Lernprozess im Gehirn
Der Hippocampus
Er befindet sich auf beiden Seiten des Gehirns tief im unteren Bereich des Schläfenlappens
Impulse aus verschiedenen Sensorischen Gebieten werden aufgenommen und fließen im Hippocampus zusammen
Registriert und vergleicht ständig ob die Informationen neu oder schon bekannt sind.
Ist die Sache neu und interessant, beginnt der Hippo mit der Speicherung
indem er neue neuronale Repräsentationen davon bildet und diese in den Cortex (Großhirnrinde) zur dauerhaften Speicherung zurückschickt
Durch die Verbindung von Hirnrinde zum Hippocampus, durch das Verarbeiten und zurückschicken zur dauerhaften Speicherung, entwickelt sich eine Art “Spur” die sich immer wieder finden lässt.
Aus jeder earfahrung und neuer Information werden neue und weitere Verbindungen geknüpft, die im Gehirn eine Spur hinterlassen.
Jedes erinnern von bekanntem aktiviert die alte Spur neu und es werden ihr neue hinzugefügt.
wir lernen also durch bekanntes und erweitern unser wissen um unbekanntes, was dann wieder als bekannt gespeichert werden kann.
Im hippocampus befinden sich Zellen, die für das Lernen und Speichern von Einzelheiten, hier speziell von Orten und räumicher Orientierung, zuständig sind.
Die 4 Phasen des Lernens
VASE
Jede Form des Lernens erfolgt durch diese Stufenweise aufeinander aufbauenden Phasen.
Vorbereiten
FL vermittel FS seine Ziele und Inhalte der Stunde. Schüler versucht nach Spuren zu suchen, ob er schon mal was davon gehört hat oder was er damit verbindet. Der Fahrschüler kann sich also darauf vorbereiten.
Aneignen
In einer spezifischen Situation leitet der FL den FS an. Dieser kann sich somit das richtige Verhalten aneignen. Aufbauend auf den bisherigen Spuren kann er weitere Verknüpfungen herstellen und zeigt neue Fähigkeiten/Fertigkeiten. FS verbindet das aufmerksame schauen mit motorischen Handlungen.
Speichern
Durch üben und Wiederholen festigen sich neu erlernte Fähigkeiten und gelangen zur dauerhaften Speicherung in den Cortex.
Erinnern
In den nächsten Fahrstunden kann auf diese Spuren,Fähigkeiten,Fertigkeiten zurückgegriffen werde. Es können auch weitere neue Verknüpfungen gebildet werden und
Für den Unterricht empfielt sich, multisensorisch zu arbeiten, damit alle Sinne angeregt weren. Erst die aktive Teilnahme mit allen Sinnen ermöglicht Verbindungen, Verständnis und volle spicherung.
Welche Aufgabe hat der Cortex?
Im Cortex befindet sich das Langzeitgedächtnis! (Hirnrinde)
Lernt sehr langsam (Dauert stunden,monate,tage)
Eine dauerhafte Speicherung im Langzeitgedächtnis gelingt nur durch aktive Auseinandersetzung mit Inhalten durch Übung, Widerholung und deren Erinnerung.
Ausbildungsgrundsätze des Lernens
Der Mensch lernt vom Bekannten zum Unbekannten
Die ersten Fahrübungen auf einem ruhigen Platz können jetzt auf auf die Fahrt im Stadtverkehr übertragen werden
Der Mensch lernt vom Leichten zum Schweren
Das einfache Abbiegen wurde gelernt und kann jetzt zum mehrspurigen Abbiegen erweitert werden.
Der Mensch lernt vom Einfachen zum Komplexen
Einfache Fahrmanöver wie das Wechseln einer Spur wurden sicher gelernt, jetzt können komplexere Manöver, wie das Auffahren auf eine Autobahn geübt werden.
Was sind Chunks? Wann werden diese eingesetzt?
Zeigt ein FS schwieirgkeiten beim bewältigen Komplexer Fahraufgaben, kann er die komplexe Fahraufgabe in einzelne Schritte aufteilen. (Chunks)
Chunks sind kleine Speichereinheiten (7+/-) Chunks aufnehmen.
So kann der Fahrschüler die einzelnen Phasen begreifen, ausführen, und zum gesamten Fahrmanöver abspeichern.
Was ist das Prinzip der Exemplarischen Vertiefung ?
Eine exemplarische Vertiefung bedeutet, dass Sie bei einem komplexen Thema ein ganz bestimmtes, typisches Beispiel besonders gründlich und tiefgehend behandeln. Das Ziel ist es, dieses eine Beispiel so tief zu durchdringen, dass die Fahrschüler das grundlegende Prinzip verstehen und das Gelernte selbstständig auf andere, ähnliche Situationen übertragen (Transfer) können.
