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Mitralklappeninsuffizienz (ESC)

LE
von Leon E.

Mitralklappeninsuffizienz - Definition

  1. Beschreiben Sie genauer aus welchen Elementen der Klappenapparat der Mitralklappe besteht, deren Fehlfunktion eine primäre MI bedingen kann?

  2. Nennen Sie mögliche Ursachen dieser strukturellen Veränderungen der Mitralklappe?

  3. Wieviel Prozent der Patienten mit behandlungsbedürftiger Mitralklappeninsuffizienz hat eine primäre MI?

  4. Was liegt pathophysiologisch der sekundären MI zugrunde?


  • Primäre MI = pathologische Veränderung der Anatomie von einem oder mehr der Hauptkomponenten des Klappenapparates (exklusive des Annulu!)

    • Segel der Mitralklappe

    • Chordafasern (Chordae tendineae)

    • Papillarmuskeln

  • Ursachen:

    • Degenerativ:

      Mitralklappenprolaps (häufigste Ursache)

      -> Klassischer Prolaps: Systolisches Vorwölben eines oder beider Mitralsegel in den LA und sichtbare Segelverdickung und Klappeninsuffizienz; Maximalausprägung = Morbus Barlow


      Flail Leaflet (“Flail”)

    • Immunologisch:

      Rheumatisches Fieber (häufige Ursache in Entwicklungsländern)

      Endomyokardfibrose (-> kard. Beteiligung bei Lupus, eosinophile Endokarditis)

    • Iatrogen:

      Z.n. Ballonvalvuloplastie der Mitralklappe (bei Mitralstenose)

      Z.n. Bestrahlung des Thorax und/oder Einnahme kardiotox. Medikamente (z.B. Anthrazykline)

    • Kongenital:

      Insb. Mitralklappen-Cleft (= hierbei ist die Mitralklappe von Geburt an hypoplastisch angelegt, was sich in einer (in)kompletten Spaltung eines oder beider Mitralsegel äußert. Oft besteht eine Assoziation mit anderen angeborenen Herzfehlern. Der Mitralklappen-Cleft ist die häufigste Ursache für eine angeborene MI.


  • 55% der Pat. mit behandlungsbedürftiger MI haben eine primäre MI


  • Sekundäre (funktionelle) MI = MI durch LV-Dysfunktion und -Dilatation: Bei Kardiomyopathien, Myokarditis oder funktioneller Ischämie

    • Tethering und Tenting -> Inadäquater Klappenschluss

      • Tethering = “to tether” = anbinden = ventrikuläres Remodeling -> Zunahme des Längsdurchmessers des linken u./o. rechten Ventrikels -> Zug an den Klappensegeln über Papillarmuskeln und Sehnenfäden -> eingeschränkte Segelbeweglichkeit -> unvollständiger Klappenschluss

      • Tenting = “zeltend” = durch o.g. Pathomechanismus verlagert sich die Verschlussebene der Klappe in Richtung Herzspitze, wobei zwischen Klappenring und den Klappensegeln eine zeltförmige, dreieckige Fläche entstehen kann, die sich echokardiographisch ausmessen lässt (sog. Tenting Area)

    • Anulusdilatation -> Konsekutiv bei LV-Dilatation(s.o.) oder bei Vorhofflimmern (mit LA Dilatation -> dann “atriale funktionelle MI”)


-> Mögliche Verstärkung der pathophysiologischen Abläufe durch asynchrone Ventrikelkontraktion oder Veränderungen der Hämodynamik (bspw. unter körperl. Belastung)


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Leon E.

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