Was sind ‘Dispositionen’ / ‘Traits’ ?
Disposition =
Merkmal einer Person, das eine mittelfristige Stabilität aufweist
d.h. zumindest Wochen oder Monate überdauert
> Eine Disposition disponiert eine Person dazu, in bestimmten Situationen ein bestimmtes Verhalten zu zeigen
Was meint der ‘state’ einer Person ?
state
= Begriff für den aktuellen Zustand einer Person, der über Situationen hinweg variiert
Wie geht der ‘Nomothetische Ansatz’ vor ?
(gr. nomos = Gesetz, thesis = aufstellen)
= Vergleich von einer Disposition an vielen Individuen
Ziel: Erhebung von Durchschnittswerten, Zusammenhängen zwischen Eigenschaften, Unterschieden zw. Personengruppen
Wie geht der ‘Ideografische Ansatz’ vor ?
= Vergleich von vielen Dispositionen an einem Individuum
Ziel: Erfassung der Persönlichkeit von Menschen
Was ist ‘korrelative Forschung’ ?
Untersuchung von vielen Personen
Nomothetische Forschung (Mittelwert)
Ziel: Erfassung von Beziehungen zw Variablen
Korrelationskoeffizient kann zw -1 und +1 liegen
positive Korrelation: Je mehr Futter, desto dickere Kühe. (r = 0,5 positiver Zusammenhang)
negative Korrelation: Je mehr zurückgelegte Strecke mit dem Auto, desto weniger Treibstoff im Tank. (r = -0,5 negativer Zusammenhang)
Sind folgende Korrelationen gering oder hoch ?
bis r = .3
ab r = .5
ab r = .7-.8
bis r = .3 geringe Korrelation
ab r = .5 hohe Korrelation
ab r = .7-.8 sehr hohe Korrelation
sehr hohe Korrelationen sind in der Psychologie sehr selten
Lassen Korrelationen Kausalaussagen zu ?
Was bedeutet Faktoranalyse ?
(zur Identifikation von Dispositionen)
= Sammelbegriff für verschiedene, sehr komplexe mathematische Verfahren (Analyse von Korrelationsmustern)
Ziel: Reduktion einer größeren Zahl von Variablen auf eine kleinere Zahl
Daten “sprechen” für sich selbst, keine Festlegung eines expliziten Modells
Beobachtete Variablen, die den gleichen Faktor repräsentieren, sollen hoch korreliert sein;
die Faktoren sollen untereinander unkorreliert sein
Was ist die Faktorladung ?
= Korrelation zw einer Variable und einem Faktor
(Je weiter die Faktorladung von null weg ist, desto höher lädt die Variable auf dem jeweiligen Faktor)
Was bedeutete der Begriff ‘persona’ (Maske) in der Antike ?
Cicero
Wie man anderen erscheint (aber nicht ist)
Die Rolle, die jemand im Leben spielt
Eine Häufung persönlicher Eigenschaften, die jemanden zu seiner Arbeit befähigen
Besonderheit und Würde
Wie geht nach Galenus von Pergamon die Viersäftelehre und die Lehre von den vier Temperamenten ?
Wie sind die Zusammenhänge zw körperlichen Merkmalen und dem Charakter nach Ernst Kretschmer ?
Wann war der Beginn der wissenschaftlichen Persönlichkeitstheorie ?
erste Hälfte des 20. Jhd
Fokus auf dem Eigenschaftsbegriff, Eigenschaftszuschreibungen
Was sind Eigenschaftsparadigma ?
= wissenschaftliche Suche nach dem grundlegenden Dimensionen, auf denen sich Personen voneinander unterscheiden
Was ist die Sedimentationshypothese ?
= diejenigen Persönlichkeitseigenschaften, die besonders wichtig für den Alltag sind, finden Eingang in die naive Persönlichkeitstheorie
Wie geht der 'differentielle Ansatz’ vor ?
Persönlichkeitseigenschaften = Merkmale, die eine Population charakterisieren (und keine Person!)
Merkmal der Person = welche Ausprägung sie auf einer Persönlichkeitseigenschaft zeigt
Persönlichkeit einer Person = alle Merkmalsausprägungen in allen Merkmalen, in denen sich die Mitglieder einer Population voneinander unterscheiden
Persönlichkeit kann dabei durch ein Persönlichkeitsprofil veranschaulicht werden
Wie ist Raymond B. Cattell vorgegangen ?
Sammlung von Alltagsbegriffen - Eliminierung ähnlicher Wörter
Reduktion auf sinnvolle Variablenmenge
Beschreibung von Personen mittels verbliebener Variablen
Betrachtung von Korrelation zw Variablen und Reduktion mittels Faktoranalyse
Wie ist Hans Jürgen Eyseneck vorgegangen ?
