Die 2 Bereiche der Volkswirtschafstlehre
-> Mikroökonomie: Einzelwirtschaftliche Betrachtungsweise
(Wie trifft Unternehmer seine Entscheidungen)
-> Makroökonomie: Gesamtwirtschaftliche Betrachtungsweise
Fragestellungen der Mikroökonomie
Welchen Anteil seines Einkommens wird ein Haushalt sparen?
Wovon wird diese Entscheidung wesentlich beeinflusst?
Welche Menge eines Konsumgutes wird ein Haushalt kaufen?
Wird er mehr Strom verbrauchen, wenn der Strompreis sinkt?
Lässt sich prognostizieren, wie stark der Stromverbrauch in einem durchschnittlichen Haushalt ansteigt, wenn der Strompreis um zehn Prozent sinkt?
Wird ein Unternehmen die Produktion drosseln, wenn die Arbeitskosten steigen?
Kann eine Subvention Unternehmen veranlassen, mehr zu produzieren?
Wie reagiert ein Unternehmen, wenn die Wettbewerber ihre Preise reduzieren?
Unter welchen Umständen steigt der Umsatz, den ein Produkt erbringt, wenn der Preis dieses Produktes gesenkt wird.
Unterscheidung von Gütern und Dienstleistungen
Man unterscheidet zwischen dauerhaften und nichtdauerhaften Sachgütern (Waren) einerseits, sowie (nicht lagerbare) Dienstleistungen andererseits, die entweder direkt zu Konsumzwecken verwendet oder als Produktions- und Investitionsgüter im Produktionsprozess eingesetzt werden.
Was ist das magische Viereck?
Wirtschaftskreislauf
Der einfache Wirtschaftskreislauf ist eine gedankliche Konstruktion.
Abstrahiert man vom Staat, von den Auslandsbeziehungen einer Volkswirtschaft und außerdem von der Möglichkeit der Vermögensbildung, dann verbleiben zwei Arten von Wirtschaftseinheiten:
private Haushalte und Unternehmen. Haushalte fragen Konsumgüter nach und bieten Faktorleistungen (Arbeit, Kapital etc.) an.
Unternehmen produzieren Güter (Konsum- und Investitionsgüter) und fragen Faktorleistungen nach.
Welche Ordnungen gibt es?
Regelordnung (Gesetze, Regeln)
Spontane Ordnung (Was sich ohne Einfluss entwickelt)
Nach welchen Prinzipien trifft ein privater Haushalt seine Entscheidungen?
Verfolgt der Haushalt das Ziel der Nutzenmaximierung, dann wird er sich für das Einkommen entscheiden, mit dem bei optimaler Einkommenserzielung und optimaler Einkommensverwendung der größte Nettonutzen verbunden ist.
Nach welchen Prinzipien werden die Unternehmensentscheidungen getroffen?
Unterstellt man rationales Verhalten, dann müssen Unternehmen Gewinnerzielung anstreben. Denn: Gewinnerzielung ist für die langfristige Sicherung der Existenz eines Unternehmens notwendig. Zur Vereinfachung wird häufig Gewinnmaximierung als Zielsetzung angenommen. Die Erlöse, die ein Unternehmen aus dem Verkauf der Produkte erzielt, sollen demnach möglichst weit über den Kosten liegen, die bei der Herstellung und beim Vertrieb der Produkte entstehen.
Wert eines Gutes
Der Wert eines Gutes entspricht dem Nutzen, den ein Gut besitzt. Der Nutzen ist eine Hilfsgröße, da wegen der Subjektivität kein verbindlicher Maßstab existiert.
Einfluss des Grenznutzen
Der Grenznutzen eines Gutes ist der zusätzliche Nutzen, den der Konsum einer zusätzlichen Gütereinheit stiftet. Je höher der Grenznutzen eines Gutes, desto höher ist die Zahlungsbereitschaft des Konsumenten
Gossensches Gesetz
Der Nutzen eines Gutes steigt mit zunehmendem Konsum (Grenznutzen ist positiv) und abnehmenden Raten an (Grenznutzen sinkt) bis Sättigung eintritt (Grenznutzen ist null). Der Grenznutzen eines Gutes sinkt mit zunehmender Sättigung.
Nutzengebierge
Erweitern wir die Betrachtungsweise um ein zweites Gut (b), N = N(a,b) Indifferenzkurve (I) -> “Egalkurve”: Kurve von Güterbündeln, welche alle den gleichen Nutzen stiften.
