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Plattentektonik2

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von Nicolai R.

Was ist mit «magnetischen Anomalien» am Ozeanboden gemeint, woher stammen

sie und welche Bedeutung haben sie für die Rekonstruktion der Erdgeschichte?

Mit „magnetischen Anomalien“ am Ozeanboden sind streifenförmige Muster im basaltischen Gestein gemeint, deren Magnetisierung abwechselnd stärker oder schwächer als das heutige normale Erdmagnetfeld ist. Sie verlaufen vollkommen symmetrisch und parallel zu den Mittelozeanischen Rücken (MOR).

Woher stammen sie?

Sie entstehen durch das Zusammenspiel von zwei Prozessen:

  1. Seafloor Spreading: An den Mittelozeanischen Rücken steigt kontinuierlich flüssiges, eisenreiches Magma auf und kühlt ab. Beim Unterschreiten der Curie-Temperatur (ca. 580 °C) richten sich die enthaltenen Magnetit-Kristalle wie winzige Kompassnadeln nach dem jeweils herrschenden Erdmagnetfeld aus und frieren in dieser Position ein.

  2. Polumkehrungen (Inversionen): Das Magnetfeld der Erde polt sich in unregelmäßigen Abständen von einigen hunderttausend Jahren um. Da kontinuierlich neue Kruste gebildet und nach außen weggeschoben wird, entsteht auf dem Meeresboden ein permanenter „Magnetband-Rekorder“, der Phasen normaler Magnetisierung (positive Anomalie) und inverser Magnetisierung (negative Anomalie) im Gestein speichert.

Welche Bedeutung haben sie für die Rekonstruktion der Erdgeschichte?

  • Beweis für die Plattentektonik: Die Symmetrie der Streifen lieferte in den 1960er-Jahren (Vine-Matthews-Morley-Hypothese) den endgültigen, unumstößlichen Beweis für das Seafloor Spreading und damit für Alfred Wegeners Theorie der Kontinentalverschiebung.

  • Altersbestimmung der Ozeane: Da die Zeitpunkte der Magnetfeldumkehrungen (Paläomagnetismus) durch radiometrische Datierungen an Land bekannt sind, fungieren die Streifen als geologische Jahresringe. Man kann mit ihnen das Alter jedes Quadratmeters ozeanischer Kruste exakt bestimmen und die historische Geschwindigkeit der Plattenbewegungen rekonstruieren.


Welche vier Hauptwärmequellen der Erde sind bekannt? Benennen Sie diese und

beschreiben Sie je in 1-2 Sätzen. Sie brauchen deren Anteil an der

Gesamtwärmeproduktion nicht anzugeben.

1. Radiogene Wärme (Radioaktiver Zerfall)

Der kontinuierliche Zerfall langlebiger, instabiler Isotope (hauptsächlich Uran $^{238}U$, Thorium $^{232}Th$ und Kalium $^{40}K$) im Erdmantel und in der Erdkruste setzt thermische Energie frei. Diese Quelle stellt heute den weitaus größten Anteil des anhaltenden globalen Wärmeflusses dar.

2. Primordiale Wärme (Akkretionswärme)

Hierbei handelt es sich um die Restwärme aus der Entstehungsphase der Erde vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Sie stammt aus der Umwandlung von kinetischer Energie in Wärme, als unzählige Planetesimale und Meteoriten kollidierten und sich zur Proto-Erde verdichteten.

3. Gravitative Differenzierung (Kernbildungswärme)

Während der frühen Erdgeschichte sanken schwere Elemente (vor allem Eisen und Nickel) aufgrund der Gravitation in das Zentrum ab, um den Erdkern zu bilden, während leichtere Silikate nach oben stiegen. Durch diese Reibung und den Verlust an potentieller Energie wurde enorme Reibungswärme im Erdinneren freigesetzt.

4. Gezeitenreibung (Tidenhub)

Die Gravitationskräfte von Mond und Sonne deformieren die Erde kontinuierlich und erzeugen Gezeitenberge im Erdkörper selbst (Earth tides). Die dadurch entstehende innere Reibung bei der Rotation der Erde generiert mechanisch Wärme, die heute allerdings den geringsten Beitrag der vier Quellen leistet.

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Nicolai R.

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