Was ist VWL?
beschäftigt sich mit den Bedürfnissen des Menschen, die die Bedürfnisse mit Konsum befriedigen wollen
Problem: Ressourcenknappheit, zwingt deshalb zum Wirtschaften, also okonomischen Handeln
Bsp. für knappe Ressourcen: Zeit, Einkommen, Kapital, qualifiziertes Personal, Kaufkraft
Bsp. für frei verfügbare Ressourcen (teils auch knapp): Wasser und Luft
Ziele:
Erklärungsziel: ökonom. Zusammenhänge verstehen
Vorhersageziel: Prognosen entwickeln auf Basis erkannter Zusammenhänge
Gestaltungsziel: Wirtschaftspolitik beraten, also welche wirtschaftspol. Instrumente sollen Politiker in welcher Situation einsetzen.
Was ist Ökonomie?
knappe Ressourcen zur Bedürfnisbefriedigung geplant einsetzen, wobei persönl. Vorlieben relevant sind und hier eine Rolle spielen
Ziel: Bedürfnisbefriedigung maximieren.
griech. Ursprung von Ökonomie bzw. Volkswirtschaft: Verwaltung eines Haushalts
Was ist Haushalten?
eine Entscheidung über eine alternative Verwendung von Gütern treffen.
Was ist Wirtschaft(en)?
Wirtschaften bedeutet, man geht sorgsam mit begrenzten Gütern um. Es geht um das Gebiet menschlicher Tätigkeiten, die der Bedürfnisbefriedigung dient.
ist der Prozess des Managements begrenzt verfügbarer Ressourcen.
Kernbereich der wirtschaftlichen Tätigkeit sind Güter, die nur eingeschränkt verfügbar sind
die Wirtschaft richtet sich nach dem Vernunftsprinzip, also Rational- oder ökonomisches Prinzip, Arten Ökonomischer Prinzipien:
Minimal-/Sparsamkeitsprinzip: geringstmöglicher Einsatz von Ressourcen; vorgegebenen Output mit möglichst geringem Input von Produktionsfaktoren erreichen
Maximumprinzip: mit vorgegebenem Input Produktionsfaktoren möglichst hohen Output erzielen
Optimal-/Extremumprinzip: Input und Output aufeinander abstimmen, sodass das okönomische Problem nach festgelegten Kriterien optimal gelöst wird.
ökonomisches Prinzip wird durch Effizienz und Effektivität gemessen
Was ist ein Bedürfnis?
man erlebt ein Defizit (egal, ob es nur subjektiv oder auch objektiv vorhanden ist).
ist ein Wunsch nach einem spezifischen Gut.
Unterschied Bedürfnis und Bedarf:
Bedarf: mit Kaufkraft unterlegtes Bedürfnis.
Nachfrage am Markt: ist Bedarf nach Gütern und Dienstleistungen
Bsp.: ich habe ein Bedürfnis nach einem neuen Smartphone, Bedarf: Iphone 14 gebraucht vs. Bedürfnis nach neuestem Iphone in der Max-Version
Arten von Bedürfnissen:
existenzielle/primäre Grundbedürfnisse: für das Überleben existenziell. Z.B. Nahrung, Kleidung, Wohnraum
Grundbedürfnisse: aus dem vorherrschenden gesell. Lebensstandard resultierend. Z.B. Verlangen nach kultureller Teilhabe, sportlicher Betätigung, Kommunikationsmittel, Bildungsmöglichkeiten, Haushaltsartikel.
Tertiäre bzw. Luxusbedürfnisse: alle Güter und Dienstleistungen, die über die Grundbedürfnisse hinausgehen. Z.B. Schmuck, Zweitwohnung, Luxus-Auto
Was ist eine Ressource?
notwendige Mittel, die bei Durchführung/Abwicklung von Prozessen erforderlich sind.
materielle Ressourcen und immatrielle Ressourcen
z.B. Wissen, Zeit, Bodenschätze etc.
