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Gesundheitssystem der BRD – Strukturen, Akteure und Regulierung (SB 5, S. 7–22)
Fachbegriffe & Abkürzungen
Welche zentralen Fachbegriffe (Termini) aus dem Bereich Public Health (Öffentliche Gesundheit / Bevölkerungshygene) müssen für die Prüfung beherrscht werden?
Welfare State: Wohlfahrtsstaat.
Evidence: Beweis / wissenschaftlicher Beleg.
Vigilanz: Wachsamkeit / Überwachung (speziell Risikomanagement bei Medizinprodukten).
Monographie: Fachschrift / verbindliches Regelwerk (technische Prüfvorgaben für Wirkstoffe).
Health Technology Assessment (HTA): Bewertung von Gesundheitstechnologien (systematische Prüfung von Nutzen und Kosten).
Paritätisch: Gleichwertig / zu gleichen Teilen (z. B. 50/50 Finanzierung).
Mortalität: Sterblichkeit.
Morbidität: Krankheitshäufigkeit.
Welche Abkürzungen sind für die lückenlose Dokumentation im Gesundheitssystem essenziell?
AMG: Arzneimittelgesetz.
AMNOG: Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz.
AOK: Allgemeine Ortskrankenkasse.
BAS: Bundesamt für Soziale Sicherung.
BfArM: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.
BIP: Bruttoinlandsprodukt.
BMG: Bundesministerium für Gesundheit.
DKG: Deutsche Krankenhausgesellschaft.
G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss.
GKV: Gesetzliche Krankenversicherung.
IQWiG: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.
KBV: Kassenärztliche Bundesvereinigung.
KV: Kassenärztliche Vereinigung.
KZBV: Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung.
ÖGD: Öffentlicher Gesundheitsdienst.
PEI: Paul-Ehrlich-Institut.
PKV: Private Krankenversicherung.
RKI: Robert Koch-Institut.
SGB V: Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (Gesetzliche Krankenversicherung).
STIKO: Ständige Impfkommission.
Systemmodelle & Historie
Welche drei Grundmodelle von Gesundheitssystemen existieren im internationalen Vergleich (S. 7–8)?
Marktwirtschaftliches Modell (USA): Private Absicherung, keine Versicherungspflicht, private Leistungserbringer.
Sozialversicherungsbezogenes Modell (Bismarck-Modell, DE): Versicherungspflicht, einkommensabhängige Beiträge (paritätisch finanziert), Sachleistungsprinzip.
Staatliches Modell (Beveridge-Modell, UK): Steuerfinanziert, kostenfrei für alle Bürger, staatliche Regulierung und Trägerschaft (z. B. NHS).
Welche historischen Meilensteine legte Otto von Bismarck für die Sozialversicherung in Deutschland (S. 8–9)?
1883: Einführung der Krankenversicherung.
1884: Einführung der Unfallversicherung.
1889: Einführung der Alters- und Invalidenversicherung.
Ergänzungen: 1927 Arbeitslosenversicherung; 1995 Pflegeversicherung.
Prinzipien & GKV-Struktur
Auf welchen zwei tragenden Säulen ruht das deutsche System und was bedeuten sie (S. 9–11)?
Solidarprinzip: Alle tragen gemeinsam das Risiko; die Beiträge richten sich nach dem Einkommen, die Leistungen jedoch nach dem individuellen Bedarf.
Selbstverwaltungsprinzip: Der Staat delegiert Aufgaben an die Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen).
Was besagt das Bedarfsprinzip hinsichtlich der Leistungserbringung (S. 11)?
Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.
Prinzipien & GKV-Struktur****
Gegenüberstellung GKV vs. PKV
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GKV-Leistungsausgaben 2009–2021 (in Mrd. Euro)
Kostendämpfungsgesetze (Beispiele)
GKV-Modernisierungsgesetz (2004)
GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (2007)
Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG, 2011)
GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (2015)
Ambulante und Stationäre Versorgung (S. 12–13)
Wer trägt den Sicherstellungsauftrag in der ambulanten Versorgung und welche Freiheiten genießen Patienten und Ärzte?
Der Sicherstellungsauftrag liegt bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen).
Es herrscht das Prinzip der freien Arztwahl für die Versicherten.
Für die Ärzte besteht die Niederlassungsfreiheit, sofern der Bereich nicht wegen Überversorgung gesperrt ist.
Welches demografische Problem zeichnet sich in der ambulanten Versorgung ab?
Die zunehmende Alterung der Ärzteschaft stellt eine Herausforderung dar.
Im Jahr 2021 lag das Durchschnittsalter der niedergelassenen Ärzte bereits bei 54,2 Jahren.
Wie ist die stationäre Versorgung in Deutschland im EU-Vergleich aufgestellt?
Deutschland weist mit 8 Betten pro 1.000 Einwohner die höchste Bettenquote innerhalb der Europäischen Union (EU) auf.
Die Trägerschaft der Krankenhäuser unterteilt sich in öffentliche, freigemeinnützige (z. B. kirchliche) und privateTräger.
Gesundheitsausgaben & Kostenentwicklung (S. 13–16)
Wie hoch waren die gesamten GKV-Leistungsausgaben im Jahr 2021?
Die Ausgaben beliefen sich auf insgesamt 263,4 Mrd. Euro.
