GNC
Guidance - Lenkung
Nutzt Zieldaten (aus Sucher, Feuerleitsystem, Kombinationen) und Navigationsdaten um die Relativgeometrie von Ziel und Flugkörper zu definieren und daraus ein Lenkkommando zu berechnen (bspw kommandierte Querbeschleunigung, Lage etc)
Navigation - Navigation
Schätzung der augenblicklichen Position und Geschwindigkeit mittels Sensorik und Filterung, bspw IMU, GPS, Kalman-Filter
Control - Regelung
Einstellung des von der Lenkung erhaltenen Lenkkommandos durch Ansteuerung von Kontrollflächen, Schubvektor, Kontrolldüsen etc
Was ist ein Sinnvolles Ausweichmanöver für das Ziel im Falle eines PN gelenkten Flugkörpers?
Möglichst große Beschleunigung senkrecht auf VT und R, um möglichst große Ablage zu erzielen.
Alternativ: Proportionalnavigation mit NT>NM
In der Realität übersteigt das aber die Lastgrenzen des Flugzeugs/Piloten
Annäherungsgeschwindigkeit Definition und Nutzung
Mit dem Abstand
Ergibt sich:
V_closing ergibt sich als negative Sichtlinienänderung und wird zur Berechnung der time-to-go eingesetzt
In der Realität nur mit Radar oder anderweitig bekannter Zielposition bestimmbar
Definition Sichtliniendrehrate
Änderung der Sichtlinienrichtung
Wichtig für die PN: Sichtliniendrehrate = 0 -> Kollisionskurs
Zwei grundsätzliche Ideen der Lenkung?
Kommandierte Lenkung und (halb) autonome Lenkung.
Kommandiert: Beam Rider, ferngesteuerte Flugkörper
halbautonom: externe Zielbeleuchtung, aber Flugkörper berechnet eigene Lenkkommandos
autonom: Suchköpfe oder pure GPS-Lenkung
Drei Kategorien der Suchköpfe
Passiv: reine beobachtung des Ziels, bspw klassischer Infrarotsucher und heisses Triebwerk
Aktiv: Zielbeleuchtung vom Suchkopf aus, bspw aktive Radarsuchköpfe
halbaktiv: externe Zielbeleuchtung, bspw mit codiertem Laser
Körperfestes System am Flugkörper
x-Achse in Richtung Spitze
y, z 90 grad zueinander seitlich aus der Rakete heraus, nur an der Konstruktion festgelegt. Bei Bank-to-turn Flugkörpern wird analog zum Flächenflieger die y-Achse nach rechts und die z-Achse nach unten definiert
Nutzung: Ausgang der Lenkung wird im Körperfesten KOS angegeben, Querbeschleunigungen reduzieren sich dort auf y,z
Was sind Guidance-KOS und welche werden wofür genutzt?
Guidance-KOS sind die KOS in welchen die Lenkberechnungen stattfinden, also die Definition der Relativgeometrie.
Langstrecke: Inertialsystem der Erde, d.h. x,y in Äquatorebene und x zeigt gen Frühlingspunkt. Es sind jedoch andere Systeme denkbar, bspw NED zum Startzeitpunkt (primär für mittelstrecke)
Kurzstrecke: Körperfest
Wie zeichnet sich der Kollisionskurs aus?
Sichtliniendrehrate ist null
Wie berechnet sich die (geschätzte) time to go?
Regelgesetz der wahren PN in der Ebene
Wahl der Proportionalitätskonstanten N
N = 1: Pure Pursuit
N > 2: Stabilitätsbedingung
N = 3: Übliche Wahl, optimum
N >>2: Schnellerer Regelkreis, viel induzierter Widerstand
Regelgesetz der wahren PN im Raum
Erzeugt auch ein Längsbeschleunigungskommando, welches in körperfesten Koordinaten einfach ignoriert wird
Regelgesetz der reinen PN im Raum
Welche Anforderungen an die Flugleistungen eines Flugkörpers ergeben sich?
Statische Manöverüberlegenheit:
a_max,M >> a_max,T
Flugkörper muss stärkere Manöver fliegen können als das Ziel
Dynamische Manöverüberlegenheit:
Bandbreite M >> Bandbreite T
Flugkörper muss schneller reagieren können als das Ziel
Geschwindigkeitsüberlegenheit:
VM >> VT
Flugkörper muss deutlich schneller sein als das Ziel
Was ist das grundlegende Funktionsprinzip der Zieldeckungslenkung?
Variante 1: Kommandiert
Das Suchradar ermittelt die Sichtlinie zur Missile und zum Target, daraus den Lotabstand der Missile zur Sichtlinie. Dieser Lotabstand wird minimiert mit dem Ziel, dass die Missile exakt auf der Sichtlinie zum Target fliegt.
Die Lenkkommandos werden vom Gefechtsstand kommandiert.
Variante 2: Halbautonom
Das Ziel wird vom Boden beleuchtet (Laser/Radar) und die Missile fliegt diesem Führungsstrahl entlang (Beamrider).
In beiden Fällen wird der Gefechtsstand für die Lenkung benötigt.
Was ist das Grundlegende Funktionsprinzip der Required-Velocity-Raketenlenkung
Über die Flugdauer wir eine fiktive Parabel-Flugbahn berechnet über die das Ziel getroffen werden kann.
Die Geschwindigkeit, die zum aktuellen Zeitpunkt benötigt würde, um diese Flugbahn abzufliegen ist die Required Velocity.
Wenn die Momentangeschwindigkeit Vr entspricht wird der Motor abgeschaltet und ballistisch weitergeflogen.
In der Praxis wird der Betrag herangezogen (|Vr| = |V|), da angenommen wird, dass die Richtung dann auch übereinstimmt.
