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Didaktiv/Psychologie

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von eva W.

1)      Nennen Sie je drei Beispiele für die Schüler bzw. für den Lehrer. Übertragen Sie eine Voraussetzung auf die eigene Klasse. Welche methodischen Überlegungen würden Sie für diese Voraussetzung machen?

Schüler:

-          allgemeine entwicklungspsychologische Überlegungen zur Altersstufe

-          individuelle Auffälligkeiten

-          Schichtenzugehörigkeit der Lernenden

-          Altersverteilung und Religionszugehörigkeit

-          besondere äußere Begebenheiten (die Schule, der Klassenraum)

-          Was wissen die Lernenden bereits über den Lerninhalt?

-          Welche Haltungen nehmen sie zum Lerninhalt ein?

-          Welche körperliche und seelische Verfassung haben die Lernenden (z.B. Brillenträger, schwerhörig, Elternhaus, Stellung in der Geschwisterreihe)?

-          Mit welchen Lerntechniken (Diskussionen, Lexikonbenutzung usw.) sind die Lernenden vertraut?

-          Wie schnell fassen die Lernenden auf bzw. wie gut und wie lange behalten sie etwas aufgrund ihrer speziellen Situation?

Lehrkraft:

-          Welchen Unterricht bevorzugt die Lehrkraft (welche Fächer, welche Art von Strukturierung, welche Methoden, welche Medien oder Unterrichtsprinzipien usw.)?

-          - Welches spezielle Wissen, Können, welche Haltungen und Einstellungen bringt die Lehrkraft mit?

-          - In welcher körperlich-seelischen Verfassung ist die Lehrkraft und welchen Lehrstil hat die zum Beispiel in ihrer fachlichen Ausbildung erworben?

Übertragung auf die eigene Klasse:

Haltung und individuelle Auffälligkeiten: Sehr motivierte Klasse, die aber trotzdem teilweise stärkere Leistungsunterschiede aufweist. Ein Fall sticht hier besonders hervor: Ein Schüler hat eine Lese- Rechtschreib- und eine Lernschwäche. Aufgrund dessen ist er stärker benachteiligt im Vergleich zu anderen Schülern, was vor allem die schriftliche Leistungsfeststellung angeht. Er gleicht dies aber durch seine gute mündliche Mitarbeit und hohem Interesse am Unterrichtsgeschehen aus. Hier sind die Methoden für den Unterricht so anzupassen, dass der Schüler nicht von der Lehrkraft zum lauten Vorlesen und zum Schreiben unter der Dokumentenkamera aufgerufen wird, außer der Schüler meldet sich. Ansonsten vermeide ich längere und komplizierte Texte. Generell lege ich als Lehrkraft größeren Wert auf Diskussionen und Schülerpräsentationen, was auch für diesen Schüler eine gute Beteiligung am Unterricht ermöglicht.

1)      Schule der Psychologie meiner Wahl: Der Behaviorismus

Im Behaviorismus ist ausschließlich das beobachtbare Verhalten Gegenstand der Forschung. Nur was der Forscher beobachten oder messen und in Daten erfassen kann, wird als wissenschaftlich anerkannt. Alle Aussagen über „innere Vorgänge" wie Gefühle, Motive oder Gedanken sind nicht unmittelbar beobachtbar und daher vom behavioristischen Forschungsinteresse ausgeschlossen. Diese naturwissenschaftliche Vorgehensweise wandte sich von Anfang an gegen jegliche Art von Spekulationen über nichtbeobachtbare Mechanismen und deren Einfluss auf das Verhalten und lehnte die gängige Methode der Selbstbeobachtung als unwissenschaftlich ab. Der Mensch erscheint nach behavioristischer Auffassung als ein Wesen, das nahezu ausschließlich von Umweltreizen beherrscht wird. Dementsprechend findet eine einseitige Betonung der Bedeutung von Umweltfaktoren für die Entwicklung statt.

Der Behaviorismus geht davon aus, dass alles Verhalten erlernt ist und wieder verlernt werden kann. Auf den Behaviorismus gehen das Wissen und die Theorien über menschliches Lernen sowie die Verhaltenstherapie zurück. Er hat die Psychologie insgesamt und vor allem den Bereich des Lernens nachhaltig beeinflusst; auf ihn gehen die sogenannten Konditionierungstheorien zurück - das sind alle Theorien, die bei Lernprozessen die Bedeutung von Reizen erklären, welche einem Verhalten vorangehen oder nachfolgen.

