Sinustachykardie - Differenzialdiagnosen
Infekt
Herzinsuffizienz
Schock (kardiogen)
Rechtsherzbelastung: Lungenembolie
Betablocker absetzen, Rebound-Effekt
POTS, z.B. nach viralem Infekt
psychogen
Hyperthyreose
Phäochromozytom
Indikationen für Akutidalyse
Azidose (Metabolische Azidose m. pH<7,2 oder BE <-10mmol/L
Elektrolytverschiebungen (Hyperkaliämie insbes. >6,5mmol/L, Hyperkalzämie)
Intoxikation (Lithium, Methanol)
Ödeme (Hypervolämie z.B. mit Lungenödem)
Urämie (symptomatisch oder Serumharnstoffwerte >200mg/dL)
Atemgeräusche Auskultation
Stridor: exspiratorisch spricht für Obstruktion der unteren Atemwege, inspiratorisch für Obstruktion der oberen Atemwege (z.B. Trachealstenose, Stimmlippen)
qSOFA-Score
Veränderter mentaler Status bzw. Vigilanzminderung
Systolischer Blutdruck ≤100 mmHg
Atemfrequenz ≥22/min
Beurteilung: Der Test gilt als positiv, wenn ≥2 der Parameter zutreffen
Ossär metastasierende Karzinome
Mamma-Ca
Prostata-Ca
Lungen-Ca
Nierenzell-Ca
Schilddrüsen-Ca
Multiples Myelom: Inzidenz ossäre Metastasen bis zu 95%
Komplikationen einer Lungenembolie
Rechtsherzinsuffizienz
Lungeninfarkte
Atelektasen
hohe Rezidivrate (ca. 30% ohne Antikoagulation)
Rezidive oder die ungenügende Rekanalisation der Lungenarterie können zu einer chronisch-thromboembolischen pulmonalen Hypertonie führen
Lungeninfarkt - Pathomechanismus
Embolien kleiner Segmentarterien distal der Anastomosen zum Bronchialkreislauf können zu keilförmigen hämorrhagischen Lungeninfarkten führen. Der Verschluss mittlerer Pulmonalarterien durch größere Embolien hat aufgrund der Anastomosen zwischen Bronchial- und Pulmonalarterien i.d.R. keinen Lungeninfarkt zur Folge. Liegt allerdings eine Linksherzinsuffizienz vor, ist der pulmonal-venöse Druck erhöht und/oder der Druck der Bronchialarterien verringert, sodass diese Kompensationsmechanismen nicht ausreichend greifen können. Weiterhin erhöhen eine Rechtsherzinsuffizienz (mit zudem erhöhten bronchial-venösen Druck) und auch bestehende Lungenerkrankungen das Risiko für einen Lungeninfarkt. Infolge eines Lungeninfarkts kann es zu einer Infarktpneumonie kommen.
Lungenembolie - Akuttherapie
Sauerstoffgabe (4-6l per Nasenbrille), halbsitzende Lagerung, Morphingabe (5mg i.v.)
Initiale Antikoagulation: NMH (Enoxaparin 1 mg/kgKG s.c. 1-0-1) oder Fondaparinux 7,5 mg s.c. 1-0-0; bei hämodynamisch instabil auch UFH (5000-10000 I.E.) CAVE: größere Gefahr Blutung/HIT; ggf. DOAK Rivaroxaban, Apixaban; Vorteil Heparine: parenterale Anwendung
Therapeutische Antikoagulation für 3-6 Monate
Leberzirrhose - Symptomatik
Unspezifische Allgemeinsymptome (eine Leberzirrhose ist zu Beginn häufig symptomfrei)
Müdigkeit, Leistungsminderung
Druck- und Völlegefühl im Oberbauch (ggf. unter dem rechten Rippenbogen)
Pruritus (cholestatischer Pruritus)
Ikterus
Bauchumfangszunahme
Leberhautzeichen
Kopf: Lacklippen, Lackzunge
Kopf und Rumpf
Teleangiektasien: Am häufigsten als Spider naevi
Periumbilikale Erweiterung der subkutanen Venen: „Caput medusae“
Extremitäten
Palmar- und Plantarerythem
Milchglasnägel/Weißnägel
Dupuytren-Kontraktur
Uhrglasnägel
Generell: Pergamentartige Hautatrophie
Hormonstörungen
Gynäkomastie, Bauchglatze und Brustglatze
Libido-/Potenzstörungen
Amenorrhö
Malabsorption
Malabsorption: Gestörte Resorption der aufgespaltenen Nahrung aufgrund einer pathologisch veränderten Darmschleimhaut.
z.B. CED, Zöliakie, Lactoseintoleranz
Infektiös: Parasiten + M. whipple
gestörter Lymphabfluss im Darm, Mesenterialischämie, Kurzdarmsyndrom, hormonell aktive Tumoren wie Gastrinom, VIPom, Karzinoid)
Maldigestion
Gestörte Aufspaltung der Nahrung im Darmlumen
Pankreasinsuffizienz mit Mangel an spaltenden Enzymen
Nach Magenresektion
Gallensäuremangel
Cholestase
Gallensäureverlustsyndrom
Ileumresektion → Ort der Gallensäureresorption
Blindsack-Syndrom infolge chirurgischer Eingriffe am Dünndarm → Bakterielle Dekonjugation der Gallensäuren
HIV-Diagnostik
Zweifstufentest: Bei V.a. HIV-Infektion sollte nach Einwilligung ein Suchtest (kombinierter Antikörper-Antigen-p24-Test) und bei positivem Befund zusätzlich ein Bestätigungstest (Immunoblot oder HIV-PCR) durchgeführt werden!
Diagnostische Lücke: 6-Wochen-Zeitfenster, in dem Infektion weder sicher nachgewiesen noch ausgeschlossen werden kann
HIV-Laborparameter für Schwere der Infektion + Verlauf
CD4+-T-Helferzellen: Aussagekraft über Schwere der Immunsuppression; bei <200/Mikroliter hohes Risiko einer lebensbedrohlichen opportunistischen Infektion
HI-Viruslast: mittels RT-PCR bestimmt, dient als Verlaufsparameter und Hinweis für Therapieerfolg
HIV- antiretrovirale Therapie
NRTI (nukleosidische/nukleotidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren)
NNRTI (nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren)
Integrase-Inhibitoren
Protease-Inhibitoren
Seltener CCR5-Inhibitoren oder Fusionsinhibitoren
Meist Kombination mehrerer Substanzklassen -> weniger Resistenzbildung
innerhalb von sog. Eintablettenregimen-> bessere Therapieadhärenz und Therapieerfolg
Neuere Substanzen langwirksam, können auch als Depot subkutan verabreicht werden
Wasting-Syndrom
Ungewollte Gewichtsabnahme von mind. 10% des ursprünglichen Körpergewichts innerhalb von 6 Monaten
>30 Tage Diarrhö, Fieber und generelles Schwächegefühl
Diagnose kann erst nach Ausschluss anderer Ursachen, insb. einer infektiösen Genese und weiterer Ursachen wie des kolorektalen Karzinoms, gestellt werden -> Ausschlussdiagnose
Entisolierung bei offener Tuberkulose
wenn 3 aufeinanderfolgende Sputumuntersuchungen negativ ausgefallen sind
i.d.R. innerhalb von 2–6 Wochen nach Therapiebeginn
Supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen
Sinustachykardie
Sonderform: Hyperkinetisches Herzsyndrom
Supraventrikuläre Extrasystolen
Vorhofflimmern
Vorhofflattern
Atriale Tachykardie
AV-Knoten-Reentrytachykardie (AVNRT)
Atrioventrikuläre Reentrytachykardie (AVRT)
Erklärung Pulsdefizit bei VHF
Beim Vorhofflimmern kommt es durch gestörte elektrische Aktivität zu einer ineffizienten und unkoordinierten Vorhofkontraktion. Diese unregelmäßige Aktivität führt zu einer variablen Überleitung von Impulsen auf die Herzkammern. Das Pulsdefizit entsteht, weil nicht alle ventrikulären Kontraktionen stark genug sind, um einen peripher tastbaren Puls zu erzeugen. Deshalb ist die im EKGregistrierte Herzfrequenz häufig höher als die tatsächlich palpable Pulsfrequenz.
VHF - wichtige RF
Vorhofflimmern kann aufgrund zahlreicher kardialer und nicht-kardialer Erkrankungen entstehen. Häufige kardiale Grunderkrankungen sind arterielle Hypertonie, Kardiomyopathien bzw. Herzinsuffizienzen jeder Genese. Nicht-kardiale Grunderkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern einhergehen, sind u.a. Diabetes mellitus Typ 2, chronische Nierenkrankheit, COPD und OSAS. Auch Lebensstilfaktoren wie Adipositas, körperliche In- oder Überaktivität und Alkohol- oder Nicotinabusus können das individuelle Risiko deutlich erhöhen. Neben diesen Risikofaktoren gibt es akute Trigger, die bei bestehender Prädisposition ein Vorhofflimmern auslösen können. Hierzu zählen u.a. die Hyperthyreose, Infektionen, Elektrolytstörungen und akute kardiale Erkrankungen wie ein ACS oder eine Myokarditis.
