(Folie 7) Welche vier großen Psychotherapierichtungen haben sich historisch entwickelt – und seit wann?
Vier zentrale Richtungen:
Psychodynamische Verfahren → seit Ende des 19. Jahrhunderts
Verhaltenstherapie → seit den 1950er Jahren
Systemische Therapien → seit den 1950er Jahren
Humanistische Therapien → seit den 1960er Jahren
(Folie 8) Welche zentrale Leitfrage stellte Gordon Paul (1969) zur Psychotherapie?
Die Leitfrage lautet:
„What treatment, by whom, is most effective for this individual with that specific problem, under which set of circumstances, and how does it come about?”
Kernaspekte:
• Welche Behandlung?
• Für wen?
• Unter welchen Bedingungen?
• Durch wen?
• Wie wirkt sie?
(Folie 9) Welche vier Phasen der psychologischen Interventionsforschung unterscheidet Grawe (1997)?
Legitimationsphase → Ist Psychotherapie effektiv?
Wettbewerbsphase → Wirkt eine Therapie besser als andere?
Indikations- / Verschreibungsphase → Was wirkt wann für wen?
Prozessforschungsphase → Auf welche Weise wirkt Psychotherapie?
(Folie 11) Was war das Ergebnis von Eysencks Review (1952)?
Review von 19 Studien
• Psychoanalyse & eklektische Therapien
• N = 7000 Patient:innen
• Vergleich: Psychotherapie vs. Spontanremission
Ergebnis:
• Etwa zwei Drittel verbesserten sich innerhalb von zwei Jahren
• Kein Nachweis, dass Psychotherapie die Genesung stärker fördert als Spontanremission
→ Vernichtendes Urteil gegenüber Psychotherapie
(Folie 12) Was zeigten die großen Meta-Analysen der 1980er Jahre?
• Systematische quantitative Zusammenfassungen vieler Studien
• Mittlere Effektstärke verschiedener Psychotherapieverfahren:
d = 0,85
→ Großer Effekt
(Folie 13) Wie lautet die aktuelle Evidenzlage zur Wirksamkeit von Psychotherapie?
Psychotherapie ist wirksam!
• Effektstärke:
d = 0.8 (0.75 – 0.85)
(Folie 13) Welche Limitationen werden in aktuellen Studien genannt?
Trotz Wirksamkeit:
• Niedrige Remissionsraten (~ 30 %)
• Non-Response oder Zustandsverschlechterung
• Nebenwirkungen
(Folie 15) Womit beschäftigt sich Psychotherapieforschung – und welche Ziele verfolgt sie?
Psychotherapieforschung untersucht:
• Wirksamkeit psychotherapeutischer Interventionen
• Wirkweise psychotherapeutischer Interventionen
Ziele:
Methoden entwickeln, evaluieren, erklären, optimieren
Prognosen ermöglichen: → Welche Methode → bei welchen Patient:innen → unter welchen Bedingungen → mit welchen Effekten?
(Folie 16) Was bedeutet grundorientierte Wirksamkeitsforschung (Efficacy Research)?
Efficacy Research untersucht:
• Klinische Wirksamkeit
• einer standardisierten Intervention
• unter optimalen Bedingungen
→ Fokus: Funktioniert die Methode unter idealen Bedingungen?
(Folie 17) Wie war das Design der RELEASE-Studie aufgebaut?
Studien-Design:
• 3 Zentren: Mannheim, Frankfurt, Berlin
• Vergleich von:
DBT-PTSD
CPT-C • Jeweils 45 Sitzungen
Messzeitpunkte:
T1 Prä
T2 Monat 3
T3 Monat 6
T4 Monat 9
T5 Monat 12 (Ende Hochfrequenzphase)
T6 Monat 15 (Therapieende)
T7 Monat 24 (Follow-up)
(Folie 18) Welche zentralen Einschlusskriterien hatte die RELEASE-Studie?
Einschlusskriterien:
• Frauen 18–65 Jahre
• PTBS nach sexuellem oder körperlichem Missbrauch vor dem 18. Lebensjahr
• Sexuelle oder körperliche Gewalt als Index-Trauma
• Mindestens 3 Borderline-Kriterien (inkl. affektive Instabilität)
• Möglichkeit zur wöchentlichen Teilnahme über ein Jahr
(Folie 18) Welche wichtigen Ausschlusskriterien gab es?
