1. Strukturierung der Übungsstunde
Jede Fahrstunde benötigt einen klaren, logischen Aufbau und darf keine ziellose „Spritztour“ sein. [1]
Vorgespräch: Kurze Abfrage der Tagesform, Festlegung des heutigen Lernziels und Besprechung des Ablaufs im stehenden Fahrzeug.
Hauptteil: Gezieltes Anfahren von Übungsstrecken, die exakt zum heutigen Thema passen (z. B. eine verkehrsberuhigte Zone für das Anfahren am Berg).
Nachbesprechung: Feedbackrunde am Ende der Fahrt. Der Schüler reflektiert seine Leistung selbst, bevor der Fahrlehrer den nächsten Schritt vereinbart.
Orientierung am Ausbildungsstand des Fahrschülers
Der Fahrlehrer muss die Anforderungen im Auto exakt an das Können und die Lernkurve des Schülers anpassen. [1]
Über- und Unterforderung vermeiden: Einem Schüler in der dritten Fahrstunde wird nicht spontan die stressigste Kreuzung der Innenstadt zugemutet.
Individuelles Lerntempo: Fehlerbereiche werden sofort erkannt, isoliert und so lange auf einfachem Niveau geübt, bis der Ablauf sitzt.
Qualität des Methodeneinsatzes
Dieses Kriterium bewertet, wie der Fahrlehrer den Stoff im Auto vermittelt. Reine Monologe während der Fahrt sind unzulässig.
Methodenwechsel: Nutzung von Zwischenstopps am Straßenrand, um Skizzen auf dem Tablet zu zeichnen oder Verkehrssituationen vorab durchzusprechen.
Vom Leichten zum Schweren: Erst wird der Ablauf im Stand „trocken“ durchgespielt (z. B. der Schulterblick), dann in einer ruhigen Seitenstraße und erst danach im fließenden Verkehr.
Qualität verbaler Anweisungen
Die Sprache des Fahrlehrers im Auto ist sicherheitsrelevant und muss absolut präzise sein.
Rechtzeitigkeit: Kommandos müssen so frühzeitig erfolgen, dass der Schüler ohne Hektik reagieren kann („An der nächsten Kreuzung bitte rechts abbiegen“ statt „Jetzt HIER rechts!“).
Eindeutigkeit: Vermeidung von schwammigen Begriffen. Klare, handlungsorientierte Ansagen wie „Kupplung treten“ oder „Orientieren Sie sich nach links“.
Fachliche Korrektheit und Orientierung am Ausbildungsplan
Der Fahrlehrer muss ein perfektes Vorbild sein und die Ausbildung systematisch dokumentieren.
Fehlerfreiheit: Alle rechtlichen Vorgaben (StVO) und fahrtechnischen Abläufe (z. B. umweltschonendes Schalten) müssen korrekt vorgelebt und erklärt werden.
Der Rote Faden: Die Fahrstunde muss sich logisch in den gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildungsplan der Fahrschule einfügen und mit dem aktuellen Theorie-Wissen verzahnt sein.
Schaffung einer guten Ausbildungsatmosphäre
Angst blockiert das Gehirn. Deshalb bewerten die Prüfer das emotionale Klima im Fahrzeug extrem streng.
Geduld und Freundlichkeit: Der Fahrlehrer strahlt absolute Ruhe aus, wird niemals laut oder sarkastisch und verzichtet auf private Ablenkungen (Smartphone-Nutzung während der Fahrt).
Positive Verstärkung: Lob für gelungene Aktionen ist genauso wichtig wie die konstruktive Aufarbeitung von Fehlern
Angemessenes Reagieren auf Fahrfehler
Fehler sind im Auto normal und gehören zum Lernprozess – entscheidend ist die Reaktion des Fahrlehrers.
Gefahrenabwehr vor Pädagogik: Im Ernstfall greift der Fahrlehrer sofort über die Doppelpedale oder das Lenkrad ein, um Unfälle zu verhindern.
Nachbereitung: Sobald die Gefahr gebannt ist, wird der Fehler an einer sicheren Stelle rechts am Rand verbal aufgearbeitet, analysiert und direkt im Anschluss korrigiert noch einmal geübt.
Zuletzt geändertvor 5 Stunden