Nennen Sie die Gütekriterien für schriftliche Leistungsfeststellung und beschreiben Sie eins davon genauer. (2016)
Validität = Gültigkeit einer Messung; bezeichnet das Ausmaß, in dem das Messinstrument tatsächlich das misst, was es zu messen vorgibt.
Reliabilität = Zuverlässigkeit, Genauigkeit; die Messung soll bei wiederholter Messung am unveränderten Objekt immer den gleichen Messwert liefert.
Objektivität = Unabhängigkeit der Messung
1) Was gibt es bei der Vorbereitung einer Klassenarbeit zu beachten?
o Termin rechtzeitig bekannt geben
o Schwerpunkte setzen
o Zur Vorbereitung notwendige Materialien aufführen
o Signalwörter in den Aufgabenstellungen benutzen; verschiedene Aufgabentypen
o Unabhängige Fragen, in der Schwierigkeit steigernd
o Stoff wiederholen und üben: Übungs- und Fragestunde
o Erfolgszuversicht ausstrahlen
1) Nennen sie sechs Kriterien für die Aufgabenstellung in einer Klassenarbeit. (3P)
o Verständlich und Eindeutig formulieren
o Motivierende Aufgabenstellung -> Fälle aus der Praxis
o Art der Leistung -> Klarheit durch Signalwörter! (Taxonomiestufen nach Bloom)
o Punktevergabe
o Einfache Aufgaben zu Beginn, Schwere am Ende
o Unabhängige Fragen
1) Formulieren Sie drei Klassenarbeitsfragen mit steigender Taxonomie-Stufe. (9P)
o Benennen Sie, welche Maßnahmen in der Fütterung zu höheren Fett- und Eiweißgehalten führen. (A1)
o Berechnen Sie den Milchauszahlungspreis mithilfe der angegebenen Werte. (B1)
o Bewerten Sie die angehängte Ration hinsichtlich Ihrer Strukturwirkung. (C2)
1) Erklären Sie die Kriterien zur mündlichen Leistungsfeststellungen der Noten 1-4.
Note 6:
o Sich nicht oder fehlerhaft zum Thema äußern, keine eigenen Beiträge leisten
Note 5:
o Sich auch mit Hilfestellung nur teilweise richtig äußern, selten zielführend
o Auch bereits Behandeltes nur lücken- oder fehlerhaft wiedergeben
Note 4:
o Bei bereits Behandeltem sich größtenteils richtig äußern, v.a. Wiedergabe Fakten und Zusammenhängen
o Bemühen, dem Unterricht etwas beizutragen sind ersichtlich
Note 3:
o Bereits Behandeltes, v.a. Wiedergabe Fakten und Zusammenhängen, weitestgehend richtig - Erkenntnisse des momentanen Unterrichtsthema in die Unterrichtseinheit einordnen und
o Zusammenhänge erkennen
o Zufriedenstellende Beiträge zum Unterricht leisten
Note 2:
o Schwierigere Sachverhalte erklären und in größeren Zusammenhang einordnen
o Gute Unterrichtsbeiträge zur Themenerarbeitung
o Kenntnisse (aus dem Unterricht) mit dem Stoff verknüpfen
o Sachgerecht und ausgewogen beurteilen
Note 1:
o Gedanken eigenständig und klar in Worte fassen
o Anspruchsvolle Sachverhalte und Problemstellungen erläutern, in einen größeren Zusammenhand einordnen und Transfer leisten
o Kenntnisse (aus dem Unterricht und darüber hinaus) in gute Beiträge einfließen lassen
1) Welche Arten von mündlichen Leistungsfeststellungen gibt es und begründen Sie, welche Sie bevorzugen.
- Mündliche Mitarbeit im Unterricht (Eindrucksnote) -> muss nach Gesetz gemacht werden! Dokumentationspflicht! -> wird meist so gehandhabt, dass 3 Schüler je Stunde nach Kriterien beobachtet werden
- Mündliche Abfrage oder Abfrage an Tafel, anderes Medium (Einzelprüfung)
- Referat/ Präsentation
Persönliche Präferenz: Präsentation und Referat, da man objektive Beobachtungsbögen zur Leistungsbewertung nutzen kann und die Schüler gleichzeitig Kompetenzen im Präsentieren vermittelt werden
Gefahr allgemein: Gefahr der Verzerrung der Realität durch verschiedene Störfaktoren:
- Vorinformationen über die Studierenden
- Hof-Effekt: Man schließt von einen auf den anderen Leistungsbereich (z.B. gut in Mathe à gut in Physik)
- Tendenz zur Einseitigkeit: Milde- oder Strengeeffekt
- Tendenz zur Mitte: Extremnoten werden vermieden
- Soziale Vorurteile
- Sympathie und Antipathie
- Stimmungsschwankungen
- Pygmalioneffekt: Die Leistung des Schülers gleicht sich an seine schlechte Leistungsbeurteilung an
1) Nennen Sie jeweils 2 Vor- und Nachteile der mündlichen Leistungsbeurteilung
Vorteile:
- größere Flexibilität im Hinblick auf die Fragestellung
- Nachfrage des Prüfers ist möglich aufgrund der bisher gegebenen Antworten seitens des Schülers
Nachteile:
- Einhaltung der Testgütekriterien oft schwierig
- Beurteilungsfehler aufgrund subjektiver vorurteilsbehafteter Wahrnehmung des Prüfers aus direktem Kontakt zum Prüfling leichter möglich
1) Beschreiben Sie Schwierigkeiten der mündlichen Notengebung. Welche Möglichkeiten der Überprüfbarkeit der Noten (in Bezug auf die Objektivität) wären denkbar?
Objektivität der Beurteilung auf Grund der Störfaktoren
Überprüfbarkeit: spezielle Fragestellung an ausgesuchtem Tag und gewähltem Thema, festhalten der Beurteilung regelmäßig und zeitnah, gesamte Leistung betrachten (nicht nur die letzten Fragen / Woche), präsentieren von Gruppenarbeiten, Selbsteinschätzung ermöglichen und vergleichen, Leistungen aus schülerzentrierten Arbeiten Transparenz der Notengebung, direkte Kommunikation, fortlaufend Möglichkeit zur Verbesserung
1) Nennen Sie je drei Beispiele für die Schüler bzw. für den Lehrer. Übertragen Sie eine Voraussetzung auf die eigene Klasse. Welche methodischen Überlegungen würden Sie für diese Voraussetzung machen?
Schüler:
- allgemeine entwicklungspsychologische Überlegungen zur Altersstufe
- individuelle Auffälligkeiten
- Schichtenzugehörigkeit der Lernenden
- Altersverteilung und Religionszugehörigkeit
- besondere äußere Begebenheiten (die Schule, der Klassenraum)
- Was wissen die Lernenden bereits über den Lerninhalt?
- Welche Haltungen nehmen sie zum Lerninhalt ein?
- Welche körperliche und seelische Verfassung haben die Lernenden (z.B. Brillenträger, schwerhörig, Elternhaus, Stellung in der Geschwisterreihe)?
- Mit welchen Lerntechniken (Diskussionen, Lexikonbenutzung usw.) sind die Lernenden vertraut?
- Wie schnell fassen die Lernenden auf bzw. wie gut und wie lange behalten sie etwas aufgrund ihrer speziellen Situation?
Lehrkraft:
- Welchen Unterricht bevorzugt die Lehrkraft (welche Fächer, welche Art von Strukturierung, welche Methoden, welche Medien oder Unterrichtsprinzipien usw.)?
- - Welches spezielle Wissen, Können, welche Haltungen und Einstellungen bringt die Lehrkraft mit?
- - In welcher körperlich-seelischen Verfassung ist die Lehrkraft und welchen Lehrstil hat die zum Beispiel in ihrer fachlichen Ausbildung erworben?
Übertragung auf die eigene Klasse:
Haltung und individuelle Auffälligkeiten: Sehr motivierte Klasse, die aber trotzdem teilweise stärkere Leistungsunterschiede aufweist. Ein Fall sticht hier besonders hervor: Ein Schüler hat eine Lese- Rechtschreib- und eine Lernschwäche. Aufgrund dessen ist er stärker benachteiligt im Vergleich zu anderen Schülern, was vor allem die schriftliche Leistungsfeststellung angeht. Er gleicht dies aber durch seine gute mündliche Mitarbeit und hohem Interesse am Unterrichtsgeschehen aus. Hier sind die Methoden für den Unterricht so anzupassen, dass der Schüler nicht von der Lehrkraft zum lauten Vorlesen und zum Schreiben unter der Dokumentenkamera aufgerufen wird, außer der Schüler meldet sich. Ansonsten vermeide ich längere und komplizierte Texte. Generell lege ich als Lehrkraft größeren Wert auf Diskussionen und Schülerpräsentationen, was auch für diesen Schüler eine gute Beteiligung am Unterricht ermöglicht.
