Erbrechen DD
Reflux: Dabei kommt es infolge einer Inkompetenz der Kardia zum Einstrom von Mageninhalt in die Speiseröhre.
Regurgitation: Dabei öffnet sich auch der obere Ösophagussphinkter und der Mageninhalt kann – ohne Nausea und Würgen in den Mund eintreten.
Rumination: Es handelt sich um ein meist unwillküriches, bissenweises Zurückfließen von Nahrung in den Mund. Nach Wiederkauen wird die Nahrung wieder geschluckt.
Erbrechen bei gastrointestinaler Passagebehinderung in Abhängigkeit von der Lokalisation des Hindernisses
Zeitpunkt des Erbrechens
Passagehindernis
Aussehen und Geruch des Erbrochenen
Bei Nahrungsaufnahme
Ösophaguskarzinom, peptische Stenose, Achalasie
Unverdaute Nahrung, neutral
Während bzw. rasch nach den Mahlzeiten
Ulcus ad pylorum, Differenzialdiagnose Psycho- neurose
Angedaute Nahrung, sauer
Bis ca. 1 h postprandial
Syndrome der zuführenden und abführenden Schlinge
Angedaute Nahrung, gallig
Intervalle bis ca. 12 h
Postvagotomiestase, Magenszirrhus, stenosier- endes Magenkarzinom, A.-mesenterica-superior- Syndrom
Angedaute Nahrung, gallig-faul
Intervalle >12 h
Magenausgangsstenose, diabetische Gastroparese, Dünndarmileus
Alte Nahrungsreste, faulig-fäkulent
Diagnostische Schritte beim Erbrechen
Dysphagie
Die Dysphagie ist eine schmerzlose Behinderung des Schluckaktes. Schmerzen beim Schlucken werden als Odynophagie bezeichnet. Im klinischen Alltag wird Dysphagie aber als Oberbegriff für alle schmerzhaften und schmerzlosen Schluckstörungen verwendet.
Abklärungsgang bei Verdacht auf ösophageale Dysphagie
Anamnese bei Dysphagie
Zeitpunkt (> 1 Jahr eher Achalasie, wenige Wochen eher Karzinom)
Beschwerdezunahme beim Essen (typisch bei Divertikel die sich mit Essen füllen)
Schwierigkeiten flüssig / fest (bei Achalasie von Anfang an Dysphagie flüssig + fest, bei Karzinom erst flüssig, dann fest (weil Platz immer enger wird))
Steckenbleiben schmerzhaft (bei Karzinom)
andere Becshwerden vor Schluckstörung (bei peptischer Stenose Schmerzen, Sodbrennen, Reguritationen)
Gewichtsverlust (beii Achalasie und psychosomatischen Dysphagie eher weniger Gewichtsverlust, bei Karzinom eher schnell)
Häufigste GI Blutung bei Hämatemesis
Ulcus duodeni
Ulcus ventriculi, Ösophagus-/Fundusvarizen
Refluxösophagitis, das Anastomosenulkus nach Magenresektion oder verschlucktes Blut nach Nasenbluten. Magenkarzinome, Polypen und Phlebektasien
Klassifikation der Aktivität der gastroduodenalen Ulkusblutung nach Forrest
Ia
Aktive Blutung, arteriell
Ib
Aktive Blutung, venös
IIa
Keine aktive Blutung, sichtbarer Gefäßstumpf
IIb
Keine aktive Blutung, Blutkoagel oder Hämatin- belag
III
Keine aktive Blutung, kein Zeichen stattgehabter Blutung, aber potenzielle Blutungsquelle, z. B. Ulkus
Blutung: Peptisches Ulkus
Obere GI, sehr häufig, ~50%
Symptome
Hämatemesis (kaffeesatzartig/frisch), Meläna, epigastrischer Schmerz – fehlt bei NSAR-Ulkus oft
Risikofaktoren
NSAR, ASS, H. pylori, Stress, Kortikosteroide
Diagnostik
ÖGD (Diagnose + Therapie) → Forrest-Klassifikation
Therapie
Endoskopische Blutstillung (Clip, Unterspritzung) · PPI i.v. · H.-pylori-Eradikation
