(Folie 5) Was bedeuten Anlass, Anliegen, Auftrag und Kontrakt (AAAK) in der systemischen Therapie?
1. Anlass
→ Warum wird Unterstützung gesucht?
• Problembeschreibung
• Druck von außen
• konkretes Ereignis
2. Anliegen
→ Welche Veränderung wird gewünscht?
• Wohin soll die „Reise“ gehen?
3. Auftrag
→ Welche konkreten Ziele/Teilziele werden gemeinsam entwickelt?
4. Kontrakt
→ Welche Vereinbarungen und Rahmenbedingungen werden festgelegt?
(Folie 5) Warum ist die Unterscheidung von Anlass und Anliegen wichtig?
• Anlass = Ausgangspunkt / Problem
• Anliegen = Richtung der gewünschten Veränderung
→ Der Anlass beschreibt das „Warum jetzt?“
→ Das Anliegen beschreibt das „Wohin?“
(Folie 6) Wie wirken Ziele auf das Handeln?
• Sie geben dem Handeln einen Bezugspunkt
• Sie orientieren zukünftiges Verhalten
(Folie 6) Warum aktiviert das Nachdenken über Ziele Ressourcen?
• „Denken ist Probehandeln“
• Zukunftsorientierung aktiviert eigene Ressourcen
(Folie 6) Welche motivationalen Effekte haben Ziele?
• Sie fördern die Anstrengungsbereitschaft
• Sie steigern die Motivation zur Veränderung
(Folie 6) Wie helfen Ziele gegen Überforderung?
• Sie klären, was wirklich gewollt ist
• Sie helfen bei der Priorisierung
(Folie 6) Warum sind Ziele gut für den Selbstwert?
• Sie machen Handeln überprüfbar
• Sie machen Erfolge sichtbar
→ sowohl für Klientinnen als auch Therapeutinnen
(Folie 7) Wofür steht das S im SMART-Modell?
Spezifisch
• konkret
• eindeutig
• präzise formuliert
(Folie 7) Warum müssen Ziele messbar sein?
Messbar
• Überprüfung der Zielerreichung möglich
• Erfolgskriterium muss eindeutig formuliert sein
Leitfrage:
→ „Woran genau merke ich, dass ich das Ziel erreicht habe?“
(Folie 7) Was bedeutet „Aktionsorientiert und attraktiv“?
• positiv formuliert
• handlungsorientiert
• idealerweise mit Vorfreude verbunden
→ Widerstrebende Ziele werden schwer erreicht
(Folie 7) Was kennzeichnet ein realistisches Ziel?
• darf hoch gesteckt sein
• darf nicht überfordern
• muss grundsätzlich erreichbar sein
→ sonst: Frustration statt Motivation
(Folie 7) Warum ist Terminierung entscheidend?
Terminiert
• klarer Zeitpunkt der Zielerreichung
• verhindert Aufschieben
→ Der Termin macht ein Ziel zu einem „echten Ziel
(Folie 10) Welche Rolle haben Fragen in der systemischen Therapie?
• Fragen erfüllen Funktionen im Prozess
• Sie wirken als Interventionen
(Quelle laut Folie: Ellebracht et al., 2011)
(Folie 11) Warum gelten Fragen in der systemischen Therapie als Interventionen?
• Fragen steuern die Aufmerksamkeit
• Sie regen neue Perspektiven und Bedeutungen an
(Folie 11) Welche Fragen beziehen sich auf vergangene Ressourcen?
• Fragen nach zurückliegenden Erfolgen
• Fragen nach bereits erfolgten Veränderungen
(Folie 11) Welche Fragen beziehen sich direkt auf den Therapierahmen?
• Fragen zum Therapierahmen
(Folie 11) Was sind Fragen nach Ausnahmen?
• Fragen nach Momenten,
in denen das Symptom/Problem nicht auftritt
• inklusive genauerer Exploration dieser Situationen
(Folie 11) Was sind Fragen zum Problemkontext?
• Fragen nach dem Zusammenhang,
in dem das Problem auftritt
(Folie 11) Was sind Ressourcenfragen?
• Fragen nach Fähigkeiten, Stärken, hilfreichen Erfahrungen
(Folie 11) Was sind Coping-Fragen?
• Fragen danach,
wie bisher mit der Situation umgegangen wurde
(Folie 11) Was sind hypothetische Fragen?
• Fragen, die eine mögliche Zukunft oder Alternative entwerfen
Besondere Form:
• Wunderfrage
(Folie 11) Was sind Fragen nach wünschbaren Alternativen?
welche gewünschten Alternativen zum Problem denkbar sind
(Folie 11) Was sind Skalierungsfragen?
• Fragen, die Einschätzungen auf einer Skala erfassen
(Folie 11) Was sind zirkuläre Fragen?
• Fragen, die Beziehungen und Wechselwirkungen im System in den Blick nehmen
(Folie 13) Welche Funktion haben systembezogene Hypothesen im therapeutischen Prozess?
• Sie sind eine zentrale Arbeitsform
• Sie strukturieren den Prozess als „roter Faden“
(Folie 13) Wie wird die Gültigkeit von Hypothesen im systemischen Ansatz verstanden?
