Was ist eine Messgröße?
Die physikalische Größe, die Gegenstand der Messung ist (z. B. Temperatur).
Was ist das Messergebnis?
Der aus einem oder mehreren Messwerten und einer oder mehrerer physikalischen Größen nach
einer festgelegten Beziehung ermittelte Wert
Was ist das Messprinzip ?
Die der Messung zugrunde liegende charakteristische physikalische Erscheinung.
Was ist das Messverfahren ?
Ist die spezielle Art der Anwendung eines Meßprinzips (VDI/VDE 2600), z.B. Anzeige des
Wertes oder Nullabgleich
Was sind die Eigenschaften von kubischen Splines an den inneren Stützstellen?
Stetigkeit der Funktion (S), der Steigung (S′) und der Krümmung (S′′). (Keine Sprünge, Knicke oder Krümmungssprünge).
Was ist ein Messwert?
Der spezielle Wert der Messgröße, ermittelt durch die Messung (Produkt aus Zahlenwert und Einheit).
Unterschied Kalibrierung vs. Justierung?
Kalibrierung: Feststellen der Abweichung zwischen Anzeige und wahrem Wert (kein Eingriff). Justierung: Eingriff in das Messgerät zur Minimierung der Abweichung.
Was ist eine Fixpunktjustierung?
Einstellung der Kennlinie an zwei Punkten (meist Messbereichsanfang ua und -ende ue) zur Korrektur von Offset und Sensitivität (Steigung).
Was ist eine Toleranzbandjustierung?
Verschiebung/Drehung der Kennlinie, sodass die maximale Abweichung im gesamten Messbereich minimiert wird (Minimax-Prinzip).
Was ist Sensitivität/Empfindlichkeit?
Verhältnis von Ausgangssignaländerung zu Eingangssignaländerung: S=Δy/Δu (Steigung der Kennlinie).
Was ist Hysterese?
Pfadabhängigkeit: Der Ausgabewert hängt von der Vorgeschichte ab. Bei gleicher Eingangsgröße zeigt das Gerät unterschiedliche Werte, je nachdem ob die Größe vorher stieg oder fiel.
Was sind Systematische Messabweichungen?
Einseitig gerichtete, deterministische Abweichungen (z. B. falsche Justierung). Korrektur: Prinzipiell vollständig korrigierbar durch Kalibrierung (Ermittlung) und anschließende Justierung oder rechnerische Kompensation.
Was sind Zufällige Messabweichungen?
Nicht vorhersagbare, stochastische Schwankungen (Rauschen). Korrektur: Im Einzelwert nicht korrigierbar. Verringerung: Durch Wiederholungsmessung und Mittelwertbildung. Der Fehler des Mittelwerts sinkt mit 1/n.
Nominalskala (Eigenschaften)?
Klassifizierung ohne Rangordnung (z.B. Farbe). Einziger Lageparameter: Modalwert.
Ordinalskala (Eigenschaften)?
Natürliche Rangordnung, aber keine definierten Abstände (z.B. Güteklassen). Lageparameter: Median, Modalwert.
Intervallskala (Eigenschaften)?
Rangordnung mit definierten Abständen, kein natürlicher Nullpunkt (z.B. °C). Differenzenbildung erlaubt. Lageparameter: Mittelwert.
Verhältnisskala (Eigenschaften)?
Rangordnung, definierte Abstände, absoluter Nullpunkt (z.B. Kelvin, Masse). Verhältnisse bildbar.
Was ist die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion (PDF) f(x)?
Gibt die Wahrscheinlichkeitsdichte an einer Stelle x an. Wahrscheinlichkeit entspricht der Fläche unter der Kurve (Integral).
Was ist die Verteilungsfunktion (CDF) F(x)?
Integral der Dichtefunktion (∫−∞xf(t)dt). Gibt Wahrscheinlichkeit an, dass Zufallsvariable Wert ≤x annimmt.
Zusammenhang PDF und CDF?
PDF ist die Ableitung der CDF. CDF ist das Integral der PDF.
Was ist der Erwartungswert μ?
Der "wahre" Mittelwert der Grundgesamtheit (E(X)=∫x⋅f(x)dx). Erwartungstreuer Schätzer ist xˉ.
