Relevanz psychodynamische Therapie in der psychotherapeutischen Versorgung
47 Prozent
-> davon 44,7 Prozent tiefenpsychologisch , 2.4 Prozent psychoanalytisch
OPD II Achse
Beziehung
OPD III Achse
Konflikt
OPD VI Achse
Struktur
OPD V Achse
ICD Diagnose
Was ist Struktur
funktionale Beziehung des Selbst zu den Objekten d.h. zwischen Individuum und Bezugspersonen bezüglich Selbst- und Fremdwahrnehmung, Steuerung, Selbstregulierung, Kommunikation, Bindung
Was ist auf struktureller Ebene mit einem kohörenten und integrierten Selbst- und Fremdkonzept ausgestattet
die Persönlichkeit
Was ist die Selbst-Objekt-Differenzierung
gehört zu Objektwahrnehmung und essentiell für Persönlichkeit
-> eigene Gedanken, Bedürfnisse und Impulse von denen anderer unterscheiden
Was sind störungsübergreifende Merkmale psychodynamischer Psychotherapien
Fokus auf Gefühle und Emotionsausdruck
Exploration von Versuchen Gefühle und Gedanken zu vermeiden/verdrängen
Identitizierung wiederkehrender Themen und Mustern
Auseinandersetzung mit Erfahrungen in der Vergangenheit
Fokus auf zwischenmenschlichen Beziehungen
Fokus auf therapeutischer Beziehung
Erforschen des Unbewussten und Fantasielebens
Rahmenbedingungen von Analytischer Therapie vs. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Frequenz
Analytisch= 2-3h pro Woche
Tiefen= 1-2h pro Woche
Setting
analytisch= Patient liegt, Therpauet sitzt neben oder hinter ihm
Tiefen= Patient und Therapeut sitzen sich gegenüber
Behandlungsdauer
Analytisch= 2-3 Jahre
Tiefen= 1-3 Jahre
Behandlungsziele
analytisch= Bearbeitung unbewusster Störungs- und Strukturanteile des Patienten
(Störungsanteile= aktuelle Symptome , Strukturanteile= tief verankerte Persönlichkeitsorganisation)
Tiefen= Bearbeitung einer aktuellen neurotischen Konfliksituation + dessen Symptome
-> auch Strukturanteile werden berücksichtigt
Technisches Vorgehen
analytisch= Förderung von Übertragung (P überträgt Anteile auf Therapeut) und Regression (Abwehrmechanismen)
Tiefen= keine Förderung von Übertragung und Regression; Bearbeitung des neurotischen Konflikts + Beachtung der Beziehungskonstellation zwischen P und T
Was sind Störungs- und Strukturanteile
Bearbeitung von diesen in analytischer Psychotherapie
Störung = Was passiert gerade als Symptom?
Struktur = Wie ist die psychische Organisation grundsätzlich aufgebaut?
Was ist mit Regression gemeint
Technisches Vorgehen in der Analytischen Psychotherapie
Person fällt auf frühere Entwicklungsstufe zurück
d.h. erwachsener Mensch reagiert plötzlich sehr kindlich, abhängig
Idee: Früher Konflikte/Gefühle kommen hoch, damit man sie bearbeiten kann
Was ist mit Gegenübertragung bzw Übertragung in Analytischer Psychotherapie gemeint
Übertragung
-> Patient überträgt Gefühle und Muster aus früheren Beziehungen auf Therapeuten
Gegenübertragung
-> Therapeut reagiert emotionale auf den patienten
Das Konzept des dynamische Unbewussten
Existenz eines psychischen Kräfteverhältnis -> Triebkräfte der Libido und Aggression
dynamisches Unbewusstes: Großteil des seelischen Lebens ist unbewusst
-> so oftmals auch unterbewusste Triebkräfte (Wünsche/Bedürfnisse)
Eine Person empfindet starke Wut auf einen Elternteil. Da dieser Impuls als inakzeptabel erlebt wird, wird er verdrängt.
