DSM5 Kriterien Sozialphobie
- Typischerweise über 6 Monate
- Angst vor mindestens 1 Sozialen-/Leistungssituation
o Konfrontation fast immer unmittelbar Angst
- Befürchtung Demut /Peinlich (peinliche Angstsymptome)
- Vermeidung oder Ertragen mit Unwohlsein
- Unverhältnismäßigkeit der Angst
- Beeinträchtigung ODER erhebliches Leiden
- Ausschlusskriterien
- Bei Kindern:
o Müssen über bereits über altersentsprechende soziale kompetenzen verfügen
o Angst auch bei Gleichaltrigen
o Angst = Weinen, wut, Erstarren; Zurückweichen
Schweregrad Kategorisierung+ Prävalenzen
DSM Selbstunsicher Vermeidende Persönlichkeitsstörung
- Tiefgreifend Muster mit beginn im frühen Erwachsenenalter
- Mindestens 4 Kriterien
Verlauf
- Beginn oft in Jugend/frühe Erwachsene (90% vor 25)
- Verlauf
o Bei Jugendlichen variabler (Erwachsene idr Chronisch)
o Im Schnitt 10-12 Jahre bis Behandlungsbeginn
o Hohe persistenz ohne Intervention
- Hohe Komorbidität (Angst, Depression, Substanz)
Entstehungsbedingungen (Übersicht)
- Unspezifische Genetische/Neurobiologiisch Faktoren
- Soziale Kompetenzdefizite
o Aktuelle Annahme: soz kompetenz durch angst unterdrückt/ oder durch Vermeidung beeinträchtigt -> trz abklären
- Erziehung (Überbehühtung/Zurückweiung, Modellverhalten Eltern)
- Temperament (Behavioral inhibition -> Tendenziell zurückhaltend, hohe aktivierung in neuen/sozialen Situationen)
- Kognitive Faktoren (verzerrte Annahmen, Interpretationen, Aufmerksamkeit)
- Lernerfahrungen/Trauma
- Kognitive Theorie (Clark &Wells)
- Aufmerksamkeits Bias
basics
o Selbstfokussierung (Hyperawareness auf eigenes potentiell peinliches Verhalten)
o Zusätzlich Bias für bedrohliche Reize von Außen
o Aufgaben zur messung (indirekt über RT)
§ Dot-Probe Task
· Soll auf Target Reagieren (zb Buchstabe E/F)
· Distraktoren (Worte/Bilder) sollen nicht beachtet werden
· Annahme Personen Reagieren schneller wenn in der Position des Targets vorher ein Reiz der Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat (eg. Bedrohliche Reize)
§ Emotional Stroop
· Soll Farbe des Wortes benennen(Inhalt ignorieren)
· Annahme: langsame Reaktion bei bedrohlichem Inhalt /ggü neutral
Befunde
§ Inkonsistente befunde zu korrelation Aufmerksamkeitsbias u soz phobie (trotz starkem Forschungsinteresse und medialer Aufmerksamkeit)
· Bar Haim d=0.41 vs. Reanalysen Kuijt -> keinen Hinweis auf Bias
· Ursachen:
o Klinische heterogenität (Hypervigilance vs Avoidance)
o Mangelnde Reliabilität (insbes. der Dot-Probe)
Aufmerksamkeits Bias
Trainings
§ Studien zeigen Effektivität von Aufmerksamkeitstraining (attention disengagement Training)
· Menschen mit sozial Phobie bei denen Target in Dot probe immer hinter neutralem Reiz = Posttreatment und Follow up geringere Symptome
o Kontrollbedingung: Patienten bei denen Target 50/50 hinter neutralem und negativem Reiz
· Signifikante (aber klein-mittel große) Effekte
o Symptomatik g= 0.27
o Rede Challenge g= 0.46
o Keine hinweise auf Publikationsbias
- S3 Leitlinien Empfehlung
- Verhaltensexperimente
o Definition: Systematische Realitätstestung von Annahmen (in zsma. Mit Patient*in)
o Fokus: Zusammenhang Selbstaufmerksamkeit-Sicherheitsverhalten-Angst, in Rollenspielen mit Videofeedback auswerten
§ Informationen gewinnen um Validität dysfunktionaler Annahmen zu prüfen -> neue Annahmen bilden
§ Vereint konfrontative und kognitive Elemente
o Zentraler Bestandteil neben Konfrontation mit angstauslösenden Situationen
§ Auch Störungsübergreifende Anwendung
o Abgrenzung: Reizkonfrontation vs Verhaltensexperiment
Vorgehen
- Kognitive Unstruktureirung
Automatische Gedanken, Bedingte Kognitionen u Grundüberzeugung
Kognitive Unstrukturierung
o ABCDE Stuktur
§ Alltagssituationen werden danach analysiert
- Effeltstärkenübersicht der Therapien (+Breite der Veränderung)
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