Ausgleich der Grenznutzen
Das Gesetz vom Ausgleich der Grenznutzen besagt, dass das Maximum an Bedürfnisbefriedigung erreicht ist, wenn das Haushaltseinkommen so auf die verschiedenen Güter verteilt wird, dass die Grenznutzen der zuletzt beschafften Teilmengen der Güter gleich sind. Die Kaufmöglichkeiten des Haushaltes sind durch seine Konsumsumme beschränkt; diese ist abhängig vom Haushaltseinkommen und den Güterpreisen.
Wovon ist die Güternachfrage abhängig?
Die Güternachfrage insgesamt ist also abhängig von:
den Bedürfnissen der Haushalte
den Nutzeneinschätzungen der Haushalte bezüglich der Güter
dem zur Verfügung stehenden Einkommen
den Güterpreisen
Allgemeine Nachfrage Funktion
Die allgemeine Nachfragefunktion gibt in Gleichungsform an, wie die nachgefragte Menge eines einzelnen Gutes von den Bestimmungsgrößen der Nachfrage abhängt.
xi = f (B, Y, pi, pj )
xi: nachgefragte Menge vom Gut i
B: Bedürfnisse
Y: Einkommen
pi: Preis des betrachteten Gutes i
pj: Preise anderer Güter j
Schrittweise Vorgehensweise:
Isolierung der relevanten Einflussfaktoren (hier: Y, pi, pj). Die Präferenzen werden als gegeben angenommen.
Die so genannte Ceteris-Paribus-Methode: Es wird nur ein begrenzter Ausschnitt des Gesamtbereichs untersucht. Dabei geht man von der Annahme aus, dass die aus der Analyse ausgeschlossenen Größen unverändert bleiben. (ceteris-paribus: lat. unter sonst gleichen Umständen)
Kombination der Ergebnisse, um den Gesamtzusammenhang zu erkennen.
Dies führt zu den speziellen Nachfragefunktionen.
Die direkte Preiselastizität der Nachfrage
Im Normalfall kann man davon ausgehen, dass ein steigender Güterpreis pi zu einer sinkenden Nachfragemenge xi führt und dass umgekehrt ein sinkender Güterpreis pi zu einer steigenden Nachfragemenge xi führt.
Die Preiselastizität der Nachfrage (PEN) hilft bei einer genaueren Beurteilung der Situation.
Die hier interessierende Prozentelastiziät ist definiert als das Verhältnis der relativen Änderungen der abhängigen Variablen zur relativen Änderung der unabhängigen Variablen.
Ursache ist hier eine Preisänderung, Wirkung ist die Änderung der Nachfragemenge. Die Formel der Preiselastizität der Nachfrage lautet also:
Preiselastizität
Die Preiselastizität der Nachfrage gibt an, wie stark sich eine Preisänderung eines Gutes auf die nachgefragte Menge dieses Gutes auswirkt.
Reagiert die Nachfrage überproportional zur Preisänderung liegt elastisches Verhalten vor; flache Nachfragekurve, PEN < -1 Elastisches Nachfrageverhalten liegt vor bei:
- Bei Luxusgütern
- wenn es viele Substitute gibt
- wenn der Preis relativ hoch und die Nachfragemenge relativ gering ist
Reagiert die Nachfrage unterproportional liegt unelastisches Verhalten vor; steile Nachfragekurve, -1 < PEN < 0
Unelastisches Nachfrageverhalten liegt vor bei:
- bei lebenswichtigen Gütern
- wenn es wenig/keine Substitute gibt
- wenn der Preis relativ gering und die Nachfragemenge relativ hoch ist
Unterscheidungen der Preiselastiztät
0 > PEN > -1 unelastische Nachfrage in Bezug auf Preisänderungen
PEN < -1 elastische Nachfrage
PEN = -1 Übergang zwischen elastischer und unelastischer Nachfrage
PEN = 0 starre Nachfrage
PEN = - ∞ vollkommen elastische Nachfrage
PEN > 0 atypischer Fall (Preiserhöhung führt zu vermehrter Nachfrage)
Veblen-Effekt (oder auch Snobeffekt)
Der Veblen-Effekt gehört zu den anormalen Nachfrageverhalten. Der Effekt entsteht immer dann, wenn die Konsumenten den Gütern erst ab einem gewissen Preis Beachtung schenken und zusätzlich davon ausgehen, dass das Gut von einer breite Schicht von Konsumenten nicht erworben wird. Dabei ist der Preis eher nebensächlich; entscheidend ist das Verhalten anderer Verbraucher.
