Was versteht man unter einem “autochthonen“ Volk?
Ein alteingesessenes, ursprüngliches Volk einer bestimmten Region (wörtlich: “aus der Erde selbst stammend“).
Oft synonym verwendet mit indigenen Volk oder Ureinwohner. Sie lebten dort vor der Ankunft anderer Siedler oder Kolonisatoren(Beispiel: Sorben in Deutschland, Aborigines in Australien)
Was ist in der Migrationssoziologie der Gegenbegriff für “autochthon“ (alteingesessen) und was bedeutet er?
Der Gegenbegriff ist allochthon.
Er bezeichnet Menschen oder Bevölkerungsgruppen, die zugewandert sind(deren Wurzeln in einer anderen Region liegen).
Was versteht man unter “stochastischem Terrorismus“?
Die Nutzung von Massenmedien/Kommunikation, um eine Person oder Gruppe systematisch zu dämonisieren, was vorhersehbar dazu führt, dass eine zufällige, unvorhersehbare Person (oft ein Einzeltäter) eine Gewaltat begeht. Der Hetzer ruft dabei nicht direkt zur Gewalt auf.
Welchen entscheidenden Vorteil bietet der stochastische Terrorismus dem ursprünglichen Hetzer (Verfasser der Botschaften)?
Die “glaubhafte Abstreitbarkeit“ (plausible deniability). Da er nicht direkt zur Gewalt aufgerufen hat und den Täter nicht kennt, kann er jede juristische und moralische Verantwortung für die Tat von sich weisen und sich auf die Meinungsfreiheit ebrufen.
Was bedeutet der Begriff “manichäisch“ im heutigen Sprachgebrauch (z.B. in Politik und Soziologie)?
Ein radikales Schwarz-Weiß-Denken, das die Welt strikt in absolute Gegensätze (meist Gut und Böse) aufteilt. Es lässt keine Grauzonen oder Kompromisse zu.
Woher stammt der Begriff “manichäisch“ ursprünglich?
Vom Manichäismus, eine antike Relgion (gegründet vom Propheten Mani), deren Kern ein extremer Dualismus war: Der ständige kosmische Kampf zwischen dem Reich des Lichts (Gott/Gut) und dem Reich der Finsternis (Teufel/Böse).
Warum nutzen Populisten oder Extremisten of ein “manichäisches Weltbild“?
Um eine Gesellschaft zu polarisieren. Indem Sie die eigene Gruppe aös absolut “gut/rein“ und den Gegner nicht nur als irrend, sondern als “das personifizierte Böse“ darstellen, verhindern sie sachliche Diskussionen und rechtfertigen extreme Maßnahmen (z.B. den stochastischen Terrorismus)
Was versteht man unter einer “dezisionistischen Haltung“?
Eine Einstellung, die davon ausgeht, dass der Akt der Entscheidung (durch eine legitimie Autorität) wichtiger ist als die rationale Begründung oder die absolute “Wahrheit“ dahinter. Um ORdnung zu schaffen oder handlungfähig zu bleiben, muss einfach ein Schlusstrich unter Diskussionen gezogen werden.
Welcher berühmte lateinische Leitsatz (nach Thomas Hobbes) fasst den Dezisionismus in der Rechtsphilosophie zusammen?
“Auctoritas, non veritas facit legem“ - Die Autorität, und nicht die Wahrheit, macht das Gesetz . Ein Gesetz gilt, weil es beschlossen wurde, nicht zwingend, weil es moralisch perfekt ist.
Warum lehnt ein reiner Dezisionist (wie z.B. Carl Schmitt in der Politik) endlose parlamentarische Diskussionen oft ab?
Weil er glaubt, dass in komplexen Koinflikten oder Krisenfragen niemals eine für alle rationale “Wahrheit“ gefunden werden kann. Endloses Diskutieren führt demnach zur Handlungsunfähigkeit. Nur der souveräne Entscheidungsakt schafft Ordnung.
Zuletzt geändertvor 12 Tagen