Welche Bedeutung haben beruflich Pflegende für DCM?
Durchführung von Assessments
Identifikation von Unterstützungsbedarfen
Koordinierung und Implementation von Versorgungsangeboten
Übernahme der Rolle von Case Managerinnen
oft die wichtigste kontinuierliche Schnittstelle zwischen den Erkrankten, Angehörigen und dem Versorgungssystem
Was ist Dementia Care Management (DCM)?
Versorgungsansätze für eine koordinierte Begleitung von Menschen mit Demenz (MmD) und ihren Angehörigen
durch ein möglichst interdisziplinäres Assessment werden Unterstützungsbedarfe erfasst und gezielt Versorgungsangebote sowie wirksame medizinische, pflegerische, therapeutische und andere Maßnahmen implementiert bzw. koordiniert
Kernelemente: individuelle Bedarfserhebung, Planung und Koordination von Maßnahmen sowie deren Evaluation
Welche Evidenz liegt zur Wirksamkeit von DCM vor?
Verlängerung bis zur Heimeinweisung - moderate Evidenz
mehr Pat. werden mit Antidementiva behandelt - niedrige Evidenz
Reduktion der Belastung von informell Pflegenden - teilweise signifikant, teilweise nicht konsistent, je mach Messinstrument
behaviorale & psychologische Symptome - kein segnifikanter Effekt
Kognitive Verfahren für Pflegekräfte der nicht-pharmakologischen Therapie
Kognitives Training
Kognitive Stimulation
Reminiszenz-Therapie
Realitätsorientierung
Kognitive Rehabilitation
Selbstgesteuertes computerbasiertes Training
üben spezifischer Funktionen durch Aufgaben, einzeln oder in Gruppen
schwache Empfehlung bei leichter bis mittelschwerer Demenz
Verbesserung der Kognition - moderater Effekt
Andauernde Effekte - Evidenz niedrig
bei leichter kognitiver Störung - schwache Empfehlung
Anregung durch angenehme Aktivierungen, häufig in Gruppen, Fokus auf sozialer Interaktion und breiter kognitiver Aktivierung
Verbesserung der Kognition - moderate Effekte
kein signifikanter Effekte nach therapiefreien Intervallen
Aktivierung von Altgedächtnis durch biografiebezogenes Arbeiten, verbunden mit positiven Emotionen
Hilfestellung zur Orientierung (oft in kognitive Stimulation intergriert)
Training beeinträchtigter komplexer Alltagsfähigkeit, meist Einzeltherapie
eigenständige Nutzung von Apps/Webseiten - derzeit nicht empfolen - sehr niedrige Evidenzqualität
künstlerische Therapie
Musiktherapie wird schwach empfohlen
Wirksamkeit von körperlicher Aktivierung
schwache Empfelhlung für Kraft und/oder aerobes Training -> verbesserte Kognition bei Menschen mit leichter Kognitiver Störung
starke Empfehlung für körperliches Training für verbesserung der Aktivitäten des tägl. Lebens
Empfelhlung von Pharmakotherapie bei Alzheimer-Demenz
leichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz: Acetylcholinestrerasehemmer (Donepezil, Galantamin, Rivastigmin
mittelschwere bis schwere Alzheimer-Demenz: Memantin
Memantin Empfehlung
bei leichter Alzheimer-Demenz: Nein, stark dagegen
-> keine signifikanten Effekte auf Kognition oder Aufgaben des tägl. Lebens
bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz: Ja, stark dafür
-> kleine positive Effekte auf Kognition und ATL belegt
Welche Arzneimittel weren bei vaskulärer Demenz empfohlen?
Donepezil, Galantamin, Rivastigmin (hoch dosiert), Memantin -> schwache Empfehlung bei Off-label-Behandlung; signifikantr kleine bis moderate Effekte auf Kognition
Wirksamkeit von Ginko biloba
schwache Empfehlung bei leichter bis mittelgradiger Alzheimer- / vaskulärer Demenz mit nicht psychotischen Verhaltenssymptomen
Dosierung: 240 mg tägl.
Wirksamkeit: signifikanter Effekt auf Kognition und ATL, besonders wirksam bei Personen mit neuropsychiatrischen Symptomen (z.B. Apathie, Depression, Angst)
Nebenwirkungen: keine erhöte Nebenwirkungsrate im Vergl. mit Placebo
Interventionen gegen Depressionen bei MmD
Interventionen gegen aggitiertes Verhalten bei MmD
Starke Empfehlung:
Personalisierte Aktivierung
Musiktherapie
Berührunstherapie / Massage
Multidisziplinäre Pflege
Musik + Massage
keine Empfehlung:
Lichttherapie
Aromatherapie
Tiergestützte Therapie
Interventionen für pflegende Angehörige
bei leichter Depression oder Anpassungsstörung der pfleg. Angehörigen:
stark dafür:
kognitive Verhaltenstherapie -> signifikante Reduktion von Belastung und Depressionssymptomen -> Wohlbefinden, Angst, Stress, Lebensqualität
Verhaltensaktivierung -> signifikante Reduktion von Depression
Multikomponenten-Interventionen (Psychoedukation + Beratung + Coping) -> signifikante Effekte aud Depressionssymptome & Lebensqualität, Verzögerung der Institutionalisierung
schwach dafür:
Psychoedukation mit Fertigkeitentraining (inkl. Kommunikationstraining) -> wirksam nur in verbindung mit Konkretem Skills-Training -> signifikante Effekte auf Belastung und Depression
Sturzprävention
schwache Empfehlung für körperliches Training
-> sturzhäufigkeit wird signifikant reduziert, aber nur bei kontinuierlichem Training
EK empfielt sturzgefärdende Med. zu vermeiden
Magensonde oder PEG
kein Hinweis auf einen positiven Effekt einer Magensondenernährung
bei fortgeschrittener Demenz sollte Perorale Ernährungsunterstützung durchgeführt werden, PEG ist assoziiert mit Agitation, Fixierungsmaßnahmen & Druckgeschwüren
Ausnahme: bei leichter / mittelschwerer Demenz kann vorrübergehend über eine Magensonde ernährt werden, um eine reversieble Erkrankung zu überbrücken
alles laut EK
Vorbeugen von Demenz
schwache Empfehlung für Behandlung einer arteriellen Hypertonie
EK -> Beratung zu potenziell modifizierbaren Risikofaktoren
hohe Evidenz:
niedriger Bildungsstaand
geringe kognitive Aktivität
Hyperhomocysteinämie
Depression
Stress
Diabetes
Kopfverletzungen
Hypertonie im mittleren Alter
orthostatische Hypotension
hoher BMI im hohen Alter
weitere Risikofaktoren:
Hörstörung
hohes LDL-Cholesterol
Bewegungsmangel
Rauchen
Übergewicht
> 168 g Alkohol/Woche
soziale Isolation
Luftverschmutzung
Sehstörung
Multimodale Präventionsinterventionen
-> Ernährungsberatung + körperliches & kognitives Training + Behandlung vaskulärer Risikofaktoren -> positive Effekte auf Kognition bei Pers. mit erhötem Demenzridiko über 2 Jahre
Zuletzt geändertvor 4 Tagen