Betablocker
D (Bisoprolol): 5 mg/d p.o. als Einzeldosis oder verteilt auf 2 Gaben (1-0-1); übliche Erhaltungsdosis: 10 mg/d; Tagesmaximaldosis: 20 mg (bei GFR <20 mL/min: 10 mg)
CAVE: Gleichzeitige Gabe von Calciumantagonisten des Verapamil- oder Diltiazem-Typs kontraindiziert -> additiv negativ chronotrope und inotrope Effekte, können zur lebensbedrohlicher Kardiodepression führen
Ramipril
ACE-Hemmer
D: 1,25-2,5mg p.o./d, schrittweise Steigerung auf Maximaldosis 10mg/d
NW: Hyperkaliämie, Reizhusten
KI: Nicht anzuwenden bei Angioödem, instabiler Hämodynamik oder hämodynamisch relevanter Nierenarterienstenose (beidseits oder Einzelniere)
Nicht gleichzeitig anzuwenden mit
Angiotensin-Rezeptor-/Neprilysin-Inhibitoren
Aliskiren-haltigen Pharmaka (bei Diabetes mellitus oder GFR<60 mL/min)
Candesartan
AT1-R-Antagonist
8 mg/d p.o. als Einzeldosis (bei chronischer Nierenerkrankung oder leichter Leberfunktionsstörung: 4 mg/d)
bei nicht ausreichend kontrolliertem Blutdruck ggf. Dosiserhöhung auf 16–32 mg/dp.o.
Anwendung nicht empfohlen bei GFR <15 mL/min oder schwerer Leberfunktionsstörung
HCT/Chlorthalidon
Thiaziddiuretika
D: 12,5 mg/d p.o. als Einzeldosis; Tagesmaximaldosis 25 mg
bei eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <30 mL/min) oder schwerer Leberfunktionsstörung
Hohes Risiko für Hyponatriämie und Hypokaliämie, daher keine Anwendung bei bestehenden Elektrolytentgleisungen
⚡️ Rote-Hand-Brief zu HCT: Risiko von Basalzellkarzinom sowie Plattenepithelkarzinom der Haut
Amlodipin
5 mg 1×/d, Steigerung auf max. 10 mg p.o. 1×/d möglich
kontraindiziert bei schweren Leberfunktionsstörungen und bei verschiedenen kardialen Erkrankungen (z.B. unbehandelte Herzinsuffizienz, instabile Angina pectoris)
KI:
Hypotension
Akutes Koronarsyndrom
Schwangerschaft
KI Calciumantagonisten vom Nifedipin-Typ
HOCM
Schwere stenosierende Herzklappenvitien
Kurz- und mittellang wirksame Präparate: Myokardinfarkt in den letzten 4 Wochen
Metformin
Gabe 48h prä- bis 48h postoperativ pausieren -> ⚡️erhöhte Gefahr der Laktatazidose
Prednisolon
bei RZA mittelhohe Dosis (40-60mg/d p.o.); bei Augenbeteiligung mit Visusverlust auch hochdosiert (1000mg Prednisolon i.v.)