Was ist die Varianz σ2?
Maß für die mittlere quadratische Abweichung vom Erwartungswert (Streuung).
Was ist das Gesetz der großen Zahlen?
Mit steigendem Stichprobenumfang n konvergiert der Stichprobenmittelwert gegen den wahren Erwartungswert.
Was besagt der Zentrale Grenzwertsatz?
Die Summe unabhängiger Zufallsvariablen nähert sich einer Normalverteilung an, unabhängig von deren ursprünglicher Verteilung.
Wann ist ein Schätzer erwartungstreu?
Wenn der Erwartungswert des Schätzers gleich dem wahren Parameter ist (E(θ^)=θ).
Wann ist ein Schätzer konsistent?
Wenn der Schätzwert mit wachsendem n gegen den wahren Wert konvergiert (Varianz des Schätzers →0).
Voraussetzung für Gaußsche Fehlerfortpflanzung?
Messgrößen müssen uncorreliert (unabhängig) sein und Fehler müssen zufällig sein.
Voraussetzung für Maximale Fehlerfortpflanzung?
Bei systematischen Fehlern oder korrelierten Größen ("Worst-Case"-Betrachtung).
Was ist ein Konfidenzintervall?
Ein aus der Stichprobe berechneter Wertebereich (Vertrauensbereich), der den unbekannten wahren Parameter (z. B. μ) mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit (1−α) einschließt. Es dient als Maß für die Präzision der Schätzung.
Was ist Weißes Rauschen?
Signal mit unkorrelierten Werten (Mittelwert 0) und konstantem Leistungsdichtespektrum (alle Frequenzen gleich stark).
Was ist die Nullhypothese H0?
Die zu prüfende Annahme (z.B. "Kein Unterschied", "Normalverteilt"), die widerlegt werden soll.
Was ist das Signifikanzniveau α?
Die Irrtumswahrscheinlichkeit: Die Wahrscheinlichkeit, die Nullhypothese abzulehnen, obwohl sie wahr ist (Fehler 1. Art).
Fehler 1. Art (α-Fehler)?
H0 wird abgelehnt, obwohl sie wahr ist.
Fehler 2. Art (β-Fehler)?
H0 wird beibehalten, obwohl sie falsch ist (H1 ist wahr).
Einsatzgebiet t-Test?
Vergleich von Mittelwerten (bei unbekannter Varianz der Grundgesamtheit, Annahme: Normalverteilung).
Einsatzgebiet Chi-Quadrat-Test (χ2)?
Anpassungstest: Prüft, ob eine Stichprobe einer bestimmten Verteilung (z.B. Normalverteilung) folgt.
Prozessfähigkeitsindex Cp?
Verhältnis von Toleranzfeldbreite (Tmax−Tmin) zur Prozessstreuung (6σ). Maß für Potential ohne Lageberücksichtigung.
Prozessbrauchbarkeitsindex Cpk?
Berücksichtigt Streuung UND Abstand des Mittelwerts zur Toleranzgrenze. Ist Cpk<1, entsteht Ausschuss.
Ziel der Regression (Least Squares)?
Bestimmung von Modellparametern so, dass die Summe der Fehlerquadrate zwischen Modell und Messdaten minimal wird.
Was ist Overfitting?
Modell ist zu komplex (zu viele Parameter), passt sich dem Rauschen an → schlechte Generalisierung auf neue Daten.
Was ist Interpolation?
Bestimmung von Funktionswerten zwischen Stützstellen (Funktion verläuft exakt durch die Punkte).
Vorteil Kubische Splines?
Glatter Verlauf (stetig, 2x differenzierbar), vermeidet Oszillationen an den Rändern (im Ggs. zu Polynomen hohen Grades).
Natürliche Randbedingungen (Splines)?
Krümmung an den Endpunkten wird Null gesetzt: k1=0,kn=0 (entspricht freiem Ende).
Abtasttheorem (Nyquist-Shannon)?
Abtastfrequenz muss >2⋅fmax sein, um Signal rekonstruieren zu können.
Was ist Aliasing?