Haupt-Ressourcen/-Produktionsfaktoren aus VWL-Sicht:
Arbeit: bewusste, menschliche Tätigkeit, die auf ein ökonomisches Ziel ausgerichtet ist. Primärer Ausgangspunkt für die beiden nachfolgenden Produktionsfaktoren
natürliche Ressourcen: Boden, Bodenschätze, landwirtschl. nutzbare Flächen, Gewässer
Kapital: entsteht ursprünglich aus Kombination von Boden und Arbeit, wird um Kapital aus früheren Produktionsphasen erweitert. Umfasst physische Güter (materielle Ressourcen) oder auch finanzielle Mittel
Übersicht Ökonomisches Prinzip
das Knappheitsproblem wird durch versch. Lösungsansätze versucht zu lösen, z.B. Zentralverwaltungswirtschaft vs. Marktwirtschaft
Ausprägungen:
MENGENmäßige Wirtschaftlichkeit
WERTmäßige Wirtschaftlichkeit
Minimal- & Maximalprinzip
Budgetprinzip, Sparprinzip
Output, also Produktivität, wie effizient wird gearbeitet, unabhängig vom Geld
Ökonomität = Ertrag/Aufwand, also wie effizient werden Ressourcen eingesetzt, um Gewinn zu erzielen?
Wie ordnet man VWL in der Wissenschaft ein?
Wirtschaftswissenschaften:
sind Teil der Sozialwissenschaften
menschl. Verhalten primär aus Sicht ökonom. Effizienz betrachten über die Konzepte Ressourcenknappheit und Streben nach Nutzenmaximierung
lt. Lionel Robbins: Wissenschaft,die menschl.Verhalten untersucht zwischen Zielen und begrenzten Mitteln mit versch. Verwendungsmöglichkeiten
beinhalten die Teildisziplinen:
VWL: Erkenntnisobjekt ist das Verständnis gesamtwirtschl. Zusammenhänge
BWL: Erkenntnisobjekt ist der Betrieb
Teildisziplinen der VWL:
Wirtschaftskunde: Statistiken, Dok. der wirtschl. Entwicklung
Wirtschaftstheorie: wirtschl. Gesetzmäßigkeiten ableiten, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge erkennen und untersuchen
Wirtschaftspolitik: Politikberatung, Welches Ziel sollte mit welchen Mitteln verfolgt werden? (Ziel-Mittel-Ansatz)
Mikroökonomie: untersucht Verhalten einzelner Wirtschaftssubjekte, also einzelner Haushalte und Unternehmen sowie deren Wechselbeziehungen
Makroökonomie: gesamtwirtschl. Verhalten aller und einzelner Wirtschaftssektoren einer Volkswirtschaft. Objekte ist große wirtschl. Aggregate (z.B. Gesamtproduktion, Beschäftigung, Preisniveau, Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit)
Finanzwissenschaft: Wirtschaft der Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Gemeinden), öffentlich-rechtlicher Körperschaften (Hochschulen, Kirchen, Kammern) und internationaler Organisationen (EU…)
Außenhandelstheorie
Geld- und Währungstheorie
Kernfragen der VWL:
WAS soll produziert werden? Art und relative Zusammensetzung der produzierten Güter?
WIE soll produziert werden? Effizienzproblem: mit welchen Produktionsfaktoren & welcher Technik?
FÜR WEN soll produziert werden? Verteilungsproblem: Verteilung der Güter auf die Mitglieder der Gesellschaft
Modelle in der VWL
Warum?
… um komplexe wirtschl. Realität als vereinfachtes Abbild darstellen
Wie?
