Buffl

6 Personalmanagement

LK
von Lara K.

Personalaufgaben als Sach- und als Managementfunktion

Nach Schreyögg/Koch (2015) müssen bestimmte Personal-aufgaben von einer Personalabteilung und vom jeweiligen Manager mit Personalverantwortung erfüllt werden

  • Die Sachfunktion Personal ist eine weitere betriebliche Sachfunktion neben z. B. Beschaffung, Produktion & Absatz. Aufgabe ist es, eine Personalstrategie o. -politik zu entwerfen und umzusetzen, um die Unternehmensziele besser erreichen zu können. Dafür organisatorisch zuständig ist das Personalressort bzw. Personalabteilung. Die Managementfunktion Personal betrifft diejenigen Aufgaben, die von jedem Manager mit Personalver-antwortung wahrgenommen werden müssen. Zu dieser generischen Aufgabe gehört im Kern, dass genügend qualifiziertes und motiviertes Personal zur Aufgaben-erfüllung im Verantwortungsbereich des Managers vorhanden ist, was unter dem Begriff Personaleinsatz (Staffing) im Katalog der Managementfunktionen subsumiert wird. Historisch betrachtet entstand diese Doppelfunktion von Personal durch Arbeitsteilung, indem bestimmte Personalfunktionen aus der Linie in einem Personalressort zusammengefasst wurden, um Spezia-lisierungsvorteile zu erreichen. Neben der Kernaufgabe Personaleinsatz wird auch die Personalführung (Directing) als direkte Verhaltensbeeinflussung von einzelnen MA oder Teams als weitere generische Aufgabe von Managern angesehen. Zwischen diesen beiden Perspektiven existieren zahlreiche Interdependenzen, indem die Sachfunktion Personal Rahmenbedingungen für das mitarbeiterbezogene Managerhandeln schafft und der Manager Informationen über den MA an die Sachfunktion Personal weitergibt


Beurteilungsfehler

Beurteilungsfehler

Kurzbeschreibung

Halo-Effekt

  • Positive Eigenschaft überstrahlt andere Eigenschaften

  • Positiver/negativer Schluss von einer Eigenschaft des Beurteilten auf andere Eigenschaften

Sympathie/Antipathie

  • Zu- o. Abneigung führt zu verfälschten Ergebnissen

Same-as-me-Effekt

  • Ähnlicher Werdegang, Ausbildung, Charakter o. Herkunft führen zu verbesserter Bewertung

Nikolauseffekt

  • Leistungen, die vor Kurzem gezeigt wurden, wiegen stärker als Leistungen, die länger zurückliegen

Kontrasteffekt

  • Jeder Beurteilte wird mit Vorgänger verglichen. Durchschnittliche Leistungen werden schlechter beurteilt, wenn der Vorgänger besonders gut war.

Hierarchieeffekt

  • Hierarchisch höhere MA werden tendenziell besser beurteilt als hierarchisch niedrigere

  • Statuseffekt („Wer es so weit gebracht hat, wird schon gut sein“).

Benjamineffekt

  • Unterschätzung eines (meist jungen) MA

  • Statuseffekt („so jung, der muss noch viel lernen“)

idiosynkratische Prozesse

  • Beurteiler ordnet (bspw. aufgrund unterschiedlicher Sozialisation) einem Beurteilungsmerkmal eine andere Bedeutung als die im Unternehmen üblicher-weise verstandene zu

Kleber-Effekt

  • Vorausgegangene (positive / negative) Beurteilungen haften dem Beurteilten an

Primacy-/Recency-Effekt

  • Erste oder letzte Eindruck dominiert Beurteilung

Stereotypen

  • Vorurteile prägen Gesamt-urteil (Asiaten – fleißig, Dicke – gemütlich, Brille – Nerd,…)

Tendenz zur Mitte/Strenge

  • Ist Beurteilende im Urteil unsicher bzw. möchte Härte + Anspruch demons-trieren, führt dies häufig zu besseren/ schlechteren Beurteilungen, als es notwendig wäre.

systemimmanente Fehler

  • Weist Beurteilungsver-fahren Unstimmigkeiten, Lücken, doppelte Gewicht-ungen, … auf, sind die darauf aufbauenden Beur-teilungen systemimmanent verzerrt.


