Definition: Beikost
Alle Nahrungsmittel (flüssig, breiig, fest), die zusätzlich zu Muttermilch, Säuglingsanfangs- oder Folgenahrung gegeben werden
„Beikost bezeichnet alle speziell für Säuglinge und Kleinkinder hergestellten (…) Lebensmittel, die frühestens ab dem 5. Lebensmonat und spätestens ab dem 7. Lebensmonat die Ernährung mit Muttermilch beziehungsweise Muttermilchersatzprodukten schrittweise ergänzen sollen.“
complementary food
Beikost
complementary feeding
Periode, in der Beikost zusammen mit Muttermilch, Säuglingsanfangs- oder Folgenahrung gegeben wird
Beikosteinführung in Deutschland
Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr ist an der sensomotorischen Entwicklung der Kinder ausgerichtet
umfasst 3 Phasen
Beikosteinführung - Phasen
ausschließlich Milchnahrung in den ersten 4-6 Monaten
Weiterstillen + Einführung von Beikost-(Brei-)Mahlzeiten ab den 5. bis 7. Lebensmonat
Einführung von Familienkost ab dem ca. 10. Lebensmonat
Wichtig: Persönliche Entwicklung/Reifezeichen des Kindes sollten beobachtet werden, für den richtigen Zeitpunkt der Beikost-Einführung
Reifezeichen des Säuglings
kann den Kopf alleine halten
kann aufrecht sitzen (mit minimaler Unterstützung im unteren Rücken)
zeigt Interesse am Essen anderer (macht beim Beobachten Kaubewegungen)
kann die Hand zum Mund koordinieren (ggf. mi Pinzettengriff)
schiebt feste Nahrung nicht aus dem Mund (Zungenstreckreflex ist verschwunden)
zeigt deutlich, dass es satt ist
wacht nachts auf (Hunger)
nimmt nicht zu / ist sehr groß
beobachtet andere beim Essen, schmatzt
streikt beim Stillem (trinkt weniger)
clustert beim Stillen (trinkt vermehrt)
schläft nach dem Stillen nicht unmittelbar ein
Entwicklung und Ernährung des Säuglings: Nahrung
Stillphase: Trinknahrung
Still- und Breiphase: Breinahrung, Beikost
Übergangsphase: Feste Nahrung, Familienkost
Entwicklung und Ernährung des Säuglings: Neuromotorisch
Stillphase: Suchreflex, Saugreflex, Schluckreflex
Still- und Breiphase: orale Essbewegungen, Löffelfütterung, Appetit, Verweigerung, Kopfkontrolle, Sitzen (gestützt)
Übergangsphase: Zahnung, Trinken aus der Tasse, Essen mit Fingern, Sitzen (selbstständig)
Entwicklung und Ernährung des Säuglings: sozial
Stillphase: Ablösung der Mutter-Kind-Einheit
Still- und Breiphase: Individuation
Übergangsphase: soziale Eingliederung
Entwicklung und Ernährung des Säuglings: physiologisch
Stillphase: reifende Verdauungsfunktion
Still- und Breiphase: erhöhter Bedarf an Energie- und Nährstoffe
Warum ist der Start der Beikosteinführung so eng vorgegeben?
