Watzlawick
5. Axiom: Kommunikation kann symmetrisch und komplementär gestaltet werden
Beziehung zwischen Berater und Ratsuchendem
nur bedingt symmetrisch
Kd. ist Experte für sein eigenes Leben
Wechsel zwischen inferior und superior
Synchronisation (Bamberger)
erste Phase der beratung
Beginn effektiver und effizienter Beratungsprozesse
Synchronisation (Schiepek)
Passung von Interventionen (Handeln des Beraters)
Synchronisation (Friesenhahn)
emotionale Stabilität des Kd.
Aufnahmebereitschaft des Kd.
empathisches Gespär der BFK
Passung von Interventionen
Verarbeitungstiefe (Intensität, in der gearbeitet werden kann)
Bindungstheorie
zentrale Bindungserfahrungen entstehen in der frühen Kindheit
Stresssituationen erhöhen den Wunsch nach Sicherheit/Stabilität
Bindungschemata
bestimmen das Bindungsverhalten
(sichere, unsicher-vermeidende Bindungstypen)
Emotionen
bestimmen Arbeitsbeziehungen
negative Emotionen können durch gute Beziehungsgestaltung verändert werden
Antrieb für Handeln
PSI-Modell (Dörner)
macht Zusammenhang zwischen Stress, Emotionen und Auswirkungen auf das Denken deutlich
Grundbedürfnisse (Bestimmtheit/Kompetenz) bestimmen Beratungssituation (Beziehung)
Beziehungsarbeit trägt zur Reduzierung negativer Emotionen bei
zwei tanks
Pegelstände rufen Handlungstendenzen hervor (Exploration, Fluchttendenz, Affiliationstendenz)
Bestimmtheit
Ausmaß, in dem sich Menschen im Stande fühlen, Ereignisse und Geschehen der Welt vorauszusagen (Bedürfnis nach passiver Kontrolle)
Tank füllt sich, wenn sich Prognosen bestätigen
tank leert sich, wenn Prognosen nicht eintreffen
Kompetenz
Ausmaß, in dem sich Menschn im Stande fühlen, Probleme des Alltags zu bewältigen (etwas bewirken können, um ihre Bedürfnisse befriedigen zu können)
Tank füllt sich, wenn Aktionen erfolgreich durchgeführt weren können
leert sich, wenn Handeln als ineffizient erlebt wird
Pacing
feinfühlig an Verhaltensweien des Ratsuchenden anpassen, sich auf ihr Modell der Welt einlassen
Leading
Jemanden auf Basis von Rapport zu einem Ziel/Ergebnis führen
RLI-Modell (Hohnermann)
Ratinginventar lösungsorientierter Interventionen
Faktor 4 durch respektvolles Interesse eine kooperativ-offene Beziehung schaffen, die Veränderung ermöglicht
RLI 5 Items
Berater bemüht sich um guten Rapport
Berater behandelt Kd. als kompetenten Experten für sich selbst
Berater klärt und respektiert Anliegen, Auftrag und Erwartungen
Berater greift Sprache und Metaphern der Kd. auf
Berater exploriert Lebenssituation
Impact-Techniken
Methoden zur Aktivierung von Emotionen (Aha-Momente)
können festgefahrene kognitve Konzepte verändern
Kd. mit beraterische Sicht, Einschätzung, Alternativen konfrontieren kann wichtig sein
Offenheit/Ehrlichkeit (Kongruenz)
Motivation
erklärt, warum Menschen ein Ziel verfolgen, wie energisch sie dabei sind und wie lange sie durchhalten
Ausdauer
trotz ABlenkungen/unterbrechungen auf Zielkurs bleiben
Verhaltensintensität
wie viel Anstrengung/Konzentration aufgebracht wird und wie die Anstrengung erlebt wird
Personenfaktoren
Interessen/Motive
Selbstwerkontingenz
Attributionsstil
Situationsfaktoren
Motive
Konsequenzen
Anreize
gelegenheiten
Überdauernde Interessen bei Personen
Leistungsmotiv
Machtmotiv
Acnschlussmotiv (Affiliation)
Selbstwert
affektiv-evaluative Einstellung gegenüber der eigenen Person
Selbstwertkontingenz
Abhängigkeit des Selbstwerts vom Erreichen von (selbst- oder fremdgesetzte) Standards
-> Wert, den man sich selbst zumisst, ist an Bedingungen geknüpft
negative Auswirkungen von hoher Selbstwertkontingenz
starke Emotionale Reaktion auf Erfolge/Misserfolge
erhöhtes Stresslevel (Schlafstörungen, Magenschmerzen)
erhöhte Leistungsangst
selbstwertdienliche Attribution
—> Zuschreibung von Ursachen zu Ereignissen
Lokalität = external/internal
Stabilität = variable/stabil
optimale Attributionsstrategie
Erfolge internal, stabil attribuieren
Misserfolge external, variabel attribuieren