Merksatz
Forrest Ia/Ib → sofort · IIa/IIb → endoskopisch · IIc/III → konservativ · Mortalität 5–10%
Blutung: Ösophagusvarizen
Obere GI · sehr häufig · höchste Mortalität
Massive, schmerzlose Hämatemesis · Schock · Zeichen der Leberzirrhose (Ikterus, Aszites, Spidernaevi)
Leberzirrhose → portale Hypertension (Pfortaderdruck >12 mmHg)
Notfall-ÖGD · Child-Pugh / MELD zur Prognose
Gummibandligatur · Terlipressin i.v. · Sengstaken-Blakemore-Sonde (Überbrückung) · TIPSS bei Versagen
Mortalität/Episode 15–20% · Rezidivrisiko >60% in 6 Wochen ohne Prophylaxe · Propranolol zur Sekundärprophylaxe
Blutung: Mallory-Weiss-Syndrom
Obere GI · häufig · ~5–10%
Hämatemesis nach heftigem Erbrechen/Würgen · meist selbstlimitierend · schmerzlos
Alkohol, Bulimie, starkes Würgen
ÖGD: Längsriss am gastroösophagealen Übergang
Meist konservativ · endoskopische Blutstillung bei aktiver Blutung
Schlüssel in der Anamnese: Erbrechen VOR der Blutung · Mortalität <1%
Blutung: Aortoenterale Fistel
Obere GI · selten · <1% · lebensbedrohlich
Sentinel-Blutung → freies Intervall (Std. bis Tage) → massive Blutung · Rücken-/Bauchschmerzen
Zustand nach Aortenprothese (meist Duodenum, 3. Abschnitt)
CT-Angiographie · ÖGD
Notfall-OP
Sentinel-Blutung bei bekannter Aortenprothese nie ignorieren · Mortalität >50%
Blutung: Divertikelblutung
Untere GI · sehr häufig · ~30–40%
Plötzliche, schmerzlose Hämatochezie (hellrot bis dunkelrot) · 80% selbstlimitierend
Divertikulose (>50 Lj.) · NSAR, ASS, Antikoagulation
Koloskopie · CT-Angiographie bei aktiver Blutung
Meist konservativ · endoskopisch · Angioembolisation · selten OP
Keine Divertikulitis! → Divertikelblutung ist schmerzlos · Mortalität <5%
Blutung: Angiodysplasie
Untere GI · sehr häufig · ~20%
Chronisch-okkulte oder intermittierende Blutung · selten akut · Eisenmangelanämie
Alter >60 · Aortenstenose · CKD · Heyde-Syndrom: Aortenstenose + GI-Blutung + vWF-Mangel
Koloskopie · Kapselendoskopie bei Dünndarmlokalisation
Argon-Plasma-Koagulation (APC) · Octreotid bei Dünndarm · selten OP
Heyde-Syndrom merken! · Dünndarm häufig betroffen → Kapselendoskopie
Heyde Syndrom
Kombination aus Aortenklappenstenose, erworbenem Von-Willebrand-Syndrom Typ 2A und gastrointestinalen Blutungen aus Angiodysplasien .
Pathophysiologie: Scherkräfte an der stenotischen Aortenklappe führen zu Proteolyse hochmolekularer vWF-Multimere durch ADAMTS13 .
Klinik: GI-Blutungen, meist rezidivierend und aus Angiodysplasien des Dünn- oder Dickdarms .
Diagnostik: Nachweis einer Aortenklappenstenose (Echokardiografie) und eines vWF-Multimerdefekts (Labor); Ausschluss anderer Blutungsquellen .
Therapie: Aortenklappenersatz kann zur Sistierung der Blutungen führen
Blutung: Kolorektales Karzinom
Untere GI · häufig · ~15%
Okkulte Blutung (Hämoccult +) · Hämatochezie · Stuhlgewohnheitsänderung · B-Symptomatik
Alter, familiäre Belastung, CED, Adipositas
Koloskopie mit Biopsie · CT-Staging
Onkologische Resektion · Rektum: neoadjuvante Radiochemotherapie bei T3/T4 oder N+
5-JÜR: Stadium I >90%, Stadium IV ~10% · Vorsorge-Koloskopie ab 50 Lj.
