Der Wassertransport aus dem Boden in die Wurzel ist abhängig vom Gradienten des Wasserpotenzials zwischen Boden und Wurzel und von der Leitfähigkeit der Wurzel. Was wäre eine Bedingung, die jeweils verändern würde:
den Gradienten des Wasserpotenzials?
die Leitfähigkeit der Wurzel?
Veränderung des Gradienten (ΔΨ): * -
Trockenheit / absinkendes Bodenwasserpotenzial (verringert das Gefälle).
Hohe Transpiration der Blätter (erhöht den Transpirationssog und damit das Gefälle).
2. Veränderung der Leitfähigkeit (Leitwert L):
Menge und Aktivität von Aquaporinen (wasserspezifische Kanalproteine in der Membran).
Reversible Proteinmodifikationen (Aktivierung/Inaktivierung von Aquaporinen durch z.B. pH-Wert oder Phosphorilierung).
Welche Reaktionen katalysiert die RubisCO?
Carboxylierung (Hauptreaktion):
primäre Fixierung von CO2
RubisCO bindet CO2 und Wasser an den C5-Akzeptor Ribulose-1,5-Bisphosphat (RuBP)
instabile Intermediat zerfällt spontan in zwei Moleküle des C3-Körpers 3-Phosphoglycerat (3-PGA)
Oxygenierung (Nebenreaktion)
Bindung von elementarem Sauerstoff (O2) an Ribulose-1,5-bisphosphat anstelle von CO2
es entsteht Molekül 3-Phosphoglycerat (3-PGA) und ein Molekül des C2-Körpers 2-Phosphoglycolat
2-Phosphoglycolat ist toxische Einstiegsverbindung der Photorespiration
Was ist in Pflanzen (in der Regel) die Energiequelle für den Wassertransport durch das Xylem? Beschreiben Sie.
Energiequelle: Die Sonne ist die primäre Energiequelle für den passiven Transpirationssog
Beschreibung des Mechanismus:
Sonnenenergie bewirkt die Verdunstung von Wasser an den Blattoberflächen (Transpiration).
Entstehung negatives Wasserpotential in den Blättern bzw. in den Interzellularen im Vergleich zur Außenluft.
Extremer Potenzialsprung erzeugt einen starken Unterdruck (Zugspannung)
Aufgrund der Kohäsions- und Adhäsionskräfte der Wassermoleküle wird das Wasser in Form von kontinuierlichen „Wassersäulen“ durch das Xylem nach oben gezogen.
Was wäre eine Bedingung, die jeweils den Gradienten des Wasserpotenzials oder die Leitfähigkeit der Wurzel verändern würde?
Bedingungen für die Veränderung des Wasserpotenzial-Gradienten:
Sinkende Bodenfeuchte:
Führt dazu, dass das Wasserpotenzial im Boden (ΨBoden) negativer wird. Dadurch verringert sich der Gradient zwischen Boden und Wurzel, was die Wasseraufnahme herabsetzt
Erhöhung der Salzkonzentration im Boden:
Macht ΨBoden ebenfalls stärker negativ und verkleinert den Gradienten zur Wurzel.
Bedingungen für die Veränderung die Leitfähigkeit der Wurzel:
Aktivität und Dichte von Aquaporinen:
Proteinkanäle in den Zellmembranen steuern maßgeblich die transmembrane Wasserleitfähigkeit.
Veränderung der Zellwand-Permeabilität:
Die chemische Zusammensetzung oder der Verholzungsgrad der apoplastischen Barrieren modifiziert den Durchfluss.
Wie beeinflusst der Caspary-Streifen die Wasseraufnahme in die Pflanze, welche Funktion hat er und wie verhindert er die Wasserrückdiffusion?
Einfluss auf die Wasseraufnahme:
Caspary-Streifen blockiert den rein passiven, apoplastischen Transportweg (über die Zellwände) an der Endodermis.
Er zwingt das Wasser und die darin gelösten Stoffe, die Plasmamembran zu passieren und auf den symplastischen Weg (über das Cytoplasma) zu wechseln.
Funktion:
Er dient als selektive Barriere ("Filter"), sodass gelöste Stoffe nicht unkontrolliert und ungefiltert in den Zentralzylinder gelangen können.
Bei guter Wasserversorgung und geringer Transpiration dichtet er den Zentralzylinder ab, was den Aufbau eines positiven hydrostatischen Drucks (Wurzeldruck) ermöglicht.
Verhinderung der Wasserrückdiffusion:
Durch die Einlagerung hydrophober Polymere (Lignin und Suberin/Endodermin) in die Zellwände entsteht eine wasserundurchlässige, korkartige Struktur.
verhindert physikalisch, dass bereits ins Xylem aufgenommenes Wasser zurück in den freien Diffusionsraum der Wurzelrinde (Apoplast) und in den Boden diffundiert.
Die höhere Dichte von Leitbündeln in den Blättern von Angiospermen (Bedecktsamer) erlaubt höhere Photosyntheseraten.Erklären Sie den Zusammenhang zwischen Photosyntheserate und Leitbündel-Dichte über die Wasserleitfähigkeit in den Blättern von Angiospermen.
Eine höhere Dichte an Leitbündeln in den Blättern sorgt für eine stark verbesserte und effizientere Wasserleitfähigkeit innerhalb des Blattes.
Durch die optimierte Wasserversorgung können die Spaltöffnungen (Stomata) länger und weiter geöffnet bleiben, ohne dass das Blattgewebe welkt.
Weit geöffnete Stomata ermöglichen eine maximale Diffusion von CO2 aus der Atmosphäre in das Blattinnere.
Da CO2 das Substrat für das Schlüsselenzym Rubisco ist, führt die erhöhte CO2-Verfügbarkeit direkt zu höheren Photosyntheseraten.
Richtig oder falsch: Wassertransport im Xylem erfolgt per Massenströmung?
Richtig
Triebkraft hierfür sind Differenzen im Druckpotenzial des Wassers
Funktionen von Magnesium (Mg) in der Zelle?
Essentieller Bestandteil (Zentralatom) der Chlorophylle.
Wichtiger Cofaktor/Aktivator zahlreicher Enzyme (z. B. Aktivierung der Rubisco im Licht).
Fungiert als Gegenion für die negativ geladenen Phosphatgruppen des ATP.
Gewährleistet die strukturelle Stabilisierung von Ribosomen.
Funktionen von Calcium (Ca) in der Zelle?
Strukturelle Funktion:
Stabilisierung von Zellwänden durch Komplexierung von Polygalacturonsäure (Pektin) in der Mittellamelle.
Membranstabilisierung:
Interagiert mit den negativ geladenen Kopfgruppen von Phospholipiden
Signaltransduktion:
Dient als sekundärer Botenstoff (Second Messenger) innerhalb der Zelle,
wobei transiente Ca2+-Pulse im Cytosol von Calcium-Bindeproteinen (z. B. Calmodulin) dekodiert werden.
Richtig oder falsch: Magnesium ist das Zentralatom im Chlorophyll und im Häm?
Falsch
Magnesium ist zwar das Zentralatom im Chlorophyll
im Häm-Komplex ist das Zentralatom aber Eisen (Fe)
Richtig oder falsch: Calcium stabilisiert Zellmembranen, indem es als Gegenion zu den positiven Ladungen der Phospholipide fungiert?
Falsch.
Calcium besitzt selbst eine positive Ladung (Ca2+) und fungiert als Gegenion zu den negativen Ladungen der Phospholipide
Beschreiben Sie für die Makronährelemente C, H, O, N, P, Mg, K, Ca den Transportweg in die Pflanze.
Kohlenstoff (C) und Sauerstoff (O):
primär gasförmig aus der Atmosphäre über die Blätter (Stomata) in Form von CO2 und O2 aufgenommen.
Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O):
Werden als flüssiges Wasser (H2O) über die Wurzeln aus dem Boden aufgenommen.
Der Transportweg für die mineralischen Elemente (N, P, Mg, K, Ca):
Freisetzung im Boden:
Die Ionen müssen zunächst aus der Bodenlösung gelöst bzw. von Bodenkolloiden verdrängt werden (z. B. über Austauschadsorption mittels Protonenabgabe durch H+-ATPasen).
Radialer Transport im Apoplasten:
Die Ionen gelangen passiv via Diffusion oder mit dem Wasserstrom (Massenströmung) in den Apoplasten der Wurzelrinde.
Überwindung der Transportbarriere:
An der Endodermis (Caspary-Streifen) müssen sie aktiv oder passiv über spezifische Transportproteine (Kanäle/Carrier) in den Symplasten aufgenommen werden.
Xylem-Translokation:
Die Ionen werden aktiv/passiv ins Xylem abgegeben.
Fernleitung:
Über den Transpirationsstrom im Xylem erfolgt die Verteilung in der gesamten Pflanze.
Wie optimieren Pflanzen die Nährstoffaufnahme aus dem Boden?
Biochemische Modifikation (Rhizosphäre):
Ausscheidung von Wurzelexsudaten (z. B. Protonen oder organische Säuren wie Citrat/Malat) zur Absenkung des pH-Werts, um schwer lösliche Ionen zu mobilisieren
wie Eisen (Fe3+) oder Phosphat
Spezifische Chelierungsstrategien:
Induzierte Synthese und Ausscheidung von Phytosiderophoren (z. B. Muginsäure) bei Eisenmangel, um stabile Komplexe zu bilden, die über spezialisierte Transporter aufgenommen werden.
Ausbildung von Symbiosen:
Mykorrhiza: Symbiose mit Pilzen (z. B. VA-Mykorrhiza (vesikulär-arbuskuläre Mykorrhiza))
deren feines Hyphennetzwerk vergrößert die Oberfläche stark und vor allem die Aufnahme von (Stickstoff und) immobilen Phospaht erleichtert
Bodenbakterien: Symbiosen zur biologischen N2-Fixierung
Anpassung der Wurzelmorphologie:
Gesteuertes, asymmetrisches Wurzelwachstum (Menge und Richtung) gezielt hin zu nährstoff- und wasserreichen Bodenregionen (Hydrotropismus)
Ausbildung spezialisierter Oberflächenstrukturen (z. B. Proteoidwurzeln).
Wo werden die Nährelemente Na, Ca, Mn, K, Mg, S, H, O und P in der Pflanze benötigt und wofür?
Natrium (Na):
Kann Kalium ersetzen
Regulierung Wasserhaushalt:
kann Tugor und Öffnung der Spaltöffnungen regulieren
—> bessere Trockenresistenz
Wichtig für C4-/CAM-Pflanzen:
wichtig für Stofftransport mit Natrium-Pyruvat-Cotransporter
Calcium (Ca):
In den Zellwänden (Pektinfraktion der Mittellamelle) zur Strukturstabilisierung
an Zellmembranen sowie im Cytosol als sekundärer Botenstoff.
Mangan (Mn):
Im Photosystem II (Thylakoidmembran) als Mangan-Cluster (Mn4CaO5) im Wasserspaltungskomplex zur Oxidation von Wasser
zudem als Enzym-Cofaktor (z. B. MnSOD).
Kalium (K):
Im Cytoplasma und den Chloroplasten als wichtigstes Osmotikum zur Regulation des Turgors (Spaltöffnungs- und Gelenkbewegungen)
Enzym-Cofaktor.
Magnesium (Mg):
In Chloroplasten als Zentralatom des Chlorophylls und Aktivator der Rubisco
im Cytosol als Gegenion zu ATP und zur Stabilisierung der Ribosomen.
Schwefel (S):
Baustein der Aminosäuren (Cystein, Methionin)
Baustein Coenzyme (Coenzym A)
Baustein Vitamine (Biotin, Thiamin)
Eisen-Schwefel-Zentren (Fe-S-Cluster in ETK).
Wasserstoff (H) & Sauerstoff (O):
Überall in der Zelle
als Bestandteil von Wasser (H2O) für Turgor/Lösungsmittel
als Elektronendonor bei der Wasserspaltung im PSII
Bausteine aller organischen Makromoleküle
Phosphor (P):
In Nukleinsäuren (DNA/RNA)
in Phospholipiden der Membranen
in energiereichen Verbindungen (ATP)
Bei der Nitratassimilation gibt es eine Arbeitsteilung zwischen Wurzel und Blättern der Pflanzen. Beschreiben Sie die Arbeitsteilung zwischen Wurzel und Blättern der Pflanzen bei der Nitratassimilation und erklären Sie die Gründe, die dazu führen.