… durch Aggregation (=Zusammenfassung einzelwirtschl. Größen zu aussagefähigeren Einheiten, also Bündelung einz. Wirtschaftssubjekte zu Sektoren (z.B. Haushalte, Unternehmen) und einzelwirtschl. Konsumentscheidungen zu einem gesamtwirtschl. Konsum
Modellbildung mit folgenden Maßgaben/Charakteristika:
auf Haupteinflüsse konzentrieren: zentrale Zusammenhänge
Zusammenhänge formal darstellen, mathematisch und grafisch
Abstraktionsprinzip: auf unwesentliche Details verzichten
Gesetzmäßigkeiten in extrem vereinfachten Modellen ableiten
danach auf Basis der Erkenntnisse vereinfachende Prämissen sukzessiv auflösen und schrittweise an Realität annähern
Ceteris-paribus-Klausel (c.p. = der Rest bleibt gleich) anwenden: eine einzige Variable untersuchen während alle anderen Einflussfaktoren konstant gehalten werden. So kann man klar erkennen, welche Wirkung genau diese eine Veränderung hat, ohne dass andere Faktoren das Ergebnis verfälschen.
Analyse der Märkte in der VWL
Was wird analysiert?
Gütermarkt (Güter und Dienstleistungen)
Geldmarkt (Geld und kurzfristige Geldanlagen)
Arbeitsmarkt (Angebot und Nachfrage von Arbeitskräften)
Wie wird volkswirtschaftlich analysiert? 2-stufiges Vorgehen:
isolierte Analyse eines jeden Marktes (makroökonom. Partialanalyse)
untersucht Angebot (Supply) und Nachfrage (Demand)
wann Gleichgewicht des Marktes und Ungleichgewicht?
Zusammenfassung der Ergebnisse zu integrierten Modellen (makroökonom. Totalanalyse), z.B. integrierte Analyse von Geld- und Gütermarkt
Nenne ein Beispiel für c.p.
f = Funktion von… funktioneller Zusammenhang… hängt davon ab…
f drückt in der VWL mathematisch aus, dass die Nachfrage linear sein kann, gekrümmt oder stark/schwach reagieren kann.
dies wird konkretisiert Elastizitäten
Was untersucht die ökonomische Modelltheorie?
… will menschliches Handeln erklären, um daraus Vorhersagen und Empfehlungenfür künftiges Verhalten ableiten zu können.
Was ist der Homo Oeconomicus?
die Wirtschaftswissenschaften und auch die VWL hat sich aus der Modellfigur des Homo Oeconomicus entwickelt:
personifiziertes Nützlichkeitsdenken; Grundannhme: Rationalität und Nutzenmaximierung
Idee dahinter: jedes Individuum verfolgt bei seinen Wahlhandlungen die Eigeninteressen
gilt inzwischen als überholt
Vorteile der Theorie:
macht Begehren modellierbar & berechenbar
reduziert Komplexität
Grundlage der Mikroökonomie; analytisch für Prognosen nützlich
ermöglicht damit eine Analyse und Vergleich und eine mathematische Modellbildung
Nachteile der Theorie:
spiegelt die begrenzte Rationalität & Informationsassymetrien des Individuums nicht wieder und ignoriert soziale Präferenzen (z.B. Altruismus, Fairness)
ignoriert Biases
Grenzen dieser Modellannahme:
soziale Motive, langfristige Selbstschädigung (z.B. Prokrastination, Sucht), Emotionen werden ausgeblendet
geht von einer perfekten Informationslage aus ohne Manipulation, Unsicherheit und Informationskosten
Gegensatz zum Homo Oeconomicus: Behavioural economics (tatsächliches menschliches Entscheidungsverhalten wird untersucht)
Was ist das Kreislaufmodell der VWL?
Haushalte: private und öffentliche
Faktormärkte:
sind Märkte, auf denen Produktionsfaktoren gehandelt werden
Haushalte verkaufen: z. B. Arbeitskraft, Wissen, Zeit oder Kapital
Unternehmen kaufen: z. B. Arbeitskraft, Wissen, Zeit oder Kapital
Güterströme (innere Pfeile)
Geldströme (äußere Pfeile)
erklärt als Grundmodell wie eine Volkswirtschaft funktioniert
Was ist eine Kurve der Produktionsmöglichkeiten (PMK)?