Betablocker - Typische Nebenwirkungen
Typische Nebenwirkungen von Betablockern sind u.a. Bradykardien, Hypotonien, Kopfschmerz und Antriebslosigkeit (durch Hemmung der β1-Rezeptoren). Außerdem kann es zu kalten Extremitäten, erektiler Dysfunktion, Hypoglykämien und zu einer Bronchokonstriktion kommen (durch Hemmung der β2-Rezeptoren).
VHF - Wann Rhythmuskontrolle vs Frequenzkontrolle?
Eine adäquate Frequenzkontrolle stellt neben der Thromboembolieprophylaxe die Basistherapie bei allen Personen mit Vorhofflimmern dar, unabhängig von darüber hinaus formulierten Therapiezielen. Eine Rhythmuskontrolle, also die möglichst langfristige Wiederherstellung des Sinusrhythmus, kommt u.a. bei Patient:innen infrage, die unter alleiniger Frequenzkontrolle stark symptomatisch sind, eine schlechte Lebensqualität oder weiterhin inadäquat eingestellte Herzfrequenzen haben.
NW Amiodaron
Eine langfristige Einnahme von Amiodaron muss aufgrund des breiten Nebenwirkungsspektrums engmaschig überwacht werden
Iodhaltig, weshalb eine Kumulation zu Beeinträchtigungen der Schilddrüse führen kann (sowohl eine hyper- als auch eine hypothyreote Stoffwechsellage sind möglich)
Einlagerungen in der Cornea mit (i.d.R.) reversiblen Seheinschränkungen kommen
Die QT-Zeit kann sich verlängern, weshalb bei Beginn einer Therapie engmaschige EKG-Kontrollen erfolgen müssen
Die Fotosensibilität der Haut ist erhöht, weshalb den Patient:innen die konsequente Anwendung von Sonnenschutz empfohlen wird
Es kann außerdem zu peripheren Neuropathien kommen
Seltener, aber umso schwerwiegender sind schwere Leberfunktionsstörungen und die amiodaroninduzierte Lungenfibrose.
Typisches vs atypisches Vorhofflattern
Es wird zwischen dem deutlich häufigeren (ca. 85%) typischen und dem selteneren (ca. 15%) atypischen Vorhofflatternunterschieden. Beim typischen Vorhofflattern kreist die Erregung als sog. Makro-Reentry im Bereich des kavotrikuspidalen Isthmus, also dem Übergang zwischen Einmündung der V. cava inferior und der Trikuspidalklappenebene im rechten Vorhof. Die typische Sägezahnmorphologie findet man hier am häufigsten in den inferioren Ableitungen (II, III, aVF) und in V1. Beim atypischen Vorhofflattern kann der Fokus der Erregung im rechten, aber auch im linken Vorhof oder auch multifokal liegen. Im EKGfinden sich deutlich seltener typische Sägezahnmuster. Das atypische Vorhofflattern wird häufiger an voroperierten Herzen beobachtet.
Komorbiditäten der rheumatoiden Arthritis
Kardiovaskuläre Erkrankungen
Depression
Osteoporose
Infektionen und maligne Erkrankungen
AA-Amyloidose (selten)
Begleitvaskulitis (selten)
aHT - Risikofaktoren Essenzielle/primäre Hypertonie (90%)
Metabolisches Syndrom (Adipositas, Hyperlipidämie, Diabetes)
Alter (>50% der >50-jährigen betroffen)
Rauchen
hohe Kochsalzzufuhr
positive Familienanamnese
ausgeprägter Alkoholkonsum
starke psychische Belastung
Bewegungsmangel
Sekundäre Hypertonien (10%)
Schlafapnoesyndrom
Niere: Niereninsuffizienz, Nierenarterienstenose, NSAR
Endokrin:
Conn-Syndrom (prim. Hyperaldosteronismus),
Cushing-Syndrom (Hyperkortisolismus)
Akromegalie (=GH-Überprdouktion im Hypophysen-Vorderlappen)
Hyperthyreose (+Hypothyreose)
Hyperparathyreoidismus
Nierenarterienstenose
Verengung der Nierenarterie durch arteriosklerotische (75%) oder fibromuskuläre (25%) Veränderungen
Diagnostik:
auskultatorisch abdominelles Strömungsgeräusch periumbilikal
erhöhter diastolischer RR >120mmHg
ggf. Zeichen des Hyperaldosteronismus durch RAAS-Aktivierung mit Hypokaliämie (erst ab >60% Stenose, Goldblatt-Mechanismus)
Duplexsonographie m. Bestimmung der Flussgeschwindigkeit
TH: ACE-Hemmer/AT1-Antagonisten (CAVE: nicht bei beidseitiger Stenose) ab >60%
Stenose PTA mit/ohne Stent bei
Resistente arterielle Hypertonie
Rasch progrediente Verschlechterung der Nierenfunktion (nach Ausschluss anderer Ursachen)
Wiederholt dekompensierte Herzinsuffizienz, rezidivierendes Lungenödem
Akute Nierenfunktionseinschränkung unter oder absolute Unverträglichkeit von RAAS-Inhibitoren
Renale Hypertonie
Renoparenchymatöse Hypertonie: Hypertonie aufgrund einer glomerulären Nierenerkrankung oder tubulo-interstitiellen Nierenerkrankung, bspw.
Glomerulonephritis oder Glomerulopathie
Tubulo-interstitielle Nephritis
Pyelonephritis (insb. bei chronischer Verlaufsform, ggf. pyelonephritische Schrumpfniere)
Nierentumoren
Systemerkrankungen mit renaler Beteiligung
Renovaskuläre Hypertonie: Hypertonie aufgrund einer Nierenarterienstenose
Labordiagnostik aHT
Kleines Blutbild
Natrium, Kalium
Retentionsparameter, eGFR
Blutzucker
HbA1c
Lipidstatus (LDL, HDL, Triacylglyceride)
Urinstatus (inkl. Test auf Albuminurie)
Conn-Syndrom
Hypertonie, Hypokaliämie + metabolische Alkalose
Aldosterin-Renin-Quotient ↑ (weil Renin bei erhöhtem Aldosteron durch Rückkopplung gehemmt)
Kochsalzbelastungstest (Aldosteron nicht supprimierbar)
MRT der NNR (Hyperplasie vs Adenom: Orthostase-Test)
TH:
Hyperplasie - Spironolacton
Adenom: OP (Adrenalektomie)
Katecholaminüberproduktion durch Tumor im NNM
Klinik: anfallsartif Hypertonie, Palpitationen, Schwitzen, Blässe (periphere Vasokonstriktion)
Bestimmung Katecholaminmetaboliten in blut und 24h-Urin
MRT NNM
MIBG-Szintigraphie zur Suche nach extraadrenalen Tumoren im Grenzstrang
TH: OP
präoperativ Phenoxybenzamin zur Verhinderung hypertensive Krise
falls inoperabel dauerhaft Phenoxybenzamin
Akromegalie
GH-Überproduktion im HVL
Klinik: vergrößerte Akren + Vergrüberung Gesichtszüge, Hypertonie, Diabetes, Karpaltunnelsyndrom
Diagnostik IGF-1 ↑ (durch GH stimuliert), keine Suppression GH im oGTT
TH: OP oder Radiatio (CAVE: Hypophysyenvorderlappeninsuffizienz)
Aortenisthmusstenose - Diagnostik
Diagnosestellung meist im Kindes- oder Jugendalter
Blutdruckdifferenz
Zwischen beiden Armen: Stenose proximal der A. subclavia sinistra
Zwischen oberer und unterer Extremität: Stenose distal der A. subclaviasinistra
Ggf. Systolikum mit p.m. infraklavikulär und zwischen den Schulterblättern
Lebensstilmodifikationen bei aHT
Bei HT Grad 1 ohne Komorbiditäten kann als erste Maßnahme angewendet werden, bei keiner suffizienten RR-Einstellung anch 3-6 Monaten Eskalation auf medikamentöse TH
Alkoholkonsum einschränken
Verzicht auf zuckerhaltige Erfrischungsgetränke
Keine übermäßige Kochsalzaufnahme (Reduktion insb. von Pökel- und Fertigwaren, Käse, Brot)
Gesunde, ausgewogene Ernährung: Bspw. mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, frischem Obst, Nüssen, fettarmen Milchprodukten, Vollkornprodukten, Fisch und ungesättigten Fettsäuren (insb. Olivenöl) sowie möglichst wenig Zucker, rotes Fleisch, gesättigte Fettsäuren und gesüßte Getränke.