Beschreibung der Arbeitsteilung:
Stickstoff wird als Nitrat (NO3−) über die Wurzel aufgenommen.
Die Reduktion von Nitrat zu Nitrit (Nitratreduktase) und Weiterreduktion zu Ammonium (über die Nitritreduktase) kann sowohl in der Wurzel als auch in den Blättern stattfinden.
Nitrit hochgradig zellgiftig
Assimilation zu Ammonium und der anschließende Einbau in Aminosäuren (GS-GOGAT-Weg) extrem schnell an beiden Orten, um Akkumulationen zu verhindern.
Bei hoher Nitratverfügbarkeit im Boden verschiebt sich die Hauptlast der Assimilation in die photosynthetisch aktiven Blätter.
Gründe für diese Arbeitsteilung:
Energie- und Reduktionsmittelversorgung:
Blätter durch Lichtreaktion der Photosynthese direkten und energetisch günstigen Zugriff auf Energie (ATP) und Reduktionsäquivalente (Ferredoxin, NADPH)
Wurzel muss diese Energie mühsam über den Import von Saccharose und die anschließende Atmungskette generieren.
Metabolische Flexibilität und Effizienz:
Pflanzen können flexibel reagieren:
Ist sehr viel Stickstoff im Boden, wird ein Teil vor Ort in der Wurzel assimiliert.
Sind die Blätter photosynthetisch hochaktiv, nutzen sie die dort überschüssige Lichtenergie, um den energetisch teuren Prozess der Stickstoffreduktion direkt im Blatt durchzuführen.
Nennen Sie einen Stoff oder eine Reaktion in der Pflanze, in der folgende Elemente vorkommen: Mg, S, Fe, K.
als Zentralatom im Chlorophyll
Cofaktor/Aktivator in Rubisco
in Aminosäuren Cystein und Methionin
in Eisen-Schwefel-Zentren (Fe-S-Cluster, z. B. im Rieske-Protein / Cytochrom-b6f-Komplex oder Ferredoxin).
Eisen (Fe):
in Hämgruppen von Cytochromen (z. B. Cytochrom-b6f-Komplex)
in Eisen-Schwefel-Zentren (Ferredoxin).
Fungiert als freies Osmotikum im Cytoplasma und in Vakuolen zur Regulation des Turgors (z. B. bei der Spaltöffnungsbewegung/Stomata-Aktivität).
Was ist der chemische Unterschied zwischen Chlorophyll a und Chlorophyll b?
Unterschied liegt am 7. Kohlenstoffatom des Porphyrinrings:
Chlorophyll a besitzt dort eine Methylgruppe (−CH3).
Chlorophyll b besitzt dort eine Formylgruppe (−CHO) (auch Aldehydgruppe genannt).
Beide besitzen ansonsten das gleiche Grundgerüst aus dem Tetrapyrrolring (Porphyrinring) mit Magnesium als Zentralatom und dem unpolaren Phytolschwanz.
Wie unterscheiden sich Xanthophylle und Carotine?
Carotine (z. B. β-Carotin, Lycopin):
Sind reine, ungesättigte Kohlenwasserstoffe
sie enthalten keinen Sauerstoff.
Xanthophylle (z. B. Lutein, Zeaxanthin, Violaxanthin):
Sind oxygenierte (sauerstoffhaltige) Derivate der Carotine
besitzen funktionelle sauerstoffhaltige Gruppen (wie Hydroxyl- oder Epoxidgruppen).
Wie lautet die Summenformel der Photosynthese?
6 CO2+12 H2O⟶C6H12O6+6 O2+6 H2O
(Bruttogleichung: 6 CO2+6 H2O⟶C6H12O6+6 O2).
Welche Wellenlängen können von einem Molekül absorbiert werden?
Molekül kann jedoch nur solche Wellenlängen (bzw. Photonenenergien) absorbieren, die exakt dem Energieabstand (ΔE) zwischen seinem Grundzustand (S0) und einem seiner angeregten Elektronenzustände (S1 oder S2) entsprechen (Quantelung der Energie).
Von photosynthetischen Pigmenten kann
sichtbare Licht (PAR - Photosynthetically Active Radiation) im Wellenlängenbereich von ca. 400 bis 700 nm
sowie langwelliges UV-Licht absorbiert werden.
Welche Faktoren beeinflussen das Absorptionsverhalten eines Moleküls?
Größe des mesomeren/konjugierten Systems:
Je mehr konjugierte Doppelbindungen (delokalisierte π-Elektronen) vorhanden sind, desto langwelliger (energieärmer) ist das absorbierte Licht.
Art der Pigmente:
Spezifische funktionelle Gruppen (z. B. der Unterschied zwischen Chlorophyll a und b) verschieben die Absorptionsmaxima.
Lösungsmittel bzw. Proteinumgebung:
Wechselwirkungen mit umgebenden Proteinen (z. B. im LHC) oder Lösungsmitteln verändern die Elektronenverteilung
verschieben Absorptionsbanden im Vergleich zum isolierten Pigment in organischen Lösungsmitteln
Warum sehen Blätter grün aus?
Ursache ist „Grünlücke“ im Absorptionsspektrum der Hauptpigmente (Chlorophyll a und b).
Die Chlorophylle absorbieren hocheffizient im blauen Bereich (ca. 400–450 nm) und im roten Bereich (ca. 630–680 nm).
Das dazwischenliegende grüne und gelbgrüne Licht (ca. 500–550 nm) wird kaum absorbiert, sondern stattdessen vom Blatt transmittiert (durchgelassen) und reflektiert,
—> Das Blatt erscheint für menschliche Augen grün.
Was ist Fluoreszenz?
strahlende (Licht emittierende) Zurückfallen eines Elektrons aus einem angeregten Zustand
Singulett-Anregungszustand S1 in elektronischen Grundzustand S0
beim Verbleib im angeregten Zustand gehtb Energie als Wärme verloren
—> emittierte Fluoreszenzlicht immerenergieärmer und somit langwelliger als das zuvor absorbierte Licht
Welche Aufgaben erfüllen Carotinoide in der Photosynthese und wie können sie vor zu viel Licht schützen?
Lichtsammelkomponenten (Antennenpigmente):
Absorption von Licht im blau-grünen Spektralbereich (wo Chlorophylle schwächer absorbieren)
Weiterleitung dieser Energie an Chlorophylle.
Stabilisierung der Lichtsammelkomplexe
Schutz vor zu viel Licht (Photoprotektion):
Triplett-Löschung:
übernehmen Energie von gefährlichem Triplett-Chlorophyll (3Chl∗), bevor dieses mit Sauerstoff reagieren kann,
—> abgeben als harmlose Wärme
Entgiftung von ROS:
Direktes Abfangen von reaktivem Singulett-Sauerstoff (^1O2).
Xanthophyllzyklus (NPQ - nicht-photochemische Löschung):
Bei Starklicht wird Violaxanthin über Antheraxanthin in Zeaxanthin umgewandelt.
Zeaxanthin interagiert mit den LHC-Proteinen
—> leitet überschüssige Exzitonenenergie der Chlorophylle direkt als Wärme ab
Wie findet der Energietransfer zwischen den Pigmentmolekülen statt?
erfolgt strahlungslos über den exzitonenischen Energietransfer
dabei kein Photon ausgesendet und wieder absorbiert!
Stattdessen schwingt elektronische Anregungsenergie eines Donormoleküls rein physikalisch (durch dipolare Wechselwirkungen) auf ein benachbartes Akzeptormolekül über
Voraussetzung:
Moleküle müssen sehr nah beieinanderliegen (<10 nm)
das Emissionsspektrum des Donors muss mit dem Absorptionsspektrum des Akzeptors überlappen
Handelt es sich bei den Lichtsammelkomplexen der höheren Pflanzen um Membranproteine oder lösliche Proteine?
um integrale Membranproteine
sind in der Thylakoidmembran der Chloroplasten verankert sind.
Welche Pigmente sind im LHCII gebunden und wie (kovalent oder nicht-kovalent)?
Gebundene Pigmente:
Chlorophyll a, Chlorophyll b, verschiedene Carotinoide (wie Lutein, Xanthophylle, β-Carotin)
Pigmente sind nicht kovalent an das Proteingerüst gebunden.
über koordinative Bindungen, Wasserstoffbrücken oder hydrophobe Wechselwirkungen
Was sind Phycobilisome und was ist der Unterschied zu den Proteinen und Pigmenten des LHCII?
Phycobilisome:
große, supramolekulare Lichtsammelkomplexe
sitzen Membranoberfläche (stromaseitig)
kommen in Cyanobakterien, Rotalgen und Glaucophyten vor
Unterschiede zum LHCII:
Phycobilisome sind periphere, wasserlösliche Proteinkomplexe (sitzen der Membran auf),
LHCII ist ein integrales Membranprotein
Phycobilisome enthalten Phycobiline (offenkettige, lineare Tetrapyrrole wie Phycocyanobilin und Phycoerythrobilin), die kovalent an das Protein gebunden sind
LHCII enthält zyklische Tetrapyrrole (Chlorophylle), die nicht-kovalent gebunden sind.
Absorptionsbereich: Phycobiline absorbieren hervorragend im grünen/gelben Spektralbereich
schließen damit die "Grünlücke" der Chlorophylle
Was ist ein Aktionsspektrum und wie lautet die Beziehung zwischen dem Aktionsspektrum der Photosynthese und dem Absorptionsspektrum von Chlorophyll?
Aktionsspektrum:
Stellt die Effizienz oder Größe eines biologischen Effekts in Abhängigkeit von der Wellenlänge des eingestrahlten Lichts dar.
z. B. die Rate der Photosynthese gemessen an der O2-Produktion oder CO2-Fixierung
Beziehung zwischen dem Aktionsspektrum der Photosynthese und dem Absorptionsspektrum von Chlorophyll:
Aktionsspektrum der oxygenen Photosynthese deckt sich im Wesentlichen beinahe deckungsgleich mit den Absorptionsspektren der Chlorophylle (zusammen mit den akzessorischen Pigmenten)
beweist experimentell, dass die Lichtabsorption durch diese Pigmente die Triebkraft für die Photosynthesereaktionen ist
Skizzieren und vergleichen Sie die Antennen des Photosyntheseapparats von Cyanobakterien und Pflanzen.
Antennen von Pflanzen (höhere Pflanzen):
Bestehen aus integralen Lichtsammelkomplexen (LHC) in der Thylakoidmembran.
Verwenden Chlorophyll a, b und Carotinoide als Pigmente.
Sind dreidimensional fest in der Lipiddoppelschicht verbaut.
Antennen von Cyanobakterien:
Bestehen aus großen Phycobilisomen, die der Thylakoidmembran von außen aufgelagert sind.
Verwenden Phycobiliproteine mit offenkettigen Phycobilinen.
Leiten die Energie von den peripheren Phycobilisomen direkt ins membrangebundene Reaktionszentrum weiter.
Was versteht man unter excitonischem Energietransfer und wo findet dieser im Photosyntheseapparat statt?
Ein strahlungsloser, quantenmechanischer Transfer von elektronischer Anregungsenergie zwischen eng benachbarten Pigmentmolekülen
erfolgt über Dipol-Dipol-Wechselwirkung
findet in den Antennenkomplexen (Lightharvesting-Komplexen / LHC) sowie bei Energieübergabe von den inneren Antennen an das Kern-Reaktionszentrum statt
Richtig oder falsch: Chlorophyll kann beim Übergang vom zweiten in den ersten Anregungszustand Wasser ein Elektron entziehen?
der Übergang vom zweiten Anregungszustand (S2, angeregt durch blaues Licht) in den ersten Anregungszustand (S1, rotes Niveau) erfolgt extrem schnell über innerer Konversion
Überschussenergie geht als Wärme verloren
—> Zustand kann keine chemische Arbeit (wie die Wasserspaltung) verrichten
Aus welchen Komponenten bestehen die Photosysteme selbst (Reaktionszentrum/Antennen)?
Periphere Antennen (Lichtsammelkomplexe, z. B. LHCII):
Fangen Photonen ein und leiten die Excitonenenergie nach innen weiter
Innere Antennen (Kernantennen, z. B. CP43 und CP47 in PSII):
Befinden sich dicht am Zentrum und leiten die Energie final an das Reaktionszentrum.