Das Giffen-Paradoxon (auch Giffen-Fall genannt)
Ist eine Anomalie des Nachfrageverhaltens. Giffen beobachtete, dass Haushalte, die am Existenzminimum leben, auf eine Erhöhung des Brotpreises mit einer steigenden Nachfrage nach Brot reagierten. Begründen lässt sich dies damit, dass ein steigender Preis für ein Grundnahrungsmittel bei diesen Haushalten das für andere Nahrungsmittel verfügbare Einkommen so stark sinken lässt, dass sie auf diese verzichten müssen und mehr Brot kaufen müssen, um ihre Ernährungsgrundlage sicher zu stellen. So genannte Giffen-Güter sind immer auch inferiore Güter (Nachfrage sinkt, wenn das Einkommen der Konsumenten steigt.).
Wozu spielt die PEN eine wichtige Rolle?
Sie ist entscheidend hinsichtlich:
• Preisvolatilität des betrachteten Marktes
• Möglichkeiten der Unternehmen (Monopol) Konsumentenrente abzuschöpfen (je elastischer die Nachfrage im relevanten Bereich reagiert, desto geringer ist die Monopolmacht eines Anbieters).
• Im Falle von Steuererhöhungen (Mehrwertsteuer) entscheiden sowohl Preiselastizität der Nachfrage und die Preiselastizität des Angebots wer die Steuererhöhung zu tragen hat. Je unelastischer die Nachfrage ist, desto größer sind die Möglichkeiten Steuererhöhungen auf den Konsumenten abzuwälzen.
• Beim Wettbewerb um die genaueste Einschätzung des Kundenverhaltens im Marketing dient die Beobachtung der Preiselastizität dazu eine strategische Preispolitik zu gestalten. Es wird unter anderem erfasst, ab welchem Marktpreis eine Erhöhung der Preise die abgesetzte Menge so stark senkt, dass der Gesamtumsatz geringer ist als vor der Preiserhöhung.
• Die Preiselastizität kann als Kennzahl auch für das Controlling im Unternehmen angewendet werden, um die Stabilität der eigenen Preise bei Nachfrageschwankungen zu erfassen.
Die Kreuzpreiselastizität der Nachfrage
Führt eine Änderung der Preise anderer Güter zu Veränderungen der nachgefragten Menge des betrachteten Gutes?
Dies ist die Frage der Güterverbundenheit: Liegen komplementäre, substitutive oder unverbundene Güter vor.
Dieser Zusammenhang wird mit Hilfe der Kreuzpreiselastizität der Nachfrage gemessen.
Definition: Die Kreuzpreiselastizität der Nachfrage (KEN) gibt Auskunft über die Art des Zusammenhanges zwischen der Nachfrage nach einem Gut i und dem Preis eines anderen Gutes j. Die Formel der Kreuzpreiselastizität der Nachfrage lautet also:
z.B. wie ändert sich Nachfrage nach Mars, wenn sich der Snickers Preis verändert.
Folgende Fälle sind zu unterscheiden:
KEN < 0 komplementäre Güter
KEN > 0 substitutive Güter (heterogene Konkurrenz)
KEN = ∞ identische Güter (homogene Konkurrenz)
KEN = 0 unverbundene Güter (Substitutionslücke)
Die Einkommenselastizität der Nachfrage
Hier wird die Frage aufgeworfen, wie sich Einkommensänderungen auf die nachgefragte Menge des betrachteten Gutes auswirken. Dieser Zusammenhang wird mit Hilfe der Einkommenselastizität der Nachfrage (EEN)gemessen. Die Formel der Einkommenselastizität der Nachfrage Gut1 lautet also:
EEN > 1 superiore Güter
0 < EEN < 1 relativ inferiore Güter
EEN < 0 absolut inferiore Güter
EEN = 0 einkommensunabhängige Nachfrage
Amoroso-Robinson-Relation
Amoroso-Robinson-Relation den Zusammenhang zwischen Grenzumsatz und der Preiselastizität der Nachfrage zum Ausdruck:
-Der Grenzumsatz stimmt mit dem Preis überein, wenn die direkte Preiselastizität der Nachfrage (absolut) unendlich ist (vollkommene Konkurrenz).