Rauchentwöhnung
Vermeidung von Substanzen, die eine arterielle Hypertonie auslösen oder verstärken können
Siehe: Medikamenten- oder Suchtmittel-induzierte Hypertonie
Regelmäßige körperliche Aktivität: aerobe Ausdauersportarten (Schnelles Gehen, Laufen, Fahrrad fahren, Schwimmen, wenigstens dreimal wöchentlich für 30 bis 45 Minuten erfolgen und die Trainingsintensität sollte „moderat“ sein. Als ideale Belastungsintensität gilt ein Training bei etwa 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz)
Gewichtsreduktion
Regelmäßige Heimblutdruckmessung und Dokumentation der Werte
Aktivitätsempfehlungen der WHO
Für Erwachsene 18-64 Jahre: 150-300Min/Woche moderate bis intensive aerobe Aktivität
alternativ 75-150 Min/Woche intensive aerobe Aktivität
Für „zusätzliche gesundheitliche Vorteile“: an 2 oder mehr Tagen in der Woche ein alle wichtigen Muskelgruppen umfassendes Krafttraining von mindestens moderater Intensität
Therapieprinzipien aHT
Hypertensiver Notfall - Medikamentöse Therapie
kurzfristig Nitrate oder Nifedipin
längerfristig Urapidil, Clonidin oder Dihydralazin (CAVE: Reflextachykardie)
RR-Senkung um max. 1/3 des AUsgangswertes innehalb einer Stunde -> ⚡️Minderperfusion vitaler Organe (insbes. Niere, Gehirn)
Therapievorschlag: Urapidil 12,5–25 mg als Bolus langsam i.v.; blutdrucksenkende Wirkung innerhalb von 3–5 min nach Injektion zu erwarten; Bolusgabe abhängig vom Blutdruckverhalten ggf. wiederholen; Wirkdauer: 4–6 h
Organschäden: Hypertensive Kardiomyopathie, intrazerebrale Blutung, Aortendissektion, hypertensive Nephropathie, hypertensive Retinopathie
Meningeosis leucaemica
spezifisches Symptom bei ALL
Ggf. Knochenschmerzen durch Knocheninfiltration: Kinder verweigern das Laufen und wollen getragen werden
Arthralgie, Gelenkschwellung, Rötung und Bewegungsbeeinträchtigung
Ggf. indolente Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie)
Ggf. Stridor und Atemnot durch Thymusinfiltration (sog. Mediastinaltumor, insb. bei T-ALL)
Chemotherapie der APL
heutzutage günstigste Unterform der akuten Leukämien beim Erwachsenen
Bei Standardrisiko: ATRA plus ATO
Bei Hochrisiko: ATRA plus Zytostatika (Idarubicin, Cytarabin)
Rezidivtherapie
Induktionstherapie abhängig von Erstlinientherapie
Anschließend Remissionskontrolle (MRD) und ggf. Stammzelltransplantation
Tumorlysesyndrom
Patho:
Rascher und massiver Tumorzellzerfall
Massive Freisetzung von Elektrolyten und Zellbestandteilen (insbes. Kalium + Phosphat)
Ausbildung von Calciumphosphat- und Harnsäurekristallen in der Niere
Klinik:
Uratnephropathie mit Gefahr der akuten Nierenfunktionseinschränkung
Herzrhythmusstörungen
Epileptische Anfälle
Allopurinol oder Rasburicase i.v. (bei intermediärem bis hohem Risiko
Elektrolyterhöhende/Nierenschädigende Medikamente absetzen (NSAR, ACE-Hemmer/AT1-Antagonisten, kaliumsparende Diuretika, Thiaziddiuretika)
Leukostase-Syndrom
Medizinischer Notfall mit Mikrozirkulationsstörungen bedingt durch eine übermäßige Anzahl unreifer Leukozyten
Klinik: Pulmonal: Dyspnoe, Tachypnoe, Hypoxie
Neurologisch: Kopfschmerz, Schwindel, Bewusstseinsstörungen, Sehstörungen, fokalneurologische Ausfälle, Krämpfe
Weitere Befunde
Retinaeinblutungen, intrazerebrale Blutungen
Thrombosen bis hin zum Multiorganversagen
Priapismus
Intensivmedizinische Betreuung
Prophylaxe eines Tumorlyse-Syndroms
Vermeidung von Bluttransfusionen
Zytoreduktive Therapie
Systemische Chemotherapie: Unmittelbare Einleitung der Induktionstherapie
Therapeutische Leukapherese
Kontraindiziert bei APL
CLL
niedrig-malignes NHL, häufigste Leukämie-Form des Erwachsenen (historisch Leukämie wegen Leukozytose)
B-Zell-Lymphom mit lymphozytärer Leukozytose
K: schmerzlosen Lymphknotenschwellungen, Schwäche und Infektanfälligkeit
Gumprecht-Kernschatten im Blutausstrich (=kleine, reife Lymphozyten, die bei Blutausstrich platzen)
Einteilung nach Binet (A,B,C) je nach Hb, Thrombozytenzahl und Anzahl betroffener LK-Regionen
TH: kurativ aufgrund der geringen Zellteilungszahlen oft nicht möglich, bei CD20-R-Status Rituximab
Blutausstrich bei Leukämien
ALL
Unreife Blasten
AML
Unreife Blasten + Auer-Stäbchen
Grumprecht-Kernschatten
CML
maligne Erkrankung, insbes. mit unreifen Granulocyten-Vorstufen
Zytogenetische Aberration (Philadelphia-Chromosom, t9;22) -> BCR-ABL-Fusionsgen; RF: Benzol-Exposition
Stadienhafter Verlauf: Chronische Phase, Akzelerationsphase, Blastenkrise
K: ausgeprägte Leukozytose, Basophilie, extreme Splenomegalie
D: Knochenmarksbiopsie + Zytogenetische Untersuchung
TH: Tyrosin-Kinase-Inhibitoren (Imatinib )
NHL
sehr heterogene Gruppe maligner Erkrankungen, die von den Zellen des lymphatischen Systems (B- und T-Zellen) ausgeht
Allgemeinsymptome:
B-Symptomatik
Lymphknoten: Persistierende oder in der Größe zunehmende, schmerzlose Lymphknoten
Splenomegalie
Verdrängung des Knochenmarks: Anämie, Blutungen, Infekte
Stadieneinteilung nach Ann-Arbor Stadium I-IV (abhängig von Zwerchfelllokalisation, Stadium IV bei disseminiertem Befall extralymphatischer Organe)
TH: (R)-CHOP = (Rituximab), Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednisolon
Hodgkin-Lymphom
malignes B-Zell-Lymphom, insbes. bei jungen Erwachsenen
K: indolente LK-Pakete, meist zervikal, B-Symptomatik, Pel-Ebstein-Fieber (selten, wechselnd fieberhaft und fieberfreie Intervalle), Alkoholschmerz in befallenen LK
prognostisch ungünstige Faktoren:
Hohe BSG
≥3 befallene Lymphknotenareale
Großer Mediastinaltumor
Extranodaler Herd: Einzelner, lokalisierter Befall eines extralymphatischen Organs, bspw. der Lunge
D: LK-Exstirpation (komplette chirurgische Lymphknotenentfernung)
Staging mit PET-CT
TH: Immer kurativ! Abhängig von Stadium, ABVD + BEACOPP häufige Schemata + Radiatio “Involved Field”
Prognose: gehört zu den am besten behandelbaren onkologischen Entitäten, geht jedoch mit erhöhtem Risiko einer Zweitneoplasie einher (Insb. AML/MDS, NHL, Mamma- oder Schilddrüsenkarzinome)
DD Lymphknotenschwellung/Lymphadenopathie
Infektiös
Charakteristika: Meist weiche Konsistenz, druckdolent und verschieblich
Genese
Viral: Bspw. CMV, EBV, HIV
Bakteriell: Bspw. Tuberkulose , Listeriose, Leptospirose, Bartonella-henselae-Infektion
Parasitär: Bspw. Toxoplasmose
Nicht infektiös
Charakteristika: Meist derbe Konsistenz, indolent und nicht verschieblich
Malignom: Metastasen, Morbus Hodgkin/Non-Hodgkin-Lymphom, solider Tumor, CLL/akute Leukämie
Immunologische Erkrankung: Bspw. Sarkoidose, Lupus
DD B-Symptomatik
B-Symptomatik stellt eine unspezifische Begleitsymptomatik bei „konsumierenden“ Erkrankungen dar.