Reaktionszentrum (RC):
Besteht aus speziellen Chlorophyll-a-Paar und primären und sekundären Elektronenakzeptoren, an denen die photochemische Ladungstrennung stattfindet
Von welcher Substanz stammen im Photosystem II die Elektronen und was entsteht bei dieser Reaktion?
Die Elektronen stammen aus flüssigem Wasser (H2O).
Fotolyse des Wassers:
entstehen:
Protonen (H+), die ins Thylakoidlumen abgegeben werden
elementarer Sauerstoff (O2) als gasförmiges Nebenprodukt
(2 H2O⟶4 H+ + 4 e− + O2)
Was versteht man unter Ladungstrennung und wer ist dazu befähigt?
primäre photochemische Prozess, bei dem die Energie eines absorbierten Photons genutzt wird, um ein Elektron von einem Donor-Molekül auf ein Akzeptor-Molekül zu übertragen
Dadurch entsteht ein Radikal-Kation (Donor +)und ein Radikal-Anion (Akzeptor - ),
—> Lichtenergie wird in stabile elektrochemische Energie umgewandelt.
Wer ist dazu befähigt?:
Ausschließlich das spezielle Chlorophyll-a-Paar im Reaktionszentrum der Photosysteme (P680 im PSII bzw. P700 im PSI) ist in seiner Proteinenumgebung zur echten Ladungstrennung in der Lage.
Antennenpigmente können Energie nur weiterleiten, aber keine Elektronen abspalten.
Was ist der Emerson-Effekt?
Emerson-Effekt (Enhancement-Effekt):
Photosyntheserate bei gleichzeitiger Bestrahlung mit kurzwelligem Rotlicht und langwelligem Dunkelrotlicht größer ist als die Summe der Photosyntheseraten der beiden einzelnen Lichtbestrahlungen
experimenteller Beweis für die Existenz zweier hintereinandergeschalteter Photosysteme (PSII und PSI), die in Serie optimal zusammenarbeiten müssen
Welche prosthetischen Gruppen unterscheiden PSI von PSII?
Photosystem II (PSII):
Enthält Phäophytin (ein Chlorophyll ohne Magnesium) als primären Elektronenakzeptor.
Enthält Plastochinone (QA und QB).
Besitzt den Mangan-Calcium-Cluster (Mn4CaO5-Komplex) im Wasserspaltungsapparat.
Photosystem I (PSI):
Enthält ein anderes primäres Chlorophyll-a-Molekül (A0) und ein Phyllochinon (Vitamin K1, A1) als frühe Akzeptoren.
Enthält drei spezifische Eisen-Schwefel-Zentren (FX,FA,FB) zur Weiterleitung der Elektronen auf das lösliche Ferredoxin.
1. Fassen Sie die Lichtreaktionen und die Kohlenstoffreaktionen der Photosynthese zusammen. In welchen Kompartimenten finden diese statt?
Lichtreaktionen:
Lichtenergie treibt den linearen Elektronentransport an
Wasser (H2O) wird gespalten (Sauerstoff entsteht)
es wird ein Protonengradient aufgebaut und am Ende werden die chemischen Energiespeicher ATP und NADPH generiert.
Kompartiment: Findet in Thylakoidmembranen der Chloroplasten statt.
Kohlenstoffreaktionen (Calvin-Zyklus / "Dunkelreaktionen"):
Unter Verbrauch des zuvor gebildeten ATP und NADPH wird atmosphärisches Kohlendioxid (CO2) fixiert und zu energiereichen Kohlenhydraten (Zuckern) reduziert.
Kompartiment: Finden im Stroma der Chloroplasten statt.
Beschreiben Sie die Lichtreaktion
findet in Thylakoidmembran der Chloroplasten statt
Eingesetzte Edukte: H2O, anorganisches P, ADP, NADP+
Erhaltene Produkte: ATP, Reduktionsäquivalente NADPH, Nebenprodukt Sauerstoff O
Ablauf:
Absorption von Photonen durch die Lichtsammelkomplexe
Weiterleitung der Energie an die Reaktionszentren PSII und PSI
Photochemische Ladungstrennung im Reaktionszentrum von PSII (P680)
extrem starkes Oxidationsmittel (P680+) entsteht
Spaltung von Wasser (Fotolyse) am Mangan-Calcium-Cluster des PSII zur Regeneration von P680+,
molekularer Sauerstoff (O2) wird frei
Linearer Elektronentransport entlang der Redoxkette:
PSII über Plastochinon (PQ)
den Cytochrom-b6f-Komplex
und Plastocyanin (PC)
zum PSI (P700)
Erneute Lichtanregung am PSI und Transport der Elektronen über
Ferredoxin (Fd)
zur Ferredoxin-NADP+-Reduktase (FNR)
welche NADP+ zu
hochenergetischem NADPH+H+ reduziert
Aufbau protonenmotorischen Kraft (PMK) in Membran durch
Freisetzen von Protonen ins Lumen bei Wasserspaltung
Abgeben von Protonen ins Lumen über den Q-Zyklus am Cytochrom-b6f-Komplex.
Nutzung dieses Protonengradienten (ΔpH) durch ATP-Synthase
Bildung ATP aus ADP und P im Stroma (Fotophosphorylierung)
Beschreiben Sie die Kohlenstoffreaktion (Cavlin-Benzomn-Zyklus / “Dunkelreaktion”)
fintet im Stroma der Chloroplasten statt
Eingesetzte Edukte: CO2, H20, ATP und NADPH
Erhaltene Produkte: Energetisch hochwertige Kohlenhydrate (Triosephosphate / Glucose), ADP, P, und NADP (werden Lichtreaktion wieder zugeführt)
Ablauf & die drei zyklischen Hauptphasen:
Carboxylierung (CO2-Fixierung)
Rubisco katalysiert die Bindung von gasförmigem CO2 an den C5-Akzeptor Ribulose-1,5-bisphosphat (RuBP)
instabile C6-Zwischenprodukt zerfällt sofort in zwei C3 Moleküle 3-Phosphoglycerat (3-PGA)
Reduktion:
unter ATP-Verbrauch (aus den Lichtreaktionen) wird 3-PGA zu 1,3-Bisphosphoglycerat phosphoryliert
anschließend unter Verbrauch von NADPH (ebenfalls aus den Lichtreaktionen) zu Triosephosphaten (Glycerinaldehyd-3-phosphat, G3P) reduziert
kleiner Teil dieser Triosephosphate zur Synthese von Kohlenhydraten (Saccharose für den Export, transitorische Stärke als Speicher) abgezweigt.
Regeneration des CO2-Akzeptors:
Großteil Triosephosphate wird in komplexen Serie von Zuckerumlagerungen umgebaut
unter erneutem Energieaufwand (ATP) zu ursprünglichen C5-Akzeptor Ribulose-1,5-bisphosphat regeneriert
—> kontinuierlicher Zyklus
Welche Proteinkomplexe befinden sich in den Granathylakoiden / Thylakoidmembranen und welche befinden sich im Stroma?
In/An den Thylakoidmembranen (integrale Komplexe):
Photosystem II (PSII)
Cytochrom-b6f-Komplex.
Photosystem I (PSI)
ATP-Synthase
Im Stroma (lösliche Proteine/Komplexe):
Enzyme des Calvin-Benson-Zyklus (z. B. Rubisco, Phosphoribulokinase etc.).
Ferredoxin
Ferredoxin-NADP+-Reduktase (FNR)
Wo ist der pH-Wert höher – Stroma oder Lumen?
pH-Wert ist im Stroma höher (pH≈8) als im Thylakoid-Lumen (pH≈5).
durch den Protonengradienten der als PMK dient
Auf welche Weise trägt das Photosystem II zur protonenmotorischen Kraft bei?
Spaltung von zwei Molekülen Wasser auf der Lumenseite werden 4 Protonen (H+) direkt in Thylakoidlumen freigesetzt
Plastochinol-Synthese:
PSII entzieht dem Stroma bei der zweifachen Reduktion von Plastochinon (PQ) zu Plastochinol (PQH2) 2 Protonen
Protonen werden später am Cytochrom-b6f-Komplex ins Lumen abgegeben
Wo befindet sich der Mn4CaO5-Komplex und was ist seine Funktion?
befindet sich an luminalen (inneren) Seite des Photosystems II
bildet Wasserspaltungsapparat
Enzieht schrittweise über 4 Oxidationszustände Wasser Elektronen
Elektronen werden auf Reaktionszentrum (P680+) übertragen
molekularer Sauerstoff (O2) und Protonen entstehen
Schrittweises Speichern der Oxidationsäquivalente verhindert Entstehung gefährlicher reaktiver Sauerstoffspezies (ROS)
Skizzieren Sie den Q-Zyklus.
Ein PQH2 diffundiert an die Qo-Bindestelle des Cytochrom-b6f-Komplexes auf der Lumenseite.
wird oxidiert
2 Protonen ins Lumen abgegeben
Erstes Elektron fließt über
Rieske-Eisen-Schwefel-Protein
Cytochrom f
Plastocyanin (PC)
zum PSI.
Zweites Elektron fließt über
Cytochrom bL und bH
Qi-Bindestelle auf der Stromaseite
reduziert Plastochinon zum Semichinon-Radikal
zweites PQH2 durchläuft denselben Zyklus:
Zweites Elektron reduziert Semichinon-Radikal vollständig unter Aufnahme von 2 Protonen aus dem Stroma zu PQH2.
Netto-Effekt:
Pro 2 Elektronen, die zum PSI fließen, werden 4 Protonen ins Lumen gepumpt.
Was ist die treibende Kraft des Elektronentransports vom PSII zum PSI?
das Redoxpotenzial-Gefälle
nach primärer photochemischer Aktivierung (Anregung durch Lichtenergie) fließen die Elektronen entlang einer Kette von Redoxpaaren mit zunehmend positiverem (höherem) Standardredoxpotenzial.
Was ist die treibende Kraft der Wasserspaltung?
treibende Kraft ist extrem stark oxidierendes Radikal-Kation P680+ im Reaktionszentrum des Photosystems II nach erfolgter Ladungstrennung.
besitzt sehr positives Redoxpotenzial (ca. +1,2 V)
Nennen Sie die Proteine/Proteinkomplexe, die am Elektronentransport beteiligt sind. Wie heißt die einzige Redoxkomponente, die nicht proteingebunden vorliegt?
Beteiligte Proteine/Proteinkomplexe:
Photosystem II (mit Phäophytin, QA, QB)
Cytochrom-b6f-Komplex (mit Rieske-Protein, Cytochrom f, Cytochrom b)
Plastocyanin (PC – ein lösliches, kupferhaltiges peripheres Protein im Lumen)
Photosystem I
Ferredoxin (Fd – lösliches Eisen-Schwefel-Protein im Stroma)
Einzige nicht proteingebundene Komponente:
Plastochinon (PQ / PQH2).
liegt frei löslich in der Lipidphase der Thylakoidmembran vor
An welchen Stellen der Kette wird zum Aufbau des pH-Gradienten beigetragen und wie?
Am Photosystem II (luminal):
Durch die Spaltung von Wasser werden Protonen direkt im Lumen freigesetzt
2 H2O → 4 H+ + 4 e− + O2
Am Cytochrom-b6f-Komplex:
durch Oxidation von Plastochinol (PQH2) auf der Lumenseite und Q-Zyklus werden Protonen aus dem Stroma ins Lumen gepumpt
Am Photosystem I / FNR (stromatisch):
durch Reduktion von NADP+ zu NADPH+H+ werden dem Stroma Protonen entzogen
was den Gradienten indirekt verstärkt
In welchen Bereichen der Thylakoidmembran befindet sich die ATPase?
befindet sich in nicht-gepressten Bereichen (stromaexponierten) der Thylakoidmembran
Was versteht man unter dem zyklischen Elektronentransport?
alternativer Elektronentransportweg,
Elektronen werden vom angeregten Photosystem I (P700) über Ferredoxin nicht auf NADP+ übertragen
werden zurück auf Plastochinon-Pool geleitet
fließen sie über Cytochrom-b6f-Komplex und Plastocyanin zurück zum PSI
Ergebnis:
kein NADPH gebildet,
aber Protonen ins Lumen gepumpt
—> ausschließlich ATP generiert
Welche Konsequenzen hat eine Stimulierung des zyklischen Elektronentransports bei gleichbleibender Rate der Wasserspaltung?