ABER haben Triebkraft!! —> Bedürfnis Aggression zu zeigen-> wird unterdrückt und kann zu Konflikt führen
Bedeutung von erfahrungen und Entwicklung in früher Kindheit
frühe Kindheitserfahrungen als zentraler Punkt
Entwicklung von Bindungen essentiell (bindungstheorie nach Bowlby)
Mentalisierung: in früher Kindheit erworbene Fähigkeit die eigenen mentalen Zusände und die von anderen wahrzunehmen und zu verstehen
Konzept des unbewussten Konflikts und der Abwehr
Aufdecken unbewusster Konflikte als ein zentrales Ziel der Verfahren der Psychoanalyss
Konfliktmodell nach Rudolf:
schwierige Beziehungserfahrungen werden internalisiert = Einschränkung des Erleben und Verhaltens durch Abwehr (z.B. Verdrängung)
Grundkonflikte aus Kindheit sind Störungsdisposition und können im Erwachsenenleben durch Krise ausgelöst werden
z.b. Frühere Ablehnungserfahrungen führen zu Angst und Schuld = Unbewusstes Wunscherleben nach Nähe entsteht
-> Ablehnung führt zu Wunsch nach Nähe
Was sind Kernkonflikte nach der operationalisierten psychodynamischen Diagnostik (OPD)
Individuations- Abhängigkeits-Konflikt
-> unabhängig sein vs. klammern
Kontroll-Unterwerfungs-Konflikt
-> andere kontrollieren vs. sich unterwerfen
Autarkie- Versorgungs-Konflikt
-> für sich selbst sorgen können vs. versorgt werden müssen
Selbstwertkonflikt
-> Bin ich wertvoll?
Schuldkonflikt
-> sich selbst immer Schuld geben vs. andere immer Schuld geben
Ödipaler Konflikt
-> sexuelle Wünsche vs. Moral
Identitätskonflikt
-> wechselndes Selbstbild etc-> wer bin ich eigentlich
Was sind Abwehrmechanismen
ungelöste Konflikte werden durch Abwehrmechanismen verdrängt
Reife Abwehrmechanismen
-> Verdrängung (Konflikte werden unbewusst weggeschoben)
-> Sublimierung (nicht akzeptable Wünsche oder Triebe werden in sozial akzeptierte Formen umgewandelt)
Unreife Abwehrmechanismen
-> Idealisierung (Person wird als perfekt angesehen)
-> Spaltung (Personen werden als nur gut oder ganz schlecht angesehen )
—> Beeinträchtigen Individuum
Reife Abwehrmechanismen ermöglichen eine weitgehend realitätsgerechte Verarbeitung innerer Konflikte und führen zu sozial anpassungsfähigem Verhalten (z. B. Sublimierung).Unreife Abwehrmechanismen verzerren die Realität stärker und beeinträchtigen dadurch Denken, Fühlen oder Beziehungen der Person
Konzepte des Selbst und der Objekte
Persönlichkeit ist auf struktureller Ebene mit einem kohärenten und integrierten Selbst- und Fremdkonzept ausgestattet also:
Wie sehe ich mich selbst und wie sehe ich andere Menschen
—> Fehlt das Konzept (oder ist beeinträchigt) = Beeinträchtigung im Leben
In OPD sind diese Aspekte anhand Strukturachse operationalisiet
Struktur = funktionale Beziehung zu Menschen (Selbst/Fremdkonzept) , Steuerung, Selbstregulierung Kommunikation, Bindung
Erkläre die OPD Achse Struktur
Teil der Struktur
Steuerungsfähigkeit
Das Selbst regulieren
—> Sich von Impulsen distanzieren, diese steuern (niemanden schlagen)
—> sich von Affekten distanzieren, regulieren (Wissen dass man dinge schafft
—> Sich von Kränkungen distanzieren, Selbstwert regulieren
Den Bezug zum Objekt regulieren
--> Die Beziehung vor eigenen Impulsen schützen = intrapsychische statt interpersoneller Abwehr
———-> Statt den Partner anzuschreien (interpersonell), schlucke ich den Ärger runter und denke: „Ich bin zu empfindlich“ (intrapsychisch).