-Der Grenzumsatz ist kleiner als der Preis, wenn die direkte Preiselastizität der Nachfrage nicht vollkommen elastisch ist (negativ geneigte Preis-Absatz-Funktion).
-Der Grenzumsatz ist negativ, wenn die direkte Preiselastizität der Nachfrage (absolut) unter 1 liegt. Kein (am Gewinn interessierter) Anbieter bietet daher im unelastischen Bereich an.
Umsatzmaximum an dem Punkt, in welchem die Preiselastizität der Nachfrage genau -1
Produktionsprozess und Produktionsfunktionen
Der Produktionsprozess stellt nichts anderes dar, als das Zusammenwirken verschiedener Produktionsfaktoren. In der Volkswirtschaftslehre sind dies insbesondere:
• Arbeit (A)
• Boden (B)
• Kapital (K)
Die Produktionsfunktion stellt einen Wirkungszusammenhang zwischen Input- und Outputgrößen des Produktionsprozesses dar, indem sie den eingesetzten oder einsetzbaren Faktormengen (Input A,B,K) eine bestimmte Produktmenge (Output Y) zuordnet. Formal: Y=f(A,B,K,...).
Klassische Ertragsgesetz
Produktionsfunktion vom Typ A - besagt, dass der Mehreinsatz eines Produktionsmittels bei Konstanz der übrigen Produktionsfaktoren zuerst zunehmende Ertragszuwächse (Grenzerträge oder Grenzprodukte) bringt, von einer bestimmten Einsatzmenge an abnehmende und schließlich sogar negative Grenzerträge.
limitationale Produktionsfunktionen
Hier ist das Einsatzverhältnis der Produktionsfaktoren technisch bestimmt. Die vorhandene Menge eines Faktors begrenzt die Menge des anderen Faktors, die sinnvoll eingesetzt werden kann.
begrenzt substitutionale Produktionsfunktionen
Die Inputfaktoren können begrenzt aber nicht vollständig gegeneinander substitutiert werden.
vollständig substitutionale Produktionsfunktionen
Bei substitutionalen Produktionsfunktionen ist das Einsatzverhältnis der Produktionsfaktoren variabel, die Inputfaktoren sind vollständig substituierbar, d.h. es ist auch die Produktion mit nur einem der Faktoren möglich.
Skalenerträge
Skalenerträge geben an, wie die Produktionsmenge reagiert, wenn alle Faktoren bei unverändertem Einsatzverhältnis vermehrt eingesetzt werden (totale Faktorvariation).
Denkbar ist eine zur Erhöhung der Faktoreinsatzmenge proportionale, unterproportionale oder überproportionale Erhöhung des Outputs.
Das Güterangebot eines Mengenanpassers
Normalverlauf, dass bei hohen Preisen viel und bei niedrigen Preisen wenig angeboten wird. Erhöhen sich die Gesamtkosten, z.B. durch Faktorpreiserhöhungen oder höhere Steuern, wird das Unternehmen bei allen möglichen Preisen geringere Mengen anbieten als vorher. Mit steigenden Kosten verschieben sich also die Angebotskurven nach links. Entsprechend können Rationalisierung oder allgemein gesprochen sinkende Kosten die Angebotskurve nach rechts verschieben
Die Kostenfunktion
Kosten sind der mit geltenden Preisen bewertete Verbrauch an Produktionsfaktoren. Der Übergang von der Produktions- zur Kostenfunktion bedeutet auch den Übergang vom mengenmäßigen zum wertmäßigen Einsatz an Produktionsfaktoren.
Eine Kostenfunktion beschreibt den - bei den technischen Möglichkeiten jeweils günstigsten - Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der Ausbringungsmenge und den aufzuwendenden Kosten: K = K(x)
Kosten - Umsatz - Menge Diagramm
Der Unternehmer wird genau die Menge anbieten, bei der der Gewinn maximal wird, d.h. der Umsatz möglichst weit über den Kosten liegt. Für diese Menge gilt die Gleichung p = K’ p: Preis des Gutes K’: Grenzkosten Ergebnis: Die steigende Grenzkostenkurve stellt die Angebotskurve des Unternehmers für unterschiedliche Marktpreise dar.