Verhältnis von gebildetem ATP zu NADPH verschiebt sich zugunsten von mehr ATP.
Protonengradient (ΔpH) über die Thylakoidmembran steigt stark an
erhöhte Lumenspaltung (Ansäuerung) aktiviert Schutzmechanismen gegen Starklicht
wie die nicht-photochemische Löschung
kein zusätzliches Wasser gespalten
—> Netto-O2-Produktion bleibt unbeeinflusst
Was ist der pseudozyklische Elektronentransport?
= Mehler-Reaktion
am Ende PSI werden Elektronen vom reduzierten Ferredoxin nicht auf NADP+, sondern direkt auf molekularen Sauerstoff (O2) übertragen.
Ablauf & Funktion:
Water-Water-Cycle
dient als energetisches Überlaufventil bei Lichtüberschuss
—> hält Protonengradienten zur ATP-Synthese, wenn NADP+ knapp ist
Warum ist die frühere Bezeichnung „Dunkelreaktionen“ für die Kohlenstoffreaktionen der Photosynthese ungeeignet?
Abhängigkeit von Lichtprodukten:
Kohlenstoffreaktionen verbrauchen direkt ATP und NADPH, welche permanent durch die Lichtreaktionen nachgeliefert werden müssen.
Ohne Licht stoppt der Zyklus nach kurzer Zeit wegen Substratmangels.
Lichtaktivierung der Enzyme:
Zentrale Enzyme des Calvin-Benson-Zyklus (z. B. Rubisco, Phosphoribulokinase) sind im Dunkeln inaktiv.
werden erst bei Belichtung über lichtabhängige Signalkaskaden eingeschaltet.
laufen daher real fast ausschließlich im Licht ab
Unter welchen Bedingungen wird die RubisCO aktiviert und welche Mechanismen für die Aktivierung kennen Sie?
Bedingungen für die Aktivierung:
erfolgt im Licht, getrieben durch die Veränderungen im Stroma infolge der Lichtreaktion:
steigender pH-Wert (≈8) und ansteigende Mg2+-Konzentration.
Mechanismen der Aktivierung:
Carbamoylierung:
CO2-Molekül bindet an ε-Aminogruppe eines spezifischen Lysin-Rests im aktiven Zentrum.
wird durch Magnesium-Ions (Mg2+) stabilisiert
—> Enzym aktiviert
RubisCO-Aktivase:
Rubisco blockiert oft aktives Zentrum mit Zuckerphosphaten (Inhibitoren).
RubisCO-Aktivase entfernt diese Inhibitoren unter ATP-Verbrauch im Licht
—> Eznym frei und bereit
Können der Calvin-Benson-Zyklus und der oxidative Pentosephosphatweg im Chloroplasten gleichzeitig ablaufen? Warum?
Nein.
da es ein energetischen Kurzschluss (Fehlkreis) wäre:
Calvin-Zyklus baut unter Energieaufwand Zucker auf,
Oxidativer Pentosephosphatweg oxidiert dieselben Zucker wieder zu CO2
Grund/Regulation:
Steuerung erfolgt streng reziprok über das Thioredoxin-System
Im Licht (reduzierter Zustand) werden die Schlüsselenzyme des Calvin-Zyklus aktiviert
während das Schlüsselenzym des OPPP durch Reduktion inaktiviert werden
Im Dunkeln kehrt sich dieser Prozess um
Beschreiben Sie wichtige Strukturmerkmale des Thioredoxins und seine Rolle bei der Regulation der Photosynthese.
Wichtige Strukturmerkmale:
kleines, lösliches Regulationsprotein
hochkonservierten katalytischen Zentrum
mit charakteristischem Disulfidbrücken-Motiv
kann reversibel zwischen einer oxidierten Form (Disulfidbrücke, −S−S−) und reduzierten Form (zwei Thiolgruppen, −SH HS−) wechseln
Rolle bei der Regulation:
Bei Belichtung fließen Elektronen vom PSI über
auf Enzym Ferredoxin-Thioredoxin-Reduktase (FTR)
Thioredoxin reduziert.
Reduziertes Thioredoxin überträgt Elektronen auf Zielenzyme des Calvin-Zyklus
gibt die gibt Disulfidbrücken der Enzyme weiter und bricht eigene Brücken auf
—> Zielenzyme wechseln in den reduzierten, aktiven Zustand.
—> übermittelt Signal „Licht ist vorhanden“ an die Kohlenstoffreaktionen
Stärke- und Saccharosesynthese setzen in Triosephosphat gebundenes anorganisches Phosphat frei. Warum ist für den ungehinderten Ablauf der Photosynthese die Verfügbarkeit von anorganischem Phosphat essentiell?
Re-Import-Kopplung:
im Calvin-Zyklus gebildeten Triosephosphate werden aus dem Chloroplasten ins Cytosol exportiert, um Saccharose zu bilden
dabeigeschieht strikter 1:1-Gegentausch gegen anorganisches Phosphat (Pi).
Folge von Phosphatmangel wäre:
Fehlt Pi im Cytosol, stoppt Export der Triosephosphate
Akkumulation von Phosphaten im Chloroplasten führt zu Stopp der ATP-Synthese an ATPase
kein freies Pi mehr als Substrat zur Photophosphorylierung
Ohne ATP bricht der Calvin-Zyklus zusammen
Auf welche Arten können Pflanzen überschüssige Anregungsenergie abführen?
Nicht-photochemische Löschung
Überschüssige Energie wird direkt im LHCII-Komplex über carotenoidgesteuerte Prozesse als harmlose Wärme abgeführt
Entgiftungssysteme (ROS-Scavenger):
Abfangen reaktiver Sauerstoffspezies, die bei Energieüberlauf entstehen
über Antioxidantien (Vitamin C, E) und Enzyme wie die Superoxiddemutase.
Alternative Elektronenflüsse:
Aktivierung des zyklischen Elektronentransports oder des pseudozyklischen Elektronentransports als energetisches Ventil.
Was versteht man unter dem Xanthophyllzyklus?
zentraler biochemischer Schutzmechanismus der Thylakoidmembran gegen Lichtstress
Bei Starklicht (niedriger Lumen-pH):
Pignmente lagern sich an die LHC-Proteine an und vermitteln die effektive Ableitung überschüssiger Anregungsenergie als Wärme
Bei Schwachlicht/Dunkelheit (hoher Lumen-pH):
angelagerte Pigmente wieder umgewandelt, um die Lichtenergie-Nutzung wieder zu maximieren
Was versteht man unter Photoinhibition und warum kann es bei hohen Temperaturen auch bereits bei moderaten Lichtstärken dazu kommen?
Photoinhibition:
lichtinduzierte Hemmung und dauerhafte Schädigung des photosynthetischen Apparats
wenn die Lichtabsorption die Kapazität der Energieverwertung übersteigt.
Ursache bei hohen Temperaturen + moderatem Licht:
Bei Hitze schließen Pflanzen ihre Stomata, als Schutz vor Wasserverlust durch Transpiration
—> kein atmosphärisches CO2 kann mehr in das Blatt diffundieren
Da kein CO2 als Substrat für den Calvin-Zyklus bereitsteht,
—> Verbrauch von ATP und NADPH bricht zusammen
—> ADP und NADP+ fehlen
Selbst moderate Lichtmengen führen zu massiven Energieüberschuss der den Photosynthseapperat beschädigt
Was ist Photorespiration?
Lichtabhängiger Stoffwechselprozess bei C₃-Pflanzen, der Sauerstoff verbraucht und CO₂ freisetzt.
Ursache:
Enzym RuBisCO bindet fälschlicherweise Sauerstoff statt CO₂ (besonders bei Hitze/Trockenheit).
Nachteil:
Hoher Energieverlust (ATP/NADPH)
bis zu 25 % Verlust von fixiertem Kohlenstoff
Aufwendiges Recycling des Giftstoffs Phosphoglykolat über Chloroplasten, Peroxisomen und Mitochondrien.
Vorteil & Gegenwehr:
Dient als Schutz vor oxidativem Stress
C₄-/CAM-Pflanzen umgehen den Prozess komplett
Warum ist Photorespiration bei Hitze besonders hoch?
Sauerstoff löst sich besser als CO₂:
Bei steigenden Temperaturen sinkt die Löslichkeit von Gasen in Wasser
Löslichkeit von CO₂ nimmt bei Hitze viel stärker ab als die von Sauerstoff
RuBisCO wird ungenauer:
Enzym RuBisCO verändert bei höheren Temperaturen leicht seine räumliche Struktur. —> verliert an Selektivität und bindet so immer häufiger O2
Geschlossene Spaltöffnungen:
Verhinderung von Austrocknung
—> Schließen der Stomata
kein frisches CO₂ gelangt mehr ins Blatt
durch laufende Lichtreaktion wird immer mehr Sauerstoff im Blattinneren angehäuft
Differenzieren Sie C3-, C4-, und CAM-Pflanzen hinsichtlich ihrer Mechanismen/Grundprinzipien zur CO2-Fixierung.
C3-Pflanzen:
Direkte Fixierung von CO2 über die Rubisco im Calvin-Benson-Zyklus
Erstprodukt: C3-Körper (3-Phosphoglycerat).
Besonderheit: Keine Trennungsmechanismen gegen Photorespiration.
C4-Pflanzen:
Räumliche Trennung der CO2-Fixierung.
PEP-Carboxylase fixiert CO2 in äußeren Mesophyllzellen als C4-Körper (Malat/Oxalacetat)
wird in die inneren, sauerstoffarmen Bündelscheidenzellen transportiert und dort decarboxyliert
freiwerdende CO2 wird lokal um die Rubisco stark konzentriert
—> Photorespiration unterdrückt.
CAM-Pflanzen (Crassulaceen-Säurestoffwechsel):
Zeitliche Trennung der CO2-Fixierung zur Minimierung von Wasserverlusten in ariden Gebieten.
Nachts:
Stomata öffnen sich (geringe Transpiration)
CO2 wird über PEP-Carboxylase als Malat fixiert
—> in Vakuole als Äpfelsäure gespeichert (Ansäuerung).
Tagsüber:
Die Stomata bleiben geschlossen
Malat wird aus der Vakuole transportiert
decarboxyliert und konzentriertes CO2 im Calvin-Zyklus mittels Lichtenergie final verarbeitet
Warum sind C3-Pflanzen unter 28°C effizienter, C4-Pflanzen über 28°C effizienter, und warum fällt die Effizienz der C4-Pflanzen ab 47°C rapide ab?
C3-Vorteil unter 28°C:
Bei moderaten Temperaturen ist die Oxygenase-Aktivität der Rubisco gering
—> die Photorespiration hält sich in Grenzen
C3-Pflanzen sparen sich den zusätzlichen Energieaufwand (ATP), den C4-Pflanzen für ihren komplexen Vorfixierungs- und Transportapparat permanent aufbringen müssen.
C4-Vorteil über 28°C: Mit steigender Temperatur sinkt die Löslichkeit von CO2 im Wasser schneller als die von O2, und die Affinität der Rubisco zu O2 steigt. Bei C3-Pflanzen eskaliert die Photorespiration (Verlust von bis zu 50 % des fixierten Kohlenstoffs). C4-Pflanzen umgehen dies durch ihre CO2-Pumpe komplett und arbeiten hocheffizient.
Abfall der C4-Effizienz ab 47°C: Bei diesen extremen Temperaturen kommt es zur thermischen Denaturierung der beteiligten Enzyme (z. B. der temperaturempfindlichen Pyruvat-Phosphat-Dikinase, PPDK) sowie zur Schädigung der Thylakoidmembranstrukturen, wodurch die Transport- und Pumpprozesse kollabieren.
Warum ist es notwendig, dass in Schattenblättern Photosystem II abundanter vorhanden ist als in Sonnenblättern?
Schattenblätter leiden unter chronischem Lichtmangel
empfangen vorwiegend diffuses, langwelliges Licht (Dunkelrot)
dieses regt PSI bevorzugt an
Verhinderung energetisches Ungleichgewicht
Schattenblätter mehr PSII inklusive seiner LHCII
durch höhere Abundanz von PSII
—> Wenige Photonen werden im schattigen Bereich optimal eingefangen
linearen Elektronentransport wird aufrechterhalten
—> Die Anregungsenergie zwischen beiden Systemen wird in Balance gehalten
Was versteht man unter Adaptation und Akklimatisierung einer Pflanze? Nennen Sie je ein Beispiel.
