Sinustachykardie - Differenzialdiagnosen
Infekt
Herzinsuffizienz
Schock (kardiogen)
Rechtsherzbelastung: Lungenembolie
Betablocker absetzen, Rebound-Effekt
POTS, z.B. nach viralem Infekt
psychogen
Hyperthyreose
Phäochromozytom
Indikationen für Akutidalyse
Azidose (Metabolische Azidose m. pH<7,2 oder BE <-10mmol/L
Elektrolytverschiebungen (Hyperkaliämie insbes. >6,5mmol/L, Hyperkalzämie)
Intoxikation (Lithium, Methanol)
Ödeme (Hypervolämie z.B. mit Lungenödem)
Urämie (symptomatisch oder Serumharnstoffwerte >200mg/dL)
Atemgeräusche Auskultation
Stridor: exspiratorisch spricht für Obstruktion der unteren Atemwege, inspiratorisch für Obstruktion der oberen Atemwege (z.B. Trachealstenose, Stimmlippen)
qSOFA-Score
Veränderter mentaler Status bzw. Vigilanzminderung
Systolischer Blutdruck ≤100 mmHg
Atemfrequenz ≥22/min
Beurteilung: Der Test gilt als positiv, wenn ≥2 der Parameter zutreffen
Ossär metastasierende Karzinome
Mamma-Ca
Prostata-Ca
Lungen-Ca
Nierenzell-Ca
Schilddrüsen-Ca
Multiples Myelom: Inzidenz ossäre Metastasen bis zu 95%
Komplikationen einer Lungenembolie
Rechtsherzinsuffizienz
Lungeninfarkte
Atelektasen
hohe Rezidivrate (ca. 30% ohne Antikoagulation)
Rezidive oder die ungenügende Rekanalisation der Lungenarterie können zu einer chronisch-thromboembolischen pulmonalen Hypertonie führen
Lungeninfarkt - Pathomechanismus
Embolien kleiner Segmentarterien distal der Anastomosen zum Bronchialkreislauf können zu keilförmigen hämorrhagischen Lungeninfarkten führen. Der Verschluss mittlerer Pulmonalarterien durch größere Embolien hat aufgrund der Anastomosen zwischen Bronchial- und Pulmonalarterien i.d.R. keinen Lungeninfarkt zur Folge. Liegt allerdings eine Linksherzinsuffizienz vor, ist der pulmonal-venöse Druck erhöht und/oder der Druck der Bronchialarterien verringert, sodass diese Kompensationsmechanismen nicht ausreichend greifen können. Weiterhin erhöhen eine Rechtsherzinsuffizienz (mit zudem erhöhten bronchial-venösen Druck) und auch bestehende Lungenerkrankungen das Risiko für einen Lungeninfarkt. Infolge eines Lungeninfarkts kann es zu einer Infarktpneumonie kommen.
Lungenembolie - Akuttherapie
Sauerstoffgabe (4-6l per Nasenbrille), halbsitzende Lagerung, Morphingabe (5mg i.v.)
Initiale Antikoagulation: NMH (Enoxaparin 1 mg/kgKG s.c. 1-0-1) oder Fondaparinux 7,5 mg s.c. 1-0-0; bei hämodynamisch instabil auch UFH (5000-10000 I.E.) CAVE: größere Gefahr Blutung/HIT; ggf. DOAK Rivaroxaban, Apixaban; Vorteil Heparine: parenterale Anwendung
Therapeutische Antikoagulation für 3-6 Monate
Leberzirrhose - Symptomatik
Unspezifische Allgemeinsymptome (eine Leberzirrhose ist zu Beginn häufig symptomfrei)
Müdigkeit, Leistungsminderung
Druck- und Völlegefühl im Oberbauch (ggf. unter dem rechten Rippenbogen)
Pruritus (cholestatischer Pruritus)
Ikterus
Bauchumfangszunahme
Leberhautzeichen
Kopf: Lacklippen, Lackzunge
Kopf und Rumpf
Teleangiektasien: Am häufigsten als Spider naevi
Periumbilikale Erweiterung der subkutanen Venen: „Caput medusae“
Extremitäten
Palmar- und Plantarerythem
Milchglasnägel/Weißnägel
Dupuytren-Kontraktur
Uhrglasnägel
Generell: Pergamentartige Hautatrophie
Hormonstörungen
Gynäkomastie, Bauchglatze und Brustglatze
Libido-/Potenzstörungen
Amenorrhö
Malabsorption
Malabsorption: Gestörte Resorption der aufgespaltenen Nahrung aufgrund einer pathologisch veränderten Darmschleimhaut.
z.B. CED, Zöliakie, Lactoseintoleranz
Infektiös: Parasiten + M. whipple
gestörter Lymphabfluss im Darm, Mesenterialischämie, Kurzdarmsyndrom, hormonell aktive Tumoren wie Gastrinom, VIPom, Karzinoid)
Maldigestion
Gestörte Aufspaltung der Nahrung im Darmlumen
Pankreasinsuffizienz mit Mangel an spaltenden Enzymen
Nach Magenresektion
Gallensäuremangel
Cholestase
Gallensäureverlustsyndrom
Ileumresektion → Ort der Gallensäureresorption
Blindsack-Syndrom infolge chirurgischer Eingriffe am Dünndarm → Bakterielle Dekonjugation der Gallensäuren
HIV-Diagnostik
Zweifstufentest: Bei V.a. HIV-Infektion sollte nach Einwilligung ein Suchtest (kombinierter Antikörper-Antigen-p24-Test) und bei positivem Befund zusätzlich ein Bestätigungstest (Immunoblot oder HIV-PCR) durchgeführt werden!
Diagnostische Lücke: 6-Wochen-Zeitfenster, in dem Infektion weder sicher nachgewiesen noch ausgeschlossen werden kann
HIV-Laborparameter für Schwere der Infektion + Verlauf
CD4+-T-Helferzellen: Aussagekraft über Schwere der Immunsuppression; bei <200/Mikroliter hohes Risiko einer lebensbedrohlichen opportunistischen Infektion
HI-Viruslast: mittels RT-PCR bestimmt, dient als Verlaufsparameter und Hinweis für Therapieerfolg
HIV- antiretrovirale Therapie
NRTI (nukleosidische/nukleotidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren)
NNRTI (nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren)
Integrase-Inhibitoren
Protease-Inhibitoren
Seltener CCR5-Inhibitoren oder Fusionsinhibitoren
Meist Kombination mehrerer Substanzklassen -> weniger Resistenzbildung
innerhalb von sog. Eintablettenregimen-> bessere Therapieadhärenz und Therapieerfolg
Neuere Substanzen langwirksam, können auch als Depot subkutan verabreicht werden
Wasting-Syndrom
Ungewollte Gewichtsabnahme von mind. 10% des ursprünglichen Körpergewichts innerhalb von 6 Monaten
>30 Tage Diarrhö, Fieber und generelles Schwächegefühl
Diagnose kann erst nach Ausschluss anderer Ursachen, insb. einer infektiösen Genese und weiterer Ursachen wie des kolorektalen Karzinoms, gestellt werden -> Ausschlussdiagnose
Entisolierung bei offener Tuberkulose
wenn 3 aufeinanderfolgende Sputumuntersuchungen negativ ausgefallen sind
i.d.R. innerhalb von 2–6 Wochen nach Therapiebeginn
Supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen
Sinustachykardie
Sonderform: Hyperkinetisches Herzsyndrom
Supraventrikuläre Extrasystolen
Vorhofflimmern
Vorhofflattern
Atriale Tachykardie
AV-Knoten-Reentrytachykardie (AVNRT)
Atrioventrikuläre Reentrytachykardie (AVRT)
Erklärung Pulsdefizit bei VHF
Beim Vorhofflimmern kommt es durch gestörte elektrische Aktivität zu einer ineffizienten und unkoordinierten Vorhofkontraktion. Diese unregelmäßige Aktivität führt zu einer variablen Überleitung von Impulsen auf die Herzkammern. Das Pulsdefizit entsteht, weil nicht alle ventrikulären Kontraktionen stark genug sind, um einen peripher tastbaren Puls zu erzeugen. Deshalb ist die im EKGregistrierte Herzfrequenz häufig höher als die tatsächlich palpable Pulsfrequenz.
VHF - wichtige RF
Vorhofflimmern kann aufgrund zahlreicher kardialer und nicht-kardialer Erkrankungen entstehen. Häufige kardiale Grunderkrankungen sind arterielle Hypertonie, Kardiomyopathien bzw. Herzinsuffizienzen jeder Genese. Nicht-kardiale Grunderkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern einhergehen, sind u.a. Diabetes mellitus Typ 2, chronische Nierenkrankheit, COPD und OSAS. Auch Lebensstilfaktoren wie Adipositas, körperliche In- oder Überaktivität und Alkohol- oder Nicotinabusus können das individuelle Risiko deutlich erhöhen. Neben diesen Risikofaktoren gibt es akute Trigger, die bei bestehender Prädisposition ein Vorhofflimmern auslösen können. Hierzu zählen u.a. die Hyperthyreose, Infektionen, Elektrolytstörungen und akute kardiale Erkrankungen wie ein ACS oder eine Myokarditis.
Betablocker - Typische Nebenwirkungen
Typische Nebenwirkungen von Betablockern sind u.a. Bradykardien, Hypotonien, Kopfschmerz und Antriebslosigkeit (durch Hemmung der β1-Rezeptoren). Außerdem kann es zu kalten Extremitäten, erektiler Dysfunktion, Hypoglykämien und zu einer Bronchokonstriktion kommen (durch Hemmung der β2-Rezeptoren).
VHF - Wann Rhythmuskontrolle vs Frequenzkontrolle?
Eine adäquate Frequenzkontrolle stellt neben der Thromboembolieprophylaxe die Basistherapie bei allen Personen mit Vorhofflimmern dar, unabhängig von darüber hinaus formulierten Therapiezielen. Eine Rhythmuskontrolle, also die möglichst langfristige Wiederherstellung des Sinusrhythmus, kommt u.a. bei Patient:innen infrage, die unter alleiniger Frequenzkontrolle stark symptomatisch sind, eine schlechte Lebensqualität oder weiterhin inadäquat eingestellte Herzfrequenzen haben.
NW Amiodaron
Eine langfristige Einnahme von Amiodaron muss aufgrund des breiten Nebenwirkungsspektrums engmaschig überwacht werden
Iodhaltig, weshalb eine Kumulation zu Beeinträchtigungen der Schilddrüse führen kann (sowohl eine hyper- als auch eine hypothyreote Stoffwechsellage sind möglich)
Einlagerungen in der Cornea mit (i.d.R.) reversiblen Seheinschränkungen kommen
Die QT-Zeit kann sich verlängern, weshalb bei Beginn einer Therapie engmaschige EKG-Kontrollen erfolgen müssen
Die Fotosensibilität der Haut ist erhöht, weshalb den Patient:innen die konsequente Anwendung von Sonnenschutz empfohlen wird
Es kann außerdem zu peripheren Neuropathien kommen
Seltener, aber umso schwerwiegender sind schwere Leberfunktionsstörungen und die amiodaroninduzierte Lungenfibrose.
Typisches vs atypisches Vorhofflattern
Es wird zwischen dem deutlich häufigeren (ca. 85%) typischen und dem selteneren (ca. 15%) atypischen Vorhofflatternunterschieden. Beim typischen Vorhofflattern kreist die Erregung als sog. Makro-Reentry im Bereich des kavotrikuspidalen Isthmus, also dem Übergang zwischen Einmündung der V. cava inferior und der Trikuspidalklappenebene im rechten Vorhof. Die typische Sägezahnmorphologie findet man hier am häufigsten in den inferioren Ableitungen (II, III, aVF) und in V1. Beim atypischen Vorhofflattern kann der Fokus der Erregung im rechten, aber auch im linken Vorhof oder auch multifokal liegen. Im EKGfinden sich deutlich seltener typische Sägezahnmuster. Das atypische Vorhofflattern wird häufiger an voroperierten Herzen beobachtet.
Komorbiditäten der rheumatoiden Arthritis
Kardiovaskuläre Erkrankungen
Depression
Osteoporose
Infektionen und maligne Erkrankungen
AA-Amyloidose (selten)
Begleitvaskulitis (selten)
aHT - Risikofaktoren Essenzielle/primäre Hypertonie (90%)
Metabolisches Syndrom (Adipositas, Hyperlipidämie, Diabetes)
Alter (>50% der >50-jährigen betroffen)
Rauchen
hohe Kochsalzzufuhr
positive Familienanamnese
ausgeprägter Alkoholkonsum
starke psychische Belastung
Bewegungsmangel
Sekundäre Hypertonien (10%)
Schlafapnoesyndrom
Niere: Niereninsuffizienz, Nierenarterienstenose, NSAR
Endokrin:
Conn-Syndrom (prim. Hyperaldosteronismus),
Cushing-Syndrom (Hyperkortisolismus)
Akromegalie (=GH-Überprdouktion im Hypophysen-Vorderlappen)
Hyperthyreose (+Hypothyreose)
Hyperparathyreoidismus
Nierenarterienstenose
Verengung der Nierenarterie durch arteriosklerotische (75%) oder fibromuskuläre (25%) Veränderungen
Diagnostik:
auskultatorisch abdominelles Strömungsgeräusch periumbilikal
erhöhter diastolischer RR >120mmHg
ggf. Zeichen des Hyperaldosteronismus durch RAAS-Aktivierung mit Hypokaliämie (erst ab >60% Stenose, Goldblatt-Mechanismus)
Duplexsonographie m. Bestimmung der Flussgeschwindigkeit
TH: ACE-Hemmer/AT1-Antagonisten (CAVE: nicht bei beidseitiger Stenose) ab >60%
Stenose PTA mit/ohne Stent bei
Resistente arterielle Hypertonie
Rasch progrediente Verschlechterung der Nierenfunktion (nach Ausschluss anderer Ursachen)
Wiederholt dekompensierte Herzinsuffizienz, rezidivierendes Lungenödem
Akute Nierenfunktionseinschränkung unter oder absolute Unverträglichkeit von RAAS-Inhibitoren
Renale Hypertonie
Renoparenchymatöse Hypertonie: Hypertonie aufgrund einer glomerulären Nierenerkrankung oder tubulo-interstitiellen Nierenerkrankung, bspw.
Glomerulonephritis oder Glomerulopathie
Tubulo-interstitielle Nephritis
Pyelonephritis (insb. bei chronischer Verlaufsform, ggf. pyelonephritische Schrumpfniere)
Nierentumoren
Systemerkrankungen mit renaler Beteiligung
Renovaskuläre Hypertonie: Hypertonie aufgrund einer Nierenarterienstenose
Labordiagnostik aHT
Kleines Blutbild
Natrium, Kalium
Retentionsparameter, eGFR
Blutzucker
HbA1c
Lipidstatus (LDL, HDL, Triacylglyceride)
Urinstatus (inkl. Test auf Albuminurie)
Conn-Syndrom
Hypertonie, Hypokaliämie + metabolische Alkalose
Aldosterin-Renin-Quotient ↑ (weil Renin bei erhöhtem Aldosteron durch Rückkopplung gehemmt)
Kochsalzbelastungstest (Aldosteron nicht supprimierbar)
MRT der NNR (Hyperplasie vs Adenom: Orthostase-Test)
TH:
Hyperplasie - Spironolacton
Adenom: OP (Adrenalektomie)
Katecholaminüberproduktion durch Tumor im NNM
Klinik: anfallsartif Hypertonie, Palpitationen, Schwitzen, Blässe (periphere Vasokonstriktion)
Bestimmung Katecholaminmetaboliten in Blut und 24h-Urin
MRT NNM
MIBG-Szintigraphie zur Suche nach extraadrenalen Tumoren im Grenzstrang
TH: OP
präoperativ Phenoxybenzamin zur Verhinderung hypertensive Krise
falls inoperabel dauerhaft Phenoxybenzamin
Akromegalie
GH-Überproduktion im HVL
Klinik: vergrößerte Akren + Vergrüberung Gesichtszüge, Hypertonie, Diabetes, Karpaltunnelsyndrom
Diagnostik IGF-1 ↑ (durch GH stimuliert), keine Suppression GH im oGTT
TH: OP oder Radiatio (CAVE: Hypophysyenvorderlappeninsuffizienz)
Aortenisthmusstenose - Diagnostik
Diagnosestellung meist im Kindes- oder Jugendalter
Blutdruckdifferenz
Zwischen beiden Armen: Stenose proximal der A. subclavia sinistra
Zwischen oberer und unterer Extremität: Stenose distal der A. subclaviasinistra
Ggf. Systolikum mit p.m. infraklavikulär und zwischen den Schulterblättern
Lebensstilmodifikationen bei aHT
Bei HT Grad 1 ohne Komorbiditäten kann als erste Maßnahme angewendet werden, bei keiner suffizienten RR-Einstellung anch 3-6 Monaten Eskalation auf medikamentöse TH
Alkoholkonsum einschränken
Verzicht auf zuckerhaltige Erfrischungsgetränke
Keine übermäßige Kochsalzaufnahme (Reduktion insb. von Pökel- und Fertigwaren, Käse, Brot)
Gesunde, ausgewogene Ernährung: Bspw. mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, frischem Obst, Nüssen, fettarmen Milchprodukten, Vollkornprodukten, Fisch und ungesättigten Fettsäuren (insb. Olivenöl) sowie möglichst wenig Zucker, rotes Fleisch, gesättigte Fettsäuren und gesüßte Getränke.
