Was versteht man unter der Haftungsgrenze?
Unter der Haftungsgrenze (auch Grip-Grenze genannt) versteht man in der Fahrphysik den maximalen Punkt, bis zu dem ein Reifen Kräfte auf die Straße übertragen kann, ohne den Halt zu verlieren.
Wann kommt es von der Haftreibung zur Gleitreibung ?
Wird diese Grenze überschritten, geht die Haftung des Reifens von der stabilen Haftreibung (Rollen) in die instabile Gleitreibung (Rutschen) über. Das Auto fängt an zu untersteuern, zu übersteuern oder bricht beim Bremsen aus.
sobald die Haftungsgrenze überschritten wird, verliert der Reifen etwa 20 bis 30 % seiner Kraftübertragung, weil Gleitreibung physikalisch schwächer ist als Haftreibung. Das ist der Moment, in dem die Reifen quietschen (auf trockenem Asphalt) oder das Fahrzeug spürbar anfängt zu rutschen.
Welche Faktoren spielen bei der Haftreibung eine Rolle?
Die Fahrbahnoberfläche: Trockener Asphalt bietet eine hohe Grenze. Nässe, Laub, Rollsplitt oder Eis senken die Haftungsgrenze drastisch ab.
Der Reifen selbst: Gummimischung (Sommer- vs. Winterreifen), Profiltiefe und der korrekte Reifendruck bestimmen, wie viel Grip der Reifen aufbauen kann.
Die Radlast (Gewichtsverteilung): Ein Reifen hat mehr Haftung, wenn Gewicht auf ihn drückt. Beim Bremsen wird die Vorderachse belastet (mehr Grip vorne), beim Beschleunigen die Hinterachse.
Der Kraftschlussbeiwert
Ein Maß für die Griffigkeit zwischen Reifen und Fahrbahn.
Er beschreibt das Verhältnis zwischen der Kraft, die ein Reifen maximal auf die Straße übertragen kann (Kraftschluss), und der Kraft, mit der das Auto auf den Boden drückt (Gewichtskraft bzw. Radlast).
Einfach gesagt: Je höher der Kraftschlussbeiwert ist, desto mehr Grip hat das Auto, desto schneller kann es durch Kurven fahren und desto kürzer ist der Bremsweg.
Was wird auf die Räder übertragen, damit sich diese Bewegen?
Das vom Motor erzeugte Drehmoment
Was versteht man unter der Radlastverschiebung ?
Radlastverschiebung (auch dynamische Achslastverteilung genannt) bedeutet einfach, dass sich das Gewicht des Autos während der Fahrt zwischen den Reifen verschiebt, sobald Sie beschleunigen, bremsen oder lenken.
Das Auto wiegt zwar insgesamt immer gleich viel, aber das Gewicht drückt je nach Fahrsituation unterschiedlich stark auf die einzelnen Räder.
Die drei Hauptsituationen im Alltag
Man kann sich das wie eine unsichtbare Kugel im Auto vorstellen, die durch die Trägheit ins Rollen gerät:
Beim Bremsen (Verschiebung nach vorne):
Das Gewicht drückt extrem stark auf die Vorderreifen (hohe Radlast). Die Hinterreifen werden entlastet und leicht.
Beim Beschleunigen (Verschiebung nach hinten):
Das Gewicht wandert auf die Hinterreifen. Die Vorderreifen werden entlastet (weshalb Frontzügler beim starken Anfahren im Nassen schnell durchdrehen).
In der Kurve (Verschiebung nach außen):
Die Fliehkraft drückt das Gewicht auf die kurvenäußeren Reifen. Die kurveninneren Reifen werden entlastet.
Was ist die Fliehkraft?
Die Fliehkraft (auch Zentrifugalkraft genannt) ist die Kraft, die Sie in einer Kurve nach außen drückt.
Sie ist keine eigenständige, aktive Kraft, sondern eine Scheinkraft, die durch die Trägheit des Autos entsteht.
Von was hängt die Stärke der Fliehkraft ab?
Das Gewicht (Masse): Je schwerer das Auto, desto höher die Fliehkraft.
Der Kurvenradius: Je enger die Kurve, desto stärker werden Sie nach außen gedrückt.
Die Geschwindigkeit (Der gefährlichste Faktor): Die Fliehkraft wächst im Quadrat zur Geschwindigkeit!
Fahren Sie doppelt so schnell durch eine Kurve, wird die Fliehkraft viermal so stark.
Fahren Sie dreimal so schnell, wird sie bereits neunmal so stark.
Was ist die Seitenführungskraft?
Die Seitenführungskraft wirkt der Fliehkraft entgegen. Sie ist die Kraft, die das Auto überhaupt erst in der Kurve hält.
Während die Fliehkraft das Auto nach außen drückt, drückt die Seitenführungskraft der Reifen das Auto nach innen.
Das Zusammenspiel bestimmt, ob Sie sicher durch die Kurve kommen oder von der Straße abkommen:
Wann verringern sich die Seitenführungskräfte?
Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit
gleichbleibende Fahrgeschwindigkeit aber enger werdender Kurvenradius
Aquaplaning
blockierende Räder
Welche Bedingungen können im Anhängerbetrieb
pendeln
schlingern
Einknicken
des Anhängers verursachen?
innere Uhrsachen:
ruckartiges Gasgeben
plötzlich starkes Bremsen (Kurvenfahrt)
ruckartiger Lenkeinschlag (ausweichen)
überhöhte Geschwindigkeit
äußere Ursachen:
Fahrbahnunebenheiten
einseitiges Überfharen von Hindernissen
plötzliches Einfahren in den Windachatten verbunden mit seitenwind und Lenkkorrektur
Was wirkt dem schlingern mit anhänger entgegen
physikalische Prinzipien bei der Beladung,
Das richtige Verhalten des Fahrers
technische Assistenzsysteme
Zuletzt geändertvor 8 Tagen