Kritik an Cattells Modell: Interkorrelationen zw den 16 Faktoren weisen auf Faktoren zweiter Ordnung hin
Zentrale Frage: Auf welcher Ebene befinden sich die Persönlichkeitseigenschaften, die in Anzahl und Art notwendig und ausreichend sind, um Persönlichkeit zu erfassen ?
geht davon aus, dass die Perönlichkeit sparsamer beschrieben werden kann (durch nur drei Faktoren zweiter Ordnung)
spricht von Persönlichkeitstypen (= Dimensionen, die normalverteilt sind und auf denen alle Menschen eingeordnet werden können)
Wie zeigt sich Extraversion & Introversion ?
Orientierung an externen Stimulationsquellen in der Umwelt
beziehen ihre Anregung aus der sozialen und physischen Umgebung
sozial aktiv und nach außen gerichtet
Eigenschaften von Extravertierten (Trait-Level): Geselligkeit, Lebhaftigkeit, Aktivität, Selbstbehauptung, Dominanz …
passiver, stiller, reservierter, nachdenklicher
Orientierung nach innen
Was sind Eigenschaften neurotischer Menschen / von Neurotizismus ?
labil, emotional schnell störbar
Eigenschaften: Ängstlichkeit, Bedrücktsein, Schuldgefühle, geringe Selbstachtung, Anspannung, Irrationalität, Schüchternheit, Launenhaftigkeit, hohe Emotionalität
Was bedeutet Psychotizismus und die Über-Ich-Funktion ?
Anfälligkeit für Störungen, die durch einen geringen Realitätsbezug gekennzeichnet ist (psychotische Störungen);
Neigung zu soziopathischem Verhalten, mangende Loyalität
Eigenschaften psychotischer Menschen: Aggressivität, Kälte, Egozentrik, Unpersönlichkeit, Impulsivität, Antisoziales Verhaltenstendenz, Uneinfühlsamkeit, Kreativität, Härte, Hartherzigkeit
extreme Angepasstheit, Kadavergehorsam (= blinder Gehorsam), Unterwürfigkeit, Regelorientierung
Wie funktioniert das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit (Big Five) nach McCrae und Costa ?
> aus der Basis von Listen mit über 18.000 Begriffen wurden durch Fakoranalyse fünf sehr stabile, unabhängige und weitgehend kulturstabile Faktoren gefunden
Faktoren sind mit verschiedenen Datenquellen (Fragebogen usw) nachweisbar > unabhängig von der Art der Beurteilung
Faktoren eignen sich auch für die Beschreibung der Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen
Faktoren erweisen sich bei Erwachsenen als sehr stabil
Personen mit hohen Werten für Offenheit suchen aktiv nach mehr Bildungsmöglichkeiten und beruflichen Herausforderungen als Personen mit niedrigen Werten für Offenheit
& sind leichter hypnotisierbar
Offenheit ist positiv mit Intelligenz korreliert
Verträglichkeit konnte mit politischer Gesinnung in Verbindung gebracht werden
Gewissenhaftigkeit ist positiv korreliert mit akademischem und beruflichem Erfolg
(Modell im angloamerikanischen und nordeuropäischen Raum gut bestätigt)
Welche Kritik wird am Dispositionalen Ansatz geäußert ?
Mangel an theoretischen Konzepten
Mangel an adäquaten Erklärungen von Verhalten
Individuelles Verhalten kann nicht vorhergesagt werden
Situative Faktoren werden unterschätzt
Es wird nicht spezifiziert, wann sich Dispositionen in Verhalten manifestieren
Persönlichkeitsentwicklungen und -veränderungen werden nicht genügend berücksichtigt
Faktorenanalyse beinhalten viele subjektive Entscheidungen
Problem der sozialen Erwünschtheit in Selfreports und Einschätzungen durch Verwandte/Freunde
Was ist das Persönlichkeitskonzept von Behaviorismus ?
Mensch als 'black box’
Persönlichkeit entwickelt sich über Lernprozesse und verändert sich durch Lernen und Erfahrungen
Persönlichkeit = Resultat der individuellen Lerngeschichte
Mensch kommt als ‘leere Hülle’ zur Welt und kann durch Lerneffekte beliebig geformt werden
Was ist ‘Klassisches Konditionieren’ ?
= Erwerb oder Erlernen von Reiz-Reaktions-Assoziationen
Grundlage des Lernens: angeborene Reflexe
Ideografische Forschungsausrichtung
Ein neutraler Stimulus (NS; löst keine spezifische Reaktion aus) wird
mit einem unkonditionierten Stimulus (UCS; löst verlässlich eine
unbedingte Reaktion [UCR] aus) gemeinsam dargeboten;
• Nach diesen gemeinsamen Darbietungen löst der NS allein eine
konditionierte Reaktion aus (CR);
Der neutrale Stimulus (NS) wird zum konditionierten Stimulus
(CS).
Wie funktioniert ‘operantes Konditionieren’ ?
