R/F: Emotionen, Motivation und Aufmerksamkeit sind zentrale Determinanten des Lernens.
Richtig – sie beeinflussen die Anpassungsleistung des Gehirns stark.
R/F: Lernen passiert automatisch durch bloße Wiederholung ohne aktive Auseinandersetzung.
Falsch – aktive Verarbeitung ist notwendig.
R/F: Das Gehirn speichert einzelne Erfahrungen exakt ab.
Falsch – es speichert Regeln und Muster.
R/F: Passives Zuhören reicht aus, um volles Lernpotenzial zu entfalten.
Falsch – kognitive Aktivierung ist notwendig.
R/F: Tiefe Verarbeitung und Vernetzung verbessern den Lernerfolg.
Richtig – sie erhöhen Behaltensleistung.
R/F: Aufmerksamkeit allein garantiert Lernen.
Falsch – Vorwissen und Verarbeitung sind ebenfalls entscheidend.
Wie kann klassische Konditionierung im Unterricht gezielt genutzt werden?
Durch positive emotionale Verknüpfung mit Unterricht (z.B. Erfolgserlebnisse, wertschätzendes Klima).
Wie kann operante Konditionierung im Unterricht eingesetzt werden?
Durch gezielte Verstärkung erwünschten Verhaltens (Lob, gute Noten) und Ignorieren von Störungen.
Warum ist Klassenklima aus behavioristischer Sicht wichtig?
Weil emotionale Reize mit Schule verknüpft werden und Verhalten beeinflussen.
Wie können Lehrkräfte Modelllernen gezielt fördern?
Durch Vorbildverhalten, Transparenz von Handlungen und positives Feedback.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft im Modelllernen?
Sie fungiert als Modell, dessen Verhalten von Schülern beobachtet und imitiert wird.
Wie kann Unterricht kognitiv aktivierend gestaltet werden?
Durch anspruchsvolle Aufgaben, Problemstellungen und Anknüpfen an Vorwissen.
Was bedeutet konstruktivistischer Unterricht in der Praxis?
Schüler konstruieren Wissen selbst durch aktive Auseinandersetzung und Austausch.
Warum ist Vorwissen für Unterricht zentral?
Neues Wissen wird nur verstanden, wenn es mit vorhandenem Wissen verknüpft wird.
Wie kann Transfer im Unterricht gefördert werden?
Durch Anwendung von Wissen in neuen Kontexten und problemorientierte Aufgaben.
Welche Rolle spielen Fehler im Unterricht?
Sie sind Lernchancen und fördern Verständnis durch Reflexion und Korrektur.
Wie kann Motivation im Unterricht gesteigert werden?
Durch Erfolgserlebnisse, Relevanz der Inhalte und positive Lehrer-Schüler-Beziehung.
Warum reicht Frontalunterricht allein nicht aus?
Weil er oft keine aktive Verarbeitung und keinen Transfer ermöglicht.
Welche Probleme haben traditionelle Unterrichtsformen?
Rein frontaler Unterricht, wenig Interaktion, fehlende Identifikation mit Problemen, Wissen als Selbstzweck, neues und altes Wissen bleiben unverbunden, Transfer bleibt aus
Was bedeutet träges Wissen?
Träges Wissen bezeichnet Faktenwissen, das zwar gelernt wurde, aber nicht spontan zur Problemlösung genutzt werden kann, weil Anwendung, Transfer und Vernetzung fehlen (Dubs 1995
Welche Konsequenz ergibt sich aus trägem Wissen für den Unterricht?
Unterricht sollte problemorientiert, anwendungsbezogen und vorwissensaktivierend gestaltet werden, damit Wissen Mittel zum Handeln wird und nicht nur Lernziel bleibt (Dubs 1995
Welche Lernparadigmen werden nach Baumgartner & Payr unterschieden?
Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus
Was bedeutet Behaviorismus grundsätzlich?
Behaviorismus erklärt Lernen über beobachtbare Reiz-Reaktions-Zusammenhänge
Was ist klassische Konditionierung?
Lernen durch wiederholte Kopplung eines neutralen Reizes mit einem unbedingten Reiz, sodass der neutrale Reiz später eine bedingte Reaktion auslöst (Iwan Pawlow).
Wie läuft Pawlows Grundexperiment ab?
Futter löst Speichelfluss aus
Was sind unbedingter Reiz, neutraler Reiz, bedingter Reiz und bedingte Reaktion?
Unbedingter Reiz: Futter
Was bedeutet Löschung bei klassischer Konditionierung?
Eine bedingte Reaktion nimmt ab, wenn der bedingte Reiz wiederholt ohne den unbedingten Reiz auftritt (Iwan Pawlow).
Welche Bedeutung hat klassische Konditionierung für Schule?
