Ottawa-Charta & Gesundheitsförderung)***
Beschreiben Sie die wesentlichen Impulse für Public Health, die von der Ottawa-Charta ausgehen.
Auf der einen Seite beschreibt die Ottawa-Charta die politischen Strategien für eine wirksame Gesundheitsförderung in den Lebenswelten der Menschen. Auf der anderen Seite werden die Handlungskompetenzen für eine individuelle Stärkung der gesundheitlichen Lage der Menschen herausgestellt: Interesse vertreten, Befähigen, Vernetzen.
Merksatz:
„Die Ottawa-Politik stärkt Lebenswelten durch IBV: Interessen vertreten, Befähigen, Vernetzen.“
Kernpunkte:
1. Politik & Lebenswelten: Politische Strategien für wirksame Gesundheitsförderung in den Lebenswelten.
2. Individuelle Stärkung (IBV):
- I = Interessen vertreten
- B = Befähigen
- V = Vernetzen (Vermitteln)
Laiinnen- und Laien-Konzepte von Gesundheit)
Erläutern Sie die Aspekte der Laiinnen- und Laien-Konzepte von Gesundheit.
Laiinnen- und Laien-Konzepte von Gesundheit umfassen körperliche, psychische und soziale Aspekte. Insofern zeigt sich in den subjektiven Gesundheitskonzepten eine Parallelität mit dem bio-psycho-sozialen Gesundheitsmodell wissenschaftlicher Public-Health-Konzepte.
„Laien denken bio-psycho-sozial: Subjektives Erleben und Public-Health-Wissenschaft laufen parallel.“
Eselsbrücke (KPS = Körper, Psyche, Soziales):
„Keine Panik, Schatz – Laien und Wissenschaft nutzen dieselbe Dreifach-Basis (Körperlich, Psychisch, Sozial).“
1. Laienkonzepte umfassen 3 Dimensionen: körperlich, psychisch, sozial.
2. Parallelität: Subjektive Sichtweisen der Laien stimmen mit dem wissenschaftlichen bio-psycho-sozialen Modell von Public Health überein.
Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum)
Stellen Sie dar, was das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum als Gesundheitskonzept besagt.
Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum beschreibt mit einer Ortsbestimmung die gesundheitliche Lage eines Menschen zwischen den zwei Polen Gesundheit und Krankheit. Gesundheit und Krankheit sind insofern nicht als binäre Beschreibungen zu verstehen. Zu verschiedenen Zeitpunkten kann die gesundheitliche Lage sich in diesem Kontinuum nach links (in Richtung Gesundheit) bzw. nach rechts (in Richtung Krankheit) verschieben. Die gesundheitliche Lage kann sowohl subjektiv als auch objektiv im Gesundheits-Krankheits-Kontinuum verortet werden.
„Gesundheit ist kein Entweder-Oder, sondern ein beweglicher Ort auf einer Skala zwischen zwei Polen.“
Eselsbrücke (Die Schieberegler-Logik):
„Kein Lichtschalter (nicht binär), sondern ein Schieberegler: Links ist Leben & Gesundheit, rechts das Risiko & Krankheit – messbar von außen (objektiv) und spürbar von innen (subjektiv).“
1. Keine binäre Einteilung: Gesundheit und Krankheit sind keine zwei festen Zustände (nicht entweder/oder).
2. Zwei Pole mit Verschiebung: Die gesundheitliche Lage ist eine Ortsbestimmung auf einem Kontinuum, die sich zeitlich nach links (Gesundheit) oder nach rechts (Krankheit) verschieben kann.
3. Doppelte Verortung: Die Positionierung im Kontinuum kann sowohl subjektiv als auch objektiv erfolgen.
Soziale und gesundheitliche Ungleichheit)
In Deutschland stehen die Lebensverhältnisse der Menschen in einer engen Beziehung zur gesundheitlichen Ungleichheit in der Gesellschaft. Benennen Sie die wesentlichen Ursachen dafür.
Eine wesentliche Ursache für gesundheitliche Ungleichheit ist die soziale Ungleichheit, die sich in Haushalten und Familien durch unterschiedliche Einkommenssituation, Schichtzugehörigkeit und Arbeitsverhältnisse widerspiegelt. Damit verknüpft sind mit den Wohnverhältnissen, den Freizeitmöglichkeiten und der Gesundheitsversorgung ungleiche Lebensbedingungen und Teilhabechancen. Die soziale Ungleichheit ist der wesentliche Bestimmungsfaktor für das Gesundheitsverhalten und für die Ressourcenausstattung der Erwachsenen bzw. die Ressourcenentwicklung von Kindern. Insofern stehen die Bestimmungsfaktoren der sozialen Ungleichheit in einem ursächlichen Verhältnis zu den Wirkungen der gesundheitlichen Ungleichheit.
