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Block 1

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von Yanik M.

S-R-Modell

Anhand eines praktischen Beispiels erklären können, was man unter einer Reiz-Reaktions-Beziehung (S-R) und einer Reiz-Organismus-Reaktions-Beziehung (S-O-R) versteht

S für Stimulus (Reiz), R für Reaktion = Verhaltensweisen werden durch bestimmte Stimulusgegebenheiten ausgelöst und können auf dieser Basis gesteuert werden (behavioristischen Erklärungsansatz). z.B. Umgebungslärm mit Stressreaktion.


S-R-Modell besitzt allerdings nur eine sehr begrenzte Aussagekraft: einfache Arbeitssituationenmit wenigen Einfluss nehmenden Variablen erklären.

• menschliches Verhalten ist nicht ausschließlich durch Reize von außen beeinflusst, sondern auch Prozesse im Inneren des Menschen einen Einflussauf das resultierende Verhalten ausüben.

• individuelle Wahrnehmung eines Reizes: Verarbeitung und Bewertungist entscheidend für die Reaktion. (Einstellungen, Motive, Emotionen, Fähigkeiten oder Persönlichkeitseigenschaften einen Einfluss auf das resultierende Verhalten).



Praktisches Beispiel:

Kl.B.-B.-Modell der Erg. : Beschäftigte „reagieren“ auf eine hohe Geräuschkulisseam Arbeitsplatz mit

  • nierdriger Konzentrationsfähikeit

  • schlechte Arbeitsergebnisse

○z. B. angeboren: Speichelfluss, wenn Futter gezeigt wird

  • Neu gezeigt mit Klingelton -> Speichelfluss auch nur bei Klingelton

    => d.h., nachdem mehrmals Futter und Klingelton gemeinsam präsentiert wurden, reagierte das Tier (z. B. ein Hund) allein beimErscheinen des Klingeltons (ohne das Zeigen des Futters) mit Speichelfluss


Reiz-Organismus-Reaktions-Beziehung (S-O-R) S-O-R-Modell

Verstehen und mit Hilfe eines eigenen praktischen Beispiels erklären können, weshalb die Prinzipien der klassischen und operanten Konditionierung auch zur Verhaltensmodifikationverwendet werden können. Hierzu die fünf Schritte des Organizational-Behaviour-Modification-Ansatzes (Arnold et al., 2016) zu Hilfe nehmen.

= Denk-und Untersuchungsansatz zur Erklärung und Beschreibung sicherheitskritischer Verhaltensweise in risikobehafteten Arbeitssystemen.

Stimulus (S) Belastung/Stressor

Organismusvariable (O): soziale Ressourcen

Reaktion (R) Beanspruchung/Stresserkeben -> Leistung sinkt

S-O-R-Ansatz: Untersuchung des vermittelnden Einflusses von personalen oder sozialen Ressourcenals Organismusvariable z. B. Selbstvertrauen oder soziale Unterstützung durch Kollegen zwischen Belastungen/ Stressoren und Beanspruchungen/Stresserleben.


Klissische Konditioniereung:

Nutzen zur Verhaltensmodifikation: Praktisches Beispiel: Unkonditionierter Stimulus:Frau wird an Arbeitsplatz gemobbt ○ Unkonditionierte Reizreaktion:Ängste, Depressionen ○->konditionierter Stimulus:grosses gläsernes Bureaugebäude; über längere Zeit dort am arbeiten-> Reizreaktiondazu: Angstzustände beim Anblick; Art der Generalisierung entsteht; Angstbei random Gebäuden auf Grund von neuer Reiz-Reaktions Verknüpfung => Intervention durch verhaltenstherapeutische Massnahmen möglich: systematische Desensibilisierung = aktive neue angenehme R-R-Verknüpfungen bilden + Bewältigungsmethoden einüben


Operante Konditionierung:

Praktisches Beispiel: Praktikant erstellt PP für Vorgesetzter(unverstärkt); Konferenzteilnehmer sind erfreut über gute Darstellung -> Lob wird ausgedrückt ○-> Prakti bemüht sich auch bei zukünftigen solchen Aufgaben sehr bemüht(Verstärkung) Pos. Verstärkung Primär/unmittelbar = Auszahlung einer Prämie 1. Sekundär= Verh. Erhöht Aussicht auf Beförderung 2. ○ Neg.Verstärkung Muss keine Überstunden machen, wenn Abrechnung noch in Arbeitszeit erledigt


Regulationsebenen der Handlungsregulationstheorie (Hacker, 2005)

Menschliches Handeln läuft nicht nur auf einer Ebene, sondern auf drei qualitativ unterschiedlichen Regulationsebenen.