Rauchentwöhnung
Vermeidung von Substanzen, die eine arterielle Hypertonie auslösen oder verstärken können
Siehe: Medikamenten- oder Suchtmittel-induzierte Hypertonie
Regelmäßige körperliche Aktivität: aerobe Ausdauersportarten (Schnelles Gehen, Laufen, Fahrrad fahren, Schwimmen, wenigstens dreimal wöchentlich für 30 bis 45 Minuten erfolgen und die Trainingsintensität sollte „moderat“ sein. Als ideale Belastungsintensität gilt ein Training bei etwa 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz)
Gewichtsreduktion
Regelmäßige Heimblutdruckmessung und Dokumentation der Werte
Aktivitätsempfehlungen der WHO
Für Erwachsene 18-64 Jahre: 150-300Min/Woche moderate bis intensive aerobe Aktivität
alternativ 75-150 Min/Woche intensive aerobe Aktivität
Für „zusätzliche gesundheitliche Vorteile“: an 2 oder mehr Tagen in der Woche ein alle wichtigen Muskelgruppen umfassendes Krafttraining von mindestens moderater Intensität
Therapieprinzipien aHT
Hypertensiver Notfall - Medikamentöse Therapie
kurzfristig Nitrate oder Nifedipin
längerfristig Urapidil, Clonidin oder Dihydralazin (CAVE: Reflextachykardie)
RR-Senkung um max. 1/3 des AUsgangswertes innehalb einer Stunde -> ⚡️Minderperfusion vitaler Organe (insbes. Niere, Gehirn)
Therapievorschlag: Urapidil 12,5–25 mg als Bolus langsam i.v.; blutdrucksenkende Wirkung innerhalb von 3–5 min nach Injektion zu erwarten; Bolusgabe abhängig vom Blutdruckverhalten ggf. wiederholen; Wirkdauer: 4–6 h
Organschäden: Hypertensive Kardiomyopathie, intrazerebrale Blutung, Aortendissektion, hypertensive Nephropathie, hypertensive Retinopathie
Meningeosis leucaemica
spezifisches Symptom bei ALL
Ggf. Knochenschmerzen durch Knocheninfiltration: Kinder verweigern das Laufen und wollen getragen werden
Arthralgie, Gelenkschwellung, Rötung und Bewegungsbeeinträchtigung
Ggf. indolente Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie)
Ggf. Stridor und Atemnot durch Thymusinfiltration (sog. Mediastinaltumor, insb. bei T-ALL)
Chemotherapie der APL
heutzutage günstigste Unterform der akuten Leukämien beim Erwachsenen
Bei Standardrisiko: ATRA plus ATO
Bei Hochrisiko: ATRA plus Zytostatika (Idarubicin, Cytarabin)
Rezidivtherapie
Induktionstherapie abhängig von Erstlinientherapie
Anschließend Remissionskontrolle (MRD) und ggf. Stammzelltransplantation
Tumorlysesyndrom
Patho:
Rascher und massiver Tumorzellzerfall
Massive Freisetzung von Elektrolyten und Zellbestandteilen (insbes. Kalium + Phosphat)
Ausbildung von Calciumphosphat- und Harnsäurekristallen in der Niere
Klinik:
Uratnephropathie mit Gefahr der akuten Nierenfunktionseinschränkung
Herzrhythmusstörungen
Epileptische Anfälle
Allopurinol oder Rasburicase i.v. (bei intermediärem bis hohem Risiko
Elektrolyterhöhende/Nierenschädigende Medikamente absetzen (NSAR, ACE-Hemmer/AT1-Antagonisten, kaliumsparende Diuretika, Thiaziddiuretika)
Leukostase-Syndrom
Medizinischer Notfall mit Mikrozirkulationsstörungen bedingt durch eine übermäßige Anzahl unreifer Leukozyten
Klinik: Pulmonal: Dyspnoe, Tachypnoe, Hypoxie
Neurologisch: Kopfschmerz, Schwindel, Bewusstseinsstörungen, Sehstörungen, fokalneurologische Ausfälle, Krämpfe
Weitere Befunde
Retinaeinblutungen, intrazerebrale Blutungen
Thrombosen bis hin zum Multiorganversagen
Priapismus
Intensivmedizinische Betreuung
Prophylaxe eines Tumorlyse-Syndroms
Vermeidung von Bluttransfusionen
Zytoreduktive Therapie
Systemische Chemotherapie: Unmittelbare Einleitung der Induktionstherapie
Therapeutische Leukapherese
Kontraindiziert bei APL
CLL
niedrig-malignes NHL, häufigste Leukämie-Form des Erwachsenen (historisch Leukämie wegen Leukozytose)
B-Zell-Lymphom mit lymphozytärer Leukozytose
K: schmerzlosen Lymphknotenschwellungen, Schwäche und Infektanfälligkeit
Gumprecht-Kernschatten im Blutausstrich (=kleine, reife Lymphozyten, die bei Blutausstrich platzen)
Einteilung nach Binet (A,B,C) je nach Hb, Thrombozytenzahl und Anzahl betroffener LK-Regionen
TH: kurativ aufgrund der geringen Zellteilungszahlen oft nicht möglich, bei CD20-R-Status Rituximab
Blutausstrich bei Leukämien
ALL
Unreife Blasten
AML
Unreife Blasten + Auer-Stäbchen
Grumprecht-Kernschatten
CML
maligne Erkrankung, insbes. mit unreifen Granulocyten-Vorstufen
Zytogenetische Aberration (Philadelphia-Chromosom, t9;22) -> BCR-ABL-Fusionsgen; RF: Benzol-Exposition
Stadienhafter Verlauf: Chronische Phase, Akzelerationsphase, Blastenkrise
K: ausgeprägte Leukozytose, Basophilie, extreme Splenomegalie
D: Knochenmarksbiopsie + Zytogenetische Untersuchung
TH: Tyrosin-Kinase-Inhibitoren (Imatinib )
NHL
sehr heterogene Gruppe maligner Erkrankungen, die von den Zellen des lymphatischen Systems (B- und T-Zellen) ausgeht
Allgemeinsymptome:
B-Symptomatik
Lymphknoten: Persistierende oder in der Größe zunehmende, schmerzlose Lymphknoten
Splenomegalie
Verdrängung des Knochenmarks: Anämie, Blutungen, Infekte
Stadieneinteilung nach Ann-Arbor Stadium I-IV (abhängig von Zwerchfelllokalisation, Stadium IV bei disseminiertem Befall extralymphatischer Organe)
TH: (R)-CHOP = (Rituximab), Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednisolon
Hodgkin-Lymphom
malignes B-Zell-Lymphom, insbes. bei jungen Erwachsenen
K: indolente LK-Pakete, meist zervikal, B-Symptomatik, Pel-Ebstein-Fieber (selten, wechselnd fieberhaft und fieberfreie Intervalle), Alkoholschmerz in befallenen LK
prognostisch ungünstige Faktoren:
Hohe BSG
≥3 befallene Lymphknotenareale
Großer Mediastinaltumor
Extranodaler Herd: Einzelner, lokalisierter Befall eines extralymphatischen Organs, bspw. der Lunge
D: LK-Exstirpation (komplette chirurgische Lymphknotenentfernung)
Staging mit PET-CT
TH: Immer kurativ! Abhängig von Stadium, ABVD + BEACOPP häufige Schemata + Radiatio “Involved Field”
Prognose: gehört zu den am besten behandelbaren onkologischen Entitäten, geht jedoch mit erhöhtem Risiko einer Zweitneoplasie einher (Insb. AML/MDS, NHL, Mamma- oder Schilddrüsenkarzinome)
DD Lymphknotenschwellung/Lymphadenopathie
Infektiös
Charakteristika: Meist weiche Konsistenz, druckdolent und verschieblich
Genese
Viral: Bspw. CMV, EBV, HIV
Bakteriell: Bspw. Tuberkulose , Listeriose, Leptospirose, Bartonella-henselae-Infektion
Parasitär: Bspw. Toxoplasmose
Nicht infektiös
Charakteristika: Meist derbe Konsistenz, indolent und nicht verschieblich
Malignom: Metastasen, Morbus Hodgkin/Non-Hodgkin-Lymphom, solider Tumor, CLL/akute Leukämie
Immunologische Erkrankung: Bspw. Sarkoidose, Lupus
DD B-Symptomatik
B-Symptomatik stellt eine unspezifische Begleitsymptomatik bei „konsumierenden“ Erkrankungen dar.
Lymphome, Leukämien
Solide Tumoren (insb. Thymom)
Tuberkulose
HIV- oder EBV-Infektion
Schwere chronisch-entzündliche Erkrankungen: Bspw. Autoimmunerkrankungen (rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes)
Red Flags bei Kopfschmerz 🚩
Vernichtungskopfschmerz/noch nie dagewesener stärkster Kopfschmerz (z.B. bei Subarachnoidalblutung)
Fieber (z.B. bei Meningitis)
Petechien (Meningokokken-Meningitis)
Fokale Ausfallsymptomatik (z.B. bei Schlaganfall)
Vigilanzminderung (z.B. nach Trauma)
Hirndruckzeichen (z.B. Bewusstseinsstörungen oder Übelkeit durch intrakranielle Raumforderung)
Meningismus (z.B. bei Subarachnoidalblutung oder Meningitis)
Augenschmerzen (z.B. bei Glaukomanfall)
Pulssynchrone Schläfenschmerzen und Claudicatio masticatoria(Riesenzellarteriitis)
Einteilung Vaskulitiden
der großen Gefäße: Riesenzellarteriitis
der mittleren Gefäße: Panarteriitis nodosa
der kleinen Gefäße: ANCA-assoziierte Granulomatose mit Polyangiitis
Riesenzellarteriitis
Vaskulititis der großen Gefäße, häufig mit PMR assoziiert (etw. 50%)
K: einseitige Kopf- oder Schläfenschmerzen, eine Kieferclaudicatio und Sehstörungen
Allgemeinsymptome wie Inappetenz, Gewichtsverlust und Nachtschweiß
Symptome aufgrund von entzündlich bedingten Durchblutungsstörungen:
bspw. zu transienten oder permanenten Sehstörungen
Claudicatio von Extremitäten
in seltenen Fällen Schlaganfällen, Kopfhaut- oder Zungennekrosen, Angina-abdominalis- oder Angina-pectoris-Symptomatik
⚡️in >50% der Fälle auch Aorta und große Abgangsgefäße betroffen
D: KU, Labor (BSG oft stark erhöht), Duplex-Sono od. HR-NRt
beste Darstellung im (18F-FDG)-PET-CT oder -MRT
TH: sofortig systemische GC (z.B. Prednisolon p.o. 40-60mg/d, mittlere Dosis ohne red flags, bei Augenbefall sofort hochdosiert GC, z.B. Prednisolon 500-1000mg i.v. über 3-5d)
zum GC-Einsparen bzw bei Nichtansprechen auch IL-6-Inhibitor Tocilizumab möglich
Komplikationen:
Nicht-komprimierbares Halo-Zeichen
Gefäßstenosen oder -verschlüsse
Diskontinuierlicher Befal
Rezidivrate ca. 70%
Was sind die namengebenden Riesenzellen der Riesenzellarteriitis?
Riesenzellen sind fusionierte Makrophagen, die sich als Granulome ablagern. Sie sind jedoch nur bei etwa der Hälfte der Fälle nachweisbar.
Mögliche Sonobefunde bei RZA
Hb-Verlauf bei Blutungen
Unauffälliges Blutbild bei hochakutem Blutverlust: Hb-, Hämatokrit- und Erythrozytenwerte noch normal, da die Konzentration im „verbleibenden“ Blut zunächst gleich bleibt – eine Anämie kann laborchemisch noch nicht festgestellt werden
Normochrome normozytäre Anämie: Durch Einstrom von Gewebsflüssigkeit entwickelt sich anschließend auch laborchemisch eine Anämie (Verdünnung ohne Veränderung der Erythrozytenzusammensetzung)
Hypochrome mikrozytäre Anämie: Im Verlauf (bei chronischer Blutung) kommt es meist zu einem relevanten Eisenverlust, sodass nicht genügend Hämoglobin hergestellt werden kann (s.o.)
Funktionelles Systolikum
Die verminderte Blutviskosität und erhöhte Flussgeschwindigkeit (aufgrund des erhöhten HZV) im Rahmen einer Anämie verursachen Turbulenzen, die in Form eines Herzgeräusches auskultierbar sind. Ein solches Systolikum ist am lautesten an der Herzbasis zu auskultieren.
Perniziöse Anämie
Autoantikörper-vermittelter Intrinsic-Faktor-Mangel
Intrinsic-Factor wird in den Belegzellen des Magens produziert
GERD
Erkrankung, bei der durch aufsteigende Magensäure die Schleimhaut der Speiseröhre gereizt wird
E: 20% im globalen Norden, m=w
Ä: häufig Insuffizienz des unteren Ösophagus-Sphinkters, z.B. bei Stenosen, Zunahme des His-Winkel, Erhöhung intraabdomineller Druck (Schwangerschaft, Adipositas)
D: ÖGD, pH-Metrie
Patho: Übergang in Zylinderepithel -> Barrett-Metaplasie
TH: PPI (z.B. Omeprazol 20mg/d, Einnahme möglichst 30 Min vor Frühstück), falls Therapieresistenz od. rez. Aspiration:
Fundoplicatio nach Nissen (Operationsverfahren zur Verengung des Mageneingangs. Dazu wird eine 360°-Manschette aus dem Magenfundus gebildet und um den distalen Ösophagus geschlungen.)
MALT-Lymphom
B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom mit meist niedrig-malignem Verlauf
Ä: Typ-B-Gastritis mit Helicobacter-pylori-Infektion voraus. -
K: unspezifische Allgemeinsymptome (Bauchschmerzen, Schwächegefühl), Anämie und in einigen Fällen eine Hämatemesis zu erwarten
Die Diagnose wird mit den in der Ösophagogastroduodenoskopie gewonnenen Biopsaten anhand der Histologie und Immunhistochemie (Infiltrate mittelgroßer lymphoider Zellen: CD20-positiv) gesichert
Therapeutisch gibt es eine Besonderheit: Das MALT-Lymphom ist das einzige Lymphom, bei dem im Frühstadium durch die Beseitigung der Ursache (HP-Eradikation) eine vollständige Remission möglich ist. Im Spätstadium ist eine Polychemotherapie nach dem CHOP-Schema + Rituximab (bei CD20-Positivität) und ggf. eine Radiatio indiziert.
Ulkus
Gewebedefekt, der die Lamina muscularis mucosae überschreitet und auch tiefere Wandschichten betrifft
Lamina muscularis mucosae = Trennschicht zwischen erosiven und ulzerierenden Gewebedefekten
Morbus Crohn - Grundlagen der Pathophysiologie
Störung der Darmepithelbarriere -> Gesteigerte Permeabilität des Darmepithels (“Leaky gut”)
Dysregulation des Immunsystems
Veränderte Zusammensetzung des Darmmikrobioms (Dysbiose) → Überwucherung mit pathogenen Keimen → Eindringen von Bakterien in das Darmepithel (u.a. aufgrund der intestinalen Schrankenstörung) → Auslösung einer Entzündungsreaktion mit lokaler Gewebeschädigung (Erosionen/Ulzera, Nekrosen)
Fistel
Unphysiologische Verbindung zwischen zwei Hohlorganen, Gefäßen oder Körperhöhlen (innere Fistel) bzw. dem Körperinneren und der Körperoberfläche (äußere Fistel)
Morbus Crohn - Ätiologie/Risikofaktoren
Multifaktorielle Genese: Risikofaktoren u.a.
Genetische Prädisposition: Zahlreiche Gene bekannt, insb. das NOD2-Gen (-> herabgeschwächte Immunantwort auf intestinale Bakterien), IL23R
Gestörtes Darmmikrobiom: Reduzierte Diversität und veränderte Zusammensetzung durch insb.
Ernährung, Adipositas
Medikamente (z.B. vorangegangene Antibiotikatherapie)
Erythema nodosum
akute Entzündung des Unterhautfettgewebes (Pannikulitis)E
präsentiert sich typischerweise in Form druckdolenter, rot-violetter Knoten im Bereich der Unterschenkelstreckseiten und tritt meist im jungen Erwachsenenalter auf
Fieber/Unwohlsein, Arthralgien, rot-violette/subkutane Knoten an beiden Unterschenkelstreckseiten
Auslöser:
Streptokokkeninfektion (bspw. Scharlach/Tonsillitis)
CED
Schwangerschaft/orale Kontrazeptiva
Sarkoidose (insbes. Löfgren-Syndrom)
TH: Beine hochlegen, Kompression, NSAR, ggf. Kaliumiodid, Behandlung der Grunderkrankung
hohe Spontanheilungsrate ⚡️häufige Rezidive
Akutes Coronar Syndrom
STEMI:
Myokardinfarkt mit einer ST-Hebung im EKG. Die ST-Hebung beruht auf der transmuralen Ausdehnung des Infarktes.
NSTEMI:
Myokardinfarkt mit unauffälligem oder unspezifischem EKG-Befund. Die fehlende ST-Hebung beruht auf der begrenzten Ausdehnung des Infarktes.
Instabile Angina Pectoris:
Angina pectoris mit infarkttypischer Symptomatik über 20 min, die aber nicht mit einem Anstieg von Troponin einhergeht. Weiterhin wird jede neu aufgetretene Angina pectoris (De-novo-Angina) zunächst als instabil bezeichnet, ebenso jede Angina pectoris nach stattgehabtem Myokardinfarkt.