Marktbeschaffenheit
Handelt es sich um einen vollkommenen oder unvollkommenen Markt?
Auf einem vollkommenen Markt kann es nur einen Preis geben, weil die Anbieter Preiserhöhungen nicht durchsetzen können und die Nachfrager Preissenkungen nicht durchsetzen können.
Auf einem unvollkommenen Markt hingegen können unterschiedliche Preise nebeneinander existieren.
Kann der Marktzutritt frei erfolgen oder unterliegt er Beschränkungen?
Bei unbeschränktem Marktzutritt müssen die Marktteilnehmer jederzeit damit rechnen, dass Newcomer am Markt hinzutreten.
Bei beschränktem Marktzutritt ist die Beteiligung neuer Marktteilnehmer entweder an Bedingungen geknüpft (z.B. Genehmigung durch staatliche Behörde) oder gänzlich ausgeschlossen.
Marktformen
Polypol (Marktform der vollständigen Konkurrenz)
Ein Marktgleichgewicht liegt vor, wenn weder das Angebot die Nachfrage übersteigt noch die Nachfrage das Angebot.
Im Marktgleichgewicht gilt der so genannte Gleichgewichtspreis. Im Gleichgewicht werden alle Kaufinteressenten, die mindestens den Gleichgewichtspreis bezahlen, durch einen Anbieter versorgt, gleiches gilt für die Anbieter, alle die zum Gleichgewichtspreis oder weniger bereit sind zu verkaufen.
Es entsteht eine so genannte pareto effiziente Situation, d.h. es kann niemand mehr besser gestellt werden, ohne dabei einen anderen schlechter zu stellen.
Das Polypol entspricht dem Wettbewerbsideal. Die Marktteilnehmer verhalten sich jedoch in der Realität in der Regel nicht entsprechend.
Stabilität des Gleichgewichts
Schweinezyklus.
In einem Dorf leben die Leute von der Schweinezucht und es findet einmal im Jahr eine Auktion statt, auf welcher die Schweine verkauft werden. Bezüglich der Kalkulation ihrer Angebotsmengen kennen die Anbieter nur den Preis des Vorjahres. Angenommen die Schweinezüchter kommen mit einem Angebot in Höhe von A1 auf die Auktion. Sie erhalten nun lediglich p1 auf der Auktion und sind maßlos enttäuscht. Da sie nur p1 erhalten haben werden sie im Folgejahr nur x1 anbieten und sich dann überaus freuen, da sie p2 erhalten werden. Euphorisiert werden sie im Folgejahr ihr Angebot auf A2 ausdehnen, aber nur p3 erhalten. Im Wechselbad der Gefühle nähern sich die Schweinezüchter dem Gleichgewicht an. Bei dieser sturen Orientierung am Vorjahrespreis hängt die Stabilität des Gleichgewichts von der Neigung der Angebots und Nachfragekurve ab.
Ist das Angebot relativ unelastischer als die Nachfrage kommt es zur beschriebenen Annäherung an das Gleichgewicht.
Entsprechen sich Angebots- und Nachfrageelastizität entsteht der so genannte Schweinezyklus und es kommt zu einem endlosen Kreisen um das Gleichgewicht.
Ist die Nachfrage unelastischer als das Angebot kommt es zu einer Bewegung weg vom Gleichgewicht.
Wenn wir jedoch da von ausgehen, dass die Produzenten sich nicht stur am Vorjahrespreis orientieren sondern über ein Jahr hinaus lernfähig sind, werden sie auf Produktionsüberschüsse mit einer Mengenreduktion oder einer Preissenkung reagieren und umgekehrt. Der Markt findet unter diesen Voraussetzungen dann in sein Gleichgewicht wenn Kurven normal verlaufen (Angebot steigend und Nachfrage fallend) bzw. die Angebotselastizität die Nachfrageelastizität absolut übersteigt.
Das Rentenkonzept
KR = Konsumentenrente, PR = Produzentenrente (Rente Differenz zu dem was man bereit gewesen wäre zu zahlen/für was man verkauft hätte)
Die Nachfrage erhalten ihr Bier zum Preis p*. Betrachtet man die Nachfragekurve stellt man jedoch fest, dass so gut wie alle Konsumenten bereit gewesen wären mehr für ihr Bier zu bezahlen, die Zahlungsbereitschaft liegt also über dem Preis. Die Zahlungsbereitschaft entspricht dem Grenznutzen, der das Bier den Konsumenten stiftet, da sie jedoch nur p* je Einheit bezahlen müssen entsteht ihnen ein Vorteil – die Konsumentenrente (KR).