Lymphome, Leukämien
Solide Tumoren (insb. Thymom)
Tuberkulose
HIV- oder EBV-Infektion
Schwere chronisch-entzündliche Erkrankungen: Bspw. Autoimmunerkrankungen (rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes)
Red Flags bei Kopfschmerz 🚩
Vernichtungskopfschmerz/noch nie dagewesener stärkster Kopfschmerz (z.B. bei Subarachnoidalblutung)
Fieber (z.B. bei Meningitis)
Petechien (Meningokokken-Meningitis)
Fokale Ausfallsymptomatik (z.B. bei Schlaganfall)
Vigilanzminderung (z.B. nach Trauma)
Hirndruckzeichen (z.B. Bewusstseinsstörungen oder Übelkeit durch intrakranielle Raumforderung)
Meningismus (z.B. bei Subarachnoidalblutung oder Meningitis)
Augenschmerzen (z.B. bei Glaukomanfall)
Pulssynchrone Schläfenschmerzen und Claudicatio masticatoria(Riesenzellarteriitis)
Einteilung Vaskulitiden
der großen Gefäße: Riesenzellarteriitis
der mittleren Gefäße: Panarteriitis nodosa
der kleinen Gefäße: ANCA-assoziierte Granulomatose mit Polyangiitis
Riesenzellarteriitis
Vaskulititis der großen Gefäße, häufig mit PMR assoziiert (etw. 50%)
K: einseitige Kopf- oder Schläfenschmerzen, eine Kieferclaudicatio und Sehstörungen
Allgemeinsymptome wie Inappetenz, Gewichtsverlust und Nachtschweiß
Symptome aufgrund von entzündlich bedingten Durchblutungsstörungen:
bspw. zu transienten oder permanenten Sehstörungen
Claudicatio von Extremitäten
in seltenen Fällen Schlaganfällen, Kopfhaut- oder Zungennekrosen, Angina-abdominalis- oder Angina-pectoris-Symptomatik
⚡️in >50% der Fälle auch Aorta und große Abgangsgefäße betroffen
D: KU, Labor (BSG oft stark erhöht), Duplex-Sono od. HR-NRt
beste Darstellung im (18F-FDG)-PET-CT oder -MRT
TH: sofortig systemische GC (z.B. Prednisolon p.o. 40-60mg/d, mittlere Dosis ohne red flags, bei Augenbefall sofort hochdosiert GC, z.B. Prednisolon 500-1000mg i.v. über 3-5d)
zum GC-Einsparen bzw bei Nichtansprechen auch IL-6-Inhibitor Tocilizumab möglich
Komplikationen:
Nicht-komprimierbares Halo-Zeichen
Gefäßstenosen oder -verschlüsse
Diskontinuierlicher Befal
Rezidivrate ca. 70%
Was sind die namengebenden Riesenzellen der Riesenzellarteriitis?
Riesenzellen sind fusionierte Makrophagen, die sich als Granulome ablagern. Sie sind jedoch nur bei etwa der Hälfte der Fälle nachweisbar.
Mögliche Sonobefunde bei RZA
Hb-Verlauf bei Blutungen
Unauffälliges Blutbild bei hochakutem Blutverlust: Hb-, Hämatokrit- und Erythrozytenwerte noch normal, da die Konzentration im „verbleibenden“ Blut zunächst gleich bleibt – eine Anämie kann laborchemisch noch nicht festgestellt werden
Normochrome normozytäre Anämie: Durch Einstrom von Gewebsflüssigkeit entwickelt sich anschließend auch laborchemisch eine Anämie (Verdünnung ohne Veränderung der Erythrozytenzusammensetzung)
Hypochrome mikrozytäre Anämie: Im Verlauf (bei chronischer Blutung) kommt es meist zu einem relevanten Eisenverlust, sodass nicht genügend Hämoglobin hergestellt werden kann (s.o.)
Funktionelles Systolikum
Die verminderte Blutviskosität und erhöhte Flussgeschwindigkeit (aufgrund des erhöhten HZV) im Rahmen einer Anämie verursachen Turbulenzen, die in Form eines Herzgeräusches auskultierbar sind. Ein solches Systolikum ist am lautesten an der Herzbasis zu auskultieren.
Perniziöse Anämie
Autoantikörper-vermittelter Intrinsic-Faktor-Mangel
Intrinsic-Factor wird in den Belegzellen des Magens produziert
GERD
Erkrankung, bei der durch aufsteigende Magensäure die Schleimhaut der Speiseröhre gereizt wird
E: 20% im globalen Norden, m=w
Ä: häufig Insuffizienz des unteren Ösophagus-Sphinkters, z.B. bei Stenosen, Zunahme des His-Winkel, Erhöhung intraabdomineller Druck (Schwangerschaft, Adipositas)
D: ÖGD, pH-Metrie
Patho: Übergang in Zylinderepithel -> Barrett-Metaplasie
TH: PPI (z.B. Omeprazol 20mg/d, Einnahme möglichst 30 Min vor Frühstück), falls Therapieresistenz od. rez. Aspiration:
Fundoplicatio nach Nissen (Operationsverfahren zur Verengung des Mageneingangs. Dazu wird eine 360°-Manschette aus dem Magenfundus gebildet und um den distalen Ösophagus geschlungen.)
MALT-Lymphom
B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom mit meist niedrig-malignem Verlauf
Ä: Typ-B-Gastritis mit Helicobacter-pylori-Infektion voraus. -
K: unspezifische Allgemeinsymptome (Bauchschmerzen, Schwächegefühl), Anämie und in einigen Fällen eine Hämatemesis zu erwarten
Die Diagnose wird mit den in der Ösophagogastroduodenoskopie gewonnenen Biopsaten anhand der Histologie und Immunhistochemie (Infiltrate mittelgroßer lymphoider Zellen: CD20-positiv) gesichert
Therapeutisch gibt es eine Besonderheit: Das MALT-Lymphom ist das einzige Lymphom, bei dem im Frühstadium durch die Beseitigung der Ursache (HP-Eradikation) eine vollständige Remission möglich ist. Im Spätstadium ist eine Polychemotherapie nach dem CHOP-Schema + Rituximab (bei CD20-Positivität) und ggf. eine Radiatio indiziert.
Ulkus
Gewebedefekt, der die Lamina muscularis mucosae überschreitet und auch tiefere Wandschichten betrifft
Lamina muscularis mucosae = Trennschicht zwischen erosiven und ulzerierenden Gewebedefekten
Morbus Crohn - Grundlagen der Pathophysiologie
Störung der Darmepithelbarriere -> Gesteigerte Permeabilität des Darmepithels (“Leaky gut”)
Dysregulation des Immunsystems
Veränderte Zusammensetzung des Darmmikrobioms (Dysbiose) → Überwucherung mit pathogenen Keimen → Eindringen von Bakterien in das Darmepithel (u.a. aufgrund der intestinalen Schrankenstörung) → Auslösung einer Entzündungsreaktion mit lokaler Gewebeschädigung (Erosionen/Ulzera, Nekrosen)
Fistel
Unphysiologische Verbindung zwischen zwei Hohlorganen, Gefäßen oder Körperhöhlen (innere Fistel) bzw. dem Körperinneren und der Körperoberfläche (äußere Fistel)
Morbus Crohn - Ätiologie/Risikofaktoren
Multifaktorielle Genese: Risikofaktoren u.a.
Genetische Prädisposition: Zahlreiche Gene bekannt, insb. das NOD2-Gen (-> herabgeschwächte Immunantwort auf intestinale Bakterien), IL23R
Gestörtes Darmmikrobiom: Reduzierte Diversität und veränderte Zusammensetzung durch insb.
Ernährung, Adipositas
Medikamente (z.B. vorangegangene Antibiotikatherapie)
Erythema nodosum
akute Entzündung des Unterhautfettgewebes (Pannikulitis)E
präsentiert sich typischerweise in Form druckdolenter, rot-violetter Knoten im Bereich der Unterschenkelstreckseiten und tritt meist im jungen Erwachsenenalter auf
Fieber/Unwohlsein, Arthralgien, rot-violette/subkutane Knoten an beiden Unterschenkelstreckseiten
Auslöser:
Streptokokkeninfektion (bspw. Scharlach/Tonsillitis)
CED
Schwangerschaft/orale Kontrazeptiva
Sarkoidose (insbes. Löfgren-Syndrom)
TH: Beine hochlegen, Kompression, NSAR, ggf. Kaliumiodid, Behandlung der Grunderkrankung
hohe Spontanheilungsrate ⚡️häufige Rezidive
Akutes Coronar Syndrom
STEMI:
Myokardinfarkt mit einer ST-Hebung im EKG. Die ST-Hebung beruht auf der transmuralen Ausdehnung des Infarktes.
NSTEMI:
Myokardinfarkt mit unauffälligem oder unspezifischem EKG-Befund. Die fehlende ST-Hebung beruht auf der begrenzten Ausdehnung des Infarktes.
Instabile Angina Pectoris:
Angina pectoris mit infarkttypischer Symptomatik über 20 min, die aber nicht mit einem Anstieg von Troponin einhergeht. Weiterhin wird jede neu aufgetretene Angina pectoris (De-novo-Angina) zunächst als instabil bezeichnet, ebenso jede Angina pectoris nach stattgehabtem Myokardinfarkt.