Sofortige Antikoagulation bei STEMI
Loading mit:
300mg ASS
60mg Prasugrel
Heparin-Bolus 5000 IE i.v.
EKG-Stadien des STEMI
Frühstadium: Erstickungs-T bzw. monophasische ST-Streckenhebung
Zwischenstadium: ST-Strecke senkt sich zunehmend ab -> T-Inversion, R-Verlust, pathologische Q-Zacke (=Pardee-Q)
Chronisches Stadium: persistente T-Inversion/abgeflachte T-Welle, unvollständige Erholung der R-Zacke;
pathologisches Q persistiert in etwa ⅔ der Fälle
Beschreibung Linksherzkatheteruntersuchung mit PCI
Gefäßzugang – Meist über die A. radialis (Handgelenk) oder A. femoralis (Leiste) wird ein dünner Katheter eingeführt und unter Röntgendurchleuchtung bis zu den Herzkranzgefäßen vorgeschoben.
Koronarangiographie – Kontrastmittel wird injiziert, um Engstellen der Koronararterien sichtbar zu machen.
Drahtpassage – Ein Führungsdraht wird durch die verengte Stelle geschoben, um den Arbeitskanal für die PCI zu schaffen.
Ballondilatation (PTCA) – Ein kleiner Ballon wird über den Draht an die Engstelle gebracht und kurz aufgeblasen, um die Arterie aufzudehnen.
Stentimplantation – Ein Stent (meist medikamentenbeschichtet) wird über den Ballon platziert und durch erneutes Aufblasen des Ballons in die Gefäßwand gedrückt, wo er die Arterie dauerhaft offenhält.
Kontrollangiographie – Überprüfung des Ergebnisses: guter Blutfluss, korrekte Stentlage, keine Komplikationen.
Entfernung des Katheters und Blutstillung – Am Handgelenk meist mit Druckband, in der Leiste mit Druck oder Verschlusssystem.
Drug-eluting Stent (DES)
Ein DES ist ein Stent mit Beschichtung antiproliferativer Substanzen (Immunsuppressiva, Zytostatika). Seine Vorzüge liegen darin begründet, dass er das Risiko einer (In‑)Stent-Stenose durch Verhinderung einer übermäßigen Intimahyperplasie reduziert.
DD obere GI-Blutung
Ursache proximal des Treitz-Bandes (Übergang Duodenum–Jejunum)
Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni (in 50% aller Fälle, häufigste Ursache)
Ösophagusvarizenblutung
Mallory-Weiss-Syndrom
Tumorblutungen (Ösophaguskarzinom, Magenkarzinom)
Erosive Gastritis bzw. erosive Duodenitis
Schwere Refluxösophagitis
Sonderform: Soorösophagitis
Hiatushernie
Angiodysplasie
In etwa 5-10% der Fälle findet sich trotz eindeutiger klinischer Zeichen einer oberen gastrointestinalen Blutungkeine Blutungsquelle (z.B. bei einem Ulcus Dieulafoy)
Differential Time to Positivity
Die DTP vergleicht zwischen dem Blutkulturset aus der peripheren Vene und dem Set aus dem verdächtigen Katheter, wie lange es dauert, bis jeweils ein positiver Keimnachweis festzustellen ist. Wenn im Katheter-Blutkulturset mehr als 2 h vor dem periphervenösen Set ein positiver Erregernachweis erfolgt, ist eine katheterassoziierte Infektion sehr wahrscheinlich. Wenn dagegen beide Blutkultursets zur etwa gleichen Zeit positiv werden, ist die vorliegende Infektion wahrscheinlich nicht durch das Kathetersystem verursacht.
Granulom
große Anzahl an phagozytierenden Zellen (Makrophagen, Riesenzellen, Epitheloidzellen) und Lymphozyten, selten Granulozyten)
Beispiele: Tuberkulose, rheumatoide Arthritis, Sarkoidose, Morbus Crohn, Granulomatose mit Polyangiitis, Riesenzellarteriitis, Fremdkörpergranulom etc.
Granulierende Entzündung
Folge einer akuten, eitrigen Entzündung (z.B. Abszess)
Granulationsgewebe wird durch Fibroblasten (Bindegewebsproliferation) und Endothelzellen(Gefäßneubildung) aufgebaut
Akute-Phase-Reaktion
Komplexe, humorale und zelluläre Immunreaktion auf Gewebeschädigung
Beteiligung von mehr als 30 Akute-Phase-Proteinen, die durch Freisetzung von Interleukin-6 (IL-6) vermehrt in der Leber gebildet werden
Sepsis
Akut lebensbedrohliche Organdysfunktion aufgrund einer dysregulierten Immunantwort auf eine Infektion
Vermutung einer Infektion für die Diagnose einer Sepsis ausreichend (Nachweis nicht zwingend erforderlich)
Vorliegen einer Sepsis-assoziierten Organdysfunktion bei Änderung des SOFA-Scores um ≥2 Punkte
Entwickelt sich am häufigsten auf dem Boden einer Pneumonie
SIRS (Systemic Inflammatory Response Syndrome)
Unspezifische Entzündungsreaktion des Körpers durch infektiöse sowie nicht-infektiöse Ursachen
SIRS- Trigger: Schwere Erkrankungen (Infektion, Akute Pankreatitis, Addison-Krise, Lungenarterienembolie, Ischämie & Hypoxie, z.B. nach kardiopulmonaler Reanimation) und schweres Trauma (Polytrauma, Verbrennungen, große OPs, groper Blutverlust/hämorrhagischer Schock)
SIRS-Kriterien: Mind. zwei der Punkte müssen erfüllt sein
Herzfrequenz > 90/min
Atemfrequenz > 20/min
Temperatur >38°C bzw <36°C
Leukozyten >12000/mikroliter bzw <4000/mikroliter
Disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC)
Erworbene, lebensbedrohliche intravaskuläre Störung mit systemischer Gerinnungsaktivierung, dysregulierter Fibrinolyse und Schädigung des Endothels, resultierend in Mikrothrombosierungen
Labordiagnostik:
Gerinnungsparameter: Wiederholung der Laborkontrolle (bspw. alle 6–8 h, bis sich der klinische Zustand stabilisiert oder verbessert hat)
aPTT↑, Quick-Wert↓
Fibrinogen↓: Marker für Fibrinolyse
D-Dimere↑ oder andere Fibrin(ogen)-Spaltprodukte (FSP)↑ [9]: Marker für Fibrinolyse
Blutungszeit↑
Blutbild und Blutausstrich
Thrombozyten↓: Durch erhöhten Verbrauch und/oder Blutung
Hämatokrit↓: Durch Blutung
Schistozyten: Marker für eine mikroangiopathische hämolytische Anämie
Ätiologie: Sepsis (durch Bakterientoxine, v.a. gramnegativ), Schock (Mikrozirkulationsstörungen), OP an thrombokinasereichen Organen (Lunge, Prostata, Pankreas, Plazenta)
TH: in Frühphase Heparin (Gerinnungsaktivierung kann noch verhindert werden), bei manifester DIC Substitution mit FFP, Fibrinogen, Antithrombin III, Thrombozyten; nach abgelaufener DIC erneut Heparin (Cave: reaktive Gerinnungsaktivierung) + Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung
Septischer Schock
Maximalvariante der Sepsis mit
Notwendigkeit einer Katecholamintherapie aufgrund einer anhaltenden arteriellen Hypotonie (MAP <65 mmHg trotz adäquater Volumengabe) und
Serumlactat >2 mmol/L (>18 mg/dL)
Thrombozytenabfall frühzeitiger Hinweis
Checkliste Sepsis 1-hour-bundle
Lactat messen und wiederholt kontrollieren (bis zum Abfall auf <2 mmol/L)
Blutkulturen vor Beginn der antibiotischen Therapie entnehmen
Hochdosierte Kalkulierte Antibiotikatherapie beginnen („Hit hard and early“)
Volumentherapie beginnen (30 mL/kgKG balancierte Vollelektrolytlösung (=Jono) innerhalb der ersten 3 h)
Vasopressoren (Noradrenalin) verabreichen bei arteriellem Mitteldruck <65 mmHg trotz Volumentherapie
Besonderheit
Bei kardialer Dysfunktion (HZV↓): Dobutamin als Inotropikum der 1. Wahl
Unterschied Bodyplethysmographie vs Spirometrie
Body in abgeschlossener Kammer -> von verändertem Druck in Kammer kann auf intrapulmonale Druckverhältnisse geschlossen werden
Totale Lungenkapazität (6-6,5l) und intrathorakales Gasvolumen können errechnet werden
Restriktive Ventilationsstörungen
Verminderung der totalen Lungenkapazität
Beispiele
Pulmonal: Lungenfibrose
Pleural: Pneumothorax, pleurale Verwachsungen
Thoraxdeformation/mechanische Behinderung: Skoliose, Adipositas
Neuromuskuläre Störungen: Lähmungen der Atemmuskulatur
Befunde in der Spirometrie
Vitalkapazität↓
FEV1 normal/↓
Tiffeneau-Index normal
Führen erst spät zu BGA-Veränderungen
Obstruktive Ventilationsstörungen
Durch intra- und/oder extrathorakale Einengung der Atemwege bedingte Erhöhung der Strömungswiderstände mit Verminderung der Einsekundenkapazität und des Tiffeneau-Index
Intrathorakale Atemwegsstenosen: Asthma bronchiale, COPD, Tumoren
Extrathorakale Atemwegsstenosen: Larynxtumor, Stimmbandparese
Vitalkapazität normal oder↓
FEV1↓
Tiffeneau-Index↓
MEF75/50/25%: Eine Verringerung von MEF50% und MEF25% spricht für eine Obstruktion der peripheren kleinen Atemwege (z.B. bei Asthma bronchiale)
Ergänzend zur DD Asthma vs COPD bei Obstruktion:
Bronchospasmolysetest (vor und 10 Min nach Applikation von Salbuatmol Atemwegswiderstand messen)
Methacholin-Provokationstest
Diffusionskapazität
Maß für das Austauschvermögen der Lunge zwischen Alveolarraum und Hämoglobin
Gasaustauschstörungen betreffen meist nur den Sauerstoff, da Kohlenstoffdioxid eine 23-mal höhere Diffusionskapazität aufweist. Für die Messung wird Kohlenstoffmonoxid(CO) verwendet.
Beispiele für verminderte Diffusionskapazität
Lungenfibrose: Verlängerung der alveolokapillären Diffusionsstrecke
COPD: Reduktion der Gasaustauschfläche durch Strukturverlust der Lunge bei Emphysem
Anämie: Fehlende CO-Transporter (Erythrozyten)
Nikotinabusus: Höherer CO-Hämoglobin-Gehalt des Blutes
Laborparameter zur Diabetes-Diagnostik
Nüchternblutzucker (≥140 mg/dl)
Postprandialer Blutzucker (≥ 200 mg/dl)
HbA1c ≥7,5%
Anionenlücke
Na - (HCO3 + Cl)
Berechneter Parameter zur weiteren Abklärung einer metabolischen Azidose
Normwert: 7 +/- 4 = 3-11 mmol/L
Interpretation
Additionsazidose
Metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke
Anionenlücke >16 mmol/L spricht mit großer Sicherheit für eine Additionsazidose
Endogene Ursachen: Lactatazidose, Ketoazidose , Nierenfunktionseinschränkung/Urämie
Exogene Ursachen: Vergiftung durch Salicylsäure, Ethanol, Methanol, Ethylenglykol (in Frostschutzmittel)
KUSSMAUL als Eselsbrücke: Ketonkörper, Urämie, Salicylsäure, Methanol, Äthylenglykol, (Urämie), Laktat
Subtraktionsazidose
Metabolische Azidose mit normaler Anionenlücke (bedingt durch „Bicarbonatverlust“ )
Endogene Ursachen: Anhaltende Diarrhö, Galle- oder Pankreasfistel
Exogene Ursachen: Medikamente (Carboanhydrasehemmer), Zufuhr von Säuren, deren Anion Chlorid ist (bspw. HCl)
Akute Nierenfunktionseinschränkung - Definition
Serum-Kreatinin-Anstieg um > 0,3 in 48h oder > 1,5 in 7d
Urinausscheidung < 0,5ml/kgKG/h in 6h
Lacklippen, Lackzunge
Spider naevi
Caput medusae
Uhrglasnägel und Trommelschlägelfinger
Gynäkomastie
Brust- und Bauchglatze
Extrahepatische Manifestationen HCV
kann eine Autoantikörper- und Immunkomplexreaktion auslösen -> extrahepatische Symptome verursachen
u.a. rheumatologische Erkrankungen (bspw. kryoglobulinämische Vaskulitis und Panarteriitis nodosa)
hämatologische Störungen (bspw. Non-Hodgkin-Lymphome),
dermatologische Erkrankungen (bspw. Porphyria cutanea tarda)
endokrinologische Störungen (bspw. Diabetes mellitus und Hashimoto-Thyreoiditis)
Fibrose
Vermehrung von kollagenen Fasern, die zur Verhärtung des Gewebes führt. Sie kann z.B. Folge einer Entzündung, Nekrose oder ständiger Überlastung (z.B. Lymphödem) sein
Welche Faktoren beeinflussen bei Hepatitis eine rasche Leberfibrose/Leberzirrhose-Progression?
erhöhtes Alter bei Erstdiagnose
männliches Geschlecht
chronischer Alkoholkonsum
Koinfektionen mit HBV und/oder HIV
deutlich erhöhte Transaminasen bei Diagnosestellung bzw. im Verlauf
Vorliegen einer Steatose
genetische Faktoren
chronische Hämodialyse
Therapie Hepatitis B
medikamentös nur bei fulminantem Verlauf/Chronifizierung
Therapieziele: Vermeidung Folgeerkrankungen wie HCC, dauerhafte Suppression HBV-DNA, Serokonversion von HBsAg zu Anti-HBs
Wirkstoffe: PEG-Interferon-alpha bei Child A, sonst Nukleosid/Nukleotidanalogon (Entecavir, Tenefovir)
bei Schwangeren mit pos. HBsAg-Status: Antivirale Therapie empfohlen, möglichst vor 28. SSW, zudem Simultanimpfung in den ersten 12h postpartal
Therapie Hepatitis C
DAA (direct acting antiviral agents):
NS3-Protease-Inhibitoren (-previr), z.B. Glecaprevir
NS5A-Inhibitoren (-asvir), z.B. Ledipasvir
NS5B-Inhibitoren (-buvir), z.B. Sofosbuvir
Ribavirin
Kombinationstherapien je nach Genotyp
KEIN Interferon mehr (hohes NW-Profil)
RF der TVT (außerhalb Wells-Score)
höheres Alter >60J
Adipositas (BMI >30)
Antiphospholipidsyndrom
Östrogentherapie (potenziert durch Rauchen!)
Schwangerschaft und Wochenbett
hereditäre Thrombophilien (z.B. Faktor-V-Leiden)
Virchow-Trias
pathophysiologischen Ursachen, die zur Entstehung einer Thrombophilie führen
1. Endothelschädigung (bspw. im Rahmen einer Entzündung)
2. Herabsetzung der Blutstromgeschwindigkeit (z.B. durch Immobilisation)
3. Veränderungen der Blutzusammensetzung (z.B. durch erbliche oder medikamentöse bedingte Hyperkoagulabilität)
Postthrombotisches Syndrom
Folgeerscheinungen unterschiedlichen Schweregrades Monate bis Jahre nach einer TVT
bspw. Schwellung und Schmerzen des entsprechenden Beines sein
Schwere Verläufe: Ulzera und Wundheilungsstörungen am Unterschenkel einhergehen
Hintergrund sind v.a. postthrombotische Schäden der Venenklappen oder Teilverschlüsse der Venen mit einer resultierenden Druckerhöhung im Venensystem
Thrombophilie-Screening
Indikation: Junge Personen, ungewöhnliche Lokalisation, kein Auslöser eruierbar, positive Familienanamnese, Rezidiv und therapeutische Konsequenz
Zeitpunkt der Testung: Die Testung sollte möglichst ohne Einfluss von Antikoagulanzien erfolgen; der Zeitpunkt etwa 2 Wochen nach geplantem Absetzen einer Antikoagulation ist daher empfehlenswert
Umfang: Faktor-V-Leiden-Mutation, Prothrombin-20210-Mutation , Protein C, Protein S, Antithrombin, Faktor VIII, Autoantikörperdiagnostik bzgl. eines Antiphospholipid-Syndroms (Lupus-Antikoagulans, Anti-Cardiolipin-Antikörper, β2-Glykoprotein-I-Antikörper und ggf. weitere Anti-Phospholipid-Antikörper)
Interpretation: Besonders hohe Risiken für thromboembolische Manifestationen und Rezidive bestehen für das Anti-Phospholipid-Syndrom, für den Mangel an Antithrombin-III (AT-III), Protein C oder S und für die Homozygotie für Faktor-V-Leiden-Mutation bzw. Prothrombin-Mutation 20210
Leichtkettenrestriktion
Monoklonale B-Zellen exprimieren nicht beide, sondern nur einen einzigen Leichtketten-Typ (Kappa oder Lambda)
Asthma bonchiale
Chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, die mit einer reversiblen bronchialen Obstruktion und/oder mit einem hyperreagiblen Bronchialsystem einhergeht und oft einen anfallsartigen Verlauf hat
extrinsisches/allergisches Asthma bei Kindern am häufigsten; IgE-Nachweis!