Der Prozess der Personalentwicklung durchläuft folgende Phasen:

  1. Bestimmung der Ziele und Inhalte der Personalentwicklung erfolgt auf strategischen & operativen Ebene, wobei sich an den zukünftigen Aufgaben und den sich daraus ergebenden Anforderungen sowie den korrespondierenden personellen Fähigkeiten zu orientieren ist

  2. Ermittlung des Entwicklungsbedarfs besteht im Finden von Unterdeckungen (Gap-Analyse), die sich aus der Gegenüberstellung von zukünftigen Anforderungen und vorhandenen Fähigkeiten der ganzen Belegschaft oder von einzelnen MA ergeben. Dazu können Personalauswahl und -beurteilung Infos bereitstellen. Neben diesem Schließen von Qualifikationslücken hat die Personalentwicklung allerdings auch dafür zu sorgen, dass Flexibilität, Innovationsfreude, Eigeninitiative und Kreativität der MA gefördert werden, damit das Unternehmen im Wettbewerb bestehen kann

  3. Aufstellen von Entwicklungsprogrammen und dAuswahl geeigneter Methoden der Personalentwicklung hängen von Entwicklungszielen und der Zielgruppe ab. Vielzahl von Methoden der Personalentwicklung kann in 6 verschiedene Methodenbündel differenziert werden:

    • Grad der Beteiligung der Lernenden kann zwischen aktiven (z. B. Workshop) + passiven Methoden (z. B. Vortrag), nach den Adressaten in Entwicklungsmaß-nahmen für Führungskräfte und für kaufmännische oder technische MA, nach dem Träger der Maßnahmen zwischen unternehmensinternen & -externen Angeboten und schließlich nach dem Lernort bzw. dem MAfluss unterschieden werden

  4. Gestaltung & Durchführung von Maßnahmen inklusive der Transfersicherung kann man sich an folgenden Überlegungen orientieren: Steht Vermittlung von explizitem Wissen im Vordergrund, sind Methoden des passiven Lernens, wie Vorträge, vorzuziehen. Die Aneignung von Kompetenzen oder Fertigkeiten sowie von implizitem Wissen wird durch on-the-job-Methoden gefördert, indem die Mitarbeiter Qualifikationen im täglichen Zusammen-wirken (unbewusst) erwerben. Neben der Förderung persönlicher Kompetenzen spielt auch die Fortentwicklung organisationaler Kompetenzen im Sinne des Resource-based View eine zunehmende Bedeutung, um schwer imitierbare Wettbewerbsvorteile für das Unternehmen zu erschaffen

  5. Evaluation des Entwicklungserfolgs ist schwierig, da die Wirkung von Bildungsmaßnahmen auf den Unternehmens-erfolg oder die persönliche Leistungsfähigkeit nicht isoliert betrachtet werden kann. Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Häufig wird direkt am Ende von Bildungsmaß-nahmen ein Teilnehmer-Feedback eingeholt, worin die Bildungsmaßnahme, der Dozent und die Tagungsstätte beurteilt werden, aber nicht der langfristige Erfolg der Bildungsmaßnahme aus Sicht des Teilnehmers oder des Unternehmens


ZUSAMMENFASSUNG

Aufgabe des Personalmanagements ist es, das in quantitativer und qualitativer Hinsicht notwendige Personal zur Verfügung zu stellen. Unter Personal wird – unabhängig von der rechtlichen Ausgestaltung des Beschäftigungsverhältnisses – menschliche Arbeitskraft in Unternehmen verstanden. Sowohl Resource-based View als auch Market-based View haben für Personalmanagement eine Bewandtnis. Personalmanagement kann zum einen als Sachfunktion in einer Personalabteilung stattfinden und zum anderen vom direkten Vorgesetzten ausgeübt werden. Diese Arbeitsteilung ist auf Spezialisierungs-vorteile zurückzuführen.

Aufgaben des Personalmanagements lassen sich nach dem MAfluss anordnen. Die Grundlagen dafür schaffen Personal-forschung & -bedarfsplanung. Ein positiver quantitativer Nettopersonalbedarf führt zu Maßnahmen der Personal-beschaffung, die auf dem internen o. externen Arbeitsmarkt erfolgen können. Ein negativer Nettopersonalbedarf führt zu Maßnahmen der Personalfreisetzung, die ohne oder mit Entlassungen erfolgen können. Ein positiver qualitativer Nettopersonalbedarf führt zu Maßnahmen der Personal-entwicklung. Die zentrale Personalmanagementfunktion ist der Personaleinsatz, bei dem es um die Zuordnung von MA zu Stellen sowie um Fragen der (eher kurzfristigen) Gestaltung von Arbeitsinhalt, -zeit & -ort geht. Die Personalerhaltung konzipiert ein Anreizsystem, damit MA in ein Unternehmen eintreten, dort bleiben und Leistung erbringen. Dabei kann es sich um materielle (monetäre) & immaterielle (nichtmonetäre) Anreize handeln. Die Aufgaben der Personalentwicklung sind die Qualifizierung der MA durch Aus- & Weiterbildung sowie Planung von Karrieren für die MA.

