Was ist Abschreibung?
Eine Abschreibung (auch Absetzung für Abnutzung, kurz AfA) ist ein buchhalterisches Verfahren, um den Wertverlust von Vermögensgegenständen über deren Nutzungsdauer zu erfassen. Anschaffungskosten werden nicht sofort, sondern über mehrere Jahre verteilt als Aufwand gebucht, was den Gewinn mindert und Steuern spart. [1, 2, 3, 4]
Was ist die lineare Abschreibungsmethode?
Bei der linearen Abschreibung werden die Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts gleichmäßig über dessen gesamte Nutzungsdauer verteilt. Das bedeutet: Der Abschreibungsbetrag bleibt jedes Jahr (bzw. bei unterjähriger Anschaffung monatsgenau) exakt gleich hoch. Sie ist das steuerliche Standardverfahren
Was ist die geometrisch-degressive Abschreibungsmethode?
Die geometrisch degressive Abschreibung (AfA) ist eine Methode, bei der die Abschreibungsbeträge jährlich sinken. Dabei wird ein konstanter Prozentsatz nicht von den ursprünglichen Anschaffungskosten, sondern jedes Jahr vom aktuellen Restbuchwert des Wirtschaftsgutes berechnet. Sie ist ideal, um den realen Wertverzehr (z.B. durch technischen Fortschritt) besser abzubilden.
Was ist arithmetische-degressive Abschrebungsmehthode?
Die arithmetisch-degressive Abschreibung ist eine Methode der planmäßigen Anlagenabschreibung. Bei diesem Verfahren verringert sich der Abschreibungsbetrag jedes Jahr um einen gleichbleibenden absoluten Betrag, den sogenannten Degressionsbetrag
Was ist planmäßige Abschreibung?
Eine planmäßige Abschreibung ist die systematische Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines abnutzbaren Vermögenswerts (z. B. Maschinen, Gebäude, Fahrzeuge) über dessen voraussichtliche Nutzungsdauer. Sie dient dazu, den tatsächlichen Wertverlust (Werteverzehr) im Jahresabschluss erfolgswirksam und periodengerecht abzubilden.
Kann die Abschreibungsmethode in der Handesbilanz beliebig gewchselt werden?
Nein, ein beliebiger Wechsel ist unzulässig.
Begründung: Dem steht der Grundsatz der Bewertungsstetigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB) entgegen. Ein Wechsel der Methode ist nur in gut begründeten Ausnahmefällen zulässig (z. B. bei grundlegender Änderung der betrieblichen Nutzung). Der Wechsel muss im Anhang offengelegt und begründet werden (§ 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB).
Wie ist zu verfahren, wenn nach Vornahme einer außerplanmäßigen Abschreibung der Grund hierfür weggefallen ist?
Handelsbilanz: Es gilt das Wertaufholungsgebot (§ 253 Abs. 5 Satz 1 HGB). Fällt der Grund für eine außerplanmäßige Abschreibung weg, muss der Wert wieder zugeschrieben werden. Einzige Ausnahme ist der Geschäfts- oder Firmenwert (§ 253 Abs. 5 Satz 2 HGB). Obergrenze sind immer die (fortgeführten) Anschaffungskosten.
Steuerbilanz: Es gilt ebenfalls ein zwingendes Wertaufholungsgebot (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 4 EStG i.V.m. Nr. 2 Satz 3 EStG). Das Steuerrecht folgt hier der Logik des Handelsrechts.
Was sind Beispiele für nicht abnutzbare Gegenstände des Anlagevermögens?
Gegenstände, die sich durch ihre Nutzung nicht abnutzen, werden nicht planmäßig abgeschrieben. Beispiele:
Grund und Boden (unbebaute Grundstücke)
Finanzanlagen (Beteiligungen an anderen Unternehmen, langfristige Wertpapiere)
Kunstgegenstände (die als Dekoration oder Wertanlage im Unternehmen dienen)
Was können die Gründe und Ursachen für eine außerplanmäßige Abschreibung sein?