Auf Unternehmerseite ist ebenfalls zu sehen, dass so gut wie alle Unternehmen bereit gewesen wären auch billiger zu verkaufen, ihr Mindestverkaufsgebot (variable Kosten) liegt unter dem aktuellen Marktpreis p*. Die Differenz verbleibt den Bierproduzenten als Deckungsbeitrag bzw. langfristig als Gewinn – die Produzentenrente (PR).
Die Anbieter versuchen, die Konsumentenrente möglich weitgehend abzuschöpfen, etwa indem sie zwei Produktvarianten anbieten, die sich jeweils an verschiedene Kundensegmente mit unterschiedlicher Zahlungsbereitschaft richten (Preisdifferenzierung).
Einfluss von Steuer auf die PR und KR
Die Bierproduzenten werden ihr Mindestverkaufsgebot um genau den betrag t erhöhen: Der Marktpreis steigt (um weniger als t) und der Bierkonsum nimmt ab. Sowohl Konsumentenrente und Produzentenrente nehmen ab und es kommt zu einem Wohlfahrtsverlust, der auch nicht durch die entstandenen Steuerbeträgen kompensiert werden kann, da durch Einführung der Steuer das Marktvolumen abgenommen hat und der Wohlfahrtsverlust damit die zusätzlichen Steuereinnahmen übersteigt.
Preissetzung im Monopol
Da es keine Konkurrenten gibt kann er seinen Preis am Markt durchsetzen. Welche Menge zu einem bestimmten Preis verkauft werden kann entscheiden die Konsumenten, also die Nachfrageseite.
Durch seine Preissetzungsmacht kann der Monopolist jedoch festlegen welche dieser unendlich vielen Preis-Mengen-Kombination am Markt realisiert wird.
Will der Monopolist seinen Gewinn maximieren muss er die optimale Preis-Mengen-Kombination finden.
Den maximalen Gewinn erreicht der (Angebots-) Monopolist dann, wenn und solange die Kosten für eine zusätzlich produzierte Einheit seines Gutes (Grenzkosten) niedriger sind als die zusätzlichen Erlöse, die er aus deren Verkauf erzielt (Grenzerlöse).
Wohlfahrtswirkungen im Monopol
Im Monopolfall wird der Preis über den Grenzkosten liegen, die gehandelte Menge liegt unter der Menge, die sich bei vollkommener Konkurrenz ergeben würde. Die Wohlfahrt fällt insgesamt geringer aus und es kommt zu einer Umverteilung von Konsumenten- zu Produzentenrente.
Des Weiteren ist der Monopolist keinem direkten Wettbewerbsdruck ausgesetzt und der Anreiz zur Weiterentwicklung seiner Produkte und Produktionstechniken fällt gering aus. Dies bedeutet langfristig ein Verlust an Produktionspotenzial und schränkt damit die Wachstumsmöglichkeiten einer Volkswirtschaft ein.
Zusammenhang zwischen Umsatzveränderung und Preiselastizität der Nachfrage.
Monopolgrad
µ = − Der Monopolgrad entspricht dem reziproken Wert der Preiselastizität: Je elastischer die Nachfrage im relevanten Bereich ist, desto geringer ist die Macht des Monopolisten. Je weniger elastisch die Nachfrage im relevanten Bereich ist, desto mächtiger ist der Monopolist.
Eingriffe in die Preisbildung - Höchstpreis
Durch die Festlegung eines Höchstpreises können Angebot und Nachfrage nicht zum Ausgleich finden. Es entsteht ein Nachfrageüberhang und die Tendenz zum Schwarzhandel zu Preisen oberhalb des Höchstpreises.
Eingriffe in die Preisbildung - Mindestpreis
Durch die Festlegung eines Mindestpreises können Angebot und Nachfrage nicht zum Ausgleich finden. Es entsteht ein Angebotsüberhang, daher eine Überproduktion. (z.B. Butterberg in der EU).
Eingriffe in die Preisbildung - Steuererhebung
Erhöhung des Marktpreises bei gleichzeitigem Rückgang der gehandelten Menge. Die Wohlfahrt sinkt.
