Was sind Tumorerkrankungen?
unkontrolliertes Wachstum von Tumorzellen, die gesundes Gewebe verdrängen und zerstören können
Prinzipiell können diese in allen Geweben und Organgen des menschlichen Körpers auftreten
Benigne = gutartig
Langsames Wachstum, gut abgrenzbar und differenziert, keine / wenig Zellveränderung
Maligne = bösartig
Schnelles Wachstum, schlecht abgrenzbar, hohe Mutationsrate
Was sind die häufigsten Tumorlokalisationen in Deutschland?
Frauen
Brustdrüse (30,5%)
Darm (12,3%)
Männer
Prostata (23%)
Lunge (13,9%)
Darm (13,3%)
Wie hängen Adipositas und Darmkrebserkrankungen zusammen?
Adipositas / Inaktivität führt zu Insulinresistenz
Insulinproduktion steigt
Entzündungsprozesse / -Faktoren steigen
Fettsäurenkonzentration steigt
Zelluläre Signale werden verändert
Änderung des Zellstoffwechsels
Änderung des Cell-Signaling
Erhöhung von oxidativen Stress
Erhöhung von mitogenen Effekten
Welche Schmerzursachen bestehen bei Tumorpatienten?
Tumorbedingt (60-90%)
Knochen-/Weichteilinfiltration
Kompression Nerven-/Blutgefäße
Tumornekrose
Tumorassoziierte Schmerzen
Pilzinfektion
Venenthrombose
Therapiebedingt (10 bis 25%)
Operation (Nervenläsion, Vernarbung, Ödem)
Chemotherapie (Entzündung, Paravast, Neuropathie)
Tumorunabhängig (3-10%)
Migräne
Spannungskopfschmerz
Arthritis
Rückenschmerz
Welche Früherkennungsmaßnahmen zahlt die Krankenkasse?
Gebärmutterhalskrebs
Ab 20 Jahren jährlich
Brustkrebs
Ab 30 Jahren jährlich
Ab 50 Jahren zweijährlich Mammographie
Hautkrebs
Ab 35 Jahren alle 2 Jahre
Prostatakrebs
Ab 45 Jahren jährlich
Darmkrebs
Ab 50 Jahren jährlicher Test auf okkultes Blut
Ab 55 Jahren 2 Darmspiegelungen
Wie unterscheiden sich Strahlen- und Chemotherapie?
Wirkungsweise:
Chemotherapie: Der gesamte Körper wird behandelt, meist über Medikamente (Zytostatika) als Infusion oder Tablette. Sie greift alle sich schnell teilenden Zellen an – auch gesunde wie Haarwurzeln oder Schleimhäute.
Strahlentherapie: Eine rein lokale Behandlung. Die hochenergetische Strahlung wird von außen (oder innen) gezielt auf den Tumor gerichtet, um die Erbsubstanz der Krebszellen in diesem bestimmten Bereich zu zerstören
Anwendungsgebiete
Chemotherapie: Ideal bei gestreuten Krebserkrankungen, da die Medikamente über das Blut jeden Winkel des Körpers erreichen.
Strahlentherapie: Ideal bei klar abgrenzbaren, lokalisierten Tumoren oder als ergänzende Maßnahme (Bestrahlung des Ursprungsortes nach einer OP). [1, 2, 3, 4]
Nebenwirkungen
Chemotherapie: Häufig systemisch, wie Haarausfall, Übelkeit, Müdigkeit (Fatigue) oder ein geschwächtes Immunsystem.
Strahlentherapie: Meist örtlich begrenzt. Typisch sind Hautrötungen, Reizungen der Schleimhäute im bestrahlten Bereich oder lokale Erschöpfung. [1, 2, 3, 4, 5]
Verabreichung
Chemotherapie: Häufig in Zyklen, zwischen denen Pausen zur Erholung des Körpers liegen.
Strahlentherapie: Oft in viele kleine Einzeldosen (Fraktionen) unterteilt, die meist täglich über Wochen ambulant verabreicht werden. [1, 2, 3, 4, 5]
Was sind Immuntherapien?
Immuntherapie erkennt Inhibitoren an Tumoren und setzt diese außer Gefecht
Immuncheckpoints: Regulationsmoleküle, die für die Steuerung der Immunreaktion und der Eigentoleranz essentiell sind
Durch Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren kann eine antineoplastische Wirkung erzielt werden
Was empfiehlt die S3-Leitlinie bei Tumorerkrankungen?
körperliche Aktivität während und nach der Krebsbehandlung, sofern keine medizinische Kontraindikation
Ziel ist Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Selbstständigkeit der Betroffenen
Effekte von Bewegung
Reduktion Fatigue
Verbesserung Ausdauer, Kraft, Mobilität
Verringerung therapiebedingter Nebenwirkungen
Positive Effekte auf psychisches Wohlbefinden und Lebensqualität
Unterstützung der Rehabilitation und Rückkehr in den Alltag
Individuell angepasste Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining, orientiert an Gesundheitszustand, Tumorart und Therapiephase
Kernaussage: Bewegung ist kein Zusatzangebot, sondern ein evidenzbasierter Bestandteil der Krebsbehandlung und Nachsorge
Wie sollten Patienten mit Krebs Sport treiben?
