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Energie- und Baustoffwechsel

JP
von Jasper P.

Bei der Nitratassimilation gibt es eine Arbeitsteilung zwischen Wurzel und Blättern der Pflanzen. Beschreiben Sie die Arbeitsteilung zwischen Wurzel und Blättern der Pflanzen bei der Nitratassimilation und erklären Sie die Gründe, die dazu führen.

Beschreibung der Arbeitsteilung:

  • Stickstoff wird als Nitrat (NO3−​) über die Wurzel aufgenommen.

  • Die Reduktion von Nitrat zu Nitrit (Nitratreduktase) und Weiterreduktion zu Ammonium (über die Nitritreduktase) kann sowohl in der Wurzel als auch in den Blättern stattfinden.

  • Nitrit hochgradig zellgiftig

    • Assimilation zu Ammonium und der anschließende Einbau in Aminosäuren (GS-GOGAT-Weg) extrem schnell an beiden Orten, um Akkumulationen zu verhindern.

  • Bei hoher Nitratverfügbarkeit im Boden verschiebt sich die Hauptlast der Assimilation in die photosynthetisch aktiven Blätter.


Gründe für diese Arbeitsteilung:

  • Energie- und Reduktionsmittelversorgung:

    • Blätter durch Lichtreaktion der Photosynthese direkten und energetisch günstigen Zugriff auf Energie (ATP) und Reduktionsäquivalente (Ferredoxin, NADPH)

    • Wurzel muss diese Energie mühsam über den Import von Saccharose und die anschließende Atmungskette generieren.

  • Metabolische Flexibilität und Effizienz:

    • Pflanzen können flexibel reagieren:

      • Ist sehr viel Stickstoff im Boden, wird ein Teil vor Ort in der Wurzel assimiliert.

      • Sind die Blätter photosynthetisch hochaktiv, nutzen sie die dort überschüssige Lichtenergie, um den energetisch teuren Prozess der Stickstoffreduktion direkt im Blatt durchzuführen.


Nennen Sie die (normalen sowie) sogenannten alternativen Atmungskettenenzyme, sowie jeweils den Elektronendonor und -akzeptor. Welche Besonderheit weist die pflanzliche mitochondriale Elektronentransportkette auf?

Normale“ Atmungskettenenzyme:

  • Komplex I (NADH-Dehydrogenase):

    • Donor = cytosolisch/matrix-internes NADH | Akzeptor = Ubichinon (UQ)

  • Komplex II (Succinat-Dehydrogenase):

    • Donor = Succinat (über FADH2​) | Akzeptor = Ubichinon (UQ)

  • Komplex III (Cytochrom-bc1​-Komplex):

    • Donor = Ubihydrochinon (UQH2​) | Akzeptor = Cytochrom c

  • Komplex IV (Cytochrom-c-Oxidase):

    • Donor = reduziertes Cytochrom c | Akzeptor = molekularer Sauerstoff (O2​)


Alternative Atmungskettenenzyme (Pflanzen-Spezifikum):

  • Externe und interne alternative NAD(P)H-Dehydrogenasen:

    • Donor = NADH oder NADPH | Akzeptor = Ubichinon (UQ).

    • Besonderheit:

      • Sie pumpen beim Elektronentransfer keine Protonen.

  • Alternative Oxidase (AOX):

    • Donor = Ubihydrochinon (UQH2​) | Akzeptor = molekularer Sauerstoff (O2​).

    • Besonderheit:

      • Überträgt Elektronen direkt von Ubichinol auf Sauerstoff unter Umgehung der Komplexe III und IV

      • es findet keine Protonenpump-Aktivität statt.


Zentrale Besonderheiten der pflanzlichen Kette:

  • Sie erlaubt einen photosynthetisch gekoppelten Elektronenfluss und die Oxidation von NADH völlig unabhängig von der ATP-Synthese und der ADP-Verfügbarkeit.

  • Sie dient als metabolisches Überlaufventil zur Regulation des zellulären Redoxstatus und verhindert die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) bei Überlastung des Systems.

  • Sie ist essenziell in den photorespiratorischen Zyklus eingebunden (Reoxidation des bei der Glycin-Decarboxylierung gebildeten NADH).


Ablauf des Gyloxylat-Zyklus?

  • Biologischer Sinn & Funktion:

    • Dient vor allem keimenden Samen zur Umwandlung von gespeicherten Fetten (Lipiden) in transportfähige KH, da Pflanzen Fette nicht direkt über lange Strecken transportieren können.

    • Ist Modifikation des Citrat-Zyklus

      • umgeht decarboxylierende (Kohlendioxid freisetzende) Schritte

        —> kein Kohlenstoff geht verloren

  • Die 5 Kernreaktionen des Zyklus (im Glyoxysom):

    1. Acetyl-CoA (gewonnen aus der vorangegangenen β-Oxidation der Fettsäuren) kondensiert mit Oxalacetat zu Citrat (C6​)

    2. Citrat in Isocitrate (C6​)

    3. Enzym Isocitrat-Lyase spaltet Isocitrat in zwei kleinere Moleküle: Succinat (C4) und Glyoxylat (C2).

    4. Glyoxylat (C2​) kondensiert mit einem zweiten Molekül Acetyl-CoA über Malat-Synthase zu Malat (C4​)

    5. Malat wird zu Oxalacetat (C4​) oxidiert

      —> Zyklus im Glyoxysom geschlossen

  • Das Zusammenspiel der 4 Kompartimente (Gesamtstrom):

    • Oleosom:

      • Lipasen zerlegen gelagerte Fette in Glycerin und freie Fettsäuren

        • Fettsäuren wandern in Glyoyxsom

    • Glyoxysom:

      • Fettsäuren werden via β-Oxidation in C2​-Einheiten (Acetyl-CoA) zerlegt

      • Ablauf des Glyoxylat-Zyklus

        • dabei entsteht Succinat (C4​)

          • wird exportiert und in das Mitochondrium transportiert

    • Mitochondrium:

      • importiertes Succinat wird in Citrat-Zyklus eingespeist

        • über Fumarat zu Malat (bzw. weiter zu Oxalacetat) umgewandelt

    • Cytosol (Gluconeogenese):

      • Kohlenstoffgerüst verlässt Mitochondrium ins Cytosol

      • wird inPhosphoenolpyruvat (PEP) umgewandelt.

      • Gluconeogenese baut transportfähige Saccharose-Moleküle auf

  • Zusammenfassende Bilanz für die Klausur:

    • Netto-Einsatz: 2 Acetyl-CoA + NAD+ + 2 H2​O

    • Netto-Produkt: 1 Succinat + CoA + NADH + H+

      —> keine CO2​-Abspaltung

      • aus zwei Molekülen Fettabbau-Produkt (Acetyl-CoA) netto ein neues C4​-Gerüst zur Zuckersynthese gewonnen


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Jasper P.

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