Sofortige Antikoagulation bei STEMI
Loading mit:
300mg ASS
60mg Prasugrel
Heparin-Bolus 5000 IE i.v.
EKG-Stadien des STEMI
Frühstadium: Erstickungs-T bzw. monophasische ST-Streckenhebung
Zwischenstadium: ST-Strecke senkt sich zunehmend ab -> T-Inversion, R-Verlust, pathologische Q-Zacke (=Pardee-Q)
Chronisches Stadium: persistente T-Inversion/abgeflachte T-Welle, unvollständige Erholung der R-Zacke;
pathologisches Q persistiert in etwa ⅔ der Fälle
Beschreibung Linksherzkatheteruntersuchung mit PCI
Gefäßzugang – Meist über die A. radialis (Handgelenk) oder A. femoralis (Leiste) wird ein dünner Katheter eingeführt und unter Röntgendurchleuchtung bis zu den Herzkranzgefäßen vorgeschoben.
Koronarangiographie – Kontrastmittel wird injiziert, um Engstellen der Koronararterien sichtbar zu machen.
Drahtpassage – Ein Führungsdraht wird durch die verengte Stelle geschoben, um den Arbeitskanal für die PCI zu schaffen.
Ballondilatation (PTCA) – Ein kleiner Ballon wird über den Draht an die Engstelle gebracht und kurz aufgeblasen, um die Arterie aufzudehnen.
Stentimplantation – Ein Stent (meist medikamentenbeschichtet) wird über den Ballon platziert und durch erneutes Aufblasen des Ballons in die Gefäßwand gedrückt, wo er die Arterie dauerhaft offenhält.
Kontrollangiographie – Überprüfung des Ergebnisses: guter Blutfluss, korrekte Stentlage, keine Komplikationen.
Entfernung des Katheters und Blutstillung – Am Handgelenk meist mit Druckband, in der Leiste mit Druck oder Verschlusssystem.
Drug-eluting Stent (DES)
Ein DES ist ein Stent mit Beschichtung antiproliferativer Substanzen (Immunsuppressiva, Zytostatika). Seine Vorzüge liegen darin begründet, dass er das Risiko einer (In‑)Stent-Stenose durch Verhinderung einer übermäßigen Intimahyperplasie reduziert.
DD obere GI-Blutung
Ursache proximal des Treitz-Bandes (Übergang Duodenum–Jejunum)
Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni (in 50% aller Fälle, häufigste Ursache)
Ösophagusvarizenblutung
Mallory-Weiss-Syndrom
Tumorblutungen (Ösophaguskarzinom, Magenkarzinom)
Erosive Gastritis bzw. erosive Duodenitis
Schwere Refluxösophagitis
Sonderform: Soorösophagitis
Hiatushernie
Angiodysplasie
In etwa 5-10% der Fälle findet sich trotz eindeutiger klinischer Zeichen einer oberen gastrointestinalen Blutungkeine Blutungsquelle (z.B. bei einem Ulcus Dieulafoy)
Differential Time to Positivity
Die DTP vergleicht zwischen dem Blutkulturset aus der peripheren Vene und dem Set aus dem verdächtigen Katheter, wie lange es dauert, bis jeweils ein positiver Keimnachweis festzustellen ist. Wenn im Katheter-Blutkulturset mehr als 2 h vor dem periphervenösen Set ein positiver Erregernachweis erfolgt, ist eine katheterassoziierte Infektion sehr wahrscheinlich. Wenn dagegen beide Blutkultursets zur etwa gleichen Zeit positiv werden, ist die vorliegende Infektion wahrscheinlich nicht durch das Kathetersystem verursacht.
Granulom
große Anzahl an phagozytierenden Zellen (Makrophagen, Riesenzellen, Epitheloidzellen) und Lymphozyten, selten Granulozyten)
Beispiele: Tuberkulose, rheumatoide Arthritis, Sarkoidose, Morbus Crohn, Granulomatose mit Polyangiitis, Riesenzellarteriitis, Fremdkörpergranulom etc.
Granulierende Entzündung
Folge einer akuten, eitrigen Entzündung (z.B. Abszess)
Granulationsgewebe wird durch Fibroblasten (Bindegewebsproliferation) und Endothelzellen(Gefäßneubildung) aufgebaut
Akute-Phase-Reaktion
Komplexe, humorale und zelluläre Immunreaktion auf Gewebeschädigung
Beteiligung von mehr als 30 Akute-Phase-Proteinen, die durch Freisetzung von Interleukin-6 (IL-6) vermehrt in der Leber gebildet werden
Sepsis
Akut lebensbedrohliche Organdysfunktion aufgrund einer dysregulierten Immunantwort auf eine Infektion
Vermutung einer Infektion für die Diagnose einer Sepsis ausreichend (Nachweis nicht zwingend erforderlich)
Vorliegen einer Sepsis-assoziierten Organdysfunktion bei Änderung des SOFA-Scores um ≥2 Punkte
Entwickelt sich am häufigsten auf dem Boden einer Pneumonie
SIRS (Systemic Inflammatory Response Syndrome)
Unspezifische Entzündungsreaktion des Körpers durch infektiöse sowie nicht-infektiöse Ursachen
SIRS- Trigger: Schwere Erkrankungen (Infektion, Akute Pankreatitis, Addison-Krise, Lungenarterienembolie, Ischämie & Hypoxie, z.B. nach kardiopulmonaler Reanimation) und schweres Trauma (Polytrauma, Verbrennungen, große OPs, groper Blutverlust/hämorrhagischer Schock)
SIRS-Kriterien: Mind. zwei der Punkte müssen erfüllt sein
Herzfrequenz > 90/min
Atemfrequenz > 20/min
Temperatur >38°C bzw <36°C
Leukozyten >12000/mikroliter bzw <4000/mikroliter
Disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC)
Erworbene, lebensbedrohliche intravaskuläre Störung mit systemischer Gerinnungsaktivierung, dysregulierter Fibrinolyse und Schädigung des Endothels, resultierend in Mikrothrombosierungen
Labordiagnostik:
Gerinnungsparameter: Wiederholung der Laborkontrolle (bspw. alle 6–8 h, bis sich der klinische Zustand stabilisiert oder verbessert hat)
aPTT↑, Quick-Wert↓
Fibrinogen↓: Marker für Fibrinolyse
D-Dimere↑ oder andere Fibrin(ogen)-Spaltprodukte (FSP)↑ [9]: Marker für Fibrinolyse
Blutungszeit↑
Blutbild und Blutausstrich
Thrombozyten↓: Durch erhöhten Verbrauch und/oder Blutung
Hämatokrit↓: Durch Blutung
Schistozyten: Marker für eine mikroangiopathische hämolytische Anämie
Ätiologie: Sepsis (durch Bakterientoxine, v.a. gramnegativ), Schock (Mikrozirkulationsstörungen), OP an thrombokinasereichen Organen (Lunge, Prostata, Pankreas, Plazenta)
TH: in Frühphase Heparin (Gerinnungsaktivierung kann noch verhindert werden), bei manifester DIC Substitution mit FFP, Fibrinogen, Antithrombin III, Thrombozyten; nach abgelaufener DIC erneut Heparin (Cave: reaktive Gerinnungsaktivierung) + Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung
Septischer Schock
Maximalvariante der Sepsis mit
Notwendigkeit einer Katecholamintherapie aufgrund einer anhaltenden arteriellen Hypotonie (MAP <65 mmHg trotz adäquater Volumengabe) und
Serumlactat >2 mmol/L (>18 mg/dL)
Thrombozytenabfall frühzeitiger Hinweis
Checkliste Sepsis 1-hour-bundle
Lactat messen und wiederholt kontrollieren (bis zum Abfall auf <2 mmol/L)
Blutkulturen vor Beginn der antibiotischen Therapie entnehmen
Hochdosierte Kalkulierte Antibiotikatherapie beginnen („Hit hard and early“)
Volumentherapie beginnen (30 mL/kgKG balancierte Vollelektrolytlösung (=Jono) innerhalb der ersten 3 h)
Vasopressoren (Noradrenalin) verabreichen bei arteriellem Mitteldruck <65 mmHg trotz Volumentherapie
Besonderheit
Bei kardialer Dysfunktion (HZV↓): Dobutamin als Inotropikum der 1. Wahl
Unterschied Bodyplethysmographie vs Spirometrie
Body in abgeschlossener Kammer -> von verändertem Druck in Kammer kann auf intrapulmonale Druckverhältnisse geschlossen werden
Totale Lungenkapazität (6-6,5l) und intrathorakales Gasvolumen können errechnet werden
Restriktive Ventilationsstörungen
Verminderung der totalen Lungenkapazität
Beispiele
Pulmonal: Lungenfibrose
Pleural: Pneumothorax, pleurale Verwachsungen
Thoraxdeformation/mechanische Behinderung: Skoliose, Adipositas
Neuromuskuläre Störungen: Lähmungen der Atemmuskulatur
Befunde in der Spirometrie
Vitalkapazität↓
FEV1 normal/↓
Tiffeneau-Index normal
Führen erst spät zu BGA-Veränderungen
Obstruktive Ventilationsstörungen
Durch intra- und/oder extrathorakale Einengung der Atemwege bedingte Erhöhung der Strömungswiderstände mit Verminderung der Einsekundenkapazität und des Tiffeneau-Index
Intrathorakale Atemwegsstenosen: Asthma bronchiale, COPD, Tumoren
Extrathorakale Atemwegsstenosen: Larynxtumor, Stimmbandparese
Vitalkapazität normal oder↓
FEV1↓
Tiffeneau-Index↓
MEF75/50/25%: Eine Verringerung von MEF50% und MEF25% spricht für eine Obstruktion der peripheren kleinen Atemwege (z.B. bei Asthma bronchiale)
Ergänzend zur DD Asthma vs COPD bei Obstruktion:
Bronchospasmolysetest (vor und 10 Min nach Applikation von Salbuatmol Atemwegswiderstand messen)
Methacholin-Provokationstest
Diffusionskapazität
Maß für das Austauschvermögen der Lunge zwischen Alveolarraum und Hämoglobin
Gasaustauschstörungen betreffen meist nur den Sauerstoff, da Kohlenstoffdioxid eine 23-mal höhere Diffusionskapazität aufweist. Für die Messung wird Kohlenstoffmonoxid(CO) verwendet.
