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2. Planung

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von OneMoreCoookie

12 - QFD: Wozu dient das Haus of Quality und welche 7 Räume hat es?

Werkzeug des QFD zur Übersetzung von Kundenwünschen in technische Merkmale.

7 Räume:

1+2 WAS + Bedeutung der Kundenwünsche (paarw. Vergleich 0/1/2)

3 WARUM – Wettbewerbsvergleich

4 WIE – Produktmerkmale (auch Kosten)

5 Relation WAS↔WIE (Bewertung geben 0/1/3/9)

6 Dach – Korrelation WIE↔WIE

7 WIEVIEL – Gewichtung = Σ (Bedeutung × Bewertung)

Ergebnis: Worauf Fokus? - Welche Teilfunktionen sind besonders wichtig bei Umsetzung Kundenanforderung!


Stell dir das House of Quality wörtlich als Haus vor — mit Wänden, einem Dach, einem Boden — das eine einzige Aufgabe hat: Kundenwünsche in die Sprache der Ingenieure übersetzen. Links steht die „Stimme des Kunden" rein, rechts kommt der „Projektzielkatalog" für die Konstruktion raus. Dazwischen sind sieben Räume, jeder mit klarer Aufgabe.

1 + 2 — Eingang links (WAS): Hier landen alle Kundenwünsche („leicht zu reinigen", „sieht modern aus") und werden über einen paarweisen Vergleich mit 0/1/2 gewichtet. Damit weißt du, welche Wünsche besonders schwer wiegen. Ganz wichtig: Hier ist noch keine Technik erlaubt, nur Kundensprache.

3 — Seitenwand rechts (WARUM): Wettbewerbsvergleich. Du bewertest dein eigenes Produkt und das der Konkurrenz pro Wunsch auf einer Skala. Wo bist du schlechter? Genau da musst du im Projekt nachziehen. Daraus entsteht oft ein Zickzack-Diagramm, das auf einen Blick zeigt, wo du Boden gutmachen musst.

4 — Erste Decke oben (WIE): Erste Übersetzung. Die Kundenwünsche werden in technische Produktmerkmale überführt: „leicht zu reinigen" wird zu „Anzahl Bauteile zum Demontieren", „Zeit bis Reinigung abgeschlossen", „Anzahl Ecken im Innenraum". Hier landen auch die Kosten als Merkmal.

5 — Zentralraum (Unterstützungsgrad): Das Herzstück. Eine Übertragungsmatrix, in der du pro Wunsch × Merkmal mit 0/1/3/9 bewertest, wie stark ein Merkmal einen Wunsch erfüllt. Die unregelmäßige Skala (Sprünge 1 → 3 → 9 statt 1 → 2 → 3) ist Absicht: starke Zusammenhänge sollen optisch und rechnerisch herausstechen.

6 — Das Dach (Korrelation): Hier prüfst du, wie die technischen Merkmale untereinander zusammenhängen — sich verstärken, neutral sind oder im Konflikt stehen. Bei einem Kaffeevollautomaten z. B.: höherer Brühdruck → besseres Aroma, aber höhere Geräuschentwicklung. Das Dach legt diese Konflikte offen, bevor sie später teuer werden, und du markierst die Optimierungsrichtung je Merkmal (mehr ist besser / weniger ist besser).

7 — Boden (WIEVIEL): Hier rechnest du aus, wieviel Aufwand in jedes technische Merkmal fließen muss. Formel: Gewichtung = Σ (Kundengewichtung × Übertragungswert aus Raum 5). Die normierte Gewichtung (eigene Gewichtung / Summe aller Gewichtungen) macht daraus eine prozentuale Rangfolge.

Ergebnis — Tür rechts unten: Du verlässt das Haus mit einer klaren Antwort auf die Frage „Worauf muss ich mich technisch konzentrieren, damit der Kunde zufrieden ist?" — eine priorisierte Liste der Produktmerkmale plus Hinweise aus dem Dach, wo Zielkonflikte lauern.

Kurz: Links Kunden, oben Technik, in der Mitte die Übersetzung, im Dach die Querbezüge, unten die Prioritäten. Es ist im Grunde ein systematisches Werkzeug gegen das klassische Konstrukteursproblem „der Kunde sagt X, ich baue Y, und am Ende will er Z."


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OneMoreCoookie

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