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Empirische Forschung

LL
von Lena-Marie L.

Beschreibe den Forschungsprozess von der Fragestellung bis zur Interpretation

  • Forschungsthema und Fragestellung: Am Anfang steht die Suche nach einem relevanten Thema und die Präzisierung einer wissenschaftlichen Fragestellung. In der quantitativen Forschung wird hierfür oft das PICO-Framework (Population, Intervention, Comparison, Outcome) genutzt.

  • Literaturrecherche und Theorie: Der aktuelle Forschungsstand wird gesichtet, um die Untersuchung theoretisch zu fundieren und Hypothesen abzuleiten.

  • Untersuchungsdesign und Planung: Festlegung der Strategie (z. B. Experiment, Querschnittsstudie oder Fallstudie) und Auswahl der Variablen.

  • Operationalisierung und Stichprobe: Abstrakte Begriffe werden in messbare Merkmale umgewandelt. Zudem wird festgelegt, wie die Teilnehmenden (Stichprobe) ausgewählt werden – entweder repräsentativ-zufällig (quantitativ) oder bewusst-zielgerichtet (qualitativ).

  • Datenerhebung: Die systematische Sammlung der Informationen erfolgt durch Methoden wie Befragungen, Beobachtungen oder Messungen.

  • Datenaufbereitung und Analyse: Die Rohdaten werden organisiert und statistisch (quantitativ) oder interpretativ (qualitativ) ausgewertet, um Muster zu erkennen oder Hypothesen zu prüfen.

  • Interpretation und Entscheidung: Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der Theorie gedeutet. In der quantitativen Forschung wird hierbei auf Basis des p-Werts über die Annahme oder Ablehnung der Nullhypothese entschieden.

  • Ergebnispräsentation: Abschließend werden die Erkenntnisse dokumentiert und veröffentlicht, um sie der Fachwelt zugänglich zu machen.

Während der quantitative Prozess meist linear und standardisiert verläuft, ist der qualitative Prozess zirkulär. Das bedeutet, dass Stichprobenziehung, Erhebung und Analyse oft parallel verlaufen und sich gegenseitig beeinflussen.

Erkläre die Forschungdesigns in Gesundheitswissenschaften

Studiendesigns in den Gesundheitswissenschaften lassen sich grundlegend in quantitative und qualitative Ansätze unterteilen, die jeweils unterschiedliche Erkenntnisziele verfolgen.

Quantitative Studiendesigns

Diese dienen primär dem Erklären von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen und dem Testen von Hypothesen.

  • Querschnittsstudie: Eine einmalige „Momentaufnahme“ zu einem definierten Zeitpunkt, um die Häufigkeit eines Ereignisses (z. B. Prävalenz einer Krankheit) zu untersuchen.

  • Längsschnittstudie (Longitudinalstudie): Untersuchung von Wandlungs- oder Veränderungsprozessen über mehrere Messzeitpunkte hinweg. Sie können prospektiv (in die Zukunft gerichtet) oder retrospektiv (rückblickend) sein.

  • Beobachtungsstudien:

    • Kohortenstudie: Beobachtung von Gruppen mit oder ohne bestimmte Risikofaktoren über die Zeit, um das Auftreten von Erkrankungen zu erfassen.

    • Fall-Kontroll-Studie: Retrospektiver Vergleich von bereits erkrankten Personen („Fälle“) mit gesunden Personen („Kontrollen“), um mögliche Ursachen zu identifizieren.

  • Interventionsstudien:

    • Randomized Controlled Trial (RCT): Der Goldstandard; Teilnehmende werden zufällig (randomisiert) einer Interventions- oder Kontrollgruppe zugeteilt, um die Wirksamkeit einer Therapie zu prüfen.

    • Kontrollierte klinische Studie (CCT): Wie ein RCT, jedoch erfolgt die Gruppenzuteilung nicht zufällig.

  • Review / Meta-Analyse: Systematische Zusammenfassung und statistische Auswertung der Ergebnisse bereits vorhandener Primärstudien.