Blutung: Hämorrhoiden
Untere GI · häufig · ~10%
Hellrotes Blut auf Stuhl/Papier · schmerzlos (Grad I–II) · Schmerz bei Thrombosierung (Grad IV)
Obstipation, Übergewicht, Schwangerschaft, sitzende Tätigkeit
Proktoskopie · Rektoskopie
Grad I: Sklerosierung · Grad II: Gummibandligatur · Grad III–IV: OP (Milligan-Morgan)
Grad I: kein Prolaps · II: spontan reponibel · III: manuell reponibel · IV: nicht reponierbar
Blutung: Chronisch-entzündliche Darmerkrankung
Untere GI · häufig · ~5–10%
CU: blutig-schleimige Diarrhö, Tenesmen · Crohn: seltener Blutung, eher Fisteln/Stenosen
Bekannte CED · Schubauslöser: Infekt, NSAR, Stress
Koloskopie mit Biopsie · Calprotectin · CRP · Sonographie
Steroide i.v. im Schub · Biologika (Anti-TNF) · OP: Proktokolektomie (CU), Resektion (Crohn)
Toxisches Megakolon: Kolondilatation >6 cm + Sepsis → chirurgischer Notfall
Blutung: Ischämische Kolitis
Untere GI · seltener · ~5%
Krampfartiger Bauchschmerz (li. Unterbauch) + Hämatochezie · nach Hypotension oder körperl. Belastung
pAVK, Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz, Aortenchirurgie
CT-Abdomen · Koloskopie (typisch: Milz-Flexur = Cannon-Böhm-Punkt)
Konservativ: Flüssigkeit, Nahrungskarenz, Breitbandantibiotika · OP bei Peritonitis/Gangrän
Milz-Flexur = Wasserscheide A. mes. sup./inf. → vulnerabelste Stelle · Mortalität 5–15% bei Gangrän
Pathomechanismus Ikterus
Wenn die Oberbauchschmerzen von Schüttelfrost begleitet werden, ist am ehesten an Cholangitis, Leberabszess oder Virushepatitis zu denken.
Labor Ikterus
Zugangswege Chirurgie
Kragenschnitt nach Kocher: für SD
Typischer Wechselschnitt: Der Hautschnitt erfolgt quer,
z. B. geeignet für Appendektomien. Faszien und Muskeln können dagegen median und parallel zur Längslinie durchtrennt werden.
Inguinalschnitt: Schnittführung verläuft schräg zwi- schen Spina iliaca anterior superior und Symphyse (Leistenhernienoperation, diagnostische Lymphknotenexstirpation etc.).
Wundheilung (Phaasen)
Exsudative Phase (Entzündung)
Resorptive Phase
Proliferative Phase (Granulation)
Granulationsgewebe entsteht durch Makrophagen, Fibroblasten, Angioblasten und Keratinozyten
Reparative Phase (Epithelisierung)
Ulzerationen an Haut
Bei pAVK treten an der Außenseite des Unterschenkels schmerzhafte Ulzera auf („Aua!“)! Bei chronisch-venöser Insuffizienz treten am Innenknöchel eher indolente, schmerzlose Ulzera auf.
Wichtige Lymphknotenstationen
OPQRST-Schema
Onset = Beginn
Provocation/Palliation = Verstärkung
Quality = Charakter
Radiation = Ort / Ausstrahlung
Severity = Stärke
Time = Verlauf
Regulation SD Hormone
Hypothyreose
DD: Low-T3-Syndrom (Euthyroid-Sick-Syndrom, Non-Thyroidal-Illness-Syndrom)
bei ICU Patienten durch IL-6 vermittelt mehr Abbau von T3 und T4 und auch Dysregulation von Deiodasen
Hyperethyreose
Schilddrüsenkarzinome — Übersicht
SD-Operation
Enukleation: Knoten wird aus seiner Kapsel geschält
Knotenexzision: Knoten wird mit einem Saum unveränderten Schilddrüsengewebes entfernt
Isthmusresektion: Prätracheales Schilddrüsengewebe wird entfernt
Subtotale Hemithyreoidektomie: Ein Schilddrüsenlappen wird entfernt, wobei ein Parenchymrest von 1–4 mL belassen wird
Fast-totale Hemithyreoidektomie: Ein Schilddrüsenlappen wird entfernt, wobei ein Parenchymrest von <1 mL belassen wird
Hemithyreoidektomie: Ein Schilddrüsenlappen wird mit dem Schilddrüsenisthmus entfernt
Operation nach Riedel-Hartley–Dunhill: Ein Schilddrüsenlappen wird komplett und der kontralaterale Schilddrüsenlappen teilweise entfernt, wobei ein Parenchymrest von 1–4 mL am oberen Pol oder dorsal belassen wird
Subtotale Thyreoidektomie: Beide Schilddrüsenlappen werden entfernt, wobei beidseitig ein Parenchymrest von 1–4 mL belassen wird
Fast-totale Thyreoidektomie: Beide Schilddrüsenlappen werden entfernt, wobei ein Parenchymrest von <2 mL belassen wird
Thyreoidektomie: Beide Schilddrüsenlappen, der Isthmus und der Lobus pyramidalis werden entfernt
Regulation des Calcium- und Phosphathaushalts
Thyreotoxische Krise
Behandlung — Stufenschema (Reihenfolge entscheidend!)