Orale Eisensubstitution
Präparate
Zweiwertiges Eisen (Fe2+, meist als Eisen(II)glycinsulfat), Alternativ : Dreiwertiges Eisen
Durchführung
Nüchterneinnahme oder Einnahme mit 30–60 min Abstand zur Mahlzeit empfohlen (größere Bioverfügbarkeit)
Nebenwirkungen
Gastrointestinale Beschwerden, insb. Bauchschmerzen und Übelkeit
Obstipation oder Diarrhoen (seltener)
Schwarzfärbung des Stuhls
Wechselwirkungen: Verringerte Resorption bei gleichzeitiger Einnahme
Bestimmter Nahrungsmittel, z.B. Kaffee, Tee, Milch, Käse, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte
Von Medikamenten: Insb. Antazida und PPI hemmen die Eisenaufnahme
Eisen hemmt die Aufnahme von L-Thyroxin, Methyldopa, Chinolonen und Tetrazyklinen
Dauer der Einnahme: Nach Normalisierung des Hb-Wertes Fortführung der Einnahme für 3–6 Monate (zum Auffüllen des Eisenspeichers
Zielwert: Ferriting 100Mikrogramm/L
Prasugrel
Loading mit 60mg bei STEMI
Kontraindikationen:
Alter von >75 Jahren
Gewicht von <60 kg
Hirninfarkt oder schwere Blutungen in der Anamnese
In einem solchen Fall stellt Ticagrelor eine Alternative zu Prasugrel dar. Falls eine oraleGabe (bspw. bei instabilen Patient:innen) nicht möglich ist, kann Cangrelor i.v. verabreicht werden
TVT - Antikoagulation
Apixaban (=Eliquis):
Initial 10 mg1-0-1 für 7 d
Dann 5 mg 1-0-1für mind. 3–6 Monate
Rivaroxaban (=Xarelto)
Initial 15 mg1-0-1 für 21 d
Dann 20 mg1-0-0 für mind. 3–6 Monate
NW ß2-Sympathomimetika
Tremor, Tachykardie, HRST, Hypokaliämie, Hyperglykämie
NW ICS
hoher First-Pass-Effekt in Leber -> wenig systemische NW
Heiserkeit + Candidose -> Mund spülen nach Inhalation
Wachstumshemmung bei Kindern
COPD
Chronische Entzündung der Bronchien durch inhalative Noxen -> Parenchymumbau mit irreversibler Obstruktion und Überblähung (=Emphysem) bis zur respiratorischen Insuffizienz, chronisch progredient
Lungenemphysem
Zerstörung der Lungenarchitektur mit irreversibler Erweiterung und Überblähung der Alveolen mit eingeschärnkter Gasaustauschfläche
Silent Lung
Bezeichnet den akuten Befund eines auskultatorisch nahezu aufgehobenen Atemgeräusches, wie er im Rahmen eines schweren Asthmaanfalls aufgrund der Erschöpfung der Atemmuskulatur auftreten kann. Die Patienten sind dann wegen der hochgradigen Bronchialspastik nicht in der Lage, ihr Lungenvolumen abzuatmen. Im klinischen Alltag wird der Begriff allerdings auch verwendet, um das chronisch abgeschwächte bis aufgehobene Atemgeräusch bei einem fortgeschrittenen Emphysem zu beschreiben.
Lungenfunktionsmessung (LuFu)
Spirometrie: Messung verschieblicher Atemvolumina
Bodyplethysmographie: Messung nichtverschieblicher Atemvolumina (z.B. RV, TLC, zusätzlich Messung der Resistance)
Obstruktion: FEV1 runter -> Tiffeneau-Index <70%, Resistance erhöht
Emphysem: RV erhöht, TLCO runter
DD Restriktion: VC runter, Compliance runter, TLCO runter
z.B. bei Lungenfibrose, Adipositas, Pneumothorax
Grundlagen der Pathophysio der COPD
Fibrose, Wandverdickung
Akkumulation von Entzündungszellen
Ziliendysfunktion, vermehrter Mucus
AB, die häufig zu C.difficile-Infektion/Pseudomembranöse Kolitis führen
Flurchinolone
Ciprofloxacin (p.o.), Levofloxacin (p.o. und i.v.)