1) Nennen Sie vier anthropologische und soziokulturelle Bedingungsfaktoren nach Kramp, die relevant für optimale Lernvoraussetzungen sind. Beschreiben Sie diese,
- Vorgeschichte und Zusammensetzung der Klasse: Altersspanne; Schulabschluss/Ausbildungsabschluss; Frauen/Männer
- Geistiges und soziales Klima der Klasse: Klassengemeinschaft; Hilfsbereitschaft
- Haltung und Arbeitsweise der Klasse: Grundhaltung; Disziplin; Arbeitshaltung; Selbstständiges Arbeiten
- Leistungsstand und Ansprechbarkeit der Klasse: Leistungsstand generell/bestimmte Gebiete; Interessen + Vorlieben; Sonderfälle
- Arbeitsbedingungen in Klasse und Schule: Ausstattung Klassenraum + Schule; Bildungseinrichtungen in erreichbarer Nähe
- Häusliche Verhältnisse und Erfahrungsbereich der Lernenden: Freizeitgewohnheiten; Erfahrungsbereich in näheren + weiteren Umgebung
1) Beschreiben Sie eine herausfordernde Lehr-Lernsituation im Unterricht und wie sie damit umgehen würden.
unterschiedliches Vorwissen, großer Altersunterschied, verhaltensauffällige Studierende, Ausstattung des Klassenzimmers, Betriebsausrichtung, besondere Ereignisse (z.B. Klassenarbeit in der vorherigen Stunde)
Umgang mit der Situation: Ein bis zwei Vorschläge machen, wie mit der Situation umgegangen werden kann und diese schlüssig begründen.
Alternative: Konkretes Beispiel z.B. Sie kommen in eine Klasse und es ist Stromausfall. Oder Sie kommen in eine Klasse und ein Schüler zeigt sehr auffälliges Verhalten
1) Erstellen Sie für eine ausgewählte Lernplaneinheit einen Stoffverteilungsplan mit max. 10 UE mit Angabe der jeweiligen Stundenthemen und didaktischen Hinweisen.
1) Warum sind Ziele wichtig? Nennen Sie 4 Gründe.
- Klare Unterrichtsplanung möglich
- Helfen Inhalte und Methoden auszuwählen
- Als Überprüfung/Kontrolle, ob Inhalt zielführend ist
- Für die Lernenden: Klare Anforderungen
1) Nennen Sie Lernziele aus eigener UE mit mindestens 4 verschiedenen Taxonomiestufen nach BLOOM.
Die Studierenden können...
... erklären, welche Kriterien sich wie auf den Auszahlungspreis der Milch auswirken. (A2)
... den Milchauszahlungspreis berechnen und bewerten. (B1, C2)
... benennen, welche Maßnahmen zu höheren Fett- und Eiweißgehalten führen. (A1)
1) Nennen Sie Kategorien von Lernzielen und beschreiben Sie zwei der Lernziele näher.
Richtziele: Die Richtziele für den Unterricht kann die Lehrkraft im Lehrplan in den Vorbemerkungen bzw. einem entsprechenden Kapitel entnehmen. Sie geben ein allgemeines Endverhalten der Lernenden unter Berücksichtigung der Erreichung von Schlüsselqualifikationen an.
Grobziele: Grobziele stehen jeweils in der linken Spalte der dreispaltigen Lehrpläne. Sie beschreiben in allgemeiner Form das erwartete Endverhalten.
Feinziele: Aus diesen Grobzielen und Inhalten formuliert die Lehrkraft Feinziele für eine Unterrichtseinheit. Feinziele beschreiben das erwartete Endverhalten eindeutig in einem hohen Grad an Präzision.
Teilziele: Der Unterricht wird dann in Teilziele aufgegliedert. Die Teilzielgliederung ist eine stofflogische Gliederung einer Unterrichtsstunde und sagt nichts über die Reihenfolge der Erreichung der Feinlernziele zu tun.
1) Erklären Sie anhand eines Lehrplans Ihrer Wahl die Begriffe (Richtziel), Grobziel und Feinziel
è Lehrplan: Betriebliche Kommunikation, LPE 2 Präsentationen vorbereiten und durchführen, Nr. 2.1. Informationen beschaffen, verarbeiten und bewerten (=Grobziel)
· Grobziel:
o Bsp.: Nr. 2.1. Informationen beschaffen, verarbeiten und bewerten
o steht in der linken Spalte der dreispaltigen Lehrpläne
o gibt den Erwartungshorizont für den Unterricht vor
· Feinziel:
o Feinziele werden aus den Grobzielen und Inhalten formuliert, die im Lehrplan vorgegeben sind
o Die Feinziele sind nicht im Lehrplan enthalten und müssen von der Lehrkraft selbst formuliert werden
o Pro Grobziel sollten 2 bis maximal 4 Feinziele definiert werden
1) Formulieren Sie aus einem Grobziel Ihrer Wahl/ Ihres Lehrplans einzelne Feinziele
è Lehrplan: Betriebliche Kommunikation, 2 Präsentationen vorbereiten und durchführen, 2.1. Informationen beschaffen, verarbeiten und bewerten
· Grobziel: Informationen beschaffen, verarbeiten und bewerten
· Feinziele:
o F1: Die Studierenden sind in der Lage angemessene Informationen zu recherchieren (Fachartikel, Fachbücher und Internetrecherche)
o F2: Die Studierenden können mit Texten umgehen und diese gliedern
o F3: Die Studierenden sind in der Lage die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens zu beschreiben und können diese für das eigene wissenschaftliche Arbeiten anwenden
o F4: Die Studierenden können die rechtlichen Grundlagen im Umgang mit Quellen anwenden
Beschreiben Sie die 4 Taxonomie-Stufen,
1) Tipps für Lernprobleme bei Schülern.
Umwelt:
- Stimulierender Arbeitsort mit mittlerer Erregung
- Realistische Arbeitszeiten (verschiedene Methoden, z.B. 50 Min Lernen, 10 min Pause)
- Störungseliminierung (z.B. in ruhigen Raum, in die Bibliothek, um Ablenken zuhause zu vermeiden)
Physiologische Voraussetzungen:
- gesunde Ernährung
- Ausgleich durch Sport
- genügend Schlaf
- Pausen
Gestimmtheitsvorraussetzungen:
- Motivation
- Konzentration
gute Lernumwelt schaffen, sowie darauf achten, dass genügend Pausenzeiten eingehalten werden.
-> extrinsische Motivation fördern durch Belohnungen und Strafen
-> Neuen Lernstoff mit Vorwissen verbinden
-> verschiedene Sinne beim Lernen aktivieren (z.B. laut lesen, Notizen, Videos etc.)
Lerntipps:
Lesen: Vor- und Nachbereitung der Lektüre -> Eigene Worte wählen beim Zusammenfassen
7 Etappen-Methode Leseziel festlegen, Auswahl der Texte anhand des Leseziels, Überblick
gewinnen, Fragen stellen, Lesen, Zusammenfassung, Nacharbeiten
Exzerpieren: Beginnen Sie nicht zu schreiben, bevor der Abschnitt zu Ende gelesen wurde, 3
Kernaussagen pro Textseite, Übersichtliche Gestaltung der Inhalte
1) Wie wirkt sich Angst auf das Lernen aus?
- Angst hat negative Auswirkungen auf das Lernen, da Angst den Körper überdurchschnittlich erregt und man gestresst ist -> Ausschüttung von Cortisol, dies hemmt die Gehirnleistung
- Schnittstellen von Themen können nicht mehr erkannt werden (nur in eine Richtung denken)
- Es reduziert den Aufmerksamkeitspegel
- Speicherung von Informationen wird erschwert
- > starke Angst wirkt sich ungünstig aufs Lernen aus, wohingegen leichte Angst auch motivieren kann (Extrinsische Motivation)
In der Prüfungssituation:
- Angst beeinträchtigt das Abrufen des Gelernten
- Fragen werden falsch verstanden
- unflexibles Denken (in eine Richtung denken)
1) Was versteht man unter "Vergessen"?
Vergessen = Gelerntes kann nicht mehr erinnert werden, weil
a) Information kommt nicht im LZG an
b) Informationen im LGZ werden nicht mehr gefunden
Vergessen kann verschiedene Ursachen haben, wie Trauma, Stress, Alzheimer, Demenz.
Vergessenskurve -> Grad des Vergessens
- es wird nach Wichtigkeit und nach Wiederholung vergessen (je öfter Wiederholt oder je wichtiger, desto weniger wird vergessen)
1) Beschreiben Sie zwei Konfliktlösestrategien (abstrakt).