Die ursprünglichen Schwächen der behavioristischen Schule, insbesondere das Vernachlässigen von kognitiven Vorgängen wie etwa das Erkennen, Begreifen, Urteilen und Denken haben Psychologen in der neueren Zeit veranlasst, nach Erklärungsmustern für menschliches Verhalten zu suchen, die diese Aspekte einbeziehen. Heute gibt es eine Reihe von Psychologen, die auch innere Prozesse zur Erklärung von Verhalten und Erleben heranziehen.

1)      Drei Merkmale für eine typische Lernsituation

-          hoher Grad an authentischen beruflichen Handlungssituationen

-          den (möglichst) vollständigen Ablauf einer beruflichen Handlung

-          Ergebnis: Handlungsprodukt (-> Entscheidung, Stellungnahme, Präsentation, Dokumentation)

-          Förderung von Kompetenzen

-          berücksichtigt auch soziale Prozesse (-> überfachliche Kompetenzen)

-          greift die Erfahrungen der Lernenden auf und reflektiert sie in Bezug auf ihre beruflichen, persönlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen

-          Modell der vollständigen Handlung:

1.      Informieren

2.      Planen

3.      Entscheiden   

4.      Ausführen

5.      Kontrollieren 

6.      Auswerten     

Checkliste - Lernsituation

ü  Werden die Lernenden befähigt, berufliche, lebens- und gesellschaftsbedeutsame Probleme zu bewältigen?

ü  Problemstellung komplex und mehrdimensional (-» konkrete realistische Problemstellung)?

ü  Komplexität und Exemplarität der Lernsituation?

ü  Produktorientierung (Unterrichtsergebnis sind konkrete Produkte der Lernenden mit Nutzwert)?

ü  Vollständige Handlung?

ü  Können die Lernenden die Lernsituation auf andere Situationen übertragen?

ü  Werden alle Dimensionen der beruflichen Handlungskompetenz gefördert?

ü  Sind die Fachinhalte ausreichend berücksichtigt?

ü  Eventuell Bezug zu einem Modellunternehmen hergestellt?

ü  fächerverbindend, fächerübergreifend?

1)      Tafelbild zur Photosynthese anhand 7 Kriterien (günstig/ungünstig) kritisch diskutieren einschl. Verbesserungsvorschläge

Checkliste - Merkmale eines guten Tafelbildes

-          Überschrift/Titel -> muss nicht immer oben, kann auch zentral stehen

-          übersichtlich -> Ordnung, Strukturierung, Blockbildung, Gliederung

-          gut lesbar, nicht übervoll, erdrückend

-          Betonung wichtiger Begriffe durch Farbe (sparsam!), Sperren (= größere A b s t ä n d e), Unterstreichen, Umranden, andere Schriftgröße, Spiegelstriche, Pfeile

-          kurzgefasst, verständlich

-          zusammengehörige Elemente gleich kennzeichnen (Farbe, Form, Größe)

-          bei Bedarf häufig wiederkehrende Abkürzungen mit der Klasse absprechen

-          Seitentafel: günstig als „Denk-/Schmierzettel" (Gestaltung nicht so wichtig!)

-          Tafelzeichnung der Lehrkraft soll Vorbildcharakter haben

-          einfache Strichzeichnungen! (Perspektive u.ä. möglichst vermeiden)

-          normgerechte Darstellung z.B. bei Schnittzeichnungen

-          Schrift: etwa 5 cm hoch (damit von hinten deutlich lesbar), gerade und eng schreiben, gut lesbare Schreibschrift oder Druckschrift mit Klein- und Großbuchstaben, ausschließliche Verwendung von GROSSBUCHSTABEN begrenzen (schlecht lesbar)

-          Farbe richtig einsetzen, um Wichtiges hervorzuheben: Metall: blau, Wasser: blau, Holz: gelb (hellbraun), Glas: grün, Hervorhebungen, Regeln, Gesetze: rot, orange, gelb

-          Symbole verwenden

-          Formeln: unterstreichen oder einrahmen

1)      sehr gute Ausprägung von 10 Unterrichtsmerkmalen nennen

-          Motivation (+ Langzeitimpulse; - demotivierend)

-          Zielangabe (+ zum richtigen Zeitpunkt, logisch entwickelt; - verschwommen, fehlt)