„Soziale Ungleichheit ist die Ursache, gesundheitliche Ungleichheit die Wirkung – vermittelt über ESA (Einkommen, Schicht, Arbeit) und WFG (Wohnen, Freizeit, Gesundheit).“
Eselsbrücke (Die Kettenreaktion: Status → Lebenswelt → Ressourcen & Gesundheit):
1. Status (ESA): Einkommen, Schicht, Arbeit
2. Lebenswelt (WFG): Wohnen, Freizeit, Gesundheitsversorgung
3. Folge: Bestimmt Verhalten & Ressourcen (Erwachsene/Kinder) und führt direkt zu ungleicher Gesundheit.
1. Ursache-Wirkungs-Prinzip: Soziale Ungleichheit steht in einem ursächlichen Verhältnis zu den Wirkungen gesundheitlicher Ungleichheit.
2. Merkmale der sozialen Lage (ESA): Einkommen, Schichtzugehörigkeit, Arbeitsverhältnisse.
3. Lebensbedingungen & Teilhabe (WFG): Verknüpft mit Wohnverhältnissen, Freizeitmöglichkeiten und Gesundheitsversorgung.
4. Einfluss: Wesentlicher Bestimmungsfaktor für das Gesundheitsverhalten sowie die Ressourcenausstattung der Erwachsenen und die Ressourcenentwicklung der Kinder.
Migrationsforschung & Healthy-Migrant-Effect)
Beschreiben Sie, welche Erklärungen für den healthy-migrant-effect erörtert werden.
Es zeigt sich in epidemiologischen Untersuchungen zur Migration häufig, dass Migrantinnen und Migranten eine geringere Sterblichkeit aufweisen als die Mehrheitsbevölkerung des Ziellandes. Dieses Ergebnis bedeutet sozialepidemiologisch betrachtet ein Paradox, da Migrantinnen und Migranten sozioökonomisch gegenüber der Mehrheitsbevölkerung schlechter gestellt sind und insofern höhere Risiken für Erkrankungen und eine höhere Mortalität haben müssten. Als Erklärung für den healthy-migrant-effect wird häufig angegebenen, dass die Menschen immigrieren, die über eine überdurchschnittlich gute Gesundheit verfügen.
„Trotz sozioökonomischer Nachteile haben Migranten eine geringere Sterblichkeit, weil vor allem überdurchschnittlich gesunde Menschen migrieren (Healthy-Migrant-Effect).“
Eselsbrücke (Das Fitte-Wanderer-Paradox):
„Nur wer fit und gesund ist, schafft die lange Reise: Das Paradoxon erklärt sich dadurch, dass die Gesündesten starten.“
1. Phänomen / Befund: Migrantinnen und Migranten weisen oft eine geringere Mortalität (Sterblichkeit) auf als die Mehrheitsbevölkerung des Ziellandes.
2. Sozialepidemiologisches Paradoxon: Eigentlich müssten sie durch die schlechtere sozioökonomische Lage ein höheres Erkrankungs- und Sterberisiko haben.
3. Erklärung (Healthy-Migrant-Effect): Es wandern primär jene Personen ein, die bereits über eine überdurchschnittlich gute Gesundheit verfügen (positive Selektion).
Corona-Pandemie & Impfstoffentwicklung)
Beschreiben Sie wesentliche Gründe, die bei der Corona-Pandemie zu einer schnellen Impfstoffentwicklung geführt haben.
Zwei Aspekte im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung gegen die Corona-Pandemie sind besonders hervorzuheben: Zum einen konnte durch eine Forschungskooperation zwischen den USA und Europa als Folge einer langjährigen Zusammenarbeit im Bereich der mRNA-Technik sehr schnell ein Impfstoff entwickelt werden und zum anderen ermöglichten globale Lieferketten im Pharmabereich kurzfristig eine sehr hohe Produktionskapazität.
„Die schnelle Impfstoffentwicklung gelang durch zwei Säulen: Transatlantische mRNA-Forschungskooperation (USA & Europa) und weltweite globale Pharmalieferketten für Massenproduktion.“
Eselsbrücke (Die 2 Erfolgsfaktoren: Finden & Fertigen):
1. Finden (Forschung): USA + Europa forschen seit Jahren gemeinsam an mRNA.
2. Fertigen (Produktion): Globale Lieferketten ermöglichen kurzfristig riesige Mengen.
1. Forschungskooperation (USA & Europa): Schnelle Entwicklung durch langjährige Vorarbeit und transatlantische Zusammenarbeit im Bereich der mRNA-Technik.