Dieses Verfahren eignet sich für gut aufgeklärte stationäre Ziele am Boden (Artillerierakete)
Was ist das Grundlegende Funktionsprinzip der Proportionalnavigation
Sichtlinie zwischen Missile und Target wird bestimmt (in Praxis: Sichtlinienrichtung).
Ändert sich die Richtung der Sichtlinie nicht mehr, besteht Kollsionskurs.
Daher wird die Sichtliniendrehrate mit Querbeschleunigungen minimiert.
Dieses Lenkgesetz eignet sich für bewegte Ziele und hochagile Flugkörper.
Definitionen von:
Sichtlinie
Relativgeschwindigkeit
Annäherungsgeschwindigkeit
Ist Vc unbekannt (Target-Position/Geschw. unbekannt) kann Vm dafür verwendet werden (Annahme: Vm >> Vt)
Skizze ebene PN
Wie lautet das Lenkkommando der PN?
Was wird kommandiert und warum?
Ebene:
Querbeschleunigung amn wird kommandiert
Wahre PN :
amn steht hier nicht garantiert Senkrecht auf Vm
Reine PN:
Querbeschleunigung amn wird kommandiert.
Man kommandiert eine Querbeschleunigung, weil das die einzige Möglichkeit ist die Missile im erforderlichen Maße zu steuern.
Regelgesetze Zieldeckungslenkung
Lotabstand zur Zieldeckungslinie:
Änderung des Lotabstandes:
Regelgesetz (Ebene):
Regelgesetz (3D):
Wie funktioniert das Zusammenspiel verschiedener Systeme im Flugkörper?
Wie sind Lenkflugkörper ungefähr aufgebaut?
Was ist das grundlegende Funktionsprinzip der Bahnlenkung?
Entfernung zur Soll-Trajektorie. Bestimmung des Bahnneigungswinkels und dessen Ableitung.
Lenkgesetz: PID-Regler
Was ist das grundlegende Funktionsprinzip der Trajectory-Shaping-Guidance?
Erweiterte Proportionalnavigation
Erreichen eines gewünschten Trefferwinkels (bspw. Bunkerbuster)
Nachteil: Relativ starke Manöver bis zum Ziel
Was ist das grundlegende Funktionsprinzip der Aufschlagsvorhersage?
Lösung der Ballistischen DGL mittel Runge-Kutta Verfahren.
Lenkung mittels ZEM-Lenkung
Hohe Präzision bei minimalen Kommandos vor dem Ziel. Geeignet für wenig agile Flugkörper auf stationäre Bodenziele.
Was ist das grundlegende Funktionsprinzip der ZEM-Lenkung?
Der Abstand des Zero-Effort-Miss (ZEM) ist der kleinste Abstand zwischen Missile und Target, wenn ab sofort keine Lenkung mehr passiert (zero effort).
Dieser Abstand tritt etwa zum Zeitpunkt tgo ein
Für das Lenkgesetz wird dieser Abstand zurückgeführt um ihn zu minimieren.
Was ist Simulation?
Numerisches Lösen von Bewegungsgleichungen mit Anfangswertproblem
Was sind Schielwinkel?
In welchem KOS sind sie angegeben?
Winkel der Sichlinie in körperfesten Koordinaten. Liefert eR für die Lenkung
Welche Suchkopftechnologie ermöglicht die Messung der Zielgeschwindigkeit?
Aktiv-Radar
Mögliche Ursachen für Trefffehler
Ausweichmanöver des Ziels (Zielmanöver)
Begrenzter Treibstoffvorrat (Ausbrennen)
Nicht realisierbare Beschleunigungskommandos
Fehler und Verzögerung in der Lenkung (Bandbreite)
Täuschmanöver des Ziels
Äußere Kräfte (Wind, Widerstand)
Stabilität der Lenkung im Verhältnis zum Abstand
Sichtliniendrehrate is proportional zu 1/R
Bei Annäherung wird die Lenkung instabil (unrealisierbare Querbeschleunigungen) daher meist Abschaltung kurz vor Treffer.
Höhere Bandbreite -> spätere Instabilität
Höhere Lenkverstärkung -> frühere Instabilität
Aus welchem Grund will man übermäßige Manöver vermeiden?
Lastgrenzen
Widerstand
Lenkkreis der PN
Kinematik -> Sensorik -> PN -> Flugkörperdynamik
Kinematik:
Sensorik (Verzögerung):
Dynamik (PT2):
Welche Form der PN erreicht eine Querbeschleunigung
Nur die Reine PN ergibt eine kommandierte Querbeschleunigung
Welche Größen werden in der erweiterten PN aufgeschaltet?
Es werden die Zielbeschleunigung und die Flugkörperlängsbeschleunigung aufgeschaltet.
Problem:
Zielbeschleunigung lässt sich nicht in ausreichender Genauigkeit schätzen (Integration der Geschw.)
Was ist Vorsteuerung?
Wozu?
Notwenig in der Zieldeckungslenkung, da sich die Zieldeckungslinie dauernd ändert.
Vorsteuerung bedeutet, dass für jede Änderung des Sollwerts auf Basis eines Modells des Flugkörpers das (ungefähr) benötigte Kommando berechnet wird und direkt in der Steuergröße angewandt wird.
Normalerweise müsste zunächst eine Regeldifferenz zwischen Soll-und Istwert entstehen, und die Regelung reagieren (I-Anteil ist langsam).
Die Vorsteuerung verbessert somit Schnelligkeit der Reaktion des Flugkörpers, während die Regelung weiterhin stationäre Genauigkeit sicherstellt.
Ohne Vorsteuerung läuft der Istwert dem Sollwert hinterher. Besonders da sich hier der Sollwert stetig verändert ist das hier von Nöten
Zuletzt geändertvor 10 Tagen