Kritische Nährstoffe im 2. Lebenshalbjahr bei ausschließlichem Stillen: Eisen, Vitamin B6, Zink, Phosphor, Magnesium, Calcium
Beikost zusätzlich zur Muttermilch um Bedarf zu decken
vorsorgliche Meidung oder spätere Einführung von allergieauslösenden Lebensmitteln bietet keinen Schutz vor Allergien -> Zeitpunkte gelten auch für allergiegefährdete Kinder
Baukastensystem der Beikost - klassisch
erster Brei: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (industriell hergestellt: Baby-/Junior-Menür -> Gläschen, Becher)
zweiter Brei: Milch-Getreide-Brei (industriell hergestellt: Milchfertigbrei -> Trockenprodukte, Gläschen)
dritter Brei: Getreide-Obst-Brei (industriell hergestellt: Getreide-Obst-Brei -> Gläschen, Trockenprodukte)
Baukastensystem der Beikost - Selbstzubereitung des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
90-100 g Gemüse
40-60 g Kartoffeln
15-20 g Obstsaft
20-30 g Fleisch
8-10 g Rapsöl
Baukastensystem der Beikost - Selbstzubereitung des Milch-Getreide-Breis
200 g Milch
20 g Getreideflocken
20 g Obstsaft, -püree
Baukastensystem der Beikost - Selbstzubereitung des Getreide-Obst-Breis
90 g Wasser
100 g Obst
5 g Rapsöl
Baukasten der Beikost - Alternativen
Gemüse-Kartoffel-Fisch-Brei -> 20-30 g Fisch statt Fleisch (industriell hergestellt: Fischmenüs -> Gläschen, Becher)
Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei -> 30-40 g Obstsaft und 10 g Getreide statt Fleisch (industriell hergestellt: vegetarische Menüs -> Gläschen, Becher)
Der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei ist relativ reich an …
Fett (Ölzusatz)
Proteinen (Fleisch)
Spurenelementen (Eisen, Zink)
Vitamin C (Obstsaft)
1. Brei: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei - Einführung
im 5. bis 7. Monat
kleine Mengen ausreichend
Geduld haben und Zeit nehmen
keine Ablenkung
Rituale einführen (gleiche Schüssel, gleicher Löffel, gleicher Platz)
Idealerweise wird dieser Brei mittags eingeführt
Beliebte Gemüsesorten für den Start: Karotte, Kohlrabi, Zucchini, Pastinake, Kürbis, Brokkoli, Blumenkohl
Fisch und Fleisch können sich abwechseln
1. Brei: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei - Zubereitung
als Mittagsmahlzeit zunächst einige Teelöffel fein püriertes Gemüse (z.B. Karottenmus). Anschließend wie gewohnt Milch, bis Kind satt ist.
Wenn Karotten nicht vertragen werden, anderes Gemüse (z.B. Kürbis, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Fenchel, Pastinake, Zucchini) verwenden. Auch Tiefkühlgemüse (ohne Soße)
Gemüsemenge langsam auf 100 g steigern. Erst dann werden die weiteren Zutaten Schritt für Schritt ergänzt:
Wenn Kind sich nach etwa einer Woche an das Gemüse gewöhnt hat, Gemüse-Kartoffel-Brei um eine gegarte Kartoffel und 1 EL Rapsöl ergänzen.
Als letzter Schritt 30 g mageres Fleisch und 1,5 EL Obstsaft dazu
Nur vegetarischer Brei
nicht empfehlenswert (Fe- & Zn-Aufnahme!)
wenn Entscheidung der Eltern -> Fleisch durch andere Fe-reiche Lebensmittel ersetzen:
Vollkornhafer-, Weizenvollkorn-, Hirseflocken, (keine „normale“ Hirse, enthält Begleitstoffe)
Obstsaft (Vitamin C) als Zugabe zum Brei steigert die Fe-Bioverfügbarkeit
Cave: keinesfalls darf dieser Brei Milch enthalten (Ca bindet Fe)
Cave: Nitrat-reiche Gemüse -> Nitrit-Umbildung bei Erhitzen
Eisengehalt und -Bioverfügbarkeit in Lebensmitteln
Lebensmittel
Absoluter Eisengehalt
Bioverfügbarkeit
Fleisch
gering
hoch
Ei
mäßig
Getreide
Milch
mit Vitamin C (hitzelabil!) aus Fruchtsaft oder Fruchtpüree
Eisen
kritischer Nährstoff im 2. Lebenshalbjahr
Eisen in der Muttermilch: 0,06 mg pro 100 ml (Bioverfügbarkeit ca. 50 %)
Bedarf: 5-12 Monate alt -> 8 mg pro Tag
Eisenstatus bei Säuglingen
Daten zeigen Verschlechterung des Eisenstatus bei Säuglingen in Deutschland trotz Beratung anhand des „Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr“.