Thyreostatika — IMMER ZUERST! Thiamazol 60–80 mg oral oder über Magensonde (keine i.v.-Formulierung in Deutschland). Alternativ PTU (Propylthiouracil) 600–1000 mg/d — PTU hat zusätzlich den Vorteil, die periphere T4→T3-Konversion zu hemmen! Warum zuerst? Thyreostatika blockieren die TPO → keine neue Hormonsynthese mehr. Wenn Jod VOR Thyreostatika gegeben wird, kann die Schilddrüse das Jod sofort als Substrat für weitere Hormonsynthese nutzen → Krise verschlimmert sich!
Jodid (NACH Thyreostatika, Abstand ≥1 Stunde) Kaliumjodid (KJ) 2g/d oral oder Lugolsche Lösung. Wirkmechanismus: Wolff-Chaikoff-Effekt — hohe intrazelluläre Jodidkonzentration hemmt die TPO und die Hormonfreisetzung aus den Follikeln (Plummer-Effekt). Jod hemmt also die Freisetzung bereits gebildeter Hormone. Alternativ bei schwerem Verlauf: Lithiumcarbonat (hemmt Hormonfreisetzung unabhängig von Jod) oder Galle-Sequestrantien (Cholestyramin — unterbricht enterohepatischen Kreislauf der Schilddrüsenhormone).
Betablocker — Sympathikuseffekte dämpfen Propranolol i.v. (0,5–1 mg langsam i.v., dann 40–80 mg oral alle 4–6 h). Nicht-selektiv bevorzugt, da es zusätzlich die periphere T4→T3-Konversion hemmt! Wirkt auf: Tachykardie, Tremor, Unruhe, Blutdruck, T4→T3-Konversion ↓ Cave: bei Herzinsuffizienz vorsichtig titrieren. Bei Bronchospasmus: Esmolol i.v. (kurze HWZ) oder Verapamil.
Kortikosteroide — unterschätzter Schritt! Hydrokortison 100 mg i.v. alle 8 h oder Prednisolon 100 mg i.v. Warum Kortison? Dreifacher Effekt: ① Behandlung der relativen Nebennierenrindeninsuffizienz (Kortisolreserven erschöpft durch Hypermetabolismus) ② Hemmt die periphere T4→T3-Konversion ③ Immunmodulatorisch bei Basedow (reduziert Autoimmunaktivität)
Supportive Intensivtherapie · Kühlung: Wadenwickel, Kühldecken, Paracetamol (kein Aspirin! — verdrängt T4 aus TBG-Bindung → mehr freies T4) · Rehydratation: Massiver Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen und Tachykardie-induzierte Perspiration · Betablocker für VHF: Herzfrequenzkontrolle. Bei hämodynamisch instabilem VHF → Kardioversion · Glukose: Hypermetabolismus → Hypoglykämiegefahr · Antikoagulation bei VHF (Embolierisiko)
Ultima Ratio — wenn alles versagt · Plasmapherese / Plasmaaustausch: Mechanische Entfernung der zirkulierenden Schilddrüsenhormone aus dem Blut → sofortiger Hormonspiegel ↓. Überbrückung bis definitive Therapie. · Notfall-Thyreoidektomie: In extremis, wenn medikamentöse Therapie versagt und Patient verstirbt → chirurgische Entfernung der hormonproduzierenden Drüse. Extrem riskant aber lebensrettend als letzter Ausweg.