—> In Beziehungen die eigenen Interessen und die der anderen berücksichtigen
—> Reaktion anderer antizipieren (abschätzen können)
Selbstwahrnehmung und Objekte wahrnehmen
Das Selbst wahrnehmen
-> Selbstbild reflektieren und ausdifferenzieren
-> Eigene Affekte differenzieren
-> Eigene Identität entwerfen und weiterentwickeln
Die Objekte wahrnehmen
-> Selbst-Objekt-Differenzierung -> eigene Gedanken, Bedürfnisse, Impulse von denen anderer unterscheiden
-> Andere in ihren verschiedenen Aspekten ganzheitlich wahrnehmen
-> ein realistisches Bild von anderen entwerfen können
Erkläre Selbst- und Fremdwahrnehmung
-> Selbstbild reflektieren
-> eigene Identität entwerfen und entwickeln
-> Selbst-Objekt-Differenzierung -> eigene Gedanken, Bedürfnisse etc von anderen unterscheiden
-> Realistisches bild von anderen entwerfen
Nenne die 5 OPD Achsen
Dient zur Diagnostik
Krankheitserleben- und Behandlungsvoraussetzungen (Wie hoch ist Motivation, was ist Krankheit etc)
Beziehung (Therapeutenbeziehung, Beziehung zu anderen)
Konflikt (was sind die zentralen konflikte?)
Struktur (Wie ist Strukturniveau?)
ICD Diagnosen
Wie erfolgt letztendlich die Durchführung der Behandlung einer psychodynamischen Therapie
Beginnt mit:
erster Kontakt
Erstgespräch
biografische Anamnese
Diagnosestellung/Differentialdiagnostik
Einschätzung der Prognose
Klären der Indikation und Beachten von Kontraindikation von Therapieverfahren (Welche Therapie ist sinnvoll und was spricht gegen Therapie)
Rahmenbedingungen hinsichtlich Therapievereinbarungen und Therapieziele kläre
Rahmenbedingungen der Therapie
Formale Rahmenbedingungen
-> Setting, Therapiezeit, Sitzungsfrequenz, finanzielle Regelung
Inhaltliche Rahmenbedingungen
-> Art der Therapie erklären, gemeinsame Ziele formulieren, mögliches Einbeziehen einer Dritten Person (z.B. des partners)
—> ist Teil der Durchführung der Behandlung diese Rahmenbedingungen zu besprechen
OPD Achse I
Krankheits- und Behandlungsvoraussetzungen
Was sind Wirkprinzipien der Verfahren
Behandlungstechniken:
Deuten, Klären und Konfrontation
technische Neutralität (keine Bewertung)
Nutzen der freien Assoziation
Übertragung und Gegenübertragung
was ist technische Neutralität
keine Bewertung von z.B. verdrängten sexuellen Wünschen oder Machtfantasien
was ist freie Assoziation
Wirkprinzip des Verfahrens
Patient soll frei Gedanken und Gefühle äußern
-> soll unbewusste Inhalte, ungeklärte Konflikte und Wünsche aufdecken
Was sind Inhalte des psychodynamischen Interviews?
Anlass Kontaktaufnahme
Aktuelle Symptomatik
Hinweise für akute Belastungen oder Auslösesituation
Wichtige aktuelle und frühere Bezugspersonen
Persönlichkeitsentwicklung und Lebensgeschichte
Ausbildung und beruflicher Werdegang
Familienanamnese
Psychische und somatische Vorerkrankungen
Übetragung und Gegenübertragung (verbale und nonverbale Kommunikation)
Szenische Informationen
OPD Interview
Einschätzung auf 5 Achsen
Achse I: Krankheitserleben und Behandlungsvoraussetzungen
-> Welche Störungen und Ressorucen liegen vor?