Adaption (Anpassung):
genetisch fixierte, evolutionär erworbene Eigenschaft einer Art, die über Generationen durch Selektion entstanden ist und sich nicht kurzfristig rückgängig machen lässt.
Beispiel:
Ausbildung der Kranzanatomie bei C4-Pflanzen oder die Sukkulenz bei CAM-Pflanzen
Akklimatisierung (Modifikation):
reversible, physiologische oder morphologische Anpassung eines einzelnen Individuums an veränderte Umweltbedingungen
Umstellung der Pigmentzusammensetzung (z. B. Steigerung des Zeaxanthin-Gehalts)
Reorientierung von Chloroplasten in der Zelle bei plötzlichem Starklicht.
Ist es möglich, die Öffnung der Stomata durch Photosynthese-Inhibitoren vollständig zu unterdrücken? Warum?
Die Öffnung der Stomata ist kein Anhängsel der mesophylledären Photosynthese
sondern wird primär über eigenständige, hochsensible Signalwege gesteuert
Grund:
Schließzellen besitzen spezifische Blaulicht-Rezeptoren (Phototropine)
Bei Blaulichteinstrahlung aktivieren Rezeptoren direkt eine plasmamembrangebundene H+-ATPase
Herauspumpen von Protonen treibt den Einstrom von Kalium-Ionen (K+) und Chlorid-Ionen an,
—> führt zu Stomataöffnung
unabhängig von Inhibitoren, die die Elektronentransportkette in den Chloroplasten blockieren.
Richtig oder falsch:
In RuBisCO-freien Chloroplasten eines Maisblattes erfolgt der photosynthetische Elektronentransport vor allem zyklisch.
In den Thylakoiden RuBisCO-freier Maisblatt-Zellen wird mehr Sauerstoff gebildet als in den Thylakoiden RuBisCO enthaltender Zellen.
???????????????????checken!!!!!
Richting
In Bündelscheidenzellen von Mais ist PSII reduziert, um O2-Entwicklung zu minimieren
—> zyklische Weg zur ATP-Gewinnung dominiert
Genau umgekehrt:
In Rubisco-freien Bündelscheidenzellen läuft kaum linearer Transport/Wasserspaltung
der Sauerstoff wird in den Rubisco-enthaltenden Mesophyllzellen gebildet
Wie wirkt sich eine Erhöhung der atmosphärischen CO2-Konzentration auf C3- und C4-Pflanzen aus?
Profitieren massiv
erhöhtes Angebot an CO2 sättigt die Rubisco besser
—> drängt die kompetitive Oxygenase-Nebenreaktion (Photorespiration) zurück.
Photosyntheserate und Biomasseproduktion steigen deutlich an
Zeigen kaum eine Reaktion
Vorfixierungsmechanismus konzentriert CO2 ohnehin bereits am Enzym Rubisco bis zur Sättigung
—> Äußeres Mehrangebot keinen photosynthetischen Zusatznutzen
Unter welchen Wachstumsbedingungen sind C3-Pflanzen gegenüber C4-Pflanzen im Vorteil? Warum?
In kühlen, feuchten Klimazonen
unter ausgeprägten Schattenerbedingungen
Warum:
Photorespiration bei C3-Pflanzen vernachlässigbar gering
C4-Pflanzen können energetisch teuren Konzentrierungsmechanismus genetisch bedingt nicht abschalten
—> verschwenden in kühlen Regionen wertvolle Energie
sind gegenüber den energetisch sparsameren C3-Pflanzen im Nachteil.
Was versteht man unter dem „Malat-Ventil“?
biochemischer Shuttle-Mechanismus zum Export überschüssiger Reduktionsäquivalente (aus Chloroplasten in Cytosol und Mitochondrien)
—> Abwenden photoinhibitorischen Schäden bei Lichtüberangebot
Droht im Chloroplasten ein Überstrom an NADPH
—> Reduziert das Enzym NADP-Malat-Dehydrogenase (NADP-MDH) Oxalacetat zu Malat
Malat verlässt den Chloroplasten über spezifische Translokatoren
Im Cytosol oder Mitochondrium wird es wieder zu Oxalacetat oxidiert
—> dabei NADPH (bzw. NADH) außerhalb des Photosyntheseapparats freigesetzt
dort unschädlich veratmet oder anderweitig genutzt
In welchen Zellen findet im C4-Stoffwechsel die erste C-Fixierung statt und welchen Vorteil hat diese Vorfixierung?
In den Mesophyllzellen (den äußeren, dem Gasaustausch nahen Zellen)
Vorteil:
dort lokalisierte PEP-Carboxylase besitzt eine extrem hohe Affinität zu CO2 in Lösung
im Gegensatz zur Rubisco keinerlei Oxygenase-Aktivität (reagiert nicht mit Sauerstoff).
—> Pflanze kann selbst bei minimal geöffneten Stomata hocheffizient CO2 fixieren
ohne durch Sauerstoff inhibiert zu werden
Wo wird der vorfixierte Kohlenstoff in CAM-Pflanzen gespeichert und in welcher Form?
in Vakuole der photosynthetisch aktiven Zellen
in Form von Malat (Äpfelsäure)
durch Protonen-Pumpen unter erheblichem pH-Abfall des Vakuoleninneren über Nacht akkumuliert
Wodurch kommt die unterschiedliche Isotopendiskrimierung von C3- und C4-Pflanzen zustande?
Effekt wegen unterschiedlicher Selektivität der primär fixierenden Enzyme gegenüber dem schweren Kohlenstoffisotop 13C.
Rubisco (C3-Pflanzen):
diskriminiert sehr stark gegen das schwerere 13CO2
baut bevorzugt das leichtere 12CO2 en
PEP-Carboxylase (C4-Pflanzen):
fixiert das gasförmige CO2 nach Hydratisierung als
—> Keine Isotopendiskriminierung
fixierte Gas in Bündelscheidenzellen komplett freigesetzt und gezwungenermaßen von Rubisco verbraucht
—> C4-Pflanzen haben signifikant höheren 13C-Anteil
Worin unterscheiden sich die Chloroplasten von Mesophyll- und Bündelscheidenzellen in C4-Pflanzen morphologisch und warum?
Chloroplasten der Mesophyllzellen:
Besitzen gut ausgeprägte Thylakoidstapel (Granachloroplasten) mit hoher Aktivität des Photosystems II (PSII).
müssem über linearen Elektronentransport viel NADPH für die Reduktion von Oxalacetat zu Malat bereitstellen
Chloroplasten der Bündelscheidenzellen:
Sind agranal
besitzen fast ausschließlich unvernetzte Stromathylakoide
weisen kaum funktionelles PSII auf
—> keine Wasserspaltung (Sauerstoffentwicklung)
hält lokale O2-Konzentration um die Rubisco extrem niedrig
—> keine Photorespiration
Energie (ATP) wird gefahrlos über den zyklischen Elektronentransport um das PSI generiert
Wie viel Mol ATP und NADPH werden für die Synthese von 1 Mol Glucose bei gleichzeitiger Regeneration des Akzeptors benötigt?
ATP-Bedarf:
18 Mol ATP benötigt
12 Mol in Reduktionsphase
6 Mol in Regenerationsphase
NADPH-Bedarf:
12 Mol NADPH benötigt
vollständig verbraucht in Reduktionsphase
—> gilt für C3-Grundweg ohne Einbeziehung von Verlusten durch Photorespiration
In welche drei große Teilschritte lässt sich der Calvin-Zyklus unterteilen?
Carboxylierung (Fixierung):
Fixierung durch kovalente Bindungen von gasförmigem CO2 an Ribulose-1,5-bisphosphat durch RubisCO
—> 3-Phosphoglycerat entstehen
Aktivierung von 3-Phosphoglycerat durch Phosphorylierung mittels ATP zu 1,3-Bisphosphoglycerat
Reduktion mittels NADPH zu Triosephosphaten (Glycerinaldehyd-3-phosphat / Dihydroxyacetonphosphat (KH)).
Regeneration:
Umbau von Teilen der Triosephosphate um unter ATP Verbrauch ursprünglichen C5-Akzeptor Ribulose-1,5-bisphosphat wiederherzustellen
Wie werden ATP und NADPH aus dem Chloroplasten exportiert?
Kein direkter Transport:
innere Chloroplastenmembran besitzt keine effizienten, direkten Transporter für ATPoder NADPH
Indirekter Export via Shuttle (Malat- bzw. Triosephosphat-DAP-Shuttle):
Im Chloroplasten hergestelltes ATP und NADPH werden lokal genutzt
Reduktion von 3-Phosphoglycerat (3-PGA) zu Triosephosphaten (Dihydroxyacetonphosphat, DHAP)
Triosephosphat gelangt über Triosephosphat-3-Phosphoglycerat-Translokator (TPT)im 1:1-Austausch gegen anorganisches Phosphat (Pi) ins Cytosol
—> Im Cytosol wird Triosephosphat unter Umkehrung der Reaktionen wieder zu 3-Phosphoglycerat oxidiert
dabei enstehen außerhalb des Chloroplasten frisch regeneriertes NADH+H+ und ATP für zellulären Stoffwechsel
Welches Enzym ist das Eingangsenzym der Photorespiration und welche Stoffe werden dabei gebildet?
Eingangsenzym:
RubisCO
katalytische Aktivität als Oxygenase im Licht
Gebildete Stoffe:
1 Molekül 3-Phosphoglycerat
1 Molekül 2-Phosphoglycolat
Warum findet man die mitochondrialen Enzyme Glycin-Decarboxylase und Serin-Hydroxymethyl-Transferase vor allem in photosynthetischem Gewebe und unter welchen Bedingungen stellt Glycin ein wichtiges Substrat für die Oxidation in Pflanzenmitochondrien dar?
Grund für das Vorkommen:
Beide Enzyme katalysieren den mitochondrialen Teilschritt der Photorespiration
Photorespiration zwingend an lichtabhängige Oxygenase-Aktivität durch RubisCO gekoppelt
—> Stoffwechselweg ausschließlich in photosynthetisch aktivem Gewebe (Grün-Gewebe) benötigt
Bedingungen für Glycin als Oxidationssubstrat:
Glycin immer dominierendes Hauptsubstrat der mitochondrialen Atmungskette, wenn die Pflanze unter Lichtbedingungen mit hoher Oxygenierungsrate steht
z. B. bei viel Licht, hohen Temperaturen oder Wassermangel mit geschlossenen Stomata
—> Rate der photorespiratorischen NH4+-Refixierung und Glycin-Umwandlung in den Mitochondrien 5- bis 10-fach höher als normale Primärassimilation
Welches Enzym ist in Peroxisomen in großer Menge vorhanden und warum?
Enzym: Katalase
findet man in pflanzlichen Peroxisomen
bei Oxidation von Glycolat zu Glyoxylat im Peroxisom entsteht zelltoxisches Nebenprodukt Wasserstoffperoxid (H2O2)
ist hochreaktives Sauerstoffradikal (ROS)
—> Katalase baut dieses H2O2 sofort in unschädlichen Sauerstoff und Wasser ab (2 H2O2→2 H2O+O2)
vermeidet oxidative Schäden an Zellmembranen und Proteinen
In welche weitere Assimilation neben der C-Assimilation ist die Photorespiration involviert?
in Stickstoff-Assimilation (N-Assimilation)
Bei Decarboxylierung von Glycin in Mitochondrien wird Ammonium (NH4+) freigesetzt
—> muss im Chloroplasten über Glutamin-Synthetase / Glutamat-Synthase unter Energieaufwand permanent wieder refixiert werden
Welche Gase werden bei der Photorespiration verbraucht oder entstehen dabei?
Verbrauchte Gase:
Molekularer Sauerstoff (O2)
bei Oxygenierung an RubisCO
bei Oxidationsschritten im Peroxisom
Entstehende Gase:
Kohlendioxid (CO2)
freigesetzt bei oxidativen Decarboxylierung von Glycin in Mitochondrien
Warum verliert die Pflanze Wasser bei der Photorespiration und wie gehen CAM- bzw. C4-Pflanzen dagegen an?