Hypoparathyreoidismus nach Schilddrüsen-OP
Klassifikation der Halslymphknoten nach Robbins
Level I: Submentale/submandibuläre Lymphknotengruppe
Level II: Obere juguläre Lymphknotengruppe
Level III: Mittlere juguläre Lymphknotengruppe
Level IV: Untere juguläre Lymphknotengruppe
Level V: Lymphknoten des posterioren Halsdreiecks
Level VI: Anteriores Kompartiment mit para- und retropharyngealer Lymphknotengruppe
Diagnostikalgorithmus & Bethesda-Klassifikation bei SD Karzinom
Papilläres Schilddrüsenkarzinom (PTC)
Häufigster Typ (~80 %) · sehr gute Prognose · lymphogene Metastasierung · BRAF-Mutation
Follikuläres Schilddrüsenkarzinom (FTC)
~10–15 % · hämatogene Metastasierung · FNP kann es NICHT diagnostizieren!
Was ist Thyreoglobulin (Tg)?
Tg ist ein Protein das ausschließlich von Schilddrüsenzellen produziert wird — sowohl von normalem Gewebe als auch von differenzierten Schilddrüsenkarzinomzellen (PTC, FTC). Nach totaler Thyreoidektomie + Radiojodtherapie sollte kein SD-Gewebe mehr vorhanden sein → Tg sollte im Blut nicht mehr messbar sein.
Schilddrüsenzellen (inkl. Tumorzellen) produzieren Tg in Abhängigkeit von TSH. Unter TSH-Suppression (Patient nimmt L-Thyroxin → TSH nahe 0) produzieren auch residuelle Tumorzellen kaum Tg — das könnte eine Remission vortäuschen, obwohl noch Zellen vorhanden sind.
Beim stimulierten Tg wird TSH künstlich auf >30 mIU/L angehoben — dadurch werden alle verbliebenen SD- oder Tumorzellen maximal zur Tg-Produktion angeregt:
Methode 1: L-Thyroxin 4–6 Wochen absetzen → Patient wird hypothyreot → endogenes TSH steigt
Methode 2: rhTSH (rekombinantes humanes TSH, Thyrogen®) i.m. an Tag 1 und 2 → Tg-Messung an Tag 3 oder 5. Patient bleibt dabei euthyreot → komfortabler, heute Standard
Leistenkanal Anatomie
Leistenhernie - Einteilung direkt / indirekt
Leistenhernie - offeene Verfahren
Leistenhernie - laparoskopische Verfahren
Leistenhernie: Vergleich der OP Verfahren
Leistenhernie: Komplikationen
Appendizitis
Zur guten klinischen KULTUR bei V.a. Appendizitis gehören die folgenden Untersuchungen:
Körperliche Untersuchung,
Ultraschall,
Labordiagnostik,
Temperatur,
Urindiagnostik,
Schwangerschaftstest (Regel?)!
OP Zugänge / Schnitte Abdomen
Divertikulitis
Classification of Diverticular Disease (CDD)
Aktuelle Klassifikation der DGVS S2k-Leitlinie · ersetzt Hansen & Stock · 5 Typen (0–4)
Spieghel-Hernie
Laterale Bauchwandhernie durch einen Defekt der sog. „Spieghel-Aponeurose“:
Dabei handelt es sich um die Faszie des M. transversus abdominis, die lateral durch die Linea semilunaris und medial durch den M. rectus abdominis begrenzt wird. Häufigste Prädilektionsstelle ist die Kreuzungsstelle mit der Linea arcuata.
Divertikulose (Typ 0) & SUDD (Typ 3a) — Konservative Behandlung
Divertikulose: Komplikationen & Fisteltypen (Typ 3c)
Appendizitis (Claude)
Akute Entzündung der Appendix vermiformis · häufigste chirurgische Notfalldiagnose
Alvarado-Score
Punkte
Übelkeit oder Erbrechen
1
Appetitlosigkeit
Schmerz im rechten Unterbauch
2
Schmerzwanderung in den rechten Unterbauch
Klinische Befunde
Druckschmerz/Abwehrspannung
Körpertemperatur >37,5 °C
Laborbefunde
Leukozytose
Linksverschiebung der Granulopoese
Interpretation: 0–4 Punkte = Appendizitis wenig wahrscheinlich; 5–6 Punkte = uneindeutig; 7–8 Punkte = Appendizitis wahrscheinlich; 9–10 Punkte = Appendizitis sehr wahrscheinlich
Wandschichten Dünndarm
Meckel Divertikel
Paralytischer Ileus
Funktioneller Darmstillstand · fehlende Peristaltik · kein mechanisches Hindernis
Mechanischer Ileus
Arterien Abdomen
Pankreatikoduodenale Arkaden
Gefäße: Aa. pancreaticoduodenales
Verbindung von Truncus coeliacus und A. mesenterica superior
Riolan-Anastomose
Gefäße: A. colica media und A. colica sinistra
Verbindung von A. mesenterica superior und inferior
Sudeck-Anastomose
Gefäße: A. rectalis superior und A. rectalis media
Verbindung von A. mesenterica inferior und A. iliaca interna
Bühler-Anastomose
Gefäße: Persistierende Embryonalgefäße
Verbindung: Truncus coeliacus und proximale A. mesenterica superior
Truncus coeliacus
Arterielle Versorgung von Duodenum, Pankreas und Milz
Mesenteriale Ischämie
Minderperfusion des Darms → Ischämie → Nekrose → Perforation · Mortalität 60–80 % bei Diagnose nach Nekrose
Die Trias aus Abdominalschmerz, Leukozytose und kardialer Vorerkrankung muss an eine akute Mesenterialischämie denken lassen!