2. Globale Lieferketten: Kurzfristige Ermöglichung sehr hoher Produktionskapazitäten im Pharmabereich.
Sozial-kognitive Lerntheorie & Modelllernen)
Erläutern Sie den methodischen Ansatz der sozial-kognitiven Lerntheorie für Maßnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung.
Im Rahmen der sozial-kognitiven Lerntheorie hat das Modelllernen eine wesentliche Funktion. In der Schrittfolge von Beobachtung, Nachahmung und Verknüpfung von Wissen werden bei den Lernenden interne Ressourcen entwickelt, die das Verhalten und Handeln regulieren. Modelllernen hat im Rahmen der Gesundheitserziehung einen großen Stellenwert bei verhaltensbezogenen Maßnahmen in Bereichen setting-orientierter Gesundheitsförderung erlangt.
„Beim Modelllernen der sozial-kognitiven Lerntheorie entstehen über BNW (Beobachtung, Nachahmung, Wissensverknüpfung) interne Ressourcen zur Handlungsregulation für verhaltensbezogene Settings.“
Eselsbrücke (Die BNW-Formel für gesundes Verhalten):
1. B = Beobachten (Vorbild sehen)
2. N = Nachahmen (selbst ausprobieren)
3. W = Wissen verknüpfen (verstehen & verinnerlichen)
-> Baut innere Ressourcen auf, um das Verhalten im eigenen Setting gesund zu steuern.
1. Funktion des Modelllernens: Zentraler Baustein der sozial-kognitiven Lerntheorie.
2. Schrittfolge (BNW): Beobachtung -> Nachahmung -> Verknüpfung von Wissen.
3. Wirkung: Entwicklung interner Ressourcen bei Lernenden, die deren Verhalten und Handeln regulieren.
4. Anwendungsbereich: Hoher Stellenwert in der傘Gesundheitserziehung bei verhaltensbezogenen Maßnahmen innerhalb setting-orientierter Gesundheitsförderung.
Systemisches Anforderungs-Ressourcen-Modell nach Becker)
Erklären Sie, welche psychologischen Theorien dem Systemischen Anforderungs-Ressourcen-Modell von Becker zugrunde liegen.
Die Gesundheitstheorie von Becker basiert im Hinblick auf die internen Anforderungen und die internen psychischen Ressourcen ganz wesentlich auf der Integrativen Persönlichkeitstheorie von Epstein sowie auf der sozial-kognitiven Lerntheorie von Bandura.
„Becker erklärt interne Anforderungen und Ressourcen mit Epsteins integrativer Persönlichkeit und Banduras sozial-kognitivem Lernen.“
Eselsbrücke (Becker backt mit E & B):
„Becker baut das Innenleben (interne Anforderungen & Ressourcen) aus zwei Bausteinen: E = Epstein (Persönlichkeit) & B = Bandura (Lernen).“
1. Modell: Gesundheitstheorie / Systemisches Anforderungs-Ressourcen-Modell von Becker.
2. Fokus: Interne Anforderungen und interne psychische Ressourcen.
3. Zugrunde liegende Theorien:
- Integrative Persönlichkeitstheorie (Epstein)
- Sozial-kognitive Lerntheorie (Bandura)
Foetale Programmierung & Barker-Hypothese)
Beschreiben Sie die Barker-Hypothese.
Die Barker-Hypothese bezieht sich auf das Prinzip der foetalen Programmierung und besagt, dass eine bestimmte Entwicklung des Foetus zu späteren Krankheiten im Erwachsenenalter führen kann – beispielsweise kann eine Fehlernährung im Mutterleib beim Ungeborenen zu Diabetes oder zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Erwachsener führen.
„Die Barker-Hypothese beschreibt die foetale Programmierung: Fehlernährung im Mutterleib programmiert chronische Krankheiten im Erwachsenenalter (z. B. Diabetes, Herz-Kreislauf).“
Eselsbrücke (Barker = Bauch-Prägung fürs Alter):
„Was der Foetus im Bauch der Mutter erduldet (Fehlernährung), schlägt beim Erwachsenen als Diabetes und Herz-Kreislauf-Schaden ein.“
1. Grundprinzip: Foetale Programmierung (Prägung während der Schwangerschaft).
2. Kernaussage: Bestimmte Entwicklungsbedingungen des Foetus führen zu späteren Krankheiten im Erwachsenenalter.
3. Typisches Beispiel: Mangel-/Fehlernährung im Mutterleib begünstigt später Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Übergewicht & Chronische Erkrankungen)
Beschreiben Sie die Zusammenhänge zwischen Übergewicht und nicht-übertragbaren Krankheiten.