Grund für den Wasserverlust:
Für CO2 Aufnahme für die RubisCO, müssen C3-Pflanzen am Tag Stomata weit öffnen
Bei Hitze und Trockenheit Ausstrom von Wasserdampf (Transpiration)
Steigt die Photorespiration durch CO2-Mangel an
—> Pflanze energetisches und hydrologisches Defizit
Gegenstrategie der C4-Pflanzen:
räumliche Trennung:
in äußeren Mesophyllzellen fixiert die PEP-Carboxylase extrem effizient CO2
CO2 wird als C4-Körper in inneren Bündelscheidenzellen transportiert und decarboxyliert
um RubisCO herum künstlich so viel CO2 angestaut
—> Oxygenierungsreaktion, also Photorespiration unterdrückt
Stomata können deutlich enger bleiben
—> spart Wasser
Gegenstrategie der CAM-Pflanzen:
zeitliche Trennung
öffnen Stomata nur in kühler Nacht
fixieren CO2 über die PEP-Carboxylase
lagern CO2 als Malat in der Vakuole
am heißen Tag bleiben Stomata komplett geschlossen
—> nahezu kein Wasserverlust
CO2 wird aus der Vakuole freigesetzt und unter Sonnenlicht im geschlossenen Blatt verarbeitet
Was versteht man unter transitorischer Stärke und Depotstärke und nennen Sie, wo sie gespeichert werden
Transitorische Stärke:
kurzzeitige, vorübergehende Speicherform von KH
wird tagsüber während intensiver Photosynthese direkt im Chloroplasten aufgebaut
in der darauffolgenden Nachtperiode wieder vollständig zu Zuckern abgebaut
—> sichert kontinuierlichen Export und Energieversorgung der Pflanze im Dunkeln
Ort der Speicherung:
in Chloroplasten der Blätter (photosynthetisch aktives Gewebe)
Depotstärke (Reservestärke):
langfristige Speicherform von KH
dient über Vegetationsperioden hinweg als Reserve
In Amyloplasten von spezialisierten Speicherorganen
in Knollen
in Wurzeln wie bei Kartoffeln
im Endosperm von Samen/Getreidekörnern
Welche Bestandteile sind in Stärkegranula enthalten?
Amylopektin:
Hauptbestandteil (ca. 70–80 %)
stark verzweigtes Glucosepolymer
mit α-1,4-glycosidischen Bindungen in der Hauptkette
mit α-1,6-Verknüpfungen an Verzweigungsstellen
Amylose:
weitgehend unverzweigt
linear schraubig gewundenes Glucosepolymer (ca. 20–30 %)
mit reinen α-1,4-glykosidischen Bindungen
Enzyme:
Fest assoziierte Proteine/Enzyme
sind permanent für den Auf- und Abbau der Stärkestruktur zuständig (z. B. Stärkesynthasen)
Was ist die Vorstufe der Stärkesynthese?
ADP-Glucose (Adenosindiphosphat-Glucose)
wird im Chloroplasten aus Glucose-1-phosphat und ATP unter Abspaltung von Pyrophosphat hergestellt
durch das Enzym ADP-Glucose-Pyrophosphorylase (AGPase)
Welche KH außer Stärke werden zur Speicherung verwendet?
Saccharose (Rohrzucker):
primäre Transportkohlenhydrat der Pflanzen
dient in manchen Pflanzen (z. B. Zuckerrübe, Zuckerrohr) auch als Hauptspeicherzucker in der Vakuole
Fruktane (Inulin/Phlein):
Wasserlösliche Polymere aus Fructoseeinheiten
in den Vakuolen von Gräsern und Korbblütlern bei kühlen Temperaturen gespeichert.
Zusatz-Information aus dem Skript: Zellwandpolysaccharide
wie Hemizellulosen können in bestimmten Samen ebenfalls Speicher sein
Welche Enzyme bauen Stärke ab und wie wirken sie?
α-Amylase:
Endoenzym
spaltet mitten im Inneren der Amylose- und Amylopektinketten die α-1,4-Bindungen auf
erzeugt kleinere Bruchstücke (Dextrine, Maltose, Glucose)
β-Amylase:
Exoenzym
schneidet schrittweise immer exakt zwei Glucoseeinheiten (einzelne Maltosemoleküle) vom nicht-reduzierenden Ende der Glucoseketten ab
Kann Verzweigungspunkte nicht überspringen
Stärke-Phosphorylase:
Katalysiert den phosphorolytischen Abbau
spaltet Glucoseeinheiten vom Ende ab durch Anlagern von anorganisches Phosphat
—> Glucose-1-phosphatentsteht
Debranching-Enzyme (Entzweigungsenzyme / R-Enzyme):
Spalten spezifisch die α-1,6-glycosidischen Bindungen an Verzweigungspunkten von Amylopektins
—> Kette für den weiteren Abbau linear zugänglich
Nennen Sie drei Prozesse in Pflanzen, bei denen die Funktion der P-Typ-H+-ATPase der Plasmamembran eine Rolle spielt.
Nährstoffassimilation & -transport:
Erzeugung Protonengradienten an den Geleitzellen für die sekundär-aktive Phloembeladung (Saccharose-H+-Cotransport).
Aufrechterhaltung und Regulation des Turgors:
Steuerung des Zellinnendrucks
auch bei turgorgesteuerten Öffnung der Stomata
Ionenaufnahme an der Wurzel:
Bereitstellung der protonenmotorischen Kraft zur Aufnahme von mineralischen Nährstoffen aus Bodenlösung
Nitrat oder Phosphat
Welche Rolle haben Fructose-1,6-Bisphosphat und Fructose-2,6-Bisphosphat bei der Saccharosesynthese?
Fructose-2,6-bisphosphat (F-2,6-BP):
zentrales regulatorisches Signalmolekül
hemmt die cytosolische Fructose-1,6-bisphosphatase (FBPase) und aktiviert die pyrophosphat-abhängige Phosphofructokinase
—> drosselt bei hoher Konzentration Saccharosesynthese
Fructose-1,6-bisphosphat (F-1,6-BP):
wichtiges metabolisches Zwischenprodukt (Substrat) bei Synthese von Hexosephosphaten
Zusammenspiel/Rolle:
Konzentration von F-2,6-BP reguliert über das Enzym FBPase Fluss von F-1,6-BP
—> präzise Anpassung an die aktuelle Triosephosphatverfügbarkeit aus Chloroplasten
stellt sicher, dass Saccharosesynthese andere plastidäre Prozesse (wie Regeneration von RuBP im Calvin-Zyklus) nicht behindert wird
stellt Aufbau transitorische Stärke für Nacht sicher
stellt sicher, dass am Tag ausreichend Saccharose für Export bereitsteht
Was versteht man unter Source- und Sink-Geweben?
Source-Gewebe (produzierendes Gewebe):
Organe, die netto mehr Assimilate (KH) produzieren, als sie selbst verbrauchen
—> stellen sie für Export zur Verfügung
Beispiele:
photosynthetisch voll aktive, ausgewachsene Laubblätter
Speichergewebe (wie Knollen) in der Mobilisierungs-/Exportphase im Frühjahr
Sink-Gewebe (Verbrauchsgewebe / Empfängergewebe):
Organe, die ihren Eigenbedarf an KH nicht selbst durch Photosynthese decken können
—> auf die Belieferung durch Source-Gewebe angewiesen
Nicht-photosynthetische Gewebe (Wurzeln, Früchte, Samen, Knollen in der Speicherphase)
junge, noch im Wachstum befindliche Blätter.
Beschreiben Sie das Druckstrom-Modell des Phloemtransports.
Mechanismus am Source-Ort (Beladung):
Saccharose wird aktiv in Siebröhren des Phloems geladen (Phloembeladung)
—> Osmotisches Potenzial (Ψs) im Siebröhrensaft sinkt stark ab (wird stark negativ)
Wasser strömt osmotisch aus dem benachbarten Xylem nach
—> hydrostatischer Druck/Tugor im Phloem der Source steigt massiv an.
Mechanismus am Sink-Ort (Entladung):
Saccharose wird permanent aktiv oder passiv aus den Siebröhren entnommen (Phloementladung)
—> osmotische Potenzial im Phloem dadurch weniger negativ (steigt an)
Wasser strömt osmotisch zurück in das Xylem
—> hydrostatischer Druck (Turgor) im Phloem der Sink sinkt ab.
Resultierender Fluss:
Zwischen Source und Sink entsteht ein starker hydrostatischer Druckgradient (ΔΨp)
Druckunterschied treibt den Phloemsaft per Massenströmung durch die Siebporen der Siebröhrenglieder vom Ort des hohen Drucks (Source) zum Ort des niedrigen Drucks (Sink)
Der Transport von Wasser erfolgt im Phloem per Massenströmung.
Der Transport von Wasser im Phloem ermöglicht den Transport von im Wasser gelösten Substanzen in die Source-Gewebe.
??????????????
Falsch/ Richtig
Der Transport von Wasser per Massenströmung erfolgt im Xylem. ????
Auch im Pholem Wasser: Massenströumg entlang des hydrostatischen Druckgradienten ?????
Transport erfolgt von der Source weg in die Sink-Gewebe
Welche Mechanismsen verhindern, dass bei einer Verletzung des Phloems zu viel Phloemsaft austritt?
Kurzfristiger Verschluss (Sofortreaktion):
plötzliche Druckabfall führt zu mechanischen Schleifung von spezifischen Phloem-Proteinen (P-Proteine)
verstopfen innerhalb von Sekunden wie Pfropfen die Verletzung des Pholems
Langfristiger Verschluss (Dauerhafte Reparatur):
Innerhalb von ca. 20 Minuten wird an Siebplatten massiv das Beta-1,3-Glucan Callose synthetisiert
—> Callose wird zwischen Zellwand und Plasmamembran eingelagert
verengt bzw. versiegelt die verletzten Siebporen permanent
nach Regeneration des Gewebes kann Callose hydrolytisch abgebaut werden
Welches ist das typische Transportkohlenhydrat höherer Pflanzen und aus welchen Zuckern besteht es?
Saccharose (nicht reduzierendes Disaccharid)
Beteiligte Zucker:
1 Molekül α-D-Glucose
1 Molekül β-D-Fructose
beide kovalent verknüpft über eine α,β-1,2-glycosidische Bindung
Was für ein alternatives Kohlenhydrat (als Saccharose) kennen Sie und wodurch unterscheidet es sich?
Zucker der Raffinose-Familie
Raffinose
Stachyose
Verbascose
—> Unterschied:
bestehen aus einem Saccharose-Grundgerüst, an das zusätzlich eine oder mehrere Galactose-Einheiten glycosidisch angeknüpft sind
Zuckeralkohole
D-Sorbit
D-Mannit
entstehen durch die Reduktion der Aldehyd- bzw. Keto-Gruppe von Hexosen
besitzen keine glykosidische Bindung, sondern liegen als reduzierte Polyole vor
Was ist die treibende Kraft des Phloemtransportes?
osmotisch erzeugtes hydrostatisches Druckgefälle (Turgorgradient) zwischen Source-Gewebe (hoher Turgor) und Sink-Gewebe (niedriger Turgor)
Strömung verläuft passiv entlang dieses Gefälles (Massenströmung)
verbraucht jedoch an den Beladungs- und Entladungsstellen indirekt Energie.
Welche zwei Möglichkeiten der Phloembeladung gibt es und wodurch unterscheiden sie sich?
poplastische Phloembeladung:
Mechanismus:
Assimilate (Saccharose) diffundieren aus den Mesophyllzellen in den freien Zellwandraum (Apoplasten)
unter Energieaufwand über einen sekundär-aktiven Saccharose-H+-Cotransporter gegen Konzentrationsgefälle in den Symplasten des Komplexes aus Geleitzelle und Siebröhre gepumpt
Merkmal:
Findet unter Protonenverbrauch statt
—> ermöglicht extrem hohe Konzentrationsunterschiede.
Symplastische Phloembeladung:
Saccharose wandert vollständig innerhalb des Cytoplasmas über zahlreiche molekulare Brücken (Plasmodesmen) von Zelle zu Zelle bis in die Siebröhren
Modell ("Polymer-Trap-Modell"):
In Geleitzellen wird die eingewanderte Saccharose enzymatisch durch das Anhängen von Galactose zu größeren Oligosacchariden (Raffinose) umgebaut
Moleküle sind zu groß, um durch die engen Plasmodesmen zurück ins Mesophyll zu diffundieren
—> sind im Phloem gefangen
Transport erfolgt via gerichtete Diffusion.