- Kurative Intervention: Einen bestehenden Konflikt kooperativ und systematisch lösen
-> Heilung
Konfliktbeschreibung, Problemanalyse und Zieldefinition, gemeinsame Suche nach einer Lösung
- Deeskalierende Intervention: Konflikte, die nicht sofort gelöst werden können, sondern allerhöchstens auf ein erträgliches Niveau reduziert werden
-> Konflikte „runterholen" und Eskalation vermeiden
-> Eskalationsmechanismen bewusst machen, Vermittlung des Gefühls, dass Parteien den Konflikt steuern können
- Eskalierende Intervention: Bei kalten Konflikten (Unausgesprochenem) ein offenes Gespräch provozieren, Aussprechen von Problemen und Diskussion
- Ignorieren
- Mediator einschalten
1) Welche konfliktträchtigen Unterrichtsstörungen kennen Sie und wie kann man diesen begegnen?
- Akustische Störung: Schwätzen, Zwischenrufe etc.
- Motorische Störungen: Kippeln, Herumlaufen etc.
- Aggressionen: Verbale Provokation, körperliche Gewalt, Sachen beschädigen etc.
- Geistige Abwesenheit: Stofffremde Sachen erledigen, Schlafen etc.
- Verweigerung: Mitarbeitsverweigerung, Zuspätkommen etc.
- Verstöße gegen die Hausordnung: Essen, Handy, Beschmutzen etc.
Begegnung:
Störungen haben Vorrang -> Sollen aus der Welt geschaffen werden, bevor man weiter mit dem Stoff macht!
Pädagogische Erziehungsmaßnahmen: Ermahnung, Eintrag ins Klassenbuch, Strafen etc.
Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen (gesetzlich geregelt): schriftlicher Verweis, Ausschluss vom Unterricht/Schule
1) Beschreiben Sie zwei Körperreaktionen, die durch Konflikte auftreten können. Wie wirkt sich dies auf die Lehrergesundheit aus?
Vegetatives Nervensystem bewirkt körperliche Reaktionen wie Erhöhung des Blutdrucks, Blutzuckerspiegels, Herzschlags sowie der Schweiß- und Speichelproduktion. Zusätzlich vermindert es die Verdauungstätigkeit durch Ausschüttung von Hormonen (Adrenalin, Cortisol). Der Körper bereitet sich damit auf eine Fight-or-Flight-Situation vor.
Auch im Lehrberuf kann man häufig Stress erleben und entsprechende Körperreaktionen treten auf. Wenn diese über längeren Zeitraum immer wieder auftreten, leidet die Gesundheit darunter. Es kann zunächst zu Erschöpfung, Kopfschmerzen, Müdigkeit sowie schlechte Laune, Angstzuständen und Konzentrationsschwäche kommen. Langfristig führt es zu Burnout und Depressionen, weshalb viele Lehrer auch aufgrund ihrer oft stressbehafteten Tätigkeit in Frühpension gehen.
Entspannungstechniken zur Stressvermeidung:
- Bauchatmung
- Langsamer Countdown
- Wurzeln schlagen
- Selbstmassage
- Fantasiereise
1) Definieren Sie Konflikt.
Ein Konflikt ist eine meist gewaltsame Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehreren Konfliktparteien und entspringt Tendenzen oder Absichten, deren gleichzeitige Verwirklichung (Konfliktursache) den Konfliktparteien nicht möglich scheint.
Eine Konfliktsituation ist möglich innerhalb (intrapersonell) und zwischen Personen/Organisationen, Ländern etc. (interpersonell).
1) Erklären sie den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Feedback.
Durch Feedback können Wahrnehmungsfehler reduziert werden. Durch die Ansichten anderer Personen wird man erst auf Dinge aufmerksam, die man zuvor vielleicht nicht hinterfragt hatte bzw. für richtig gehalten hat. -> Feedback öffnet einem den Blick, Spiegel einer Selbst
1) Erklären Sie einen Wahrnehmungsfehler anhand einer Schule der Psychologie.
Wahrnehmungsfehler:
- Mehrfachwahrgenommene Objekte -> Ein Bild, aber zwei Motive z.B. alte und junge Frau
- Relativität von Farben Ein rotes Nachbild entsteht, wenn man auf ein grünes grelles Quadrat und dann auf eine helle Fläche starrt
- Relativität von Helligkeit -> In der Dämmerung erscheint ein Farbton als hell, bei Licht dunkel
- Halo-Effekt Einzelnes Merkmal z.B. Haarfarbe prägt das Bild einer Person (blond ist dumm)
Kognitivismus: Mensch ist ein Wesen, dass nicht nur auf äußere Reize reagiert, sondern diese auch interpretiert. Wenn ein Mensch nun gelernt hat, auf einen bestimmten Reiz in einer bestimmten Art zu reagieren, wird dieser vermutlich immer gleichermaßen auf den Reiz reagieren. Z.B. Halo Effekt -> Blonde sind dumm, weil man bisher diese Erfahrung mit blonden Personen gemacht hat.
1) Erklären Sie, was Wahrnehmungsfehler sind.
Jeder Mensch nimmt die Umwelt anders wahr, da die Umwelteindrücke im Gehirn eines jeden Menschen unterschiedlich repräsentiert werden. Das Wahrnehmungssystem übersetzt dabei die mehrdeutige Umwelt in eine klare, subjektive Interpretation. Ist diese Interpretation eine andere als die Realität spricht man von Wahrnehmungsfehlern.
-> Wahrnehmungsfehler können in der zweiten (Organisation und Weiterleitung des Reizes) und dritten Stufe (Einordnung, Abgleich mit Vorwissen) entstehen.
Entstehen durch drei unterschiedliche Bedingungen:
1) Widersprüchliche Reizinformationen
2) Überbelastung des Wahrnehmungssystems -> Reizüberflutung
3) Unterbelastung des Wahrnehmungssystems
1) Fällt intelligenten Menschen das Lernen leichter?
Unter Intelligenz versteht man den Leistungsgrad der psychischen Funktionen bei der Bewältigung neuer Situationen. Unter Lernen werden alle Aktivitäten verstanden, in deren Verlauf Wissen und Fertigkeiten erworben werden. Diese zwei Begriffe hängen nicht zwangsläufig zusammen. Ein weniger intelligenter, aber motivierter Mensch kann besser Lernen als ein unmotivierter und emotionsloser intelligenter Mensch! Für das Lernen ist Intelligenz alleine oft nicht ausschlaggebend. Bei hoher Intelligenz ist der Einfluss der Motivation für den Lernerfolg jedoch insgesamt geringer. Oft ist das geringere Vorwissen von weniger intelligenten Menschen dafür verantwortlich, dass sie für denselben Lernerfolg mehr Motivation an den Tag legen müssen.
1) Erklärung der Motivation anhand einer Schule der Psychologie: humanistische Psychologie
Im persönlichkeitstheoretisch orientierten Ansatz der humanistischen Psychologie wird Lernmotivation als Persönlichkeitseigenschaft angesehen, d.h. der Lernende ist entweder von Geburt an oder durch Aneignung dazu prädestiniert engagiert zu sein oder Anstrengungen aus dem Weg zu gehen.
Nach Maslow wird die Vielfalt der menschlichen Bedürfnisse im Modell der Bedürfnispyramide dargestellt. Es gibt fünf Klassen: Grundbedürfnisse, Sicherheit, Soziale Bedürfnisse, Individualbedürfnisse und Selbstverwirklichung. Maslow geht davon aus, dass die Bedürfnisse der niedrigeren Hierarchien die Motivation so lange bestimmen, bis diese befriedigt sind. Motivation ist also nur so lange vorhanden wie Bedürfnisse nicht vollständig befriedigt sind.
1) Selbstreguliertes Lernen und Motivation, wie hängt das zusammen.
Intrinsische Motivation: Eine Person führt eine Handlung oder Aktivität aus, weil sie die Tätigkeit selbst als lohnend oder interessant sieht. Die Motivation kommt von innen und basiert entsprechend auf eigenen Interessen oder dem Gefühl der Erfüllung. -> interessengeleitete Motivation
Extrinsische Motivation: Bezieht sich auf die Ausführung einer Handlung um ein äußeres Ziel zu erreichen, wie eine Belohnung (instrumentelle Motivation) oder einer Strafe zu entgehen (defensive Lernmotivation).
Die intrinsische Motivation ist besonders stark und langfristig, da sie auf persönlichem Interesse beruht. Wenn der Schüler diese Motivation nutzt, um selbstbestimmt und unabhängig von äußeren Gegebenheiten, wie z.B. Schule/Lehrkraft/Eltern, lernt, nennt man dies selbstreguliertes Lernen. Er überwacht somit selbst den Fortgang des Lernprozesses. Die Lehrkraft hat in dieser Situation die Rolle des Unterstützers.