Ausschlusskriterien:
• Lebenszeitdiagnose Schizophrenie
• Lebenszeitdiagnose Bipolar-I-Störung
• Schwere Psychopathologie mit Behandlungsbedarf in anderem Setting
• Körperliche Erkrankungen gegen Exposition
• Suizidversuch in den letzten 2 Monaten
• Geplanter stationärer Aufenthalt
(Folie 19) Wie sah die Stichprobe der RELEASE-Studie aus?
Stichprobe:
• N = 193 Frauen
• Alter: Ø 36,3 Jahre
Indextrauma:
• 74,6 % sexuelle oder sexuelle + körperliche Gewalt
• 25,4 % körperliche Gewalt
Missbrauch:
• Beginn: Ø 7,7 Jahre
• Dauer: Ø 6,9 Jahre
Komorbidität:
• 48,2 % komorbide Borderline-Persönlichkeitsstörung
• Ø 4,8 BPS-Kriterien
• immer affektive Instabilität
Zu Studienbeginn:
→ Keine signifikanten Unterschiede zwischen DBT-PTSD und CPT-C
(Folie 20) Wie unterschieden sich die Drop-Out-Raten?
Drop-Out:
• DBT-PTSD: 25,5 %
• CPT-C: 39,0 %
• p = 0.05
→ Höhere Abbruchrate bei CPT-C
(Folie 20) Wie hoch waren die Effektstärken (ITT)?
Effektstärke ITT:
• DBT-PTSD: d = 1.35
• CPT-C: d = 0.98
Zwischengruppen-Effekt:
• d = 0.33, p = 0.02
→ Vorteil für DBT-PTSD
(Folie 20) Wie sahen die Effektstärken bei Completern aus?
Completer:
• DBT-PTSD: d = 1.66
• CPT-C: d = 1.24
• d = 0.21
• p = 0.26 (nicht signifikant)
(Folie 21) In welchen Bereichen zeigte DBT-PTSD besonders starke Effekte?
Dissoziation → große Effekte (d = 0.79; d = 0.82) → signifikante Gruppenunterschiede
Borderline-Symptomatik (BSL-23) → großer Effekt (d = 1.11) → CPT-C: mittlerer Effekt (d = 0.47) → signifikanter Gruppenunterschied
Problemverhalten (BSL-BI) → signifikanter Rückgang (d = 0.54) → CPT-C: kein Effekt (d = 0.08)
Suizidalität:
• Kein Suizid in beiden Gruppen
• 1 Suizidversuch in CPT-C
(Folie 21) Wo zeigte CPT-C einen Vorteil?
• Mehr Early Responder
→ CPT-C: 9,5 %
→ DBT-PTSD: 2,0 %
→ p = 0.03
(Folie 22) Was bedeutet anwendungsorientierte Wirksamkeitsforschung (Effectiveness Research)?
Effectiveness Research untersucht:
• Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen
• in der realen Versorgung
→ Fokus: Funktioniert die Therapie im Praxisalltag?
Beispiel:
Routineversorgungsstudie an der Hochschulambulanz der MSH
(Folie 23) Wie wird in der Routineversorgungsstudie der MSH gemessen?
Systematische Erfassung von Behandlungsverläufen:
Zu Beginn:
• Diagnostisches Interview
• Fragebogen zu traumatischen Kindheitserlebnissen
• Soziodemographische Daten
Zu allen Messzeitpunkten:
• Störungsübergreifende Fragebögen
• Störungsspezifische Fragebögen
(Folie 24) Welche Messzeitpunkte gibt es in der MSH-Routineversorgungsstudie?
• T1: Prä (Probatorik, Behandlungsbeginn)
• T2: Nach 12 Sitzungen (Ende KZT1)
→ oder nach 10 Sitzungen (BQT III)
• T3: Nach 24 Sitzungen (Ende KZT2)
• T4: Nach 60 Sitzungen (Ende LZT)
• T5: Post (Therapieende)
• T6: Follow-up (6 Monate nach Therapieende)
(Folie 25) Worin unterscheiden sich Efficacy- und Effectiveness-Studien?
Efficacy Studies
• „Künstliche Bedingungen“ (z.B. Labor)
• Ausgewählte Patient:innen
• Schmaler Problemfokus
• Manualtreue, trainierte Therapeut:innen
• Hohe interne Validität
Effectiveness Studies
• Praxis/Klinik
• Patient:innen der Routineversorgung
• Breiter Problemfokus
• „Normale“ Therapeut:innen
• Hohe externe Validität / Generalisierbarkeit
(Folie 26–27) Was untersucht effzienzorientierte Wirksamkeitsforschung?