Aus welchen Komponenten setzt sich der elektrochemische Gradient an der inneren Mitochondrienmembran zusammen, welche dieser Komponenten ist Triebkraft für den Pyruvat-Transporter, und warum?
Komponenten des Gradienten:
Chemische Komponente:
pH-Gradient (ΔpH) zwischen der mitochondrialen Matrix und dem Intermembranraum.
Elektrische Komponente:
Membranpotenzial (ΔΨ), erzeugt durch den aktiven Netto-Protonenexport der Komplexe,
—> Überschuss positiver Ladung im Intermembranraum entsteht
Triebkraft für den Pyruvat-Transporter:
chemische Komponente (der pH-Gradient).
Transport von Pyruvat in die Matrix findet im Elektroneutral-Austausch mit Hydroxidionen (OH−) statt
Alternativ erfolgt Symport mit einem Proton (H+)
—> Bewegung ist direkt an den Konzentrationsunterschied der H+-Ionen gekoppelt
Was ist die funktion des NAD-Malat-Enzyms in pflanzlichen Mitochondrien?
Katalysiert die oxidative Decarboxylierung von Malat zu Pyruvat in mitochondrialen Matrix
—> Bildung von CO2 und NADH+H+.
Bedeutung & Funktion:
Ermöglicht kontinuierlichen Ablauf des Citrat-Zyklus mit Malat als einzigem Substrat, da es nötige Pyruvat intern bereitstellt.
größere metabolische Flexibilität,
—> wichtig für sessile Pflanzen bei Umweltveränderungen
spiel zentrale Rolle beim Transport und der Freisetzung von Kohlendioxid im C4- und CAM-Metabolismus bestimmter Pflanzenarten
Unter welchen äußeren Bedingungen betreiben Pflanzen Gärung?
unter anaeroben Bedingungen
also akuter Sauerstoffmangel (Hypoxie oder Anoxie)
Typische ökologische Ursachen:
Überflutung
langanhaltende Staunässe im Wurzelbereich
Sauerstoffarmut in sehr dichten, kompakten Böden
Nennen Sie die (normalen sowie) sogenannten alternativen Atmungskettenenzyme, sowie jeweils den Elektronendonor und -akzeptor. Welche Besonderheit weist die pflanzliche mitochondriale Elektronentransportkette auf?
Normale“ Atmungskettenenzyme:
Komplex I (NADH-Dehydrogenase):
Donor = cytosolisch/matrix-internes NADH | Akzeptor = Ubichinon (UQ)
Komplex II (Succinat-Dehydrogenase):
Donor = Succinat (über FADH2) | Akzeptor = Ubichinon (UQ)
Komplex III (Cytochrom-bc1-Komplex):
Donor = Ubihydrochinon (UQH2) | Akzeptor = Cytochrom c
Komplex IV (Cytochrom-c-Oxidase):
Donor = reduziertes Cytochrom c | Akzeptor = molekularer Sauerstoff (O2)
Alternative Atmungskettenenzyme (Pflanzen-Spezifikum):
Externe und interne alternative NAD(P)H-Dehydrogenasen:
Donor = NADH oder NADPH | Akzeptor = Ubichinon (UQ).
Besonderheit:
Sie pumpen beim Elektronentransfer keine Protonen.
Alternative Oxidase (AOX):
Donor = Ubihydrochinon (UQH2) | Akzeptor = molekularer Sauerstoff (O2).
Überträgt Elektronen direkt von Ubichinol auf Sauerstoff unter Umgehung der Komplexe III und IV
es findet keine Protonenpump-Aktivität statt.
Zentrale Besonderheiten der pflanzlichen Kette:
Sie erlaubt einen photosynthetisch gekoppelten Elektronenfluss und die Oxidation von NADH völlig unabhängig von der ATP-Synthese und der ADP-Verfügbarkeit.
Sie dient als metabolisches Überlaufventil zur Regulation des zellulären Redoxstatus und verhindert die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) bei Überlastung des Systems.
Sie ist essenziell in den photorespiratorischen Zyklus eingebunden (Reoxidation des bei der Glycin-Decarboxylierung gebildeten NADH).
Welcher Bereich des Mitochondriums erfährt eine Ansäuerung?
Intermembranraum
durch Herauspumpen von Protonen aus der Matrix
Antrieb (ATP-Synthase):
Konzentrationsunterschied erzeugt eine "protonenmotorische Kraft"
Protonen strömen durch die ATP-Synthase zurück in die Matrix
Warum entstehen bei der Oxidation von FADH2 weniger ATP als bei der Oxidation von NADH?
Elektronen von NADH speisen ihre Energie am weit vorn liegenden Komplex I ein
Auf Weg zum Sauerstoff passieren sie alle drei protonenpumpenden Komplexe (Komplex I, III und IV)
—> Aufbau maximaler Protonengradient aufgebaut wird
Synthese von mehr ATP
Elektronen von FADH2 werden dagegen über Komplex II (Succinat-Dehydrogenase) direkt in den Ubichinon-Pool eingespeist
umgehen den Komplex I komplett
Komplex II pump im Gegensatz zu Komplex I keine Protonen über die Membran
—> pro Elektronenpaar insgesamt weniger Protonen in den Intermembranraum
geringere ATP-Ausbeute pro Molekül
Warum ist die Verfügbarkeit von ADP Voraussetzung für die ungehinderte Aktivität der Atmungskette?
F0F1-ATP-Synthase benötigt zwingend ADP als Substrat
generiert unter Protonenrückfluss ATP
—> Durch diesen Rückfluss wird die PMK kontinuierlich abgebaut.
Steht kein ADP zur Verfügung, stoppt die ATP-Synthase!
Protonenrückfluss unterbleibt
—> Elektrochemischer Gradient steigt stark an
aufgestaute Triebkraft wirkt Herauspumpen von Protonen physikalisch entgegen
—> Atmungskette wird blockiert
Warum sind zelluläre Biosynthesen (z. B. von Aminosäuren) abhängig von der Aktivität der Atmungskette?
Bereitstellung von Vorstufen:
Synthese biologischer Bausteine (wie Aminosäuren, Lipide oder Nukleotide) zweigt permanent Intermediate direkt aus dem Citrat-Zyklus ab; z. B.:
α-Ketoglutarat für die Glutamatsynthese
Oxalacetat für Aspartat
Kopplung an die Kette:
Damit diese Kohlenstoffgerüste kontinuierlich nachgebildet werden können, muss hoher Umsatz im Citrat-Zyklus aufrechterhalten werden.
erfordert ständige Regeneration dabei anfallender Reduktionsäquivalente (NADH)
mitochondriale Atmungskette übernimmt diese Oxidation, um den Citrat-Zyklus als "Baustofflieferanten" am Laufen zu halten
Erläutern Sie den Binding-Change-Mechanismus der ATP-Synthase.
ATP-Synthase besitzt im katalytischen F1-Kopf drei aktive Proteindomänen (β-Untereinheiten):
werdem durch protonengetriebene Rotation asymmetrischer zentralen γ-Welle nacheinander in drei unterschiedliche Konformationen gezwungen:
O-Konformation (Open):
Besitzt sehr geringe Affinität für Nukleotide
Enzym bindet in diesem Zustand kaum ans Substrat
fertig synthetisiertes ATP wird hier aus dem aktiven Zentrum freigesetzt
L-Konformation (Loose):
Bindet Substrate ADP und anorganisches Phosphat (Pi) locker und hält sie räumlich nebeneinander in Position
es findet noch keine chemische Reaktion statt
T-Konformation (Tight):
Schließt sich fest um die Substrate herum.
Durch räumliche Enge und Konformationsänderung wird die Kondensation von ADP und Pi zu ATP thermodynamisch begünstigt und katalysiert
Durch den kontinuierlichen, gerichteten Protonenfluss durch den F0-Membranteil rotiert die zentrale Achse schrittweise um jeweils 120°
Jede Untereinheit durchläuft zyklisch die Zustände L→T→O
—> pro vollständiger 360°-Umdrehung exakt drei Moleküle ATP generiert
Was sind Fette?
Definition:
Fette (Triacylglycerine / Triglyceride) sind unpolare
stark hydrophobe Verbindungen (Lipide).
Chemischer Aufbau:
entstehen durch Veresterung des dreiwertigen Alkohols Glycerin mit drei meist langkettigen Fettsäuren.
Biologische Funktion:
dienen Pflanze als kompaktes, hochenergetisches Speicherassimilat
struktureller Zellbestandteil
Wo werden Fettsäuren synthetisiert?
in Plastiden synthetisiert
(in photosynthetischen Geweben in den Chloroplasten, in nicht-photosynthetischen Geweben in den Proplastiden).
In welchen Zellbestandteilen werden Fette gespeichert?
werden in Form von Lipidtröpfchen in spezifischen Zellorganellen namens Oleosomen gespeichert
(auch Lipid Bodies oder Sphärosomen genannt)
Speicherung, nachdem Veresterung am endoplasmatischen Retikulum (ER) erfolgt ist
In welchem Kompartiment erfolgt in Pflanzen die beta-Oxidation zum Abbau von Fettsäuren und welcher Zyklus dient zum weiteren Abbau? Welche Substance wird danach aus dem Kompartiment exportiert?
Kompartiment der β-Oxidation:
in Pflanzen ausschließlich im Glyoxysom (einem spezialisierten Peroxisom) statt.
Zyklus zum weiteren Abbau:
Glyoxylat-Zyklus
Exportierte Substanz:
Aus Glyoxysom wird Succinat exportiert
wandert dann in Mitochondrien
—> dort in den Citratzyklus eingeschleust
In welcher Form können Pflanzen Stickstoff aufnehmen und in welcher Form bzw. wo in der Zelle wird Stickstoff gespeichert?
Aufnahmeformen aus dem Boden:
Primär als Nitrat (NO3−) und Ammonium (NH4+).
In geringen Mengen auch organische Stickstoffverbindungen (z. B. Aminosäuren)
Speicherform und Speicherort:
Überschüssiges Nitrat (NO3−) wird direkt in der Vakuole als osmotischer Puffer gelagert
Assimilierter Stickstoff wird organisch gebunden in Form
von Proteinen (Speicherproteinen) in Vakuolen
spezifischen Proteinkörpern gespeichert
sowie intermediär in Form der Aminosäuren Glutamin und Asparagin im Cytoplasma gelöst
Wie, in welchen Schritten und wo wird Nitrat letztendlich auf die Stufe des NH4 reduziert?
Reduktion von Nitrat zu Nitrit
Enzym:
Nitratreduktase (unter Verwendung von NADH oder NADPH).
Ort:
Im Cytosol.
Reaktion:
NO3− + 2 e− + 2 H+ → NO2− + H2O
Reduktion von Nitrit zu Ammonium
Nitritreduktase (unter Verwendung von reduziertem Ferredoxin im Licht).
In Plastiden (Chloroplasten der Blätter oder Leukoplasten der Wurzel).
NO2− + 6 e− + 8 H+ → NH4+ + 2 H2O
In welcher Form wird Schwefel aufgenommen, wie viele Elektronen erfordert die Reduktion zum –SH und wie viel ATP wird benötigt?
Aufnahmeform:
Als Sulfat-Anion (SO42−)
über die Wurzel aus Bodenlösung
Elektronenbedarf:
8 Elektronen für vollständige Reduktion: Sulfat (S+6) —> Sulfid (S−2, Thiolgruppe −SH)
thermodynamische Aktivierung von 1 Mol Sulfat zu APS (Adenosin-5'-phosphosulfat)
1 Mol ATP
Hinweis: Zusätzliche energetische Äquivalente fließen über reduziertes Ferredoxin ein
Welches Enzym katalysiert in Knöllchenbakterien die Reduktion von N2, wogegen ist dieses extrem empfindlich und wie wird es geschützt?
Nitrogenase-Komplex
Empfindlichkeit: D
extrem sauerstoffempfindlich:
molekularer Sauerstoff (O2) inaktiviert die katalytischen Zentren irreversibel.
Schutzmechanismen:
Leghämoglobin:
Pflanze synthetisiert in infizierten Zellen ein sauerstoffbindendes Protein (Leghämoglobin)
fängt freien Sauerstoff hochgradig effizient ab
hält die Konzentration an freiem O2 in den Knöllchen extrem niedrig
transportiert den Sauerstoff gleichzeitig kontrolliert zu bakteriellen Atmungsketten.