Schule, Lehrkräfte, Fächer oder Noten können emotional positiv oder negativ besetzt werden
Was zeigt das Experiment „Der kleine Albert“?
Ein zunächst neutraler Reiz kann durch Kopplung mit einem angstauslösenden Reiz Angstreaktionen auslösen
Welche pädagogischen Konsequenzen folgen aus klassischer Konditionierung?
Angstfreie Lernatmosphäre schaffen, positives Klassenklima fördern, Kritik auf Aufgabenbewältigung beziehen und Person wertschätzen (Pawlow
Welche Kritik gibt es am Behaviorismus?
Menschliches Lernen lässt sich nicht vollständig als Reiz-Reaktions-Muster erklären
Was ist operante Konditionierung?
Verhalten wird durch Konsequenzen beeinflusst
Was ist positive Verstärkung?
Ein angenehmer Reiz wird dargeboten und erhöht erwünschtes Verhalten, z. B. Lob, gute Note oder Anerkennung (B. F. Skinner).
Was ist negative Verstärkung?
Ein unangenehmer Zustand wird beendet oder verhindert, wodurch Verhalten häufiger auftritt
Was ist positive Bestrafung?
Ein unangenehmer Reiz wird dargeboten, wodurch Verhalten abgebaut werden soll, z. B. Tadel oder schlechte Konsequenz (B. F. Skinner).
Was ist negative Bestrafung?
Ein angenehmer Reiz wird entzogen, wodurch Verhalten abgebaut werden soll, z. B. Film entfällt wegen Unruhe (B. F. Skinner).
Was bedeutet Löschung bei operanter Konditionierung?
Ein Verhalten wird abgebaut, wenn es über längere Zeit keine verstärkende Konsequenz mehr erhält, z. B. Ignorieren kleiner Störungen (B. F. Skinner).
Was zeigt die Skinner-Box?
Eine Ratte lernt durch Konsequenzen: Hebeldruck mit Futter wird häufiger, Hebeldruck mit Stromschlag wird vermieden (B. F. Skinner).
Warum kann Lehrerverhalten unerwünschtes Verhalten unbeabsichtigt verstärken?
Wenn Lehrkräfte störende SuS stärker beachten als konzentriert arbeitende, wird Stören durch Aufmerksamkeit belohnt (Skinner
Welche Grundsätze gelten für wirksame Verstärkung?
Verstärkung sollte unmittelbar, spezifisch, individuell positiv erlebbar sein und langfristig Selbstverstärkung fördern (B. F. Skinner).
Welche Grenzen hat Strafe im Unterricht?
Strafe wirkt oft nur kurzfristig, erzeugt Angst, belastet Beziehungen, kann Aggression fördern und sollte höchstens transparent, konsequent und angemessen eingesetzt werden (B. F. Skinner).
Was ist Modelllernen?
Menschen lernen durch Beobachtung, Nachahmung und symbolische Repräsentation des beobachteten Verhaltens (Albert Bandura).
Was zeigt Banduras Bobo-Doll-Experiment?
Kinder imitieren beobachtetes aggressives Verhalten, besonders wenn das Modell dafür belohnt wird oder Erfolg hat (Albert Bandura).
Warum unterscheidet Bandura Lernen und Verhalten?
Lernen kann bereits stattgefunden haben, zeigt sich aber erst im Verhalten, wenn Motivation, Situation oder Verstärkung passen (Albert Bandura).
Welche vier Prozesse gehören zum Modelllernen?
Aufmerksamkeit, Gedächtnis, motorische Reproduktion und Verstärkungs- bzw. Motivationsprozesse (Albert Bandura).
Welche Bedingungen fördern Modelllernen?
Ähnlichkeit, emotionale Beziehung, Konsequenzen des Modellverhaltens, stellvertretende Verstärkung, sozialer Status und soziale Macht des Modells (Albert Bandura).
Welche drei Arten von Verstärkung unterscheidet Bandura?
Direkte Verstärkung, stellvertretende Verstärkung und Selbstverstärkung (Albert Bandura).
Welche Bedeutung hat Modelllernen für Lehrkräfte?
Lehrkräfte sind immer Vorbild
Was ist Kognitivismus?
Kognitivismus rückt Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis, Problemlösen und Informationsverarbeitung in den Mittelpunkt
Wie sieht der Kognitivismus den Menschen?
Als planendes, aktiv wahrnehmendes und handelndes System, das Ziele verfolgt, Informationen verarbeitet und sein Handeln rückkoppelt (kognitive Wende
Was bedeutet kognitives Lernen?
Neue Wahrnehmungen werden mit vorhandenem Wissen verknüpft, wodurch Begriffsstrukturen aktiviert oder erweitert werden (Piaget).
Was ist Assimilation?
Neue Informationen werden in bestehende Schemata eingeordnet
Was ist Akkommodation?