Außerplanmäßige Abschreibungen fallen an, wenn unvorhergesehene Wertminderungen eintreffen:
Katastrophen/Unfälle: Ein betrieblicher LKW erleidet einen Totalschaden; eine Lagerhalle brennt ab.
Technischer Fortschritt: Eine neu gekaufte Produktionsmaschine wird wertlos, weil eine neue Technologie den Markt erobert und die alte Maschine unrentabel macht.
Dauerhafter Sinken des Marktpreises: Eine Immobilie im Anlagevermögen verliert massiv an Wert, weil das Viertel stark an Attraktivität verliert (z. B. Schließung eines Großkunden in der Region).
Sind ausschließlich auf Steuerrecht basierende Sonderabschreibungen auch in der Handelsbilanz zulässig?
Nein, das ist nicht mehr zulässig.
Begründung: Früher gab es die sogenannte umgekehrte Maßgeblichkeit, nach der man steuerliche Sonderabschreibungen (z. B. nach § 7g EStG) in die Handelsbilanz übernehmen durfte. Diese Regelung wurde durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ersatzlos gestrichen. Steuerliche Sonderabschreibungen dürfen heute ausschließlich in der Steuerbilanz (bzw. im steuerlichen Nebenrechnungs-Weg) vorgenommen werden.
Worin sehen Sie die Vorteile bei der Bewertung von Vermögensgegenständen mit einem Festwert?
Das Festwertverfahren (§ 240 Abs. 3 HGB) erlaubt es, bestimmte Bestände (z. B. Geschirr im Restaurant, Werkzeuge) über Jahre hinweg mit einer gleichbleibenden Menge und einem gleichbleibenden Wert anzusetzen. Die Vorteile sind:
Massive Vereinfachung: Man spart sich die zeit- und kostenintensive jährliche Inventur (körperliche Bestandsaufnahme) für diese Kleinteile. Es reicht, in der Regel alle 5 Jahre eine körperliche Inventur zur Überprüfung durchzuführen.
Verstetigung des Aufwands: Ersatzbeschaffungen werden sofort als Aufwand (Verbrauch) verbucht, was die GuV glättet.
Kann in der Steuerbilanz auch ein Festwert gebildet werden?
Ja, das ist zulässig.
Begründung: Das Steuerrecht übernimmt diese handelsrechtliche Vereinfachung. Gemäß § 5 Abs. 1 EStG (Maßgeblichkeitsprinzip der Handelsbilanz für die Steuerbilanz) und den konkreten Regelungen in den Einkommensteuer-Richtlinien (R 5.4 EStR) gelten für den steuerlichen Festwert dieselben Voraussetzungen wie im Handelsrecht (Regelmäßiger Ersatz, nachrangige Bedeutung des Gesamtwerts, körperliche Bestandsaufnahme alle 5 Jahre).
Kapitalgesellschaften (& Co.) ab Kleinformat haben das Anlagevermögen in bewegliche und unbewegliche Vermögensgegenstände aufzugliedern.
Vermögensgegenstände, die dazu bestimmt sind, dauernd den Geschäftbetrieb zu dienen, gehören zum Anlagevermögen.
Weil das Vollständigkeitsgebot (§ 246 Abs. 1 Satz 1 HGB) uneingeschränkt gilt, sind auch alle selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände, einschließlich Marken und Kundenlisten, in das Anlagevermögen aufzunehmen.
Forschungskosten dürfen gemäß § 255 Abs. 2a HGB aktiviert werden, wenn sie der Entwicklung von neuen Produkten oder Verfahren dienen.
Grund und Boden werden immer planmäßig abgeschrieben.
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, die nur für eine begrenzte Zeit genutzt werden, werden planmäßig abgeschrieben.
Die Dauer der Abschreibung, z.B. einer Maschine, richtet sich nach deren ...
Die Anschaffungskosten für einen Pkw betragen 40.000 €. Es wird von einer Nutzungsdauer von acht Jahren ausgegangen. Man schätzt, am Ende der Nutzungsdauer noch einen Schrottwert von 500 € erzielen zu können.
Das Abschreibungsvolumen bemisst sich ...
Zuletzt geändertvor 18 Tagen