Begründung: Abnahme des Eisengehalts in Formulanahrungen + Abnahme des Fleischgehalts in Gläschenkost
lacto-ovo-vegetarischen Kost: usschluss des zweiwertigen Eisen (sehr gute Bioverfügbarkeit) aus Fleisch; Kompromiss dreiwertiges Eisen (schlechte Bioverfügbarkeit) aus Vollkorngetreide + Vitamin C -> Bisher keine Daten zur tatsächlichen Umsetzung
DINO-Studie
Bei bis zu 30 % der empfehlungsgerecht gestillten Säuglinge: Anzeichen für erschöpfte Eisenspeicher (Eisenmangel) im 2. Lebenshalbjahr
Über die Muttermilch erhält der Säugling deutlich weniger Eisen als über industriell hergestellte Formula -> Fe-reiche Beikost besonders wichtig!
Eisenreserven/Eisenspeicher von Säuglingen
Eisenreserven sind bei jedem Kind unterschiedlich gefüllt!
Wichtigste Quelle für Eisen in den ersten 6-12 Monaten!
Je stärker Eisenspeicher aufgefüllt sind, umso länger ausschließliches Stillen ohne Eisenmangel möglich
Wie gut die Eisenspeicher gefüllt sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab
Geburtsgewicht <2.500 g vs. >2.500 g
Eisenstatus der schwangeren Frau
Infektionskrankheiten (chronisch/wiederkehrend akut)
Zeitpunkt der Abnabelung (unmittelbar vs. nach 3 min)
Art der Entbindung: vaginale Geburt oder Sectio (Risiko ↑ für weniger Fe)
Aus der Plazenta übertragene Eisenmenge je nach Zeitpunkt der Abnabelung: Spät abgenabelte Babys (nach 3 min) erhalten bis zu 50 mg Eisen/kg KG mehr als unmittelbar abgenabelte Babys
Abnabelung bei Geburtsgewicht <2500 g
Zeipunkt egal
Eisenspeicher sind vermindert
Fe-Supplementierung bald nach der Geburt, nach ärztlicher Absprache
Frühe (unmittelbare) Abnabelung bei Geburtsgewicht >2500 g
Eisenspeicher: 75 mg Eisen pro kg Körpergewicht -> reicht für ca. 6 Monaten
Einführung einer Eisenreichen Beikost mit ca. 6 Monaten; zeigt das Kind lange kein Interesse am Essen, mögliche Supplementierung ggf. ärztlich abklären
Späte (nach 3 min) Abnabelung bei Geburtsgewicht >2500 g
Eisenspeicher: + 50 mg Eisen pro kg Körpergewicht = 115-125 mg Eisen pro kg Körpergewicht -> ausreichend für >8 Monate, mitunter >12 Monate
Eisenreiche Beikost, sobald das Kind reif ist und Interesse am Essen zeigt
Szenarien der Jodzufuhr nach Ernährungsplan
Selbsttzubereitung: Stillen + 3 Breie -> unzureichende Jod-Zufuhr
Fertigprodukte: Säuglingsmilch + 3 angereicherte Breie -> über der empfohlenden Jod-Zufuhr
Sicherstellung einer adäquaten Jodversorgung:
Jod-angereicherte industriell hergestellte Beikost (Milch-Getreide-Brei)
Jod-Supplementierung (ca. 50 μg / Tag)
2. Brei: Milch-Getreide-Brei - Einführung
im 6. bis 8. Lebensmonat (1 Monat nach Einführung des 1. Breis)
reich an Proteinen (Milch)
reich an Mineralstoffen (Calcium)
Schrittweise Einführung von glutenhaltigem Getreide
Verwendung von Kuhmilch (auch allergiegefährdete Kinder)
dealerweise wird dieser Brei abends gefüttert
Kein Nachsüßen des Breis (und keinesfalls mit Honig)!