1) Grenzen Sie Interesse und Motivation voneinander ab,
Motivation: Gesamtheit der Beweggründe (Motive) und Einflüsse, die eine Entscheidung oder Handlung beeinflussen. Durch das veränderte Verhalten sollen wünschenswerte Ergebnisse erzielt werden. -> Zielgerichtetes Handeln
Interesse: Kognitive Anteilnahme, d.h. die Aufmerksamkeit, die eine Person an einer Sache oder einer anderen Person zeigt. Je größer die Anteilnahme ist, desto stärker ist das Interesse für die Sache. Auch Hobbys werden als Interessen bezeichnet, da man sich freiwillig damit beschäftigt. Interesse ist eine Art der Motivation.
-> Man ist bereit, mehr zu investieren und sich länger zu engagieren und andere Dinge zugunsten dieses Sachverhalts zurückzustellen. Interesse ist also die ideale Motivation fürs Lernen.
1) Schule der Psychologie meiner Wahl: Der Behaviorismus
Im Behaviorismus ist ausschließlich das beobachtbare Verhalten Gegenstand der Forschung. Nur was der Forscher beobachten oder messen und in Daten erfassen kann, wird als wissenschaftlich anerkannt. Alle Aussagen über „innere Vorgänge" wie Gefühle, Motive oder Gedanken sind nicht unmittelbar beobachtbar und daher vom behavioristischen Forschungsinteresse ausgeschlossen. Diese naturwissenschaftliche Vorgehensweise wandte sich von Anfang an gegen jegliche Art von Spekulationen über nichtbeobachtbare Mechanismen und deren Einfluss auf das Verhalten und lehnte die gängige Methode der Selbstbeobachtung als unwissenschaftlich ab. Der Mensch erscheint nach behavioristischer Auffassung als ein Wesen, das nahezu ausschließlich von Umweltreizen beherrscht wird. Dementsprechend findet eine einseitige Betonung der Bedeutung von Umweltfaktoren für die Entwicklung statt.
Der Behaviorismus geht davon aus, dass alles Verhalten erlernt ist und wieder verlernt werden kann. Auf den Behaviorismus gehen das Wissen und die Theorien über menschliches Lernen sowie die Verhaltenstherapie zurück. Er hat die Psychologie insgesamt und vor allem den Bereich des Lernens nachhaltig beeinflusst; auf ihn gehen die sogenannten Konditionierungstheorien zurück - das sind alle Theorien, die bei Lernprozessen die Bedeutung von Reizen erklären, welche einem Verhalten vorangehen oder nachfolgen.
Die ursprünglichen Schwächen der behavioristischen Schule, insbesondere das Vernachlässigen von kognitiven Vorgängen wie etwa das Erkennen, Begreifen, Urteilen und Denken haben Psychologen in der neueren Zeit veranlasst, nach Erklärungsmustern für menschliches Verhalten zu suchen, die diese Aspekte einbeziehen. Heute gibt es eine Reihe von Psychologen, die auch innere Prozesse zur Erklärung von Verhalten und Erleben heranziehen.
1) Wie kann ein Lehrer den Unterricht interessant gestalten?
1) Kognitive Dissonanz:
Menschen haben das Bedürfnis kognitive Widersprüche in ihrem Denken zu beseitigen. Auf die Lernmotivation bezogen heißt das, dass der Schüler bestrebt ist, Widersprüche aufzuheben, die sich in einem Sachverhalt ergeben können. Der Lehrer kann die kognitive Dissonanz ausnutzen, indem er in der Darbietung des Lehrstoffs gezielte kognitive Widersprüche erzeugt.
2) Optimale Erregung
Beschreibt das Konzept der optimalen Erregung.
Kommt es zur Untererregung (zu wenig Reize), langweilt sich der Schüle und er sucht sich neue Reize. -> sucht sich eine neue Beschäftigung
Kommt es zur Überregung (zu viele Reize), versucht sich der Schüler dieser Erregung zu entziehen.
3) Lernförderliche Umgebung -> anregende Elemente; mittlerer Erregungszustand wird angestrebt
4) Bedürfnis nach Kompetenz -> Schüler möchte Kompetenzen beherrschen
5) Bedürfnis nach Autonomie -> Eigenverantwortliches und handlungsorientierter Unterricht
6) Bedürfnis nach sozialer Einbindung -> Gruppenaktivitäten
1) Lerntheorien:
Behavioristische Sicht:
Klassische Konditionierung: Das Gehirn verbindet einen Reiz mit einem davon unabhängigen Reiz, die zur selben Zeit passieren. Dadurch entsteht auch bei dem unabhängigen Reiz eine (unbewusste) Reaktion (Pawlowscher Hund)
Operante Konditionierung: Erwünschtes Verhalten wird durch Belohnungen oder Bestrafungen verstärkt. Die Informationen werden verbunden und es entsteht eine bewusste Reaktion.
-> Schüler lernen lieber, wenn diese durch Belohnung verstärkt wird
-> extrinsische Lernmotivation
Kognitive Ansätze:
Hier soll die Person und ihre Lernmotivation im Vordergrund stehen. Es wird sich auf die Prozesse fokussiert, die im Organismus des Lernenden ablaufen.
Konstruktivistischer Ansatz:
Sonderform des kognitiven Ansatzes; Hier geht es darum, was der Lernende im Rahmen der Eigenleistung mit den aufgenommenen Informationen macht.
Neurowissenschaftlicher Ansatz:
Es werden die chemischen und neuronalen Prozesse untersucht, die sich beim Lernen im Gehirn abspielen. Dies geschieht über den Aufbau synaptischer Verbindungen.
- Dopaminausschüttung bei Belohnung -> Verhaltensweise wird gefördert -> Lernmotivation
- keine/mangelhafte Dopaminausschüttung Interesselosigkeit Vermeidungsverhalten
Psychoanalytischer Ansatz:
Es geht hier um Lernprozesse, bei denen bestimmte Erfahrungen zu Verdrängung und neurotischem Verhalten führen.
1) Wie funktioniert die Wahrnehmung?
1. Empfinden: Zunächst gibt es einen Reiz, der durch ein Sinnesorgan aufgenommen wird. Ein distaler Reis (dem Körper fernliegend), der durch die Sinnesorgane bzw. die Rezeptoren aufgenommen und in einen proximalen Reiz (dem Körper naheliegend) umgewandelt haben.
2. Organisieren: Es findet eine Verarbeitung der Informationen über das Nervensystem und eine Weiterleitung in das Gehirn statt. Aber es können auch Wahrnehmungsfehler entstehen durch Einschränkungen an der Funktionsweise der Sinnesorgane. Auch haben Interesse und Emotionen Einfluss auf die Weiterleitung des aufgenommenen Reizes.
3. Identifizieren und Einordnen: Unter dem Einfluss von Gefühlen und Erfahrungen wird der proximale Reiz analysiert, strukturiert und mit Vorwissen in einen Zusammenhang gebracht. Dadurch entsteht ein aktiv konstruiertes, mentales Bild der Wirklichkeit. Auch hier kann es zu Wahrnehmungsfehlern kommen.
Die Wahrnehmung ist also eine Abfolge von physiologischen Schritten und kognitiven Prozessen, deren Ergebnis daher eine gefilterte Verarbeitung der realen physikalischen Welt darstellt. -> Reiz wird zum Perzept.
1) Beschreiben Sie das Speichern im Gedächtnis anhand eines Modells
Beschreiben Sie die lernzielorientierte Didaktik!
Die lernzielorientierte Didaktik kommt aus der behavioristischen Tradition (S-R-Modelle). Es geht um die zweifelsfreie, eindeutige Festlegung der erwünschten Lernziele. Lernen = Verhaltensänderung.
Lernziel müssen operationalisiert werden, d.h.
- es müssen beobachtbare Verhaltensweisen beschrieben werden, die der Schüler nach Ablauf des Unterrichts zeigen soll
- es müssen Bedingungen genannt werden, unter denen das Verhalten der Schüler kontrolliert werden soll
- es muss ein Bewertungsmaßstab angegeben werden, nach dem entschieden werden kann, ob und inwieweit das Ziel als erreicht gilt
Beschreiben Sie die lerntheoretische Didaktik (Berliner Modell nach Paul Heimann)!
Das Berliner Modell soll Lehrern helfen möglichst viele den Unterricht beeinflussende Faktoren zu erkennen und in der Unterrichtsplanung zu berücksichtigen.
