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Werbung Kinder 3: Buijzen, M., Van Reijmersdal, E. A., & Owen, L. H. (2010). Introducing the PCMC model: An investigative framework for young people’s processing of commercial media content.

FP
von Federico P.

Buijzen, M., Van Reijmersdal, E. A., & Owen, L. H. (2010). Introducing the PCMC model: An investigative framework for young people’s processing of commercial media content.

OVERVIEW



Diese Studie ist keine klassische Einzelstudie, sondern:

ein theoretisches Integrationsmodell.

Die Autoren beobachten:

  • Werbung für Kinder hat sich massiv verändert.

  • Werbung ist heute oft eingebettet, interaktiv und unsichtbar (Advergames, Product Placement, Social Media).

Das Problem:

Klassische Theorien zu Kinderwerbung (z. B. TV-Spots) reichen nicht mehr aus.

Deshalb entwickeln sie ein neues Framework:

⭐ PCMC Model

(Processing of Commercial Media Content)

🔑 Zentrale Kernidee

Das Modell fragt nicht einfach:

  • wirkt Werbung?

Sondern:

Wie verarbeiten Kinder kommerzielle Inhalte überhaupt?

Und ganz wichtig:

Die Autoren argumentieren:

  • Kinder verarbeiten Werbung auf unterschiedlichen Ebenen,

  • abhängig von Entwicklungsstand, Aufmerksamkeit und Medienkontext.

🧠 Theoretische Grundlage (extrem prüfungsrelevant)

Das PCMC-Modell kombiniert drei große Theorie-Blöcke:

1️⃣ Adult Persuasion Models (z. B. ELM / dual-process Modelle)

2️⃣ Kinder-Entwicklungspsychologie (consumer development, cognitive development)

3️⃣ Limited Capacity Information Processing → Aufmerksamkeit und kognitive Ressourcen.

Das Ziel:

➡ ein universelles Modell für moderne Medienwerbung.

⭐ Triple-Level Processing (HERZ DES MODELLS)

Das wichtigste Element:

Die Autoren unterscheiden 3 Verarbeitungsniveaus:

1️⃣ Systematic Processing

  • hohe Aufmerksamkeit

  • bewusste Verarbeitung

  • evtl. kritisches Denken

  • explizite Erinnerung.

2️⃣ Heuristic Processing

  • mittlere Verarbeitung

  • Nutzung einfacher Cues

  • wenig kritische Reflexion.

3️⃣ Automatic Processing

  • minimale Verarbeitung

  • unbewusst

  • implizites Lernen

  • keine aktive Werbeerkennung.

🎯 Warum das für Kinder extrem wichtig ist

Die zentrale Aussage:

Kinder sind besonders anfällig für heuristic und automatic processing.

Warum?

  • begrenzte kognitive Ressourcen

  • unreife Werbekompetenz

  • starke Orientierung an Unterhaltung.

Das ist eine Kernbotschaft der ganzen Studie.

👶 Entwicklungslogik (SEHR prüfungsrelevant)

Das Modell beschreibt vier Entwicklungsphasen:

Early childhood (<5)

  • Werbung = Entertainment

  • fast nur automatic processing.

Middle childhood (6–9)

  • erste Werbeerkennung

  • aber wenig kritische Verarbeitung.

Late childhood (10–12)

  • systematische Verarbeitung möglich,

  • oft noch cues nötig.

Adolescence

  • adult-like processing möglich,

  • kritische Verarbeitung steigt.

⚙️ Limited Capacity Ansatz (neues Element)

Sehr wichtig — das ist die eigentliche Innovation.

Die Autoren sagen:

Verarbeitung hängt ab von:

RA/RR Ratio

  • RA = Resources Allocated (Aufmerksamkeit)

  • RR = Resources Required (kognitive Anforderungen).

Grundlogik:

  • viel Aufmerksamkeit + einfache Botschaft → moderate Verarbeitung

  • viel Aufmerksamkeit + komplexe Botschaft → systematische Verarbeitung

  • zu komplex → cognitive overload → automatische Verarbeitung.

🧩 Warum Medienkontext so wichtig ist

Werbung wird heute eingebettet in:

  • Games

  • Shows

  • Social Media.

Das bedeutet:

➡ Das Umfeld beeinflusst, wie viel Aufmerksamkeit für Werbung übrig bleibt.

Beispiel:

  • stark immersive Games → kaum Ressourcen für Werbekritik.

⭐ Message Characteristics (extrem prüfungsrelevant)

Das Modell identifiziert Faktoren, die Verarbeitung steuern:

Affecting Allocation (RA):

  • persönliche Relevanz

  • visuelle Prominenz.

Affecting Requirements (RR):

  • Komplexität

  • Interaktivität.

Beide:

  • Content Style (informativ vs Unterhaltung).

Und ganz wichtig:

Integration

  • Werbung + Content verschmelzen.

Hohe Integration → weniger Werbeerkennung.

🎮 Verbindung zu deinen vorherigen Studien

Hier wird es plötzlich logisch:

  • Advergames → hohe Integration → automatic processing.

  • Product Placement → implizite Effekte.

  • PKM → funktioniert nur bei systematischer Verarbeitung.

Das PCMC-Modell erklärt also die vorherigen Studien theoretisch.

🎯 Typische Prüfungsfragen

Prüfer fragen fast immer:

  • Was ist das PCMC-Modell?

  • Warum braucht man ein neues Modell?

  • Was sind die drei Processing Levels?

  • Was bedeutet RA/RR?

  • Warum sind Kinder anfälliger für automatische Prozesse?

  • Welche Rolle spielt Integration?

⭐ Ein Satz, den du unbedingt können solltest

Das PCMC-Modell erklärt, wie Kinder kommerzielle Medieninhalte auf unterschiedlichen Verarbeitungsniveaus verarbeiten, abhängig von Entwicklungsstand, kognitiven Ressourcen und Eigenschaften der Medienumgebung.

🧠 Mentales Bild (sehr hilfreich)

Stell dir ein Kind vor, das ein Game spielt:

  • Aufmerksamkeit geht ins Spiel.

  • Werbung ist integriert.

  • wenig Ressourcen übrig.

➡ automatische Verarbeitung.

Das ist PCMC in einem Bild.

🔥 Professor-Insight (extrem wichtig)

Diese Studie ist im Themenblock:

die Meta-Theorie für Kinderwerbung.

Sie erklärt:

  • warum Advergames wirken,

  • warum Product Placement implizit wirkt,

  • warum Persuasion Knowledge oft nicht aktiviert wird.

Sie verbindet praktisch ALLE bisherigen Kinderstudien.

🚨 Wichtiger Lernhinweis (ehrlich wie ein Prüfer)

Diese Studie ist konzeptionell, nicht empirisch.

Prüfer wollen:

❌ keine Details aus Tabellen ✔ Verständnis des Frameworks.

Author

Federico P.

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