Fehler durch Unterabtastung (fs<2fmax). Hohe Frequenzen werden fälschlich als tiefe Frequenzen interpretiert.
Was ist der Leck-Effekt (Leakage)?
Problem: Wenn die Messdauer kein ganzzahliges Vielfaches der Signalperiode ist, entsteht am Rand ein Sprung. Folge: Energie "verschmiert" auf benachbarte Frequenzen (Seitenkeulen). Lösung: Fensterung (z.B. Hanning-Fenster). Man multipliziert das Signal mit einer Kurve, die die Ränder sanft auf Null zwingt.
Was ist Quantisierungsfehler?
Abweichung durch Rundung auf diskrete Digitalwerte. Wird meist als Rauschen (Gleichverteilung ±0.5 LSB) modelliert.
Was ist PWM?
Pulsweitenmodulation: Informationsübertragung durch das Tastverhältnis (Impulsdauer/Periodendauer) bei fester Frequenz.
Was ist ein Stochastischer Prozess?
Familie von Zufallsvariablen, die von einem Parameter (meist Zeit t) abhängen.
Was bedeutet Stationarität?
Die statistischen Eigenschaften des Signals ändern sich nicht über die Zeit (das System ist im "eingeschwungenen Zustand"):
Mittelwert μ und Varianz σ2 bleiben konstant (für alle Zeitpunkte t gleich).
Die AKF hängt nur von der Zeitdifferenz τ ab (nicht vom Startzeitpunkt t).
Was bedeutet Ergodizität?
Zeitmittelwert einer einzelnen Realisierung ist gleich dem Scharmittelwert (Erwartungswert über alle Realisierungen).
Was ist die Autokorrelationsfunktion (AKF)?
Maß für die Ähnlichkeit eines Signals mit sich selbst zu einem verschobenen Zeitpunkt τ. Maximum bei τ=0.
Was ist die Kreuzkorrelationsfunktion (KKF)?
Maß für die Ähnlichkeit zweier unterschiedlicher Signale in Abhängigkeit der Verschiebung τ (z.B. Laufzeitmessung).
Funktionsweise Kalman-Filter?
Rekursiver Algorithmus (Prädiktion ↔ Korrektur), der den Zustand optimal schätzt, indem Modell- und Messunsicherheiten gewichtet werden.
Markov-Annahme (Kalman)?
Der Zustand zum Zeitpunkt t hängt nur vom Zustand bei t−1 ab (Vergangenheit ist im aktuellen Zustand enthalten).
Bedeutung Kalman-Gain K?
Gewichtungsfaktor für die Innovation (Messabweichung). Großes K: Vertrauen auf Messung. Kleines K: Vertrauen auf Modell.
Matrix A (Kalman)?
beschreibt idealen Zustandsübergang von Zeitpunkt t nach t+1 (Systemmatrix)
Matrix B (Kalman)?
beschreibt idealen Zustandsübergang von Zeitpunkt t nach t+1 der durch Aktion ut bewirkt wird (Steuermatrix)
Matrix C (Kalman)?
beschreibt Abbildung von Zustand xt auf Beobachtung zt. (Messmatrix)
eta(t) und delta(t) (Kalman)?
Zufallsvariablen, die das Rauschen beim Prozess und bei Messungen / Beobachtungen angeben; Annahme: unabhängig und mit Kovarianzen Rt bzw. Qt verteilt
Was ist ein Wiener-Filter?
Optimalfilter zur Rauschunterdrückung bei stationären Signalen (minimiert mittleren quadratischen Fehler MSE).
Definition Statistische Unabhängigkeit?
Die Verbunddichte ist das Produkt der Randdichten: f(x,y)=f(x)⋅f(y). Bedeutung: Das Wissen über den Wert von x liefert absolut keine Information über den Wert von y.
Zusammenhang Unkorreliertheit vs. Unabhängigkeit?
Unabhängigkeit ⇒ Unkorreliertheit. Umkehrung gilt i.A. nicht (nur bei Normalverteilung).
Was ist die Kovarianz?
Maß für den linearen Zusammenhang zweier Zufallsvariablen. Cov(X,Y)=E[(X−μx)(Y−μy)].
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