Cost-effectiveness research untersucht:
• Kosten-Nutzen-Verhältnis
• gesundheitsökonomische Aspekte
Beispiel (Sekundäranalyse von 124 Studien):
→ Psychotherapie ist im Vergleich zu routinemäßigen medizinischen Maßnahmen:
• Wirksamer
• Kostengünstiger
(Folie 29) Was kennzeichnet eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT)?
• Zufällige Zuteilung (Randomisierung)
• Behandlungsgruppe
• Kontrollgruppe
• Vergleich der Wirksamkeit
→ Ziel: Kausale Wirksamkeitsprüfung
(Folie 30) Welche Arten von Kontrollgruppen gibt es in RCTs – und wozu dienen sie?
Warte-Kontrollgruppe → Kontrolliert naturalistischen Verlauf & Spontanremission
Treatment-as-usual (Standardversorgung) → Vergleich mit Routineverfahren
Psychologisches Placebo / supportive Therapie → Kontrolliert unspezifische Effekte (Beziehung, Zuwendung)
(Folie 31) Warum sind Doppelblind-Studien in Psychotherapie meist nicht realisierbar?
• Therapeut:innen wissen, welche Behandlung sie durchführen
• Patient:innen wissen, welche Therapie sie erhalten
→ Verblindung praktisch kaum möglich
(Folie 32) Welche Gefahren für die Validität von Studien gibt es – und wie begegnet man ihnen?
Systematische Gruppenunterschiede → Randomisierung, Stratifizierung
Ereignisse außerhalb der Therapie → Randomisierung, statistische Kontrolle, Reflexion
Drop-Out → Gründe erfassen, Drop-Out-Analysen, Intent-to-treat
Keine Repräsentativität → Repräsentative Erhebung, kritische Diskussion
Hawthorne-Effekt → Manipulation Checks, Kontrollratings
Allegiance-Effekt → Verblindete Erfolgsmessung, mehrere Studienleiter/Therapeut:innen
(Folie 33) Woran misst sich Therapieerfolg?
Reduktion der Symptomatik
Verbesserung der Krankheitsfolgen
Nebenwirkungen
Negative Folgen
Therapieabbrüche
Langfristige Wirksamkeit
(Folie 33) Warum reicht statistische Signifikanz nicht aus?
• p-Wert ist kein gutes Maß für Veränderung
• Effektstärke abhängig von Stichprobenvarianz
Wichtiger:
• Klinische Relevanz
• Cut-Off-Werte (z.B. 3 Punkte im BDI)
• MCID (minimal clinically meaningful difference)
(Folie 34) Was ist eine Meta-Analyse?
Meta-Analyse =
• Systematische
• quantitative
• Zusammenfassung vieler Einzelstudien
→ Ziel: Gesamtbewertung der Evidenz
(Folie 34) Welche Probleme können bei Meta-Analysen auftreten?
Wichtige Fehlerquellen:
Garbage-in–Garbage-out → Schlechte Primärstudien führen zu verzerrten Ergebnissen
Publikations-Bias → Studien mit positiven Ergebnissen werden häufiger publiziert
Selektions-Bias
Variablen-Vermischung → „Äpfel & Birnen“-Problem
(Folie 36) Welche Systeme dienen der Evidenzbewertung?
Stufen der Evidenzbasierung → GRADE-System (Guyatt & Sackett, 1995)
Empirically Supported Treatments → APA Division 12
Klinische Leitlinien, z.B.: • Deutschland: AWMF • UK: NICE
(Folie 37) Welche Evidenzklassen gibt es im GRADE-System?
Klasse Ia
→ Mindestens eine Metaanalyse hochwertiger RCTs
Klasse Ib
→ Mindestens ein hochwertiges RCT
Klasse IIa
→ Hochwertige kontrollierte, aber nicht-randomisierte Studie
Klasse IIb
→ Hochwertige quasi-experimentelle Studie
Klasse III
→ Hochwertige nicht-experimentelle deskriptive Studien
(z.B. Korrelations-, Fall-Kontroll-Studien)
Klasse IV
→ Systematisch integrierte Expertenmeinungen, beschreibende Studien
Klasse V
→ Fallserie oder Expertenmeinung
(Folie 38) Welche Kriterien bestimmen den Empfehlungsgrad einer Therapie?