Beispiele für verminderte Diffusionskapazität
Lungenfibrose: Verlängerung der alveolokapillären Diffusionsstrecke
COPD: Reduktion der Gasaustauschfläche durch Strukturverlust der Lunge bei Emphysem
Anämie: Fehlende CO-Transporter (Erythrozyten)
Nikotinabusus: Höherer CO-Hämoglobin-Gehalt des Blutes
Laborparameter zur Diabetes-Diagnostik
Nüchternblutzucker (≥140 mg/dl)
Postprandialer Blutzucker (≥ 200 mg/dl)
HbA1c ≥7,5%
Anionenlücke
Na - (HCO3 + Cl)
Berechneter Parameter zur weiteren Abklärung einer metabolischen Azidose
Normwert: 7 +/- 4 = 3-11 mmol/L
Interpretation
Additionsazidose
Metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke
Anionenlücke >16 mmol/L spricht mit großer Sicherheit für eine Additionsazidose
Endogene Ursachen: Lactatazidose, Ketoazidose , Nierenfunktionseinschränkung/Urämie
Exogene Ursachen: Vergiftung durch Salicylsäure, Ethanol, Methanol, Ethylenglykol (in Frostschutzmittel)
KUSSMAUL als Eselsbrücke: Ketonkörper, Urämie, Salicylsäure, Methanol, Äthylenglykol, (Urämie), Laktat
Subtraktionsazidose
Metabolische Azidose mit normaler Anionenlücke (bedingt durch „Bicarbonatverlust“ )
Endogene Ursachen: Anhaltende Diarrhö, Galle- oder Pankreasfistel
Exogene Ursachen: Medikamente (Carboanhydrasehemmer), Zufuhr von Säuren, deren Anion Chlorid ist (bspw. HCl)
Akute Nierenfunktionseinschränkung - Definition
Serum-Kreatinin-Anstieg um > 0,3 in 48h oder > 1,5 in 7d
Urinausscheidung < 0,5ml/kgKG/h in 6h
Lacklippen, Lackzunge
Spider naevi
Caput medusae
Uhrglasnägel und Trommelschlägelfinger
Gynäkomastie
Brust- und Bauchglatze
Extrahepatische Manifestationen HCV
kann eine Autoantikörper- und Immunkomplexreaktion auslösen -> extrahepatische Symptome verursachen
u.a. rheumatologische Erkrankungen (bspw. kryoglobulinämische Vaskulitis und Panarteriitis nodosa)
hämatologische Störungen (bspw. Non-Hodgkin-Lymphome),
dermatologische Erkrankungen (bspw. Porphyria cutanea tarda)
endokrinologische Störungen (bspw. Diabetes mellitus und Hashimoto-Thyreoiditis)
Fibrose
Vermehrung von kollagenen Fasern, die zur Verhärtung des Gewebes führt. Sie kann z.B. Folge einer Entzündung, Nekrose oder ständiger Überlastung (z.B. Lymphödem) sein
Welche Faktoren beeinflussen bei Hepatitis eine rasche Leberfibrose/Leberzirrhose-Progression?
erhöhtes Alter bei Erstdiagnose
männliches Geschlecht
chronischer Alkoholkonsum
Koinfektionen mit HBV und/oder HIV
deutlich erhöhte Transaminasen bei Diagnosestellung bzw. im Verlauf
Vorliegen einer Steatose
genetische Faktoren
chronische Hämodialyse
Therapie Hepatitis B
medikamentös nur bei fulminantem Verlauf/Chronifizierung
Therapieziele: Vermeidung Folgeerkrankungen wie HCC, dauerhafte Suppression HBV-DNA, Serokonversion von HBsAg zu Anti-HBs
Wirkstoffe: PEG-Interferon-alpha bei Child A, sonst Nukleosid/Nukleotidanalogon (Entecavir, Tenefovir)
bei Schwangeren mit pos. HBsAg-Status: Antivirale Therapie empfohlen, möglichst vor 28. SSW, zudem Simultanimpfung in den ersten 12h postpartal
Therapie Hepatitis C
DAA (direct acting antiviral agents):
NS3-Protease-Inhibitoren (-previr), z.B. Glecaprevir
NS5A-Inhibitoren (-asvir), z.B. Ledipasvir
NS5B-Inhibitoren (-buvir), z.B. Sofosbuvir
Ribavirin
Kombinationstherapien je nach Genotyp
KEIN Interferon mehr (hohes NW-Profil)
RF der TVT (außerhalb Wells-Score)
höheres Alter >60J
Adipositas (BMI >30)
Antiphospholipidsyndrom
Östrogentherapie (potenziert durch Rauchen!)
Schwangerschaft und Wochenbett
hereditäre Thrombophilien (z.B. Faktor-V-Leiden)
Virchow-Trias
pathophysiologischen Ursachen, die zur Entstehung einer Thrombophilie führen
1. Endothelschädigung (bspw. im Rahmen einer Entzündung)
2. Herabsetzung der Blutstromgeschwindigkeit (z.B. durch Immobilisation)
3. Veränderungen der Blutzusammensetzung (z.B. durch erbliche oder medikamentöse bedingte Hyperkoagulabilität)
Postthrombotisches Syndrom
Folgeerscheinungen unterschiedlichen Schweregrades Monate bis Jahre nach einer TVT
bspw. Schwellung und Schmerzen des entsprechenden Beines sein
Schwere Verläufe: Ulzera und Wundheilungsstörungen am Unterschenkel einhergehen
Hintergrund sind v.a. postthrombotische Schäden der Venenklappen oder Teilverschlüsse der Venen mit einer resultierenden Druckerhöhung im Venensystem
Thrombophilie-Screening
Indikation: Junge Personen, ungewöhnliche Lokalisation, kein Auslöser eruierbar, positive Familienanamnese, Rezidiv und therapeutische Konsequenz
Zeitpunkt der Testung: Die Testung sollte möglichst ohne Einfluss von Antikoagulanzien erfolgen; der Zeitpunkt etwa 2 Wochen nach geplantem Absetzen einer Antikoagulation ist daher empfehlenswert
Umfang: Faktor-V-Leiden-Mutation, Prothrombin-20210-Mutation , Protein C, Protein S, Antithrombin, Faktor VIII, Autoantikörperdiagnostik bzgl. eines Antiphospholipid-Syndroms (Lupus-Antikoagulans, Anti-Cardiolipin-Antikörper, β2-Glykoprotein-I-Antikörper und ggf. weitere Anti-Phospholipid-Antikörper)
Interpretation: Besonders hohe Risiken für thromboembolische Manifestationen und Rezidive bestehen für das Anti-Phospholipid-Syndrom, für den Mangel an Antithrombin-III (AT-III), Protein C oder S und für die Homozygotie für Faktor-V-Leiden-Mutation bzw. Prothrombin-Mutation 20210
Leichtkettenrestriktion
Monoklonale B-Zellen exprimieren nicht beide, sondern nur einen einzigen Leichtketten-Typ (Kappa oder Lambda)
Asthma bonchiale
Chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, die mit einer reversiblen bronchialen Obstruktion und/oder mit einem hyperreagiblen Bronchialsystem einhergeht und oft einen anfallsartigen Verlauf hat
extrinsisches/allergisches Asthma bei Kindern am häufigsten; IgE-Nachweis!