Je nach Situation wird eine andere Ebene aktiv.

1️⃣ Sensomotorische Ebene (unterste Ebene)

👉 Automatisches Handeln

Merkmale:

  • Steuerung einzelner Bewegungen

  • stereotype, gut eingeübte Abläufe

  • läuft ohne bewusste Aufmerksamkeit

  • wenig Anstrengung

Beispiel:

  • Gangschalten beim Autofahren

  • Tippen auf der Tastatur

  • Fahrradfahren

Diese Ebene funktioniert fast automatisch – ähnlich dem primären Verarbeitungssystem bei Rasmussen.

2️⃣ Perzeptiv-begriffliche Ebene (mittlere Ebene)

👉 Regelgeleitetes, bewusstes Handeln

Merkmale:

  • Steuerung mehrerer Handlungsschritte

  • Nutzung von Handlungsschemata

  • basiert auf Erfahrung

  • bewusste Urteile und Klassifikationen

Was sind Handlungsschemata?

Das sind:

  • gespeicherte Handlungspläne

  • „Wenn-dann“-Regeln

  • gut trainierte Muster

Beispiel:

  • Standardvorgehen bei einer Maschinenstörung

  • Ablauf einer Präsentation

  • Diagnoseschema beim Arzt

Hier wird bewusst gedacht – aber innerhalb bekannter Regeln.

3️⃣ Intellektuelle Ebene (oberste Ebene)

👉 Neuartiges, problemlösendes Denken

Merkmale:

  • Entwicklung neuer Handlungspläne

  • Analyse komplexer Situationen

  • bewusste Zielbildung

  • Entscheidungsfindung

  • Problemlösen

Diese Ebene wird gebraucht, wenn:

  • etwas Unbekanntes passiert

  • keine passenden Schemata vorhanden sind

  • kreative Lösungen nötig sind

Beispiel:

  • Lösung eines neuen technischen Problems

  • strategische Planung

  • Krisenbewältigung

Nach Übung können solche neuen Pläne später auf die untergeordneten Ebenen „absinken“ und automatisiert werden.

🔄 Zusammenspiel der Ebenen

Die Ebenen sind hierarchisch organisiert:

Intellektuelle Ebene ⬇ Perzeptiv-begriffliche Ebene ⬇ Sensomotorische Ebene

Neue Handlungen entstehen oben und werden durch Übung nach unten „automatisiert“.

📌 Vergleich mit Rasmussen

Eine sehr ähnliche Einteilung findet sich bei Jens Rasmussen (1986):

  • Skill-based level → sensomotorisch

  • Rule-based level → perzeptiv-begrifflich

  • Knowledge-based level → intellektuell


Operative Abbildsysteme (OAS)

Sie bezeichnen:

👉 relativ stabile innere Vorstellungen von

  • Zielen

  • Plänen

  • Bedingungen des Handelns

Ohne diese inneren „Abbilder“ wäre zielgerichtetes Handeln nicht möglich.

Man kann sie sich vorstellen wie eine mentale Arbeitskarte, die uns durch eine Aufgabe führt.

📌 Was genau enthalten OAS?

Operative Abbildsysteme beinhalten drei wichtige Arten von Repräsentationen:

1️⃣ Zielrepräsentationen (Soll-Zustand)

Sie enthalten:

  • das Hauptziel

  • mögliche Teilziele

👉 Sie helfen uns, das gewünschte Arbeitsergebnis gedanklich vorwegzunehmen (= Antizipation).

Beispiel: Ein Schreiner hat ein inneres Bild vom fertigen Möbelstück.

2️⃣ Repräsentationen der Bedingungen

Sie enthalten Wissen über:

  • Umweltbedingungen

  • verfügbare Mittel

  • Einschränkungen

👉 Sie helfen bei der Orientierung im Handlungskontext.