Die Angebots und Nachfrageelastizitäten bestimmen, wer welchen Anteil der Steuern zu tragen hat. Beträgt die Nachfrageelastizität 0, tragen die Konsumenten die gesamte Steuerlast, je elastischer die Nachfrage reagiert umso größer wird der Anteil den die Unternehmen an der Steuerlast tragen.
Eingriffe in die Preisbildung - Zollerhebung
Zum Weltmarktpreis pw bieten die inländischen Produzenten die Menge x1 an, es besteht zu diesem Preis inländische Nachfrage in Höhe von x4, die Differenz wird durch Importe gedeckt. Wird ein Zoll in Höhe von t eingeführt erhöht sich der Preis im Inland auf pw+t. Das inländische Angebot steigt auf x2 an.
Die Nachfrage geht zurück auf x3, die Importe nehmen ab.
Die Konsumenten verlieren Rente im Umfang der Flächen a,b,c,d.
Die inländischen Anbieter erhöhen ihre Rente um den Betrag entsprechend der Fläche a und dem Staat entstehen im Umfang der Fläche c Zolleinnahmen.
Die Einführung des Zolls bewirkt zwar eine Erhöhung des inländischen Angebots und stellt die inländischen Produzenten besser, allerdings geschieht das zum Nachteil der Verbraucher und unter dem Verlust an gesamtwirtschaftlicher Wohlfahrt im Umfang der Flächen b und d
Erläutern Sie makroökonomisch unter welchen Umständen sich ein Mindestlohn positiv bzw. negativ auf die Arbeitslosigkeit auswirkt
Negativ: Wenn der Mindestlohn über dem Gleichgewichtslohn des Marktes liegt, wird Arbeit künstlich verteuert. Unternehmen reduzieren ihre Nachfrage nach Arbeitskräften, während gleichzeitig mehr Menschen zu diesem Lohn arbeiten möchten. Dieser Angebotsüberhang führt zu Entlassungen und höherer Arbeitslosigkeit.
Positiv/Neutral: Wenn der Mindestlohn unter dem Gleichgewichtslohn liegt, bleibt er wirkungslos. In einer Situation mit unvollkommenem Wettbewerb (z.B. Monopson) kann ein moderater Mindestlohn paradoxerweise sogar zu mehr Beschäftigung führen, da die Grenzkosten der Arbeit für den Arbeitgeber kalkulierbarer werden.
Erläutern Sie welche weiteren Effekte durch die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns zu erwarten sind?
Klassische Arbeitslosigkeit: Diese Form entsteht direkt aus der oben beschriebenen negativen Auswirkung. Der Mindestlohn hindert den Markt daran, über den Preismechanismus (Lohnsenkung) ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage herzustellen.
Keynesianische Arbeitslosigkeit: Keynesianer argumentieren, dass ein Mindestlohn die Kaufkraft der unteren Einkommensschichten stärkt, da diese eine hohe Konsumquote haben. Höherer Konsum führt zu einer steigenden Gesamtnachfrage nach Gütern, was die Unternehmen anregt, ihre Produktion hochzufahren und neue Arbeitskräfte einzustellen (positive Auswirkung).
Schattenwirtschaft: Ein zu hoher gesetzlicher Mindestlohn schafft starke Anreize für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, in die Illegalität (Schwarzarbeit) auszuweichen. Dadurch entgehen dem Staat Steuern und Sozialabgaben, und der eigentliche Schutzgedanke des Mindestlohns wird untergraben.
Beschreiben Sie mit einem selbst gewählten Beispiel was man unter dem ersten Gossenschen Gesetz versteht.
Das erste Gossensche Gesetz (Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen) besagt, dass der Konsum einer zusätzlichen Einheit eines Gutes einen immer geringer werdenden Zusatznutzen (Grenznutzen) stiftet, bis irgendwann eine Sättigung eintritt.
Beispiel: Das erste getrunkene Glas Wasser nach einem Dauerlauf ist extrem erfrischend und stiftet enormen Nutzen. Das vierte Glas Wasser direkt danach stiftet hingegen kaum noch Nutzen und kann sogar Unwohlsein auslösen (negativer Grenznutzen).
Was versteht man unter dem Begriff Kreuzpreiselastizität der Nachfrage, welche Werte kann sie annehmen?
