(Folie 4) Was ist die zentrale Grundannahme der James-Lange-Theorie?
Emotionen entstehen aus körperlichen Veränderungen
• Gefühle = Empfindungen körperlicher Veränderungen
• Körperreaktionen sind Ursache, nicht Folge von Emotionen
• Beispiel: Anstieg von Blutdruck bei Furcht
(Folie 4) Wovon hängen unterschiedliche Gefühlsqualitäten und Intensitäten laut James-Lange ab?
• Qualität: durch unterschiedliche Muster körperlicher Veränderungen
• Intensität: durch Stärke dieser Veränderungen
(Folie 5) Wie verläuft die Aktualgenese von Furcht nach James-Lange?
Wahrnehmung eines Ereignisses (z. B. Bär)
Körperliche Reaktion • Mimik • Handlung (Flucht) • physiologische Veränderungen
Empfindung dieser Veränderungen = Gefühl (Furcht)
(Folie 6) Was besagt die Facial-Feedback-Hypothese?
Mimischer Ausdruck beeinflusst das emotionale Erleben
• Gesichtsausdruck wirkt auf eigene Emotion zurück
• Beispiel:
• Stift zwischen Zähnen → Lächeln
• Stift zwischen Lippen → unterdrücktes Lächeln
(Folie 7) Warum sind körperliche Veränderungen laut Kritik nicht ausreichend für Emotionen?
• Veränderungen sind nicht emotionsspezifisch
• treten auch bei
• Fieber
• Sport
auf
→ daher nicht hinreichend für Gefühle
(Folie 7) Welches Zeitproblem widerspricht der James-Lange-Theorie?
• Physiologische Reaktionen sind langsamer
• Emotion entsteht früher als Körperreaktion
→ widerspricht: „Körper → Gefühl“
(Folie 7) Was zeigt die Adrenalin-Kritik an der Theorie?
• Künstliche körperliche Erregung (z. B. Adrenalin)
→ erzeugt keine entsprechenden Gefühle
→ physiologische Erregung allein reicht nicht aus
(Folie 8) Welche zwei Faktoren sind laut Schachter (Zwei-Faktoren-Theorie) notwendig für Emotionen?
Physiologische Erregung
Kognitive Interpretation (Ursachenzuschreibung)
→ Beide zusammen erzeugen das Gefühl
(Folie 8) Warum ist physiologische Erregung allein laut Schachter nicht ausreichend?
• Erregung ist nicht emotionsspezifisch
• Sie bestimmt nur die Intensität, nicht die Art der Emotion
→ Für die Qualität ist die kognitive Bewertung entscheidend
(Folie 8) Wie bestimmt die kognitive Bewertung die Art der Emotion?
Gleiche Erregung → unterschiedliche Emotion je nach Interpretation:
• Bedrohung → Furcht
• Erwünschtes Ereignis → Freude
• z. B. Kaffee → keine/geringe Emotion
(Folie 8) Was passiert im Beispiel, wenn der Wanderer seine Erregung falsch attribuiert?
• Er glaubt: Erregung kommt von Kaffee
• Situation bleibt bedrohlich
→ keine Furcht entsteht
(Folie 10) Wie entstehen Emotionen laut Schachter bei ungeklärter Erregung?
• Person erlebt Erregung ohne Erklärung
• sucht nach einer Ursache
• findet eine emotionale Erklärung
→ Gefühl entsteht durch diese Zuschreibung
(Folie 10) Was zeigt das Experiment von Schachter & Singer (1962)?
• Emotionen können durch Fehlattribution entstehen
• Erregung wird falsch interpretiert
→ führt zu einem bestimmten Gefühl
(Folie 11) Wie beeinflussen Stimmungen Bewertungen laut Befunden?
• Induzierte Stimmung (z. B. durch Filme) beeinflusst:
• Sympathieurteile
• Lebenszufriedenheit
→ Emotionen wirken auf kognitive Bewertungen
(Folie 11) Wie kann man den Effekt von Fehlattribution verhindern?
• Hinweis auf die wahre Ursache der Stimmung (z. B. Wetter)
→ Effekt verschwindet
→ keine Verzerrung der Bewertung
(Folie 12) Was ist Erregungstransfer?
• Rest-Erregung aus vorheriger Situation
• wird auf neue Situation übertragen
→ verstärkt die Emotion
(Folie 12) Wie wirkt sich Erregungstransfer konkret aus?
• Vorherige Erregung (z. B. sexuell) führt zu:
• stärkerer Wut
• mehr Aggression
• oder mehr Hilfeverhalten
→ Emotion wird intensiver erlebt
(Folie 14) Welche zwei Einschätzungsprozesse beschreibt die Theorie von Lazarus?
Primäre Einschätzung (primary appraisal)
Sekundäre Einschätzung (secondary appraisal)
(Folie 14) Was wird in der primären Einschätzung bewertet?
Bedeutsamkeit eines Ereignisses für eigene Wünsche
Mögliche Ergebnisse:
• positiv/günstig
• bedrohlich
• Schaden/Verlust
• Herausforderung
(Folie 14) Was wird in der sekundären Einschätzung bewertet?
