Buffl

Moduleinheit 1

CW
von Christine W.

Welche Gründe und Ziele verfolgen Pflegetheorien und mit welchen Grundannahmen gehen sie allgemein einher?

Pflegetheorien

-> erste Theoretikerin = Florence Nightingale

(saubere Luft, sauberes Wasser, Kanalisation)


Gründe:

  1. Professionalisierungsbedarf

    -> wissenschaftl. Fundierung

    -> Abgrenzung von Assistenzfunktion der Medizin als eigene Disziplin

  2. Handlungsorientierung und Systematisierung

    -> Orientierung im Berufsalltag

    -> Schaffung einer gemeinsamen Fachsprache

    -> nachvollziehbare, begründbare Konzepte die Handeln erklärbar und lehrbar machen

  3. Wissenschaftlicher Anspruch

    -> theoretischer Rahmen erforderlich um Forschung, Ausbildung und Praxis miteinander zu verknüpfen


Ziele:

  1. Identitätsstiftung

    -> Definition von Pflege

    -> Definition der Rolle der Pflege im Gesundheitswesen

  2. Forschungsgrundlage

    -> Etablierung als eigenständiger wissenschaftl. Bereich

    -> Überprüfbarkeit von Hypothesen und Konzepten

  3. Qualitätssicherung

    -> systematische Pflegeplanung und -dokumentation wird durch theoretische Modelle nachvollziehbarer


ALLE PFLEGETHEORIEN

= das Ziel lt. WHO den Zustand des Pat. zu verbessern


Grundlegende gemeinsame Annahmen (übergreifend):

  1. Ganzheitlichkeit

    = ist als Individuum holistisch zu verstehen und zu behandeln

  2. Individualität

    = Pflege muss individuell zugeschnitten und nicht standartisiert sein

  3. Beziehungsorientierung

    = Interaktion zwischen Pflegeperson und Patient ist selbst ein zentrales Wirkelement

    -> Mensch immer im Spannungskontinuum Autonomie vs. Abhängigkeit

  4. Ressourcenorientierung

    = Fokus auf vorhandene Fähigkeiten und nicht nur auf Defizite

  5. Prozesshaftigkeit

    = Pflege als dynamischer, sich entwickelnder Prozess und nicht als statischer Zustand


Gehe auf die Motivationstheorien ein.

Motivation ist kein festes Merkmal einer Person, sondern entsteht immer im Zusammenspiel zwischen

  • Person-Faktoren (Bedürfnisse, Werte, Persönlichkeit, aktuelle Stimmung)

  • Situations-Faktoren (Umgebung, Anreize, soziale Erwartungen, Tagesform)

  • intrinsische Motivation nach Deci und Ryan:

    -> entsteht und bleibt bestehen, wenn diese drei Grundbedürfnisse erfüllt sind:

    1. Bedürfnis nach Autonomie

      ! Präzisierung: Autonomie ist nicht gleich allein entscheiden, sondern sich auch mit der Entscheidung identifizieren zu können und Entscheidung dadurch gemeinsam zu tragen

    2. Bedürfnis nach Kompetenz

      -> Gefühl, wirksam zu sein, etwas zu beherrschen und Fortschritte zu machen

      ! wichtig ist das Konzept der optimalen Herausforderung !

      (Flow-Konzept von Csikszentmihalyi)

    3. Bedürfnis nach sozialer Einbindung (Verbundenheit)

      -> Gefühl von Zugehörigkeit, Verbundenheit und Akzeptiertsein durch andere


  • Grundmotive nach McClelland

    Motivprofil bei jedem Menschen in unterschiedlicher Ausprägung:

    1. Machtmotiv

      -> eher extrinsisch gefärbt

      (hängt von sichtbarer Reaktion des Umfelds ab)

    2. Leistungsmotiv

      -> intrinsisch, weil die Befriedigung aus dem Gelingen selbst kommt und nicht ob jemand zusieht oder es bewertet

      = Unterschied zum Machtmotiv: Leistung braucht kein Publikum

    3. Zugehörigkeitsmotiv

      = Grauzone zwischen intrinsisch und extrinsisch

      • innere Freude an Nähe und Verbundenheit

        (eher intrinsisch)

      • externes Bedürfnis nach Bestätigung

        (eher extrinsisch, weil abhängig von Reaktion anderer)


Author

Christine W.

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