Historie von Sozialmedizin und Public Health
Erläutern Sie Darstellungsmöglichkeiten für Entwicklungsverläufe von Gesundheit und Krankheit im Rahmen der Epidemiologie.
Die Entwicklung von Gesundheit bzw. Krankheit im Lebensverlauf wird insbesondere mit der Methodik der Life Course Epidemiology (Lebensverlaufsepidemiologie) untersucht. Die statistischen und epidemiologischen Herangehensweisen überwinden die Polarität zwischen Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter im Hinblick auf Risiken in der Entstehung von Erkrankungen.
Benennen Sie die wesentlichen Elemente der Life Course Theory.
Die Entwicklung von Gesundheit und Krankheit im Lebensverlauf kann als kausales Modell formuliert werden.
Unter Einbezug der Risikovielfalt im Lebensverlauf sowie des Zeitpunktes und der Dauer von Expositionen können für eine Krankheitsentstehung unterschiedliche Wege des Auftretens von Effekten maßgeblich sein.
Für die Modellkonzeption einer Krankheitsentstehung werden Klassen von Variablen entlang des Lebensverlaufs mit kausalen Bezügen dargestellt und bilden die Basis für die spätere Berechnung eines statistischen Modells.
Beschreiben Sie die funktionale Herangehensweise der Sozialepidemiologie.
Gesundheit bzw. Krankheit wird im Rahmen der Sozialepidemiologie nicht als Zustand, sondern als ein Prozessgeschehen betrachtet und als Verknüpfung von biologischen, psychischen, sozialen und umweltbezogenen Teilprozessen im Lebensverlauf eines Menschen interpretiert.
Die wesentliche Aufgabe der Sozialepidemiologie ist der Erkenntnisgewinn über die Verteilung von Krankheiten in einer Bevölkerung und die Identifizierung der Faktoren, die diese Verteilung erklären.
Dabei wird unterstellt, dass Gesundheit bzw. Krankheit nicht nur auf einer individuellen Ebene, sondern auch durch soziale Tatbestände (z. B. Familie, soziales Milieu) gruppenbezogen beeinflusst wird.
Soziale Determinanten als Risiken von Gesundheit
In Deutschland stehen die Lebensverhältnisse der Menschen in einer engen Beziehung zur gesundheitlichen Ungleichheit in der Gesellschaft. Benennen Sie wesentliche Ursachen dafür.
Eine wesentliche Ursache für gesundheitliche Ungleichheit ist die soziale Ungleichheit, die sich in Haushalten und Familien durch unterschiedliche Einkommenssituation, Schichtzugehörigkeit und Arbeitsverhältnisse widerspiegelt.
Damit verknüpft sind mit den Wohnverhältnissen, den Freizeitmöglichkeiten und der Gesundheitsversorgung ungleiche Lebensbedingungen und Teilhabechancen.
Die soziale Ungleichheit ist der wesentliche Bestimmungsfaktor für das Gesundheitsverhalten und für die Ressourcenausstattung der Erwachsenen bzw. die Ressourcenentwicklung von Kindern.
Beschreiben Sie, welche Auswirkungen die Kinderarmut in Deutschland auf die Lebenserwartung der Bevölkerung hat.
Ein Anstieg von Kinderarmut vermindert insgesamt die Lebenserwartung der Bevölkerung.
Auf Basis von Studien konnte gezeigt werden, dass Armut der Eltern die kindliche Gesundheit mit der Folge einer geringeren Lebenserwartung nachhaltig schädigt.
Erklären Sie, auf welche Weise ein Unternehmen Einfluss auf den Gesundheitszustand ihrer Mitarbeitenden nehmen kann. Erläutern Sie mögliche Effekte an einem Beispiel.
Durch eine Erweiterung des Handlungsspielraums kann sich der subjektive Gesundheitszustand von Beschäftigten verbessern.
Insofern ermöglichen arbeitswissenschaftliche Herangehensweisen arbeitsorganisatorischer Maßnahmen positive gesundheitliche Entwicklungen.
Präventives Handeln in der Arbeitswelt kann insofern zum Abbau gesundheitlicher Ungleichheit in der Gesellschaft einen Beitrag leisten.
Sozialpolitik als Gesundheitspolitik
Diskutieren Sie den Innovationsschub vom Programm Primokiz im Hinblick auf die Leistungsstruktur der Kommune und die Unterstützung für Familien.
Den Gemeinden und Kantonen in der Schweiz ist es mit Primokiz gelungen, die Aufgaben von drei kommunalen Verwaltungen zu integrieren: Gesundheit, Soziales und Bildung.
Der Erfolgsfaktor lokaler Vernetzung zielt auf die Lebenswelten der Kinder ab und fördert in einem ganzheitlichen Bezug deren Bildung und Gesundheit.
Das Programm ist ein seltenes Beispiel gelungener Integration über Ressortgrenzen hinweg und stellt eine effektive kommunale Innovation dar.
Zuletzt geändertvor 5 Tagen