Gut wirksam gegen: gramnegative Erreger (Enterbacterales wie E. coli, Klebsiellen, Shigellen, Salmonellen) und teilw. Pseudomonas aeruginosa
Breites NW-Spektrum:
GI: Übelkeit, Durchfall (häufig), Hepatotoxizität
Neurotoxisch: Senkunge Anfallsschwelle, Sehverlust, innere Unruhe, wahnhafte Störungen
Muskuloskelettal: Arthropathien, Rhabdomyolyse
Kardial: HRST, QT-Zeit Verlängerungen, Aortenaeurysmen und -dissektionen
Anticholinerg wirksame Medikamente
1. Parasympatholytika (direkte Anticholinergika)
Blockieren Acetylcholin an m‑Cholinozeptoren
Beispiele: Atropin, Scopolamin (Mydriatika), Biperiden (Parkinson‑Therapie) Butylscopolamin, Oxybutynin (Spasmolytika/bei Dranginkontinenz), Ipratropiumbromid, Tiotropiumbromid (inhalative Anticholinergika bei COPD/Asthma)
2. Antidepressiva (insb. trizyklische)
Blockieren muskarinerge Rezeptoren (mACh‑R)
Beispiele: Amitriptylin, Trimipramin, Doxepin, Imipramin, Clomipramin → führen u.a. zu Mundtrockenheit, Harnverhalt, Tachykardie und Delirrisiko
3. Antipsychotika
Antagonismus am M1‑Rezeptor verursacht anticholinerge Symptome
Beispiele: Typische: Promethazin, Levomepromazin, Chlorpromazin, Atypische: Clozapin, Olanzapin, Quetiapin, Risperidon (geringeres Risiko)
4. Antihistaminika
H1‑Antihistaminika der 1. Generation besitzen eine trizyklische Struktur mit ausgeprägter anticholinerger Wirkung
Beispiele: Dimetinden, Diphenhydramin, Dimenhydrinat, Promethazin, Clemastin, Meclozin → häufige Nebenwirkungen: Sedierung, Mundtrockenheit, Mydriasis, Harnverhalt
5. Weitere Substanzgruppen
Anästhetika und Analgetika: z.B. Propofol, Fentanyl, inhalative Anästhetika (indirekt anticholinerg)
Weitere: Codein, Digitoxin, Furosemid, Nifedipin, Theophyllin, Prednisolon (indirekt anticholinerge Risiken)
Typische Symptome
Peripher: Mundtrockenheit, Mydriasis, Akkommodationsstörung, Miktionsstörung, Tachykardie, Hautrötung
Zentral: Verwirrtheit, Halluzinationen, Delir
Besonders gefährdete Gruppen
Ältere Personen und Patient:innen mit Demenz oder Polypharmazie haben ein erhöhtes Risiko für Delir oder Harnverhalt
Antidot
Physostigmin als kurzwirksamer Acetylcholinesterase‑Hemmer zur Behandlung des zentralen anticholinergen Syndroms
Antidementiva
Cholinesterase-Inhibitoren: Indikation bei leicht- bis mittelgradigen Demenzformen (Donepezil und Rivastagmin auch bei schwergradig möglich)
Donepezil (10mg/d)
Galantamin (16-24mg/d)
Rivastigmin (12mg/d)
NMDA-Modulator: bei mittel- bis schwergradiger Demenz
Memantin
Behandlungsbeginn so früh wie möglich
NW: häufigsten Nebenwirkungen sind Diarrhö, Muskelkrämpfe, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. QTc-Verlängerung wurde festgestellt
Anxiolytische Alternativen zu Benzodiazepinen
weniger wirksam
Pregabalin
Oripramol
Buspiron
Nebenwirkungen Thiazide
erhöhtes Risiko für Elektrolytstörungen wie Hyponatriämien und/oder Hypokaliämien
Insb. bei älteren Menschen reduziertes Durstgefühl + Exsikkose
spezifische Nebenwirkung von Hydrochlorothiazid ist außerdem das vermehrte Auftreten von Basalzellkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen der Haut -> unklare Hautveränderungen frühzeitig hautärztlich abklären lassen und auf einen ausreichenden UV-Schutz achten
Statine
Statine hemmen die HMG-CoA-Reduktase und senken so das LDL-Cholesterin, was zu einer deutlichen Verminderung des kardiovaskulären Risikos führt 123.
Wichtige Nebenwirkungen: Myopathien bis hin zur Rhabdomyolyse, Anstieg der Leberenzyme, selten Diabetesrisiko↑ 145.
Kontraindikationen: aktive Lebererkrankung, Schwangerschaft, Stillzeit, Myopathie 46.
