Auty, S., & Lewis, C. (2004). Exploring children’s choice: the reminder effect of product placement.
Diese Studie untersucht eine der subtilsten Formen von Kinderwerbung:
➡ Product Placement.
Im Gegensatz zu klassischen Werbespots:
Werbung ist nicht separat,
sondern unsichtbar in Unterhaltung eingebettet.
Die zentrale Frage lautet:
Können Product Placements Kinderentscheidungen beeinflussen, selbst wenn Kinder sich nicht bewusst an die Marke erinnern?
Das ist der Kern der Studie. Auty, S., & Lewis, C. (2004). E…
Die vorherige Studie (Advergames) zeigte:
Kinder erkennen Werbung oft nicht.
Diese Studie geht noch einen Schritt weiter:
➡ Werbung kann wirken, ohne dass Kinder überhaupt bewusst merken, dass Werbung vorhanden war.
Das macht Product Placement besonders problematisch.
Die Autoren greifen zentrale Gedächtnistheorien auf:
bewusste Erinnerung.
unbewusste Vertrautheit / Aktivierung.
Die Studie testet:
Muss ein Kind sich bewusst an eine Marke erinnern, damit sie Verhalten beeinflusst?
Product Placement wirkt möglicherweise als:
Das bedeutet:
frühere Markenerfahrungen sind bereits gespeichert,
Placement aktiviert diese Erinnerung,
Marke wird leichter gewählt.
Wichtig:
➡ keine bewusste Erinnerung nötig.
Die Studie nutzt zwei Altersgruppen:
jüngere Kinder (6–7)
ältere Kinder (11–12).
Normalerweise erwartet man:
ältere Kinder = mehr Werbeverständnis.
Die spannende Frage:
Verändert das Alter die Wirkung von Product Placement?
Kinder sehen:
einen Filmclip aus Home Alone.
Im Treatment:
Marke Pepsi sichtbar und genannt.
Im Control:
kein Placement.
Danach:
Getränkewahl zwischen Pepsi und Coke.
Kinder wissen nicht, dass Werbung untersucht wird.
Beeinflusst Placement:
bewusste Erinnerung?
oder direkt Wahlverhalten?
Die Studie zeigt:
➡ Product Placement beeinflusst Kinderentscheidungen.
ABER:
❗ der Effekt hängt NICHT von bewusster Erinnerung ab.
Kinder wählen häufiger die platzierte Marke, auch wenn sie sich nicht bewusst an die Marke erinnern.
Besonders stark wird der Effekt:
wenn Kinder den Film bereits früher gesehen haben.
Das Placement aktiviert bestehende Gedächtnisspuren.
➡ Werbung funktioniert als Erinnerungsauslöser.
Alter spielt kaum eine Rolle.
auch ältere Kinder mit besserem Werbeverständnis sind beeinflusst.
Implizite Prozesse umgehen kognitive Abwehr.
Werbung muss nicht bewusst verarbeitet werden, um Verhalten zu beeinflussen.
Das ist zentral für Kinderwerbung, weil:
Kinder oft kein Persuasion Knowledge aktivieren.
Product Placement ist problematisch, weil:
keine klare Werbetrennung,
schwer erkennbar,
unbewusste Beeinflussung möglich.
Das macht Regulierung schwierig.
Prüfer fragen oft:
Was ist der Reminder Effect?
Warum wirkt Product Placement ohne Recall?
Warum ist Alter kein starker Faktor?
Unterschied implizit vs explizit?
Warum ist Product Placement problematisch bei Kindern?
Product Placement beeinflusst Kinderentscheidungen über implizite Erinnerungsprozesse, ohne dass bewusste Markenerinnerung notwendig ist.
Kind sieht Film → Marke im Hintergrund.
Später im Laden:
Kind denkt nicht bewusst an Werbung.
Aber:
➡ Marke fühlt sich vertraut an → Wahl fällt darauf.
Diese Studie ist im Themenblock:
⭐ die implizite Wirkungsstudie.
Sie ergänzt perfekt:
Advergames (Aufmerksamkeit & Cues)
PKM (Werbeverständnis)
und zeigt:
➡ Werbung kann auch OHNE Werbeverständnis wirken.
Was untersucht die Studie im Kern?
ob Product Placement in Filmen Kinder in ihren Markenentscheidungen beeinflusst und
ob dieser Effekt über bewusste Erinnerung oder über implizite (unbewusste) Prozesse entsteht.
Warum ist Product Placement für Kinder besonders relevant?
Product Placement ist subtil in Unterhaltung eingebettet. Kinder erkennen Werbeabsicht oft nicht, wodurch weniger kritische Verarbeitung und weniger Widerstand entstehen.
Auf welche zentrale theoretische Idee stützt sich die Studie?
Auf die Unterscheidung zwischen explizitem und implizitem Gedächtnis.
