Herausforderungen für Maßnahmen im Küstenraum
Klimawandel
Wahrscheinlicher Anstieg der Häufigkeit und Intensität von
Extremereignissen (z.B. Sturmfluten) muss berücksichtigt werden.
Gestiegenes Umweltbewusstsein
Nachhaltige Küstenschutzsysteme und -strategien sind erforderlich!
Begrenzte finanzielle Mittel von öffentlichen Stellen und auch Privaten.
Verlangen nach Sicherheit während monetäre Werte im Küstenraum deutlich steigen.
Bewusstsein der Bevölkerung
Information, Integration und Partizipation durch entsprechende Werkzeuge
(z.B. Decision Support Systems – DSS) sind wichtig!
Integriertes Küstenzonenmanagement
1999 Veröffentlichung „Towards a European Coastal Zone Management (ICZM) Strategy“
by the EUROPEAN COMMISSION
2006 BMU – BUNDESMINISTERIUM FÜR UMWELT, NATURSCHUTZ UND
REAKTORSICHERHEIT: Integriertes Küstenzonenmanagement in
Deutschland (IKZM) – Nationale Strategie mit Bestandsaufnahme.
Kabinettsbeschluss vom 22. März 2006, Bonn
IKZM ist ein dynamischer, kontinuierlicher und iterativer Prozess, durch den Entscheidungen
für eine nachhaltige Nutzung, Entwicklung und den Schutz der Küsten einschließlich ihrer
Ressourcen getroffen werden.
2 Nutzungskonflikte
Beispiel eines integrierten Ansatzes für Marinas
Risiko für Küstengebiete
Ein wichtiger Aspekt im Küsteningenieurwesen ist der Schutz vor Überflutung.
Risikomanagement statt Katastrophenschutz!
Risikomanagement und Risikoanalyse
Eine Risikoanalyse ermöglicht:
- eine objektive Einschätzung von Sicherheiten
- eine monetäre Bewertung von Strategien
→ Beurteilung alternativer Strategien
→ Auswahl geeigneter Maßnahmen
Elemente des Risikomanagements
3 Herausforderung Klimawandel
IPCC 6th AR: SSP-Szenarien (Shared Socioeconomic Pathways, dt.: gemeinsame
sozioökonomische Entwicklungspfade); zunächst wurden fünf sogenannte Narrative
entworfen, die unterschiedliche Entwicklungen unserer Gesellschaft beschreiben.
Ersetzen RCP‘s (Representative Concentration Pathways) aus
vorherigen AR‘s
Neue Einblicke in sozio-ökonomische und technologische
Entwicklungen
Verbesserung der räumlichen Auflösung von Simulationen
Berücksichtigung von emissionsreduzierenden Strategien und
Anpassungsmaßnahmen
Verbesserte Berücksichtigung von abschmelzenden Gletschern
Konsequenzen und Empfehlungen: für deutsche Küsten
Weitere Untersuchungen erforderlich!
Downscaling erforderlich!
Definitionen sind wichtig (MSL, Thw).
Präzise Beschreibungen des Status Quo erforderlich.
Flexible Planung erforderlich.
Effizienter Küstenschutz wichtig.
Angepasste Lösungen wichtig.
4 Küstenschutz
Verschiedene generelle Strategien
Unterscheidung in Hochwasserschutz und Erosionschutz.
Erosionsschutz ist ein wichtiger Teil des Hochwassershutzes.
5 Prozesse in Küstengewässern
Die Form einer Küste ist das Ergebnis einer langfristigen Entwicklung bedingt durch
natürliche Prozesse.
Probleme ergeben sich durch anthropogene Einflüsse, die das natürliche System
stören.
Jede Handlung zieht eine Gegenreaktion nach sich. Beispiel East Yorkshire, UK
(2005):
Neue Promenade
~ 3 km lang
Strand gewünscht
Bau von Buhnen
Flachwassereffekte und der Einfluss von Buhnen
Prozesse des Sedimenttransportes in Küstengewässern
Tideneinfluss
Einfluss von Seegang
Komplexe Interaktion von Prozessen in Flussdeltas
6 Flächenhafter Küstenschutz
Anordnung verschiedener Küstenschutzelemente zu einem
Küstenschutzsystem
Grundlagen der Deichbemessung
Der Deich besteht aus verschiedenen Elementen, große Aufstandsfläche
Die Höhe resultiert aus Bemessungswasserstand, Wellenauflauf und
Sicherheitszuschlag
Wellenauflauf:
Vorlandmanagement
7 Entscheidungshilfesysteme
Hydrodynamische Lasten und Morphodynamik verändern sich.
Veränderte Intensität und Häufigkeit von Sturmfluten.
Angepasste Bemessungsverfahren erforderlich.
Bestehender Küstenschutz verliert ggf. an Effizienz.
Sofern Rückzug keine Option ist (in den meisten Fällen) und
Verteidigung die Strategie der Wahl ist, müssen
angepasste/kombinierte Lösungen zur Anwendung kommen.
Lineare Lösungen und Einzelbauwerke wie Sperrwerke sind
sehr teure und technische Lösungen, die nicht per se als
Vorzugsvariante geplant werden sollten.
Flächenhafter Küstenschutz vereint verschiedene Elemente.
Nicht nur eine Verteidigungslinie.
Für alle Ansätze (aber insbesondere flächenhaften Küstenschutz), ist ein
exzellentes Prozessverständnis essentiell.
Dieses muss basieren auf
7 Entscheidungshilfesysteme 2
7 Entscheidungshilfesysteme 3
Eine ganzheitliche Datenanalyse ist erforderlich.
Zusammenführung der Daten in einem DSS.
Obwohl Küstenzonenmanagement ein sehr interdisziplinärer
Prozess ist, muss die Entscheidungsbasis eine
ingenieurtechnische sein.
Analysen, Empfehlungen und Bemessung müssen von
Experten durchgeführt werden (keine black box).
Offene Schnittstellen für Updates und aktive Nutzung.
Viele erfolgreiche Anwendungsbeispiele – Erfahrungen sollten
ausgetauscht werden.
Kosten-Nutzen-Analysen gewinnen wegen begrenzter finanzieller Mittel und
steigender Anforderungen an Bedeutung.
Risikoanalysen sollten integriert werden (Schaden = Schadenspotential ×
Grad der Schädigung; Risiko = Schaden × Schadenswahrscheinlichkeit).
Life-Cycle-Management (Wartung) gewinnt an Bedeutung.
Zuletzt geändertvor 7 Tagen