intrinsisches (nicht-allergisches) Asthma insbes. beim Erwachsenen >40J, u.a. durch NSAR, chemisch-toxisch, ausgelöst bei Infekten
bei Eosinophilie besseres Ansprechen auf ICS, kann Indikation für Biologicals sein
Atemflusslimitierung beim Asthma
Bronchokonstriktion
Schleimhautödem und entzündliche Schleimhautinfiltration mit Hyperplasie der Becherzellen und Verdickung der Basalmembran
Remodeling der Bronchialwände mit Hypertrophie der glatten Muskulatur
Vermehrte Produktion zähen Schleims
Röntgen Thorax Zeichen bei Lungenemphysem
bei Asthma und COPD
Transparenzerhöhung, abgeflachtes Zwerchfell, verbreiterte Interkostalräume/horizontale Rippen, Fassthorax
Horner-Syndrom
Ptosis
Miosis
Enophthalmus
MEN2
Untergruppe der multiplen endokrinen Neoplasien
Verändertes RET-Protoonkogen -> erhöhte Tyrosinkinase-Aktivität
medulläres Schilddrüsenkarzinom
prim. Hyperparathyreoidismus
Stroke Mimics
Wichtige DD bei V.a. Schlaganfall
können alle mit einem fokal-neurologischen Defizit einhergehen
Hypoglykämie
schwere Infektionen bzw. eine Sepsis
Migräne mit Aura
Todd-Parese nach epileptischem Anfall
Alkoholintoxikationen und/oder periphere Nervenschädigungen
Hämorrhagischer Schlaganfall
15-20% der Schlaganfälle
nicht-traumatische ICB (häufig Aa. centrales anterolaterales)
häufig bei aHT -> hypertensive ICB
nicht-traumatische SAB (meist in Folge Aneurysmaruptur)
Risikofaktoren ischämischer Schlaganfall
Arterielle Hypertonie
Adipositas
Diabetes mellitus
Dyslipidämie
Alkoholmissbrauch
Stenose der A. carotis interna
Kontraindikationen Lyse-Therapie Schlaganfall
Blutungen
Intrakranielle Blutung
Nachgewiesene aktive Blutung in der Bildgebung
Zurückliegende Blutung
Lebensbedrohliche Blutung eines anderen Organs
Störungen der Blutgerinnung
Gerinnungsparameter: Thrombozyten <100.000/μL, INR >1,7
Systemische Faktoren
Unkontrollierbare, schwer wiegende arterielle Hypertonie
Blutdruck >185/110 mmHg (medikamentös vor Beginn der Lysetherapie nicht stabil einstellbar auf ≤180/105 mmHg)
Gewebedefekte und Zustände mit hohem Blutungsrisiko
Punktion nicht-komprimierbarer Organe
Große Operation oder Trauma
Entbindung
Neoplasien
Child-Pugh-Klassifikation
Klassifikation der Leberzirrhose in Child A,B,C
Child C 1JÜR von 35%
Albumin
Quick
Bilirubin
Enzephalopathie
Aszites
Aszitespunktion
immer Punktion bei Erstdiagnose
Bestimmung von Zellzahl, Eiweiß, Mikrobiologie
DD Transsudat vs Exsudat: nach Eiweißgehalt
<2,5 g/dl = Transsudat (hepatisch, kardial)
>2,5 g/dl = Exsudat (maligne, entzündlich)
SBP: bei Granulocyten >250/mikrol
Urämie
„Intoxikation“ durch Ansammlung harnpflichtiger Substanzen, u.a. Harnstoff, Kreatinin, β2-Mikroglobulin, Parathormon
Typische Zeichen
Urämischer Foetor
Hautflecken (Café-au-lait-Farbe, „schmutziges Hautkolorit“)
Häufig nephrogener Pruritus
Weitere Folgen
Hämolyse durch Urämietoxine (Hautblässe, Anämie)
Urämische Pleuritis
Urämische Perikarditis
Klinik: Perikardreiben
Urämische Enzephalopathie
Definition: Akute diffuse Funktionsstörung des Hirngewebes durch Akkumulation von Harnstoff und neurotoxischen Abbauprodukten
Symptome: Zerebrales Allgemeinsyndrom mit epileptischen Anfällen, qualitativen und quantitativen Bewusstseinsstörungen (Somnolenz bis Koma)
Urämische Polyneuropathie
Definition: Progrediente Nervengewebsschädigung durch wiederkehrende Akkumulation neurotoxischer Abbauprodukte
Symptome: Hypästhesie, Parästhesien, Thermhypästhesie, Lagesinnstörung, später schlaffe myatrophe Paresen
Reduktion der Inzidenz durch moderne periodische Dialyseverfahren und Nierentransplantation
Urämische Gastroenteropathie: Übelkeit, Erbrechen
Thrombozytopenie bzw. Thrombozytendysfunktion, Leukozytendysfunktion
Sequenzielle Nephronblockade
bei Diuretikaresistenz
Furosemid + HCT
Thiazide hemmen die durch Schleifendiuretika hervorgerufene Natriumrückresorption
Pseudomembranöse Kolitis - Komplikationen
Stillstand aufgrund der Entzündung -> paralytischer Ileus
toxisches Megakolon -> lebesnbedrohliche Dilatation der Darmwand
Sporenabtötende Flächendesinfektionsmittel
Peressigsäure
Natriumhypochlorit
Serumosmolalität und Serumosmolarität
Serumosmolalität: Konzentration aller osmotisch aktiven, gelösten Teilchen in 1 kg Körperflüssigkeit; Referenzbereiche: Serum 280–296 mosmol / kg, Harn 50–1.200 mosmol / kg
• Serumosmolarität: Anzahl der osmotisch aktiven Teilchen in 1 l Körperflüssigkeit
Wirkung Parathormon
an der Niere: erhöhte Calciumretention, erhöhte Phosphatexkretion
sinkender Phosphatspiegel stimuliert Niere zur Hydroxylierung des bereits einfach hydroxylierten Vitamin D3 zum biologisch sehr aktiven Kalzitriol -> Steigerung der enteralen Kalziumresorption
Lebensbedrohliche DD bei akutem Thoraxschmerz
Akutes Koronarsyndrom(ACS)
Dumpfer, drückender retrosternaler Schmerz >20 min, häufig mit vegetativer Symptomatik (Angst, Schwitzen) und typischer/atypischer Ausstrahlung 12.
Lungenarterienembolie(LAE)
Plötzlicher, stechender, atemabhängiger Schmerz, Dyspnoe, Tachykardie, ggf. Hämoptysen 167.
(Spannungs‑)Pneumothorax
Plötzlicher, einseitiger, atemabhängiger Schmerz mit Dyspnoe, hypersonorem Klopfschall und abgeschwächtem Atemgeräusch 178.
Akutes Aortensyndrom
Reißender, retrosternaler Schmerz mit Ausstrahlung in Rücken oder Abdomen, oft Pulsdefizit oder Blutdruckdifferenz 1.
Perikardtamponade
Dumpfer Schmerz, Dyspnoe, Zeichen der oberen Einflussstauung, Pulsus paradoxus16.
Boerhaave‑Syndrom
Explosionsartiges Erbrechen, retrosternaler Schmerz und subkutanes Knistern (Mediastinalemphysem) 19.
Kontraindikationen für Lyse
Absolut:
akute Blutung: intrazerebral, subarachnoidal, andere aktive Blutung
Relativ:
Intrakranielle Aneurysmen/Neoplasien
Ösophagusvarizen
Schwere LeberKH
Schwangerschaft
Hypertonie >185/110
Akute Pankreatitis
In der Reanimationspflichtigkeit gibt es keine Kontraindikationen zur systemischen Lysetherapie
Euler-Liljestrand-Mechanismus
Hypoxische pulmonale Vasokonstriktion (Euler-Liljestrand-Mechanismus): Um das Ventilations-Perfusions-Verhältnis konstant zu halten, reagieren die Gefäße der Lunge auf Sauerstoffmangel mit einer Vasokonstriktion
Shuntperfusion: Perfundiert aber nicht belüftet (z.B. bei Obstruktion der Atemwege, Pneumonie)
Totraumventilation: Belüftet aber nicht perfundiert (z.B. bei LAE, kardiogenem Schock)
Atelektase
Die Atelektase beschreibt einen inkomplett entfalteten, luftleeren Lungenbereich und kann in Folge aller möglichen Störungen der Belüftung entstehen: ob bspw. durch die Verletzung eines Bronchus oder durch obstruierendes Wachstum eines Tumors. In der körperlichen Untersuchung sind ein geminderter Klopfschall und ein abgeschwächtes Atemgeräusch wegweisend. Im Röntgenbild imponiert der atelektatische Lungenabschnitt verdichtet und führt durch eine Volumenverkleinerung zu einem Zug auf das umliegende Gewebe.
Phlegmasia coerulea dolens
Maximalvariante der TVT mit Verschluss aller venösen Blutleiter der betroffenen Extremität -> Kompression der Arterien
TH: Notfall-OP (venöse Thrombektomie und Fasziotomie)
⚡️hohe Letalität
Chronische Obstipation - Definition
Die ROM-III-Kriterien definieren, dass für eine chronische Obstipation mind. 2 der folgenden Symptome in den letzten 6 Monaten für mind. 12 Wochen vorhanden sein müssen:
eine Stuhlfrequenz von weniger als dreimal pro Woche
harter Stuhlgang
das Gefühl, dass die Darmentleerung nicht vollständig ist
die Notwendigkeit, manuelle Manöver zur Unterstützung der Darmentleerung bei mehr als 25% der Stuhlgänge anzuwenden
starkes Pressen während der Darmentleerung und/oder das Gefühl einer analen Blockierung
Sicherung der Diagnose Pneumonie
Es müssen 1 Haupt- und 2 Nebenkriterien erfüllt sein
Hauptkriterium: neu aufgetretenes Infiltrat im konventionellen Röntgen-Thorax in zwei Ebenen
Nebenkriterien:
Fieber (≥38,5 °C) oder Hypothermie (≤36,5 °C)
Leukozytose (>10.000/μL) oder Leukopenie (<4.000/μL)
eitriger Auswurf (gelblich-grün)
für Infiltration sprechende physikalische Zeichen (Bronchophonie, Stimmfremitus u.a.)
Nachweis eines Erregers (Blutkultur, Sputum, Bronchialsekret oder Pleuraflüssigkeit)
Erregerspektrum HAP
Insb. gramnegative Stäbchen (insb. Enterobacterales, bspw. Escherichia coli, Klebsiella spp., Enterobacter spp.) und grampositive Kokken (insb. Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae)
seltener auch Haemophilus influenzae und Stenotrophomonas maltophilia
Bei Personen mit Risikofaktoren für multiresistente Erreger treten gehäuft auch Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter baumannii und ESBL-bildende multiresistente gramnegative Erreger (MRGN) auf.
Bakterielle Resistenzmechanismen gegen Antibiotika
β-Lactamasen: Diese Enzyme hydrolysieren den β-Lactam-Ring von β-Lactam-Antibiotikaund machen sie damit unwirksam
Effluxpumpen : Diese aktiven Transporter schleusen Antibiotika aus der Bakterienzelle und vermindern damit ihre Wirksamkeit.
Bildung von modifizierten Penicillin-Bindeproteinen (PBP): PBP sind die Zielstrukturen von β-Lactam-Antibiotika – durch eine verminderte Penicillinaffinität können diese weniger stark wirken
DD roter Urin
Makrohämaturie
Porphyrine (bei Porphyrien) - D: negative Aldehydprobe
Medikamentös (Rifampicin)
Rote Beete gegessen
Urinsediment
Euerythrozyten: postrenales Blutung (Harnsteine, Malignes Geschehen)
Erythrozytenzylinder/Akanthozyten: intrarenale Blutung (insbes. ab >10%) -> Hinweis auf Glomerulonephritiden (+großmolekukäre Proteinurie)
Im Labor auf Hinweise Proteinurie >1g/d, Anstieg Serum-Krea -> Nierenbiopsie
Glucosurieschwelle Niere
160-180 mg/dl
Nephritisches Syndrom
Schädigung des Kapillarendothels
Hämaturie
Proteinurie <3,5g/d
Hypertonie
z.B. bei GPA
Nephrotisches Syndrom
Schädigung der Glomerulären Basalmembran/Podozyten: Führt zur Störung des glomerulären Filters, Verlust negativer Spannung in der GBM
Schwere Proteinurie (>3,5g/d)
Hypoproteinämie -> Ödeme
Hyperlipoproteinämie
Pathophysio Angina pectoris bei Aortenklappenstenose
Aufgrund der Behinderung der Ausflussbahn des linken Ventrikels pumpt dieser gegen einen erhöhten Widerstand und hypertrophiert. Es handelt sich um eine konzentrische Hypertrophie, die relativ lange kompensiert bleibt. Poststenotisch ist der Druck in der Aorta und den Koronarien erniedrigt, sodass es zu einer relativen Koronarinsuffizienz kommt. Außerdem führt die linksventrikuläre Hypertrophie nicht nur zu einem erhöhten Sauerstoffbedarf des Herzmuskels, sondern auch zu einer Erhöhung des enddiastolischen Drucks und damit zu einer verminderten subendokardialen Perfusion. Klinisch können diese pathophysiologischen Veränderungen als Herzrhythmusstörungen, Myokardischämien oder plötzlicher Herztod in Erscheinung treten.
Hypothyreose-induzierende Medikamente
Amiodaron
Lithium
atypische Antipsychotika (z.B. Clozapin, Quetiapin)
Carbamazepin
Tyrosinkinaseinhibitoren (z.B. Imatinib, Sunitinib)
Besonderheiten L-Thyroxin-Substitution
einschleichen (CAVE: Gefahr von AP-Attacken)
Mit klarer Flüssigkeit, auf nüchternen Magen, unabhängig von anderen Medikamenten einnehmen
Verlaufskontrollen nach Therapiebeginn: TSH und fT4 nach ca. 2 Monaten, nach Etablierung der Erhaltungsdosis: TSH halbjährlich, später jährlich
TSH-Zielwert: 0,4–2,5 mU/L
Milan-Kriterien
Bei HCC zur Abschätzung des Erfolgs einer LeberTx, Durchführung nur bei Erfüllung der Kriterien:
Solitärer Knoten mit ≤5 cm Durchmesser oder
≤3 Knoten mit jeweils ≤3 cm Durchmesser
Keine extrahepatischen Metastasen
Keine Infiltration von Blutgefäßen (Pfortader, Lebervenenhauptäste)
Ursachen chronische pAVK
bei >70J 15-20% der Bevölkerung
Atherosklerose
Vaskulitiden
Traumatische Gefäßverletzungen
Fibromuskuläre Dysplasie
genetische Komponenten, -bspw. die zystische Adventitiadegeneration, v.a. Einengung der A. poplitea durch Zysten
Einteilung pAVK der unteren Extremität
Einteilung erfolgt anhand der Lokalisation der Gefäßstenosierung
pAVK vom Beckentyp (35%): A. renalis, Aorta abdominalis, Aa. iliacae
pAVK vom Oberschenkeltyp (50%): A. femoralis (superficialis), A. femoris profunda
pAVK vom Unterschenkeltyp (ca. 15%): A. tibialis anterior, A. tibialis posterior, A. fibularis
Häufig besteht mit der sog. pAVKvom Mehretagentyp auch eine Mischform
Aortenbifurkations-Syndrom (Leriche-Syndrom)
Verschluss auf Höhe der Aortenbifurkation mit oder ohne Einbezug der Iliakalgefäße : Gesäß- und Beckenregion, Oberschenkel, Impotenz (Erektionsschwäche, Impotentia coeundi)
Erstdiagnostik Asthma bronchiale
Labordiagnostik, insb. Differenzialblutbild und CRP (-> Eosinophilie)
Allergiediagnostik
Lungenfunktionsdiagnostik
Provokationstest
Peak-Flow-Messung
FeNO-Messung (= Fraktion des exhalierten Stifstoffmonoxids, Non-invasiver Biomarker der Atemwegsinflammation)
Diffusionskapazität für Kohlenstoffmonoxid
Röntgen-Thorax
Unterformen des Asthma bronchiale
Allergisches Asthma
Nicht-allergisches Asthma
Anstrengungsinduzierte Bronchokonstriktion
Analgetika-Asthma
Eosinophiles Asthma
Endoskopische Klassifikation Refluxösophagitis
Los-Angeles-Klassifikation
A-D
A: Auf eine Mukosafalte begrenzt
D: 75% der Zirkumferenz betroffen
Häufigste Ursachen GERD
Transiente Insuffizienz des unteren Ösophagussphinkters oder der Kardia, bspw. durch
Stenosen
Zunahme des His-Winkels auf >60°
Erhöhung des intraabdominellen Drucks, bspw. durch Schwangerschaft oder Adipositas
Unterer Ösophagussphinkter
Venenplexus (der im Ruhezustand mit Blut gefüllt ist und als Schwellkörper fungiert)
Fixierung des Ösophagus durch das Lig. phrenicooesophageale
spiralig angeordnete Ösophagusmuskelschicht (die das Lumen einengt)
His-Winkel (einer spitzwinkligen Einmündung des Ösophagus in den Magen)
Zwerchfellenge, bei der das Zwerchfell den Ösophagus wie eine Klammer umfasst
Prag-Klassifikation
Anwendung: Empfohlene Klassifikation für die Ausdehnung eines Barrett-Ösophagus
Kriterien (jeweils gemessen vom gastroösophagealen Übergang in cm)
C: Ausdehnung des zirkumferentiellen Anteils
M: Max. longitudinale Ausdehnung
Akute Pankreatitis - Pathophysiologie
Bei der akuten Pankreatitis werden durch verschiedene Faktoren (bspw. Gallensteine, Alkoholmissbrauch, Traumen, Medikamente, metabolische Störungen) Verdauungsenzyme innerhalb des Pankreas aktiviert. Unter normalen Umständen werden diese Enzyme in inaktiven Formen im Pankreas gespeichert und erst im Dünndarm aktiviert. Die intrapankreatische Aktivierung verursacht eine Autodigestion des Pankreasgewebes, was wiederum Entzündungen, Ödeme, Nekrosen und in schweren Fällen Gewebeblutungen zur Folge hat. Die entzündliche Reaktion zieht Immunzellen an, die Zytokine und andere entzündungsfördernde Substanzen freisetzen, was die Entzündungsreaktion weiter verstärkt und zu systemischen Komplikationen führen kann.