Bedingungsfaktoren:
- anthropogene Voraussetzungen
- sozio-kulturelle Voraussetzungen
Entscheidungsfaktoren:
- Absichten/Ziele
- Inhalte/Gegenstände
- Methoden/Wege
- Mittel/Wege
Beschreiben Sie eine Ihrer Unterrichtsstunden, die „nicht so gut gelaufen" ist und machen Sie 5 konstruktive und gute Verbesserungsvorschläge (5 Punkte
Sie bekommen in einem Feedback zu Ihrem Unterricht folgende Fragen gestellt:
• Kennen die Lernenden die Ziele Ihres Unterrichts?
• Haben Sie Methodenkompetenz bewiesen?
• Löst Ihre Fragetechnik Denkprozesse aus?
• Wies Ihr Unterricht eine klare Strukturierung auf?
• Fördert Ihr Unterrichtsstil das Lernen?
Wie muss Unterricht gestaltet sein, damit all diese Fragen mit Ja beantwortet werden können (evtl. Beispiele nötig)? (10 Punkte)
Beantworten mit Schlüsselqualifikationen, Lernzielen, Fragetechnik, Strukturierung und
Lernsituationen
1) Klassisches Drei-Phasenmodell
1) Unterrichtsstruktur beschreiben.
1) Was sind Gründe für eine Unterrichtsstruktur?
Ziele der Strukturierung:
- Übersicht
- Auflockerung
- Gerüst
- didaktische Reduktion,
- eigene Struktur <-> Aneigungsstruktur der Schüler
Projektunterricht
Günstigste Form vom handlungsorientierten Unterricht
-> Projektarbeiten
Idealform: Haben die Schüler etwas, das sie sich schon immer gefragt haben, etwas das sie selbst bearbeiten wollen
z.B. Stallplanung im eigenen Betrieb (Preis-Leistung, Fördermittel, Tierwohl) als Projekt Problem: Lehrer braucht umfassendes Wissen, es gibt keine Form, alles ist offen und nicht kontrollierbar
Realistische Form
1. Lehrer gibt mehrere Projeket vor und die Schüler suchen sich eins aus und bearbeiten es nach eigener Struktur
oder
2. Lehrer gibt den Arbeitsablauf vor (z.B. Sachbericht) und Schüler können zum Thema ihrer Wahl dieses Schema durchführen
Modell der vollständigen Handlung:
1. Informieren
2. Planen
3. Entscheiden
4. Ausführen
5. Kontrollieren
6. Auswerten
Ein Arbeitsblatt wäre die kleinste Form des handlungsorientierten Unterrichts (=es entsteht ein Handlungsprodukt aber sonst nichts)
1) Was sind Lernsituationen?
Eine Lernsituation ist eine didaktisch konstruierte thematische Einheit. In einer Lernsituation sind zeitlich aufeinander folgende Unterrichtsstunden schlüssig miteinander verbunden. Die von den Lernenden zu erwerbenden Kompetenzen stehen nicht isoliert nebeneinander, sondern folgen der (möglichst) vollständigen Handlung. Bei der Gestaltung von Lernsituationen ist die Entwicklung von Handlungskompetenz das grundlegende Ziel des handlungsorientierten Unterrichts. Eine Lernsituation initiiert und trägt einen komplexen Lern- und Arbeitsprozess. Die Lernsituation kann fachsystematische Lernphasen enthalten, um den handlungssystematischen Lernprozess zu unterstützen.
1) Drei Merkmale für eine typische Lernsituation
- hoher Grad an authentischen beruflichen Handlungssituationen
- den (möglichst) vollständigen Ablauf einer beruflichen Handlung
- Ergebnis: Handlungsprodukt (-> Entscheidung, Stellungnahme, Präsentation, Dokumentation)
- Förderung von Kompetenzen
- berücksichtigt auch soziale Prozesse (-> überfachliche Kompetenzen)
- greift die Erfahrungen der Lernenden auf und reflektiert sie in Bezug auf ihre beruflichen, persönlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen
- Modell der vollständigen Handlung:
Checkliste - Lernsituation
ü Werden die Lernenden befähigt, berufliche, lebens- und gesellschaftsbedeutsame Probleme zu bewältigen?
ü Problemstellung komplex und mehrdimensional (-» konkrete realistische Problemstellung)?
ü Komplexität und Exemplarität der Lernsituation?
ü Produktorientierung (Unterrichtsergebnis sind konkrete Produkte der Lernenden mit Nutzwert)?
ü Vollständige Handlung?
ü Können die Lernenden die Lernsituation auf andere Situationen übertragen?
ü Werden alle Dimensionen der beruflichen Handlungskompetenz gefördert?
ü Sind die Fachinhalte ausreichend berücksichtigt?
ü Eventuell Bezug zu einem Modellunternehmen hergestellt?
ü fächerverbindend, fächerübergreifend?
1) Beschreiben Sie je zwei Beispiele für einen anschaulichen lehrerzentrierten Unterrichtseinstieg und einen schüleraktiven Unterrichtseinstieg.
Lehrerzentriert:
1) Praxisbeispiel Milchgeldabrechnung
2) Praxisbeispiel Rechnungen Weinsberg
Schülerzentriert:
1) Erraten des Themas mit 2 Rationen (Trockensteher vs. Milchvieh)
2) Erraten des Themas mit Beispiel zum Pinnen and der Pinnwand (Beispiel von Elias mit Traktor und die passenden Begriffe zur Photosynthese umpinnen)
1) Nennen Sie Ziele des Unterrichtseinstiegs!
- Einstimmung
- hinführen zur Problem- und Themenstellung
- erschließen des Stundenthemas
- gute Lernatmosphäre herstellen
- auf Kern des neuen Themas lenken
- eine Fragehaltung und Neugierde wecken -> Staunen, Nachdenken
- Verantwortungsbereitschaft wecken -> Mitplanung (handelnder Umgang mit dem Thema)
- Informationen über den weiteren Unterrichtsverlauf bieten (Orientierungsrahmen)
- Motivation auslösen, Schwierigkeiten bzw. Probleme aufwerfen
- Schüler provozieren -> vertraute, lieb gewordene Vorstellungen in Frage stellen
1) Nennen Merkmale/ didaktische Kriterien für einen guten Unterrichtseinstieg!
- motivierend (die Interessenlage treffen)
- aktuell
- problemhaltig
- informiert nur ansatzweise
- weckt Neugierde
- schafft Transparenz über weiteren Unterrichtsverlauf, die Unterrichtsinhalte und das methodische Vorgehen
- denkanregend (Impulswirkung)
- anspruchsgerecht (auf die Lernende bezogen: Erfolge ermöglichen; auf den Inhalt bezogen)
- repräsentativ
- zielgerichtet
- ökonomisch (Zeit- und Materialeinsatz)
- tragfähig für die gesamte Unterrichtsstunde
- schafft gute Arbeitsatmosphäre
1) Skizzieren Sie den Ablauf einer Ihrer Unterrichtsstunden und begründen Sie welche der oben genannten Merkmale Sie berücksichtigt/nicht berücksichtigt haben.
1) Nennen Sie 4 weitere, wirkungsvolle Maßnahmen aus der Studie von John Hattie, die erfolgreichen Unterricht kennzeichnen.
- Gutes Lehrkraft-Schüler-Verhältnis
- Feedback
- Klarheit der Instruktion
- Formatives Assessment
1) Erläutern Sie 5 der Merkmale guten Unterrichts nach Hilbert Meyer.
1. Klare Strukturierung des Unterrichts (Prozess-, Ziel-, Inhalts-, Rollenklarheit, Absprache von Regeln)
2. Hoher Anteil echter Lernzeiten (keine Langeweile, aktiv beim Thema)
3. Lernförderliches Klima (gegenseitiger Respekt, Regeln einhalten, Gerechtigkeit und Fürsorge)
4. Inhaltliche Klarheit (verständliche Aufgabenstellung, Verbindlichkeit der Ergebnissicherung)
5. Sinnstiftendes Kommunizieren (Planungsbeteiligung, Schülerfeedback)
6. Methodenvielfalt
7. Individuelles Fördern (individuelle Lernstandsanalyse, besondere Förderung von Schülern aus Risikogruppen)
8. Intelligentes Üben (passgenaue Übungsaufträge, gezielte Hilfestellungen)
9. Transparente Leistungserwartungen (an Bildungsstandards orientiertes Lernangebot, das sich am Leistungsvermögen der Schüler orientiert, Rückmeldungen zum Lernfortschritt)
10. Vorbereitete Umgebung (gute Ordnung, brauchbares Lernwerkzeug)
1) Beispiel von Frontalunterricht, was Sie selber gehalten haben oder wo Sie hospitiert haben darstellen und in handlungsorientierten Unterricht umwandeln.