Marken können Verhalten beeinflussen, auch wenn Kinder sie nicht bewusst erinnern (mere exposure / implicit memory).
Was bedeutet Mere Exposure im Kontext der Studie?
Wiederholte oder beiläufige Wahrnehmung einer Marke erzeugt Vertrautheit und positive Präferenz, auch ohne bewusste Erinnerung an die Markenexposition.
Welche Altersgruppen werden untersucht und warum?
6–7-Jährige → limited processors
11–12-Jährige → cued processors
Basierend auf Roedder (1981), um zu testen, ob kognitive Entwicklung den Placement-Effekt beeinflusst.
Was besagt Hypothese H1?
H1 = Kinder, die einen Filmclip mit Product Placement sehen, wählen anschließend häufiger die platzierte Marke als Kinder ohne Placement.
Wie wurde die Studie experimentell durchgeführt?
105 Kinder, zwei Altersgruppen
Filmclip aus Home Alone
Treatment: Pepsi sichtbar + genannt
Control: ähnlicher Clip ohne Marke
Danach impliziter Choice-Test: Wahl zwischen Coke und Pepsi
anschließendes Recall-Interview.
Warum ist die Getränkewahl methodisch wichtig?
Die Wahl dient als implizites Präferenzmaß. Kinder wussten nicht, dass Markenwahl untersucht wird, wodurch unbewusste Effekte sichtbar werden.
Welches zentrale Ergebnis zeigte sich?
Kinder, die das Placement gesehen hatten, wählten signifikant häufiger Pepsi als Kinder in der Kontrollgruppe.
➡ Product Placement beeinflusst reale Entscheidungen.
War Alter ein wichtiger Mediator des Effekts?
Nein. Trotz unterschiedlicher kognitiver Fähigkeiten zeigte sich kein signifikanter Alterseffekt auf die Markenwahl.
a. Führte bewusste Erinnerung an die Marke zu stärkerem Einfluss?
b. Was bedeutet das Verhältnis von Recall und Choice?
a. Nein. Kinder, die die Marke bewusst erinnerten, wählten nicht häufiger Pepsi als Kinder ohne explizite Erinnerung. ➡ Explicit memory war nicht entscheidend.
b. Die Wirkung erfolgt primär über implizite Prozesse, nicht über bewusste kognitive Verarbeitung.
Welche Bedeutung hatte vorheriges Sehen des Films?
Vorherige Exposition allein beeinflusste die Wahl nicht
aber in Kombination mit aktueller Exposition entstand ein starker Reminder-Effekt.
a. Was ist der Reminder Effect?
b. Warum ist er zentral und theoretisch wichtig?
a. Ein aktuelles Placement aktiviert eine frühere implizite Gedächtnisspur, wodurch die Marke leichter verfügbar und wahrscheinlicher gewählt wird.
b. Er zeigt, dass Wiederaktivierung impliziter Erinnerungen stärker wirken kann als eine einzelne Exposition.
Was zeigte Hypothese H4?
Kinder, die den Film früher gesehen hatten und zusätzlich das Placement erneut sahen, zeigten die stärkste Markenbeeinflussung.
Welche Art von Lernen scheint entscheidend?
Implizites Lernen. Kinder werden beeinflusst, ohne bewusst zu wissen warum.
Warum ist das besonders relevant für Kinder?
Kinder besitzen noch keine stabilen Strategien zur Werbeerkennung. Subtile Werbeformen können daher besonders wirksam sein.
Welche ethischen Fragen ergeben sich?
Kinder können durch wiederholte Unterhaltungsexposition beeinflusst werden, ohne Werbeabsicht zu erkennen — was regulatorische Fragen aufwirft.
Was ist der zentrale wissenschaftliche Beitrag?
Die Studie zeigt experimentell, dass Product Placement Kinderentscheidungen über implizites Gedächtnis beeinflusst und explizite Erinnerung nicht notwendig ist.
Was ist die zentrale Aussage dieser Studie?
Product Placement beeinflusst Kinderentscheidungen primär über implizites Gedächtnis und Reminder-Effekte, nicht über bewusste Markenerinnerung.
Wenn du diese 5 Dinge kannst, bist du sehr sicher:
1️⃣ Product Placement wirkt auch ohne Recall 2️⃣ Implizites Gedächtnis zentral 3️⃣ Reminder Effect = Reaktivierung früherer Exposition 4️⃣ Alter kein Mediator 5️⃣ Subtile Werbung besonders wirksam bei Kindern
Diese Studie ist im Kinder-Block:
⭐ die implizite-Wirkungs-Studie.
Sie zeigt:
Kinder brauchen kein Werbeverständnis,
Werbung wirkt trotzdem.
Das ist die perfekte Ergänzung zur vorherigen Advergame-Studie.
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