Pankreaspseudozysten
Pankreaspseudozysten sind abgekapselte, von Kollagen und Granulationsgewebe umgebene Sekretansammlungen im Pankreas. Sie sind häufiger als echte Zysten des Pankreas und haben keine auskleidende Epithelschicht. Kleinere Pankreaspseudozysten (<4 cm) bilden sich meist spontan zurück, größere können endoskopisch oder chirurgisch entfernt werden.
Ätiologien Akute Pankreatitis
I GET SMASHED:
I = Idiopathisch, G = Gallensteine, E = Ethanol, T = Trauma, S = Steroide, M = Mumps, A = Autoimmun, S = Skorpiongift, H = Hyperkalzämie, Hypertriglyceridämie, E = ERCP, D = Drugs
Diagnosekriterien Akute Pankreatitis
Die Diagnose einer akuten Pankreatitis kann gestellt werden, wenn mind. 2 der folgenden 3 Kriterien vorliegen:
Typische abdominelle Schmerzen: Akut beginnende, anhaltende Oberbauchschmerzen, oft mit gürtelförmiger Ausstrahlung in den Rücken
Serumlipase↑: Mind. das 3-Fache der oberen Norm
Charakteristische bildmorphologische Befunde: Primär transabdominelle Sonografie, im Verlauf ggf. Endosonografie, CT oder MRT
Therapiesäulen der Akuten Pankreatitis
PANCREAS:
Perfusion (Flüssigkeitssubstitution), Analgesia, Nutrition, Clinical (Überwachung), Radiology (bildgebende Kontrollen), ERC (endoskopische Steinextraktion), Antibiotics (ggf. Antibiotikagabe), Surgery (ggf. chirurgische Intervention)
Ätiologien chronische Pankreatitis
TIGAR-O:
T = Toxisch und Metabolisch (Alkohol, Rauchen, Hyperkalzämie), I = Idiopathisch, G = Genetisch, A = Autoimmun, R = Rezidivierende akute Pankreatitis, O = Obstruktiv
Chronische Pankreatitis hat keine biliäre Genese!
Probengewinnung Lymphknoten
Für die Zellen- bzw. Gewebegewinnung aus einem Lymphknoten gibt es drei Hauptmethoden: Feinnadelaspiration, Grobnadel-Stanzbiopsie und Exstirpation.
Die Feinnadelaspiration ermöglicht eine schnelle zytologische Einschätzung mittels Ultraschallführung. Dafür bedarf es jedoch zytopathologischer Expertise.
Die Grobnadel-Stanzbiopsie liefert zusammenhängendes Gewebe für detaillierte Untersuchungen, birgt aber das Risiko periprozeduraler Verletzungen.
Eine Exstirpation, also die komplette Entfernung des Lymphknotens, bietet optimale Beurteilungsbedingungen, erfordert jedoch einen operativen Eingriff unter Vollnarkose.
Einteilung Neoplasien der lymphatischen Reihe
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Lymphomen und akuter Leukämie. Die akute Leukämie der lymphatischen Reihe ist die ALL. Sie ist gekennzeichnet durch übermäßige Blastenproliferation im Knochenmark, ggf. mit Ausschwemmung ins Blut. Lymphome gehen dagegen generell von reiferen Vorläuferzellen aus. Man unterscheidet zwischen dem Hodgkin-Lymphom und der großen Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome (NHL). Zur Gruppe der NHLgehören sowohl hochmaligne/aggressive (z.B. diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom, Burkitt-Lymphom) als auch niedrigmaligne/indolente Lymphome (z.B. follikuläres Lymphom, multiples Myelom).
Erhöhtes Risiko für Sekundär-Neoplasien nach Radiochemotherapie bei Hodgkin-Lymphom
AML/MDS
Mamma- oder Schilddrüsenkarzinome
Stabile Angina pectoris
Definition: Reproduzierbare Symptomatik einer Angina pectoris ohne Anhalt für eine klinische Progredienz
Auslöser
Psychische oder körperliche Belastungen
Kälteexposition
Geblähter Magen (Roemheld-Syndrom)
Verlauf: Beschwerden klingen i.d.R. nach kurzer Zeit (10 min) oder ggf. nach Gabe von Nitroglycerininnerhalb von 2 min ab
Prognose: Risiko für Myokardinfarkt innerhalb von 5 Jahren 25%
Instabile Angina pectoris
Klinik
Retrosternale Schmerzen, die auf eine rasch progrediente, bedrohliche Ischämie hinweisen
Infarkttypische Symptomatik (in Ruhe oder bei geringster Belastung)
Länger anhaltende Beschwerden als bei stabiler Angina pectoris (>20 min)
Verzögertes oder fehlendes Ansprechen auf Nitrate
Spezielle Pathophysiologie
Plaqueruptur mit thrombotischer Auflagerung und Freisetzung vasokonstriktorischer Substanzen → Fokaler Gefäßspasmus und Induktion einer Thrombozytenaggregation
Wechselspiel: Thrombusbildung ↔︎ Endogene Thrombolyse (verhindert komplette Gefäßokklusion)
Kritische Herabsetzung der Koronardurchblutung → Übergang in stabile Situation oder akuten Myokardinfarkt möglich
Diagnostik
Klinische Chemie: Troponin T negativ
EKG: Prinzipiell rückbildungsfähige ST-Streckensenkungen oder T-Negativierungen, Normalbefunde aber häufig
Verlauf: In ca. 20% Übergang in Myokardinfarkt
Prinzmetal-Angina
vasospastische Angina pectoris
Symptomatik
Typische Beschwerdesymptomatik einer (belastungsunabhängigen!) Angina pectoris
Auftreten v.a. in den frühen Morgenstunden
EKG: Reversible ST-Hebung
Koronarangiografie: Passagere Koronarspasmen, oft im Bereich von Koronarstenosen
Therapie
1. Wahl zur Therapie und Prophylaxe
Calciumantagonisten (Nifedipin)
Betablocker sind kontraindiziert! Verhindern Dilatation der glatten Muskulatur
Kontraindikationen Belastungs-EKG auf dem Fahrrad-Ergometer
Akuter Infarkt mit erhöhten Troponin-Werten
Akute Herzinsuffizienz (NYHA III/IV)
RR >220/110 mmHg
Medikamentöse Sekundärprophylaxe bei KHK
ASS 100mg oder Clopidogrel 75mg
Senkung des Blutdruckes bei mittlerem/niedrigem Risiko auf <140/90 mmHg, bei hohem Risiko auf <130/80 mmHg mittels
1. Wahl: Betablocker
ACE-Hemmer -> beide verhindern kardiales Remodeling und Hypertrophie
Statine: LDL-Senkung <100mg/dl bzw. bei Hochrisikopatienten <70mg/dl -> Plaquestabilisierung
Diabetes-Einstellung: Ziel-HbA1c <6,5-7%
Antithrombozytäre Therapie bei KHK
Monotherapie: bei allen
ASS 100mg
Clopidogrel 75mg bei ASS-Unverträglichkeit
DAPT:
bei stattgehabtem ACS (für 12 Monate) oder nach Koronarstenting (für 6 Monate)
z.B. ASS 100mg + Ticagrelor 2x90mg/d -> Wahl d. P2Y12-Inhibitors je nach Risikoprofil
Clopidogrel + ASS nur wenn KI gegen Ticagrelor oder Prasugrel gegeben!
Triple Therapie/DAPT+OAK:
nach Stenting/instabiler KHK und zusätzliche Erkrankung mit Indikation zur oralen Antikoagulation
so kurz wie möglich!
Clopidogrel + ASS (zuerst absetzen) + OAK
kein Ticagrelor oder Prasugrel wegen erhöhter Blutungsgefahr
Wenn KHK ohne Ereignis + Indikation zur OAK (Vorhofflimmern, Schlaganfallprophylaxe) -> nur OAK-Gabe
Endokarditisprophylaxe
nur bei Hochrisikopatienten:
Z.n. Klappenersatz
Z.n. Endokarditis
angeborener Herzfehler
bei zahnärztlichen Eingriffen, Eingriffen in infizierte Lunge, Haut, GI-Trakt oder Urogenitaltrakt
30-60Min vor Eingriff Amoxicillin p.o. oder Ampicillin i.v. (bei Penicillin-Allergie Clindamycin)
Ischämiezeiten nach Gewebe
Gehirn
3–5 min
Neuronale Nekrose, hypoxisch-ischämische Enzephalopathie
Herz (Myokard)
ca. 20–40 min (klinisch ≈ 3–6 h bis Infarkt)
Irreversible Myozytenschäden, Herzinfarkt
Dünndarm
≈ 6 h
Mukosaschaden → Barrierestörung → Nekrose → Peritonitis
Leber / Magen / Pankreas / Milz
1–2 h
Zellnekrosen, Enzymfreisetzung, Organversagen
Dickdarm
Bis 72 h
Transmurale Nekrose erst spät, abhängig von Kollateralen
Skelettmuskel
6–8 h
Muskelnekrose, Myoglobinurie, Kompartmentsyndrom
Periphere Nerven
2–4 h
Funktionsverlust, Paralyseirreversibel
Haut
Bis 12 h
Nekrotische Ulzerationen bei längerer Unterbrechung
DCM - Dilatative Krdiomyopathie
Kontraktionsverlust des Myokards durch Überdehnung
Systolische Auswurfschwäche
Rückwärts- und Vorwärtsversagen des linken Herzens
Relative Mitralklappeninsuffizienz
häufigste idiopathische Kardiomyopathie, auch durch chronischen Alkohol-/Drogenabusus, Z.n. Myokarditiden, System-/Autoimmunerkrankungen, antineoplastische Therapien, Diabetes mellitus und Hyper-/Hypothyreosen; Zudem kann es im Rahmen einer Schwangerschaft bei der Mutter zu einer sog. peripartalen Kardiomyopathie kommen
TH: Behandlung Grunderkrankung falls vorhanden, sonst symptomorientiert
H(O)CM - Hypertrophe (obstruktive) Kardiomyopathie
Hypertrophie des linken (evtl. auch rechten) Ventrikels
Verminderte diastolische Dehnbarkeit des Ventrikels → Zunehmende Mitralinsuffizienz durch Druck- und Volumenbelastung des linken Ventrikels
Obstruktive Form (HOCM)
Zusätzliche subvalvuläre Vorwölbung des hypertrophierten Septums → Obstruktion der linksventrikulären Ausflussbahn
Klinik: Häufig asymptomatisch; Leistungsknick, Palpitationen, Schwindel bis Synkopen, Dyspnoe, Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen ⚡️Plötzlicher Herztod -> häufigste Ursache bei Sportler*innen und Jugendlichen
Gabe von inotropen Medikamenten ist bei HOCM kontraindiziert (z.B. Digitalis)!
Restriktive Kardiomyopathie
sehr seltene Erkrankung
Minderung der ventrikulären Elastizität während der Diastole bei üblicherweise intakter systolischer Funktion -> Rückstau des Blutes in die Vorhöfe und vor dem Herzen
Ätiologie:
Myokardiale Form: Idiopathisch oder im Rahmen von Systemerkrankungen (wie Sklerodermie, Amyloidose, Sarkoidose, Hämochromatose, Morbus Wilson)
Endokardiale Form: Karzinoid-Syndrom, eosinophile Endokarditis (Löffler-Endokarditis)
K: Herzinsuffizienz mit Dyspnoe und Stauungszeichen, Tachykardie; ähnlich konstriktive Perikarditis
TH: Medikamentöse Beeinflussung wenig effektiv, ohne Herztransplantation schlechte Prognose
Arrhythmogene Kardiomyopathie
Überwiegend rechtsventrikulärer Zelluntergang
Ausdünnung und Dilatation der Ventrikelwand
Störung der Erregungsleitung
K: Sehr variabel, Belastungsinduzierte ventrikuläre Tachykardie oft Erstsymptom, Palpitationen, Synkope, Plötzlicher Herztod
Im Verlauf Herzinsuffizienz möglich
Erstdiagnose häufig im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter
Erbgang: Autosomal-dominant mit unvollständiger Penetranz
Therapieoptionen: Sportverzicht, Herzinsuffizienztherapie, Antiarrhythmika, Katheterablation, Device-Therapie (ICD)
Tako-Tsubo-Kardiomyopathie
Synonyme: „broken-heart-syndrome“, transient left ventricular apical ballooning syndrome
Kurzbeschreibung: Akute, reversible Dysfunktion des linken Ventrikels bedingt durch intensiven emotionalen oder physischen Stress
In >90% der Fälle: Ältere, postmenopausale Frauen
Klinik: Symptome wie bei akutem Koronarsyndrom und kardialer Dekompensation
ST-Hebungen (wie STEMI) in 44% der Fälle, ST-Senkungen in <10% der Fälle
Labor: Oft nur leichte Troponinerhöhung
Echokardiografie
Vorwiegend apikale Akinese, hierdurch bedingte Ballonierung der Herzspitzenregion
Wandbewegungsstörung passt nicht zu einem typischen Versorgungsgebiet einer Koronararterie
Reduzierte Ejektionsfraktion
Herzkatheteruntersuchung
Koronarangiografie häufig unauffällig (keine Koronarstenosen bzw. Gefäßverschluss)
Ggf. Ventrikulografie zur Diagnosesicherung
Betablocker
Symptomatische Therapie wie bei Herzinsuffizienz
Komplikationen: 50% der Patienten erleiden kardiovaskuläre Komplikationen
Prognose
I.d.R. günstig; spontane Erholung bei „Stressfreiheit“ möglich (Stunden–Wochen)
Bei hospitalisierten Patienten mit kardiovaskulären Komplikationen: Mortalität ähnlich STEMI (4–5%)
Herzinsuffizienztypen nach LVEF
HFpEF: LVEF ≥ 50%
HFmrEF: LVEF 41-49%
HFrEF: LVEF ≤ 40%
Herzinsuffizienz - Epidemiologie
häufigster Grund für Krankenhauseinweisungen in D
KHK und aHT für 70-90% der Herzinsuffizienzen im Globalen Norden verantwortlich
10% Prävalenz bei >70-Jährigen
Dritthäufigste Todesursache in D (nach anderen Herzkreislauferkrankungen wie Mykardinfarkt + Schlaganfall sowie Malignomen)
Medianes Überleben nach der ersten Dekompensation mit stationärer Behandlung ca. 2,5 Jahre, nach der zweiten Dekompensation mit stationärer Behandlung ca. 1,5 Jahre!
Frank-Starling-Mechanismus
kurzfristiger Kompensationsmechanismus des Herzens, um Druck- und Volumenschwankungen auszugleichen
bei erhöhter Vorlast (größeres enddiastolisches Volumen im Ventrikel) erhöhte Vordehnung des Myokards -> positiv inotrop, mit verstärkter Schlagkraft kann ursprüngliches HZV erreicht werden
selbes Prinzip bei Nachlasterhöhung: Volumen kann nicht vollständig ausgetrieben werden, dadurch kommt es nachfolgend zu einer Vorlasterhöhung und damit wieder erhöhten Vordehnung
Asthma cardiale
Lageabhängige, i.d.R. nächtliche Episoden schwerer Atemnot mit bronchialer Spastik und Husten
im Liegen erhöht sich schwerkraftabhängig der Druck im Lungenkreislauf
venöser Rückstrom zum Herzen durch die Resorption von Ödemen verstärkt
Es kommt zu einer pulmonalen Stauung, die einen reflektorischen Bronchospasmus auslöst.
Transsudat vs Exsudat
Ein Transsudat entsteht durch einen erhöhten hydrostatischen Druck (z.B. aufgrund einer Herzinsuffizienz) oder einen verminderten onkotischen Druck (z.B. aufgrund eines Albuminmangels im Rahmen einer Leberzirrhose). Es kommt zum Austritt von zell- und proteinarmer, klarer Flüssigkeit.
Ein Exsudat entsteht durch entzündliche Prozesse oder Tumorerkrankungen und geht mit einer Erhöhung der Permeabilität der Kapillarwände einher. Zellen (z.B. Leukozyten) und Proteine gelangen gefolgt von Flüssigkeit nach extravasal, was die Flüssigkeit gelb erscheinen lässt.
Therapie der HFpEF
Screening auf und konsequente Behandlung von Ursachen und Komorbiditäten (insb. arterielle Hypertonie)
SGLT2-Inhibitoren: Behandlung mit Dapagliflozin oder Empagliflozin empfohlen
Diuretika: Bei Ödemen oder anderen klinischen Zeichen der venösen Stauung
GLP1-Analoga: Tirzepatid oder Semaglutid bei Adipositas
bei HFrEF von Anfang an alle vier prognoseverbessernden Medikamentengruppen
CRT
Dreikammer-Herzschrittmacher, der in bestimmten Fällen die Kontraktion des rechten und linken Ventrikels wieder synchronisieren und so die Pumpfunktion des Herzens verbessern kann.