1) 4 Merkmale vom handlungsorientierten Unterricht
Handlungsorientierter Unterricht ist ein ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, in dem die zwischen der Lehrkraft und den Lernenden vereinbarten Handlungsprodukte die Gestaltung des Unterrichtsprozesses leiten, so dass Kopf- und Handarbeit der Lernenden in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden können
Merkmale:
Handlungsorientierter Unterricht ist ganzheitlich mit folgenden Aspekten:
personal: Der Lernende soll „ganz" angesprochen werden, d.h. mit dem Kopf, aber auch mit dem Herzen (= den Gefühlen), den Händen und allen anderen Sinnen;
inhaltlich: die Auswahl der Unterrichtsinhalte erfolgt nicht aufgrund einer wissenschaftlichen Fachsystematik, sondern aufgrund der Probleme und Fragestellungen, die sich aus dem vereinbarten Handlungsprodukt ergeben;
methodisch: die gewählten Unterrichtsmethoden müssen ganzheitlich sein: Gruppen- und Partnerarbeit, Projektunterricht, Rollenspiel, Planspiel, Experimentieren, Erkunden usw.
Handlungsorientierter Unterricht
... ist schüleraktiv
... nutzt die subjektiven Interessen der Schüler
... beteiligt die Lernenden an der Planung
... führt zur Öffnung der Schule (nach innen und außen)
1) Viele Lehrer unterrichten Lehrerzentriert. Erklären Sie an 3 Beispielen, warum das nicht immer gut ist, (handlungsorientiert besser)?
- Fördert keine Schlüsselkompetenzen der Schüler (Sozial-, Selbst-, Medien-, Methoden und Handlungskompetenz), da die Schüler nichts selbst durchführen müssen
- führt zum Abschweifen der Schüler, da sie nur bedingt beteiligt werden und nicht alle Schüler gleichzeitig aktiv sein müssen
- manche Schüler sind unterfordert von reinem Fragen-entwickelnden Unterricht; schwächere Schüler haben Probleme dem Unterricht zu folgen und können Ihre Defizite nicht durch andere Stärken und Kompetenzen ausgleichen bzw. zeigen
1) Was ist besser interaktives Whitebord oder Grüntafel? Begründe,
- Whiteboard à mehr Möglichkeiten für digitale Anwendungen
1) Tafelbild zur Photosynthese anhand 7 Kriterien (günstig/ungünstig) kritisch diskutieren einschl. Verbesserungsvorschläge
Checkliste - Merkmale eines guten Tafelbildes
- Überschrift/Titel -> muss nicht immer oben, kann auch zentral stehen
- übersichtlich -> Ordnung, Strukturierung, Blockbildung, Gliederung
- gut lesbar, nicht übervoll, erdrückend
- Betonung wichtiger Begriffe durch Farbe (sparsam!), Sperren (= größere A b s t ä n d e), Unterstreichen, Umranden, andere Schriftgröße, Spiegelstriche, Pfeile
- kurzgefasst, verständlich
- zusammengehörige Elemente gleich kennzeichnen (Farbe, Form, Größe)
- bei Bedarf häufig wiederkehrende Abkürzungen mit der Klasse absprechen
- Seitentafel: günstig als „Denk-/Schmierzettel" (Gestaltung nicht so wichtig!)
- Tafelzeichnung der Lehrkraft soll Vorbildcharakter haben
- einfache Strichzeichnungen! (Perspektive u.ä. möglichst vermeiden)
- normgerechte Darstellung z.B. bei Schnittzeichnungen
- Schrift: etwa 5 cm hoch (damit von hinten deutlich lesbar), gerade und eng schreiben, gut lesbare Schreibschrift oder Druckschrift mit Klein- und Großbuchstaben, ausschließliche Verwendung von GROSSBUCHSTABEN begrenzen (schlecht lesbar)
- Farbe richtig einsetzen, um Wichtiges hervorzuheben: Metall: blau, Wasser: blau, Holz: gelb (hellbraun), Glas: grün, Hervorhebungen, Regeln, Gesetze: rot, orange, gelb
- Symbole verwenden
- Formeln: unterstreichen oder einrahmen
1) Beispiele für methodisch-didaktische Anwendung beschreiben
- liefert Zielangabe, dient als Einstieg
- liefert Basisinformationen und Denkhilfen
- führt über Symbole, Schemata und Definitionen zu Abstraktion und Veranschaulichung
- reduziert Lerninhalte auf ein elementares Strukturgerüst
- verdeutlicht den sachlogischen Aufbau des Unterrichtsstoffes
- liefert Zusatzinfos (Stichworte, schwierige Begriffe)
- spricht visuell und motorisch (Mitzeichnen) an
- ermöglicht die stufenweise Entwicklung des Lehrstoffes
- dient der Festigung des Lernstoffes
- dient der Kanalisierung und Normierung von Schüleräußerungen
- - kann zur Ergebnissicherung verwendet werden
1) sehr gute Ausprägung von 10 Unterrichtsmerkmalen nennen
- Motivation (+ Langzeitimpulse; - demotivierend)
- Zielangabe (+ zum richtigen Zeitpunkt, logisch entwickelt; - verschwommen, fehlt)
- Strukturierung (+ klar erkennbare Teilziele; - unklare Differenzierung, konzeptlos)
- Tafelanschrieb (+ informativ, strukturiert; - unübersichtlich, unleserlich)
- Medieneinsatz (+ zielorientiert, optimal; - ohne Bezug, ablenkend)
- Unterrichtsform (+ handlungsorientiert, gute Arbeitsanweisungen; - kein Methodenwechsel, erhebliche Mängel)
- Impuls-, Fragetechnik (+ starke Denkanstöße, angemessene Zeit für Schülerreaktion; - verwirrend, Lehrer gibt Antworten selbst)
- Ergebnissicherung (+ enthält alle wesentlichen Lernziele, mit Transfer verbunden; - fehlt, Lernziele
- nicht erreicht)
- Lehrerverhalten (+ beispielhaft, souverän; - unsicher, passiv)
- Unterrichtsstil (+ Vorbildfunktion, fördert Eigenverantwortlichkeit; - Laissez-faire, kein Interesse)
- Unterrichtsatmosphäre (+ leistungsfördernd; - demotivierend)
- Schülerbezogenheit (+ erzielt gut Mitarbeit, pädagogisches Geschick; - kaum beachtet, aggressiv)
- Sprache (+ eindrucksvoll fesselnd, präzise; - monoton, oft unverständlich)
- Erzieherische Komponente (+ Vorbild, - lasch, grob)
1) Aufbau einer Unterrichtsstunde anhand einer selbstgehaltenen Stunde beschreiben
Thema Milchgeldabrechnung:
- Einleitung mit Praxisbeispiel (das auch in den Aufgaben verwendet wird) (3 min) im LSG
- Kombination aus Lernzielkontrolle der letzten Stunde und Kartenabfrage für das neue Thema über Oncoo (5 min) -> Zu- und Abschläge der Molkereien sollten genannt werden (davon wurden die gesetzlichen in der letzten Stunde behandelt)
- Erarbeitungsphase (5 min): Gemeinsames Clustern der Begriffe in Oncoo nach gesetzlich- (RohmilchGütV) und nach Molkerei-festgesetzten Zu- und Abschlägen im LSG
- Informationsphase (7 min): Zu- und Abschläge der Molkereien Omira und Schwarzwaldmilch vorstellen und Musterbeispiel einer Milchgeldabrechnung auflegen im LV
- Erarbeitungsphase II (10 min): Berechnung des Milchauszahlungspreises für 2 Betriebe; einen berechnet die eine Hälfte, den anderen die andere Hälfte der Klasse. Innerhalb der Gruppen arbeiten Sie in Partnerarbeit.
- Ergebnissicherung II (10 min): Ein Studierender pro Gruppe stellt seine Lösungen vor (SV); anschließender Vergleich der Betreibe im LSG.
- Abschluss mit Lernzielkontrolle (5 min): Praxisbeispiel wurde wieder angebracht und anhand dessen die Lernzielkontrolle durchgeführt.
1) Methode „Mind-Map" erklären
Eine Mind-Map ist eine Darstellung von Arbeitsergebnissen oder Planungsüberlegungen, bei der man das Thema auf die Mitte eines Blattes setzt und dann die weiteren Ergebnisse rundum platziert. Man entwickelt sozusagen eine Landkarte (= Map) aus Gedanken oder Arbeitsergebnissen (= Mind). Mind- Mapping ist eine Methode, mit der man Themen so erarbeiten kann, dass man nicht auf eine strenge Reihenfolge im Arbeitsablauf angewiesen ist.