Gallenwegserkrankungen — Übersicht
Cholezystolithiasis
Gallensteine in der Gallenblase · ~15 % der Erwachsenen · 80 % asymptomatisch · häufigste Gallenwegerkrankung
Cholezystitis
Entzündung der Gallenblasenwand · ~95 % durch Steine · bakterielle Superinfektion · OP innerhalb 24–72 h
Schrumpfgallenblase (Shrunken Gallbladder)
Porzellangallenblase
Gallenblasenhydrops
Gallenblasenempyem
Gallenblasenpolypen
Gallenblasenkarzinom
Gallensteinileus — Sonderfall
Pankreas Ca
Unklare Thrombosen sollten an ein Malignom (insb. Pankreaskarzinom, aber auch Pulmo und Prostata: die „3 P“) denken lassen!
Akute Pankreatitis
Chronische Pankreatitis
Progrediente Fibrose · exo- und endokrine Insuffizienz · irreversibel · Alkohol häufigste Ursache
Pankreaskarzinom
Duktales Adenokarzinom ~85 % · 4. häufigste Krebstodesursache · 5-J.-ÜL ~10 % · Spätdiagnose typisch
Metastasierung allgemein
Leberzirrhose
Irreversibler fibrotischer Umbau · Endstadium chronischer Lebererkrankungen · Komplikationen bestimmen Prognose
Aszites
Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle · Lebererkrankung häufigste Ursache (~75 %) · SAAG ist der Schlüssel
Gesamteiweiß und Albumin
Erlaubt die Bestimmung des Serum-Aszites-Albumin-Gehaltes und damit eine Unterscheidung zwischen Transsudat und Exsudat (siehe Tabelle unten)
Für die Unterscheidung zwischen Transsudat und Exsudat werden bei Pleuraerguss und Aszites ein unterschiedlicher Wert für die Eiweißkonzentration herangezogen
Serum-Aszites-Albumin-Gradient (SAAG)
Bestimmung
Messung von Albumin im Serum und im Aszitespunktat
Bildung der Differenz zwischen der Albuminkonzentration im Serum und im Aszites
Unterscheidungskriterien im Aszitespunktat
Transsudat bei Aszites
Exsudat bei Aszites
Eiweißgehalt (in g/dL)
<2,5
>2,5
Serum-Aszites-Albumin-Gradient (SAAG, in g/dL)
>1,1
<1,1
GI-Tumoren — Basic Übersicht
Hepatozelluläres Karzinom (HCC)
Die TNM-Klassifikation des hepatozellulären Karzinoms und die Stadieneinteilung nach UICC dienen beim HCC als deskriptive Klassifikation für die pathologische Befunderstellung. Da die Prognose beim HCC allerdings maßgeblich von der Leberfunktion und dem Allgemeinzustand beeinflusst wird, wird für das HCC-Staging die Barcelona-Klassifikation (BCLC, „Barcelona Clinic Liver Cancer“) genutzt. Diese bezieht die Leberfunktion und den ECOG-Status mit ein und dient gleichzeitig zur Orientierung für die Therapieentscheidung.