Lipidbarriere:
dicke, lipidhaltige Zellwand bzw. der Gewebeaufbau des Knöllchens bildet eine physikalische Diffusionsbarriere gegen Sauerstoff aus der Atmosphäre
Nennen Sie die Phasen des Zellzyklus und skizzieren oder benennen Sie wichtige Parameter/Ebenen (z. B. Steuerung über Cyclin-abhängige Kinasen).
Die Phasen des Zellzyklus:
Interphase:
G1-Phase
(Gap 1: Zellwachstum, Proteinsynthese),
S−Phase
(Synthese: Replikation der Kern-DNA)
G2-Phase
(Gap 2: Vorbereitung auf die Mitose).
M-Phase (Mitose & Cytokinese): Kern- und Zellteilung.
Wichtige Steuerungs-Parameter und Ebenen:
CDKs (Cyclin-dependent kinases):
Kinasen, deren enzymatische Aktivität strikt von der Bindung eines regulatorischen Proteins (Cyclin) abhängt
Cycline:
Proteine, deren Konzentration im Laufe des Zellzyklus zyklisch auf- und abgebaut (synthetisiert und proteolytisch degradiert) wird.
Kontrollpunkte (Checkpoints):
G1/S-Übergang:
Steuert den Eintritt in die DNA-Replikation
CDK-Cyclin-D-Komplexe phosphorylieren das Retinoblastom-Protein
—> freizusetzen Transkriptionsfaktoren
G2/M-Übergang:
Kontrolliert den Eintritt in die Mitose
CDK-Cyclin-B-Komplexe werden durch Phosphatase dephosphoreliert
—> Eintritt in Mitose
Nennen Sie 3 molekulare Komponenten des Oszillators, der den circadianen Rhythmus reguliert.
zentrale Oszillator besteht aus interagierenden Transkriptionsfaktoren, die eine negative Rückkopplungsschleife bilden:
CCA1 (Circadian Clock Associated 1)
LHY (Late Elongated Hypocotyl)
TOC1 (Timing of CAB Expression 1) / PRR-Proteinfamilie
Was ist Vernalisation?
Vernalisation ist physiologische Induktion oder Beschleunigung des Blühimpulses (Übergang von der vegetativen zur generativen Phase) durch eine langanhaltende Kälteperiode.
verhindert, dass winterannuelle oder zweijährige Pflanzen bereits vor dem Wintereinbruch, also im Herbst Blüten anlegen
Abscisinsäure: Beschreiben Sie die Biosynthese, nennen Sie, in welchen Kompartimenten diese stattfindet, und zählen Sie Wirkungen auf.
Biosynthese-Weg:
Gehört zu Isoprenoiden
nicht direkt aus C5-Körpern aufgebaut
entsteht indirekt über:
oxidativen Abbau von plastidären C40-Carotinoiden
über die Zwischenstufen Violaxanthin und Neoxanthin
Neoxanthin wird durch Schlüsselenzym NCED zu Xanthoxin gespalten
Xanthoxin über Abscisin-Aldehyd zu ABA
Beteiligte Kompartimente:
Erste Schritte (Carotinoidsynthese und Spaltung zu Xanthoxin):
In Plastiden/Chloroplasten.
Finale Schritte (Umwandlung von Xanthoxin über Abscisin-Aldehyd zu ABA):
Im Cytosol
Hauptwirkungen von ABA:
Stresshormon:
Löst schnellen, turgorgesteuerten Schluss der Stomata bei akutem Wassermangel (Trockenstress) aus.
Samenruhe:
Induziert und erhält die Samendormanz (Keimungshemmung)
steuert die Austrocknungstoleranz des reifenden Samens.
Wachstumsbremse:
Hemmt im Zusammenspiel mit Gibberellinen das vegetative Streckungswachstum
Welche Algenart diente zur Entdeckung, dass der Zellkern die Entwicklung steuert (Acetabularia-Experimente)?
einzellige Grünalge Acetabularia (Schirmalge)
berühmt durch die Transplantations-Experimente von Joachim Hämmerling
Zeichnen bzw. nennen Sie die Schritte der Biosynthese der Phytohormone für Auxine, Gibberelline und Ethylen.
Auxine (Indol-3-essigsäure / IAA):
Ausgangsstoff: aromatische Aminosäure Tryptophan.
Schritte:
Tryptophan → Indol-3-Brenztraubensäure (IPA) → Indol-3-acetaldehyd (IAAld) → Indol-3-essigsäure (IAA)
Gibberelline (GA):
Ausgangsstoff: C5-Isoprenoid-Einheiten (IPP/DMAPP) aus dem plastidären DOXP/MEP-Weg.
Verknüpfung der C5-Einheiten → Geranylgeranylpyrophosphat (C20) → Ringschluss zum Ent-Kauren-Gerüst → Oxidationen am ER zu GA12-Aldehyd → finale Aktivierung im Cytosol durch lösliche Dioxygenasen zu aktiven Gibberellinen (z. B. GA1,GA3).
Ethylen:
Ausgangsstoff: schwefelhaltige Aminosäure Methionin.
Schritte (Yang-Zyklus):
Methionin → S-Adenosylmethionin (SAM) → 1-Aminocyclopropan-1-carbonsäure (ACC) → (durch das Enzym ACC-Oxidase unter Sauerstoffverbrauch) Ethylen (C2H4)
Welche Pathogene aus der Vorlesung (z. B. Agrobacterium tumefaciens) verändern den Cytokinin-Haushalt und induzieren Gallen?
Agrobacterium tumefaciens
induziert die Bildung von Wurzelhalsgallenkrebs / Crown-Gall-Tumoren
durch Transfer von T-DNA,
—> codiert Gene für die pflanzeneigene Cytokinin- und Auxinsynthese
Weitere galleninduzierende Erreger:
Bakterium Rhodococcus fascians
bestimmte phytopagene Pilze/Insekten
nutzen denselben Manipulationsweg
Ablauf des Gyloxylat-Zyklus?
Biologischer Sinn & Funktion:
Dient vor allem keimenden Samen zur Umwandlung von gespeicherten Fetten (Lipiden) in transportfähige KH, da Pflanzen Fette nicht direkt über lange Strecken transportieren können.
Ist Modifikation des Citrat-Zyklus
umgeht decarboxylierende (Kohlendioxid freisetzende) Schritte
—> kein Kohlenstoff geht verloren
Die 5 Kernreaktionen des Zyklus (im Glyoxysom):
Acetyl-CoA (gewonnen aus der vorangegangenen β-Oxidation der Fettsäuren) kondensiert mit Oxalacetat zu Citrat (C6)
Citrat in Isocitrate (C6)
Enzym Isocitrat-Lyase spaltet Isocitrat in zwei kleinere Moleküle: Succinat (C4) und Glyoxylat (C2).
Glyoxylat (C2) kondensiert mit einem zweiten Molekül Acetyl-CoA über Malat-Synthase zu Malat (C4)
Malat wird zu Oxalacetat (C4) oxidiert
—> Zyklus im Glyoxysom geschlossen
Das Zusammenspiel der 4 Kompartimente (Gesamtstrom):
Oleosom:
Lipasen zerlegen gelagerte Fette in Glycerin und freie Fettsäuren
Fettsäuren wandern in Glyoyxsom
Glyoxysom:
Fettsäuren werden via β-Oxidation in C2-Einheiten (Acetyl-CoA) zerlegt
Ablauf des Glyoxylat-Zyklus
dabei entsteht Succinat (C4)
wird exportiert und in das Mitochondrium transportiert
Mitochondrium:
importiertes Succinat wird in Citrat-Zyklus eingespeist
über Fumarat zu Malat (bzw. weiter zu Oxalacetat) umgewandelt
Cytosol (Gluconeogenese):
Kohlenstoffgerüst verlässt Mitochondrium ins Cytosol
wird inPhosphoenolpyruvat (PEP) umgewandelt.
Gluconeogenese baut transportfähige Saccharose-Moleküle auf
Zusammenfassende Bilanz für die Klausur:
Netto-Einsatz: 2 Acetyl-CoA + NAD+ + 2 H2O
Netto-Produkt: 1 Succinat + CoA + NADH + H+
—> keine CO2-Abspaltung
aus zwei Molekülen Fettabbau-Produkt (Acetyl-CoA) netto ein neues C4-Gerüst zur Zuckersynthese gewonnen
Welche Energiequelle ermöglicht (in der Regel) den Wassertransport in einer Pflanze?
Energiequelle:
Die Sonne (Sonnenenergie) liefert die primäre Energie für den passiven Transpirationssog.
Dadurch entsteht in den Blättern bzw. Interzellularen ein stark negatives Wasserpotenzial im Vergleich zur Außenluft.
Dieser extreme Potenzialsprung erzeugt eine Zugspannung (Unterdruck).
Aufgrund von Kohäsions- und Adhäsionskräften zwischen den Wassermolekülen wird das Wasser in Form einer kontinuierlichen Wassersäule durch das Xylem nach oben gezogen.
Stickstoff wird vor allem in Form von .................................... über die Wurzel aufgenommen.
Stickstoff wird vor allem in Form von
Nitrat (NO3−) über die Wurzel aufgenommen.
zweite wichtige Mineralform dient Ammonium, NH4+
Warum sind für die oxygene Photosynthese, d.h. die Übertragung von dem H2O entzogenen Elektronen auf NADP+ und Freisetzung von Sauerstoff als Produkt der Oxidation von Wasser, zwei Photosysteme erforderlich?
Thermodynamische Potentialdifferenz:
Die Elektronenübertragung verläuft von einem sehr positiven Redoxpotenzial (Wasser/Sauerstoff) zu einem stark negativen Redoxpotenzial (NADP+/NADPH)
Dies stellt eine erhebliche energetische Barriere dar.
Energiebegrenzung eines Photons:
Die Energie eines einzelnen Quants des sichtbaren Lichts (rotes oder blaues Licht) reicht energetisch nicht aus, um ein Elektron in einem einzigen Schritt über diesen großen Potenzialsprung zu heben.
Serielle Verschaltung (Z-Schema):
Es sind zwei getrennte Lichtreaktionen erforderlich, die in Serie zusammenarbeiten.
Photosystem II (PSII) hebt das Elektron auf ein mittleres Niveau und erzeugt dabei ein ausreichend starkes Oxidationsmittel (P680+) für die Wasserspaltung.
Photosystem I (PSI) nimmt das Elektron nach einer Zwischenkette auf, regt es durch ein weiteres Photon erneut an und bringt es auf ein ausreichend negatives Potenzial, um NADP+ zu reduzieren.
Wie unterscheiden sich „reelle Photosynthese“ und „apparente Photosynthese“?
Apparente Photosynthese (Netto-Photosynthese):
Die experimentell von außen messbare Gaswechselrate der Pflanze (z. B. gemessen als Netto-CO2-Aufnahme oder Netto-O2-Abgabe).
Sie stellt die Bilanz aus der tatsächlichen Kohlenstofffixierung abzüglich aller gleichzeitig stattfindenden respiratorischen Prozesse (Dunkelatmung der Mitochondrien und Photorespiration) dar.
Reelle Photosynthese (Brutto-Photosynthese):
Die tatsächliche Gesamtkapazität der photochemischen Kohlenstofffixierung in den Chloroplasten.
Sie ist experimentell nicht direkt messbar, sondern wird berechnet:
respiratorischen Verluste zur apparenten Photosyntheserate addiert: Brutto=Netto+Respiration.
Unter welchen Bedingungen stellt Glycin ein wichtiges Substrat für die Oxidation in Pflanzenmitochondrien dar?
Bedingung:
Unter Lichtbedingungen mit hoher Photorespirationsrate.
Auslösende Faktoren:
tritt vor allem dann auf, wenn
Pflanzen moderatem bis starkem Licht bei gleichzeitig hohen Temperaturen oder akutem Wassermangel ausgesetzt sind
Unter diesen Stressbedingungen schließen sich die Stomata um Wasser zu sparen
—> sinkt die interne CO2-Konzentration im Blatt, während die RubisCO verstärkt Sauerstoff fixiert (Oxygenase-Aktivität).
Das dabei in großen Mengen gebildete Photorespirations-Produkt flutet in Form von Glycin die Mitochondrien
—> Glycin-Decarboxylase-Komplex (GDC) wird oxidiert und umgesetzt.
Zuletzt geändertvor 6 Stunden