1. Schritt: Thema im Zentrum platzieren
2. Schritt: Hauptstränge anlegen
3. Schritt: Nebenstränge anlegen
4. Schritt: Mind-Map abschließend gestalten
5. Schritt: Mind-Map benutzen
1) Beschreiben Sie worauf bei der Fragetechnik geachtet werden sollte!
Frontalunterricht besteht zu 2/3 aus einem fragend-entwickelnden Unterrichtsgespräch.
- Offene Fragen bevorzugen
- Fragewort an den Anfang stellen
- Entscheidungsfragen, Satzergänzungen, Doppelfragen, Kettenfragen, Suggestivfragen vermeiden
- Fragesatz sollte einen Oberbegriff der gewünschten Antwort, nicht aber die Antwort selbst enthalten
- Schülern ausreichend Zeit zur Beantwortung der Frage lassen / bei einer unklaren Antwort dem Schüler Zeit zur Verbesserung geben, falls er dazu in der Lage ist
- Schüler ausreden lassen, bevor man auf die Antwort eingeht
- nicht zu lange auf einer Frage herumreiten
- nicht nur mit interessierten Schülern arbeiten
- das Richtige einer Antwort betonen und loben, das Falsche richtig stellen ohne besondere Betonung
- einfache und kurze Sätze, Fremdwörter vermeiden
1) Funktion von Fragen:
Die Lehrkraft stellt Fragen, um ...
... die Lernenden zu disziplinieren („Was machst Du denn da Schönes?"),
... die Vorkenntnisse der Lernenden zu ermitteln,
... die Aufmerksamkeit der Lernenden zu wecken,
... den Lernfortschritt zu überprüfen,
... Ergebnisse zu sichern.
-> Häufig will die Lehrkraft von den Lernenden nichts Neues erfahren, weil er es selbst schon weiß! (Sokrates: „Hebammen-Kunst")
1) Nennen Sie 4 abwechslungsreiche Arbeitsaufträge für Arbeitsblätter.
Wortliste, Lückentext, Wortfeld, Textpuzzle, Filmleiste, Fehlersuche, Mind-Map, Worträtsel, Kreuzworträtsel, Zuordnungsübung
1) Was versteht man im Bildungsbereich unter Kompetenz?
Im Bildungsbereich bezeichnet Kompetenz die Fähigkeit, Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verbinden, um Anforderungen zu bewältigen. Kompetenzen sind erlernbar und können fachspezifisch oder fächerübergreifend sein
1) 10 Kriterien für ein gutes Arbeitsblatt
Kriterien für ein gutes Arbeitsblatt:
Checkliste - Merkmale eines „guten" Arbeitsblattes
ü Kopfleiste
ü Themenüberschrift als Frage
ü klarer Arbeitsauftrag
ü deutliche Abbildungen mit eindeutiger Beschriftung
ü Bildsprache und Blickpunkt beachtet -> Wichtiges auf der rechten Seite
ü ausreichend Platz für Lösungen
ü auflockernde Abbildungen
ü Inszenierungstechniken (Aufmerksamkeit erregen, spannend sein)
ü Übersichtlich
ü verständliche Info-Texte
ü Sans-Serif-Schrift
ü einfache Sprache
ü nicht zu textlastig
ü unterschiedliche Aufgabenvarianten
ü einheitliches Layout
ü klare Zeitvorgabe
ü Hinweise zu Lösungsmöglichkeiten (Schulbuch, Lösungsbegriffe)
ü Quellenangaben
Aufgaben:
- klarer Arbeitsauftrag (kurz, konkret, verständlich, in sich gegliedert) mit Zeitvorgabe
- unterschiedliche Aufgabenvarianten, z.B. Lückentexte, Wortpuzzle, Fehlersuche
- von der leichteren zur schwereren Fragestellung
- variable Lösungsmöglichkeiten vorsehen, nicht nur Lückentexte
- Hinweise zu Lösungsmöglichen (z.B. Schulbuch)
- Zusatzaufgaben für Schnellarbeiter
1) Wie kann man eine gute Lernlaune schaffen?
· Unterrichtseinstieg ist ganz wichtig; hier wird der Grundstein für den weiteren Verlauf des Unterrichts gelegt
· Kontakt zu den Schülern herstellen
· den Schülern zuhören
· signalisieren: Ich bin gerne hier! Ich bin gerne Lehrer! Ich mag mein Fach! Mich interessiert das Thema des Unterrichts!
· Rituale (vermitteln Berechenbarkeit und fördern Klassengemeinschaft, z.B. Stimmungsbarometer, Blitzlichtrunde, Frage des Tages)
· Spiele
· Quiz
1) Erläutern Sie die Analyse der Lehr-Lern-Situation. Nennen Sie Einflussfaktoren, die dabei untersucht werden sollten.
· Analyse der Lehr-Lern-Situation = Analyse situativer Bedingungen
o Interne Bedingungen des Lernenden: Kenntnisse + Fähigkeiten; Lernmotivation
o Externe Bedingungen von Klassenraum + Schule
· Untersucht werden sollten anthropogene und soziokulturelle Einflussfaktoren
o entwicklungspsychologische Überlegungen
o individuelle Auffälligkeiten
o Altersverteilung
o Äußere Gegebenheiten
o Vorwissen + Haltung gegenüber Lerninhalten (z.B. Öko vs. Konventionell)
o Vertraute Lerntechniken (online, offline, Exkursionen, selbstständige Versuche etc.)
o Voraussetzungen der Lernkraft: favorisierte Methoden + Medien; Wissen, Können, Haltungen, Einstellungen
1) Unterscheiden Sie „laienhaften Unterricht“ von einem Unterricht, der auf der Analyse der Lehr-Lern-Situation basiert.
· laienhaft: Unterrichten als unreflektierte Unterrichtstechnik; Lehr-Lern-Erfolg bleibt zufallsgeleitet
· mit Analyse: Unterrichtskompetenz, d.h. Problemkapazität, Variabilität, Flexibilität; Fähigkeiten: Diagnose von Lernschwierigkeiten; Beratung + Beurteilung der Lernenden; Schaffung eines lernintensiven Arbeitsklimas
1) Klafki prägte die Begriffe „Das Elementare", „Das Exemplarische", „Das Fundamentale", Definieren und erklären Sie diese Begriffe anhand von Beispielen aus Ihrem eigenen Unterricht
Das Elementare: Vermittlung eines allgemeinen Prinzips, z.B. eines physikalischen Gesetzes Beispiel: Die Aggregatszustände des Wassers als Grundlage zur Transpiration?
Das Fundamentale: Vermittlung von Grunderfahrungen und grundlegenden Einsichten, z.B. die Erfahrungen der naturwissenschaftlichen Erkenntnissuche; Beispiel: Aufbau und Verdauung des Pansens als Basis für die Rationszusammenstellung und fütterungsbedingter Krankheiten etc.
Das Exemplarische: Vermittlung und Vertiefung anhand von „fruchtbaren" Beispielen, die im Besonderen das Allgemeine abbilden. Beispiel: Produkt-HP
1) 2 Fragen der didaktischen Analyse für Unterricht eigener Wahl
Exemplarische Bedeutung:
Die erweiterte Produkthaftpflichtversicherung schützt den Versicherten vor Ansprüchen Dritter bei der Vermarktung an einen Weiterverarbeiter. Anhand eines Produktes werden die Abläufe der Vermarktung sowie die Leistungen der Versicherung in diesem Fall geschildert. Hierzu wurde die Vermarktung von Eiern an einen Nudelhersteller gewählt. Diese Themen gelten aber genauso für andere landwirtschaftliche Produkte, z.B. Vertaktung von Weizen an einen Brötchenhersteller, Vermarktung von Fleisch an einen Wursthersteller etc.
Unterrichtliche Zugänglichkeit:
Praxisbeispiel beim Thema Milchgeldabrechnung: Landwirt Lukas kann sich aufgrund seiner Lage im Ort und der Flächenkonkurrenz nicht weiter vergrößern, um seinen Absatz an Milch zu erhöhen. Wie kann er trotz gleichbleibender Milchleistung seinen Gewinn erhöhen? -> Stunde dreht sich um die Qualitätsbedingten Zu- und Abschläge der Molkerei, die auf der Milchgeldabrechnung zu finden sind. Zudem wird besprochen, welche Maßnahmen die Betriebe ergreifen können, um das Milchgeld zu verbessern. -> Dies sollte die Schüler ansprechen, da alle Schüler von Milchviehbetrieben sind und diese Situation für einige der Betriebe zutrifft.
1) Nennen Sie die 5 Leitfragen der didaktischen Analyse nach Klafki und beschreiben Sie davon 2 genauer.