Kriterien für die Graduierung:
Konsistenz der Studienergebnisse
Klinische Relevanz der Endpunkte & Effektstärken
Nutzen-Schaden-Verhältnis
Ethische & ökonomische Erwägungen
Patientenpräferenzen
Anwendbarkeit & Umsetzbarkeit
(Folie 42) Was besagt das Dodo-Verdikt?
Zitat (Alice im Wunderland):
„Everybody has won and all must have prices.“
Bedeutung:
• Alle Therapien gewinnen
• Keine Therapie ist klar überlegen
→ Verschiedene Therapieverfahren zeigen vergleichbare Wirksamkeit
(Bezug: Rosenzweig, 1936; Wampold & Imel, 2015)
(Folie 43) Was zeigte die Metaanalyse zu 7 Behandlungsansätzen bei Depression?
Vergleich verschiedener Therapien:
• Relative Effektstärken:
d = 0.01 bis d = -0.30
→ Keine bis kleine Unterschiede zwischen Verfahren
(Folie 45) Warum ist die Frage nach Wirkmechanismen zentral?
• Wirksamkeit ≠ Erklärung der Wirkweise
• Fast alle Therapien basieren auf klarer Theorie
• Tatsächliches Wissen über Wirkmechanismen ist noch begrenzt
(Folie 46) Was ist ein Wirkfaktor?
Wirkfaktor =
Variable, deren Veränderung
signifikant für den Therapieerfolg verantwortlich ist
(Folie 46) Was unterscheidet spezifische von allgemeinen Wirkfaktoren?
Spezifische Wirkfaktoren
• Verfahrensspezifisch
• Typische Merkmale eines Verfahrens
• Therapeutische Techniken
(z.B. Reizkonfrontation)
Allgemeine Wirkfaktoren
• Schulenübergreifend
• Störungsübergreifend
• Gemeinsame Merkmale therapeutischen Erfolgs
(Folie 47) Welche vier zentralen Wirkfaktoren beschreibt Frank?
Intensive, vertrauensvolle Beziehung
Vermittlung eines Behandlungsrationals
Konsistentes Behandlungsvorgehen
Formalisierte Behandlungsstruktur
Rolle spezifischer Interventionen:
→ Eher „therapeutische Rituale“,
die mit Punkt 3 konsistent sein müssen
(Folie 48) Welche Wirkfaktoren nennt Grawe?
Problemaktualisierung → Emotionale Aktivierung des Problems
Motivationale Klärung → Verständnis eigener Bedürfnisse, Ziele, Erwartungen
Ressourcenaktivierung → Nutzung von Stärken & Potenzialen
Problembewältigung → Neue Strategien entwickeln
Zusätzlich:
• Therapeutische Beziehung
(Folie 49–50) Welche Rolle spielen allgemeine vs. spezifische Wirkfaktoren?
• Allgemeine Faktoren haben großen Einfluss
• Spezifische Techniken erklären weniger Varianz
• Viel unerklärte Varianz bleibt bestehen
→ Allgemeine Faktoren sind zentral
(Folie 51) Welche drei Wirkmechanismen beschreibt das kontextuelle Meta-Modell?
Echte Beziehung / soziale Verbindung
Erwartungen hinsichtlich der Behandlung
Behandlungsdurchführung
Ziel:
• Symptomreduktion
• Höhere Lebensqualität
(Folie 52) Welche vier Faktoren beeinflussen das Behandlungsergebnis?
Patient:in
Therapeut:in
Technik / Methode
Passung der Psychotherapie
(Folie 53) Wie stark beeinflusst der/die Therapeut:in das Therapieergebnis?
• 5–8 % der Ergebnisvarianz
• 12,5 % erzielen signifikant bessere Ergebnisse
• 11,2 % erzielen signifikant schlechtere Ergebnisse
• Effekte stärker bei stark belasteten Patient:innen
• Tendenz zur Selbstüberschätzung
(„better-than-average“-Effekt)
(Folie 54) Welche Kompetenzbereiche zeichnen erfolgreiche Therapeut:innen aus?
1. Fachlich-konzeptuelle Kompetenz
• Wissen über Modelle psychischer Erkrankungen
• Wissen über Behandlung
2. Personale Kompetenz
• Selbstreflexion
• Feedbackoffenheit
• Empathie
• Emotionsregulation
• Ambiguitäts- & Spannungstoleranz
3. Beziehungskompetenz
• Aufbau stabiler therapeutischer Beziehung
• Differenzierung eigener & fremder Affekte
→ Erfolgreich ist das Zusammenspiel aller Kompetenzen
(Folie 55) Welche Rolle spielen zwischenmenschliche Fähigkeiten?