intrinsisches (nicht-allergisches) Asthma insbes. beim Erwachsenen >40J, u.a. durch NSAR, chemisch-toxisch, ausgelöst bei Infekten
bei Eosinophilie besseres Ansprechen auf ICS, kann Indikation für Biologicals sein
Atemflusslimitierung beim Asthma
Bronchokonstriktion
Schleimhautödem und entzündliche Schleimhautinfiltration mit Hyperplasie der Becherzellen und Verdickung der Basalmembran
Remodeling der Bronchialwände mit Hypertrophie der glatten Muskulatur
Vermehrte Produktion zähen Schleims
Röntgen Thorax Zeichen bei Lungenemphysem
bei Asthma und COPD
Transparenzerhöhung, abgeflachtes Zwerchfell, verbreiterte Interkostalräume/horizontale Rippen, Fassthorax
Horner-Syndrom
Ptosis
Miosis
Enophthalmus
MEN2
Untergruppe der multiplen endokrinen Neoplasien
Verändertes RET-Protoonkogen -> erhöhte Tyrosinkinase-Aktivität
medulläres Schilddrüsenkarzinom
prim. Hyperparathyreoidismus
Stroke Mimics
Wichtige DD bei V.a. Schlaganfall
können alle mit einem fokal-neurologischen Defizit einhergehen
Hypoglykämie
schwere Infektionen bzw. eine Sepsis
Migräne mit Aura
Todd-Parese nach epileptischem Anfall
Alkoholintoxikationen und/oder periphere Nervenschädigungen
Hämorrhagischer Schlaganfall
15-20% der Schlaganfälle
nicht-traumatische ICB (häufig Aa. centrales anterolaterales)
häufig bei aHT -> hypertensive ICB
nicht-traumatische SAB (meist in Folge Aneurysmaruptur)
Risikofaktoren ischämischer Schlaganfall
Arterielle Hypertonie
Adipositas
Diabetes mellitus
Dyslipidämie
Alkoholmissbrauch
Stenose der A. carotis interna
Kontraindikationen Lyse-Therapie Schlaganfall
Blutungen
Intrakranielle Blutung
Nachgewiesene aktive Blutung in der Bildgebung
Zurückliegende Blutung
Lebensbedrohliche Blutung eines anderen Organs
Störungen der Blutgerinnung
Gerinnungsparameter: Thrombozyten <100.000/μL, INR >1,7
Systemische Faktoren
Unkontrollierbare, schwer wiegende arterielle Hypertonie
Blutdruck >185/110 mmHg (medikamentös vor Beginn der Lysetherapie nicht stabil einstellbar auf ≤180/105 mmHg)
Gewebedefekte und Zustände mit hohem Blutungsrisiko
Punktion nicht-komprimierbarer Organe
Große Operation oder Trauma
Entbindung
Neoplasien
Child-Pugh-Klassifikation
Klassifikation der Leberzirrhose in Child A,B,C
Child C 1JÜR von 35%
Albumin
Quick
Bilirubin
Enzephalopathie
Aszites
Aszitespunktion
immer Punktion bei Erstdiagnose
Bestimmung von Zellzahl, Eiweiß, Mikrobiologie
DD Transsudat vs Exsudat: nach Eiweißgehalt
<2,5 g/dl = Transsudat (hepatisch, kardial)
>2,5 g/dl = Exsudat (maligne, entzündlich)
SBP: bei Granulocyten >250/mikrol
Urämie
„Intoxikation“ durch Ansammlung harnpflichtiger Substanzen, u.a. Harnstoff, Kreatinin, β2-Mikroglobulin, Parathormon
Typische Zeichen
Urämischer Foetor
Hautflecken (Café-au-lait-Farbe, „schmutziges Hautkolorit“)
Häufig nephrogener Pruritus
Weitere Folgen
Hämolyse durch Urämietoxine (Hautblässe, Anämie)
Urämische Pleuritis
Urämische Perikarditis
Klinik: Perikardreiben
Urämische Enzephalopathie
Definition: Akute diffuse Funktionsstörung des Hirngewebes durch Akkumulation von Harnstoff und neurotoxischen Abbauprodukten
Symptome: Zerebrales Allgemeinsyndrom mit epileptischen Anfällen, qualitativen und quantitativen Bewusstseinsstörungen (Somnolenz bis Koma)
Urämische Polyneuropathie
Definition: Progrediente Nervengewebsschädigung durch wiederkehrende Akkumulation neurotoxischer Abbauprodukte
Symptome: Hypästhesie, Parästhesien, Thermhypästhesie, Lagesinnstörung, später schlaffe myatrophe Paresen
Reduktion der Inzidenz durch moderne periodische Dialyseverfahren und Nierentransplantation
Urämische Gastroenteropathie: Übelkeit, Erbrechen
Thrombozytopenie bzw. Thrombozytendysfunktion, Leukozytendysfunktion
Sequenzielle Nephronblockade
bei Diuretikaresistenz
Furosemid + HCT
Thiazide hemmen die durch Schleifendiuretika hervorgerufene Natriumrückresorption
Pseudomembranöse Kolitis - Komplikationen
Stillstand aufgrund der Entzündung -> paralytischer Ileus
toxisches Megakolon -> lebesnbedrohliche Dilatation der Darmwand
Sporenabtötende Flächendesinfektionsmittel
Peressigsäure
Natriumhypochlorit
Serumosmolalität und Serumosmolarität
Serumosmolalität: Konzentration aller osmotisch aktiven, gelösten Teilchen in 1 kg Körperflüssigkeit; Referenzbereiche: Serum 280–296 mosmol / kg, Harn 50–1.200 mosmol / kg
• Serumosmolarität: Anzahl der osmotisch aktiven Teilchen in 1 l Körperflüssigkeit
Wirkung Parathormon
an der Niere: erhöhte Calciumretention, erhöhte Phosphatexkretion
sinkender Phosphatspiegel stimuliert Niere zur Hydroxylierung des bereits einfach hydroxylierten Vitamin D3 zum biologisch sehr aktiven Kalzitriol -> Steigerung der enteralen Kalziumresorption
Lebensbedrohliche DD bei akutem Thoraxschmerz
Akutes Koronarsyndrom(ACS)
Dumpfer, drückender retrosternaler Schmerz >20 min, häufig mit vegetativer Symptomatik (Angst, Schwitzen) und typischer/atypischer Ausstrahlung 12.
Lungenarterienembolie(LAE)
Plötzlicher, stechender, atemabhängiger Schmerz, Dyspnoe, Tachykardie, ggf. Hämoptysen 167.
(Spannungs‑)Pneumothorax
Plötzlicher, einseitiger, atemabhängiger Schmerz mit Dyspnoe, hypersonorem Klopfschall und abgeschwächtem Atemgeräusch 178.
Akutes Aortensyndrom
Reißender, retrosternaler Schmerz mit Ausstrahlung in Rücken oder Abdomen, oft Pulsdefizit oder Blutdruckdifferenz 1.
Perikardtamponade
Dumpfer Schmerz, Dyspnoe, Zeichen der oberen Einflussstauung, Pulsus paradoxus16.
Boerhaave‑Syndrom
Explosionsartiges Erbrechen, retrosternaler Schmerz und subkutanes Knistern (Mediastinalemphysem) 19.
Kontraindikationen für Lyse
Absolut:
akute Blutung: intrazerebral, subarachnoidal, andere aktive Blutung
Relativ:
Intrakranielle Aneurysmen/Neoplasien
Ösophagusvarizen
Schwere LeberKH
Schwangerschaft
Hypertonie >185/110
Akute Pankreatitis
In der Reanimationspflichtigkeit gibt es keine Kontraindikationen zur systemischen Lysetherapie
Euler-Liljestrand-Mechanismus
Hypoxische pulmonale Vasokonstriktion (Euler-Liljestrand-Mechanismus): Um das Ventilations-Perfusions-Verhältnis konstant zu halten, reagieren die Gefäße der Lunge auf Sauerstoffmangel mit einer Vasokonstriktion
Shuntperfusion: Perfundiert aber nicht belüftet (z.B. bei Obstruktion der Atemwege, Pneumonie)
Totraumventilation: Belüftet aber nicht perfundiert (z.B. bei LAE, kardiogenem Schock)
Atelektase
Die Atelektase beschreibt einen inkomplett entfalteten, luftleeren Lungenbereich und kann in Folge aller möglichen Störungen der Belüftung entstehen: ob bspw. durch die Verletzung eines Bronchus oder durch obstruierendes Wachstum eines Tumors. In der körperlichen Untersuchung sind ein geminderter Klopfschall und ein abgeschwächtes Atemgeräusch wegweisend. Im Röntgenbild imponiert der atelektatische Lungenabschnitt verdichtet und führt durch eine Volumenverkleinerung zu einem Zug auf das umliegende Gewebe.