Achse 2: Beziehungen
-> Wie interagiert Patient mit anderen
Achse 3: Konflikt
-> Welche Motive (Konflikte) bewegen Patient
Achse 4: Struktur
-> Wie reguliert sich Patient
Achse 5: Psychische und psychosomatische Störungen
-> Was liegt phänomenologisch- diagnostisch vor
Indikation für 9 Anwendungsbereiche nach WBP
Affektive Störungen
Angststörungen
Belastungsstörungen
Dissoziative Störungen, Konversions- und somatoforme Störungen
Essstörungen
psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten
Persönlichkeitsstörungen
Substanzkonsumstörungen
Psychotische Störungen
Wirksamkeit
in den letzten Jahren zunehmende Wirksamkeitsbelege
-> aber Qualität einiger Studien ist zu bemängeln
Psychodynamische Therapie der Depression
Tavistock Manual
-> Bearbeiten von emotionalen Reaktionen auf Verlust, Scheitern, Wut, Ambivalenz etc
Was ist das Tavistock Manual
Beabeiten von emotionalen Reaktionen auf einen Verlust, von Scheitern, Wut, Ambivalenz, Aggression, Schuldgefühlen
—> Psychodynamische Therapie der Depression
Wieso Durchführung von manualisierten Behandlungsformen
später Versuch Wrksamkeit nachzuweisen
Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) für die Borderline Störung
Fokus auf Veränderung durch gemeinsames mentalisieren
-> Therapeut stellt sich auf die aktuelle Mentalisierungsfähigkeit des Patienten ein
Ziel: Akkuratere Repräsentation der Psyche von anderen und des Selbst herstelle
—> Mentalisierung wurde in Kindheit nicht erlernt
👉 Der Therapeut passt sich an die aktuelle Fähigkeit des Patienten an zu mentalisieren.
Das heißt:
wenn der Patient wenig versteht → Therapeut vereinfacht stark
wenn der Patient gut reflektieren kann → Therapeut geht tiefer
er bleibt immer im „hier und jetzt“ der Beziehung
👉 Wichtig: nicht belehren, sondern gemeinsam denken.
Panikfokussierte psychodynamische Psychotherapie-> ENTWICKLUNG und AUFRECHTERHALTUNG
Entwicklung der Panikstörung aus biografischer Perspektive:
Angeborene neurophysiologische Irritierbarkeit +Angsterzeugendes Elternverhalten
dadurch: Hohe psychologische Vulnerabilität durch Abhängigkeits-Autonomie Konflikt, gestörte Objektbeziehungen, unreife Abwehr etc
= intensive negative Affekte
= neurophysiologischen Sensitivität
durch Stress dann Verlust von Kontrolle = Panikattacke
—> Teufelskreis aus Abhängigkeit und Anst nach einsetzen derinitialen Panikattacke
Aufrechterhaltung
Trennungs/Verlustangst -> Furchtsame Abhängigkeit -> Reaktive Aggression -> Angst vor Zerstörung des Objektes /Schuld (Angst Bezugsperson zu verlieren) > Angst vor Verlassenwerden-> Panikattacke (Kontrollverlust)
BEHANDLUNG
-> Behandlung der akuten Panik (Symptome und Situationen analysieren etc)
-> Behandlung der Panikvulnerabilität (Bearbeitung durch Übertragung)
dann Therapieende (Trennungs- und Ärgerthemen bearbeiten)
Sigmund Freud
begründete 1896 die Psychoanalyse
Bedeutung des Unbewussten für die Entstehung seelischer und sich körperlicher ausdrückender Symptome
Aufdeckung verdränggter unbewusster Konflikte
-> Anteil der psychodynamischen Therapie heute ca47 prozentn
-> 44,7 prozent tiefenpsychologisch 2.4 prozent analytisch
Anteil der psychodynamischen Therapie inder ambulanten psychotherapeutischen Versorgung
-> ca 44,7 Prozent tiefenpsychologisch
-> 2,4 Prozent analytisch
Was ist MBT
Mentalisierungsbasierte Therapie
Zuletzt geändertvor 4 Tagen