UNDRR
UN office for Disaster Risk Reduction
Prozentualer Anteil der Katastrophen nach Art der Katastrophe
44 % Flut
28% Sturm
8% Erdbeben
6 % Extreme Hitze
Hochwasser verursachen (2000 bis 2019) 44% aller Naturkatastrophen
betrafen 1,6 Milliarden Menschen weltweit höchste Wert für alle Katastrophenarten
• Mit durchschnittlich 163 Ereignissen pro Jahr häufigste Katastrophenart
• Am stärksten von Überschwemmungen betroffen:
China 20 HW pro Jahr
Indien 17 HW pro Jahr
Was fällt bei der Hochwasserbetrachtung durch das UNDRR auf?
Durch erschwingliche Mechanismen der Primärprävention, wie Dämme, Deiche und
Entwässerungssysteme lässt sich der Hochwasserschutz „einfacher“ umsetzen als bei
anderen Naturkatastrophen
->Hochwasser sind hydrologische Ereignisse, eine Untergruppe, zu der auch Erdrutsche gehören
Hochwasserarten nach M553
Fluviale Hochwasser:
• Natürliche oder anthropogen veränderte oder künstliche oberirdischen Gewässern
überfluten die umgebenden Landflächen
• Gewässer beinhalten Flüsse, Bäche, Wildwasser, Seen, Kanäle, auch trockenfallende
Gewässer
• Neben erhöhter Wasserführung sind auch Effekte durch Eisstau zu berücksichtigen
Pluviale Überflutungen:
• Vor Ort nicht versickernden und/oder oberirdisch abfließender Niederschlag
• Überflutungen durch Oberflächenabfluss im bebauten wie auch im unbebauten Bereich
• Überflutungen der Landoberfläche durch Schneeschmelze
• Neben Betroffenheit entlang des Fließwegs unterliegen vor allem Muldenlage und
Rückstaubereiche einer erhöhten Überflutungsgefährdung
Überflutungen durch Hochwasser durch von Meeren, Ästuaren und Küstengewässern:
Überschwemmungen durch Gezeiten, Sturmfluten oder Flutwellen inklusive Tsunamis
Grundhochwasserstände:
• Überflutungen von unter der Geländeoberfläche liegenden Gebäudeteilen durch
ansteigendes Grundwasser sowie unterirdisch abfließendes Wasser von höher
gelegenen Bereichen inklusive Interflow
• Schutzmaßnahmen gegen oberflächige Hochwasser-Typen greifen hier üblicherweise
nicht
Qualmhochwasser:
• Überflutungen außerhalb der Überschwemmungsgebiete durch ansteigendes
Grundwasser hinter den Schutzanlagen infolge hoher Fließgewässerstände
• Von Durchsickerung überfluteter Bereich
• Vorkommen hängt stark von der Durchlässigkeit des Untergrunds ab
• Qualmwasserflächen sind insbesondere bei der Deichverteidigung zu berücksichtigen
Infrastrukturbedingte Überflutungen:
• Entweder durch Infrastruktureinrichtungen wie Schifffahrtskanäle oder durch das
Versagen von Hochwasserschutzeinrichtungen, insbesondere Rückhaltebecken oder
Deichen verursacht
Paradigmenwandel: Vom „Hochwasserschutzversprechen“ zum
Hochwasserrisikomanagement
Historischer Hochwasserschutz
Ziele:
• Hochwasser „schadlos“ abführen
• Minimaler Flächenverbrauch bei höchstmöglichem Schutz
• „Gewinnung“ von Überschwemmungsflächen
Charakteristischer Begriff: „deichgeschützte Flächen“
Konzentration auf den bautechnischen Hochwasserschutz bei geringem Fokus
auf den vorbeugenden Hochwasserschutz
Bauvorsorge umfasst:
Hauptziel:
Schwerpunkt:
• Maßnahmen des hochwasserangepassten Planens und Bauens
• hochwasserangepasste Lagerung wassergefährdender Stoffe
• hochwasserangepasste Ausführung von Architekten-, Ingenieur- und
Handwerksleistungen
• Verringerung der Schadenspotenziale durch hochwasserangepasste Bauweisen
und Nutzungen
• für Betroffene (Schutz der Betroffenen vor dem Wasser)
• für Unterlieger/Umwelt (Schutz des Wassers vor Kontamination)
• Vermeidung, Schutz, Vorsorge
• Neben den baulichen Voraussetzungen sind es insbesondere legislative
Strategien (Gesetze, Verordnungen, Vorschriften), durch die versucht wird,
Schäden aus Hochwassern zu minimieren
• Präventive Maßnahmen dazu beitragen, Hochwasserschäden zu reduzieren
• Trotz aller Anstrengungen verbleibt selbstverständlich ein Restrisiko
(verbleibendes Risiko), dessen sich Planer, politisch Verantwortliche und auch
die Betroffenen immer bewusst sein müssen
Keine Maßnahme und kein Schutzsystem kann eine absolute Garantie bieten,
dass keine Hochwasserschäden mehr auftreten werden
EG-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (EG-HWRM-RL)
• Bindendes europäisches Recht und verpflichtet Mitgliedstaaten dazu, in
naturräumlich definierten Verwaltungseinheiten ein abgestimmtes
Hochwasserrisikomanagement zu betreiben
• Ziel: Verdeutlichung der Hochwasserrisiken und Verbesserung der
Hochwasservorsorge und des Risikomanagements
• Minimierung der Risiken für:
• Menschliche Gesundheit
• Umwelt
• Kulturerbe
• Wirtschaftliche Tätigkeiten
Hochwasserrisiko (Art. 1 EG-HWRM-RL):
Kombination der Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Hochwasserereignisses
und der hochwasserbedingten potenziellen nachteiligen Folgen
Hochwasser (§72 WHG):
Hochwasser ist eine zeitlich beschränkte Überschwemmung von normalerweise
nicht mit Wasser bedecktem Land, insbesondere durch oberirdische Gewässer
oder durch in Küstengebiete eindringendes Meerwasser. Davon ausgenommen
sind Überschwemmungen aus Abwasseranlagen.
Hochwasserrisiko
Kategorisierung von Hochwasserschäden (DWA, 2008)
Hochwasserrisikomanagement (nach LAWA)
sowie generelle Ziele:
Ein nachhaltiges Hochwasserrisikomanagement umfasst den gesamten Vorsorge-,Gefahrenabwehr- und Nachsorgezyklus und bezieht somit alle Phasen vor,
während und nach einem Hochwasser ein.
Generelle Ziele:
Vermeidung neuer Risiken im Hochwasserrisikogebiet
Reduktion bestehender Risiken im Hochwasserrisikogebiet
Reduktion nachteiliger Folgen während des Hochwassers
Reduktion nachteiliger Folgen nach einem Hochwasser
Kreislauf des Hochwasserrisikomanagements (Umweltbundesamt)
Zuletzt geändertvor 19 Tagen