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T4-T5

CR
von Claudia R.

1. Es werden in den Erklärungen von Kamalashila sechs günstige Voraussetzungen genannt, die der Meditation förderlich sind.

a) Verdeutliche, inwieweit diese sechs Umstände sich auf eine Meditationsklausur (Samatha-Klausur) förderlich auswirken.

b) Sind diese Umstände Deiner Meinung nach auch förderlich für ein Dharma-Leben, selbst wenn man nicht die Zeit oder Absicht hat, längere Meditationsklausuren durchzuführen?

a) 1. Aufenthalt an einem förderlichen Ort (lebensnotwendige Güter, Nahrung, Kleidung sollen leicht zu finden sein, damit man nicht mit der aufwändigen Beschaffung abgelenkt wird/ guter Aufenthaltsort: gefahrenfreier Ort: frei von wilden Tieren, frei von Naturgewalten, frei von schlechten Menschen oder gar Feinden / gesunde Gegend, wo man nicht leicht krank werden kann / ein guter Gefährte. der uns hilft mit Essen bzw. dem Notwendigsten versorgt. Der die ähnlichen Ansichten hat und nach der ähnlichen ethischen Disziplin lebt. Nicht mit Menschen umgeben, die einen von der Medi abhalten wollen oder mit denen man ständig diskutieren muss / Der Ort sollte förderliche Umstände aufweisen: (ruhige Lage: kein Wasserfall, kein Dauer-Straßenlärm, leise Nachbarschaft)

2. Genügsamkeit: möglichst wenig Wünsche und keine Begierden haben

3. Zufriedenheit: mit dem, was man hat: sich freuen

4. Geschäftigkeit aufgeben (während der Medi): möglichst wenige Aufgaben haben und mit möglichst wenig Menschen umgeben, selbst Medizin und Astrologie sollte man in der Zeit nicht praktizieren, das lenkt ab.

5. Ethische Disziplin üben = 10 UH unterlassen: schafft Ursachen für eine zukünftige menschliche Existenz und die 10H üben: schafft zusätzliche Ursachen für gute Lebensumstände, Wunschgebete machen für eine menschliche Wiedergeburt, um jetzt schon eine Verbindung zur künftigen menschlichen Existenz herzustellen. Damit kann das angesammelte heilsame Potenzial schon in diese Richtung gelenkt werden.

6. Ablenkende Gedanken aufgeben, um den Geist freizumachen von den verschiedenen Begierden, die den Geist in Unruhe versetzen: dazu die Tore der Sinne zügeln, indem wir über die Vergänglichkeit aller Dinge des DSK kontemplieren.

Alle diese Maßnahmen dienen dazu, so wenig Ablenkung wie möglich zu haben. Ich würde in der heutigen Zeit auch als weitere Maßnahme, das Handy ausschalten bzw. bei Anne in SL abgeben. Wenn die Ablenkungen minimiert bzw. ausgeschaltet sind, dann kann man sich auf die Samatha Klausur konzentrieren. Man kann mit dem Geist das Meditationsobjekt üben, in den Pausen den Körper dehnen und trotzdem die ganze Zeit bei sich bleiben.

 

b) Alle Umstände sind förderlich für das Dharma-Leben außerhalb einer Klausur. Wir sollten versuchen so viele der sechs Umstände wie möglich für uns in den Alltag zu integrieren. Ich merke durch meinen Umzug, was für eine Wohltat es ist, allein in einem Einfamilienhaus zu leben. Im Gegensatz zu einem Mehrfamilienhaus gibt es keine Geräusche von anderen Menschen. Ich bin derzeit noch nicht so gut in der Medi, dass mich diese Art von Geräuschen nicht stören würden. Hingegen würde mich ein Wasserfall, also natürliche Geräusche, überhaupt nicht stören. Was die Geschäftigkeit angeht, muss man natürlich schauen, auf welche Art man sein Gehalt verdient, ob man die Möglichkeit überhaupt hat, mit einem Job soviel zu Geld einzunehmen, dass man seinen Lebensunterhalt bezahlen kann. Ich verdiene zwar gut, kann mich aber leider noch nicht in eine monatelange Klausur zurückziehen. Mit praktizierender Genügsamkeit und Zufriedenheit bleibt der Geist einfach ruhiger, auch außerhalb der Medi. Ich muss nicht bei jedem „Event“ dabei sein. Ich weiß, dass ich das gar nicht kann, also suche ich sorgfältig aus und freue mich dann, wenn ich bsp. einmal noch bei einem Konzert von Rod Steward war, bevor er wirklich „in Rente geht“. Ich freue mich schon Wochen vorher darauf und die Freude ihn gesehen zu haben hält noch Wochen danach an. Ich sehe viele Menschen, die fast täglich irgendwo sind: Restaurant, Konzert, Reise und schon nach einem Tag keine Freude mehr daran haben. Die 10 H sind immer förderlich und sollten daher immer angewendet werden. Ablenkungen versuche ich ebenfalls generell zu minimieren. Wegen einer Veranstaltung musste ich mich im letzten Jahr bei Instagram anmelden. Der Algorithmus ist scheußlich. Selbst wenn ich Reels von Tibetern anschaue, bekomme ich dann ganz viele tolle weitere Reels: von der Grünen Tara über Padmasambhava und zack, schon ist wieder eine Stunde vergangen. Als ich das erstmals bemerkte habe ich mich erschrocken. Seitdem stelle ich mir einen Timer. Bald benötige ich den nicht mehr. Nach maximal drei Reels schalte ich aus. Vor allem versuche ich mein Handy nur selten zu nutzen. Gerade auch, wenn ich mich auf die Prüfung vorbereite, ist die Vorbereitung eine ähnliche: ich schaffe die Ablenkungen beiseite. Ja, meiner Meinung nach sind die Sechs Umstände sehr förderlich für ein Dharma-Leben, selbst für einen Menschen, der noch nicht zum Dharma gefunden hat. Die innere Ruhe, die man gewinnt ist unbezahlbar😊.