Als generische Personalfunktionen eines jeden Managers werden die Personalauswahl, -beurteilung & -entwicklung sowie Entlohnung angesehen. Personalauswahl trifft eine Auswahl unter Bewerbern für eine Stelle nach der Eignung. Dazu werden Anforderungsprofil der Stelle und die Fähigkeits-profile der Bewerber ggügestellt. Der Bewerber mit den geringsten Abweichungen weist höchste Eignung auf. Der Personalausleseprozess verläuft mehrstufig: Zuerst werden Bewerbungsunterlagen analysiert, dann wird Vorselektion getroffen, anschließend werden verbliebenen Bewerber zu Auswahlgesprächen gebeten. Ferner können auch Assessment Center stattfinden, um die Auswahlentscheidung auf eine bessere Basis zu stellen.

Durch Personalbeurteilung werden Eigenschaften, Tätigkeiten oder Arbeitsergebnisse eines MA regelmäßig bewertet und ihm in einem Gespräch mitgeteilt, welche Entwicklungsmöglich-keiten es für ihn gibt. Das 360°-Feedback ist eine umfassende Personalbeurteilung durch MA, Vorgesetzte, Kollegen & Externe. Personalentwicklung wird aufgrund der abnehmenden Halbwertszeit des Wissens immer wichtiger. Nach dem Lernort bzw. dem MAfluss lässt sich eine Vielzahl von Methoden der Personalentwicklung unterscheiden (into, on, parallel to, near, off und out of the job), deren Einsatz von den Entwicklungs-zielen und der Zielgruppe abhängt. Die MAförderung dient der Planung einer Führungskarriere oder alternativ einer Fach- oder Projektkarriere.

Die Anreiz-Beitrag-Theorie sagt aus, dass Unternehmens-mitglieder ein Gleichgewicht von geleisteten Beiträgen und empfangenen Anreizen suchen, um in ein Unternehmen einzutreten, dort zu verbleiben und Leistung zu erbringen. Ein empfundenes Ungleichgewicht führt zu Leistungszurück-haltung und u. U. zum Austritt. Die Equity-Theorie besagt, dass Individuen ihr Anreiz-Beitrag-Verhältnis mit Referenzpersonen o. -gruppen vergleichen und einen gleich hohen Quotienten als gerecht ansehen. Ein subjektiv empfundenes Ungleichgewicht kann vielfältige Folgen haben, indem z. B. eigene Leistung verringert wird. Anreizsystem kann in materielle & immaterielle Anreize unterschieden werden. Zum materiellen Anreizsystem gehören Vergütung, MAbeteiligungsmodelle (Erfolgs- & Kapitalbeteiligungen) und Sozialleistungen.

Insb. bei der Vergütung werden verschiedene Gerechtigkeits-vorstellungen angewandt: Anforderungs- (Entgeltsatzdifferen-zierung), Leistungs- (Entgeltformdifferenzierung), Qualifi-kations- (Potenziallohn), Bedarfs-/Sozial- („Soziallohn“) und Marktgerechtigkeit (übertarifliche Zulage). MAbeteiligungs-modelle nehmen die Gesamtleistung des Unternehmens als Bemessungsgrundlage für eine Erfolgs- o. Kapitalbeteiligung. Bei der Gestaltung von monetären Anreizen ist zu berücksichtigten, dass intrinsische Motivation („eine Sache um ihrer selbst willen machen“) verdrängen können. Zu den immateriellen Anreizen gehören viele Kategorien, wovon Gestaltung der Arbeitsinhalte besonders wichtig ist. Eine Ausweitung von Handlungs- & Entscheidungsspielräumen wird als besonders motivierend angesehen. Ferner sind Wahl-möglichkeiten bei Arbeitszeit & -ort nach individuellen Präferenzen ein wichtiger Anreiz

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Lara K.

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