Leberläsionen — Bildgebung & DD
Lebersegmente nach Couinaud
Funktionelle Einteilung der Leber in 8 Segmente nach Couinaud
Pars hepatis sinistra: Segmente I, II, III, IV ((Sonderstellung: Segment I = Lobus caudatus, Versorgung aus beiden Leberhälften)
Pars hepatis dextra: Segmente V, VI, VII, VIII
Anatomische Einteilung der Leber in linken und rechten Leberlappen
Linker Leberlappen: Segmente II, III
Rechter Leberlappen: Segmente IV, V, VI, VII, VIII
Eine Hemihepatektomie ist nicht gleichbedeutend mit der Entnahme eines Leberlappens! Aufgrund der funktionellen Zugehörigkeit werden bei einer Hemihepatektomie rechts die Segmente V, VI, VII und VIII entnommen.
AEG & Siewert-Klassifikation
Einteilung der Adenokarzinome des ösophagogastralen Übergangs (AEG) nach Siewert
Typ
Lokalisation und Besonderheiten
AEG Typ I
Zentrum der Raumforderung 1–5 cm oberhalb der Z-Linie
Entstehung meist auf dem Boden eines Barrett-Ösophagus
Tumorinfiltration der Kardia von oral
AEG Typ II
Zentrum der Raumforderung 1 cm über bis 2 cm unter der Z-Linie
„Kardiakarzinom“ im eigentlichen Sinne des Wortes
AEG Typ III
Zentrum der Raumforderung 2–5 cm unterhalb der Z-Linie
Tumorinfiltration der Kardia von aboral
Klassifikation als Magenkarzinom
Ösophaguskarzinom — Typen & Risikofaktoren
Barrett-Ösophagus
Metaplasie → Dysplasie → Karzinom · GERD-Folge · Adenokarzinom-Vorläufer
Diagnostik & Staging Ösophagus Ca
Genaues Staging entscheidet über neoadjuvant vs. direkte OP
SCC = PlatteneepithelCa
Therapie Ösophagus Ca
Boerhaave-Syndrom & Mallory-Weiss-Syndrom
Magenkarzinom
Adenokarzinom ~95 % · weltweit 5. häufigste Krebserkrankung · in westlichen Ländern rückläufig (H.-pylori-Eradikation)
Staging-Laparoskopie vor jeder geplanten kurativen OP — Peritonealkarzinose ist im CT häufig unsichtbar und in ~30 % der Fälle vorhanden trotz negativem CT. Ohne Laparoskopie würden viele Patienten unnötig operiert.
Billroth I und II und Roux-Y
Lungenkarzinom
Häufigste Krebstodesursache weltweit · NSCLC ~85 % · SCLC ~15 % · Therapie zunehmend molekular gesteuert
Eine Merkhilfe für die hämatogene Metastasierung des Lungenkarzinoms; „GeLeNK“ (Gehirn, Leber, Nebennieren, Knochen)
Lambert-Eaton vs. Mysthenia gravis
Symptomkomplex des Pancoast-Syndroms
Horner-Syndrom: Ptosis, Miosis, (Pseudo‑)Enophthalmus (und Anhidrosis) durch Infiltration des Ganglion stellatum
Infiltration des Plexus brachialis
Plexusneuralgie mit Armschmerzen
Motorische und sensible Defizite des Arms
Kompression der Blut- und Lymphgefäße mit Lymphödem des Arms
Obere Einflussstauung durch Kompression der V. cava
Rippenschmerz: Infiltration der Thoraxwand (oft der ersten oder zweiten Rippe)
Diagnosebaum Lungen Ca
Lungensegmente
Lungenkarzinom — Subtypen im Vergleich
Adenokarzinom der Lunge
Häufigster NSCLC-Typ · peripher · Nicht-Raucher möglich · reich an Treibermutationen
Plattenepithelkarzinom der Lunge (SCC)
Zentral · Raucher · wenig Treibermutationen · Hyperkalzämie durch PTHrP
Kleinzelliges Lungenkarzinom (SCLC)
Neuroendokrin · extrem aggressiv · chemosensibel aber fast sicheres Rezidiv · reich an Paraneoplasien
Paraneoplastische Syndrome
Lungenkarzinom — Typen & Klinik
NSCLC ~85 % · SCLC ~15 % · Rauchen = Hauptrisikofaktor (~90 %)
Lungenkarzinom Diagnostik & Staging
Histologie sichern → lokal und systemisch stagen → molekular testen
Lungenkarzinom Therapie nach Stadium
NSCLC:
SCLC:
Pleuraerkrankungen & Pneumothorax
Pneumothorax
Spannungspneumothorax
Absoluter Notfall · klinische Diagnose · keine Zeit für Röntgen · sofort handeln!