Kurve der PMK zeigt die Kombinationen zweier Güter, die mit gegebenen Ressourcen produziert werden können.
Erklärung der Punkte im Modell:
alle Punkte exakt auf der Kurve bedeuten, die Volkswirtschaft arbeitet effizient, also schöpft die begrenzten Ressourcen voll aus (A, C und E)
alle Punkte unterhalb der Linie: Produktionsmenge kann produziert werden, aber ist nicht effizient (Punkt B)
alle Punkte über der Kurve sind nicht herstellbar, da Ressourcen nicht ausreichend zur Verfügung stehen (Punkt D)
Wenn auf Mengen eines Gutes verzichtet werden muss, um mehr vom anderen Gut zu produzieren, steigen die sog. Opportunitätskosten.
Warum steigen die Opportunitätskosten? Weil z.B. Ressourcen, etwa Arbeitskräfte, unterschiedlich gut für verschiedene Produktionen geeignet sind
Bsp.: eine Gruppe der Mitarbeiterschaft ist spezialisiert auf Autobau und der andere auf Motorräder. ich könnte zwar die Mitarbeiter nach Bedarf in den anderen Bereich umschichten, aber damit steigen die Opportunitätskosten, da die Mitarbeiter erst angelernt werden müssen, Erfahrung fehlt etc.
Wie entsteht die Kurve? das hängt von den Opportunitätskosten ab
konstante Linie, wenn die Opportunitätskosten gleich bleiben
gewölbte Form nach außen, wenn sie steigen
Bsp.: unterschl. geeignete Böden in der Landwirtschaft, unterschiedlich qualifizierte Arbeitskräfte für die Herstellung eines Gutes
Was sind Opportunitätskosten?
Preis der nicht gewählten Alternative: nicht nur der Ressourcenverbrauch für die gewählte Alternative ist entscheidend, sondern auch die Kosten für die nicht gewählte Alternative
Bsp.: HP kann entweder 1000 Laptops oder 2000 Tablets herstellen. Wenn es zusätzlich 100 Laptops herstellt, kann es 200 Tablets weniger produzieren. Folge: Opportunitätskosten hier 100 Laptops = 200 Tablets
Was ist die sog. “Ressourcenallokation”?
Verteilung der Ressourcen auf verschiedene wirtschaftliche Tätigkeiten
Was ist eine Volkswirtschaft?
Eine Volkswirtschaft besteht aus einer Gruppe von Menschen, die zusammenarbeiten, um ihr Leben zu gestalten.
Die Gesamtheit ihrer Entscheidungen bildet eine Volkswirtschaft.
Warum haben VWLer zu einem Sachverhalt/Prognose unterschiedliche Meinungen?
… weil sie empirische Aussagen unterschiedlich bewerten/einordnen.
Was ist Produktivität?
Was ist die sog. Phillips-Kurve?
sog. Philipps-Kurve = beschreibt Zielkonflikt zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit (es ist also schwierig, eine niedrige Inflation und gleichzeitig eine niedrige Arbeitslosigkeit zu haben)
Erweiterung um die langfristige Phillips-Kurve (lt. Friedman und Phelps): der Wert des Geldes hat keinen dauerhaften Einfluss auf die tatsächliche Wirtschaftsleistung (wenn Inflation zu Preisanstiegen und Lohnerhöhungen führt, können sich Menschen nicht mehr leisten). Inflation bewirkt also keine echte Wirtschaftsänderung, selbst bei höheren Preisen bleiben Nachfrage, Angebot und die Anzahl der benötigten Arbeitskräfte gleich.
Folge: die Arbeitslosenrate bleibt bei einer bestimmten natürlichen Rate unabhängig von der Inflation
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