Motivational Interviewing (MI) (Miller&Rollnick)
Methode aus Therapie, Coaching, Beratung
Gesprächsstil zur Stärkung der intrinsischen motivation für Veränderung
pertnerschaftlicher Ansatz (statt direktiv)
soll Veränderungsmotivation aktivieren
Kd sollen sich selbst in Veränderung “hineinreden”
Grundhaltung im MI
Partnerschaft auf Augenhöhe, keine Expertenrolle
Akzeptanz (Autonomie respektieren)
Wertschätzung
Changetalk
Aussagen, die Gründe/Wünsche für eine Veränderung beinhalten
Stärkung der Änderungsmotivation
kann durch Methoden des MI evoziert werden
Sustain Talk
Gründe für die Beibehaltung des Status-Quo
in der Phase des Aufbaus einer Änderungsmotivation nicht zu fördern
Evozieren von Change-Talk
Frage nach Wünschen
Frage nach Fähigeiten
Frage nach Motiven
Rubikon-Modell
—> kritischer Moment: vom Abwägen zum Planen
Abwägen -> Planen -> Handeln -> Bewerten
rationale Entscheidungstheorie
Problem klar Definieren
alle Optionen identifizieren
alle Konsequenzen jeder Option ermitteln
Wahrscheinlichkeit jeder Konsequenz ermitteln
Wert/Nutzen jeder Konsequenz bewerten
Expected Utility (EU) berechnen (Wahrscheinlichkeit * Wert)
Option mit dem höchtsen EU wählen
Zwei-System-Modell (kahnemann)
System 1: schnelles Denken
arbeitet unbewusst, intuitiv, emotional
—> mühelos, effizient, anfällig für Denkfehler
System 2:
arbeitet bewusst, analytisch, rational, kontrolliert
—> anstrengend, benötigt Konzentration, genauer
5 Prinzipien effektiver Ziele
Klarheit
Herausforderung
Commitment (Selbstverpflichtung)
-> Ziele müssen akzeptiert und verinnerlicht werden
Feedback
-> ermöglicht Anpassung der Strategie
Aufgabenkomplexität
-> Zeit für Kompetenzaufbau einplanen
Ziele vs Durchführungsintentionen
Wenn-Dann-Pläne (Durchführungsintentionen erhöhen die Umsetzungswahrscheinlichkeit)
—> Wenn X eintritt, dann führe ich Handlung Y aus
Planung erhöht Zielrealisierung
Mental Contrasting
Zielzustand em aktuellen Zustand gegenüberstellen
Hindernisse identifizieren; konkrete Pläne zur Überwindung entwickeln
Weeop Strategie (Oettingen)
W -> Wish (Wunsch; was möchte ich erreichen)
O -> Outcome (Ergebnis; was ist das beste Ergebnis
O -> Obstacle (Hindernisse; was steht im Weg)
P ->Plan (pPlan, Wenn-Dann-Plan)
#
—> Erzeugen von Energie durch attraktives Zielbild
Skills im Beratungsgespräch (Migranten)
Gespräch strukturieren (Schritte transparent machen)
Plain Language (kurze Sätze, Fachbegriffe übersetzen)
Chunking (Infos in kleinen Einheiten, Pausen, Zusammenfassung)
Paraphrasieren
Teach-Back (Verstehens-Check)
Visualisieren (Skizzen/Stichwortlisten; Fristen, Optionen; Ablauf)
institutionelle Kommunikation
Zwecksetzung
Zwangskontext (Sanktionen)
Wissenasymmetrien
Schriftlichkeit (große Hürde für Migranten)
—> Asyymetrien verstärken sich bei Wissens- und Sprachbarrieren
—> Asymmetrien können durch Empathie und Perspektivenwechsel abgemildert werden
Dilemmakompetenz aufbauen
Transparenzsatz (Regel + Grund + Spielraum)
Dual-Track (erst Beziehung sicher, dann Problem angehen)
Optionen statt Ansagen (innerhalb des Rahmens Wahlmöglichkeiten bieten)
Tempo managament (Zeit investieren um spätere Fehler zu vermeiden)
häufige Herausforderungen in Zusammenhang mit Migration
Entwurzelung/Trennung von Bezugspersonen/Familie
Identitätsprobleme und Orientierungslosigkeit
drohenede Abschiebung
unfreiwillige Unterkunft in <sammelstellen
sprachliche und kulturelle Verständigungsprobleme
unsichere Arbeitssituation
Finanzen
Diskriminierung/Rassismus
Ressourcenorientierte Inverventionen
Stärken spiegeln
Netzwerk aktivieren
Mehrsprachigkeit nutzen
Mini-Erfolge planen
Anpassung der Sprache
Sprachgebrauch an Sprachniveau anpassen
Geschwindigkeit anpassen
Pausen
Komplexitöt der Satzstruktur
Komplexität des Wortschatzes
Redewendungen/Abkürzungen vermeinden
Akzente und Dialekte
Typische Herausforderungen der in Beratung von Migranten
Wissensnachteil
Zweitsprache
Anerkennung/Status
Diskriminierung
Förderung/Zugang