Indiziert ist ein CRT-System insb. bei Herzinsuffizienz, wenn dabei außerdem ein Sinusrhythmus, ein kompletter Linksschenkelblock und trotz optimaler medikamentöser Therapie eine eingeschränkte Ejektionsfraktion (≤35%) vorliegen
Definition: Klinische Notfallsituationen mit Dissektions-ähnlicher Symptomatik, bei denen eine Störung der Wandintegrität der Aorta besteht
Intramurales Hämatom (IMH): Einblutung aus Vasa vasorum in die aortale Media mit Ausbildung eines Hämatoms in der Aortenwand, aber ohne Bildung eines zweiten Lumens oder Intimaeinriss
Penetrierendes Aortenulkus (PAU)
Entsteht durch Ruptur/Ulzeration einer arteriosklerotischen Plaque → Eindringen von Blut aus dem Aortenlumen in die Media möglich
Akute Aortendissektion (AAD): Auftrennung der Aortenwandschichten durch Einblutung in die Media und Ausbildung eines wahren und eines falschen Lumens
Akute Aortenverletzungen (AAV)
Traumatische Aortenverletzung
Iatrogene Aortenverletzung
Aortenruptur
Mögliche Ursachen einer akuten Herzinsuffizienz
CHAMPIT:
ACS
Hypertensiver Notfall
Arrhythmie (schwere Herzrhythmusstörungen)
Pulmonary embolism
Infektionen (inkl. Myokarditis)
Tamponade
Renale Komplikationen bei Hyperurikämie
Uratnephrolithiasis: Bildung von Nierensteinen aufgrund von Harnsäureablagerungen
Gichtnephropathie: chronische interstitielle Nephritis durch Natriumuratkristalle im Interstitium -> Hypertonie und fortschreitende chronische Nierenkrankheit
akute Uratnephropathie: plötzliche Blockade von Nierentubuli und Ureteren infolge erhöhter Harnsäuremengen; durch schnellen Anstieg des Serumharnsäurespiegels oder der renalen Harnsäureausscheidung -> akute Nierenfunktionseinschränkung
Pathophysio akuter Gichtanfall
Akuter Gichtanfall: Plötzlicher Anstieg der Harnsäurekonzentration oder Überschreiten der Löslichkeitsgrenze von Harnsäure → Ausfallen von Uratkristallen → Einwandern von neutrophilen Granulozyten →Phagozytose der Uratkristalle und Freisetzung lysosomaler Entzündungsmediatoren und Anreichern von Lactat → Kristallinduzierte Synovitis und pH-Wert↓ → Löslichkeitsgrenze von Harnsäure↓ → Uratkristalle fallen vermehrt aus [9]
Häufige Auslöser für einen akuten Gichtanfall
Stark purinhaltige Nahrungsmittel (bspw. Fleisch, Innereien, Hülsenfrüchte, Fisch und Meeresfrüchte)
Alkoholexzess
Fasten
Lokale Unterkühlung
klinische Diagnose eines Gichtanfalls sollte gestellt werden, wenn sich ohne Trauma oder intraartikuläre Injektion innerhalb von 24 h eine schmerzhafte Monarthritis eines distalen Extremitätengelenks entwickelt hat!
Natrium Elektrolytstörungen
beruhen meist auf Veränderungen des Wasserhaushaltes -> Resultat von Konzentration oder Verdünnung
selten durch tatsächliche Verluste (Erbrechen, Diuretika, Diarrhoe) oder Mehrbelastung (vermehrte Zufuhr)
Natrium ist mit begleitenden Anionen (Chlorid und Bicarbonat) für die Osmolarität des Extrazellulärvolumens maßgeblich
Das Serumnatrium ist ein indirektes Maß der Osmolarität
Differenzen des Serumnatriums zur intrazellulären Natriumkonzentration bestimmen den osmotischen Gradienten
Flüssigkeitsverschiebung zwischen intra- und extrazellulären Räumen wird durch diesen osmotischen Gradienten bestimmt
Serumnatrium↑ → Flüssigkeitsverschiebung von intra- nach extrazellulär → Zellschrumpfung
Serumnatrium↓ → Flüssigkeitsverschiebung von extra- nach intrazellulär → Zellschwellung
Schwere Hypernatriämien sind seltener als schwere Hyponatriämien, haben jedoch eine deutlich höhere Letalität (>50% bei Natriumkonzentrationen von >160 mmol/L)!
Therapie Natrium-Elektrolytstörungen
Serumnatriumwerte <120 mmol/L oder >160 mmol/L bzw. jede schwer symptomatische Form einer natriumbezogenen Elektrolytstörung bedürfen einer intensivmedizinischen Behandlung!
Durch zu raschen Natriumanstieg bei Ausgleich einer Hyponatriämie kann eine zentrale pontine Myelinolyse entstehen
Eine zu schnelle Senkung des Natriumwertes bei Hypernatriämie kann ein Hirnödem auslösen
Kausale Therapie anstreben: Ätiologische Zuordnung der vorliegenden Elektrolytstörung und Einleitung entsprechender Gegenmaßnahmen, z.B. Absetzen der auslösenden Medikation
Hyponatriämie:
Hypovoläm: Infusion isotoner Kochsalzlösung
Euvoläm: Trinkmengenrestriktion 500-800ml/24h + ggf. isotone Kochsalzlösung
Hypervoläm: Trinkmengenbeschränkung + Furosemid ⚡️Hypokaliämie
im Notfall (bei schwerer Symptomatik) hypertone Kochsalzlösung (NaCl 3%) restriktiv erwägen
Hypernatriämie:
Unklare Hypernatriämie: Differenzierte Volumentherapie, bspw. Ausgleich mit Glucoselösung 5%, halbisotonen (NaCl 0,45%) oder isotonen Infusionslösungen
Einfluss von Kalium auf das Ruhemembranpotenzial
Freie (=extrazelluläre) K+-Konzentration↓ → Konzentrationsgradient zwischen extra- und intrazellulär↑ → Ruhepotenzial↓ = Negativerer Wert als −90mV → Erregbarkeit↓
Freie (=extrazelluläre) K+-Konzentration↑ → Konzentrationsgradient zwischen extra- und intrazellulär↓ → Ruhepotenzial↑ = Positiverer Wert als −90mV → Erregbarkeit↑ → Langfristig gestörte Repolarisation und somit Parese
Der Einfluss auf die Erregbarkeit zeigt sich insbesondere bei akuten extrazellulären Veränderungen, chronische Konzentrationsveränderungen führen zu einer intrazellulären Anpassung!
Taillenumfang
Messung zwischen unterster Rippe und höchster Stelle des Darmbeinkamms
Laut IDF stammbetonte Adipositas ab Taillenumfang
≥94cm (m)
≥80cm (w)
BMI Einteilungen
Untergewicht
<18,5
Normalgewicht
18,5–24,9
Übergewicht (Präadipositas)
25,0–29,9
Adipositas Grad I
30,0–34,9
Adipositas Grad II
35,0–39,9
Adipositas Grad III (sog. Adipositas permagna)
≥40
Definition Metabolisches Syndrom nach IDF
Zentrale (stammbetonte) Adipositas mit Taillenumfang von ≥80 cm(Frauen) bzw. ≥94 cm (Männer)
Zusätzlich zwei der vier folgenden Faktoren
Erhöhte Triglyceride: ≥150 mg/dL (>1,7 mmol/L)
Erniedrigtes HDL-Cholesterin
Frauen: <50 mg/dL (<1,29 mmol/L)
Männer: <40 mg/dL (<1,03 mmol/L)
Erhöhter Blutdruck
Systolisch ≥130 mmHg oder
Diastolisch ≥85 mmHg
Nüchternblutzucker ≥100 mg/dL (≥5,6 mmol/L) oder Diabetes mellitus Typ 2
Typische Komplikationen Metabolisches Syndrom
Mögliche Komplikationen eines metabolischen Syndroms können kardiovaskuläre Ereignisse, Atherosklerose, Bluthochdruck, eine metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD), Diabetes mellitus Typ 2 und Malignome sein.
Hautveränderungen bei Dyslipidämie
Xanthomatosen können bei primären Dyslipidämien an verschiedenen Stellen des Körpers vorkommen. Dies sind kutane Lipidablagerungen, die durch Speicherung von Plasmalipoproteinen durch Perizyten und Makrophagen in der Haut entstehen. An den Augenlidern bezeichnet man sie als Xanthelasmen. Symmetrische, gelbliche Papeln mit rotem Saum im Bereich von Rücken, Extremitäten oder Gesäß werden hingegen als Xanthoma eruptivum bezeichnet.
Auslöser einer sekundären Steatosis hepatis
Morbus Wilson
Hungerzustände, Essstörungen
Langfristige parenterale Ernährung , Kurzdarmsyndrom
Hepatitis C (insb. Genotyp III)
Lipodystrophie
A-β-Lipoproteinämie
Reye-Syndrom
Akute Schwangerschaftsfettleber
Störungen des Cholesterinstoffwechsels
Medikamenteninduziert
LDL-Senkung bei verschiedenen Interventionen
Intervention
Zu erwartende LDL-Senkung
Lebensstilinterventionen
Bis 40% (stark schwankend)
Statin mit mittlerer Intensität
≈ 30%
Statin mit hoher Intensität
≈ 50%
Statin mit hoher Intensität + Ezetimib
≈ 65%
PCSK9-Inhibitor
≈ 60%
Ziel bei Pat. mit hohem Kardiovaskulären Risiko: LDL <50% des Ausgangswertes und LDL <70 mg/dL
AIDS-assoziierte opportunistische Infektionen (Stadium B)
Mundsoor
Orale Haarleukoplakie
Herpes zoster
AIDS-definierende Erkrankungen (Stadium C)
Zerebrale Toxoplasmose
Pneumocystis-Jirovecii-Pneumonie (TH: Cotrimoxazol + Glucocorticoide)
Sooösophagitis
Kaposi-Sarkom
UN-AIDS Ziele bis 2030 zur weltweiten HIV-Pandemiebekämpfung
95% der HIV-Infizierten kennen ihren Infektionsstatus
95% derer werden ART-behandelt
95% derer haben keine nachweisbare Viruslast
Null Stigmatisierung
paraneoplastische Hyperkalzämie
insbes. bei Lungenkarzinom, Nierenzellkarzinom, Ovarialkarzinom
Vitamin-D-Synthese
Ausgangssubstanz: Cholecalciferol → Aufnahme durch Nahrung oder Bildung durch Einwirkung der Sonne in der Haut aus 7-Dehydrocholesterol
Zwischensubstanz: 25-Hydroxycholecalciferol → Durch Hydroxylierung in der Leber
Endsubstanz/aktive Form von Vitamin D: Calcitriol (= 1-25-Dihydroxycholecalciferol oder 1,25-(OH)2-Vitamin D) → Durch Hydroxylierung in der Niere
Wirkung von PTH
Anstieg des Serumcalciums
Knochen: Vermehrter Ausbau von Calcium
Niere
Vermehrte Rückresorption von Calcium
Förderung der Bildung von Calcitriol → Vermehrte Aufnahme von Calcium aus dem Darm
Vermehrte Ausscheidung von Phosphat
Serumelektrolyte
Calcium↑
Phosphat↓
Parameter zur Diagnose einer Glucosestoffwechselstörung
bei DM Typ 1 ≥ 1 pathologischer Wert, bei Typ 2 ≥ 2 pathologische Werte
Diabetes mellitus liegt vor bei:
Nüchternblutzucker ≥126 mg/dl
HbA1c ≥ 6,5%
Gelegenheitsblutzucker ≥ 200mg/dl
oGTT nach 2h ≥ 200mg/dl
Pathophysio DM1
Diabetes mellitus Typ 1 entsteht durch antigenpräsentierende Zellen, die in Pankreaslymphknoten einwandern und dort mit CD4+-T-Zellen interagieren. Dies führt zum einen zu einer Aktivierung von autoreaktiven CD8+-Zellen mit Zerstörung von insulinproduzierenden Betazellen in Langerhans-Inseln, was wiederum einen (absoluten) Insulinmangel zur Folge hat. Zum anderen werden durch die CD4+-T-Zellen B-Lymphozyten aktiviert, die wiederum Autoantikörper gegen Betazellen bilden, was die Zerstörung der Langerhans-Inselnverstärkt. Ab einer Zerstörung von 80% der Betazellen steigt der Blutzucker an.
Pathophysio DM2
I.d.R. verursachen mehrere Faktoren die Entstehung eines Diabetes mellitus Typ 2. Zum einen spielt eine periphere Insulinresistenz eine Rolle. Dadurch kommt es zu einer verminderten insulinabhängigen Aufnahme von Glucose in die Muskel- und Fettzellen, was zu einer Hyperglykämie führt. Außerdem ist die hemmende Wirkung von Insulin auf die Glykogenolyse und Gluconeogenese in der Leber vermindert, was auch eine Hyperglykämie zur Folge hat. Im Verlauf kann es zu einer verminderten Insulinsekretion des Pankreaskommen, insb. postprandial.
Ursachen vorübergehende Hyperglykämien
Ursächlich für vorübergehende Hyperglykämien können Medikamente sein (bspw. Glucocorticoide), aber auch stressbedingte Hyperglykämien sind möglich. Durch die stressbedingte Ausschüttung von insulinantagonistischen Hormonen (bspw. Corticoide, Katecholamine und Glucagon) kommt es bspw. im Rahmen von Verbrennungen oder schweren Infektionen zu einer vorübergehenden Insulinresistenz, wodurch der Blutzucker kurzfristig ansteigt. Auch die iatrogene Hyperglykämie nach einer i.v.Glucosegabe sollte in Betracht gezogen werden.
Laborchemische Abgrenzung Diabetesformen
C-Peptid (bei Typ 1 immer erniedrigt -> Spaltprodukt des Insulins, im Blut stabiler, daher geeigneter Laborparameter)
Diabetesspezifische Antikörper
Antikörper gegen zytoplasmatische Inselzellantigene (Anti-ICA)
Antikörper gegen die Glutamatdecarboxylase (Anti-GAD65-AK)
Antikörper gegen die Tyrosinphosphatase 2 (Anti-IA2-AK)
Antikörper gegen Insulin (Anti-IAA)
Antikörper gegen den Zinktransporter 8 (Anti-ZnT8-AK)
-> Die diabetesspezifischen Antikörper werden bei positiver Familienanamnese eines Diabetes mellitus Typ 1 zur Frühdiagnostik, zur Diagnosesicherung des Typ-1-Diabetes bzw. LADA und/oder bei unklarer Zuordnung zu einer Diabetesform bestimmt!
Diabetische Ketoazidose
Die diabetische Ketoazidose ist eine akute, lebensbedrohliche Komplikation, die häufig bei Typ-1-Diabetes auftritt. Schwere Hyperglykämie, Ketose und Azidose als Folge des Insulinmangels sind charakteristisch, was zu einer unkontrollierten Lipolyse und anschließenden Ketonproduktion führt. Zu den Symptomen der diabetischen Ketoazidose gehören Polyurie, Polydipsie, Übelkeit, Erbrechen, Dehydration, Bauchschmerzen, ggf. ein nach Aceton riechender Atem und potenziell Bewusstseinsveränderungen sowie Koma. Die diabetische Ketoazidose hat typischerweise einen akuten Beginn, der sich über Stunden entwickelt. Die Grundpfeiler der Behandlung sind die intravenöse Flüssigkeitszufuhr, der Elektrolyt- und Bicarbonatausgleich unter engmaschiger Kontrolle und die Insulingabe unter engmaschiger Blutzuckerkontrolle.
Assoziierte Autoimmunerkrankungen bei DM1
Hashimoto-Thyreoiditis
Typ-A-Gastritis
Zöliakie
primäre Nebennierenrindeninsuffizienz
Dawn-Phänomen
Das Dawn-Phänomen ist eine frühmorgendliche Hyperglykämie durch erhöhten Insulinbedarf in der 2. Nachthälfte. Dieser ist durch eine vermehrte Wachstumshormonsekretion erklärbar. Das Phänomen kommt (insb. bei jungen Typ-1-Diabetiker:innen) häufig vor. Um die Hyperglykämie zu vermeiden, sollte die Abenddosis später (gegen 23 Uhr) gegeben oder vorsichtig erhöht werden. Alternativ kann eine Umstellung auf eine Insulinpumpentherapie erwogen werden.
Somogyi-Effekt
Der Somogyi-Effekt kommt selten vor und bezeichnet die postprandiale morgendliche Hyperglykämie durch eine zu hohe abendliche Insulindosis mit nächtlicher Hypoglykämie und hormoneller Gegenregulation. Zu Stoffwechselentgleisungen kommt es meist nach dem Frühstück, obwohl die Kohlenhydrateinheiten mit dem üblichen Bedarfsinsulin abgedeckt sind. Therapeutisch ist eine Senkung des abendlichen Verzögerungsinsulins angezeigt.
Adipositas-assoziierte Erkrankungen
Insulinresistenz bzw. Diabetes mellitus Typ 2
Dyslipoproteinämie (HDL↓; LDL↑; Hypertriglyceridämie)
Hyperurikämie bzw. Gicht
Störungen der Fibrinolyse
Kardiovaskuläre Erkrankungen, bspw. KHK
Demenz
Hormonelle Störungen
♀: Bspw. Hyperandrogenämie
♂: Bspw. Testosteronmangel
Pulmonale Komplikationen, bspw. Schlafapnoe-Syndrom
Degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates
Karzinome, bspw.
