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Block 1

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von Yanik M.

Regulationsebenen der Handlungsregulationstheorie (Hacker, 2005)

Menschliches Handeln läuft nicht nur auf einer Ebene, sondern auf drei qualitativ unterschiedlichen Regulationsebenen.

Je nach Situation wird eine andere Ebene aktiv.

1️⃣ Sensomotorische Ebene (unterste Ebene)

👉 Automatisches Handeln

Merkmale:

  • Steuerung einzelner Bewegungen

  • stereotype, gut eingeübte Abläufe

  • läuft ohne bewusste Aufmerksamkeit

  • wenig Anstrengung

Beispiel:

  • Gangschalten beim Autofahren

  • Tippen auf der Tastatur

  • Fahrradfahren

Diese Ebene funktioniert fast automatisch – ähnlich dem primären Verarbeitungssystem bei Rasmussen.

2️⃣ Perzeptiv-begriffliche Ebene (mittlere Ebene)

👉 Regelgeleitetes, bewusstes Handeln

Merkmale:

  • Steuerung mehrerer Handlungsschritte

  • Nutzung von Handlungsschemata

  • basiert auf Erfahrung

  • bewusste Urteile und Klassifikationen

Was sind Handlungsschemata?

Das sind:

  • gespeicherte Handlungspläne

  • „Wenn-dann“-Regeln

  • gut trainierte Muster

Beispiel:

  • Standardvorgehen bei einer Maschinenstörung

  • Ablauf einer Präsentation

  • Diagnoseschema beim Arzt

Hier wird bewusst gedacht – aber innerhalb bekannter Regeln.

3️⃣ Intellektuelle Ebene (oberste Ebene)

👉 Neuartiges, problemlösendes Denken

Merkmale:

  • Entwicklung neuer Handlungspläne

  • Analyse komplexer Situationen

  • bewusste Zielbildung

  • Entscheidungsfindung

  • Problemlösen

Diese Ebene wird gebraucht, wenn:

  • etwas Unbekanntes passiert

  • keine passenden Schemata vorhanden sind

  • kreative Lösungen nötig sind

Beispiel:

  • Lösung eines neuen technischen Problems

  • strategische Planung

  • Krisenbewältigung

Nach Übung können solche neuen Pläne später auf die untergeordneten Ebenen „absinken“ und automatisiert werden.

🔄 Zusammenspiel der Ebenen

Die Ebenen sind hierarchisch organisiert:

Intellektuelle Ebene ⬇ Perzeptiv-begriffliche Ebene ⬇ Sensomotorische Ebene

Neue Handlungen entstehen oben und werden durch Übung nach unten „automatisiert“.

📌 Vergleich mit Rasmussen

Eine sehr ähnliche Einteilung findet sich bei Jens Rasmussen (1986):

  • Skill-based level → sensomotorisch

  • Rule-based level → perzeptiv-begrifflich

  • Knowledge-based level → intellektuell


Operative Abbildsysteme (OAS)

Sie bezeichnen:

👉 relativ stabile innere Vorstellungen von

  • Zielen

  • Plänen

  • Bedingungen des Handelns

Ohne diese inneren „Abbilder“ wäre zielgerichtetes Handeln nicht möglich.

Man kann sie sich vorstellen wie eine mentale Arbeitskarte, die uns durch eine Aufgabe führt.

📌 Was genau enthalten OAS?

Operative Abbildsysteme beinhalten drei wichtige Arten von Repräsentationen:

1️⃣ Zielrepräsentationen (Soll-Zustand)

Sie enthalten:

  • das Hauptziel

  • mögliche Teilziele

👉 Sie helfen uns, das gewünschte Arbeitsergebnis gedanklich vorwegzunehmen (= Antizipation).

Beispiel: Ein Schreiner hat ein inneres Bild vom fertigen Möbelstück.

2️⃣ Repräsentationen der Bedingungen

Sie enthalten Wissen über:

  • Umweltbedingungen

  • verfügbare Mittel

  • Einschränkungen

👉 Sie helfen bei der Orientierung im Handlungskontext.

Beispiel: Welche Werkzeuge stehen zur Verfügung? Welche Regeln gelten?

3️⃣ Repräsentationen der Transformation

Sie enthalten:

  • die geplanten Schritte

  • die Maßnahmen, um vom Ist- zum Soll-Zustand zu kommen

👉 Sie unterstützen die Handlungsplanung und -ausführung.

🔁 Wie funktionieren OAS im Handlungsprozess?

  • Sie entstehen in der handlungsvorbereitenden Phase.

  • Sie bleiben während der gesamten Handlung aktiv.

  • Es findet ein ständiger Vergleich von Soll- und Ist-Zustand statt.

  • Über Rückkopplung wird das Handeln angepasst.

🔄 Verbindung zum dynamischen Weltmodell

OAS ähneln dem internen dynamischen Weltmodell von Jens Rasmussen:

Beide Konzepte beschreiben innere Repräsentationen, die Handeln ermöglichen, steuern und kontrollieren.

🎯 Warum sind OAS wichtig?

Sie sind die:

👉 kognitive Grundlage menschlichen (Arbeits-)Handelns

Ohne sie könnten wir:

  • keine Ziele verfolgen

  • keine Handlungen planen

  • keine Ergebnisse überprüfen


Author

Yanik M.

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