Onkologe und Chirurg geben Sport frei
Langsam starten
Aerob
Später dann auch Krafttraining und Balancetraining, sowie Stretching
Kein Sport mit Fieber oder extremer Müdigkeit oder Schmerzen
Inaktivität vermeiden
Was sind Trainingsempfehlungen für Krebspatienten gegen Fatigue Symptome?
kleine Umfänge
Mit leichten Kräftigungsübungen starten, um Muskeln neuronale anzusteuern und wieder leicht in Bewegung zu bringen
Worauf muss man bei verschiedenen Krebsarten achten?
Blutkrebs - Stammzellentransplantation
Lange immunsuppressive Phase
Geringe Intensität, kann jeden Tag trainieren
Knochenkrebs
Frakturrisiken
Resistenztraining ist wichtig
Häufig Probleme mit oberen Extremitäten
Beckenbodentraining (Herstellen Kontinenz)
Einschränkungen
Kommen nicht mit starken abdominalen Druckerhöhungen zurecht; Sitzen auf Fahrrad problematisch
Wie wird unspezifischer Rückenschmerz definiert?
Schmerz, Muskelverspannung oder Steifigkeitsgefühl unterhalb des Rippenbogens oberhalb der Gesäßfalte
Ggfalls auch mit Ausstrahlung in die Beine
Keine Krankheit - beschreibt Symptomkomplex
Nicht auf bekannte Pathologien wie Frakturen oder rheumatischen Erkrankungen
Keine klar definierte Ursache
Wie ist die Epidemiologie des unspezifischen Rückenschmerzes?
Monatsprävalenz weltweit ca 23 %
Lebenszeitprävalenz in Industrienationen über 70 %
Prognose variabel
Beschwerden nehmen innerhalb von 6 Wochen oft deutlich ab
70-85 % kehren innerhalb eines Monats zur Arbeit zurück
Bis zu 62 % nach 12 Monaten nicht schmerzfrei
Hohe Rückfallquote: 47-54 %
Was sind spezifische lumbale Rückenschmerzen?
Nachweis pathoanatomischer Zusammenhänge einzeln oder kombiniert bei Kompression neutraler Strukturen, Entzündung von Gelenken und struktureller Instabilität einer oder mehrerer Bewegungssegmente mit entsprechender Symptomatik
Klinisch relevante Diagnosen
4 % Bandscheibenprolaps
Nur 15 % der lumbalen Rückenschmerzen auf nachweisbare Pathologie zurückzuführen
Was sind Ursachen der unspezifischen Rückenschmerzen?
Funktionsstörungen und keine Krankheitsentitäten, die nur anhand klinischer Befunde und nicht oder nur unzureichend durch bildgebende Verfahren nachweisbar sind
Segmentale Dysfunktion
Iliosakralgelenk-Syndrom
Veränderte Wirbelsäulenstatik (zB hyperlordose)
Gestörte Muskelfunktion
Bindegewebsveränderungen
Systemische Probleme (wie Koordinationsstörungen)
Was sind intrinsiche Risikofaktoren für unspezifische Rückenschmerzen?
Frühere Rückenverletzungen oder -Beschwerden
Unzureichende körperliche Fitness bzw mangelnde Rumpfstabilität
Ungünstige Körperzusammensetzung (zb Übergewicht)
Fehlstellungen des Bewegungsapparates
Eingeschränkte Kraft oder Beweglichkeit
Gelenk- oder Bandlaxität (Überbeweglichkeit)
Psychosoziale Faktoren (zB Angst, negative Überzeugungen)
Was sind extrinsiche Risikofaktoren für unspezifische Rückenschmerzen?
Hohe Belastung der Wirbelsäule, insbesondere: häufiges (unfunktionelles) Heben und Tragen
Wiederholtes (unfunktionelles) Vorbeugen, oft kombiniert mit Rotationsbewegungen
Hohe Wiederholungszahlen gleicher Bewegungen
Ungünstige Arbeitsbedingungen
Belastende Umgebungsbedingungen
Bewegungsmangel bzw sitzender Lebensstil
Welche psychischen Risikofaktoren haben eine starke Evidenz?
Depression
Schmerzbezogene Kognitionen
Zb Katastrophieren
Passives schmerzverhalten
Was sind Red flags für eine spezifische Ursache mit dringendem Handlungsbedarf?