Dies verdeutlicht den massiven Anstieg gegenüber den Vorjahren (z. B. 160,4 Mrd. Euro im Jahr 2009).
Welche drei Ausgabenbereiche sind die größten „Kostentreiber“ im System?
1. Krankenhausbehandlungen: Mit 85,9 Mrd. € der größte Einzelposten.
2. Arzneimittel: Mit 46,6 Mrd. € an zweiter Stelle.
3. Ärztliche Behandlung: Mit 44,8 Mrd. € an dritter Stelle.
Historische Kostendämpfungsgesetze (Chronologie)
Um der Ausgabensteigerung entgegenzuwirken, hat der Gesetzgeber verschiedene Reformen verabschiedet:
2004: GKV-Modernisierungsgesetz (GMG).
2007: GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG).
2011: Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG).
2015: GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG).
Akteure & Regulierung (S. 17–22)
Wie setzt sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zusammen und welche Funktion hat er?
Struktur (13 Stimmen): 3 Unparteiische, 5 Vertreter der GKV (Gesetzliche Krankenversicherung), 5 Vertreter der Leistungserbringer (DKG, KBV, KZBV).
Patientenvertreter: Haben ein Mitberatungsrecht, aber kein Stimmrecht.
Funktion: Höchstes Gremium der Selbstverwaltung; erlässt rechtlich bindende Richtlinien für Versicherte und Ärzte.
Erklären Sie den Unterschied zwischen Erlaubnis- und Verbotsvorbehalt bei Zulassungsregeln (S. 19).
Ambulant (Erlaubnisvorbehalt): Eine Neuheit muss erst ihren Nutzen beweisen, bevor sie zugelassen wird.
Stationär (Verbotsvorbehalt): Eine Neuheit darf im Krankenhaus genutzt werden, bis ihr Nutzen widerlegt ist und ein ausdrückliches Verbot erfolgt.
Prüfungs- und Transferfragen (1,0 Niveau)
Welche Behörde ist für die Zulassung von Impfstoffen zuständig und wie unterscheidet sich ihre Aufgabe vom BfArM?
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel zuständig.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hingegen ist für die Zulassung „normaler“ Arzneimittel und die Sicherheit von Medizinprodukten verantwortlich (Risikobewertung/Vigilanz).
Erläutern Sie das Spannungsfeld zwischen Solidarprinzip und Bedarfsprinzip.
Das Solidarprinzip regelt die Einnahmen: Jeder zahlt nach seiner finanziellen Leistungsfähigkeit (Einkommen). Das Bedarfsprinzip regelt die Ausgaben: Jeder erhält die medizinische Leistung, die er aufgrund seiner Krankheit benötigt, unabhängig von seinen eingezahlten Beiträgen.
Markteinführung neuer Technologien
Ein Unternehmen entwickelt ein neues Diagnosegerät für Arztpraxen. Beschreiben Sie den Weg in den GKV-Leistungskatalog.
Da es sich um den ambulanten Bereich handelt, greift der Erlaubnisvorbehalt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entscheidet über die Aufnahme. Hierzu wird oft das IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) beauftragt, ein wissenschaftliches Gutachten über den Zusatznutzen zu erstellen. Erst nach positivem Beschluss übernimmt die GKV die Kosten.
Prüfungstipps (1,0-Strategie)
Stimmberechtigung im G-BA: Merken Sie sich die Formel 3 + 5 + 5. Unparteiische (3), Kassen (5) und Ärzte/Krankenhäuser (5) entscheiden. Patientenvertreter sitzen am Tisch, dürfen aber nicht mit abstimmen – eine beliebte Fangfrage in Klausuren.
GKV vs. PKV: Beherrschen Sie die 5 Kernunterschiede (Zugang, Leistung, Prämie, Familie, Träger) im Schlaf.
Zulassung vs. Bezahlung: Trennen Sie strikt: PEI/BfArM entscheiden über die Sicherheit (Zulassung), der G-BAentscheidet über das Geld (Erstattung). Das IQWiG liefert nur Daten, hat aber keine Entscheidungsmacht.
Zahlenverständnis: In der Klausur wird oft nach den Größenordnungen gefragt. Merken Sie sich: Die stationäre Versorgung (Krankenhaus) ist immer der teuerste Posten, gefolgt von Arzneimitteln und Ärzten.
Gesetzes-Abkürzungen: Das AMNOG (2011) ist ein Klassiker in Prüfungen. Sie müssen wissen, dass es speziell die Kosten für neue Arzneimittel reguliert (Zusatznutzenbewertung).
Sektorentrennung: Beachten Sie für Transferfragen immer, dass ambulante Versorgung (Ärzte) und stationäre Versorgung (Klinik) getrennte Budgets und unterschiedliche Akteure (KVs vs. DKG) haben.
Erklären Sie, warum die Kassenärztlichen Vereinigungen für das Funktionieren der ambulanten Versorgung unverzichtbar sind.
Die KVen tragen den gesetzlichen Sicherstellungsauftrag. Das bedeutet, sie müssen garantieren, dass überall (auch im ländlichen Raum) genügend Ärzte vorhanden sind, um die Versorgung der Versicherten sicherzustellen. Im Gegenzug haben sie das Monopol auf die Abrechnung mit den Krankenkassen.
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