Je größer das Übergewicht, desto höher ist auch das Risiko für Folgeerkrankungen, wie z. B. Bluthochdruck oder Diabetes mellitus. Diese Erkrankungen sind wiederum Risikofaktoren für Herzkreislaufkrankheiten wie Schlaganfall oder Herzinfarkt.
„Je mehr Übergewicht, desto höher das Risiko für Bluthochdruck und Diabetes – und damit die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall.“
Eselsbrücke (Die 3-Stufen-Leiter: Gewicht -> Druck & Zucker -> Gefäß-Notfall):
1. Stufe: Übergewicht nimmt zu
2. Stufe: Bluthochdruck & Diabetes mellitus entstehen
3. Stufe: Herzinfarkt & Schlaganfall folgen
1. Dosis-Wirkungs-Zusammenhang: Steigendes Übergewicht erhöht direkt das Risiko für Folgeerkrankungen.
2. Direkte Folgeerkrankungen: Bluthochdruck (Hypertonie) und Diabetes mellitus.
3. Nachfolgende Herzkreislauferkrankungen: Beide Erkrankungen dienen als wesentliche Risikofaktoren für Schlaganfall und Herzinfarkt.
Epidemiologische Studientypen – Kohortenstudie)
Erklären Sie das Vorgehen bei einer Kohortenstudie.
In einer Kohortenstudie wird eine bestimmte Bevölkerungsgruppe ausgewählt und über eine Zeitspanne zu einem bestimmten Untersuchungsthema begleitet und in Zeitabständen mit bestimmten Datenerhebungen befragt oder medizinisch untersucht. Die Kohortenstudie ist eine Variante innerhalb epidemiologischer Studientypen. Eine Kohortenstudie findet immer im Längsschnitt über eine bestimmte Zeit statt.
„Eine Kohortenstudie ist eine epidemiologische Längsschnittstudie, bei der eine feste Gruppe über eine Zeitspanne hinweg in regelmäßigen Abständen befragt oder untersucht wird.“
Eselsbrücke (Die Kolonne über lange Zeit):
„Eine feste Kohorte (Gruppe) marschiert im Längsschnitt durch die Zeit – und wird unterwegs immer wieder vermessen und befragt.“
1. Definition & Studientyp: Epidemiologische Studie, die immer als Längsschnitt über eine bestimmte Zeitspanne stattfindet.
2. Zielgruppe: Eine ausgewählte, bestimmte Bevölkerungsgruppe (Kohorte).
3. Vorgehen: Begleitung der Gruppe zu einem bestimmten Thema mit wiederholten Datenerhebungen (Befragungen oder medizinische Untersuchungen) in festen Zeitabständen.
Datenbasis Vierfeldertafel
Tabelle
Wie lauten die hypothetischen Daten der Vierfeldertafel aus Tabelle, auf die sich die Berechnung der Odds-Ratio bezieht?
„Die Odds Ratio (OR) ist das Chancenverhältnis zweier Gruppen: Sie teilt die Quote der Exponierten (Raucher) durch die Quote der Nicht-Exponierten (Nichtraucher), um zu zeigen, um das Wievielfache der Faktor das Erkrankungsrisiko verändert.“
Eselsbrücke (Die 1er-Waage für das Risiko):
- OR = 1: Waage im Gleichgewicht (Chancengleichheit, kein Einfluss).
- OR > 1 (z. B. 1,7): Waage kippt nach oben (Risikofaktor, 1,7-fach höhere Quote).
- OR < 1 (z. B. 0,6): Waage kippt nach unten (Schutzfaktor).
1. Definition: Verhältnis (Ratio) zweier Quoten/Chancen (Odds) zueinander.
2. Berechnung: (Kranke Raucher : Gesunde Raucher) geteilt durch (Kranke Nichtraucher : Gesunde Nichtraucher).
3. Interpretation: Zeigt an, ob und um welchen Faktor ein Merkmal das Erkrankungsgeschehen begünstigt (> 1) oder hemmt (< 1).
Berechnung der Odds Ratio (Kreuzprodukt-Methode):
1. Vierfeldertafel aufbauen:
------------------------------------------------------
| Erkrankt | Nicht erkrankt
Raucher | a = 100 | b = 1.900
Nicht-Raucher | c = 150 | d = 4.850
2. Formel über Kreuz:
a * d 100 * 4.850 485.000
OR = ----------- = --------------- = ----------- = 1,70
b * c 1.900 * 150 285.000
Ergebnis:
Die Chance zu erkranken ist bei den Rauchern um das 1,7-Fache höher als bei den Nicht-Rauchern.
