Was ist der Magen?
Ein muskuläres Hohlorgan zwischen Ösophagus und Duodenum.
Welche Hauptfunktion hat der Magen?
Aufnahme der Nahrung aus dem Ösophagus, Speicherung, Durchmischung mit Magensaft und Bildung von Chymus.
Wie lange verbleibt die Nahrung normalerweise im Magen?
Etwa 2–4 Stunden.
Wie heißt der im Magen entstehende Speisebrei?
Chymus.
Welche Bestandteile bilden den Magensaft?
Vor allem Salzsäure (HCl) und Schleim.
Welchen pH-Wert besitzt der Magensaft?
Etwa pH 1–3.
Welche zusätzliche Funktion erfüllt die Magensäure?
Abtötung von Keimen.
In welche vier Hauptabschnitte gliedert sich der Magen?
Pars cardiaca,
Fundus gastricus,
Corpus gastricum und
Pars pylorica.
Welcher Abschnitt bildet den Mageneingang?
Die Pars cardiaca (Kardia).
Welcher Abschnitt liegt links der Kardia und erhebt sich kuppelförmig?
Der Fundus gastricus.
Welcher Abschnitt bildet den größten Teil des Magens?
Das Corpus gastricum.
Welcher Abschnitt bildet den Magenausgang?
Die Pars pylorica.
Aus welchen Teilen besteht die Pars pylorica?
Antrum pyloricum,
Canalis pyloricus und
Pylorus.
Welcher Muskel verschließt den Magenausgang?
Der M. sphincter pylori.
Über welche Öffnung geht der Magen in das Duodenum über?
Über das Ostium pyloricum.
Wie heißt der spitze Winkel zwischen Ösophagus und Fundus?
His-Winkel (Incisura cardialis).
Wo sammelt sich verschluckte Luft im Magen?
Im Fundus gastricus.
Wie nennt man die radiologisch sichtbare Luftansammlung im Fundus?
Magenblase.
Welche Struktur markiert den Übergang zwischen Corpus gastricum und Pars pylorica?
Die Incisura angularis.
Welche beiden Krümmungen besitzt der Magen?
Curvatura major und Curvatura minor.
Welche Flächen werden durch die Kurvaturen voneinander abgegrenzt?
Paries anterior und Paries posterior.
In welchem Peritonealverhältnis liegt der Magen?
Intraperitoneal.
In welchem Bauchabschnitt liegt der Magen überwiegend?
Im linken Oberbauch.
Auf welcher Höhe liegt die Kardia?
Auf Höhe Th10–Th12.
Auf welcher Höhe befindet sich der Pylorus normalerweise?
Auf Höhe L1–L2.
Welche Organe grenzt die Vorderfläche des Magens an?
Bauchwand,
Leber,
untere Rippen und
Zwerchfell.
Welche Struktur liegt direkt hinter dem Magen?
Die Bursa omentalis.
Zu welchem Organ besteht über die Bursa omentalis eine enge Beziehung?
Zum Pankreas.
Welche weiteren Organe grenzen an die Magenhinterfläche?
Milz,
linke Niere und
linke Nebenniere.
Welche Struktur grenzt kaudal an den Magen?
Colon transversum bzw. Mesocolon transversum.
Wo setzt das Omentum majus am Magen an?
An der Curvatura major.
Über welches Band ist der Magen mit der Milz verbunden?
Lig. gastrosplenicum.
Über welches Band ist der Magen mit dem Zwerchfell verbunden?
Lig. gastrophrenicum.
Über welches Band ist der Magen mit dem Colon transversum verbunden?
Lig. gastrocolicum.
Welche Gefäße verlaufen im Lig. gastrocolicum?
A. gastroomentalis dextra und sinistra.
Zwischen welchen Organen spannt sich das Omentum minus aus?
Zwischen Magen und Leber.
Aus welchen Bändern besteht das Omentum minus?
Lig. hepatogastricum und Lig. hepatoduodenale.
Welches Band begrenzt das Foramen omentale (Winslow)?
Das Lig. hepatoduodenale.
Welcher Gefäßbogen verläuft im Omentum minus?
Der Gefäßbogen der kleinen Kurvatur.
Welches Gefäß versorgt den Magen überwiegend arteriell?
Der Truncus coeliacus.
Welche Arterien versorgen die kleine Kurvatur?