• Kein „richtig oder falsch“
• Sondern:
nützlich oder weniger nützlich
anschlussfähig oder weniger anschlussfähig
(Folie 13) Welche Grundannahme liegt jeder therapeutischen Handlung zugrunde?
• Jeder Handlung liegt mindestens unbewusst eine Hypothese zugrunde
→ In der systemischen Therapie wird diese explizit gemacht
(Folie 13) Wie wird mit Hypothesen im Prozess umgegangen?
• Explizitmachung der Hypothese
• gleichzeitige zirkuläre Betrachtung und Infragestellung
(Folie 14) Was passiert im ersten Schritt der Hypothesenbildung?
1. Beobachtung
• Wahrnehmungen der Therapeut:innen in der Sitzung
• bisher gesammelte Informationen über das Klientensystem
→ Trennung von bedeutsamen und unwichtigen Wahrnehmungen
(Folie 14) Was geschieht im zweiten Schritt?
2. Ordnungsaspekte
• Bildung von Interaktionsmustern
• Anreicherung mit fachlichem Wissen
Mögliche Formen:
• kognitiv-sprachliche Beschreibungen
• Metaphern und Symbole (z. B. Landkarte, Genogramm)
(Folie 14) Was ist der Anregungsteil einer Hypothese?
3. Anregungsteil
• Angebot neuer Ideen und Perspektiven
• Bereitstellung von Erklärungen oder Informationen
Ziel:
→ Systemanregung für eine auftragsorientierte Veränderung
→ Überprüfung der eigenen Hypothese
(Folie 14) Was ist der vierte Schritt der Hypothesenbildung?
4. Intervention
• Ableitung einer konkreten Intervention
• Überlegung, wie die Idee der Anregung umgesetzt werden kann
(Folie 15) Wie lautet die grafische Abfolge des Vier-Schritte-Modells?
Beobachtung
Ordnungsaspekte
Anregungsteil
Intervention
→ linear dargestellt, aber zirkulär gedacht
(Folie 17) Welche Bedeutung haben Skulpturen und Aufstellungen im systemischen Ansatz?
• Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher methodischer Vorgehensweisen
(Folie 17) Wie klar sind die Begriffe „Skulptur“ und „Aufstellung“ definiert?
• Die Begriffe sind unscharf
• Sie werden teilweise synonym verwendet
(Folie 17) Was meint „Aufstellung“ im engeren Sinne?
• eher statische Bilder
• z. B. mit
Klötzchen
Figuren
Bodenankern
(Folie 17) Was kennzeichnet eine „Skulptur“?
• stärkerer gestischer und mimischer Ausdruck
• größere Formbarkeit der Figuren oder Gegenstände
Beispiele laut Folie:
• Skulptur mit Stellvertretern
• Skulptur mit Tonfiguren
(Folie 19) Was bedeutet „Von der Kognition zur Emotion“ als Wirkfaktor?
• Fokus verschiebt sich von kognitiver Verarbeitung
• hin zu emotionalem Erleben
(Folie 19) Was wird mit „Linearität von Sprache vs. Zirkularität von Metaphern“ gemeint?
• Sprache ist linear
• Metaphern wirken zirkulär
(Folie 19) Was bedeutet „Nutzung der Weisheit des Körpers“?
• Einbezug von körperlichem Erleben
• Nutzung körperlicher Wahrnehmungen
(Folie 19) Wie wirken Skulpturen/Aufstellungen bei Konflikten?
• „Zuhören statt streiten“
• Musterunterbrechung verbal ausgetragener Konflikte
(Folie 19) Was bedeutet „Raus aus der Opferposition“?
• Identifikation eigener Handlungsmöglichkeiten
(Folie 19) Welcher weitere Wirkfaktor wird genannt?
• Entdeckung neuer Optionen
(Folie 22) Was versteht man unter Anlass, Anliegen, Auftrag und Kontrakt?
• Anlass → Warum wird Unterstützung gesucht?
• Anliegen → Welche Veränderung wird gewünscht?
• Auftrag → Konkrete Ziele/Teilziele
• Kontrakt → Vereinbarte Rahmenbedingungen
(Folie 22) Welche wichtigen Funktionen von Zielen gibt es?
• Orientierung des Handelns
• Aktivierung von Ressourcen
• Unterstützung der Motivation
• Klärung von Prioritäten
• Sichtbarmachung von Erfolgen
(Folie 22) Welche Kriterien von Zielen sind bedeutsam?
SMART:
• Spezifisch
• Messbar
• Aktionsorientiert & attraktiv
• Realistisch
• Terminiert
(Folie 22) Welche typischen systemischen Fragetechniken kennen Sie?
Beispiele:
• Ressourcenfragen
• Fragen nach Ausnahmen
• Skalierungsfragen
• Zirkuläre Fragen
• Hypothetische Fragen (Wunderfrage)
(Folie 22) Wie lauten die vier Schritte der Hypothesenbildung?
(Folie 22) Was ist Skulptur- und Aufstellungsarbeit?
• Zentrale systemische Arbeitsform
• Arbeit mit räumlichen Bildern und Repräsentationen
Unterschiede:
• Aufstellung → eher statisch
• Skulptur → stärker gestisch/mimisch, formbar
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