= Erwerb oder Formung durch Verhaltenskonsequenzen (Belohnung / Bestrafung)
radikaler Behaviorismus
Menschliches Verhalten primär durch Umwelt bzw die Konsequenzen des Verhaltens beeinflusst
Bestrafung: alle Konsequenzen, die die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verhalten gezeigt wird, reduzieren
Verstärker: alle Konsequenzen, die die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens erhöhen
‘Survival of the fittest’ …
Was bedeuten folgende evolutionspsychologische Überlegungen grob ?
intrasexuelle Selektion
intersexuelle Selektion
künstliche Selektion
natürliche Selektion
intrasexuelle Selektion: Mitglieder des gleichen Geschlechts konkurrieren um die des anderen Geschlechts
intersexuelle Selektion: Mitglieder einen Geschlechts wählen die des anderen Geschlechts nach bestimmten Kriterien
künstliche Selektion: Zuchtwahl
natürliche Selektion: Reduzierung des Fortpflanzungserfolgs bestimmter Individuen mit der Folge, dass andere Individuen (die im Rückblick als ‘überlebenstüchtiger’ erkennbar sind) sich stärker vermehren
Entscheidende Einflüsse: äußere Faktoren der Umwelt (= Selektionsfaktoren)
Wie lässt sich Verhalten evolutionspsychologisch erklären?
Ultimate Erklärungen: Anpassungswert eines Verhaltens, also die Frage nach dem Nutzen für das Individuum.
Proximate Erklärungen: alle inneren (physiologischen, chemischen, psychischen usw.) Bedingungen, die ein Verhalten beeinflussen, zugleich aber auch alle äußeren Auslöser (zum Beispiel Schlüsselreize) und sozialen Bedingungen.
Beispiel: Warum zeigen Angehörige einzelner Primatenarten ihre Zuneigung
durch soziale Fellpflege („Lausen“)?
Proximate Erklärung: Bei der Fellpflege steigt der Endorphinspiegel bei beiden
Beteiligten, die Bereitschaft zur Aggression wird gehemmt.
Ultimate Erklärung: Freundliches Verhalten hilft Bindungen zu stiften und zu
erhalten. Soziale Bindungen sind beim Schutz vor Beutegreifern, bei der
gemeinsamen Jagd, bei der gemeinsamen Brutpflege oder beim Schlichten
von Konflikten in der Gruppe vorteilhaft.
Warum gibt es unterschiedliches Verhalten bei tendenziell gleicher
Umwelt?
Frequenzabhängige Selektion:
die Fitness eines Gens hängt von der Häufigkeit in der Population ab. Durch
die f.S. werden jene Häufigkeitsverhältnisse stabilisiert, die den größten Fortpflanzungserfolg garantieren.
Beispiel Soziosexualität: Tendenz Sex mit vielen unterschiedlichen Partnern zu
haben.
Was ist reflexives vs impulsives Verhalten ?
Impulsives Verhalten
Informationsverarbeitungsprozesse laufen automatisch, schnell und unbewusst ab - basiert auf gelernten Assoziationen und motivationaler Orientierung
Reflexives Verhalten
basiert auf gelernten Infos über bestimmte Werte und Fakten
ist der ‘rationale’ Generator von Verhalten
erfordert bewusstes Reflektieren, auch über mögliche Konsequenzen des Verhaltens
Was sind implizite Einstellungen ?
Bewertung von Objekten auf der Dimension positiv-negativ
z.B. Einstellung zu Parteien, einer Automarke, Coronaimpfungen
Wie gut kann man aus Einstellungen Verhalten vorhersagen?
oft nur geringer Zusmmenhang zw Einstellungen und Verhalten
implizite Einstellungen sind dem Bewusstsein nur schwer zugänglich
Was sind die Probleme des Informationsverarbeitungsparadigmas ?
zeitliche Stabilität der Messungen oft gering
Kriterien der zeitlichen Stabilität oft nicht geprüft
transsituative Konsistenz über ähnliche Aufgaben hinweg oft gering
Informationsverarbeitung beruht auf der Aktivität des Nervensystems welches mit dem … , dem … und dem … interagiert.
Informationsverarbeitung beruht auf der Aktivität des Nervensystems welches mit dem Herz-Kreislaufsystem,
dem Hormonsystem
und dem Immunsystem
interagiert.
Welche Funktion hat Serotonin ?
Stimmungsregulation
Welche Funktion hat Noradrenalin ?
Aktivierung, Aufmerksamkeit
Welche Funktion hat Oxytocin ?
Beruhigung, Bindung, Sexualität
Introvertierte …
Aus welchen fünf Faktoren besteht das NEO Fünf Faktoren Inventar (NEO FFI) ?
Neurotizismus
Extraversion
Verträglichkeit
Gewissenhaftigkeit
Offenheit für Erfahrungen
Welche Elemente der Schülerpersönlichkeit sind kognitiv/evaluativ und welche emotional/motivational ?
kognitiv / evaluativ
Intelligenz
Fähigkeitsselbstkonzept
Selbstwirksamkeitserwartung, Kontrollerwartungen
emotional / motivational
Prüfungsangst als Personenmerkmal
Leistungs- und Lernmotivation, Zielorientierung
Was ist Intelligenz (und was nicht) ?
denkgestütztes Lösen von neuen Aufgaben & Problemen
schlussfolgerndes Denken
Abstraktionsvermögen
Verständnis und Einsicht, Erkennen und Herstellen von Strukur und Bedeutung
nicht:
Erfolg, Wissen, Kompetenz, Talent
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