A. gastrica dextra und A. gastrica sinistra.
Aus welchem Gefäß entspringt die A. gastrica sinistra?
Direkt aus dem Truncus coeliacus.
Aus welchem Gefäß entspringt die A. gastrica dextra?
Aus der A. hepatica propria bzw. A. hepatica communis.
Welche Arterien versorgen die große Kurvatur?
A. gastroomentalis dextra und A. gastroomentalis sinistra.
Aus welchem Gefäß stammt die A. gastroomentalis dextra?
Aus der A. gastroduodenalis.
Aus welchem Gefäß stammt die A. gastroomentalis sinistra?
Aus der A. lienalis (A. splenica).
Welche Arterie versorgt die Magenhinterwand, Kardia und Fundus?
Die A. gastrica posterior.
Aus welchem Gefäß entspringt die A. gastrica posterior meist?
Aus der A. splenica.
Welche Gefäße versorgen hauptsächlich den Fundus?
Die Aa. gastricae breves.
Durch welches Band verlaufen die Aa. gastricae breves?
Durch das Lig. gastrosplenicum.
In welcher Struktur verläuft die A. gastrica sinistra?
In der Plica gastropancreatica.
Wo und mit welcher anderen Arterie bildet die A. gastrica sinistra Anastomosen?
Mit der A. gastrica dextra an der kleinen Kurvatur.
Wo verlaufen die Aa. gastroomentales dextra et sinistra?
Entlang der großen Kurvatur im Omentum majus.
Mit welcher Arterie anastomosiert die A. gastroomentalis dextra?
Mit der A. gastroomentalis sinistra.
Aa. gastricae dextra et sinistra.
Aa. gastroomentales dextra et sinistra.
Wohin drainiert das venöse Blut des Magens?
In den Pfortaderkreislauf.
Welche Venen münden meist direkt in die V. portae?
V. gastrica dextra und V. gastrica sinistra.
Wohin mündet die V. gastroomentalis dextra normalerweise?
In die V. mesenterica superior.
Wohin mündet die V. gastroomentalis sinistra normalerweise?
In die V. splenica.
Wohin münden die kurzen Magenvenen (Vv. gastricae breves)?
Welche Wirkung hat der Sympathikus auf den Magen?
Hemmung der Magenperistaltik und Verminderung der Magensaftsekretion.
Welche Nerven vermitteln die parasympathische Innervation des Magens?
Rechter und linker N. vagus.
Was ist ein Magenkarzinom?
Maligne epitheliale Neoplasie des Magens
Welche Wirkung hat der Parasympathikus auf den Magen?
Förderung der Magenperistaltik sowie Steigerung der Magensaft- und Salzsäuresekretion.
Wo sind Magenkarzinome am häufigsten lokalisiert?
Antrum
Kleine Kurvatur
Kardianaher Fundus
Welche exogenen Risikofaktoren des Margenkarzinoms gibt es?
Ernährungs- und Konsumgewohnheiten:
Lebensmittel mit hohem Nitratgehalt, v.a. geräucherte und gepökelte Speisen
Tabak und Alkohol
ballaststoff-, obst- und gemüsearme Ernährung.
Übergewicht
v.a. Karzinom des gastroösophagealen Übergangs
niedriger sozioökonomischer Status
Welche endogenen Risikofaktoren des Margenkarzinoms gibt es?
VE:
HP-positive Gastritis!
Adenome des Magens
chronisches Ulcus ventriculi
Riesenfaltengastritis
Z.n. Magenteilresektion
genetische Prädisposition:
pos. Familienanamnese
Blutgruppe A
HNPCC (kolorek. Karzinom)
Frühe Symptome des Magenkarzinoms?
Völlegefühl
Unspezifische Oberbauchbeschwerden
Allgemeinsymptome des Magenkarzinoms?
Gewichtsverlust
Leistungsknick
Tumorkachexie
Typische Nahrungsmittelaversion beim Magenkarzinom?
Fleischaversion
Spätes klinisches Zeichen?
Tastbarer Oberbauchtumor
Folgen tumorbedingter Blutungen?
Eisenmangelanämie
Teerstuhl
Symptome eines kardianahen Magenkarzinoms?
Dysphagie
Sekundäre Achalasie
Symptome eines präpylorischen/pylorusnahen Magenkarzinoms?