Frakturverdacht
Schwerwiegendes Trauma durch zB Sturz
Bagatelltrauma (zB Husten, Niesen) bei älteren oder potenziellen Osteoporosepatienten
Systemische Steroidtherapie
Verdacht auf Tumor
Höheres Alter
Tumorleiden in Vorgeschichte
B-Symptomatik
Fieber, Nachtschweiß, ungewollter Gewichtsverlust
Schmerz, der in Rückenlage zunimmt
Starker nächtlicher Schmerz
Verdacht auf Infektion
Durchgemachte bakterielle Infektion
Zurückliegende Infiltrationsbehandlung an Wirbelsäule
Immunsuppression
Auslandsaufenthalt
Verdacht auf Radikulopathie
Dermatombezogene Schmerzen
Konus-Kauda-Syndrom
Plötzlich einsetzende Blasen-/Mastdarmstörung
Gefühlsstörung
Nachlassen des Schmerzes und zunehmende Lähmung bis zum kompletten Funktionsverlust des Kennmuskels
Wann und wie lange sollte die Schmerzmittelgabe erfolgen?
wenn sich ohne nicht bewegt werden kann
Schmerzmittel nehmen, um sich in Bewegung halten zu können
Wieder absetzen, wenn Bewegung auch ohne möglich
Was sind die Bausteine der multimedialen Therapie?
schmerzmedizinische Behandlung
ZB medikamentöse, manuelle Therapie
Intensive Information und Schulung auf Basis eines biopsychosozialen Krankheitsmodells mit Inhalten zur Schmerzerkrankung und Bezug zur individuellen Problematik
Belastungsdosierte Steigerung der körperlichen Aktivität nach individueller Anleitung mit Motivierungs- und Beratungselementen für Alltagsaktivitäten und möglichst orientiert an verhaltenstherapeutischen Prinzipien
Körperwahrnehmungstraining zur differenzierten Symptomwahrnehmung bzw Erfassung von Leistungsgrenzen
Neu:
Schmerz-psychotherapeutische Behandlungsmaßnahmen zur Veränderung eines maladaptiven, auf Ruhe und Schonung oder Durchhalten ausgerichteten Krankheitsverhaltens
Stärkung eigener Ressourcen
Erlernen von Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken
Störungsorientierte Einzeltherapie
Welche Trainingsform ist beim unspezifischen Rückenschmerz überlegen?
nicht eindeutig bestimmbar
Individuell
Was sind die Ziele der neuen Rückenschule?
Verbesserung der Haltung und der Ausrichtung der Wirbelsäule
Stärkung der Rumpfmuskulatur und Verbesserung der Flexibilität
Aufklärung über richtige Körpermechanik im Alltag
Was ist die neue Rückenschule?
umfassendes Programm zur Prävention und Behandlung von Rückenschmerzen
Integration der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in Bezug auf Wirbelsäulengesundheit, Therapie und Ergonomie
Was sind die Kernkomponenten der neuen Rückenschule?
Aufklärung
Verständnis der Anatomie und Funktion der Wirbelsäule
Ursachenanalyse in individuellen Fällen
Erkennen von Risikofaktoren und Präventivmaßnahmen
Übungen
Gezielte Übungen zur Stärkung der Rumpf- und Rückenmuskulatur
Körperwahrnehmung und Flexibilitätsroutinen zur Verbesserung des Bewegungsausmaßes
Ergonomie
Richtiges Einrichten des Arbeitsplatzes
Richtige Hebetechniken
Tipps zur Aufrechterhaltung einer guten Haltung während des Tages
Was ist perturbationsgestütztes Training?
plötzliches auftreten von Lasten / zufällige Störungen der Wirbelsäulenstabilität
Hilft muskuläre Antworten auf plötzliche Lasten wieder zu reaktivieren
Steigerung der Kraftfähigkeit und neuromuskulären Kontrolle
Was ist die Schlingentherapie?
therapeutische und funktionelle Weiterentwicklung des Schlingentrainings
Ziel: Wiederherstellung funktioneller Bewegungsmuster durch hochgradige neuromuskuläre Stimulation
Grundvoraussetzung: geschlossene kinetische Kette, um die Funktionsumkehrung und somit ein neues Bewegungsmuster in der betroffenen Region zu erreichen
Durch Herauslösen der Patienten aus ihren gewohnten Bewegungsabläufen entsteht ein erhöhter sensomotorische Reiz
Was sind die Effekte eines multimedialen Rückentrainings?
Kombiniertes Kraft- und Beweglichkeits- und Ergonomietraining reduziert wirkungsvoll Rückenbeschwerden bei unterschiedlichen Beschwerdegraden
Reduzierung der Rückenbeschwerden wird überwiegend durch Trainingsumfang erklärt
Wem geht der unspezifische Rückenschmerz voraus?
einem spezifischen Rückenschmerz
Kann zb in Bandscheibenvorfall enden
Zuletzt geändertvor 4 Tagen