Sie gibt an, um wie viel Prozent sich die nachgefragte Menge eines Gutes A ändert, wenn der Preis eines Gutes B um ein Prozent variiert.
Werte > 0: Substitutionsgüter (z. B. Butter und Margarine).
Werte < 0: Komplementärgüter (z. B. Autos und Benzin).
Wert = 0: Unabhängige Güter.
Weshalb stellt sich für ein Anbieter auf einem Markt vollkommener Konkurrenz der Preis als Datum dar und in welchem Verhältnis stehen Preis und Grenzumsatz zueinander?
Preis als Datum im Polypol: Auf einem Markt mit vollkommener Konkurrenz ist der einzelne Anbieter im Verhältnis zum Gesamtmarkt so klein, dass er durch seine Angebotsmenge den Marktpreis nicht beeinflussen kann. Er ist "Mengenanpasser". Preis und Grenzumsatz sind hier identisch, da für jede zusätzlich verkaufte Einheit genau der Marktpreis erzielt wird.
Nach welcher Regel maximiert er seinen Gewinn?
Ein Anbieter maximiert seinen Gewinn, wenn Grenzkosten gleich Grenzumsatz sind.
Welche Menge wird er anbieten wenn die Produktion durch konstante Grenzkosten gekennzeichnet ist?
Konstante Grenzkosten: Sind die Grenzkosten konstant, wird der Anbieter bei einem Marktpreis über den Grenzkosten seine maximale Kapazität anbieten. Liegt der Preis unter den Grenzkosten, wird er gar nichts anbieten
Inwiefern ist die Beurteilung der Wohlfahrt anhand von Produzenten- und Konsumentenrente zu kritisieren?
Das Konzept ignoriert Verteilungsfragen (es ist egal, wer die Rente erhält) und berücksichtigt keine externen Effekte wie Umweltschäden. Zudem wird Nutzen rein monetär ausgedrückt.
Was versteht man unter dem „Bruttoinlandsprodukt“? und auf welche Arten kann es berechnet werden?
Definition: misst den Gesamtwert aller Güter (Waren und Produkte) und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft erwirtschaftet wurden
Berechnungsarten: Entstehungs-, Verwendungs- und Verteilungsrechnung.
Welche Auswirkung hat eine Erhöhung der Einkommen der Konsumenten auf den Gleichgewichtspreis, wenn das betrachtete Gut superior ist?
Die Nachfrage steigt, weshalb sich die Nachfragekurve nach rechts/oben verschiebt. Das führt zu einem höheren Gleichgewichtspreis und einer höheren Menge.
Welche Auswirkung hat die Setzung eines staatlich festgelegten Mindestpreises auf den betrachteten Markt?
Ein staatlicher Mindestpreis über dem Gleichgewichtspreis verhindert eine Preissenkung. Es resultiert ein Angebotsüberhang, da die Produzenten zu diesem Preis mehr anbieten möchten, als die Konsumenten nachfragen.
Welchen Einfluss hat technischer Fortschritt auf die Angebotskurve?
Technischer Fortschritt senkt in der Regel die Produktionskosten. Dies führt dazu, dass sich die Angebotskurve nach rechts bzw. unten verschiebt, da nun zu jedem gegebenen Preis eine größere Menge profitabel angeboten werden kann.
wie reagiert das Gleichgewichtseinkommen auf Änderungen der Staatsausgaben, wie nennt man diesen Effekt?
Eine Erhöhung der Staatsausgaben ($G$) führt zu einer überproportionalen Erhöhung des Einkommens ($Y$), da die zusätzlichen Einnahmen teilweise wieder konsumiert werden. Diesen Verstärkungseffekt nennt man Multiplikatoreffekt.
Angenommen die Investitionen sind nicht vollständig autonom sondern teilweise negativ vom Zinsniveau abhängig, welche Folgen ergeben sich daraus, wenn der Staat eine Erhöhung seiner Ausgaben kreditfinanziert, wie nennt man diesen Effekt?
Wenn Investitionen negativ vom Zins abhängen und der Staat seine Mehrausgaben über Kredite am Kapitalmarkt finanziert, steigen durch die höhere Geldnachfrage die Zinsen. Die höheren Zinsen verdrängen wiederum private Investitionen. Diesen Vorgang nennt man Crowding-out-Effekt (Verdrängungseffekt), welcher die Wirksamkeit der Fiskalpolitik abschwächt.
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