Bestehende Schemata werden verändert, wenn neue Informationen oder kognitive Konflikte nicht passen (Jean Piaget).
Warum ist Vorwissen für Lernen zentral?
Neues Wissen wird besonders dann langfristig gespeichert, wenn es mit kognitiven Vorstrukturen verbunden wird (Jean Piaget
Was ist metakognitives Lernen?
Nachdenken über eigenes Denken und Lernen, Monitoring, Lernstrategien und Bewertung des eigenen Lernprozesses (kognitives Lernen
Welche Unterrichtstipps ergeben sich aus kognitivem Lernen?
Vorwissen aktivieren, Beispiele nutzen, behutsam abstrahieren, logische Schritte ermöglichen, Transferaufgaben stellen und metakognitive Reflexion fördern (Piaget
Was ist Konstruktivismus?
Wissen ist kein Abbild der Außenwelt, sondern wird subjektiv und abhängig vom Vorwissen konstruiert
Welche Rolle haben Fehler im Konstruktivismus?
Fehler sind lernförderlich, weil sie in sozialen Lernprozessen sichtbar, diskutiert und korrigiert werden können (konstruktivistische Lerntheorie).
Was ist Problemlösen als Lerntheorie?
Lernen erfolgt an offenen Problemsituationen ohne vorgegebenen Lösungsweg
Welche Schritte umfasst Problemlösen?
Problem wahrnehmen, Lösbarkeit einschätzen, Lösungsversuche durchführen, Selbsteinschätzung, ggf. erneute Versuche, Lösung, Selbstverstärkung (konstruktivistische Lerntheorie).
Welche Problemlösestrategien werden genannt?
Trial-and-Error, Exklusion, bekannte Lösungen anwenden/Assimilation und neue Lösungen explorativ-kreativ entwickeln/Akkommodation (Piaget
Was beschreibt das modifizierte Angebots-Nutzungsmodell?
Lehrkräfte können kognitive Aktivierung nur anbieten
Was ist der Unterschied zwischen Sichtstrukturen und Tiefenstrukturen?
Sichtstrukturen sind sichtbare Organisationsformen
Was beschreibt das Modell der Informationsverarbeitung?
Reize werden aufgenommen, im Kurzzeitgedächtnis verarbeitet und bei Verknüpfung mit Vorwissen ins Langzeitgedächtnis überführt (Mayer 1989).
Was ist die Reizaufnahme im Informationsverarbeitungsmodell?
Reize aus der Außenwelt werden automatisch aufgenommen
Welche Funktion hat das Kurzzeitgedächtnis?
Es greift wichtige Informationen auf, verknüpft sie mit Vorwissen und hält andere Informationen nur kurz fest (Mayer 1989).
Welche Funktion hat das Langzeitgedächtnis?
Es enthält Erfahrungen, Können, Motive und Emotionen
Was ist deklaratives Wissen?
Wissen was: Faktenwissen, bereichsspezifisches Wissen, sprachlich-symbolisch oder bildlich-ikonisch codiert (Wissenspsychologie
Was ist prozedurales Wissen?
Wissen wie: operatives, handlungsorientiertes Wissen über Abläufe, Verfahren und Algorithmen (Wissenspsychologie
Was sind semantische Netze?
Gerichtete bezeichnete Graphen mit Knoten und Kanten
Was ist der Unterschied zwischen semantischem und episodischem Gedächtnis?
Semantisches Gedächtnis umfasst abstraktes Regelwissen
Was sind Skripte und Schemata?
Höher organisierte Wissenseinheiten für typische Ereignisabläufe, z. B. Restaurant-Skript (Schank & Abelson 1977
Was sind mentale Modelle?
Interne Repräsentationen erfahrbarer Ding- und Erlebniswelten, die Strukturen und Funktionen abbilden (Johnson-Laird 1983
Wie unterscheiden sich mentale Modelle von Novizen und Experten?
Novizen orientieren sich stärker an Oberflächenmerkmalen
Welche Konsequenz haben mentale Modelle für Unterricht?
Unterricht soll den Aufbau mentaler Modelle unterstützen, z. B. durch übersichtliche Tafelbilder, didaktische Reduktion und klare Visualisierung (Johnson-Laird 1983
Welche Faktoren sind laut Gehirnforschung zentral für Lernen?
Emotionen, Motivation und Aufmerksamkeit sind zentrale Determinanten
Was bedeutet „use it or lose it“ im Lernen?
Nicht genutzte neuronale Verbindungen werden abgebaut
Was folgt aus Spitzer für Unterricht?
Reize müssen bedeutsam sein, aktive Auseinandersetzung und emotionale Beteiligung fördern Lernen, mediale Überfrachtung sollte vermieden werden (Spitzer).
Welche Rolle spielt das Yerkes-Dodson-Gesetz im Lernen?
Zu geringe oder zu hohe Erregung ist ungünstig
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