Systematischer Literaturüberblick:
• Effektive Therapeut:innen zeichnen sich durch
professionell kultivierte zwischenmenschliche Fähigkeiten aus
• Grundlage vermutlich in persönlicher Lebens- & Bindungsgeschichte
(Folie 55) Wie stark hängt Empathie mit Therapieerfolg zusammen?
Metaanalyse (Elliott et al., 2018):
• Empathie = robuster mittelgroßer Prädiktor
• Zusammenhang: r = .28
• Klärt mehr Varianz als spezifische Methoden
(Folie 56) Was ist die therapeutische Allianz?
Therapeutische Allianz =
Zusammenarbeit von Therapeut:in und Patient:in
im Rahmen einer unterstützenden Arbeitsbeziehung
(Folie 56) Wie stark hängt Allianz mit Therapieerfolg zusammen?
Meta-Analyse:
• k = 295 Studien
• n > 30.000 Patient:innen
Zusammenhang:
• r = .28
• äquivalent zu d = .58
• p < .0001
→ Stabiler Zusammenhang
(Folie 57) Welche Patient:innen-Merkmale fördern Therapieerfolg?
• Höhere Veränderungsbereitschaft
• Intrinsische Motivation
• Aktive Teilnahme
• Geringere Beeinträchtigung
• Keine außergewöhnlich negativen Kindheitserfahrungen
(Folie 58) Welche interventionsbezogenen Prinzipien fördern Therapieerfolg?
• Strukturierte & fokussierte Behandlung
• Deutungen zu zentralen Beziehungsthemen (TP)
• Vertiefung emotionaler Erfahrungen
• Förderung von Verhaltensänderungen
• Feedback zum Therapieprozess
(Folie 59) Welche Wirkung hat Feedback zum Therapiefortschritt?
• 58 Studien
• 21.699 Patient:innen
→ Feedback allein verbessert die Therapie
(Folie 61) Wie lässt sich der aktuelle Stand der Psychotherapie zusammenfassen?
• Psychotherapie ist relativ effektiv
• Verschiedene Ansätze sind ziemlich vergleichbar
• Common factors sind relevanter als spezifische Faktoren
(Folie 62) Was ist das Ziel prozessbasierter Therapie?
• Entwicklung prozessbasierter, transdiagnostischer, verfahrensübergreifender Interventionen
Charakteristika:
• Systematische Anwendung evidenzbasierter Veränderungsprozesse
• Zentrale Rolle: Verarbeitungsprozesse des Patienten
(Folie 63) Welche drei zentralen Entwicklungsrichtungen werden genannt?
Prozessbasierte, transdiagnostische Interventionen entwickeln
Kluft zwischen Forschung und Praxis überwinden • Sammlung praxisorientierter Evidenz • Praxis-Forschungsnetzwerke
Zugang zu Psychotherapie verbessern
Zitat (Wampold & Imel, 2015):
Fokus sollte stärker auf Zugang liegen als auf minimalen Wirksamkeitsunterschieden.
(Folie 64) Welche Entwicklungen betreffen einzelne Therapieverfahren?
Kognitive Verhaltenstherapie
• Wirkfaktoren & Prozesse verstehen und optimieren
• „Dritte Welle“, „Vierte Welle“
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
• Neue Effektivitätsstudien
• Besonders bei unterbeforschten Störungen
(z.B. PTBS, Zwangsstörungen)
• Einschluss psychodynamischer Outcomekriterien
• Äquivalenzstudien mit ausreichenden Fallzahlen
Verfahrensübergreifend:
• „What works for whom?“
→ Differenzielle Wirksamkeit
(Folie 64) Was sind die zentralen Schlussfolgerungen der Vorlesung?
Psychotherapie ist insgesamt relativ effektiv
Verfahren zeigen ähnliche Wirksamkeit, sind aber unterschiedlich gut erforscht
Allgemeine Wirkfaktoren sind relevanter als spezifische
Es entsteht ein Bild erfolgreicher Therapeut:innen-Kompetenzen
Zukunft liegt in transdiagnostischen, verfahrensübergreifenden Ansätzen, die evidenzbasierte ätiologische Störungsmechanismen berücksichtigen
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