Ösophaguskarzinom
Kolonkarzinom
Nierenzellkarzinom
Mammakarzinom
Pathophysiologie COPD
Inhalative Noxen → Chronische Entzündung der Bronchiolen, vermittelt durch CD8+-T-Lymphozyten und neutrophile Granulozyten → Fibrosierung, Parenchymverlust mit Zerstörung des Flimmerepithels der Atemwege, bronchialer Instabilität und vermehrter Schleimproduktion → (Forcierte) Exspiration → Bronchialkollaps = FEV1↓ → Chronisch-progrediente Obstruktion
Lungenemphysem
Eine irreversible Erweiterung der Lufträume distal der Bronchioli terminales als Folge der zerstörten Lungenarchitektur wird als Lungenemphysem bezeichnet. Hierbei sind sowohl das Lungengerüst (Destruktion der Alveolenwände) als auch die Gasaustauschfläche (Destruktion der pulmonalen Kapillaren) betroffen. Hauptrisikofaktoren für die Entstehung sind inhalative Noxen(insb. Zigarettenrauchen, E-Zigaretten, Feinstaub). Eine seltenere Ursache ist der α1-Antitrypsin-Mangel.
Spirometrie - diagnostisch relevante Werte
Die maximale Atemstromstärke bei forcierter Exspiration(Peak expiratory Flow, PEF)
die Einsekundenkapazität bzw. das Atemvolumen, das nach maximaler Inspiration mit voller Kraft innerhalb der ersten Sekunde ausgeatmet werden kann (Forced expiratory Volume in 1 second = FEV1)
die inspiratorische, die exspiratorische und die forcierte Vitalkapazität (IFV, EFC, FVC)
den Tiffeneau-Index bzw. das Verhältnis von Einsekundenkapazität zu forcierter Vitalkapazität (FEV1/FVC × 100%)
die mittlere Atemstromstärke, wenn noch 75/50/25% der Vitalkapazitätin der Lunge sind (Mean expiratory Flow 75/50/25% = MEF 75/50/25%)
Bodyplethysmographie
Die Bodyplethysmografie ist ein Routineverfahren zum Ausschluss einer pulmonalen Funktionseinschränkung. Sie wird analog zur Ruhespirometrie durchgeführt, nur sitzen die Patient:innen in einer abgeschlossenen Kabine, dem Ganzkörperplethysmografen. Da die Druckveränderungen in der Kammer umgekehrt proportional zu denen in den Alveolen sind, können durch den sich ändernden Kabinendruck die totale Lungenkapazität und das intrathorakale Gasvolumen bestimmt werden. Hintergrund ist das Boyle-Mariotte-Gesetz, das u.a. besagt, dass das Produkt aus Volumen und Druck konstant bleibt.
Restriktive Lungenfunktionsstörung in der Bodyplethysmographie
Eine verminderte totale Lungenkapazität (TLC) und Vitalkapazität (VC) – d.h. eine reduzierte Möglichkeit der Lunge, sich auszudehnen – zeigt eine restriktive Ventilationsstörung an. Es kann ebenfalls zu einer verminderten Einsekundenkapazität (FEV1) kommen, der Tiffeneau-Index ist aber im Gegensatz zu obstruktiven Störungen normwertig. Restriktive Störungen können bspw. im Rahmen einer Lungenfibrose, eines Pneumothorax oder durch mechanische Behinderungen wie bei einer Adipositas oder Skoliose auftreten.
Vergleich Stadientherapie M. Crohn und Colitis ulcerosa
Therapiestufe / Schweregrad
Morbus Crohn 1
Colitis ulcerosa 2
1. Leichter Schub
Lokal wirksames Budesonid p.o. bei Ileozäkal‑ oder rechtsseitigem Kolonbefall (9 mg/d über 8 Wochen) → Ausschleichen. Mesalazin nur Off‑Label bei mildem Verlauf 1.
Mesalazin p.o./rektal (je nach Befall: Suppositorien, Schaum, Klysma). Bei Proktitis nur rektal; bei Linksseiten‑ oder Pankolitis oral + rektal 2.
2. Mittelschwerer/nicht steroidrefraktärerSchub
Systemische Glucocorticoide (Prednisolon 1 mg/kgKG/d → Ausschleichen über 8–12 Wochen). Bei kolonbetonten Befällen evtl. + lokal rektal 1.
Budesonid MMX p.o. oder systemische Glucocorticoide; bei unzureichendem Ansprechen → Therapie nach schwerer CU überführen 2.
3. Steroidrefraktär / ‑abhängig / schwerer Schub
Biologika / Small Molecules:Anti‑TNF‑α‑Antikörper (Infliximab, Adalimumab), Vedolizumab, Ustekinumab, Risankizumab, Upadacitinib 1. Alternativ: Methotrexat bei Steroidabhängigkeit.
Systemisches Prednisolon p.o./i.v.; bei fehlender Besserung: Biologika(Anti‑TNF‑α, Anti‑IL‑23, JAK‑Inhibitoren, S1PR‑Modulatoren) oder Calcineurin‑Inhibitoren. Bei Nichtansprechen innerhalb 7 Tagen → chirurgische Proktokolektomie 2.
Remissionserhaltung
Thiopurine (Azathioprin 2–2,5 mg/kgKG / d oder 6‑MP 1–1,5 mg/kgKG / d) bei steroidabhängigem Verlauf; Biologika oder Small Molecules bei hochaktivem oder kompliziertem Verlauf 1. Systemische Glucocorticoide sind kontraindiziert.
Mesalazin p.o./rektal (Plus Überwachung + Adhärenz). Bei schwerer CU oder biologischer Induktion → gleicher Wirkstoff weiterführen (z.B. Vedolizumab, Ustekinumab, Anti‑TNF‑α, JAK‑Inhibitoren). Calcineurin‑Inhibitoren nur temporär 2.
Chirurgische Therapie
Bei komplikativen Verläufen (Stenosen, Fisteln, Abszesse); Resektion kann zur Remission führen, aber Rückfall möglich 1.
Proktokolektomie bei Therapieversagen oder Komplikationen (z.B. toxisches Megakolon, Dysplasie). Einzige kurativeOption 2.
Multiples Myelom - diagnostische Kriterien
Beide Kriterien müssen erfüllt sein
Kriterium 1: ≥10% monoklonale Plasmazellen im Knochenmark oder bioptisch gesichertes Plasmozytom
Kriterium 2: ≥1 der SLiM-CRAB-Kriterien muss erfüllt sein
Sixty: Monoklonale Plasmazellen im Knochenmark ≥60%
Light Chain: Freie Leichtketten ≥100 mg/L und Leichtkettenquotient ≥100
MRT: Mind. 2 fokale Läsionen >5 mm im Ganzkörper-MRT
Calcium: Serumcalcium↑ (>0,25 mmol/L bzw. >10 mg/L über Normwert oder >2,75 mmol/L bzw. >110 mg/L)
Renal: Kreatinin-Clearance↓ (<40 mL/min) oder Serumkreatinin↑ (>177 μmol/L bzw. >2 mg/dL)
Anämie: Hb-Wert↓ (<6,21 mmol/L bzw. <10 g/dL oder >1,24 mmol/L bzw. >2,0 g/dL unter Normwert)
Bone: ≥1 Osteolyse (Röntgen, CT oder PET/CT)
Multiples Myelom - Therapie
Asymptomatisch: Watch and Wait
Symptomatisch, <75 J, guter AZ:
InduktionsTH: Dexamethason, Doxorubicin + Bortezomib
Mobilisation Stammzellen ins periphere Blut mit Filgrastim (G-CSF)
Entnahme von eigenen Stammzellen
Hochdosis-ChemoTH mit Melphalan + Ganzkörperbestrahlung
Autologe Stammzelltransplantation
ErhaltungsTH mit Bortezomib oder Lenalidomid (⚡️teratogen)
Symptomatisch, >75 J, schlechter AZ:
Thalidomid/Lenalidomid/Bortezomib + Melphalan + Dexamethason
Zudem supportive Therapie für Osteolysen/Knochenschmerzen -> Bestrahlung, Bisphosphonate, Denosumab, Panzytopenie, Niere, Hyperkalzämie
Paraneoplastische Syndrome bei Lungenkarzinom
Paraneoplastische Syndrome treten insb. bei dem kleinzelligen Lungenkarzinom auf, denn dieser Tumor kann Hormone bilden. Am häufigsten ist das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH).
Auch eine tumorinduzierte Hyperkalzämie, ein Cushing-Syndrom, ein Lambert-Eaton-Syndrom, Hypoglykämien, eine paraneoplastische Polyneuropathie oder eine Thrombozytose können auftreten.
Manche Betroffene stellen sich initial ärztlich vor aufgrund von Beschwerden, die durch ein paraneoplastisches Syndrom ausgelöst wurden
Pancoast-Tumor
peripherer Tumor der Lungenspitze, der in den Plexus brachialis infiltrieren kann. Dies kann zu einer Plexusneuralgie mit Armschmerzen oder motorischen/sensiblen Defiziten des Arms führen.
Darüber hinaus kann durch die Infiltration des Ganglion stellatum ein Horner-Syndrom mit Ptosis, Miosis und (Pseudo‑)Enophthalmus entstehen.
Außerdem kann es zur Infiltration der V. cava superior mit oberer Einflussstauung und Kompression oder auch zu Rippenschmerzen durch Infiltration der Thoraxwand kommen.
Metastasierung Lungen Karzinom
Hämatogen metastasiert es in Leber, Gehirn, Nebennierenund Knochen. Auch Metastasen in Niere, Haut und Schilddrüse kommen vor, sind aber selten. Lymphogen streut das Lungenkarzinom in Lymphknoten der Lunge und des Mediastinums sowie in Skalenus- und supraklavikuläre Lymphknoten.
Immun-Checkpoint-Inhibitoren
Monoklonale Antikörper gegen bestimmte T-Zell-Rezeptoren. Die Antikörper heben die hemmende Wirkung der Rezeptoren auf die zytotoxische T-Zell-Immunreaktion auf und aktivieren dadurch T-Zellen zur Bekämpfung von Tumorzellen. Aktuell als Arzneimittel zugelassene Antikörperrichten sich gegen die Rezeptoren CTLA4 (Ipilimumab, Tremelimumab), PD-1 (Nivolumab, Pembrolizumab) bzw. dessen Liganden PD-L1 (Atezolizumab, Avelumab, Durvalumab). Sie kommen u.a. in der Behandlung des Lungenkarzinoms, des malignen Melanoms, des Hodgkin-Lymphoms und des Nierenzellkarzinoms zum Einsatz.
Durch die Aktivierung des eigenen Immunsystems ist die Therapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren sehr häufig mit autoimmunen Nebenwirkungen assoziiert, die bei einem relevanten Anteil der Patient:innen schwer oder lebensbedrohlich ausfallen und theoretisch in jedem Organsystem auftreten können. Am häufigsten sind autoimmun vermittelte Hautreaktionen, gefolgt von Kolitiden, Hepatitiden und Endokrinopathien (z.B. Thyreoiditis, Hypophysitis, Diabetes mellitus). Durch ein frühes Erkennen und eine prompte Glucocorticoidgabe lassen sich die meisten Checkpoint-induzierten Nebenwirkungen i.d.R. gut kontrollieren. Aufgrund der komplexen Zusammenhänge und potenziell schwerwiegenden Folgen sollte die Behandlung autoimmun vermittelter Nebenwirkungen allerdings stets an spezialisierten Zentren erfolgen.
SPIKES-Modell
SPIKES-Modell nach Baile (2000): Protokoll zur besseren Gesprächsstrukturierung beim Überbringen schlechter Nachrichten
Situation
Patientenwissen
Invitation
Kenntnisvermittlung
Empathischer Umgang mit Emotionen
Summary
Ggf. zusätzlich Palliativversorgung
Thoraxdrainagen-Anlage bei Pneumothorax
Für die innerklinische Anlage von Thoraxdrainagen wird in der nach Gotthard Bülau benannten Position im 4.–5. ICRzwischen vorderer und mittlerer Axillarlinie punktiert. Dort wird ein Drainageschlauch in den Pleuraspalt vorgeschoben und anschließend mit einem Drainagebehälter (meist eine Mehrkammerdrainage mit Wasserschloss, Sekretbehälter und Sog) verbunden. Der Bereich der Punktion wird auch als „Safe Triangle“ bezeichnet (da hier keine größeren Gefäße verlaufen und die Gefahr einer Organverletzung gering ist) und durch die lateralen Ränder des M. pectoralis major und des M. latissimus dorsi sowie an der Unterseite durch den 5. ICRbegrenzt.
Thoraxdrainage in Monaldi-Position(2. ICR in der Medioklavikularlinie): Je nach Notfallmedizinprotokoll wird diese Position heutzutage entweder nur noch präklinisch oder wegen der Gefahr der Verletzung vitaler Strukturen gar nicht mehr empfohlen. Drainagen in dieser Position erreichen außerdem ausschließlich ventrale Bereiche der Thoraxhöhle, weshalb nur ein Pneumothorax (kein Hämatothorax) entlastet werden kann.
Gründe für plötzliches unerwartetes Versterben bei jungen Menschen
Führend hierbei sind kardiale Ursachen, insb. die angeborenen Kardiomyopathien wie die hypertropheobstruktive oder nicht-obstruktive Kardiomyopathie (HOCMund HCM), die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie sowie die dilatative Kardiomyopathie. Weitere kardiale Ursachen sind Muskelbrücken an den Koronarien sowie andere Koronaranomalien und angeborene Klappenvitien (z.B. Aortenklappenstenose, Mitralklappenprolaps). Angeborene rhythmogene Ursachensind das Long- und Short-QT-Syndrom, das Brugada-Syndromsowie Präexzitationssyndrome (z.B. WPW-Syndrom). Zu den möglichen erworbenen kardialen Erkrankungen gehören insb. (die häufig nicht diagnostizierten) Myokarditiden. Diagnostisch wegweisend bei den myokardialen Erkrankungen sind die Echokardiografie, bei rhythmogenen Ursachen typische Zeichen im EKG. Zu den bedeutsamen nicht-kardialen Ursachen gehören zunächst zerebrale Erkrankungen wie intrazerebrale Blutungen (z.B. Aneurysmaruptur) sowie Schlaganfälle durch paradoxe Embolien (bei persistierendem Foramen ovale oder anderen Atriumseptumdefekten). Außerdem sollte an eine Aspiration(„Bolustod“) sowie eine Lungenembolie (z.B. bei Thrombophilie) gedacht werden. Auch Erkrankungen der Aorta sind als Ursache möglich, etwa eine Dissektion bei Marfan-Syndrom.
Divertikulose
Auftreten hernienartiger Ausstülpungen der Mukosa und Submukosa (sog. Pseudodivertikel) durch Muskellücken der Tunica muscularis!
DD: Zäkumdivertikulose mit echten Divertikeln
Classification of Diverticular Disease
0
Asymptomatische Divertikulose
1
Akute unkomplizierte Divertikelkrankheit/Divertikulitis
1a: Ohne phlegmonöse Umgebungsreaktion
1b: Mit phlegmonöser Umgebungsreaktion
2
Akute komplizierte Divertikulitis
2a: Mikroabszess
2b: Makroabszess
2c: Freie Perforation
2c1: Eitrige Peritonitis
2c2: Fäkale Peritonitis
3
Chronische Divertikelkrankheit
3a: Symptomatische unkomplizierte Divertikelkrankheit
3b: Rezidivierende Divertikulitis ohne Komplikationen
3c: Rezidivierende Divertikulitis mit Komplikationen
4
Divertikelblutung
Multiples Myelom - Risikofaktoren
Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz
Höheres Lebensalter
Männliches Geschlecht
Familiäre Häufung
Afroamerikanische Vorfahren
Exposition gegenüber potenziellen Schadstoffen (Benzolverbindungen, ionisierende Strahlung)
Lungenkrebs-Früherkennung
Anspruchsberechtigte Personen
Aktive/ehemalige Raucher:innen (Rauchstopp vor ≤10 Jahren) und
Alter 50–75 Jahre und
Expositionsdauer ≥25 Jahre und
≥15 Pack Years
Durchführung
Verfahren: Low-Dose-CT
Frequenz: 1×/Jahr
Myokardinfarkt Typ 1-5
Typ 1: Atherosklerotische Plaqueruptur mit Thrombosierung
Typ 2: Sauerstoffdefizit als Ursache, z.B. bei
Anhaltende Tachykardie
Schwere arterielle Hypertonie (mit/ohne Linksherzhypertrophie)
Koronarspasmen
Koronardissektion
Frauen häufiger betroffen, ⚡️schlechte Prognose
Typ 3: Herztod
Typ 4: PCI-Assoziiert
Typ 5: Bypass-assoziiert
MINOCA: Definition: Myokardschädigung durch akute myokardiale Ischämie ohne angiografischen Nachweis einer Koronarstenose (≥50% Verschluss); Frauen häufiger betroffen
Kontraindikationen Fibrinolyse bei STEMI
Absolute Kontraindikationen
Vorherige intrakranielle Blutung oder Schlaganfall unbekannter Ursache
Ischämischer Schlaganfall in letzten 6 Monaten
Verletzung des ZNS, Neoplasien, arteriovenöse Malformation
Trauma/Chirurgie/Kopfverletzung im letzten Monat
Magen-Darm-Blutung im letzten Monat
Bekannte Blutungsstörung
Aortendissektion
Nicht komprimierbare Punktionsstelle in den letzten 24 h
Relative Kontraindikationen
TIA in letzten 6 Monaten
Orale Antikoagulation
Schwangerschaft oder Entbindung in letzter Woche
Refraktäre Hypertonie
Fortgeschrittene Lebererkrankung
Infektiöse Endokarditis
Aktives Magengeschwür
Langwierige oder traumatische Reanimation
Myokardinfarkt - Komplikationen
Frühkomplikationen: Plötzlicher Herztod, HRST (z.B. Kammerflimmern), Akute Herzinsuffizienz, kardiogener Schock, Blutungen, Rupturen
Spätkomplikationen: Ventrikelaneurysma, art. Embolien, Reinfarkt, Perikarditis, Herzinsuffizienz
EK - Transfusion
Ein Erythrozytenkonzentrat hebt den Hb‑Wert im Mittel um 1 g/dL
Zusätzliche Einflussfaktoren bei der Indikationsstellung
Klinische Symptomatik: Hypotonie, Tachykardie, Dyspnoe, pektanginöse Beschwerden, Blässe, Schwindel, Lactatazidose
Kompensationsfähigkeit: Alter, kardiale/pulmonale Komorbiditäten, Volumenstatus.