-          Strukturierung (+ klar erkennbare Teilziele; - unklare Differenzierung, konzeptlos)

-          Tafelanschrieb (+ informativ, strukturiert; - unübersichtlich, unleserlich)

-          Medieneinsatz (+ zielorientiert, optimal; - ohne Bezug, ablenkend)

-          Unterrichtsform (+ handlungsorientiert, gute Arbeitsanweisungen; - kein Methodenwechsel, erhebliche Mängel)

-          Impuls-, Fragetechnik (+ starke Denkanstöße, angemessene Zeit für Schülerreaktion; - verwirrend, Lehrer gibt Antworten selbst)

-          Ergebnissicherung (+ enthält alle wesentlichen Lernziele, mit Transfer verbunden; - fehlt, Lernziele

-          nicht erreicht)

-          Lehrerverhalten (+ beispielhaft, souverän; - unsicher, passiv)

-          Unterrichtsstil (+ Vorbildfunktion, fördert Eigenverantwortlichkeit; - Laissez-faire, kein Interesse)

-          Unterrichtsatmosphäre (+ leistungsfördernd; - demotivierend)

-          Schülerbezogenheit (+ erzielt gut Mitarbeit, pädagogisches Geschick; - kaum beachtet, aggressiv)

-          Sprache (+ eindrucksvoll fesselnd, präzise; - monoton, oft unverständlich)

-          Erzieherische Komponente (+ Vorbild, - lasch, grob)

1)      Nennen Sie die 5 Leitfragen der didaktischen Analyse nach Klafki und beschreiben Sie davon 2 genauer.

1.      Exemplarische Bedeutung:

Welches Grundprinzip wird exemplarisch vermittelt? Auf welchen allgemeinen Sachverhalt verweist das Thema?

-          Nur exemplarische Inhalte, die helfen allgemeine Zielsetzungen zu erarbeiten, sollen behandelt werden.

-          Behandelte Inhalte sollen übertragbar sein -> „Ente" als Stellvertreter für die Grundprinzipien, die auf alle Wasservögel zutreffen

2.      Die Gegenwartsbedeutung

Welche Bedeutung hat das Thema bereits im Leben der Studierenden? -> Lebensweltbezug Wo können die Schüler das Wissen oder Können heute anwenden?

3.      Zukunftsbedeutung

Worin liegt die Bedeutung des Themas für die Zukunft der Studierenden?

In welchen Zusammenhang können die Studierenden das Thema später einmal gebrauchen?

4.      Struktur des Inhalts

Trennung von wichtigen und nicht-wichtigen -> didaktische Reduktion

Was ist das notwendige Mindestwissen, was die Studierenden erlangen sollen?

Wie ist die Unterrichtseinheit strukturiert und warum?

5.      Unterrichtliche Zugänglichkeit

Welche Methoden wende ich an, welche Sozialform, welche Medien (Darbietung des Themas) -> um den Unterricht für die Studierenden zugänglich zu gestalten

Wie hole ich die Studierenden ab? Durch welche Beispiele wird der Unterricht interessant, anschaulich. -> Durch die Wahl der Methode sollen die Studierenden selbstständig das Thema bewältigen können

1)      Welche Fragearten werden unterschieden?

-          Wissensfragen: fördern das Erinnern von Ideen, Fakten ...

-          Denkfragen: stellen Lernende vor neuartige Situationen oder Probleme, fordern dazu auf, aus der Erfahrung heraus Wissen zu finden und auf das Problem zu übertragen.

-          Offene Fragen: erwarten offene Antworten; der Antwortende hat ein breites Spektrum an Möglichkeiten etwas zu sagen. Je mehr die Frage den Antwortenden festlegt, desto geschlossener ist sie! Sie sollen den Lernenden zum freien Sprechen anregen. Folgende Schlüsselwörter erleichtern die Identifizierung offener Fragen: wer, wann, welche, wo, warum, wie, sagen Sie mir bitte...

-          Geschlossene Fragen (Entscheidungsfragen): Lassen meist nur die Antworten „Ja" oder „Nein" zu. Folgende Schlüsselwörter erleichtern die Identifizierung geschlossener Fragen: müssen Sie, geschieht es, gibt es, hatten Sie, ist jemand, machen Sie, welches von, oder

Checkliste - günstige Fragetechnik

-          „aktiv Schweigen" und „aktiv Zuhören"

-          auch Leistungsschwache fragen

-          ausreichend Zeit zur Beantwortung von Fragen einräumen

-          Begründungen fordern

-          einfache, kurze Sätze

-          Frage sollte nicht bereits die Antwort enthalten.