Qualitative Forschungsansätze

Diese zielen auf das „Sinnverstehen“ und das Abbilden subjektiver Perspektiven von Betroffenen in ihrem natürlichen Kontext ab.

  • Ethnografischer Ansatz: Fokus auf das Verständnis kulturellen Handelns, Praktiken und Ritualen innerhalb von Gruppen (z. B. in einer Klinik).

  • Phänomenologischer Ansatz: Untersuchung der Frage, wie Einzelne die Welt erleben und ihr einen Sinn geben (subjektive Erfahrungen, z. B. Leben mit einer chronischen Krankheit).

  • Grounded Theory: Ein induktives Verfahren, bei dem aus der systematischen Analyse der Daten heraus neue Theorien über soziale Phänomene entwickelt werden.

Mixed Methods

  • Methodenkombination: Verbindet qualitative und quantitative Forschungsphasen innerhalb einer Studie. Ziel ist es, die Stärken beider Ansätze zu nutzen und deren jeweilige Schwächen auszugleichen

Fragestellungen mit Zahlen und Messwerten

1. Strukturierung durch das PICO-Framework

Um eine präzise wissenschaftliche Fragestellung zu formulieren, die auf Messwerten basiert, wird in den Gesundheitswissenschaften meist das PICO-Modell verwendet:

  • P (Population): Definition der Gruppe (z. B. "Patienten mit chronischem Nackenschmerz").

  • I (Intervention): Die untersuchte Maßnahme (z. B. "8-wöchiges spezifisches Training").

  • C (Comparison): Die Vergleichsgruppe (z. B. "allgemeines Kräftigungsprogramm").

  • O (Outcome): Der Zielparameter, der in Zahlen gemessen wird (z. B. "Schmerzintensität auf einer Skala" oder "Bewegungsausmaß in Grad").

  • T (Time)

2. Operationalisierung: Von der Idee zum Messwert

Damit eine Fragestellung quantitativ untersuchbar ist, müssen abstrakte Merkmale in messbare Größen (Variablen) umgewandelt werden.

  • Abhängige Variable (AV): Das ist der Messwert, den man als Ergebnis beobachtet (das Outcome), wie zum Beispiel die Greifkraft in Newton.

  • Unabhängige Variable (UV): Das ist der Faktor, der den Messwert beeinflussen soll (z. B. die Art der Therapie).

  • Messvorgang: Objekten werden nach festen Regeln Zahlen zugeordnet (z. B. 0 = weiblich, 1 = männlich oder konkrete Werte wie das Körpergewicht in kg).

3. Skalenniveaus der Messwerte

Nicht jede Zahl in einer Fragestellung hat die gleiche mathematische Bedeutung. Man unterscheidet verschiedene Skalenniveaus, die bestimmen, welche statistischen Analysen möglich sind:

  • Nominal: Reine Kategorien ohne Rangfolge (z. B. Blutgruppe oder Geschlecht).

  • Ordinal: Werte mit Rangfolge, aber unklaren Abständen (z. B. Schulnoten oder eine Schmerzskala von leicht bis stark).

  • Intervall/Verhältnis (Metrisch): Konkrete Messwerte mit gleichen Abständen (z. B. Temperatur in °C oder Gehstrecke in Metern), wobei nur die Verhältnisskala einen absoluten Nullpunkt besitzt.

4. Transformation in Hypothesen

Aus einer Fragestellung wird eine statistische Hypothese abgeleitet, die den erwarteten Unterschied oder Zusammenhang in Zahlen ausdrückt:

  • Nullhypothese (H0): Postuliert, dass es keinen Unterschied oder Effekt gibt (z. B. „Die Mittelwerte der Schmerzreduktion sind in beiden Gruppen gleich“).

  • Alternativhypothese (H1): Postuliert den vermuteten Effekt (z. B. „Gruppe A zeigt eine signifikant höhere Schmerzreduktion als Gruppe B“).

Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine quantitative Fragestellung verlangt nach standardisierten Messinstrumenten, um "harte", replizierbare Daten zu gewinnen, die mittels statistischer Verfahren (wie Mittelwerten oder p-Werten) ausgewertet werden können

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Lena-Marie L.

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