Die originale tabellarische Datenbasis lautet:
Berechnung der Odds-Ratio
Berechnen Sie mit den Daten aus der Vierfeldertafel der Tabelle die OR.
Übungsfragen EGG SB 1 (Karteikarte 13 / 16)
Vorderseite (Frage):
[Hinweis: Die unten abgebildete Tabelle zu Gesundheitsausgaben 1992–2005 ist ein Layout-Fehler der App – die Berechnung bezieht sich auf die Vierfeldertafel aus Karte 12.]
Rückseite (Antwort):
Antwort: Die Berechnung der Odds-Ratio (OR) erfolgt über das Verhältnis der Krankheitschancen der Exponierten (Raucher) und Nicht-Exponierten (Nichtraucher) nach der mathematischen Struktur der Vierfeldertafel:
OR = (a * d) / (b * c)
Setzt man die Werte aus Tabelle 4.2 ein (a = 100, b = 1.900, c = 150, d = 4.850), ergibt sich:
OR = (100 * 4.850) / (1.900 * 150) = 485.000 / 285.000 ≈ 1,70
Die Chance für rauchende Personen, an einer Koronaren Herzkrankheit zu erkranken, ist somit um das 1,70-Fache höher als für nicht-rauchende Personen.
Institutionen der Gesundheitsberichterstattung
Nennen Sie wesentliche Institutionen mit Aufgabenstellungen der GBE (Gesundheitsberichterstattung).
Für die GBE des Bundes ist das RKI in Verbindung mit dem Statistischen Bundesamt zuständig. Inhaltlich werden Krankheitsdaten sowie Informationen zur Versorgung, Prävention und Gesundheitsförderung zur Verfügung gestellt. Die GBE in den 16 Bundesländern wird unter der Aufsicht der jeweiligen Gesundheitsministerien nach einem einheitlichen Schema erstellt. Die gesetzlichen Krankenkassen erstellen regelmäßig thematisch unterschiedliche Gesundheitsberichte.
„Die GBE beruht auf drei Ebenen: Bund (RKI & Destatis liefern Daten zu Krankheit, Versorgung, Prävention und Förderung), 16 Länder (Gesundheitsministerien nach einheitlichem Schema) und Krankenkassen (regelmäßige Themenberichte).“
Eselsbrücke (Die 3-Ebenen-Pyramide der GBE: Bund -> Länder -> Kassen):
1. Bund: RKI + Statistisches Bundesamt (Zahlen & Fakten zu Krankheit, Versorgung, Prävention, Förderung)
2. 16 Länder: Ministerien leiten nach einheitlichem Schema an
3. Kassen: Gesetzliche Krankenkassen ergänzen eigene Themenberichte
1. GBE des Bundes: Zuständig sind das Robert Koch-Institut (RKI) und das Statistische Bundesamt (Destatis). Inhalte: Krankheitsdaten sowie Daten zu Versorgung, Prävention und Gesundheitsförderung.
2. GBE der 16 Bundesländer: Erstellung nach einheitlichem Schema unter Aufsicht der jeweiligen Landesgesundheitsministerien.
3. Gesetzliche Krankenkassen: Regelmäßige Veröffentlichung thematisch unterschiedlicher Gesundheitsberichte.
Interventionskategorisierung – HPV-Impfung
Erläutern Sie, wie Sie die Maßnahme der HPV-Impfung als Intervention kategorisieren würden.
Die HPV-Impfung ist als primäre Prävention einzustufen.
Diagnostische Instrumente – SF-36 Fragebogen
Erläutern Sie, für welche Bereiche der SF-36 eingesetzt wird.
Der SF-36 ist das am häufigsten eingesetzte Instrument zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im deutschsprachigen Raum. Der Einsatz reicht von der Gesundheitsberichterstattung über Präventionsmaßnahmen bis hin zur klinischen Forschung.
„Der SF-36 misst als Standard-Fragebogen die gesundheitsbezogene Lebensqualität in der Gesundheitsberichterstattung, der Prävention und der klinischen Forschung.“
Eselsbrücke (SF-36 = 36 Fragen zur Lebensqualität bei GPK):
- G = Gesundheitsberichterstattung
- P = Präventionsmaßnahmen
- K = Klinische Forschung
1. Funktion: Am weitesten verbreitetes Instrument zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im deutschsprachigen Raum.
2. Drei Einsatzbereiche (GPK):
- Gesundheitsberichterstattung
- Präventionsmaßnahmen
- Klinische Forschung
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