Therapie nach Schwere bei Pneumothorax
Ösophaguserkrankungen
Mediastinale Erkrankungen
Thoraxtrauma -OP
Ösophagusdivertikel
Ziel: Feststellung der Operabilität
Technische Operabilität: Staging bei Lungenkarzinom
Funktionelle Operabilität: Insb. bei Personen >70 Jahre
Präoperative Lungenfunktionsdiagnostik
Klinischer Befund
Spirometrie
Ggf. BGA, Lungenperfusionsszintigrafie, Bodyplethysmografie, Spiroergometrie
Funktionelle Operabilität gegeben bei DLCO >50% und FEV1 >2,0 L
Präoperative kardiologische Diagnostik
EKG
Ggf. Echokardiografie
Präoperative zerebrale Diagnostik: Ggf. Doppler-Sonografie und Duplexsonografie der Karotiden
Kolorektales Karzinom (KRK) - Claude
Häufigster GI-Tumor · 2.–3. häufigste Krebstodesursache · Screening durch Koloskopie sehr effektiv
KRK — Stadien, Therapie & Prognose
Ikterusformen
Bilirubin Stoffwechsel
Hyperparathyreoidismus
TIPS Anlage bei Leberzirrhose
Pfortaderthrombose
Paquet Klassifikation von Ösophagusvarizen
Portokavale Anastomosen
Diagnostik und Therapie bei Varizenblutung
Choledocholithiasis
Stein im Ductus choledochus (Hauptgallengang) · Cholestase · Ikterus · Pankreatitis-Risiko+
Cholangitis
Bakterielle Infektion der Gallenwege · meist durch Choledocholithiasis · Sepsisgefahr · sofortige Drainage!
Gallenwegserkrankungen — Key Facts
Saint-Trias
Kombiniertes Auftreten von Cholelithiasis, Divertikulose und Hiatushernie, wahrscheinlich eher zufällig gemeinsames Auftreten
Etwa 50% der Menschen >50 Jahre haben eine (asymptomatische) axiale Hiatushernie!
Angeborene Zwerchfellhernie
Hiatushernie
Leitsymptom der axialen Hiatushernie ist der Reflux, während sich eine paraösophageale Hiatushernie v.a. durch Dysphagie äußert, weil der Sphinkter dort noch intakt ist!
Paraösophageale Hernien gehen ohne Z-Linien-Verlagerung einher und können daher endoskopisch nicht immer sicher identifiziert werden!
Verschluss unterer Ösophagusphinkter
Medulläres Schilddrüsenkarzinom (MTC)
Aus C-Zellen · Calcitonin = Marker · RET-Mutation · 25 % hereditär · Phäo zuerst ausschließen!
Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom (ATC)
Aggressivster Typ · immer Stadium IV · medianes Überleben 3–5 Monate
Therapieprinzipien & Nachsorge bei SD Ca
Multiple Endokrine Neoplasien — Überblick
MEN = hereditäre Syndrome mit multiplen Tumoren endokriner Drüsen · autosomal-dominant · je früher erkannt, desto besser
Hashimoto
Thyreoiditis de Quervain
Subakute granulomatöse Thyreoiditis · viral ausgelöst · selbstlimitierend · klassische Vierphasen
Schilddrüsenautonomie
TSH-unabhängige Hormonproduktion · häufigste Hyperthyreose-Ursache in Jodmangel-Regionen
Morbus Basedow (Graves' Disease)
Autoimmune Hyperthyreose · TRAK stimulieren TSH-Rezeptor dauerhaft · klassische Trias
Weitere Schilddrüsenerkrankungen
Dekubitus Klassifikation
präoperative Risikoabschätzung
ASA-Klassifikation (American Society of Anaesthesiology)
Klasse
Zustand des Patienten
I
Normaler, gesunder Patient
II
Patient mit leichter Allgemeinerkrankung
Patient mit schwerer Allgemeinerkrankung und Leistungsminderung
IV
Patient mit inaktivierender Allgemeinerkran- kung, die eine ständige Lebensbedrohung darstellt
V
Moribunder Patient, von dem nicht erwartet wird, dass er die nächsten 24 h überlebt
Lungenkarzinom — Chirurgie
Zuletzt geändertvor 2 Tagen