3. Brei: Getreide-Obst-Brei - Einführung
7.-9. Lebensmonat (1 Monat nach Einführung des 2. Breis)
Vitaminreich
Milchfrei!
relativ proteinarm ->verhindert zu hohe Proteinzufuhr
eine Getreide- und eine Obstart pro Mahlzeit reichen
Beim Obst Abwechslung bieten: Apfel, Birne, Banane, Pfirsich, Nektarine, Aprikose, …
idealerweise wird dieser Brei nachmittags gefüttert
ab der Einführung des 3. Breis am Tag braucht das Baby zusätzlich Getränke (idealerweise Wasser)
Getränke in der Säuglingsernährung
Bei ausschließlicher Milchernährung in den ersten 4-6 Monaten und bei Beikosteinführung (inkl. Milchmahlzeiten): Getränke prinzipiell nicht erforderlich (Muttermilch/Milchnahrung ausreichend) -> Ausnahme: hoher Flüssigkeitsverlust
Bei Übergang zur Familienkost (ab dem 3. Brei): Getränke erforderlich -> Geeignet sind: Wasser (Leitungswasser oder stilles Mineralwasser „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“) und ungesüßter Kräuter- / Früchtetee
Zeitpunkte der 3 Breie
mittags: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
nachmittags: Getreide-Obst-Brei
abends: Milch-Getreide-Brei
Pluspunkte für selbst gekochte Breie
größere Geschmacksvielfalt
Gewöhnung an die Küche des Elternhauses
evtl. preiswerter
Obst und Gemüse der Saison und aus der Region können verwendet werden
Selbstbestimmung der Zutaten
ungeeignete Geschmackszutaten können weggelassen werden
Pluspunkte für Fertigbreie
aus kontrollierter Produktion und schadstoffarm
gleichbleibend gute Qualität
Keimarmut und Haltbarkeit (unter hygienisch einwandfreien Bedingungen hergestellt und verpackt)
nur Erwärmung notwendig
praktisch für unterwegs und bei Zeitmangel
Gläschen kaufen - worauf ist zu achten?
wenige Zutaten
keine unnötigen Zusätze
Milch(-produkte) gehört nicht in jeden Brei!!!
Vitamin C-Zusatz auf Etikett überprüfen, ggf. etwas Saft dazugeben
genau lesen, was bei Pulver schon enthalten ist (mit Milch oder Wasser anrühren?)
Fleischeinwaage überprüfen (Empfehlung: mind. 5x wöchentlich mit Fleischbrei füttern) -> Fe-Versorgung
Beikost - gesetzliche Vorgaben: Geregelt sind unter anderem
Zusammensetzung (Makro- + Mikronährstoffe, inkl. Mindest-/Höchtsmengen)
Pestizidrückstände (Höchstmengen, verbotene Pestizide)
Kennzeichnung
Delegierte Verordnung zu Getreidebeikost und andere Beikost steht noch aus -> erhebliche Kritik an den bisherigen Vorgaben durch Wissenschaftler -> z.B. zu hoher erlaubter Zuckerzusatz von bis zu 30 %
Beikost - gesetzliche Vorgaben
Strengere Grenzwerte für Rückständen als für „normale“ Lebensmittel: nitratarm, praktisch frei von Pestiziden
bestimmte Nährstoffgehalte sind vorgeschrieben, z.B. Getreidebeikost mind. 25% Getreide, Mindestmengen für Fleisch-/Fisch-Anteil, Höchstmenge für Zuckergehalt
Nur wenige Zusatzstoffe erlaubt: Konservierungsstoffe, Süßstoffe, künstliche Farbstoffe dürfen nicht verwendet werden
Gluten enthalten ja/nein bei Nahrung vor dem 6. Monat
Angabe ab welchem Alter geeignet (nicht unter 4. Monat)
Bio-Produkte müssen zusätzlich den Anforderungen der EG-Öko-Verordnung entsprechen.
