Diagnosekriterien nach DSM
A Kriterium
- Konfrontation mit (drohendem)Tod, Verletzung, Sexuelle Gewalt
o Direktes erleben
o Als Augenzeuge
o Neu im DSM 5;
§ Indirekt; erfahren, dass Verwandte oder ege Freunde traumatisches Ereigniss hatten (muss Gewalt oder Unfallbedingt sein)
§ Wiederholte/extreme Konfrontation mit Aversiven Details traumatischer Ereignisse (nicht bei Konfrontation durch Medien, es sei denn berufsbedingt)
o Nicht mehr enthalten im DSM5 : Subjektiver Reaktion Entsetzen, Angst oder Hilflosigkeit
restliche Kriterien
- Mindestens 1 Monat
- K-PTBS hat zusätzlich: Emotionsregulationsprobleme(Interaktionsprobleme, Negatives Selbstkonzept, Affektive Dysregulation)
o Überlappen mit BPD aber drücken sich anders aus
Epidemiologie
- LZPrävalenz Traumatisches Ereignis im Leben
o Nach DSM3 (Kessler): 61% Männer, 41%Frauen
o Nach DSM4(Stein): 81% Männer, 74% Frauen
§ Männer Mehr ereignisse aber Frauen Ereihnisse mit hoher traumatisierender Wirkung
- Linearer Dose- Response Effekt (Träuma PTBS)
- LZPrävalenz PTBS (in westlichen ländern)
o Frauen:10-12% ;Männer 5-6%
- Hohe Komorbiditäten
- Verlauf
o 30-50 Remission ohne Behandlung (in den ersten Jahren)
o 1/3 chronischer Verlauf
Kategorisierung Störung je nach Zeitpunkt der Symptome
- 2Tage -4Wochen nach Trauma: Akute Belastungsreaktion
- Über 4 Wochen nach Trauma: PTBS
- Erste Symptome über 6 Monate nach Trauma: PTBs mit verzögertem Beginn
PTBS Risiko je nach Trauma
- Interpersonelle Traumata (ggü Akzidentielle Traumata) und Typ 2 Traumata(Länger dauernd) höheres PTBS Risiko
Multifaktorielles Rahmenmodell
Emotional Processing Theorie (Foa und Rothbaum)
o Angst als Netzwerk im Gedächtnis (Stimulusmerkmal, physio Reaktion, Bedeutung)
o Intensive Angst Klassische Konditionierung von situationsmerkmalen mit Schreck-Reaktion
§ Umfasst oft viele Elemente und ist leicht zu aktivieren
§ Ein element aktiviert die gesamte Furchtstruktur Intrusion/Wiedererleben
o erwartung Kondtanter Bedrohung
o Vermeidung verhindert korrektur der Struktur
o Behandlungsvorgehen
§ Vollständiges Trauma.Narrativ ausarbeiten (Fragmentierte Struktur elaborieren)
§ Strukturiertes Wiedererleben integration
§ Abbau situativer Vermeidung/Konfrontation
- Kognitives Modell (Ehlers u Clark)
o Zentral: Beobachtung des Gefühls einer gegenwärtigen Bedrohung (obwohl Trauma vergangen)
o Interpretation des Traumas u Traumafolgen misslingende Verarbeitung
· Moderatoren:
§ Negative automatische Gedanken
§ Schemata
§ Dysfunktionale kognitive Stile
Duale Repräsentatiostheorie (Brewin, Dalgleish, Joseph)
Basics
o Parallel arbeitende Gedächtnissysteme
§ Retrieval competition (Vam durch Sam gehemmt)
o Verbal accessible memory system (VAM)
§ Narrativ/erzählbare erinnerungen mit Vernetzung zum deklarativ/biographischem Gedächtnis (Hippocampusbasiert)
o Situationally Accessible memory system (SAM)
§ Verknüpfung Sinneseindrücke/Reize und Emotionen ergo eher emotionales Gedächtnis unwillkürliche Aktivierung/nicht intentional zugänglich (Amygdalabasiert)
Bei Ptbs
o Flashbacks = aus Sam getriggerte Reaktion ohne autobiographische Verankerung
o Bei PTBS:
§ Primäre Enkodierung im SAM mit unzureichender/fragmentierter enkodierung im SAM
· U förmiger Zusammenhang zwischen neuronaler Erregbarkeit Hippocampus und Stress (bei leichtem stress gut unter extremem Stress schlechte Gedächtnisspeicherung)
- Neurobiologisch/Hippocampus als Einfluss
o Kleinerer Hippocampus bei PTBS (Neurotoxizität; PTBs stress schrumft hippocampus vs. Vulnerabilität?)