1. Exemplarische Bedeutung:
Welches Grundprinzip wird exemplarisch vermittelt? Auf welchen allgemeinen Sachverhalt verweist das Thema?
- Nur exemplarische Inhalte, die helfen allgemeine Zielsetzungen zu erarbeiten, sollen behandelt werden.
- Behandelte Inhalte sollen übertragbar sein -> „Ente" als Stellvertreter für die Grundprinzipien, die auf alle Wasservögel zutreffen
2. Die Gegenwartsbedeutung
Welche Bedeutung hat das Thema bereits im Leben der Studierenden? -> Lebensweltbezug Wo können die Schüler das Wissen oder Können heute anwenden?
3. Zukunftsbedeutung
Worin liegt die Bedeutung des Themas für die Zukunft der Studierenden?
In welchen Zusammenhang können die Studierenden das Thema später einmal gebrauchen?
4. Struktur des Inhalts
Trennung von wichtigen und nicht-wichtigen -> didaktische Reduktion
Was ist das notwendige Mindestwissen, was die Studierenden erlangen sollen?
Wie ist die Unterrichtseinheit strukturiert und warum?
5. Unterrichtliche Zugänglichkeit
Welche Methoden wende ich an, welche Sozialform, welche Medien (Darbietung des Themas) -> um den Unterricht für die Studierenden zugänglich zu gestalten
Wie hole ich die Studierenden ab? Durch welche Beispiele wird der Unterricht interessant, anschaulich. -> Durch die Wahl der Methode sollen die Studierenden selbstständig das Thema bewältigen können
1) Welche Fragearten werden unterschieden?
- Wissensfragen: fördern das Erinnern von Ideen, Fakten ...
- Denkfragen: stellen Lernende vor neuartige Situationen oder Probleme, fordern dazu auf, aus der Erfahrung heraus Wissen zu finden und auf das Problem zu übertragen.
- Offene Fragen: erwarten offene Antworten; der Antwortende hat ein breites Spektrum an Möglichkeiten etwas zu sagen. Je mehr die Frage den Antwortenden festlegt, desto geschlossener ist sie! Sie sollen den Lernenden zum freien Sprechen anregen. Folgende Schlüsselwörter erleichtern die Identifizierung offener Fragen: wer, wann, welche, wo, warum, wie, sagen Sie mir bitte...
- Geschlossene Fragen (Entscheidungsfragen): Lassen meist nur die Antworten „Ja" oder „Nein" zu. Folgende Schlüsselwörter erleichtern die Identifizierung geschlossener Fragen: müssen Sie, geschieht es, gibt es, hatten Sie, ist jemand, machen Sie, welches von, oder
Checkliste - günstige Fragetechnik
- „aktiv Schweigen" und „aktiv Zuhören"
- auch Leistungsschwache fragen
- ausreichend Zeit zur Beantwortung von Fragen einräumen
- Begründungen fordern
- einfache, kurze Sätze
- Frage sollte nicht bereits die Antwort enthalten.
- Fragen an alle stellen (nicht nur mit Interessierten arbeiten)
- Fragesatz sollte einen Oberbegriff der gewünschten Antwort enthalten
- Fragewort an den Satzanfang
- Impulsfragen (siehe „Impulstechnik")
- kein Lehrerecho (... oder manchmal doch? siehe Arbeitstext zum Lehrerecho)
- keine „Nase-Pul-Fragen" (... zu lange auf einer Frage herumreiten)
- keine abstrakten Formulierungen verwenden (auf das Niveau der Lernenden achten)
- keine Entscheidungsfragen 0 verleiten zum Raten (außer Begründung wird verlangt)
- keine Ergänzungsfragen (Kupfer ist ein ...?)
- keine Reihenfragen (Kettenfragen)
- keine Suggestivfragen („Sind auch Sie der Meinung, dass..“), außer um zu provozieren
- Lehrkraft sollte bei unklaren Formulierungen nicht von sich aus, die Antwort eines Lernenden ergänzen, wenn dieser dazu selbst in der Lage ist
- offene Fragen bevorzugen (beginnen mit „w ..." warum, wie, weshalb, wieso, welche ...?)
- Lernende ausreden lassen
- Umgangsfragewörter vermeiden: mit was -> womit, aus was -> woraus, über was -> worüber, zu was -> wozu, durch was -> wodurch, für was -> wofür.
1) Vorarbeiten beschreiben
1) Vorarbeiten
- Lehrplan
- Stoffverteilungsplan
- Informationsbeschaffung
- Beschränkung auf das Wesentliche
2) Schritte
- -Grobziele auswählen
- Feinziele formulieren
- Lernschritte (Teilziele) festlegen
- Tafelbild, Arbeitsblatt, Mindmap etc. ausarbeiten
3) Artikulationsphasen planen
- Erarbeitung
- Ergebnissicherung
- Festigung, Übung
- Vertiefung
- Lernzielkontrolle
4) Methoden auswählen
- Lehrervortrag
- Lehrer-Schüler-Gespräch
- Lehrerexperiment
- Schülerversuche
- arbeitsgleiche/arbeitsteilige Gruppenarbeit
- Gruppenpuzzle usw.
5) Struktur festlegen
- praxisnahe Hinleitung (Lernsituation!)
- klare Zielangabe
- Strukturaufbauphase (überschaubare Lernschritte)
- Konsolidierung (Wiederholung, Ergebnissicherung)
anschließende Selbstkritik
- günstige Methode?
- Lernziele erreicht?
- günstige Problemstellung?
- Ergänzungen/Erweiterungen?
1) Beispiele aus dem Unterricht, Definition Schlüsselqualifikationen, warum Frontalunterricht Schlüsselqualifikationen nicht fördert
1) Beispiele für Rituale, wie man gute Lernlaune fördern kann (Beispiele), einen Unterrichtseinstieg nennen, kritisch diskutieren (Erfolg, Dauer)
Die Lehrkraft legt in den ersten Minuten den Grundstein für den Verlauf der Stunde: Kann in dieser Stunde etwas Wichtiges gelernt werden oder ist das Lernen bloß Selbstzweck (der Stoff ist halt „dran")?
Rituale Definition:
Rituale sind Handlungssequenzen, die wiederholt nach bestimmten Kriterien ablaufen und lange Zeit in dieser Form Gültigkeit haben.
Möglichkeiten:
- Kontakt zu den Lernenden herstellen, ihnen zuhören
- den Lernenden signalisieren: Ich bin gern hier! Ich bin gerne Lehrer/inl Ich mag mein Fach! Mich interessiert das Thema des Unterrichts!
- die Frage des Tages (www.last-word.com Phänomene der Welt einfach erklärt; Website von New Scientist, www.geolino.de)
- ein Spiel, ein Quiz -> Vocab Soccer
- Rituale erleichtern den Einstieg. Damit sie Lernlaune schaffen, müssen sie Spaß machen
Unterrichtseinstieg: Dauer ca. 3 Minuten
Thema „Bestandteile einer Rechnung" bei der Weinbauklasse. Dies war für mich fachfremd, da ich Tierhalterin bin. Hier hatte ich ein Praxisbeispiel angebracht:
„Winzer Lukas hat seine Traubenernte bisher vollständig an eine Winzergenossenschaft abgegeben. Nun möchte er seine Ernte selbst keltern und direkt vermarkten.
Er verkauft 18 Flaschen an einen Privatkunden. Dieser fordert einen Beleg. Was muss nun beachtet werden?"
Das Beispiel an sich war passend ausgewählt, da Rechnungen in der Direktvermarktung Praxis sind. Jedoch war der letzte Satz „Was muss nun beachtet werden?" viel zu offen gefasst, die Schüler wussten nicht ansatzweise, worauf ich hinaus möchte. Daher musste ich Fragen nachschieben.
Letztendlich bin ich so vorgegangen, dass ich die Direktvermarkter unter den Studierenden erfragt habe und dann gefragt hatte, wie ein Verkauf abläuft und welche Art von Beleg sie ausgeben. So sind wir schließlich auf das Thema Rechnung gekommen. Dadurch gab es einen holprigeren Start. Positiv an dem Beispiel war jedoch, dass ich meine Stunde auf diesem Beispiel aufziehen konnte; ich hatte eine passende Musterabrechnung zu diesem Betrieb und auch die Lernzielkontrolle konnte ich dann anhand des Beispiels durchführen.
1) Skizzieren Sie den Aufbau eines Arbeitsblattes und beschreiben Sie was gut und was verbesserungsfähig ist!
1) Welche Bedeutung hat die Anordnung von Text und Bildern auf einem Arbeitsblatt?
8 Vorteile vom Tafelbild nennen
1) Skizzieren Sie einen Tafelanschrieb und beschreiben Sie was gut und was verbesserungsfähig ist!
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