Buffl

Schule definieren

AR
von Amelie R.

Kants vier Dimensionen der Erziehung 

Disziplinierung (= Bezähmung der Wildheit)

• Ziel: Selbstkontrolle & Regelbewusstsein entwickeln

• Funktion: Unkontrollierte Triebe bändigen, Bedürfnisaufschub lernen

• Freiheit einschränken, um Vernunft zu ermöglichen

• Grundlage für konzentriertes, langfristiges Lernen → Beispiel: Stillsitzen lernen, Regeln einhalten, sich auf Aufgaben fokussieren


Kultivierung (= Erwerb von Geschicklichkeiten)

• Ziel: Geistige & körperliche Fertigkeiten erwerben

• Fähigkeiten sind zweckneutral (können gut/schlecht genutzt werden)

• Wichtig für zukünftige Zwecke & individuelle Entwicklung • Scholastisch-mechanische Bildung → Beispiel: Lesen, Schreiben, Rechnen, Handwerk, Musizieren, Fechten


Zivilisierung (= Befähigung seine Zwecke zu erreichen)

• Ziel: Gesellschaftliche Umgangsformen & Regelbewusstsein erlernen (Befähigung zum gesellschaftlichen Umgang)

• Nicht nur Regeln befolgen, sondern strategisch nutzen

• Fähigkeit, eigene Zwecke zu erreichen, ohne andere einzuschränken → Beispiel: Rhetorik, Höflichkeit, Sympathie gewinnen, Kompromisse schließen


Moralisierung (= Bereitschaft zur Wahl guter Zwecke)

• Ziel: Fähigkeit, moralische Entscheidungen selbstständig zu treffen

• Eigene moralische Prinzipien aufstellen, statt nur Vorgaben folgen

• Gute Ziele setzen, die für alle Menschen als Leitbild gelten

• Handeln nach dem kategorischen Imperativ (Autonomie & Moralität)

• Der Mensch selbst bestimmt das Gute → Beispiel: Nicht stehlen, weil es moralisch falsch ist – nicht nur wegen Strafe 

Argumentations- bzw. Analyseschritte von Jackson 1975 ___________________

(+ Diskussion zur Aktualität des „Heimlichen Lehrplans“ bzw. seiner negativen Folgen für den offiziellen Bildungs- & Erziehungsauftrag am Fall) 

1. Verkehrsformen im Klassenzimmer: Lehrkräfte entscheiden

• Wer sprechen darf

• Wer welche Ressourcen/Material/Unterstützung bekommt

• Wer gleich behandelt oder wer besondere Behandlung verdient

• Wann welche Tätigkeiten laufen sollen, starten, unterbrechen, fortzusetzen, abzuschließen sind


2. Lebenswelt der SuS: Lebenswelt der SuS besteht aus…

• Verzögerungen (warten können müssen auf LuL, andere SuS oder Ende des Unterrichts)

• Versagungen (Wünsche zurückstellen müssen, z.B. Tätigkeiten beginnen, ehe ein Interesse besteht & sie beenden, ehe es nachlässt)

• Unterbrechung (ununterbrochen beschäftigt sind, wieder an die Arbeit zu gehen, nachdem Aufmerksamkeit abgelenkt war)


3. Heimlicher Lehrplan: SuS müssen fähig sein…

• Geduldig zu sein & nicht zu resignieren, trotz wiederkehrender Enttäuschung, Angst oder dem Bedürfnis zu rebellieren

• Lernen sich als interessiert, mitarbeitend oder umbetroffen gleichmütig zu maskieren

• Die erwarteten Antworten zu geben, Unwissenheit geschickt zu überspielen & Lehrkräfte auszutricksen


4. Vergleich offizieller & heimlicher Lehrplan

• Vereinbares Ziel mit dem (offiziellen) Lehrplan der Schule?

• Stütz der heimliche den offiziellen Lehrplan?

• Schadet der heimliche den offiziellen Lehrplan? Diskussionsaspekte

• Negative Konsequenzen des heimlichen Lehrplans immer noch vorzufinden bzw. unausweichlich?

• Ausschluss von Einzelnen • Begrenzung von Kreativität und Eigenständigkeit 

Die drei Begriffsverständnisse von Sozialisation 

Sozialisation (im weiten Sinne)

→ Gesellschaftliche Prägung/Einflüsse durch Familie, Freunde, Schule, Medien

→ Ziel: Anpassung an Werte & Regeln der Gesellschaft

• Lebenslanger, allgegenwärtiger Prozess: Normen & Verhaltensweisen unbewusst durch Interaktion übernommen

• direkte & indirekte Erziehung (z.B. durch Lehrkräfte, Eltern, Umfeld)

• Beispiele: Feste, Rituale, alltägliches Mitmachen in Gemeinschaften


Sozialisation (im engen Sinne)

→ Dinge, die durch unbeabsichtigte Einflüsse sozialer Kontexte erlernt werden • Trennung von Sozialisation & Erziehung

• Sozialisation = unbewusste & unbeabsichtigte Einflüsse

• Erziehung = bewusste, zielgerichtete Einflussnahme durch LuL, Eltern, Institutionen

• Prägung durch unbeabsichtigte soziale Effekte: z.B. durch Strukturen & Interaktionen

• Beispiel: Der „heimliche Lehrplan“ = Unbeabsichtigte Lernprozesse in der Schule, z.B. Gehorsam oder Anpassung

• Widersprüche: Schule lehrt Eigenständigkeit, fördert aber Anpassung


Sozialisation als Selbstsozialisation

→ Individuen setzen sich aktiv mit gesellschaftlichen Regeln auseinander & formen eigene Werte

→ Selbstsozialisation: Durch (Nicht-)Anpassung an Normen & Werte

• Aktive Rolle des Individuums: Interpretation, Aushandeln & Verändern von Normen & Werten

• aktive Rolle des Individuums: prägt sich selbst in Auseinandersetzung mit sozialen Gegebenheiten

• Offener Prozess: Nicht vollständig von außen steuerbar = Eigenständigkeit des Individuums 

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Amelie R.

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