Beispiel: Thema „Vorfahrtsregeln und Verkehrszeichen“
Anstatt im Theorieunterricht alle 50 verschiedenen Verkehrsschilder und Vorfahrtsregeln oberflächlich aufzulisten, nutzen Sie die exemplarische Vertiefung:
Das gewählte Beispiel: Sie nehmen sich ausführlich die klassische „Rechts vor links“-Kreuzung vor.
Die Vertiefung: Sie analysieren detailliert, wer hier wen zuerst beachten muss, wo die Sichtachsen verlaufen und warum manche Fahrer zögern. Sie spielen mit den Schülern verschiedene Varianten durch (z. B. ein Radfahrer, ein Lkw oder parkende Autos, die die Sicht versperren).
Der Transfer: Haben die Fahrschüler das Prinzip von „Rechts vor links“ und das richtige Verhalten an einer unübersichtlichen Kreuzung in der Tiefe verstanden, können sie dieses Wissen mühelos auf andere Vorfahrtsregeln – etwa auf das Verhalten an einem „Vorfahrt gewähren“-Schild –übertragen.
Warum diese Methode funktioniert
Sie können in der vorgeschriebenen Zeit nicht jede erdenkliche Straße durchsprechen. Die exemplarische Vertiefung sorgt dafür, dass die Schüler das Prinzip verinnerlichen, anstatt nur auswendig zu lernen
Das Prinzip der didaktischen Reduktion
Didaktische Reduktion bedeutet, die massive Fülle an Fachwissen auf das Wesentliche und Verstehbare zu reduzieren. Sie lassen also komplizierte Details weg, damit die Fahrschüler den Kern der Sache begreifen, ohne überfordert zu werden.
Beispiel: Thema „Wie funktioniert eine Kupplung?“
Ein Fahrlehrer könnte stundenlang über technische Physik, Reibungskoeffizienten, Druckplatten und die Getriebewelle referieren. Das verwirrt Anfänger aber nur. Durch didaktische Reduktion wird das Thema radikal vereinfacht:
Das Fachwissen (Die Fülle): Die Kupplung verbindet die Kurbelwelle des Motors mechanisch über eine Reibscheibe mit der Eingangswelle des Schaltgetriebes, um die Kraftübertragung beim Gangwechsel zu trennen.
Die Reduktion auf den Kern: Die Kupplung ist wie eine Brücke zwischen Motor und Rädern.
Kupplung gedrückt = Brücke offen (Motor läuft, Auto steht).
Kupplung kommt am Schleifpunkt = Brücke schließt sich langsam.
Kupplung losgelassen = Brücke ist zu (Die Kraft fließt komplett zu den Rädern)
Fahrschüler müssen in erster Linie handlungsfähig werden. Zu viele theoretische Details blockieren die Praxis. Erst wenn die Basis sitzt, kann man später Details hinzufügen.
Wie kann der Lernprozess gestört werden?
Legasthenie
Was ist es? Eine genetisch bedingte, neurobiologische Störung beim Erlernen von Lesen und Schreiben.
Das Problem: Betroffene haben große Mühe, gesprochene Sprache in Schrift umzusetzen (Rechtschreibung) und geschriebene Wörter flüssig zu entziffern (Lesen).
Wichtig: Es hat absolut nichts mit mangelnder Intelligenz oder Faulheit zu tun.
Dyskalkulie
Was ist es? Eine Entwicklungsverzögerung beim Umgang mit Zahlen und mathematischen Operationen.
Das Problem: Betroffenen fehlt das grundlegende Mengen- und Zahlenverständnis. Sie können sich Größenordnungen schwer vorstellen (z. B. Was ist mehr: 15 oder 51?) und das Rechnen (Plus, Minus, Mal, Geteilt) fällt ihnen extrem schwer.
Wichtig: Auch hier ist die allgemeine Intelligenz der Betroffenen völlig normal oder oft sogar überdurchschnittlich.
Der Typ: Die „Träumer“.
Das Problem: Betroffene sind innerlich unruhig, wirken nach außen hin aber oft ruhig, abgelenkt oder in ihrer eigenen Welt. Sie haben große Mühe, sich dauerhaft zu konzentrieren, lassen sich leicht ablenken und vergessen oder verlieren häufig Dinge.
Der Typ: Die „Zappelphilippe“.
Das Problem: Zu der Unkonzentriertheit von ADS kommt hier eine starke körperliche Unruhe (Hyperaktivität) und Impulsivität hinzu. Betroffene haben einen extremen Bewegungsdrang, handeln oft, bevor sie nachdenken, und haben eine sehr geringe Frustrationstoleranz.
Welche Lerntypen gibt es?
Visuell
Auditiv
Haptischer/Taktiler
Kommunikativer
Welche Lernphasen werden unterschieden?
supervidierte Lernphase
Theoriestunden, Fahrstunden, Simulation- unter Anleitung
selbstständige Lernphase
Eigenständiges Lernen, begleitetes Fahren, Aufbaukurse
Zuletzt geändertvor 11 Tagen