Potenzialanalyse & Empowerment
KPSI
Kultur - Person - Situation - Institution
Theorien zur Medienwahl
rationale Medienwahl
noramtive Medienwahl
soziale Medienwahl
wichtige Kriterien der rationalen Medienwahl
electronic Propinquity (elektronisch vermittelte Nähe trotz räumlicher Distanz (Video erzeugt mehr Nähe als E-Mail)
Media Richness (Informationsdichte)
—> Video = viele Kanäle (Mimik, Stimme, Kontext)
—> Balance zwischen Overcomplication und Oversimplication
Backchannel Feedback (Rückmeldung zum Verständnis)
—> Video: unmittelbar
—> E-Mail: verzögert
Menschen wählen Kommunikationsmedien auf Basis rationaler Abwägung mit Hilfe subjektiver Medienhierarchien (nicht jedes medium eignet sich gleich gut für jede Art von Kommunikation
normative Medienwahl
folgt gesellschaftlichen bzw. kulturellen Konventionen
—> es ist bereits durch Kultur geprägt, welche Medien für welchen Anlass angemessen sind (Bewerbung per Mail, nicht bei Whatsapp)
Medien werden gewählt, weil das soziale Umfeld Erwartungen und Nutzungsnormen setzt
kollektiv geteilte Einschätzungen von Bezugsgruppen beeinflussen die Wahl (alle Kollegen benutzen Teams)
symbolische Medienwahl
Medium wird gewählt, weil es symbolisch etwas ausdrückt (status/Seriosität) (jemanden in anrufen, statt bei whatsapp zu schreiben, wenn man schlechte Nachrichten mitteilen muss)
Medienwahl wird beeinflusst durch
organisationale Vorgaben
soziale Erwartungen
zeitgeist
ästhetische und emotionale Merkmale
Theorien zu Medienmerkmalen
Kanalreduktion
Social Cues Filtered Out-Modell
Onlinekommunikation ist verarmt
—> Sinne werden ausgeschlossen (weniger Emotionen, weniger Kontext)
Auswirkungen der Filterung sozialer Kontexthinweise in Onlinekommunikation
Soziale Informationsverarbeitung
Menschen kompensieren mediale Einschränkungen durch:
Meta-Kommunikation
Emojis
Simulation und Imagination
Online-KOmmunikation schafft neue Bühnen für Identitätsexperimente
Simulationspotenzial
Selbstexploration
—> Probehandeln außerhalb echter Beratung
Onlineberatung
professionelle, internetgestützte, oft anonyme Beratungsform, die Ort und Zeit flexibilisiert und als ‘dritte Kraft’ neben Präsenz- und Telefonberatung gilt
besonders niederschwellig
verschlüsselt
keine eigene Beratungsform, nur Beratungssetting
Vorteile von E-Mailberatung
Berater
Kunde
kein Zeitdruck (zu antworten, Zeit nachzudenken, ausformulieren)
Möglichkeit der Anonymität
Dokumentation des Beratungsprozesses bereits vorhanden
mehr Struktur
Nachteile Emailberatung
Krisenintervention schwierig
Schreibkompetenz notwendig
weniger diagnostische Hinweise (Gestik, Mimik)
nicht geeignet für Krisenmomente
Vorteile Videoberatung
näher an Präsenzberatung
flexiblere/schnellere Terminvereinbarung
Zuschaltung Dritter möglich
räumliche Unabhängigkeit
Nachteile Videoberatung
hohe technische Anforderungen
Zugangsbeschränkungen (ländliche Region)
Verlust etablierter Routinen
Verantwortung für störungsfreien Raum
9 Gesichtspunkte der Videoberatung (Rübner)
mediale Reichhaltigkeit
ortsunabhängige Erreichbarkeit
technische Voraussetzungen
digitales know-how
organisatorische Anforderungen
Interaktion mit audiovisuellen Geräten
räumliches Setting
integrierte Tools
variable Gesprächsformate
blended Counseling
systematische Kombination analoger und digitaler Elemente
Asymmetrien in der Beratung
Wissen (Fachwissen, sprachliches Wissen)
Freiwilligkeit Schriftlichkeit
—> Asymmetrien verstärken sich durch Sprachbarrieren
—> können durch Empathie und Perpektivenwechsel abgemildert werden
—>
Transparenzsatz (Regel+Grund+Spielraum)
Dual-Track (erst Verstehen sichern, dann Schritte)
Optionen statt Ansagen
Tempo-Management
Fairness sichtbar machen
Deeskalation bei Konflikt
Sprache anpassen
Geschwindigkeit
Komplexität der Satzstruktur
Verwendung von Redewendungen, Abkürzungen
lokale Akzente Dialekte
Herausforderungen für Migranten
Anerkerkennung von Abschlüssen, Anerkennung von Abschlüssen
Zuletzt geändertvor 9 Tagen