Magenausgangsstenose
Postprandiales Völlegefühl
Erbrechen unverdauter Nahrung vom Vortag
Appetitlosigkeit
Welche Symptome erfordern eine zeitnahe ÖGD mit Biopsie?
Rezidivierendes Erbrechen
Unklare Gewichtsabnahme
GI-Blutung
Vitamin-B12-Mangel
Welche Untersuchung sichert die Diagnose eines Magenkarzinoms?
ÖGD mit multiplen Biopsien
Warum sind multiple Biopsien wichtig?
Ulkus und ulzeriertes Karzinom oft makroskopisch nicht sicher unterscheidbar
Aufgaben der Endosonografie?
Bestimmung des T-Stadiums
Nachweis lokaler Lymphknotenmetastasen
Welche Bildgebung dient dem Staging?
CT Thorax
CT Abdomen/Becken
Abdomensonografie
Welche Tumormarker werden bestimmt?
CA 72-4
CEA
CA 19-9
Wann wird eine diagnostische Laparoskopie empfohlen? Und was sind die Ziele?
Lokal fortgeschrittenes Magenkarzinom vor neoadjuvanter Therapie
Ziele:
Ausschluss Peritonealkarzinose
Ausschluss okkulter Metastasen
Welcher histologische Typ ist am häufigsten?
Adenokarzinom (95%)
Welche Adenokarzinom-Subtypen unterscheidet die WHO?
Papillär
Tubulär
Muzinös
Siegelringzellkarzinom
Weitere seltene histologische Typen?
Adenosquamöses Karzinom
Plattenepithelkarzinom
Kleinzelliges Karzinom
Undifferenziertes Karzinom
Wie metastasiert das Magenkarzinom bevorzugt?
Früh lymphogen
Welche Lymphknoten-Kompartimente werden unterschieden?
Kompartiment I : Perigastrische Lymphknoten
Kompartiment II : Lymphknoten entlang des Truncus coeliacus
Kompartiment III :
Paraaortale
Retropankreatische
Ligamentum-hepatoduodenale-Lymphknoten
Welche Nachbarorgane können per continuitatem infiltriert werden?
Ösophagus
Duodenum
Kolon
Pankreas
Milz
Leber
Wie erfolgt die intrakavitäre Metastasierung?
Peritoneum
Ovar
Hämatogene Metastasierung erfolgt zunächst wohin?
Leber (über Pfortader)
Danach:
Lunge
Knochen
ZNS
Wohin metastasiert der intestinale Typ bevorzugt?
Lymphknoten
Wohin metastasiert der diffuse Typ bevorzugt?
Früh ins Peritoneum
Wichtige Differenzialdiagnosen des Magenkarzinoms?
MALT-Lymphom
GIST
Neuroendokrine Tumoren
Sarkome
Leiomyome
Chronische Gastritis
Ulkuskrankheit
Reizmagen
Cholezystolithiasis
Pankreaserkrankungen
Lebererkrankungen
Welche Untersuchung kann einen malignen Prozess sicher ausschließen?
ÖGD mit Histologie
Wann ist eine kurative Therapie möglich?
Nur bei vollständiger R0-Resektion
Wann ist eine endoskopische R0-Resektion möglich?
Mukosakarzinom (pT1a)
≤ 2 cm
Nicht ulzeriert
G1–G2
Für welchen Laurén-Typ wird die endoskopische Resektion nicht empfohlen?
Diffuser Typ
Wann ist eine komplette Gastrektomie erforderlich?
Proximale Tumoren (Kardia/Fundus)
Wann ist eine subtotale Gastrektomie möglich?
Distale Tumoren (Antrum/Pylorus)
Therapie von Tumoren im mittleren Magendrittel?
Intestinaler Typ → Oft subtotale Gastrektomie möglich
Diffuser Typ → Meist komplette Gastrektomie
Wann erfolgt eine palliative Therapie?
Fernmetastasen
Inoperabler Tumor
Ziel der palliativen Therapie?
Lebensverlängerung
Verbesserung der Lebensqualität
Palliative Maßnahmen bei Blutungen?
Endoskopische Koagulation
Bestrahlung
Weitere wichtige supportive Maßnahmen?
Ernährungsmanagement
Psychoonkologie
Bewegungstherapie
Psychosoziale Unterstützung
Wovon hängt die Prognose ab?
TNM-Stadium
R0-Resektion
Lymphknotenstatus
Histologischer Typ
Lokalisation
Komorbiditäten
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