Buffl

Grundlagen der psychiatrischen Pflege

CW
von Christine W.

Wie standartisiert man die Qualität im Pflegeprozess?

  • Definition der Qualität lt. der WHO:

    “Qualität ist das Maß von Übereinstimmung zwischen den gesetzten Zielen und der durchgeführten Maßnahme in der Pflege […] Qualität ist das Maß, worin der zu erzielende Gewinn in der Gesundheit mit einem minimalen Gebrauch von Mitteln in die Tat umgesetzt wird.”

  • Aufteilung:

    • Strukturqualität:

      -> Personal (Anzahl, Qualifikation), Hilfs- und Arbeitsmittel

    • Prozessqualität:

      ( wichtigster Aspekt!)

      -> Planung, Verrichtung und Reflektion von Pflegeprozessen nach Pflegemodellen und therapeutischen Konzepten

      • Bspw.: Pflegeplanung, Pflegevisite, Bezugspflegemodell, Pflegeüberleitung und multiprofessionelle Zusammenarbeit

    • Ergebnisqualität_

      • aus Sicht des Patienten erst einmal immer subjektiv

        -> persönliche Betreuung

        -> bauliche Gegebenheiten und Verpflegung (Hotelleistung)

      • aus Sicht des PP

        -> positive Veränderung des Gesundheitszustandes

        • unter Einbezug von psychischen, physischen und sozialen Aspekten

          -> im Zusammenhang der Erkrankung!

        = Pflegeziele im Idealfall erreicht!

  • Wirkung der Qualitätssicherung:

    • Transparenz und möglichst einheitliche Messbarkeit der Qualität

      -> Problem: Ist menschliches Leben als Prozess stndartisierbar und messbar?

      • subjektiv aus Sicht des Patienten

      • nach ethisch-philosophischem menschlichen Bild aus sicht des PP

  • rechtliche Absicherung der Qualitätsstandarts:

    -> gesetzliche Verankerung im SGB XI für die Langzeitpflege

    -> im SGB V fürr den stationären Bereich

    -> Qualitätsprüfungen durch den MD


    • PDCA-Zyklus als Qualitätsmanagement-Methode

      (Plan - Do - Check - Act)

      -> zentrales Wekrzeug im pflegerischem Qualitätsmanagement

      -> verbindet Prozessqualität + kontinuierliche Verbesserung

    • Expertenstandarts des DNQP

      (Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege)

      -> entwickelt evidenzbasierte Expertenstandarts und sind de facto verbindlich

    • EFQM

      (European Foundation Quality Management)

      -> betont umfassende Zielsetzungen und Absichten so konkret, dass sie in die Praxis implementiert werden können

    • DIN EN ISO

    • Donabedian-Modell als Ursprung

      (Avedis, Donabedian, 1966)

      -> Struktur, Prozess Ergebnis


Gehe auf die geschichtlichen Aspekte der psychiatrischen Pflege ein.

  • zunächst in der Vorzeit viele Facetten:

    -> Pflege in (Groß-)Familien, als christlicher Auftrag

    -> Pflege nach der Aufklärung

    (Mensch ist mit Vernunft ausgestattet = heilbar)

    • insbesondere Industiralisierung durch Auflösung von sozialen Gefügen

      -> führte zu Bildung von unzähligen Anstalten im 19. Jahrhundert

    -> im 18. JH “Narren und Tollen” im Zucht- und Tollhaus und Beaufsichtigung der “Irrenschließer”

  • Wilhelm Griesinger (1817 - 1868)

    -> erklärte psychisch Erkrankte zu “Hirnerkrankten”

    -> Gründe seien daür in soziale und biologische Faktoren eingebettet

    • erweiterte den naturwissenschaftlichen Blick

    • damit auch Behandlungsdimensionen

    • Erkrankte von Schuld, Versagen und Unvermögen entlastet

  • 1877: Gründung des Deutschen Vereins für Psychiatrie

  • Hermann Simon (Gütersloh, 1867 - 1947)

    -> Ideegeber der Arbeitstherapie

    (Auffasung einer tätigen Gemeinschaft, zur Reduktion stat. Behandlungen)

    • auch heute noch aktuell

  • 1885: Reform der Irrenpflege

    -> Erhöhung der Personalbesetzung

    -> Erhöhung der Möglichkeiten zum Erholen und Ausruhen

    -> Senkung der Dienststunden

    -> Erhöhung der Lohn- und Altersversorgung

  • 1896: Jahresversammlung d. Vereins Deutscher Irrenärzte

    • 4 Thesen zur Verbesserung der “Wärterfrage”

      1. das Personal ist besonders gut ausgebildet und möglichst lange im Dienst

      2. Direktor und Ärzte jeder Anstalt bilden selbstständig aus

      3. Schaffung von Einrichtung zur Sicherstellung des PP

      4. Einrichtungen zur Erholung und Schonung von PP

  • um 1900: Psychiater bemühen sich um Einigung des “Wärter”-Berufs

    -> vom Arzt ausgewählt, treue Vollstrecker

    -> schliefen mit im “Irrenbett” im Gemeinschaftsraum

    -> gute Schulkenntnisse, Geduld, Verstand, Fleiß, Furchtlosigkeit, männlich fester Charakter mit imponierendem Äußeren, Religiösität

  • 1903: Erste systematische Pflegeausbildung in st. Anstälten

  • Trennung von Lebens- und Arbeitsbereich

    -> zog aich über 100 Jahre zwischen 1860 - 1972

    (“Dienen ohne Ende”, Hilde Steppe, Verlag Haus Huber Bern)

  • 04. Juli 1919: Entwurf des Reichsministeriums über die Arbeitszeit von Krankenpflegepersonen

    -> §1: tgl. 8h + wtl. 48 h max

    -> §8: nicht gültig für Mitglieder geistl. Gemeinschaften


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Christine W.

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