Phlegmasia coerulea dolens
Maximalvariante der TVT mit Verschluss aller venösen Blutleiter der betroffenen Extremität -> Kompression der Arterien
TH: Notfall-OP (venöse Thrombektomie und Fasziotomie)
⚡️hohe Letalität
Chronische Obstipation - Definition
Die ROM-III-Kriterien definieren, dass für eine chronische Obstipation mind. 2 der folgenden Symptome in den letzten 6 Monaten für mind. 12 Wochen vorhanden sein müssen:
eine Stuhlfrequenz von weniger als dreimal pro Woche
harter Stuhlgang
das Gefühl, dass die Darmentleerung nicht vollständig ist
die Notwendigkeit, manuelle Manöver zur Unterstützung der Darmentleerung bei mehr als 25% der Stuhlgänge anzuwenden
starkes Pressen während der Darmentleerung und/oder das Gefühl einer analen Blockierung
Sicherung der Diagnose Pneumonie
Es müssen 1 Haupt- und 2 Nebenkriterien erfüllt sein
Hauptkriterium: neu aufgetretenes Infiltrat im konventionellen Röntgen-Thorax in zwei Ebenen
Nebenkriterien:
Fieber (≥38,5 °C) oder Hypothermie (≤36,5 °C)
Leukozytose (>10.000/μL) oder Leukopenie (<4.000/μL)
eitriger Auswurf (gelblich-grün)
für Infiltration sprechende physikalische Zeichen (Bronchophonie, Stimmfremitus u.a.)
Nachweis eines Erregers (Blutkultur, Sputum, Bronchialsekret oder Pleuraflüssigkeit)
Erregerspektrum HAP
Insb. gramnegative Stäbchen (insb. Enterobacterales, bspw. Escherichia coli, Klebsiella spp., Enterobacter spp.) und grampositive Kokken (insb. Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae)
seltener auch Haemophilus influenzae und Stenotrophomonas maltophilia
Bei Personen mit Risikofaktoren für multiresistente Erreger treten gehäuft auch Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter baumannii und ESBL-bildende multiresistente gramnegative Erreger (MRGN) auf.
Bakterielle Resistenzmechanismen gegen Antibiotika
β-Lactamasen: Diese Enzyme hydrolysieren den β-Lactam-Ring von β-Lactam-Antibiotikaund machen sie damit unwirksam
Effluxpumpen : Diese aktiven Transporter schleusen Antibiotika aus der Bakterienzelle und vermindern damit ihre Wirksamkeit.
Bildung von modifizierten Penicillin-Bindeproteinen (PBP): PBP sind die Zielstrukturen von β-Lactam-Antibiotika – durch eine verminderte Penicillinaffinität können diese weniger stark wirken
DD roter Urin
Makrohämaturie
Porphyrine (bei Porphyrien) - D: negative Aldehydprobe
Medikamentös (Rifampicin)
Rote Beete gegessen
Urinsediment
Euerythrozyten: postrenales Blutung (Harnsteine, Malignes Geschehen)
Erythrozytenzylinder/Akanthozyten: intrarenale Blutung (insbes. ab >10%) -> Hinweis auf Glomerulonephritiden (+großmolekukäre Proteinurie)
Im Labor auf Hinweise Proteinurie >1g/d, Anstieg Serum-Krea -> Nierenbiopsie
Glucosurieschwelle Niere
160-180 mg/dl
Nephritisches Syndrom
Schädigung des Kapillarendothels
Hämaturie
Proteinurie <3,5g/d
Hypertonie
z.B. bei GPA
Nephrotisches Syndrom
Schädigung der Glomerulären Basalmembran/Podozyten: Führt zur Störung des glomerulären Filters, Verlust negativer Spannung in der GBM
Schwere Proteinurie (>3,5g/d)
Hypoproteinämie -> Ödeme
Hyperlipoproteinämie
Pathophysio Angina pectoris bei Aortenklappenstenose
Aufgrund der Behinderung der Ausflussbahn des linken Ventrikels pumpt dieser gegen einen erhöhten Widerstand und hypertrophiert. Es handelt sich um eine konzentrische Hypertrophie, die relativ lange kompensiert bleibt. Poststenotisch ist der Druck in der Aorta und den Koronarien erniedrigt, sodass es zu einer relativen Koronarinsuffizienz kommt. Außerdem führt die linksventrikuläre Hypertrophie nicht nur zu einem erhöhten Sauerstoffbedarf des Herzmuskels, sondern auch zu einer Erhöhung des enddiastolischen Drucks und damit zu einer verminderten subendokardialen Perfusion. Klinisch können diese pathophysiologischen Veränderungen als Herzrhythmusstörungen, Myokardischämien oder plötzlicher Herztod in Erscheinung treten.
Hypothyreose-induzierende Medikamente
Amiodaron
Lithium
atypische Antipsychotika (z.B. Clozapin, Quetiapin)
Carbamazepin
Tyrosinkinaseinhibitoren (z.B. Imatinib, Sunitinib)
Besonderheiten L-Thyroxin-Substitution
einschleichen (CAVE: Gefahr von AP-Attacken)
Mit klarer Flüssigkeit, auf nüchternen Magen, unabhängig von anderen Medikamenten einnehmen
Verlaufskontrollen nach Therapiebeginn: TSH und fT4 nach ca. 2 Monaten, nach Etablierung der Erhaltungsdosis: TSH halbjährlich, später jährlich
TSH-Zielwert: 0,4–2,5 mU/L
Milan-Kriterien
Bei HCC zur Abschätzung des Erfolgs einer LeberTx, Durchführung nur bei Erfüllung der Kriterien:
Solitärer Knoten mit ≤5 cm Durchmesser oder
≤3 Knoten mit jeweils ≤3 cm Durchmesser
Keine extrahepatischen Metastasen
Keine Infiltration von Blutgefäßen (Pfortader, Lebervenenhauptäste)
Ursachen chronische pAVK
bei >70J 15-20% der Bevölkerung
Atherosklerose
Vaskulitiden
Traumatische Gefäßverletzungen
Fibromuskuläre Dysplasie
genetische Komponenten, -bspw. die zystische Adventitiadegeneration, v.a. Einengung der A. poplitea durch Zysten
Einteilung pAVK der unteren Extremität
Einteilung erfolgt anhand der Lokalisation der Gefäßstenosierung
pAVK vom Beckentyp (35%): A. renalis, Aorta abdominalis, Aa. iliacae
pAVK vom Oberschenkeltyp (50%): A. femoralis (superficialis), A. femoris profunda
pAVK vom Unterschenkeltyp (ca. 15%): A. tibialis anterior, A. tibialis posterior, A. fibularis
Häufig besteht mit der sog. pAVKvom Mehretagentyp auch eine Mischform
Aortenbifurkations-Syndrom (Leriche-Syndrom)
Verschluss auf Höhe der Aortenbifurkation mit oder ohne Einbezug der Iliakalgefäße : Gesäß- und Beckenregion, Oberschenkel, Impotenz (Erektionsschwäche, Impotentia coeundi)
Erstdiagnostik Asthma bronchiale
Labordiagnostik, insb. Differenzialblutbild und CRP (-> Eosinophilie)
Allergiediagnostik
Lungenfunktionsdiagnostik
Provokationstest
Peak-Flow-Messung
FeNO-Messung (= Fraktion des exhalierten Stifstoffmonoxids, Non-invasiver Biomarker der Atemwegsinflammation)
Diffusionskapazität für Kohlenstoffmonoxid
Röntgen-Thorax
Unterformen des Asthma bronchiale
Allergisches Asthma
Nicht-allergisches Asthma
Anstrengungsinduzierte Bronchokonstriktion
Analgetika-Asthma
Eosinophiles Asthma
Endoskopische Klassifikation Refluxösophagitis
Los-Angeles-Klassifikation
A-D
A: Auf eine Mukosafalte begrenzt
D: 75% der Zirkumferenz betroffen
Häufigste Ursachen GERD
Transiente Insuffizienz des unteren Ösophagussphinkters oder der Kardia, bspw. durch
Stenosen
Zunahme des His-Winkels auf >60°
Erhöhung des intraabdominellen Drucks, bspw. durch Schwangerschaft oder Adipositas
Unterer Ösophagussphinkter
Venenplexus (der im Ruhezustand mit Blut gefüllt ist und als Schwellkörper fungiert)
Fixierung des Ösophagus durch das Lig. phrenicooesophageale
spiralig angeordnete Ösophagusmuskelschicht (die das Lumen einengt)
His-Winkel (einer spitzwinkligen Einmündung des Ösophagus in den Magen)
Zwerchfellenge, bei der das Zwerchfell den Ösophagus wie eine Klammer umfasst
Prag-Klassifikation
Anwendung: Empfohlene Klassifikation für die Ausdehnung eines Barrett-Ösophagus
Kriterien (jeweils gemessen vom gastroösophagealen Übergang in cm)
C: Ausdehnung des zirkumferentiellen Anteils
M: Max. longitudinale Ausdehnung
Zuletzt geändertvor einem Tag