie eines Unternehmens aus und übersetzt sie in Ziele von mindestens 4 Perspektiven:
finanzwirtschaftliche,
Kunden-,
interne Prozess-
Lern- und Entwicklungs-/ Mitarbeiterperspektive
Für jede dieser Perspektivenwerden 4 Umsetzungs-kategorien angegeben, um die Zielerreichung zu lenken und überprüfen zu können:
allgemeine Ziele,
Messgröße,
Zielvorgabe
Maßnahmen
Grundstruktur der Balanced Scorecard
„Logik“ der Balanced Scorecard ist die, dass zufriedene MA die internen Prozesse verbessern, sodass die Kunden besser bedient werden und damit auch der finanzielle Erfolg des Unternehmens gesichert wird. Die Balanced Scorecard dient damit der Kommunikation der Strategie und der Kontrolle der Zielerreichung in einem strategischen Lernprozess
Warum ist die traditionelle Kontrolle (Soll-Ist-Vergleich) für das strategische Management ungeeignet?
Traditionelle Kontrolle ist nur für das operative Management mit kurzen Zeithorizonten (max. 1 Jahr) vertretbar.
Im strategischen Management liegen zwischen Verabschiedung und Realisierung der Strategie häufig mehrere Jahre. Ein Soll-Ist-Vergleich nach der Strategierealisation käme daher zu spät, um eventuelle Korrekturen aufgrund geänderter Rahmenbeding-ungen der Strategie und aktueller Störungen zu ergreifen.
Was ist strategische Kontrolle und wie funktioniert sie?
Strategische Kontrolle ist nicht als Ex-post-Kontrolle (nach der Realisierung), sondern als planungs- und implementierungsbegleitende Kontrolle zu verstehen. Sie umfasst:
Planungsannahmen prüfen - bereits ab Beginn der strategischen Planung auf fortwährende Aktualität & Gültigkeit
Implementierungskontrolle - während der Umsetzung auf mögliche Zielabweichungen prüfen
Ungerichtete Kontrolle - als Auffangnetz für noch nicht berücksichtigte kritische Ereignisse
3 Typen strategischer Kontrolle, die das strategische Kontrollsystem ergeben:
Die strategische Prämissenkontrolle beginnt zeitgleich mit der strategischen Planung und hat als Kontrollgegenstand die (expliziten) Planungsprämissen. Planungsprämissen, wie Marktwachstum, Reaktion der Konkurrenten oder Konjunkturentwicklung, müssen getroffen werden, um überhaupt Planung durchführen zu können. Allerdings werden durch Prämissensetzung andere Entwicklungsmög-lichkeiten ausgeblendet, was ein Risiko darstellen kann
Die strategische Durchführungskontrolle setzt mit der Entscheidung für eine Strategie ein und hat als Kontrollgegenstände mögliche Störungen und Abweichungen von Zwischenzielen (Meilensteinen), die den strategischen Kurs gefährden können
Als Auffangnetz für alle noch nicht berücksichtigten kritischen Ereignisse, die eine Strategie gefährden können, dient die strategische Überwachung, die gerade keine Kontrollgegenstände aufweist, sondern als ungerichtete Kontrolle fungiert. Sie setzt zur gleichen Zeit ein wie die strategische Prämissenkontrolle und begleitet auch die Implementierung
Das Konzept der strategischen Kontrolle ist in folgender Abbildung im Überblick wiedergegeben:
ZUSAMMENFASSUNG
Am Anfang der strategischen Planung steht die Situationsanalyse, die in eine Analyse und Prognose der externen Situation (globale Umwelt und Aufgabenumwelt) und der internen Situation (Unternehmensanalyse) unterschieden wird. In der Analyse und Prognose der globalen Umwelt werden Faktoren untersucht, auf die das Unternehmen keinen Einfluss hat, die also Rahmenbedingungen darstellen. Dabei kann man sich an der PESTEL-Analyse orientieren. Im Rahmen der Analyse und Prognose der Aufgabenumwelt, die vom Unternehmen beeinflussbar ist, erfolgen eine Marktabgrenzung, eine Analyse der Wettbewerbssituation anhand des Fünf-Kräfte-Modells von Porter und eine Konkurrentenanalyse. Die Ergebnisse der Situationsanalyse sind Stärken und Schwächen des Unternehmens und Chancen und Risiken der Umwelt, die in einer SWOT-Matrix aufgelistet und im Überblick dargestellt werden, woraus sich erste Strategieideen ableiten lassen.