Interaktionen: CYP3A4-Hemmer (z.B. Makrolide, Azolantimykotika, Amiodaron) und Kombination mit Fibraten oder Nikotinsäure erhöhen Myopathierisiko 146.
Überwachung: CK- und Leberwertkontrolle bei Symptomen, ggf. Dosisreduktion oder Pausieren; Einnahme abends (v.a. Simvastatin, Lovastatin)
Abendliche Gabe, da nächtliche Cholesterinsynthese am höchsten ist!
Psychostimulanzien
bei ADHS
Methylphenidat (Ritalin): Indirektes DOPA-Mimetikum und zentrales Sympathomimetikum
Lisdexamfetamin (Elvanse): Vermehrte präsynaptischeFreisetzung von Dopaminund Noradrenalin
NW: Sympathomimetische Wirkung
RR-Anstieg, Tachykardie
Schlafstörung
Mundtrockenheit, Schwitzen
Appetitminderung, Gewichtsverlust
Obstipation
NW bei Methylphenidat auch PsychotischeReaktionen (inkl. Halluzinationen), Erhöhung der Leberwerte (sehr selten auch: Akutes Leberversagen)
NW bei Lisdexamfetamin: QTc-Verlängerung, Erhöhung der Leberwerte
Absolut: Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems, Hyperthyreose, Glaukom, Psychose
Relativ: Tic-Störung, Z.n. epileptischem Anfall
BtM-pflichtige Rezepte
Absetzphänomene bei Antidepressiva
bei SSRI mit kurzer HWZ, TZA, Venlafaxin + Mirtazapin
z.B. Schwindel, Übelkeit, Zittern, Konzentrationsstörungen, depressiver Stimmungseinbruch und Schlafstörungen!
Mirtazapin
alpha2-Antagonist
Indikation: Antidepressivum, insbes. bei Schlafstörungen
30-45mg/d, einschleichen mit 15mg, immer zum Abend -> sedierende Wirkung
NW: Sedierung, orthostatische Hypotonie, Gewichtszunahme (⚡️insbes. bei jungen Menschen zurückhaltend beim Verschreiben), Intensivierung der Träume, ggf. Albträume; selten Restless-legs-Syndrome
Risiken einer Tablettenintoxikation
Lithium und Carbamazepin geringe therapeutische Breite -> hohe Intoxikationsgefahr!
TZA und irreversible MAO-Hemmer: mittlere therapeutische Breite -> gefährliche, ggf tödlich verlaufende Intoxikation
SSRI größere therapeutische Breite
Auch Benzos und Neuroleptika größere therapeutische Breite, aber insbes. in Verbindung mit Alkohol gefährlich bei Aspiration mit Atemstillstand oder Unterkühlung wegen anhaltender Bewusstlosigkeit
PPI
Wirkmechanismus: Hemmung der Protonenpumpe in den Belegzellen der Magenschleimhaut. Die Protonenpumpe (H+/K+-ATPase) ist für den letzten Schritt der Magensäuresekretion verantwortlich. Sie pumpt Wasserstoff-Ionen (H+) im Austausch gegen Kalium-Ionen (K+) aus der Zelle heraus. Im Magenlumen verbinden sich die Wasserstoff-Ionen (H+) mit Chlorid-Ionen (Cl‑) zu Salzsäure (HCl).
Häufige Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall
Langzeiteffekte: Hypomagnesiämie, Vitamin‑B12‑Mangel, Osteoporose/Frakturrisiko, reaktive Hypergastrinämie
Infektionsrisiken: Erhöhte Anfälligkeit für Clostridium-difficile-Infektionen, bakterielle Gastroenteritiden und Pneumonien
Weitere Komplikationen: Akute interstitielle Nephritis, selten subakuter kutaner Lupus erythematodes oder schwere Hautreaktionen (SJS, TEN, DRESS)
Langzeitanwendung nur bei klarer Indikation; regelmäßige Überprüfung empfohlen
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