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Surveys & Self-Reports 2: Tourangeau, R., & Yan, T. (2007). Sensitive questions in surveys.

FP
von Federico P.

Tourangeau, R., & Yan, T. (2007). Sensitive questions in surveys.

OVERVIEW



Diese Studie ist eine der zentralsten Arbeiten der Survey-Methodologie.

Wenn Lenzner (2012) erklärt:

warum schwierige Fragen schlechte Daten erzeugen,

dann erklärt Tourangeau & Yan:

warum sensitive Fragen systematisch falsche Antworten erzeugen.

🔑 Zentrale Grundfrage

Die Autoren fragen:

Warum berichten Menschen in Surveys bei sensiblen Themen nicht ehrlich?

Beispiele:

  • Drogennutzung

  • Sexualverhalten

  • Einkommen

  • Wahlbeteiligung

  • Kriminalität.

⭐ Die wichtigste Grundannahme

Misreporting ist:

❗ kein Zufall.

Es ist:

➡ ein motivierter, situativer Prozess.

Menschen editieren ihre Antworten strategisch.

🧠 Drei Bedeutungen von „Sensitivity“ (SEHR prüfungsrelevant!)

Die Studie unterscheidet drei Arten von Sensitivität:

1️⃣ Intrusiveness (Privatsphäre)

Fragen wirken unangemessen oder tabu.

Beispiel: Einkommen, Religion.

2️⃣ Threat of Disclosure

Angst vor Konsequenzen, falls Antworten bekannt werden.

Beispiel:

  • illegale Handlungen,

  • Eltern könnten zuhören.

3️⃣ Social Desirability

Antwort widerspricht sozialen Normen.

Beispiel:

  • nicht wählen gehen,

  • rassistische Einstellungen.

➡ DAS ist die zentrale Survey-Definition.

⭐ Wichtiger Unterschied zur Psychologie

Psychologie sieht Social Desirability oft als:

➡ Persönlichkeitseigenschaft.

Survey-Forschung sieht sie als:

⭐ situationsabhängige Antwortstrategie.

Extrem prüfungsrelevant.

🧩 Hauptfolgen sensibler Fragen

Sensitive Questions beeinflussen drei Dinge:

1️⃣ Unit Nonresponse → Teilnahme verweigern.

2️⃣ Item Nonresponse → einzelne Fragen überspringen.

3️⃣ Misreporting → falsche Antworten.

Und:

⭐ Misreporting ist das größte Problem.

📊 Wichtiges Ergebnis (sehr prüfungsrelevant!)

Beispiele aus der Studie:

  • 30–70 % positive Drogentests → leugnen Konsum.

  • Nur ca. 52 % Abtreibungen werden berichtet.

  • Non-voters behaupten oft, gewählt zu haben.

➡ Bias ist viel größer als Sampling Error.

🧠 Kernmechanismus

Respondenten versuchen:

  • peinliche Situationen zu vermeiden,

  • sozialen Eindruck zu schützen,

  • Konsequenzen zu vermeiden.

Misreporting ist also:

⭐ Impression Management.

🎯 Die wichtigste Design-Frage

Was reduziert Misreporting?

Antwort:

Mode of Administration.

⭐ Zentraler Befund der gesamten Literatur

Self-Administration > Interviewer Administration.

Beispiele:

  • ACASI

  • IVR

  • Web Surveys

  • Paper Self-Admin.

Warum?

➡ Interviewer sieht Antwort nicht.

🧩 Interviewer-Effekt (sehr wichtig!)

Es geht NICHT um physische Präsenz.

Sondern um:

⭐ Wahrgenommene soziale Präsenz.

Wenn Interviewer die Antwort kennt → mehr Bias.

🧠 Role of Bystanders (Prüfer-Liebling!)

Wer zuhört, ist entscheidend:

  • Eltern → starke Reduktion sensibler Angaben

  • Partner → kaum Effekt

  • Kinder → wenig Effekt.

→ Konsequenz hängt von sozialem Risiko ab.

🔥 Media Presence (moderner Twist!)

Neue Medien können selbst soziale Präsenz erzeugen.

Computer kann:

  • wie sozialer Akteur wirken,

  • dadurch Social Desirability reaktivieren.

Sehr moderner methodischer Punkt.

📊 „More is better“-Assumption

Viele Studien nehmen an:

Mehr Reports sensibler Verhaltensweisen = ehrlichere Antworten.

ABER:

➡ bleibt methodisch nur eine Annahme.

Prüfer mögen diese Kritik.

⚠️ Wichtigste Methodik-Erkenntnis

Survey Design beeinflusst:

  • Ehrlichkeit,

  • nicht nur Teilnahme.

Design = Messinstrument.

Das ist zentral für Quant-Prüfungen.

🎯 Typische Prüfungsfragen

Sehr realistisch:

  • Was macht eine Frage „sensitiv“?

  • Unterschied Social Desirability vs Disclosure?

  • Warum hilft Self-Administration?

  • Rolle von Interviewern?

  • Warum misreporten Menschen?

⭐ EIN Satz für die Prüfung

Misreporting bei sensiblen Survey-Fragen ist ein situativer, motivationsbasierter Prozess, der stark durch Survey-Design und soziale Präsenz beeinflusst wird.

🧠 Mentales Bild (Lernhilfe)

Stell dir eine Person vor, die gefragt wird:

„Haben Sie illegale Drogen konsumiert?“

Antwort hängt ab von:

  • wer zuhört,

  • wie gefragt wird,

  • ob Konsequenzen möglich erscheinen.

Das ist die ganze Studie.

🔥 Professor-Insight (SEHR wichtig)

Diese Studie ist im Thema „Surveys & Self-Reports“:

⭐ die Social Bias Mechanism Study.

Wenn Lenzner zeigt:

➡ kognitive Probleme

zeigt Tourangeau & Yan:

➡ soziale/motivationale Probleme.

Diese Kombination lieben Prüfer.

Author

Federico P.

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