ggf. Zubereitungsanweisung
Haltbarkeit hängt von Zutaten und Verpackungstyp ab: Reine Fruchtgläser sind länger haltbar als milchhaltige Produkte. Im Schnitt sind Beikostartikel 9 bis 12 Monate haltbar.
Konsensuspapier zu “Quetschies”
„Quetschies“ sollen nicht verwendet werden, stattdessen mit dem Löffel füttern oder finger food anbieten
Kinder sollen eine große Auswahl an verschiedenen Lebensmitteln und Texturen kennenlernen
„Quetschies“ haben meist eine hohe Energiedichte und einen hohen Zuckergehalt (bis zu 90%!)
Regelmäßige Verwendung von „Quetschies“ steigert Risiko für unausgewogene Ernährung, Karies und Übergewicht
Marktanalyse kommerzielle Beikostprodukte
Häufigstes Obst: Apfel, häufigstes Gemüse: Karotte
Häufigste Zusätze: Vitamin B1, Vitamin C, Eisen, Calcium, Vitamin D
>50% der Energie durch Zucker in Quetschies, Getränken, Obst-Getreidebreien, Obst
Risiko für ungesunde Ernährungsgewohnheiten
Eltern müssen über optimale Auswahl aufgeklärt werden
Nährstoffsupplemente für Säuglinge
Vitamin K: 3x 2 mg als Tropfen -> bei Geburt und bei U2 und U3
Vitamin D: 400-500 I.E. pro Tag im 1. Lebensjahr (und im Winterhalbjahr des 2. Lebensjahres) kombiniert mit
Flourid: 0,25 mg pr Tag in den ersten 3 Lebensjahren
Geeignete Lebensmittel für die Beikost
Gemüse: Nährstoffreichem, gut verträgliche Sorten, Gemüse der Saison, z.B. Karotte, Brokkoli, Kürbis, Erbse, Pastinake, Blumenkohl
Fleisch: Magere Stücke, z.B. Rind, Geflügel, Lamm
Fettreicher Fisch: z.B. Lachs
Milch (nur für Zubereitung von Breien): Vollmilch (Frischmilch/H-Milch -> pasteurisiert oder ultrahocherhitzt), Milchnahrung
Getreide: Getreideflocken, Instantflocken, Vollkorn
Obst: Obst der Saison
Saft: Vitamin C-reicher Saft (20-30 mg pro 100 ml)
Öl: raffiniertes oder kaltgepresstes Rapsöl
Ungeeignete Lebensmittel im 1. Lebensjahr
Honig/Ahornsirup
Soja
Rohe Eier (Rührei, selbstgemachte Mayonnaise, …)
starke Gewürze, (zu viel) Salz
Trinkmilch (Ausnahme 200 ml für Milch-Getreide-Brei, am Ende des 1. Lebensjahres aus dem Becher zur Brotmahlzeit)
Vorsicht bei: kleinen, harten Lebensmitteln (Nüsse, Trauben, Beeren, …), Zucker, Süßstoffen, Wurstwaren, Kohlgemüse/blähende Lebensmittel, hochverarbeiteten Lebensmitteln,
Ungeeignete Lebensmittel im 1. Lebensjahr: Ahornsirup
wegen Clostridium botulinum -> Lebensmittelvergiftung
Ungeeignete Lebensmittel im 1. Lebensjahr: Soja
wegen Phytoöstrogene wie Isoflavone, Phytate
Ungeeignete Lebensmittel im 1. Lebensjahr: Rohe Eier
wegen Salmonellen in nicht durcherhitzten Speisen -> Lebensmittelvergiftung
Ungeeignete Lebensmittel im 1. Lebensjahr: starke Gewürze, Salz
wegen sehr sensiblem Geschmackssinn des Babys, nur geringer Salzbedarf
Ungeeignete Lebensmittel im 1. Lebensjahr: Trinkmilch
wegen hohen Protein- und Mineralstoffgehalt & zu geringer Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Eisen, Jod und Kupfer! Speziell KEINE Roh- oder Vorzugsmilch!
