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Werbung Kinder 4: Matthes, J., & Naderer, B. (2015). Children's consumption behavior in response to food product placements in movies.

FP
von Federico P.

Matthes, J., & Naderer, B. (2015). Children's consumption behavior in response to food product placements in movies.

OVERVIEW



Diese Studie stellt eine zentrale Frage innerhalb der Kinderwerbeforschung:

Können Product Placements nicht nur Einstellungen — sondern reales Essverhalten von Kindern beeinflussen?

Das ist der entscheidende Unterschied zu fast allen früheren Studien.

Frühere Arbeiten (inkl. Auty & Lewis):

  • Fokus auf Brand Choice oder Attitudes.

Diese Studie geht weiter:

tatsächliches Konsumverhalten wird gemessen.

🔑 Warum diese Studie extrem wichtig ist

Im Themenblock „Werbung & Kinder“ passiert hier ein Paradigmenwechsel:

Die Autoren argumentieren:

  • Selbstberichte und Einstellungen sind oft unzuverlässig.

  • Entscheidend ist echtes Verhalten.

Deshalb wird gemessen:

⭐ Snack Consumption (echtes Essen).

Das macht die Studie sehr stark.

🧠 Theoretischer Hintergrund

Die Studie basiert auf zwei zentralen Ideen:

1️⃣ Mere Exposure Theory

Wiederholte Exposition → höhere Vertrautheit → mehr positive Reaktionen.

Aber:

Die Autoren prüfen kritisch, ob das wirklich erklärt, was passiert.

2️⃣ Product Placement als unterschwellige Persuasion

Placements:

  • sind eingebettet in Storytelling,

  • wirken unter dem Radar,

  • können auch ältere Kinder beeinflussen.

Das ist wichtig, weil klassische Werbekompetenz hier evtl. nicht hilft.

🎬 Experimentelle Idee

Kinder (6–14 Jahre) sehen:

  • Ausschnitt aus Alvin and the Chipmunks.

Manipulation:

  • keine Platzierung

  • moderate Platzierung

  • hohe Platzierungsfrequenz.

Danach:

➡ Kinder wählen einen Snack.

Das ist die entscheidende Verhaltensmessung.

🎯 Zentrale Hypothesen

Die Autoren erwarten Effekte auf:

1️⃣ Brand Attitudes 2️⃣ Product Attitudes 3️⃣ tatsächliches Konsumverhalten.

Zusätzlich prüfen sie:

  • Alter als Moderator

  • Prior Exposure

  • Placement Frequency.

⭐ DER zentrale Befund (extrem prüfungsrelevant)

Die Ergebnisse sind überraschend:

✔️ Hohe Placement-Frequenz → mehr Snack-Konsum.

ABER:

❌ keine Veränderung von Brand- oder Product-Attitudes.

Das ist die wichtigste Erkenntnis der ganzen Studie. Matthes, J., & Naderer, B. (201…

🧩 Warum ist das theoretisch so spannend?

Normalerweise erwartet man:

Exposure → Attitude → Behavior.

Hier passiert:

Exposure → Behavior (direkt).

Das bedeutet:

➡ Verhalten wird beeinflusst, ohne bewusste Einstellungsänderung.

🧠 Implizite Persuasion (sehr prüfungsrelevant)

Die Autoren schlagen deshalb eine andere Erklärung vor:

Implicit Persuasion Model.

Idee:

  • positive Charaktere + Produkt

  • automatische Assoziationen entstehen

  • spontane Entscheidungen werden beeinflusst.

Kinder essen das Produkt, ohne bewusste positive Einstellung zu berichten.

⚠️ Wichtiger Unterschied zu Auty & Lewis (Prüfer fragen das!)

Auty & Lewis:

  • Reminder Effect

  • Prior exposure wichtig.

Matthes & Naderer:

  • Effekt auch ohne vorherige Exposition.

  • hohe Platzierungsfrequenz reicht aus.

➡ Placement scheint stärker als gedacht.

👶 Rolle des Alters (sehr wichtig!)

Einer der spannendsten Befunde:

❌ Alter moderiert den Effekt NICHT.

Das bedeutet:

  • auch ältere Kinder sind beeinflussbar.

Warum wichtig?

Normalerweise erwartet man:

mehr Alter → mehr Werbekompetenz.

Hier:

➡ Product Placement umgeht diese Schutzmechanismen.

⚙️ Placement Frequency

Nur hohe Frequenz wirkt.

Moderate Placement:

  • kein signifikanter Effekt.

Das spricht für:

  • wiederholte Assoziation nötig.

📢 Praktische Bedeutung (Policy!)

Die Studie ist stark regulatorisch relevant:

  • Unhealthy food placements beeinflussen realen Konsum.

  • Kinder können sich nicht einfach „dagegen wehren“.

Das macht Placement zu einem ernsten Public-Health-Thema.

🎯 Typische Prüfungsfragen

Prüfer fragen sehr oft:

  • Warum ist Verhalten wichtiger als Attitudes?

  • Warum kein Attitude-Effekt?

  • Unterschied zu Mere Exposure?

  • Warum moderiert Alter nicht?

  • Warum nur hohe Frequenz?

⭐ Ein Satz, den du können solltest

Hochfrequente Food Product Placements beeinflussen das tatsächliche Konsumverhalten von Kindern, selbst ohne Veränderungen von Einstellungen oder Werbebewusstsein.

🧠 Mentales Bild (Lernhilfe)

Kind sieht Film → Charakter isst Snack → mehrere Wiederholungen.

Später:

Snack steht auf Tisch.

Kind greift spontan danach — ohne bewusst zu denken warum.

🔥 Professor-Insight (extrem wichtig)

Diese Studie ist im Themenblock:

⭐ die Behavioral Impact Study.

Sie zeigt:

  • Werbung beeinflusst Verhalten direkt.

  • Kognitive Schutzmechanismen greifen nicht.

Und ganz ehrlich:

Viele Prüfer lieben genau diese Studie, weil sie überraschend starke reale Effekte zeigt.

Author

Federico P.

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