Warum nennt man den Dativ den „Gebefall“?
Der Name kommt vom lateinischen dare (= geben).
Er steht besonders häufig bei Verben des Gebens (z. B. geben, vergeben, verzeihen, anbieten).
Bei welchen Verben kommt der Dativ besonders häufig vor?
Bei Verben des Gebens
Beispiele: geben, vergeben, verzeihen, anbieten
Warum ist der Dativ im Lateinischen und klassischen Deutschen oft schwierig?
Es gibt viele Dative mit spezieller Semantik.
Diese sind für moderne Sprecher oft schwer verständlich.
Warum ist ein verfeinertes Sprachgefühl beim Dativ wichtig?
Weil der Übersetzungserfolg stark vom wörtlichen Verstehen abhängt.
Besonders im Lateinischen ist ein genaues Sprachgefühl Voraussetzung.
Was ist das Grundprinzip aller Dative?
Alle Dative sind eigentlich Dative des indirekten Objekts.
Das indirekte Objekt ist nicht direkt von der Handlung betroffen, sondern nur indirekt beteiligt.
Frage: Mit welcher Frage kann man den Dativ normalerweise erfragen?
Mit „wem?“
Frage: Welche Dativformen sind Ausnahmen bei der Frage „wem?“
Dativus auctoris
Adverbialer dativus finalis
Frage: Mit welcher Frage wird der dativus finalis meistens erfragt?
Mit „wozu?“
Was ist der „echte Dativ“?
bezeichnet einfach das indirekte Objekt
keine besondere Zusatzbedeutung
erwartet bei
3-wertigen Verben (jemand gibt jemandem etwas)
2-wertigen Verben ohne Akkusativ (jemand gehorcht jemandem)
Beispiel: Er gibt mir das Buch.
Was bedeutet „Dativobjekt in der Valenzformel“?
Der Dativ gehört fest zum Verb.
Er ist notwendig für die vollständige Aussage.
Was ist ein fakultatives Dativobjekt?
erscheint im Satz, aber nicht in der Valenzformel
muss „mit Gewalt“ erfragt werden
trägt spezielle Bedeutung (Kasussemantik)
Was bezeichnet der dativus (in)commodi?
Nutznießer oder Leidtragender einer Handlung
Vorteil (commodum) oder Nachteil (incommodum)
Beispiel: Er trägt mir den Koffer. → Er trägt den Koffer für mich.
Wie übersetzt man den dativus (in)commodi verständlich?
oft mit „für + Akkusativ“
Was bezeichnet der dativus possessoris?
den Besitzer einer Sache
Beispiel: Mir ist Angst. → Ich habe Angst.
Wie wird der dativus possessoris häufig übersetzt?
mit „haben“ oder „besitzen“
Struktur: sein + Dativ
Was bezeichnet der dativus iudicantis?
den Beurteilenden, aus dessen Sicht eine Aussage gilt
Beispiel: Die Weisheit ist den Philosophen die größte Tugend. → Die Weisheit ist für die Philosophen die größte Tugend.
Wie wird der dativus iudicantis übersetzt?
meist mit „für + Akkusativ“
Was bezeichnet der dativus auctoris?
den Urheber einer Handlung
häufig beim Gerundivum
Beispiel: Das muß von mir getan sein.
Was bezeichnet der dativus finalis?
den Zweck / die Bestimmung
adverbialer Dativ
Mit welcher Frage wird der dativus finalis ermittelt?
„wozu?“
Wie wird der dativus finalis übersetzt?
meist mit „zu + Dativ“ oder „zum + Substantiv“
Beispiel: Er lebt gelehrten Studien. → Er lebt zum Studium.
Was ist ein doppelter Dativ?
Kombination aus
dativus (in)commodi + dativus finalis
Beispiel: Die Laster sind dem Philosophen zum Haß. → Die Laster gereichen dem Philosophen zum Haß.
Zuletzt geändertvor 11 Tagen