2. Kamalashila spricht von der Notwendigkeit Geistesruhe / Samatha UND unterscheidende Weisheit / Vipashyana üben zu müssen.

a) Erläutere, wie durch diese Praxis Leidfreiheit erlangt werden kann.

b) Zeige die jeweiligen Nachteile auf, welche sich ergeben, wenn man nur einen Aspekt übt und den jeweils anderen außer Acht lässt.

c) Welchen Nutzen ziehst du für dich persönlich aus diesen Erklärungen?

a) Vers 25: Nur mit der Erkenntnis der Selbstlosigkeit der Phänomene schaffen wir die Ursache für die Frucht = Leidfreiheit / Frieden / Nirvana: keine andere Ursache schafft Frieden

Seite 30: Mit Geistiger Ruhe wird unser Bewusstsein von großer Freude durchdrungen und unser Körper wird mit großer Glückseligkeit erfüllt, sodass wir schon in diesem Leben einen Zustand von Ausgeglichenheit, Glück und Wohlergehen erreichen können. Wir erlangen große Leichtigkeit und Flexibilität von Körper und Geist. Wir können Konzentration beliebig lange auf ein Objekt halten. Das bedeutet auch, dass wir uns automatisch von verkehrten und hindernden Objekten fernhalten. Dadurch werden fehlerhafte Handlungen von Körper, Rede und Geist vermieden. Wir erlangen höhere Wahrnehmungskräfte als Nebeneffekt.

b) Vers 24 (und Seite 31): nur geistige Ruhe: Mit Geistiger Ruhe lassen sich Kleshas nur vorübergehend unterdrücken, aber nicht beseitigen. Die Impulse der Kleshas, die auf Gewohnheiten beruhen, können nur mit Besonderer Einsicht „an der Wurzel“ zerstört werden.

Ich kann keine Allwissenheit entwickeln, um den anderen zu helfen, da ich mich dann ja nur einspitzig auf ein Objekt: Statue/ konzentrieren ein kann. Das Wissen fehlt.

Vers 29 bis Vers 31: Nur besondere Einsicht: der Geist wird vollständig auf die Objekte hin abgelenkt, wie eine Flamme der Butterlampe im Wind. Der Geist wird nicht gefestigt, sondern bleibt im begrifflichen Denken.  

Ich kann eine bestimmte Menge an Wissen erlangen und anfangen zu untersuchen, aber ich kann es nicht in der Tiefe verinnerlichen, nicht ausreichend und stetig untersuchen, weil ich die notwendige Konzentration nicht halten kann. Nur wenn ich mich einspitzig konzentrieren kann, habe ich die notwendige Tiefe/Ruhe/Basis, um über die Besondere Einsicht - die Leerheit des Selbst einer Person und die Leerheit aller Phänomene nachzudenken und untersuchen zu können. Allein mit Besonderer Einsicht, kann ich die Erkenntnis daraus nicht fest in mir verankern, um feste Überzeugung und festes Vertrauen ins Mahayana zu entwickeln. Ziel ist die unterscheidende Weisheit / die Erkenntnis der Leerheit anzuwenden, nur damit erkenne ich die letztendliche Realität / Soheit /Erkenne die falsche Ansicht. Nur mit stetiger Anwendung von Geistiger Ruhe in Verbindung mit der Erkenntnis der unterscheidenden Weisheit kann ich die Wurzel des Daseinskreislaufs zerstören.

c) Seite 124 SHdDL: Spezielle Einsicht ist eine Weisheit, die Leerheit in Verbindung mit physischer und mentaler Seligkeit erkennt. Diese Seligkeit entsteht aus der analytischen Weisheit, die auf der Grundlage der Seligkeit der Meditation der Geistigen Ruhe immer wieder die Wirklichkeit des betreffenden Objektes prüft. Von diesem Automatismus des stetigen Prüfens, bin ich noch weit entfernt. Ich erkenne langsam, dass die Aussage des Buddha stimmt: es ist der einzige Weg, um den Daseinskreislauf verlassen zu können. Bei aufkommenden Emotionen gehe ich schon gezielt in eine andere Perspektive und bleibe in der Ruhe, auch wenn die Personen um mich herum unruhig sind. Außerdem stelle ich fest, dass sich meine Art zu Lernen, langsam verändert.

 

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Claudia R.

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