Akuter Blutverlust: Der Hb kann initial normal sein – Entscheidung nach Kreislaufparametern und Blutungsdynamik, nicht allein nach Laborwert
Für die Mehrzahl der Patient:innen gilt eine restriktive Transfusionsstrategie:
Hb-Trigger < 7 g/dL (Standard).
< 8 g/dL bei kardiovaskulären Erkrankungen oder eingeschränkter Kompensation.
Transfusion nicht routinemäßig bei Hb > 10 g/dL, außer bei manifester Hypoxie. Entscheidend ist stets die klinische Beurteilung, nicht der Laborwert allein.
Biopsie zum Ausschluss von HP-Besiedlung
2× im Bereich des Magenantrums präpylorisch an der kleinen und großen Kurvatur sowie 2× im Bereich des Magenkorpus an der kleinen und großen Kurvatur
Gastritis - Ursachen neben Hp- und NSAR
Eine Helicobacter-pylori-negative Ulkuskrankheit kann auch infolge von Stress (z.B. bei Intensivpatient:innen) auftreten. Auch Patient:innen mit hohem Alkohol- und/oder Nicotinkonsum haben ein leicht erhöhtes Risiko, wenngleich diese Faktoren nur einen geringen Stellenwert haben. In seltenen Fällen können aber auch weitere Erkrankungen wie ein Zollinger-Ellison-Syndrom (Gastrinom) oder ein primärer Hyperparathyreoidismus zugrunde liegen. Beim Zollinger-Ellison-Syndrom kommt es durch eine übermäßige Gastrinbildung zu rezidivierenden, therapieresistenten Ulzera in Magen, Duodenum und seltener Jejunum. Der kurativeTherapieansatz besteht in der chirurgischen Resektion des Tumors. Beim primären Hyperparathyreoidismus kommt es durch einen übermäßigen Anstieg des Nebenschilddrüsenhormons Parathormon und der damit verbundenen Hyperkalzämie zu einer Stimulation gastrinbildender Zellen, was wiederum zu Magenulzera führt.
Management akute obere GIB
Sofortmaßnahmen
Schockgerechte Lagerung in Kopftieflage oder Beinhochlagerung
Volumensubstitution
O2-Zufuhr
Abnahme von Kreuzblut und Anforderung von Erythrozytenkonzentraten
Protonenpumpenhemmer i.v.
Monitoring der Vitalparameter
Blutuntersuchung: Unter anderem Hämoglobinwert, Gerinnung, Elektrolyte, Kreatinin
Notfallendoskopie nach Möglichkeit bei stabilisiertem Kreislauf
Versuch der endoskopischen Blutstillung
Beim Versagen der endoskopischen Blutstillung: Operation mit Ulkusumstechung und Gefäßligatur der zuführenden Gefäße (von extraluminal)
Nephritisches vs nephrotisches Syndrom
Merkmal
Pathophysiologie
Entzündlich-immunologische Schädigung der glomerulären Kapillarwand → Durchlässigkeit für Blutzellen
Schädigung der Podozyten und Schlitzmembran → Verlust der Selektivität für Proteine
Verlauf
Akut, häufig nach Infekt (z. B. poststreptokokken‑GN)
Langsam progredient
Leitsymptome
Hämaturie (Mikro- oder Makro-), Oligurie, Hypertonie, periorbitale Ödeme, Flankenschmerz
Massive Ödeme (beginnend periorbital, dann generalisiert), Gewichtszunahme, schäumender Urin, evtl. Fatigue
Urinbefund
Dysmorphe Erythrozyten, Erythrozytenzylinder, milde Proteinurie(≤2 g/Tag) – sogenanntes nephritisches Sediment
Starke Proteinurie > 3,5 g/Tag, keine oder minimale Hämaturie – nephrotisches Sediment
Serumwerte
Retentionsparameter↑ (Kreatinin, Harnstoff), hämatologisch oft normales Albumin
Hypoalbuminämie, Hyperlipidämie, ggf. Hypokalzämie (bedingt durch Albuminverlust)
Blutdruck
Meist deutlich erhöht (renal bedingt)
Normal oder leicht erhöht
Ödeme
Mäßig, infolge Natrium‑/Wasserretention
Stark (Gesicht, Beine, Anasarka), infolge Hypoonkotischer Hypoalbuminämie
Komplikationen
Akutes Nierenversagen, ggf. RPGN
Thrombosen (v.a. Nierenvenenthrombose), Infektanfälligkeit
Typische Ursachen
Poststreptokokken‑Glomerulonephritis, IgA‑Nephropathie, Lupusnephritis, ANCA‑Vaskulitiden
Minimal‑Change‑Glomerulopathie, membranöse Glomerulopathie, FSGS, diabetische Nephropathie
Allgemeine Therapieprinzipien bei nephrotischem Syndrom
Verringerung der Proteinurie
Gabe von ACE-Hemmern (alternativ AT1-Rezeptor-Blocker) -> Senken intraglomulären Druck, dadurch Verringerung Proteinurie um bis zu 50%
Verzicht auf nephrotoxische Medikamente und Nikotin
Keine strenge Eiweißrestriktion
Therapie der Ödeme
Beginn mit Schleifendiuretikum p.o.
kochsalzarme Diät <2g/d
Blutdruckeinstellung
Reduktion des Thromboserisikos
eher VKA oder Heparin -> wegen Antithrombin-Mangel unklare Wirkungslage für DOAKs
Unklare Evidenzlage zur Lipidsenkung
Infektionsprophylaxe, z.B. durch Impfungen
Red Flags bei Struma
Tasten von harten, unregelmäßig geformten und schlecht bzw. nicht verschieblicher Knoten
Insb. zusätzliche Heiserkeit und Verdrängungssymptome
Tasten vergrößerter Halslymphknoten
Tastbare Struma bei männlichen Patienten
Bestrahlung der Halsregion im Kindes- und Jugendalter (bspw. bei Hodgkin-Lymphom)
Jugendliches (<16) bzw. hohes Alter (>60) der Patienten
Positive Familienanamnese bezüglich Schilddrüsenkarzinomen (z.B. MEN2)
Epidemiologie HCC
5-JÜR etw. 15%
bei Z.n. Leber-Tx 5-JÜR etw. 70%
HCC-Screening
Indikationen
Chronische HBV-Infektion mit PAGE-B-Score ≥10
Leberzirrhose in Stadium A und B nach Child-Pugh und bei Lebertransplantationslistung
Fortgeschrittene Leberfibrose, insb. bei
Chronischer HCV-Infektion
MASLD
Akute intermittierende Porphyrie
Glykogenspeicherkrankheit
Morbus Gaucher
Tyrosinämie Typ I
Untersuchungen
Lebersonografie alle 6 Monate
Ggf. zusätzliche AFP-Bestimmung
Bestimmung des Fibrosestadiums
Leber-Elastografie
NAFLD-Fibrosis-Score
FIB-4-Score
Schutzmechanismen gegen Atemwegsinfekte in den Atemwegen
Der Hustenreflex und die Ziliarfunktion des Flimmerepithels des Respirationstraktes schützen mechanisch vor dem Eindringen von Krankheitserregern.
Im Atemwegsschleim sind u.a. Enzyme und IgA enthalten, wodurch Krankheitserreger direkt angegriffen bzw. Immunzellen aktiviert werden können.
Auch das Surfactant der Lunge hat eine antimykotische Wirkung und ist zudem in der Lage, Krankheitserreger durch Opsonierung zu markieren und damit die Immunreaktion beschleunigt einzuleiten.
lebensbedrohliche Kreislaufstörung mit
einer Hypotonie (MAP <65 mmHg) trotz adäquater Volumengabe (Kreislaufdysregulation)
und einem Serum-Lactat >2 mmol/L (zelluläre Dysfunktion mit Anhäufung eines Stoffwechselprodukts) infolge einer Sepsis.
Schock
Ein Schock ist allgemein ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf.
Es kommt zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung mit folgender Organschädigung.
Es werden verschiedene Schockformen unterschieden, u.a. distributiver Schock, obstruktiver Schock, kardiogener Schock und hypovolämer Schock.
Bei der Sepsis kommt es am ehesten zu einem distributiven Schock durch eine Verteilungsstörung des Blutvolumens, u. a. durch eine Permeabilitätsstörung der Gefäße.
Mögliche Komplikationen und Folgen einer Sepsis
Septischer Schock inkl. Hypotonie und Reanimationspflichtigkeit
Disseminierte intravasale Gerinnung
Organversagen, insb. Leberversagen, Nierenfunktionsverschlechterungen oder Lungenfunktionsverschlechterung (u.a. ARDS)
Critical-Illness-Polyneuropathie
Psychische Folgen eines Intensivstationsaufenthaltes für Patient:innen und Angehörige
DIC
Erworbene Gerinnungsstörung mit unkontrollierter systemischer intravasaler Gerinnungsaktivierung
Häufige Ursachen sind bspw. Sepsis, Trauma oder maligne Erkrankungen.
Klinisch präsentiert sich die DIC mit Blutungen (fibrinolytischer Phänotyp), (Mikro-)Thromben bzw. Organversagen (thrombotischer Phänotyp) oder asymptomatisch (balancierter Phänotyp).
Bei exzessivem Verbrauch von Gerinnungsfaktoren und -inhibitoren können alle Phänotypen in eine Verbrauchskoagulopathie übergehen.
Therapeutisch stehen die Behandlung der Grunderkrankung und die Gerinnungstherapie im Vordergrund.
TH: Heparingabe (im Frühstadium und nach DIC), ggf. Gabe von Blutprodukten, Substitution von ATIII oder Fibrinogen
Zielparameter bei Hypovolämie
Mittlerer arterieller Druck (MAP) > 65 mmHg.
Urinausscheidung > 0,5 mL/kg KG / h.
ZVD > 5 mmHg (als Verlaufsparameter)
szvO₂ > 70 %
Messparameter in der Rechtsherzuntersuchung bei pulmonaler Hypertonie
endexspiratorische Messung
Rechtsatrialer Druck (RAP) ↑
Pulmonalarterieller Mitteldruck (mPAP) ↑
Pulmonaler Kapillarverschlussdruck (PCWP, Wedge-Druck)
Herzzeitvolumen (HZV) und Cardiac Index (CI)
Gemischtvenöse und arterielle Sauerstoffsättigung (svO2 und saO2)
Pulmonaler Gefäßwiderstand (PVR)
Wirkstoffe zur gezielten Therapie der PAH
bei Vasoreagibilität Ca-Antagonisten (Amlodipin)
Endothelin-Rezeptor-Antagonisten
PDE-5-Hemmer bei PAH
Guanylatcyclase-Stimulator
Prostacyclin-Analoga bei PAH
Prostacyclin-Rezeptor-Agonist
Einteilung Allergien
Typ I - Soforttyp (Sekunden bis Minuten), IgE-Vermittelt
Typ II - Minuten bis Stunden, zytotoxisch über Antikörper (z.B. Agranulocytose bei Metamizol, Morbus haemolyticum neonatorum)
Typ III - 3-8h nach Exposition, Immunkomplexablagerungen m. Antigene + Antikörper (z.B. exogen-allergische Alveolitis, Immunkomplex-Vaskulitis)
Typ IV - Spättyp, 24-72h nach Exposition, Antikörperunabhängige, T-Zell-vermittelte Reaktion (z.b. Allergisches Kontaktekzem, Arzneimittelexanthem, Tuberkulin-Hauttest)
Erregerspektrum Infektiöse Endokarditis
Staphylokokken, z.B. aureus (-> Endocarditis acuta)
Enterokokken, z.B. faecalis (-> Endocarditis lenta)
Streptokokken, z.B. viridans; bei einliegendem Fremdmaterial auch epidermidis
HACEK-Gruppe
Coxiella burnetii
Therapie der Endokarditis
Antiinfektive TH:
Nativklappe, ambulant eworben:
Ampicillin
Flucloxacillin
Gentamicin
Kunstklappe <12 Mo oder nosokomiale Infektion:
Vancomycin
Rifampicin
Kunstklappe > 12 Mo
wie Nativklappe (s. oben)
Therapiedauer i.d.R. 4-6 Wochen bis teilw. Monate
bei neuer Herzinsuffizienz, kardialem Lungenödem oder kardiogenem Schock sowie unkontrollierter Infektion: notfallmäßige OP
MRSA - Pathogenese Antibiotika-Resistenz
MRSA ist durch Bildung eines modifizierten Penicillin-Bindeproteins (PBP) gegen nahezu alle β-Lactam-Antibiotikaresistent. Das PBP ist normalerweise die Zielstruktur von β-Lactam-Antibiotika. Nach Bindung an PBP werden die Zellwandverknüpfungen während der Zellteilung zerstört, was in einer bakteriziden Wirkung resultiert. Das modifizierte PBP bindet jedoch keine β-Lactam-Antibiotika (Penicilline, Cephalosporine und Carbapeneme) mehr.
Asthma-Formen
Allergisches (=extrinsisches)
häufigstes im Kindesalter
Nachweis spezifischer IgE-AK und Korrelation zu Allergen gegeben
Nicht-allergisches (=intrinsisches)
am häufigsten >40J, 30-50% der erwachsenen Asthmatiker
Auslöser: insbes. Atemwegsinfekte
Anstrengungsindizierte Bronchokonstriktion
insbes. bei Ausdauersportlern gehäuftes Auftreten, längere Aufwärmphase sowie ggf. SABA-Applikation vor Ausdauersport
Intoleranz auf COX1-Hemmer
Samter-Trias: Asthma bronchiale, chron. Sinusitis, Polyposis nasi
ASS-Langzeittherapie kann zu Adaptation führen
GERD-assoziiertes Asthma
Asthma-Symptomatik bei GERD-Patient*innen
Symptomlinderung durch PPI-Gabe
Diarrhö - Definition
Diarrhö: Zutreffen von mind. einem der folgenden Kriterien
Zu häufige Stuhlentleerung: ≥3 ungeformte Stühle in 24 h
Verminderte Stuhlkonsistenz: Wassergehalt des Stuhls >75%
Erhöhtes Stuhlgewicht: >250 g täglich
Definitionen nach zeitlichem Verlauf
Akute Diarrhö: Dauer ≤4 Wochen (meist wenige Tage)
Chronische Diarrhö: Dauer >4 Wochen
Vergleich Histologie MC vs CU
MC
CU
Diskontinuierlicher, segmentaler Befall des gesamten GI-Trakts, am häufigsten terminales Ileum betroffen
Kontinuierlicher Befall des Kolons mit Beginn im Rektum
Plastersteinrelief: abwechselnd entzündete Abschnitte + tiefe Ulzerationen
Pseudopolypen: verbleibende Schleimhautinseln
Schneckenspuren: längliche Ulzera
Fahrradschlauch: Aufgehobene Haustrierung durch Schleimhautzerstörung
Transmuraler Befall
Befall von Mukosa und Submukosa
Granulome m. Riesenzellen
Kryptitis m. Kryptenabszessen
AV-Knoten-Reentry-Tachykardie
paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie
häufigste Form
akzessorische Leitungsbahn im AV-Knoten -> anfallsartig auftretende Tachykardien, häufig selbstlimitiert, können durch Vagusreiz beendet werden
insbes. bei jungen, gesunden Pat.
EKG: Bei Tachykardie-Attacke: Herzfrequenz von 150–220/Minute, schmaler QRS-Komplex meist ohne sichtbare P-Welle (kann sich aber auch nach oder vor dem QRS-Komplex zeigen)
Atrioventrikuläre Reentry-Tachykardie
Voraussetzung: Akzessorische Leitungsbahn → Ventrikuläre Präexzitation
Mögliche Folge: Kreisende Erregung zwischen Vorhöfen und Ventrikeln (Makro-Reentry)
Orthodrom (90–95% der Fälle): Erregung kreist anterograd durch den AV-Knoten (Vorhof → Ventrikel)
Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW-Syndrom): Orthodrome AVRT mit sog. „Kent-Bündel“
Antidrom (selten): Erregung kreist retrograd durch den AV-Knoten (Ventrikel → Vorhof)
TH: Med - Ajmalin; ggf. Kardioversion bzw. Hochfrequenzkatheterablation
Zuletzt geändertvor 3 Stunden