Baby-led weaning (BLW) - Idee
Weiterführen des Prinzips „Stillen nach Bedarf“
Einführung der Beikost als Finger Food
Verzicht auf rohe tierische & kleine, harte LM
leicht zu greifen: weiches Obst, gekochtes Gemüse, Kartoffeln,
Nudeln, weiches Fleisch
Annahme:
Baby kann sitzen (mit ca. 6-8 Monaten)
Hand-Mund-Koordination eigenständig durch Baby
Baby-led weaning (BLW) - Prinzip
Baby entscheidet „Was“ und „Wie viel“ es isst
Eltern bestimmen das Angebot, keine genauen Vorgaben
Vorrangig 6-monatiges Stillen vorgesehen, Beginn Beikost frühestens 7. Lebensmonat
Baby-led weaning (BLW) - Ziel
Stressfreie Beikosteinführung
Langfristig gute Esser
Erziehung zur Eigenständigkeit
Schluss mit „Breifütterschlachten“
Baby-led weaning (BLW) - Datenlage
Nur wenige Studien, meist Beobachtungsstudien mit sehr geringen Teilnehmerzahlen (Keine Studien zur besseren Selbstregulierung der Energieaufnahme und zu kritischen Nährstoffen wie Eisen)
Es existiert keine verbindliche Definition für BLW
Ernährungspraxis in den Studien sehr heterogen
Anekdotenhafte Berichte in Elternforen
Baby-led weaning (BLW) - Hypothese der Befürworter
Bessere Selbstregulierung der Energieaufnahme (Gewichtsentwicklung)
Weniger mäkelige Esser im Kleinkindalter -> keinen Unterschiede in einer Studie
Baby-led weaning (BLW) - Vorbehalte der Ernährungswissenschaften/Pädiatrie
Risiko für Nährstoffdefizite (Eisen, Jod, Zink)
Risiko für Energieversorgung (Gewichtsentwicklung)
Erhebliche Verzögerung in der Einführung der Beikost als Fingerfood gegenüber Brei
Kind muss sich selbst füttern können
Allergieprävention!
Baby-led weaning (BLW) - Abschließende Bewertung
Keine Empfehlung statt klassischer Beikosteinführung
Netzwerk Gesund ins Leben: Keine Empfehlung, sondern Kombi
Baby-led weaning (BLW) - Fazit
Bei strikter Einhaltung: Beikostanteil beim Großteil der Kinder noch weit ins 2. Lebenshalbjahr gering, Milch bleibt Hauptnahrungsmittel -> Risiko für Mangelversorgung mit Mikronährstoffen (v.a. Eisen)
Einhaltung der aktuellen Empfehlungen für die Prävention von Allergien bei verzögerter Beikosteinführung ab dem 7. Monat erschwert.
Energie- und Nährstoffzufuhr aufgrund geringer Verzehrsmengen gering -> besonders bei Kindern mit motorischen Entwicklungsverzögerungen
Kann die Gewöhnung an unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Konsistenzen der Lebensmittel im 2. Lebenshalbjahr fördern gegenüber herkömmlichen Breien
Belege für Sicherheit der Nährstoffversorgung stehen aus!
Abhängig von Nahrungsangebot durch Eltern
Abhängig von Auswahl und Motorik des Kindes
Kombination von Brei und Fingerfood als „sichere“ Alternative
Zuletzt geändertvor 8 Tagen