Beispiel: Welche Werkzeuge stehen zur Verfügung? Welche Regeln gelten?

3️⃣ Repräsentationen der Transformation

Sie enthalten:

  • die geplanten Schritte

  • die Maßnahmen, um vom Ist- zum Soll-Zustand zu kommen

👉 Sie unterstützen die Handlungsplanung und -ausführung.

🔁 Wie funktionieren OAS im Handlungsprozess?

  • Sie entstehen in der handlungsvorbereitenden Phase.

  • Sie bleiben während der gesamten Handlung aktiv.

  • Es findet ein ständiger Vergleich von Soll- und Ist-Zustand statt.

  • Über Rückkopplung wird das Handeln angepasst.

🔄 Verbindung zum dynamischen Weltmodell

OAS ähneln dem internen dynamischen Weltmodell von Jens Rasmussen:

Beide Konzepte beschreiben innere Repräsentationen, die Handeln ermöglichen, steuern und kontrollieren.

🎯 Warum sind OAS wichtig?

Sie sind die:

👉 kognitive Grundlage menschlichen (Arbeits-)Handelns

Ohne sie könnten wir:

  • keine Ziele verfolgen

  • keine Handlungen planen

  • keine Ergebnisse überprüfen


Miit eigenen Worten und Beispielen Anwendungsaspekte der Handlungsregulationstheorie erklären können. Hier vor allem auf die Bereiche Arbeitsgestaltung und Aus- und Weiterbildung eingehen können.

Arbeitsanalyse

  • Wurden sehr bedeutsame Arbeitsanalyseinstrumente entwickelts z.B.: Tätigkeitsbewertungssystem(TBS), VERA- & RHIA-Verfahren- Tätigkeitsbewertungssystem (TBS) Anhand eines breiten Spektrums von kog. Und kooperativen Anforderungen bei Arbeitstätigkeiten-- Bewertungsskala zur Operationalisierung folgender Merkmale: Arbeitsbedingte Ursachen psychischer Beeinträchtigungen finden 

  • RHIA-Verfahren Hinweise zur Gestaltung lern- & persönlichkeitsfördernder Tätigkeiten ableiten können-- Arbeitsgestaltung Analyse von Belastungen bei Arbeitstätigkeiten in Form von Regulationshindernissen und -überforderungen im Vordergrund

Arbeitsgestaltung

  • Analyse von Belastungen bei Arbeitstätigkeiten in Form von Regulationshindernissen und -überforderungen im Vordergrund ○ Ganzheitliche Gestaltung der Aufgaben und Handlungsanforderung -> nach der Handlungsregulationstheorie In erster Linie: Konzept der vollständigen Aufgabe/Tätigkeit nennen  

  • Möglichkeit muss vorhanden sein: Selbständiges Setzen von Zielen sowie zur selbstständigen Handlungsvorbereitung, Mittelauswahl, Ausführung von Handlungen mit Ablauffeedback und Kontrolle der Zielerreichung mit Resultatfeedback Wenn nicht: Störungen im Wohlbefinden, psychische Beschwerden, Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit und Beweglichkeit  ○

  • Persönlichkeitsentwicklung: Massvolle Erhöhung von Regulationsanforderungen z. B. erweiterter Handlungs- und Entscheidungsspielräume und damit verbundener Planungs- und Denkanforderungen zur Weiterentwicklung der Handlungskompetenzen und damit letztlich zur „Persönlichkeitsentwicklung“ beiträgt

Aus- und Weiterbildung

  • Wichtig für effizientes & effektives Arbeitshandeln: ○ Differenzierte und aufgaben adäquate operative Abbildysteme ○

  • Beherrschung von Strategien und Handlungsprogrammen auf den unterschiedlichen Regulationsebenen 

  • Auf der Basis dieses handlungstheoretischen Konzepts lassen sich weitreichende und differenzierte praktische Implikationen für die Gestaltung von Lern und Trainingsprozessen bei sowohl routinisierbaren als auch problemhaltigen, kognitiv anspruchsvollen Arbeitsaufgaben -- bis hin zur Förderung von selbstgesteuerten Lern und Laufbahnentwicklungsprozessen ableiten


Author

Yanik M.

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