-          Fragen an alle stellen (nicht nur mit Interessierten arbeiten)

-          Fragesatz sollte einen Oberbegriff der gewünschten Antwort enthalten

-          Fragewort an den Satzanfang

-          Impulsfragen (siehe „Impulstechnik")

-          kein Lehrerecho (... oder manchmal doch? siehe Arbeitstext zum Lehrerecho)

-          keine „Nase-Pul-Fragen" (... zu lange auf einer Frage herumreiten)

-          keine abstrakten Formulierungen verwenden (auf das Niveau der Lernenden achten)

-          keine Entscheidungsfragen 0 verleiten zum Raten (außer Begründung wird verlangt)

-          keine Ergänzungsfragen (Kupfer ist ein ...?)

-          keine Reihenfragen (Kettenfragen)

-          keine Suggestivfragen („Sind auch Sie der Meinung, dass..“), außer um zu provozieren

-          Lehrkraft sollte bei unklaren Formulierungen nicht von sich aus, die Antwort eines Lernenden ergänzen, wenn dieser dazu selbst in der Lage ist

-          offene Fragen bevorzugen (beginnen mit „w ..." warum, wie, weshalb, wieso, welche ...?)

-          Lernende ausreden lassen

-          Umgangsfragewörter vermeiden: mit was -> womit, aus was -> woraus, über was -> worüber, zu was -> wozu, durch was -> wodurch, für was -> wofür.

1)      Beispiele für Rituale, wie man gute Lernlaune fördern kann (Beispiele), einen Unterrichtseinstieg nennen, kritisch diskutieren (Erfolg, Dauer)

Die Lehrkraft legt in den ersten Minuten den Grundstein für den Verlauf der Stunde: Kann in dieser Stunde etwas Wichtiges gelernt werden oder ist das Lernen bloß Selbstzweck (der Stoff ist halt „dran")?

Rituale Definition:

Rituale sind Handlungssequenzen, die wiederholt nach bestimmten Kriterien ablaufen und lange Zeit in dieser Form Gültigkeit haben.

Möglichkeiten:

-          Kontakt zu den Lernenden herstellen, ihnen zuhören

-          den Lernenden signalisieren: Ich bin gern hier! Ich bin gerne Lehrer/inl Ich mag mein Fach! Mich interessiert das Thema des Unterrichts!

-          die Frage des Tages (www.last-word.com Phänomene der Welt einfach erklärt; Website von New Scientist, www.geolino.de)

-          ein Spiel, ein Quiz -> Vocab Soccer

-          Rituale erleichtern den Einstieg. Damit sie Lernlaune schaffen, müssen sie Spaß machen

Unterrichtseinstieg: Dauer ca. 3 Minuten

Thema „Bestandteile einer Rechnung" bei der Weinbauklasse. Dies war für mich fachfremd, da ich Tierhalterin bin. Hier hatte ich ein Praxisbeispiel angebracht:

„Winzer Lukas hat seine Traubenernte bisher vollständig an eine Winzergenossenschaft abgegeben. Nun möchte er seine Ernte selbst keltern und direkt vermarkten.

Er verkauft 18 Flaschen an einen Privatkunden. Dieser fordert einen Beleg. Was muss nun beachtet werden?"

Das Beispiel an sich war passend ausgewählt, da Rechnungen in der Direktvermarktung Praxis sind. Jedoch war der letzte Satz „Was muss nun beachtet werden?" viel zu offen gefasst, die Schüler wussten nicht ansatzweise, worauf ich hinaus möchte. Daher musste ich Fragen nachschieben.

Letztendlich bin ich so vorgegangen, dass ich die Direktvermarkter unter den Studierenden erfragt habe und dann gefragt hatte, wie ein Verkauf abläuft und welche Art von Beleg sie ausgeben. So sind wir schließlich auf das Thema Rechnung gekommen. Dadurch gab es einen holprigeren Start. Positiv an dem Beispiel war jedoch, dass ich meine Stunde auf diesem Beispiel aufziehen konnte; ich hatte eine passende Musterabrechnung zu diesem Betrieb und auch die Lernzielkontrolle konnte ich dann anhand des Beispiels durchführen.

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eva W.

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