§ Bei Eineiigen Zwillingen PTBS erkrankter Kriegsveterane auch kleineres Hippocampus volumen
§ Bei nicht Ptbs erkrankten Veteranen und deren Zwillingen größeres Volumen
· kleiner Hippocampus als Vulnerabilität
- Psychologisches Debriefing
o Affektive und kognitive Rekonstruktion, Psychoedukation, Ressourcenaktivierung
o Wirksamkeit nicht bestätigt, ggf negativ Wirkung (vllt da kognitive Rekonstruktion mit natürlichen Schutzmechanismen konfligiert)
o Stattdessen: unmittelbare Versorgung der basalen Grundbedürfnisse, Nachverfolgung nach einigen Tagen (auch dann nur bei vulnerabilität mit akuter Stressreaktion intervenieren)
- Traumafokussierte Psychotherapie
Vorraussetzung und Kontraindi
o Schwerpunkt auf Verarbeitung und Erinnerung
o S3 Empfehlung
o Voraussetzung
§ Stabilität
§ Kein Täterkontakt
§ In Gesamtbehandlungsplan/dosiert
o Kontraindi
§ Verhaltenskontrolle schwerwiegend gefährdende Symptome; Suizid, Selbst Verletzung, Fremdaggression, Psychose, Dissoziation, Substanzkonsum
§ TTiP: Psychose gilt als Kontraindi für Expo, hat aber in studie gute ergebnisse gezeigt
- Therapien ohne Wirkung
o Nicht Traumaadaptive KVT oder TP
o Nur Medis
o Nur Traumatherapie ohne Gesamtbehandlungsplan
- Übersicht Interdisziplinäre Handlungsansätze
- Entscheidungsbaum für die Auswahl der PTBs Behandlung
o Keine Evidenz dass Expo ohne Stabilisierung nicht Wirksam/negativ
§ Stabilisierung nur ggf positiv für generelle Psychopatologie aber kein Einfluss auf PTBS
- Prolonged Exposure
o Basis Emotional Processing Theory -> 8-12 Sitzungen
o Inhalte/Ablauf
§ Psychoedukation
§ Expo in sensu
· Identifikation con Hot spots
· Wiederholtes Durchsprechen des Traumas
o Tonbandaufnahme für zuhaus
§ Expo in vivo
o Studientechnisch als sehr gut bewährt (erste studie 1984)
- Imagery Rescripting and Reprocessing (IRRT)
o Erweiterung Prolonged Exposure, ursprünglich für Kindheitstrauma
o Erarbeitung von Bewältigungsbildern in 3 Phasen
· Wiedererleben in gegenwartsform
· Täterkonfrontation/entmachtung durch Erwachsenes Ich
· Imagination von Selbstfürsorge
o Übung und Verstätigung
o Ziel: Modifikation der Hilflosigkeit/Kontrollverlust
o Ähnlich hohen Effekt auf PTBS Symptome wie reine PE aber zusätzlich auch effekt auf Ärger, Schuld und Scham (nicht Angstbezogene Effekte)
- Kognitive Therapie der PTBS
o Basiert auf entsprechendem Modell
o Expo + kognittive Elemente zur Veränderung kognitiv/affektiver Reaktion und dysfunktionale Annahmen
o Konfrontation an Hotspots
o Elaboration Traumagedächtnis
o Triggeranalyse und Diskriminationslernen (heut vs damals)
o Wirksamkeit: Keine Unterschiede zwischen Reiner Expo und CBT beide Effektiv
- Narrative Expositionstherapie NET
o Fokus auf kptbs mit dem Ziel der rekonstruktion des autobiografischen gedächtnisses (zusätzlich auch Doku von Kriegsverbrechen und Traumatherapie in Krisenregionen)
o Ablauf: (Dauer 10 mal 90 Minuten)
§ Diagnostik
§ Lifeline mit Blumen und Steinen
§ Erstellen der Narration
· Bisheriges vorlesen
· Details ergänzen
· Hotspots Verlangsamen
· Wichtig: Bezug zur gegenwart und Verbindung von beidem(damals/kalt vs heute/heiß)
§ Zukunftswünsche
o Wirksamkeit: Effektstärke von 1.03 im Mittel
- EMDR
Anerkennung und Wirkkomponenten
o Shapiro -> 2006 wissenschaftlich anerkannt -> 2014 GBA anerkannt
o Wirkkomonenten
§ Expo in sensu zu:
· Traumarelevanten Bildern
· Traumarelevanten neg. Kognitionen
§ Einübung positiver Kognitionen
§ Gedankenstopp
§ Aufmerksamkeit für Fingerbewegungen Thera
· Sakkadische Blickbewegung
§ Ausatmen und Augenschließen nach jeder Blickbewegungssequenz
EMDR
Annahmen zu den Augenbewegungen und Entkräftung dieser
§ Fördert die Verarbeitung ähnlich dem Remschlaf (die Art der Augenbewegung ist aber nicht ähnlich)
§ Informationsüberflutung und Blockade durch EMDR gelöst -> normale Verarbeitung möglich (keine Neuronale Verbindung Aufen und gedächtnis
§ Gegenkonditionierung/Augenbewegung als Distraktoren von Angst (Expo mit Ablenkung eigentlich kontraproduktiv)
Zuletzt geändertvor 8 Tagen