Die Entwicklung von Strategien findet auf verschiedenen organisatorischen Ebenen statt, sodass Unternehmens-, Geschäftsfeld- und Funktionsbereichsstrategien unterschieden werden können. Unternehmensstrategien können Wachstums-, Stabilisierungs- oder Schrumpfungsstrategien sein. Zu den bekanntesten Wachstumsstrategien gehören die Produkt-Markt-Kombinationen nach Ansoff (1988) mit Marktdurchdringungs-, Marktentwicklungs-, Produktentwicklungs- und Diversifikationsstrategie. Die drei letzten Strategieoptionen führen dazu, dass das Unternehmen in mehreren Geschäftsfeldern tätig wird. Diese Geschäftsfelder werden anhand der Portfolioplanung analysiert, indem die Geschäftsfelder des Unternehmens in einer Matrix mit einer (unbeeinflussbaren) Umweltdimension und einer (beeinflussbaren) Unternehmensdimension positioniert werden. Für die Matrixfelder gibt es unterschiedliche Normstrategien (Investieren, Desinvestieren, selektive Entscheidung), die dann genauer an die spezielle Lage des Unternehmens angepasst werden müssen. Die Entwicklung des Unternehmens, also Wachstum oder Schrumpfung, kann aus eigener Kraft als organisches bzw. internes Wachstum erfolgen, über Zu- oder Verkäufe als externes Wachstum und/oder durch Kooperation mit anderen Unternehmen.
Für jedes Geschäftsfeld des Unternehmens gibt es acht Basisoptionen, die als strategischer Würfel dargestellt werden. Als Erstes ist die Art des Wettbewerbsvorteils zu betrachten. Während Porter von der Unvereinbarkeit von Differenzierungs- und Kosten-/Preisführerschaftsstrategie ausgeht, werden auch Hybridstrategien als Mischung dieser beiden Strategieoptionen für möglich gehalten. Diese Mischung kann gleichzeitig (simultan) oder durch Wechsel der Strategie im Zeitablauf (sequenziell) erfolgen (Outpacing-Strategie). Als Zweites ist zu entscheiden, ob der Gesamtmarkt oder eine Nische mit Differenzierungs- und/oder Kosten-/Preisführerschaftsstrategie bearbeitet werden soll. Als Drittes ist zwischen der Einhaltung der bestehenden Wettbewerbsregeln in der Branche oder dem Brechen der Regeln auszuwählen.
Alle diese Strategieoptionen sind im Anschluss an die Strategiefindung einem mehrstufigen Bewertungsprozess zu unterziehen. Zunächst erfolgt eine Vorauswahl anhand von auch qualitativen Kriterien, z. B. Stimmigkeit der Strategie oder ethische Vertretbarkeit, dann wird anhand von quantitativen Kriterien, wie dem Shareholder Value als Unternehmensziel, die optimale Strategiealternative bestimmt. Die Stabilität der optimalen Strategiealternative kann durch Sensitivitätsanalysen, in der Prämissen der strategischen Planung, wie Marktwachstum oder Zins- und Einkommensentwicklung, verändert werden, überprüft werden. Der Wert des gesamten Unternehmens muss dabei aus ökonomischer Sicht höher sein, als die Summe der Geschäftsfeldwerte, was bedeutet, dass die Tätigkeit der Unternehmenszentrale einen Mehrwert, den „Elternvorteil“, schafft. Anderenfalls wäre es sinnvoller, die Geschäftsfelder zu verkaufen.
Zur Umsetzung der Strategie eignet sich die Balanced Scorecard, die Vision und Strategie in vier Perspektiven übersetzt und die Ziele operationalisiert. Für das strategische Management ist das Konzept einer strategischen Kontrolle mit strategischer Prämissen- und Durchführungskontrolle als gerichtete Kontrollen und strategischer Überwachung als ungerichtete Kontrolle entwickelt worden, die nicht wie operative Kontrollen nach der Realisation erfolgt, sondern den ganzen strategischen Planungs- und Implementierungsprozess begleitet.
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