Bewältigungsmöglichkeiten der Situation
• Einschätzung eigener Fähigkeiten und Ressourcen
• Ergebnis:
→ „Kann ich das bewältigen oder nicht?“
(Folie 14) Welche Änderung gibt es in der revidierten Version (1991)?
• Bewältigbarkeitsüberzeugung ist nicht mehr notwendig
für die meisten Emotionen
(Folie 15) Wie wurde die Einschätzungstheorie experimentell überprüft?
• Personen sehen Film über rituelle Beschneidung
• 2 Gruppen erhalten verharmlosenden Kommentar
• 1 Kontrollgruppe ohne Kommentar
(Folie 15) Welche Wirkung hatte die Veränderung der Einschätzung?
Leugnungsgruppen:
• geringere physiologische Erregung
• weniger Unwohlsein
• bewerten Situation als weniger bedrohlich
(Folie 16) Warum haben Einschätzungstheorien eine hohe Erklärungskraft?
• Emotionen lassen sich durch Situationseinschätzung differenzieren
→ viele unterschiedliche Gefühle erklärbar
(Folie 16) Wie erklären Einschätzungstheorien unterschiedliche Reaktionen auf gleiche Situationen?
• Unterschiedliche Bewertungen derselben Situation
Beispiel:
• gleiche Note → Freude oder Frust
(Folie 16) Wie erklären Einschätzungstheorien gleiche Emotionen bei unterschiedlichen Situationen?
• Unterschiedliche Situationen → gleiche Einschätzung
→ gleiche Emotion (z. B. Freude)
(Folie 16) Welche Rolle spielt der Informationsweg für Emotionen?
• Unterschiedliche Wege → gleiche Überzeugung
→ gleiche Emotion entsteht
(Folie 18) Was ist die zentrale Annahme der neuropsychologischen Emotionstheorien (Papez, MacLean)?
• Emotionen beruhen auf neuronalen Strukturen
• Zentrales Substrat: limbisches System
→ dient zur Systematisierung psychologischer Annahmen
(Folie 18) Was ist das limbische System?
• Gruppe von verbundenen kortikalen und subkortikalen Strukturen
• wird als eigenständiges System betrachtet
• relativ abgegrenzt vom Neokortex
(Folie 18) Wie unterscheiden sich limbisches System und Neokortex funktional?
• Limbisches System → emotionale Empfindungen („Gefühl“)
• Neokortex → begrifflich-sprachliche Verarbeitung („Verstand“)
(Folie 18) Wie wird das limbische System entwicklungsgeschichtlich eingeordnet?
• Weiterentwicklung des Riechhirns
• Neokortex entsteht erst bei höheren Säugetieren
(Folie 20) Warum ist das limbische System als Emotionszentrum kritisch zu sehen?
• Nicht klar vom restlichen Gehirn abgrenzbar
• viele Verbindungen zum Neokortex
• beteiligt auch an nicht-emotionalen Funktionen
(Folie 20) Welche nicht-emotionale Funktion wird dem Hippocampus zugeschrieben?
• Integration von Sinnesinformationen
• Gedächtniskonsolidierung
(Folie 20) Welche Rolle spielt die Amygdala für Emotionen?
• Starke Assoziation mit Emotionen (v. a. Furcht)
(Folie 20) Welche Befunde zeigen die Bedeutung der Amygdala?
• Entfernung → kaum Furcht- und Wutreaktionen
• Stimulation → emotionstypische Reaktionen
• Epilepsie → Furchterleben ohne äußeren Anlass
(Folie 21) Was ist der zentrale Fokus der Theorie von LeDoux?
• Fokus auf Furcht
• Schwerpunkt: Verhalten, nicht Erleben
(Folie 21) Welche zwei Verarbeitungswege beschreibt LeDoux?
Subkortikaler Weg
Kortikaler Weg
(Folie 21) Wie funktioniert der subkortikale Weg?
• schnell und unbewusst
• verarbeitet nur einfache Reizmerkmale
→ „quick and dirty“
(Folie 21) Wie funktioniert der kortikale Weg?
• langsamer
• dafür detaillierte Analyse
• berücksichtigt Kontext
(Folie 21) Welche Struktur ist in beiden Wegen zentral?
• Amygdala
(Folie 22) Was ist die Grundidee hedonistischer Emotionstheorien?
• Emotionen sind Ziel des Handelns
• Menschen wollen:
• positive Emotionen erzeugen
• negative vermeiden
(Folie 22) Was ist das Ziel hedonistischer Theorien der Gegenwart?
• Abbau aktueller negativer Emotionen
Beispiel: Dissonanztheorie (Festinger, 1954)
(Folie 22) Was ist das Ziel hedonistischer Theorien der Zukunft?
• Optimierung zukünftiger Emotionen
• Reue & Enttäuschung minimieren
• Zufriedenheit maximieren
Zuletzt geändertvor 14 Tagen